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Weihnachtsbaumschlagen
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Weihnachtsbaumschlagen

© by Puck ()

 

Disclaimer: *Räusper* Meine sehr geehrten Leserinnen und Leser, darf ich bekannt geben? Methos, Duncan MacLeod, Richard Ryan und Joe Dawson gehören den ehrenwerten Herren Panzer/Davis und Rysher. Ihnen allein steht das Recht zu, mit ihnen Geld zu verdienen und ihnen Rollen, bzw. Textmaterial aufzuzwingen. Ich habe sie mir lediglich für ein bisschen Zeitvertreib ausgeliehen und verdiene kein Geld mit der Story!!! Kurz gesagt: Fluch und Mordio auf alle Rechtsverdreher, obwohl die auch ganz nützlich sind, wenn's Probleme gibt - ehrlich, hab nen guten Bekannten, der Rechtsverdreher ist; netter Kerl.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion

 

Silbrig klar schimmerte die Luft in den Straßen von Paris. Alles war überzogen mit einem Mantel von Schnee, der in der Sonne glitzerte. Es war ein Tag vor Heiligabend und die Menschen liefen geschäftig durch die Straßen, letzte Geschenke wurden gekauft und Straßen wurden gefegt. Ebenso vor einem Dojo nahe dem Stadtzentrum.

Duncan stützte sich enttäuscht auf den Schneeschieber. "Komm schon, du hast es versprochen!"

"Ich habe aber keine Lust mehr!", maulte der in einen dicken Mantel gewickelten Mann, der bei ihm stand. "Außerdem ist es viel zu kalt."

"Ach, komm! Du hast sicher schon kältere Winter überstanden. Da werden dir minus 8 Grad doch nichts ausmachen!" Duncan suchte nach guten Argumenten, um den alten Mann doch noch dazu zu bringen, am Nachmittag zum Weihnachtsbaumschlagen in den Wald mitzukommen.

"Nein! Frag doch Richie oder Joe!" Der Alte stand mit verschränkten Armen auf dem Trottoir und schüttelte energisch den Kopf.

Duncan gab auf. Das würde eh nichts. Er wandte sich wieder dem Schnee zu und setzte seine Arbeit fort.

'NEIN! Nicht das!', ging es Methos durch den Kopf. Das konnte er nicht ertragen. Nein! Warum tat der Schotte ihm das an. Das war ja so grauenvoll. Er hasste es. Er hasste dieses Schmollen! Immer wieder, immer wieder fing der Schotte an zu schmollen, wenn etwas nicht nach seinem Kopf ging. Und JEDES Mal gab er nach, jedes Mal ließ er sich überreden, jedes verfluchte Mal bekam der Schotte seinen Willen. 'Nein, diesmal nicht!'

"OK, OK, wann geht's los?", seufzte er.

'Merde!' Warum tat er das immer wieder?

Duncan blickte auf und ein strahlendes Lächeln schien aus seinen Augen herüber. 'Deshalb!'

 

Am frühen Nachmittag stapfte Methos ins Dojo und klopfte den Schnee von seinem Mantel. Es überraschte ihn nicht, dass alle Anwesenden ihn erwartend ansahen. Ehrlich gesagt, hatte er gehofft, dass sie schon weg wären, wenn er kam.

"Dann können wir ja", sagte Joe und zog sich seine Jacke an.

"Wird Zeit. Wir stehen uns schon die Beine in den Bauch", murrte Richie.

"Hättest dich doch setzen können", entgegnete Methos und deutete mit dem Daumen auf die Bänke im Dojo.

"Ist doch jetzt egal", ging Duncan schlichtend dazwischen. "Lasst uns fahren. Bevor es dunkel wird, wäre ich gern wieder zurück." Er packte Methos am Ärmel und zog ihn wieder ins Freie. Im Auto beugte er sich noch einmal zu Methos rüber. "Ich dachte schon, du kommst nicht!"

Methos seufzte und lächelte anschließend. Seine Finger berührten sanft die Lippen des Schotten. "Wie könnte ich diesem Schmollen widerstehen!"

 

Nach einer Stunde Fahrt, stiegen die beiden aus dem Wagen. Kurz darauf folgen Richie und Joe im Zweiten. "Warum haben wir überhaupt zwei Autos genommen?", fragte der Älteste verwundert.

"Joe möchte auch einen Baum für die Bar und beide Bäume kriegen wir nicht auf den Jimmy."

"Aha, und welchen nehmen wir?" Methos ließ seinen Blick über die Schonung gleiten. Tannen, Fichten, Kiefern, so weit das Auge reichte.

