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DS9-HL-Crossover
Friends will be friends Undiscovered Soul Revenge Crossroads RevengeTeil 3 des DS9-Highlander-Crossovers © by Counselor ()
Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne brachen sich im Wasser des Sees und hinterließen den Eindruck, als sei er aus flüssigem Gold. Der schwere Duft spätsommerlicher Blüten lag in der Luft und wich nur langsam der frischen Kühle der hereinbrechenden Nacht. In der sich ausbreitenden Stille zirpten nur noch die unzähligen Grillen ihr Abendlied. Schweigend saßen die beiden Frauen am Ufer und betrachteten die glitzernde Oberfläche des Wassers. Deanna Troi löste das Haarband in ihren schwarzen Locken und ergriff als erste das Wort. "Ta'Isha, was bedrückt dich?" Ohne den Blick vom See abzuwenden, antwortete die junge Counselor mit leiser Stimme. "Ich komme nicht über den Tod des kleinen Caleb hinweg." "Du hast immer noch Zweifel?" Ein kurzer Seitenblick. "Aber Doctor Bashirs Autopsie ergab eindeutig, daß Caleb an einem angeborenen Herzfehler starb. Überzeugt dich das nicht davon, daß Methos nichts damit zutun hatte?" Ta'Isha seufzte. "Ich weiß nicht. Herzfehler....welches Kind hat heutzutage noch einen Herzfehler?" "Ta'Isha, du kannst Methos doch nicht für die mangelnde medizinische Betreuung verantwortlich machen! Caleb und seine Schwester wuchsen bei den Großeltern auf Trojanus Vier auf - und du weißt, so gut wie ich, daß dort die medizinische Versorgung nicht ausreichend ist." Leichter Wind kam auf und kräuselte kleine Schaumkronen auf der Wasseroberfläche. Ta'Isha streckte ihre Beine und erreichte mit den Zehen das kühle Naß. "Deanna? Weißt du noch, wie wir als Kinder hier saßen? Es war eine schöne Zeit, oder nicht?" Die Erinnerung zauberte ein Lächeln auf die Lippen der beiden Frauen. "Ohja, und ich erinnere mich daran, daß ich auf dich aufpassen musste, weil du die jüngere von uns beiden bist." "Ich höre noch immer die Stimmer deiner Mutter: 'Deanna paß auf deine Cousine Ta'Isha auf.' " "Du hast da etwas vergessen, es folgte noch: '...damit sie nicht wieder soviel Unsinn macht!' " Beide lachten. Ta'Isha fühlte sich entspannt in Deannas Gegenwart. "Ich bin so froh, daß du für ein paar Tage hier sein kannst! Ich brauchte dringend jemand, bei dem ich mein Herz ausschütten konnte und wer wäre dafür besser geeignet als du?" "Wir haben uns geschworen, immer füreinander da zu sein - und so soll es auch bleiben!" "Ja, und im Notfall haben wir noch deine Mutter!" Sie schauten sich an und kicherten beide los. Deanna fasste sich zuerst wieder. "Ich denke, sie würde dich eine Weile einsperren, damit du wieder zu Sinnen kommst!" "So wie sie es damals bei dir versucht hat, als du Will Riker kennengelernt hast?" Die Frauen tauschten ein warmes Lächeln bevor Deanna antwortete: "Ja, meinen Imzadi.." "Stop, sag' nichts weiter. Ich kann fühlen, wie du vor Glück gleich platzt! - Ich finde es auch schön, daß ihr endlich wieder zueinander gefunden habt." "Und was machen wir mit dir?" "Ich werde meinen Urlaub dazu nutzen, Methos aus meinen Gedanken zu verbannen. Ich rechne nicht damit, ihn allzu schnell wiederzusehen." "Was machst du, falls er wieder auftaucht? Erzähl' mir nicht, du wärst imstande ihn zu ignorieren!? Irgendetwas an ihm fasziniert dich doch?" "Ich glaube, es ist diese Gegensätzlichkeit. Er wirkt so harmlos, so jungenhaft ... wie..." "....Julian Bashir?" Deanna grinste. "Hm... so ungefähr." Verlegen zeichnete sie Figuren in den Sand. "Doch bei Methos steckt viel mehr hinter dieser äußeren Fassade - es ist wohl das Geheimnisvolle, was mich bei ihm anzieht!" "Erinnert mich schon wieder an unsere Kindheit! Tituliere etwas als geheimnisvoll und Ta'Isha macht sich sofort auf, das Geheimnis zu lösen! .... wie damals, als dein Arm in Folge deines Forscherdrangs in einem Kaninchenbau feststeckte." Ta'Isha hob abwehrend die Arme und stand auf. "Bitte nicht diese Geschichte! Ich war doch erst vier!" Lachend und scherzend machten sie sich auf den Weg zum Haus, wo sie bereits von Llwaxana Troi und ihrem Diener, Mr. Hom, erwartet wurden.
Ta'Isha trat an das Kommunikations-Terminal. Während sie einige Daten eingab und auf die Verbindung wartete, erklang die Stimme ihrer Tante in ihrem Kopf. Der Captain klang so ernst. Kindchen, bist du etwa in Schwierigkeiten? Sie drehte sich um und sah Llwaxana im Türrahmen stehen. Bevor sie antworten konnte, erschien Captain Sisko's Gesicht auf dem Bildschirm. "Schön Sie zu sehen, Counselor." "Ich frage mich, ob ich mich freuen soll, Sie zu sehen!" Ta'Isha blickte skeptisch auf ihren Vorgesetzten. Selbst über den Bildschirm drang die Autorität des dunkelhäutigen Starfleet-Captain zu ihr. "Es gibt keine schlechten Nachrichten - falls Sie darauf hinauswollten. Aber leider müssen Sie ihren Urlaub abbrechen. Sie wurden von der USS Explorer als Counselor angefordert." "Wie kommen die ausgerechnet auf mich? ...Explorer? Soviel ich weiß, bin ich mit niemandem dort bekannt. Warum also ich?" Sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe. "Das werden Sie Captain Dawson selbst fragen müssen. Die Bitte um ihre zeitweise Versetzung kam von ihm. Leider wurden uns keine weiteren Informationen übermittelt. Das einzige, was ich Ihnen noch sagen kann, ist, daß die Anforderung absolute Priorität hat - mehr weiß ich wirklich nicht." Er seufzte. "Ich hoffe, daß ihre Aufgabe dort Sie nicht zu lange in Anspruch nimmt, und wir Sie bald wieder bei uns haben!" "Danke, Captain. Wann trifft die Explorer hier ein?" "Sie werden morgen mit Counselor Troi an Bord der Enterprise gehen. Captain Picard ist informiert und hat einen Rendezvous-Kurs vereinbart. Gegen 18:00 Uhr Standard-Zeit werden Sie auf die Explorer beamen können. Viel Glück, Counselor." Sie nickte. "Yazid Ende." Das Bild erlosch und die Insignien der Föderation wurden sichtbar. Sie spürte den besorgten Blick ihrer Tante und versuchte eine neutrale Stimmung zu vermitteln. "Keine Probleme, es ist nur schon wieder Zeit, meine Koffer zu packen!"