"Such dir einen aus", flüsterte Duncan dicht neben ihm. Der rauhe Unterton jagte dem Ältesten eine Gänsehaut über den Rücken.

Duncan wandte sich Joe zu. "Du hast die freie Auswahl. Zwei dürfen wir schlagen."

"Dann lasst uns mal schauen."

Gemeinsam gingen sie ein Stück durch die Schonung. Zufrieden beobachtete Duncan Methos, der seinen Blick suchend über die Bäume schweifen ließ, doch keiner schien ihn wirklich zu überzeugen. Auch Joe und Richie schienen nicht gerade begeistert. Duncan blickte sich um. So schlecht sahen die Bäume gar nicht aus. Aber ... wenn er genauer hinsah; nein, irgendwie waren das nicht die Richtigen.

Immer tiefer drangen sie in die Schonung vor. Keiner der Bäume war perfekt. "Die besten haben sich die andern schon geholt", stellte Richie enttäuscht fest.

Plötzlich raschelte es im Unterholz. Die vier beobachteten erschrocken ein Reh, das durch die Büsche sprang. Im nächsten Moment heftete sich ihr Blick auf einen Baum. Joe und Methos hoben schlagartig den Arm. "Den!"

Sofort sahen sich die beiden an. "Ich hab ihn zuerst gesehen!", protestierte Methos und stemmte die Hände in die Hüfte. "Den nehm ich", konterte Joe. "Und keine Widerrede!"

"Du hast wohl vergessen, dass du nicht mit einem Kind redest!", wetterte Methos zurück.

"Manchmal schon!"

Richie stützte sich an Duncans Schulter und schüttelte lachend den Kopf. "Fragt sich, wer hier das Kind ist", stellte der ebenfalls lachend fest. Die beiden Männer schauten zu ihnen und blickten beschämt zu Boden.

"Lasst uns erst einmal den nehmen. Dann schauen wir noch einmal, ob es davon einen Zwilling gibt", schlug Duncan vor.

 

Nachdem der erste Baum aufs Auto gebunden war, holte Duncan eine Thermoskanne und vier Tassen hervor. "Jemand einen heißen Kakao?" Frostiges Nicken war die einzige Antwort. Kurz darauf dampften vier Tassen vor sich hin und hatten Mühe vier Paar Hände und vier Mägen zu wärmen.

"Von mir aus kann's weiter gehen", sagte Methos und stellte energisch seine Tasse in den Kofferraum. Sein Blick wanderte zu Joe, der den letzten Schluck aus seiner Tasse nahm. "Von mir aus auch." Sein Blick traf sich mit Methos'. Die beiden stapften los und ließen Richie und Duncan beim Jimmy zurück. Die tranken hastig ihren Kakao aus, schlossen das Auto ab und folgten.

"Was ist denn in die gefahren?", fragte Richie verwundert.

"Wenn ich das wüsste", seufzte Duncan.

Als sie Methos und Joe endlich einholten, grinsten die einander an und schüttelten sich die Hände. Die beiden zurückgebliebenen brauchten sie nur fragend anzusehen und sie deuteten auf einen Baum nicht minder schön als der erste. Duncan und Richie blieb nur noch ein zustimmendes Nicken.

"Gut, dann lass ihn uns mal verpacken", neckte Methos und klopfte Duncan auf den Rücken, der die Kettensäge schleppte.

Keine halbe Stunde später war auch der zweite Baum auf dem Gepäckträger festgezurrt und alle saßen zufrieden in den Autos, auf dem Weg nach Hause.

 

"Festhalten!" Donner, wie sollten sie das Riesenbaby durch die Tür kriegen. Methos fluchte vor sich hin. Zwei Stunden in der Eiseskälte im Wald und dann passte der Baum nicht mal durch die Tür! Schließlich gab's einen Ruck. Er stolperte, fiel und der Baum landete mitten im Raum auf ihm drauf.

"Methos?!?" Die geschockten Stimmen drangen gerade noch zu ihm durch, bevor ihm schwarz vor Augen wurde.

 

Duncan beugte sich über den immer noch leblosen Körper. Plötzlich wurde er am Kragen gepackt und weiter hinunter gezogen. "Zum Donner! Ich hatte doch gesagt 'Festhalten'. Spreche ich so undeutlich?"

Duncan schüttelte den Kopf. "Ein Ast hatte sich im Scharnier verfangen und als er abgerissen ist, rutschte der Baum einfach durch die Tür."