"Zweimal heiße Schokolade mit Sahne." Nachdem der Replikator ihren Wunsch erfüllt hatte, nahm Deanna Troi die Becher und trat zu Ta'Isha. Sie spürte die Anspannung, die ihre Cousine umgab. "Hier, trink erst einmal einen Schluck Sorgenvernichter!" Ta'Isha blickte grinsend auf. "Counselor Trois Geheimrezept. Hast du Probleme - besorg dir Schokolade! Gut, daß dieses Replikator-Zeugs wenig Kalorien hat ... sonst müsste ich mir ständig neue Uniformen besorgen." Sie stippte mit dem Finger in die Sahne, als ihr Kommunikator ein Signal gab. "Data an Counselor Yazid." "Yazid hier. Sprechen Sie." "Auf unsere Anfrage haben wir von der Explorer eine Vorab-Information erhalten - auf welches Terminal soll ich die Daten übermitteln?" "Ich befinde mich in Counselor Trois Quartier." "Gut. Die Daten sind nun für Sie abrufbereit." "Danke Data. Yazid Ende." Während Deanna die Informationen abrief, leerte Ta'Isha in aller Ruhe ihren Becher. "Und?" "Viel ist es nicht gerade, was sie mitteilen. Ein Offizier der Führungscrew hat bei einer Außenmission einen Wissenschaftler angegriffen." Bei diesen Worten breitete sich Unbehagen in Ta'Isha's Magengegend aus. Sie holte tief Luft. Das kann nicht sein! "Deanna, falls du nichts anderes vorhast, würde ich nun gerne die Sporthalle aufsuchen - ich muß mich irgendwie ein bißchen ablenken."
Das Gefühl bei der Rematerialisierung - ein schmerzhaftes, stechendes Prickeln - erinnerte sie an eingeschlafene Füße. Endlich war der Vorgang abgeschlossen und sie trat von der Plattform. Außer dem Transporterchief befand sich niemand im Raum. Begrüßung ist wohl nicht im Preis inbegriffen! In diesem Augenblick glitt die Tür auf und ein mittelgroßer Mann kam mit einem offenen Lächeln auf Ta'Isha zu. "Counselor Yazid. Entschuldigen Sie meine Verspätung. Ich bin Captain James Dawson. Willkommen auf der Explorer!" Es folgte ein fester Händedruck. "Danke Captain." Sie musterte ihr Gegenüber. Er mochte schätzungsweise um die 50 Erdenjahre alt sein. Sein kurzgeschnittenes ehemals dunkles Haar war von zahlreichen grauen Strähnen durchzogen. Dazu ein sorgfältig gestutzter Vollbart. Schon das Äußere des Captains erweckte ein Gefühl der Vertrautheit. Die Ausstrahlungen, die sie auf telepathischem und emphatischem Wege empfing, signalisierten ihr, daß er ein Mann mit starkem Charakter und gefestigten Überzeugungen war. Mit Sicherheit war er seiner Crew ein guter Captain. Langsam wich ihr Mißtrauen. "Ich nehme an, daß ich nun endlich alle Einzelheiten zu dem Vorfall bei der Außenmission erfahre?" "Ich werde Sie informieren, während wir zu Ihrem Quartier gehen. In Ordnung?" "Gut. Warum haben Sie mich angefordert? Es gab sicher mehrere gute Counselor, die schneller erreichbar gewesen wären." Er sah sie fast entschuldigend an. "Ich muß gestehen, daß diese Idee nicht von mir kam. Der Wissenschaftler, der angegriffen wurde, bestand darauf, daß wir Sie kontaktieren!" Sie dachte kurz nach. Das könnte eine Erklärung sein, wenn auch keine sehr plausible. "Und was ist besonderes an dem Fall?" "Der Angriff erfolgte mit einem Schwert." Sie fühlte sich, als zöge ihr jemand den Boden unter den Füßen weg. Leise erkundigte sie sich nach dem Namen des Führungsoffiziers. "Mein erster Offizier, Commander Cassandra Stewart. Ich weiß nicht, was in sie gefahren ist. Sie befindet sich in Sicherheitsverwahrung. Aber weder sie noch Dr. Pierson wollten darüber reden." "Wie? Wer?" "Der Wissenschaftler, der sich als Gast an Bord befindet. Pierson, Doctor Adam Pierson. Kennen Sie ihn denn nicht?"
Aufgrund der Reaktion die der Name Adam Pierson bei ihr ausgelöst hatte, zeigte sich Captain Dawson sehr beunruhigt. Nachdem sie ihm versichert hatte, das alles in Ordnung wäre, verließ er ihr Quartier um seinen Platz auf der Brücke einzunehmen. Sie schaute sich kurz um. Die Quartiere auf der Explorer waren bei weitem nicht so großzügig was Raum und Ausstattung anbetraf wie die der Enterprise - doch die Einrichtung war zweckmäßig und genügte ihr. Wieder und wieder ging sie zwischen dem Aufenthaltsraum und dem Schlafraum hin und her. Ihr war bewußt, daß sie das Unvermeidliche nur vor sich her schob, und doch zögerte sie noch immer. Sie stellte sich ans Fenster und blickte ins All. Nach einigen Momenten der Meditation betätigte sie ihren Kommunikator. "Counselor Yazid an Doctor Pierson." "Pierson hier." "Kommen Sie bitte in mein Quartier. Deck 10 Sektion D." Das Türsignal erklang. Sie aktivierte durch ein kurzes "Herein" die Öffnung. Methos stand mit betretenem Grinsen vor ihr. "Hallo." Ta'Isha machte einen Schritt zur Seite, um ihn eintreten zu lassen. "Das ging aber schnell." "Ehrlich gesagt, habe ich schon 'ne ganze Weile an der nächsten Ecke gestanden und gewartet, daß du dich bei mir meldest." Er setzte sich auf das dunkelgraue Sofa und blickte sie erwartungsvoll an. "Warum ich? Warum mußtest du unbedingt mich da hineinziehen?" Sie schritt nervös auf und ab, betrachtete dabei konzentriert die Einrichtung. Bloß nicht in seine Augen blicken. Abstand wahren. "Weil du die einzige bist, der ich vertraue." "Ja sicher, Ta'Isha wird's schon richten." Sie zog eine Grimasse und versuchte, ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. "Caleb ist tot." Sie konnte seine Bestürzung fühlen, aber sein Gesicht blieb ausdruckslos. "Wie?" "Herzversagen." Er lachte bitter auf. "Aha, lass' mich raten - du gibst wohl mir die Schuld daran? Soviel zum Thema Vertrauen!" "Die Autopsie ergab, daß er an einem angeborenen Herzfehler litt. - Und zum Thema Vertrauen.... das einzige Mal, daß du uneingeschränkt ehrlich zu mir warst, war meines Wissens die Nacht bevor du dich klammheimlich aus dem Staub gemacht hast. Im Grunde genommen, weiß ich so gut wie nichts über dich. Du hast kein Recht, mir einen Vorwurf daraus zu machen, daß ich an dir gezweifelt habe!" Sie trat wieder ans Fenster und blickte auf die vorbeihuschenden Lichtpunkte. Methos schwieg, sie hörte das Knistern des Bezuges als er sich erhob. Dann stand er hinter ihr, und sie spürte eine sachte Berührung an den Schultern. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Brüsk schob sie seine Hände beiseite und ging auf die andere Seite des Raumes an den Replikator. "Raktajino, heiß." Die junge Frau wandte sich an ihren Besucher, der sich wieder auf dem Sofa lümmelte. "Diese Cassandra Stewart ist wohl ebenfalls eine Unsterbliche, richtig?" Ein kurzes Nicken seinerseits. Er seufzte. "Die Explorer ist so groß, daß ich sie nicht gespürt habe, als ich an Bord kam. Und unser Außenteam wurde in zwei Gruppen von verschiedenen Decks hinuntergebeamt." Aufmerksam hörte sie ihm zu. "Was passierte dann?" "Da wir nie vor Sterblichen kämpfen - wenn es sich vermeiden lässt - beherrschte sie sich eine Weile, und ging später auf mich los, als der Rest des Teams eine Höhle untersuchte. Glück für mich, daß Fähnrich Chimenez zurückkam, er initiierte einen Notfall-Transport und Cassandra landete sofort in der Zelle." "Es weiß keiner, um was es geht?" Für diese Frage erntete sie einen vorwurfsvollen Blick . "Tut mir leid, der Roman über mein Leben und das, was ich bin, erscheint erst nächsten Monat!" Auf diesem Wege würde sie nichts erreichen. "Gut, anderes Thema, warum bist du überhaupt an Bord?" Er sah ihr zu, wie sie an ihrer Tasse nippte. "Nachdem du auf Bajor so intensiv an meine positive Seite appelliert hast, hatte ich mich entschlossen, ein bißchen was für eine gute Sache zu tun. - Schau mich nicht so skeptisch an .... ich wußte wirklich nicht, daß Cassandra hier an Bord ist. An erster Stelle stand für mich die Gelegenheit James Dawson kennenzulernen und da außerdem ein Posten für einen unabhängigen Wissenschaftler frei war... eine passende Gelegenheit!" Was will er wohl von Captain Dawson? Nein, Ta'Isha zuerst die andere Angelegenheit. "Was ist mit Cassandra? Warum greift sie dich einfach an?" "So ist das Spiel." Den Kopf in den Nacken gelegt, betrachtete er angestrengt die Decke. Wütend fauchte sie ihn an. "Wenn du nicht ehrlich zu mir bist, verlasse ich dieses Schiff und du kannst sehen, wie du allein damit fertig wirst." Kurzes Schweigen. "Sie hat noch eine Rechnung mit mir offen." "Ich höre." Er schüttelte den Kopf. "Reicht das nicht?" Ihrem Blick entnahm er, daß er wohl mit der ganzen Wahrheit rausrücken mußte. "Wir haben vor ein paar tausend Jahren ihren Stamm ausgelöscht. Sie war meine Beute - und später mußte ich sie mit Kronos und den anderen teilen. Vor ein paar hundert Jahren hatte sie mich schon einmal aufgespürt und Mac hat sie damals daran gehindert, meinen Kopf zu nehmen. Das war's - in der Kurzfassung!" Mit schuldbewußter Miene blickte er auf. Ta'Isha stand mit gerunzelter Stirn noch immer am Replikator. "So wie sich das für mich anhört, hat sie einen wirklichen Grund sauer auf dich zu sein." "Aber es ist ewige Zeiten her und rückgängig machen kann ich es nunmal nicht." Sie stellte die geleerte Tasse zurück in den Replikator. "Wir müssen Captain Dawson informieren. Ich weiß nicht, was du dir davon erhofft hast, daß man mich hinzugezogen hat - wir werden das nicht ohne Dawson's Hilfe bereinigen können." Mit verschränkten Armen schlenderte sie in Richtung Methos. "Ich denke, du willst erreichen, daß es als 'Ausrutscher' dargestellt wird, und sie ihre Position behält? Sozusagen eine nachträgliche Wiedergutmachung?" "So ungefähr hatte ich mir das gedacht." "Und dann möchtest du sicher soviel Lichtjahre wie möglich zwischen euch bringen?" Sie nickte. "In Ordnung. Zuerst werde ich mir ihre Version der Geschichte anhören, und danach bitte ich den Captain um ein Gespräch." Nach kurzem Innehalten fügte sie hinzu. "Warum interessierst du dich so für ihn?" Methos versuchte so unbeteiligt wie möglich zu wirken. "Er ist ein Nachkomme von Joe. Nachdem ich Bajor verlassen hatte, bekam ich eine melancholische Phase und habe Nachforschungen angestellt. Ich stieß auf James ... und irgendwie, ach nein!" Er machte eine abwehrende Geste. "Vergiß es." "Du hattest gehofft, es wäre so, wie mit Joe?" Ein Anflug von Mitgefühl machte sich in ihr breit. Und schon ist es passiert. Deanna, du hast wieder mal recht behalten! Nachdem er ihr Quartier verlassen hatte, machte sich Ta'Isha auf den Weg zur Sicherheitssektion.