"Ich will für euch hoffen, dass ihr den Schuldigen aufgehoben habt." Im nächsten Moment baumelte ein grüner Zweig vor Methos' Nase. "Willst du ihn verbrennen oder reicht es dir, dass ich ihn wegwerfe?"

Methos erhob sich und rieb seine Brust, die schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Baum gemacht hatte. "Schmeiß ihn weg", grummelte er.

Der Schotte verschwand. An seiner Stelle tauchte Joe auf und reichte ihm einen Glühwein. "Vergiss nicht. Draußen auf dem Wagen ist noch ein zweiter."

"Ja, leider!"

 

Der zweite Baum stellte sich jedoch nicht ganz so stur an. und fand bereits nach wenigen Minuten seinen Platz im Loft. Zufrieden lächelnd stand Methos davor, während Duncan Bier aus dem Kühlschrank holte.

"Müssen wir den auch noch schmücken?"

Duncan reichte ihm das Bier. "Muss nicht sein. Morgen ist auch noch ein Tag", sagte er, wobei seine Lippen sich Methos' Nacken näherten.

Methos schaute ihn an. "Ich glaube, dir ist der Glühwein etwas zu Kopf gestiegen", stellte er fest.

So zurecht gewiesen, hob Duncan nur die Schultern und ließ sich auf die Couch sinken. "Ich jedenfalls hab genug für heute und werd nicht eine Kerze mehr anrühren."

Methos ließ sich im Sessel nieder und trank sein Bier. Er musste zugeben, dass ihm der Ausflug Spaß gemacht hatte, auch wenn er das ganze Gehabe um Weihnachten nicht so richtig verstand. Er war mehr als doppelt so alt wie dieses alberne Fest und der Fanatismus, der teilweise darum betrieben wurde, nervte ihn, aber dieser Baum gefiel ihm trotzdem. Und morgen würde er noch besser aussehen. Er wandte sich Duncan zu, doch der war auf der Couch eingeschlafen und atmete tief.

Methos erhob sich, deckte Duncan vorsichtig zu und machte sich an die Arbeit.

 

Duncan erwachte am frühen Morgen auf der Couch. Sein Nacken schmerzte vom falschen Liegen. Sein Blick heftete sich auf den Tisch, worauf etwas stand, das abgedeckt war. Davor stand ein Zettel. Duncan richtete sich auf, rieb sich kurz den Nacken und nahm den Zettel zur Hand.

'Bon Noël chéri. Den Rest machen wir, bevor wir zu Joe gehen.' Er hob das Tuch an und staunte. Darunter befand sich der Weihnachtsbaumstern. Sein Blick richtete sich verdutzt auf den Weihnachtsbaum. Kurz und bündig hielt er die Luft an. Der Baum war geschmückt und sah einfach fantastisch aus, nur der Stern fehlte noch. Er war über und über mit Kugeln, Engeln, Sternen, Lametta und anderem Schmuck bedeckt. 'Fantastisch!'

Duncan lächelte. Scheinbar hatte der alte Mann doch etwas für dieses Fest übrig.

 

Methos lag auf seinem Bett. Der Baum war ihm gut gelungen, fand er, auch wenn er das noch nie zuvor gemacht hatte. Hoffentlich gefiel es Duncan. Er hatte sogar daran gedacht, dass der Stern zum Schluss auf die Spitze kam. Aber ob Duncan auf ihn warten würde?

Was wollte er überhaupt? Donner, dieser Schotte brachte ihn völlig durcheinander! Und jetzt hatte er ihn sogar so weit, dass er ihn zu Joes Weihnachtsfeier begleiten würde, ohne dass er ihn auch nur hatte fragen müssen.

Und was war mit gestern Abend? Was zum Teufel hatte den Highlander veranlasst ihn zu küssen? War es wirklich der Glühwein gewesen?

Methos zog ein Schauer über den Rücken. Am Liebsten hätte er sich eingesperrt und das Apartment nicht vor Neujahr verlassen, aber dann würde der Schotte wieder schmollen und ihn zu sonst was verführen.

Er hasste dieses Fest, ja, er hasste es aus tiefstem Herzen, aber er konnte sich einfach nicht dagegen wehren.

Was wollte er?

 

'Pünktlich', dachte sich Duncan, als die Präsens den alten Mann ankündigte. Er hatte gerade Kaffee gekocht und noch einmal den Baum bewundert. Draußen schneite es, wie seit Jahren nicht mehr, weshalb er ins Bad eilte und ein Handtuch holte. Als er zurückkam, stand ein völlig verschneiter Methos vor dem Fahrstuhl und schüttelte sich. Duncan rubbelte ihm mit dem Handtuch durch das weiße Haar, das schnell wieder seine schwarze Färbung annahm.