Captain James Dawson blickte von einem zum anderen. "Kommt Kinder, ihr erlaubt euch einen Scherz mit mir!?" Er zupfte ungehalten an seinem Bart. "Ich habe wichtigere Dinge zu tun, als mir diese Geschichten über Unsterblichkeit anzuhören." Seine Augen spiegelten seinen großen Zweifel wider. "Und dann direkt zwei solcher ...Kreaturen auf meinem Schiff! Nein!" Methos blickte gekränkt. "Danke für die 'Kreatur'!" Ta'Isha kratzte gedankenverloren am dunkelroten Bezug des Sessels. "Was können wir tun, um Sie zu überzeugen?" Hoffentlich kontaktiert er nicht Captain Sisko! "Nichts. Counselor, wenn Sie mir sagen, mein erster Offizier und der Doc hätten eine alte Rechnung offen, gut, akzeptiert. Aber .... vor über 3000 Jahren? Ich bitte Sie!" "Captain, seit Erkundung des Weltraums wurden viele unterschiedliche Rassen entdeckt. Warum sträuben Sie sich so gegen diesen Gedanken?" Beide wurden von einem fluchenden Methos abgelenkt, der mit dem Computer des Replikators diskutierte. "Alles spuckt dieses Teil aus. Nur kein vernünftiges, kaltes Bier! - Würde mir vielleicht mal jemand helfen?" Ta'Isha durchquerte den Raum mit einem Kopfschütteln. "Tut's nicht auch ein Saft?" "Sicher - Gerstensaft!" Die Computerstimme wies zum wiederholten Male darauf hin, daß 3.748 Biere zur Auswahl ständen und bat um eine genaue Spezifizierung. Methos nörgelte mit ungeduldiger Stimme, wie lange es denn noch dauerte, als Captain Dawson sich einmischte. "Seien Sie ehrlich, Counselor! Versetzen Sie sich in meine Lage. Wenn Sie sich einem Mann gegenüber sähen, der sich wie ein trotziges Kind aufführt - würden Sie ihm glauben, daß er ein paar tausend Jahre alt ist? Ihm nehme ich noch nicht mal ab, daß er so alt ist, wie er aussieht!" "Oh, vielen Dank. Es geht ja auch nicht um Ihren Kopf!" Methos blickte überheblich auf Dawson. Auf Ta'Ishas Drängen hin nahm er wieder auf dem Sessel gegenüber des Captains Platz. Ta'Isha orderte derweil ein irdisches Bier aus dem späten 20. Jahrhundert. Hoffentlich ist damit diese lästige Diskussion beendet. Methos probierte einen Schluck und kommentierte kurz: "Na also, geht doch!" Ta'Isha versuchte, wieder eine neutrale Stimmung zu erzeugen. "Captain Dawson. Wenn wir Sie nicht überzeugen können, dann sprechen Sie mit Cassandra. Sie wird es ihnen bestätigen." Dawson seufzte tief. "Nehmen wir mal an, ich glaube Ihnen das. Es tut überhaupt nichts zur Sache. Es wurde ein Vermerk im Logbuch gemacht, in dem Commander Stewarts Vergehen dokumentiert wird. Egal, aus welchen Grund sie es getan hat. Sie griff einen Wissenschaftler an, der - offensichtlich - nicht bewaffnet war. Sie wird sich auf jeden Fall dafür verantworten müssen, egal was sie ist! Warum diskutieren wir also darüber?" "Entlassen Sie sie doch wenigstens aus der Sicherheitsverwahrung. Sie wird Doctor Pierson nicht mehr angreifen." "Hat sie Ihnen das versprochen? ... Nein, ich weiß nicht." Methos, der inzwischen sein Bier genüßlich ausgetrunken hatte, fügte an, daß Unsterbliche nicht vor Sterblichen kämpfen. Dawson zweifelte noch immer. "Es gibt genügend leerstehende Frachträume und andere abgelegene Sektionen auf diesem Schiff." Methos grinste amüsiert. "Glauben Sie mir, Dawson, es würde zu viele unbeteiligte Tote geben, wenn einer von uns auf diesem Schiff getötet würde. Das Quickening würde ihr Schiff zerfetzen. Selbst Cassandra mit ihrem Rachedurst würde nicht das Leben von unzähligen Sterblichen riskieren!" "Captain", mischte sich Ta'Isha wieder ein, "egal, was Sie entscheiden, wir werden Ihr Schiff beim nächstgelegenen Föderations-Stützpunkt verlassen. Wie Sie mit Commander Stewart verfahren, bleibt Ihnen überlassen. Wir wollten Ihnen nur das Hintergrundwissen zur Verfügung stellen. Mehr kann ich momentan nicht tun..." "Sie haben mein Wort, ich werde mir alles noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen!" Seine Haltung drückte aus, daß er das Gespräch nun für beendet hielt, doch als Methos den Raum verlassen hatte, hielt Dawson die junge Counselor zurück. "Sie scheinen nicht sehr begeistert von der Situation zu sein?" Ta'Isha lächelte. "Sehr gute Beobachtung, Captain. Nichts gegen Ihr Schiff und Ihre Crew, aber es gibt Orte, an denen ich momentan lieber wäre!" Sie stockte kurz. "Wissen Sie, ich habe ziemlich stressige Wochen hinter mir - und ich hatte gehofft, eine Zeitlang keinem Unsterblichen mehr zu begegnen." Er nickte. "Wenn alles stimmt, was er über sich erzählt hat, muß er ein sehr einsamer Mann sein! Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein muß, Freunde und Menschen, die man liebt, sterben zu sehen - wieder und wieder, in jeder Generation. Auf der anderen Seite stehen weitere Unsterbliche, die einen zwar durch diese langen Jahre begleiten könnten, aber aufgrund irgendwelcher Regeln muß man gerade jene umbringen! Wie kann man so etwas nur verkraften?" "Wahrscheinlich gewöhnt man sich nie daran, man lernt höchstens, damit zu leben!" Die Gelegenheit ist günstig - nutze sie! "Captain - er kam an Bord der Explorer, um Sie kennenzulernen!" "Was meinen Sie damit?" "Es klingt ein bißchen weit hergeholt..." Sie sah seinen Blick, der eindeutig ausdrückte, daß ihn, nach alldem was er bereits im vorangegangenen Gespräch gehört hatte, nichts mehr aus der Ruhe bringen konnte. "Nunja, er kannte einen Ihrer Vorfahren." "Ach? Wenn es weiter nichts ist." Er grinste säuerlich. "Nun, es gibt sicherlich außer mir noch mehrere Nachkommen!" "Das ist wahrscheinlich. Aber, wie ich Doctor Pierson einschätze, hat er Sie ausgewählt, weil Sie Ihrem Vorfahr am ähnlichsten sind. Wissen Sie, Joe Dawson, hatte einen großen Einfluß auf ihn." "Sie waren befreundet?" "Nach meinen Informationen: Ja! In erster Linie war Joe ein Beobachter der Unsterblichen, aber..." "Halt, stop", unterbrach der Captain ihren Redefluß, "das wird ein bißchen viel auf einmal. Beobachter? Sie meinen, es gibt Leute, die darüber Bescheid wissen? - Ich schlage vor, wir setzen uns wieder, und dann möchte ich die ganze Geschichte hören!" Er grinste. "Ich denke, zuerst versuche ich, dem Replikator ein weiteres vernünftiges Bier zu entlocken!" Ta'Isha ließ sich langsam in den Sessel sinken und begann zu erzählen.
Cassandra saß schweigend in ihrer Zelle. Sie konnte nur an eines denken: Rache. - Rache für ihren niedergemetzelten Stamm. Rache für die erlittenen Demütigungen. Ihr Haß galt den vier Reitern der Apokalypse, doch nur einer hatte überlebt ....Methos. Er würde ihren ganzen Zorn zu spüren bekommen. Es wäre ein leichtes für sie, aus dieser Zelle zu entfliehen, aber sie konnte warten. Viele Jahre waren vergangenen. Tausende von Jahren. Noch etwas Geduld. Der richtige Zeitpunkt würde kommen und diesmal war kein Duncan MacLeod in der Nähe, der sie um das Leben seines Freundes anflehte. Diesmal würde sie ihr Schicksal erfüllen!
Ta'Isha stand in Captain Dawsons Bereitschaftsraum und sah sich um. Obwohl sie diesen Ort erst vor knapp zwei Stunden verlassen hatte, kam er ihr völlig verändert vor. - Die Präsenz des Captains, die bei seiner Anwesenheit den Raum erfüllte, fehlte. Ungeduldig wippte sie vor und zurück. Das leise Zischen der öffnenden Tür riß sie aus ihren Gedanken. James Dawson kam mit einem hilflos wirkendem Gesichtsausdruck auf sie zu. "Counselor - ich muß Sie bitten, Ihre Abreise zu verschieben." Bevor sie antworten konnte, ergriff er wieder das Wort. "Ich könnte ebensogut einen Befehl an Sie richten - da Sie noch immer meinem Kommando unterstehen - aber ich hielt es für angemessener, die Entscheidung Ihnen zu überlassen." Das kann ja heiter werden! "Ich stehe zu ihrer Verfügung." "Das Starfleet Hauptquartier hat uns einen Auftrag übermittelt. Normalerweise hätte ich meinen ersten Offizier damit beauftragt, aber ..... sie wissen ja!" "Und warum erscheine gerade ich Ihnen als passende Person für diesen 'Auftrag'?" "Counselor, der überwiegende Teil meiner Crew besteht aus Wissenschaftlern, der Rest der Besatzung ist so knapp bemessen, daß ich auf niemanden verzichten kann. - Der verdammte Krieg gegen das Dominion. Sollte das so weitergehen, werden bald keine Forschungsschiffe mehr im Einsatz sein! - Aber zurück zur eigentlichen Sache. Abgesehen von der mißlichen Personallage, hätten Sie als Counselor genügend Fingerspitzengefühl." Er schob die Datenpads auf seinem Schreibtisch hin und her. "Wofür?" "Es geht darum, einen Informanten zu treffen. Ein etwas unberechenbarer Mann." Ohja - alle unberechenbaren Männer zu mir! Sie blickte wartend auf den Captain. "Er wird ihnen einen Datenchip übergeben. Fragen Sie nicht, was darauf ist - es unterliegt höchster Geheimhaltung." Das wird ja immer besser. "Übergeben Sie mir die nötigen Daten - ich werde mich darauf vorbereiten. Wann muß ich transportbereit sein?"
Seit über zwei Stunden beschäftigte sie sich nun schon mit den Hintergrundinformationen. Was sie jetzt noch nicht wußte, würde sie auch später nicht in ihrem Kopf bekommen. Ihre Augen brannten und sie blinzelte einige Male kurz. Sie legte das Datenpad beiseite und ging in ihren Schlafraum. Auf dem Bett lag die bunte Alltagskleidung der Bevölkerung von Bari. Nach einem schnellen Ausflug unter die Ultraschalldusche schlüpfte sie in leichte Unterwäsche und just in diesem Moment bemerkte sie auf empathischem Wege eine Präsenz. "Methos! Wie kommst du hier herein?" Selbstgefälliges Grinsen. "Jahrtausendelange Erfahrung im Knacken von Schlössern, gepaart mit großem technischen Wissen, eine gute Portion analytischer Verstand, inklusive - natürlich - meiner angeborenen Brillianz!" "Jaaa, ich hab's verstanden. Was willst du?" Er musterte ihren Körper mit einem langen Blick. "Sieht gut aus." "Methos - für solche Spielereien habe ich jetzt keine Zeit!" "Hmmmm, schade. Wie wäre es statt dessen mit einem schönen Programm auf dem Holodeck - bis wir diesen Starfleet-Stützpunkt erreichen?" "Tut mir leid - ohne mich. Übrigens wird sich die Ankunft um 2 Tage verschieben - und ich habe noch sehr viel zu tun." Mit gerunzelter Stirn beäugte er die buntgemusterten Kleidungsstücke, die sich sich überstreifte. "Probt ihr jetzt für 'Karneval in Rio'? Obwohl - Joe und ich waren mal dort ... huuuh, absolut heiß!" Er fächerte sich Luft zu. "Verschone mich mit Einzelheiten. Lass' uns morgen zusammen auf's Holodeck gehen!?" "Wenn ich dann noch da bin." Provozierend sah er sie an. Mistkerl. "Erpressung zieht bei mir nicht. Außerdem verschwindest du sowieso ständig nach Belieben. Nun lass' mich meine Arbeit machen." Sie schob ihn beiseite. Auf dem Weg zur Tür drehte er sich nochmals um. "Schade, du weißt gar nicht, was du dir da entgehen lässt!" Aber ich ahne es! Sie seufzte und überprüfte weiter ihre Ausrüstung.
Cassandra unterdrückte ein Lächeln. Sie hatte sich schlafend gestellt und prompt ließ die Aufmerksamkeit der Wachposten nach. Aus deren Gespräch hatte sie erfahren, daß in den nächsten Stunden ein Außenteam mit dieser Counselor auf den Planeten beamen würde. Ihre Geduld hatte sich gelohnt - endlich!
Die Rematerialisierung fand außerhalb des kleines Ortes statt. Nach wenigen Minuten Fußmarsch durch eine hügelige Landschaft mit Getreidefeldern erreichten sie die ersten Häuser. Auf einem großen Platz im Zentrum des Dorfes fand der tägliche Markt statt. Sie wandte sich an ihren Begleiter Lt. McLeary und danach trennten sie sich, um im Gedränge schneller voran zu kommen. Langsam ging sie zwischen den Ständen umher. Um kein Aufsehen zu erwecken, prüfte sie hier und da die Qualität der angebotenen Früchte. Mehr und mehr genoß sie die Gerüche der fremden Obstsorten, die Freundlichkeit der Ortsansässigen, die Sprüche der Marktschreier. In kurzen Abständen öffnete sie ihren Geist und plötzlich empfing sie ein Gefühl der Nervosität. Sie blickte sich um, doch im immer dichter werdenden Gedränge konnte sie die Person, von der diese Empfindung ausging, nicht entdecken.
Methos schlenderte an der Sicherheitsabteilung vorbei und dachte über einen kurzen Besuch bei Cassandra nach. Seine Gedanken schweiften in die Vergangenheit. Damals hätte er sich beinahe in die langhaarige, grünäugige Unsterbliche - die Kronos ihren ersten Tod verdankte - verliebt. Tja, alter Knabe, du hattest schon immer einen besonderen Geschmack! Er hatte sich, als es darauf ankam, für seine Brüder entschieden und ihnen Cassandra überlassen. Daß er ihr - und natürlich sich selbst - damit das Leben rettete, hatte sie nie verstanden. Sein Verständnis von Liebe hatte sich im Lauf der Zeit geändert - nach jahrhundertelangem Gleichsetzen von Liebe mit körperlichem Begehren, hatte er entdeckt, daß tiefere Gefühle dahinterstecken mußten und wahre Liebe viel mehr bedeutete als eine Nacht voller Lust und Leidenschaft. Doch eine wahre Liebe zu verlieren, konnte einem den Verstand rauben; um diesen Schmerz zu vermeiden, hatte er sich meist mit belanglosen Liebeleien begnügt. Bis jetzt. Unbewußt schlug er den Weg zum zehnten Deck ein. Im selben Moment wurde ihm schlagartig bewußt, daß er Cassandra's Präsenz nicht gespürt hatte.
Captain James Dawson raufte sich die Haare. Es konnte nicht sein. Es durfte nicht sein. Als er aus dem Turbolift trat, wurde er bereits von dem Unsterblichen empfangen. Es schien als hätte er eine völlig fremde Person vor sich. Die Haltung des jungenhaften 'Wissenschaftlers' hatte sich verändert, er wirkte größer, strahlte Autorität aus und seine Augen blickten aufmerksam umher. "Ihre Gefangene ist weg!" "Das kann nicht sein. Mir liegt keine Meldung über einen Ausbruch vor!" "Und warum meldet sich Ihr Wachpersonal dann nicht? Glauben Sie mir, sie ist weg!" Dawson gab seinen Code ein und die Tür zu den Arrestzellen öffnete sich. Zwei Mitglieder des Sicherheitsteams lagen leblos am Boden. Cassandra's Zelle war leer. "Habe ich es nicht gesagt?" "Computer! ... Commander Stewart lokalisieren." "Commander Stewart befindet sich nicht an Bord." "Wie und wann hat sie das Schiff verlassen?" "Darüber sind keine Daten gespeichert." Dawson's Faust krachte auf die Konsole. "Verdammt!"