"Kaffee?", fragte er und half Methos aus seinem Mantel. Der nickte nur und rieb die Hände aneinander. Gemeinsam standen sie in der Küche und schwiegen.

"Der Baum ist schön", sagte Duncan schließlich.

'Sag jetzt bloß nichts. Es kommt es nur Blödsinn bei raus', ging es Methos durch den Kopf. Er nickte. "Hab gehofft, dass es dir gefällt!" 'Tu es idiot, ancien homme! (Autor: Bist du blöd, alter Mann.) Wo sind deine guten Vorsätze geblieben?' Er sah Duncans schüchternes Lächeln. 'Sind gerade dahingeschmolzen!' Er holte Luft. 'Gut, dann gerade durch!' "Wann sollen wir überhaupt bei Joe sein?"

Duncan sah kurz zur Uhr. "Wir haben noch Zeit. Erst in etwa einer Stunde."

Methos sah aus dem Fenster. "Gut, dann sollten wir langsam los."

Duncan folgte seinem Blick. Dann verließ er die Küche. "Aber nicht, bevor wir das noch erledigt haben." Er hob den Stern hoch und lächelte. Das Strahlen in Methos' Augen war Belohnung genug für den langen Vormittag des Wartens.

 

"Perfekt!"

Duncan nickte. "Ja, er sieht wunderbar aus. Danke!"

"Vielleicht sollte ich das die nächsten Jahre immer machen - ich meine so lange Weihnachten noch gefeiert wird", überlegte Methos und blickte Duncan fragend an. Der legte einen Arm um seine Schulter und meinte: "Ich habe nichts dagegen einzuwenden." Er beugte sich etwas zu Methos. "So lange wir den Stern gemeinsam auf die Spitze stecken jederzeit."

'Sieh mich nicht so an Schotte! Bitte sieh mich nicht so an! Du machst mich schon wieder total wuschig!' Methos sah in die braunen leuchtenden Augen. Er musste sich abwenden, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen und lehnte sich gegen die Küchenzeile. Er sah zu Duncan. War das etwa ein Schmollen, dass da um seine Lippen spielte. 'NEIN! Tu es nicht!'

"Wir sollten langsam los, damit wir irgendwie pünktlich kommen", sagte er so gefasst wie möglich.

Duncan seufzte. "Ja, du hast recht!" Himmel, der alte Mann verstand scheinbar gar nichts! Er zog einen Pullover und seinen Mantel über und stieg in den Fahrstuhl. "Kommst du?" Endlich kam Methos in Bewegung, zog seinen Schal fest und warf den Mantel über. "Nun mach nicht so einen Stress, so eilig ist es ja nun auch wieder nicht!"

 

In den Straßen stürmte es mächtig. Dicke weiße Flocken stürzten zu Boden und sammelten sich in mannshohen Wehen. Duncan und Methos kämpften gegen Wind und Schnee, mit dem Auto wäre ein Durchkommen unmöglich gewesen, und erreichten schließlich Joes Bar. Die Präsens verriet, dass Richie sich schon freudig über den Glühwein und das Gebäck her machte, während sie noch die Kälte von sich schüttelten. Noch bevor sie die Bar richtig betreten hatten, kam dieser auch schon mit zwei Gläsern Glühwein auf sie zu. "Herein, herein und lasst die Kälte draußen", rief er fröhlich. Dankbar nahmen Duncan und Methos die Gläser entgegen. Sie waren bis auf die Knochen durchgefroren.

Die Bar war nicht sehr voll. Nur ein paar Stammgäste hatten sich durch den Schnee hierher gekämpft, tranken und lachten miteinander. Zum Abend wurde ein kleines Buffet eröffnet. Glühwein, Bier, Scotch und andere Getränke flossen reichlich und zur frühen Nacht wurden lauthals Lieder gesungen.

Duncan blickte immer wieder zu Methos, der sich angeheitert mit einigen Gästen unterhielt. Als dieser einmal kurz zu ihm herüber schaute, prostete er ihm lächelnd zu. Methos lächelte und prostete zurück, jedoch schien er gleich wieder in das Gespräch vertieft zu sein.

 

Methos unterdrückte ein Gähnen. Heiliger Schwan, wie konnte man sich über so belanglose Themen unterhalten. 'Setz dich doch zu Duncan! ... Nein!' Er würde nur auf dumme Gedanken kommen und das war hier gerade unangebracht.