Seinen Rucksack lässig über die Schulter hängend schritt Methos zügig durch den Gang. Neben ihm appellierte James Dawson an sein Gewissen. "Pierson, bitte helfen Sie uns!" "Erstens: nennen Sie mich Methos - Ihr ewiges 'Pierson' kommt mir schon zu den Ohren raus! Und zweitens: Vergessen Sie es!" "Gut...Methos. Wie ich Ihnen eben erklärt habe..." "Ich weiß! Wie Sie schon sagten - Sie haben es bereits erklärt! Hören Sie, Dawson, ich habe Ta'Isha nicht auf diese blödsinnige Mission geschickt!" Er glaubt doch nicht im Ernst, daß ich für ihn meinen Kopf hinhalte! "Sie untersteht Ihrem Kommando, also holen Sie sie auch selbst wieder aus dem Schlamassel!" "Es ist möglich, daß Commander Stewart weiß, wo sich die Counselor und Lt. McLeary aufhalten. Schließlich beamte sie sich zu denselben Koordinaten." "Toll - und wie schnell Ihre fähigen Leute das herausgefunden haben .... zwei Stunden nachdem es passsiert ist!" Dawson fühlte Wut in sich aufsteigen. "Ihr Sarkasmus ist hier nicht angebracht. Was, wenn..." "...wenn Cassandra sie als Lockvogel für mich benutzen will? Davon ist auszugehen" "Und, das lässt Sie völlig kalt?" "Das wichtigste in diesem Spiel ist für mich mein Kopf. Und der soll bleiben, wo er hingehört - nämlich auf meinem Hals! Nun entschuldigen Sie mich, ich muß mein Schiff erreichen." "Welches Schiff?" "Oh, ich habe mich ein wenig auf den Kommunikations-Frequenzen umgehört. Ein Schiff der Wadi befindet sich gleich für ungefähr 10 Minuten in Transporterreichweite. Ich habe die Erlaubnis an Bord zu beamen - als zahlender Passagier, versteht sich. So long, Dawson. War nett, Sie kennenzulernen!" Er trat in den Turbolift und James Dawson blickte mit fassungslosem Gesicht auf die schließende Tür. Dann eben ohne dich, widerlicher Egoist!
Mit einem gnadenlosen Hämmern im Kopf erwachte sie. Der erste Versuch sich aufzusetzen scheiterte, da sie an Händen und Füßen gefesselt war. Sie ließ ihren Blick durch den Raum wandern. Fast leer, außer ein paar Teilen Gerümpel auf der gegenüberliegenden Seite. Da sie von außerhalb keine Geräusche wahrnahm, vermutete sie sich in einem Haus abseits des Dorfes. Die glaslosen Fenster waren mit Brettern vernagelt, dadurch herrschte im Raum ein düsteres, diffuses Licht. Schritte näherten sich. Ta'Isha stemmte sich mit aller Kraft hoch und setzte sich möglichst aufrecht - sie würde sich nicht in die Opferhaltung drängen lassen! Die Tür öffnete sich und Ta'Isha erkannte schemenhaft eine Gestalt. Deutlich konnte sie nun die Präsenz der Person fühlen. Eine schwarze Wolke voll bitteren Haß schlug über ihr zusammen und sie schnappte nach Luft. "Cassandra. Was soll das?" "Das wissen Sie doch genau." Mit hoch erhobenem Kopf kam die Unsterbliche näher. "Sobald er hier auftaucht, um Sie zu retten, werde ich ihn töten. Doch als kleine Zugabe an ihn, werde ich Ihr Äußeres noch ein wenig verschönern." Ihre Augen blitzten triumphierend. "Vergessen Sie es - er wird nicht kommen." "Er wird." Ta'isha versuchte es auf eine andere Weise. "Ist es mit Ihrem Gewissen vereinbar, eine unbeteiligte Sterbliche mit hineinzuziehen, als Schachfiguren in Ihrem Spiel?" "Hören Sie auf mit Ihren psychologischen Sprüchen. Er soll leiden und dann will ich seinen Kopf! Darum geht es und dazu ist jedes Mittel recht." Sie kniete sich neben Ta'Isha. "Täubchen, wenn er dir von damals erzählt hat, vertraut er dir völlig; wenn er dir vertraut, wird er leiden, falls dir etwas zustösst. So einfach ist das!" Die Counselor blieb stumm. Dann zog Cassandra einen Dolch hervor. "Ist es nicht erstaunlich, welch wunderbare Handwerkskunst auf diesen technisch unterentwickelten Planeten noch besteht?" "Was haben Sie damit vor?" "Das erkläre ich, während ich arbeite." Sie riß die Ärmel von Ta'Ishas Hemd auf und setzte den Dolch in Höhe der Schulter an. Die junge Frau zuckte unwillkürlich zusammen. Leichter, brennender Schmerz. Langsam bahnten sich kleine Tropfen Blut ihren Weg aus der Wunde. Cassandra arbeitete sich abwärts vor. "Ich werde auf dir die rituellen Zeichen meines Stammes verewigen." Konzentriert zeichnete sie mit der Klinge fremd wirkende Muster auf die Haut. Am Handgelenk angekommen hatte sie ihr Werk noch immer nicht vollendet. Sie schnitt das Hemd entzwei und zwang Ta'Isha, sich auf den Bauch zu legen. Die langersehnte Chance zur Rache, erzeugte ein Hochgefühl bei der Unsterblichen. "Mein Volk hatte viele Zeichen - ich bin sehr gespannt, ob dein Rücken ausreicht!" Ta'Isha biß sich auf die Lippen und zog sich meditativ in ihren Geist zurück.
Als Captain James Dawson mit zwei Sicherheitsleuten auf Bari eintraf, hatte sich der Informant - glücklicherweise - zu erkennen gegeben. Kurz vor der Übergabe hatte er beobachtet, wie die junge Counselor am vereinbarten Treffpunkt zusammenbrach und von einer anderen Frau weggebracht wurde. Im Gedränge des Marktes achtete sonst niemand auf solche Zwischenfälle. Von McLeary fehlte jede Spur. Als Ortskundiger hatte der Informant schnell herausgefunden, welches Haus am ehesten als Versteck in Frage kam und gab diese Auskunft an die Starfleet-Angehörigen weiter, bevor er wieder verschwand. Mit seinem Team bewegte sich Dawson vorsichtig auf das Haus zu. Er wies die Männer an, sich aus verschiedenen Richtungen zu nähern und er selbst suchte hinter einem Holzverschlag Schutz. Ein Geräusch schreckte ihn auf und im gleichen Moment fühlte er schon kalten Stahl an seinem Hals. "Mensch, Dawson, Sie und Ihre Männer machen einen Lärm wie Hannibal mit seinen Elefanten beim Überqueren der Alpen!" "Methos?" Ungläubig schaute er auf den Unsterblichen. "Was machen Sie hier?" "Ich muß wohl meinen Mutter-Theresa-Tag haben. - Los, lassen Sie uns Ta'Isha da rausholen!"
Ta'Isha lag weiterhin bäuchlings auf dem Boden. Sie hatte seit Stunden nichts getrunken und ihre Zunge klebte am Gaumen. Arme, Beine und der Rücken brannten wie Feuer, doch durch die Meditation blieben die Schmerzen erträglich. Cassandra hatte ihr angekündigt, als nächstes den Bauch zu verzieren - dann war sie plötzlich aufgesprungen und hatte sich das Schwert gegriffen.
Cassandra stand mit erhobenem Schwert in der geöffneten Tür. Aufkommender Wind spielte in ihrem Haar und ihre Augen funkelten wütend in die Dämmerung. "Methos - zeige dich!" Er trat ihr gegenüber, das Schwert auf Armeslänge vor sich. "Wo ist die Counselor?" "Oh nein, dieses Spiel läuft nach meinen Regeln!" Plötzlich ertönte Dawsons Stimme. "Commander Stewart, legen Sie die Waffe weg!" Cassandra lachte ihn aus. Methos ließ sie nicht aus den Augen. "Dawson halten sie sich raus. Das ist nun meine Sache. - Cassandra du bekommst deinen Kampf, aber nur, wenn wir Ta'Isha kriegen!" "Ich kenne dich und deine Tricks. Sobald ihr sie habt, bist du verschwunden." "Du hast mein Wort." "Aber was ist das wert?" Sie trat beiseite und gab den Blick ins Innere frei. Amüsiert beobachtete sie, wie ihm alle Farbe aus dem Gesicht wich. Pure Mordlust spiegelte sich in seinen Augen. "Keine Sorge, das Täubchen ist nur ein wenig gerupft." Sie lachte hysterisch. "Nun gib' mir, was ich will!" "Dawson - holen Sie sie da raus und verschwinden Sie." James Dawson beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen. Er zuckte zusammen, als er die Hütte betrat und Ta'Isha's blutverschmierten Körper sah. Vorsichtig bedeckte er ihren Oberkörper mit seiner Jacke und hob sie hoch. Keine Reaktion. Er wandte sich in Richtung Tür und entdeckte seine Sicherheitsleute - die Unsterblichen waren verschwunden. Er wies den Offizier an, seinen Kommunikator gut sichtbar auf einem Holzblock vor der Hütte zu plazieren, dann beamten sie an Bord der Explorer.
Ta'Isha kam auf der Krankenstation zu sich. Die Schmerzen waren fast verschwunden, aber das Aufstehen wurde ihr verweigert. "Captain...wo ist der Captain?" "Hier. Hier bin ich." Sie spürte, wie er ihre Hand nahm. "Es tut mit leid." Sie versuchte zu lächeln. "Keine Entschuldigung! - Was ist mit Methos? ....und der Chip!" Er schüttelte den Kopf. "Später."
Das Klirren der Schwerter hallte durch die Finsternis. Cassandra war außer Übung und ihre Kondition ließ nach - allein der Durst nach Rache hielt sie noch aufrecht. Methos dagegen hatte seine Kräfte noch lange nicht aufgebraucht. Er startete Angriff um Angriff - sie konnte sich kaum verteidigen. Der Reiter der Apokalypse kehrte zurück - er kannte keine Gnade. Sein Gegenüber war der Feind. Der Feind wurde vernichtet. Cassandra erkannte, daß ihr Ende nahte. Tränen liefen über ihr Gesicht. "Das Böse siegt wohl immer....", flüsterte sie, senkte das Schwert und erwartete den entscheidenden Schlag. Methos holte aus - sein Schwert glitt ohne den geringsten Widerstand durch ihren Nacken. Für einen Moment befand er sich in einer Art Vakuum. Er sah nichts, hörte nichts, spürte nichts, schmeckte nichts. Dann trafen ihn die ersten Entladungen. Da Cassandra - genau wie er - viele tausend Jahre überlebt hatte, fiel das Quickening besonders heftig aus. Unzählige Stimmen schrien in seinem Kopf, sein Körper wurde hin und her geworfen. In Sekundenbruchteilen erlebte er Cassandras Leben. Er keuchte, bekam kaum Luft. Immer noch trafen ihn die blau-weißen Blitze. Dann war es vorbei. Er fiel zu Boden. Lange Zeit blieb er einfach liegen und pumpte wieder Luft in seine Lungen. Nachdem er wieder einigermaßen Herr über seinen Körper war, richtete er sich auf, nahm seinen Umhang und verstaute sein Schwert. Er ging, ohne zurückzublicken.
In eine Wolldecke gehüllt saß Ta'Isha auf der Couch und nippte an einer Tasse Schokolade mit Sahne. James Dawson hatte nach Dienstschluß seine offizielle Uniform gegen Freizeitkleidung getauscht und leistete ihr nun Gesellschaft. Nachdem sie eine Weile über Belanglosigkeiten geplaudert hatten, beschäftigten sie sich nun beide in Gedanken mit den gleichen quälenden Fragen. Ohne Signal öffnete sich die Tür und Methos spazierte in den Raum. "Hey Leute - habt ihr 'n kaltes Bier für mich?" Ta'Isha fühlte die Anspannung der letzten Stunden von sich abfallen. Der dunkelhaarige Unsterbliche ging an Dawson vorbei, tippte ihm leicht auf die Schulter und nahm dann neben ihr Platz. Er berühte leicht ihre Hand, seine Augen fragend auf die ihren gerichtet. Sie schenkte ihm ein warmes Lächeln. "Ich bin in Ordnung." Dawson räusperte sich und stand auf. Methos drehte den Kopf. "Dawson, sie wollen doch nicht etwa schon gehen? Ich denke, wir haben uns ein wenig gemütliches Beisammensein verdient!" Er legte den Arm behutsam um Ta'Isha. "Vorschlag: Sie besorgen mir ein 'Sie-wissen-schon-was' und danach erzähle ich ihnen ein wenig von der guten alten Zeit!" Nach kurzem Zögern stimmte der Nachfahre des Beobachters Joe Dawson zu. Schlaftrunken kuschelte Ta'Isha sich an Methos, lauschte seiner sonoren Stimme, fühlte seinen Körper, genoß seine Nähe. Eines wußte sie mit Sicherheit - wenn sie am nächsten Morgen aufwachte, würde er noch immer an ihrer Seite sein.
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