Plötzlich berührte eine Hand ihn an der Schulter, die er nur zu gut kannte. 'Cool bleiben!' Er blickte auf.

"Entschuldigt, wenn ich euch störe, aber dürfte ich kurz mit dir reden?"

Methos unterdrückte den Drang aufzuspringen und mitzugehen. Statt dessen entschuldigte er sich höflich und stand gemächlich auf. Er merkte, dass er langsam aufhören sollte zu trinken. Dann folgte er Duncan zum Tresen, der sich bereits auf einem Barhocker niedergelassen hatte. "Worum geht's?"

Duncan lächelte. "Ich dachte, du würdest dich bei dem banalen Gesprächsstoff langweilen und ich sollte dich von dort wegholen, bevor du mit offenen Augen einschläfst."

Methos lachte leise. Der Schotte schien ihn diesbezüglich schon richtig gut zu kennen. "Zugegeben, es war wirklich langweilig, aber welcher Gesprächsstoff fällt dir ein, um die Langeweile zu vertreiben?"

"Ich hoffte, das würde sich ergeben", entgegnete der Schotte, sich Methos' Blicken wohl bewusst, die er gerne beantwortete. "Hast du einen Vorschlag?"

"Schon, aber das würde jetzt nicht hierher passen." 'Vorsicht! In einer so kleinen Runde merken die Leute sofort, dass ihr flirtet!'

"Gut, noch einen Glühwein oder ein Bier?" Duncan fasste nach Methos' Glas und strich dabei seine Hand.

"Gern!"

Duncan verschwand kurz und kehrte mit frischen Getränken zurück. Nun war es an Methos nach der Hand des Highlanders zu greifen und sie kurz zu streicheln. 'Flirten? Hallo! Das ist kein Flirten mehr!' "Danke!"

"Immer wieder gerne, aber ich glaube, wir sollten nicht mehr allzu viel trinken."

Methos nickte zustimmend. "Ich glaube auch. Das Bier war das einzige, was mich wach gehalten hat. Und ich glaube, es wirkt langsam."

"Geht mir auch so." Er hob das Glas. "Das letzte?"

"Auf ex!"

Die beiden stießen an, setzten die Gläser an die Lippen und tranken aus. Dann stellten sie die Gläser auf den Tresen und sahen sich an.

"Und nun", brach Methos ihr Schweigen.

"Ich würde gern gehen!"

"Ich auch."

Wieder Schweigen.

"Hey, ihr zwei! Setzt euch zu uns!", rief Richie und zog Duncan vom Barhocker. Er war eindeutig angetrunken. "Oder habt ihr etwas wichtiges zu besprechen, das keiner hören darf?"

Duncans und Methos' Blicke trafen sich.

"Nein, alles klar!"

"Gut, dann kommt und trinkt noch etwas!" Richie zog auch Methos vom Hocker und zerrte sie hinter sich her zur Tischrunde zurück. Sie ließen sich auf zwei freie Stühle nieder, während Richie noch etwas Glühwein brachte. Lauthals wurde unterdessen das nächste Lied angestimmt und alle sangen mit. Duncan hielt das Glas in Händen und ließ sich mitreißen. Er musste dringend auf andere Gedanken kommen. Methos stellte sein Glas auf einen nahen Tisch, hakte sich bei seinem Nachbarn ein und schunkelte mit der Runde.

Um Mitternacht wurde die letzte Runde eröffnet - auf Kosten des Hauses. Anschließend wurden die Gäste mit besten Weihnachtsgrüßen entlassen. Der Sturm in den Straßen hatte nachgelassen. Nur noch sanft glitten die Flocken zu Boden und alle konnten ohne Probleme ihren Heimweg antreten.

Duncan und Methos halfen Joe beim Aufräumen. Richie schlief mit dem Kopf auf einem Tisch. Nachdem alles seinen Platz wiedergefunden hatte, wurde er unsanft geweckt und alle verabschiedeten sich.

"Um elf Uhr kommt ihr zum Brunch", bestimmte Duncan und verließ mit Methos die Bar.

Richie schaute den beiden nach und dann zu Joe. "Hab ich was verpasst?" Der schüttelte den Kopf. "Nicht wirklich", entgegnete er und blickte ebenfalls kurz hinterher. "Geh nach Hause und schlaf. Und vergiss nicht. Elf Uhr Brunch bei Duncan!"

 

Methos und Duncan kämpften sich durch den mehr als knöcheltiefen Neuschnee. Langsam rieselten die Flocken vom Himmel und bedeckten ihre Schultern und Haare. Schweigen lag über der Stadt in der heiligen Nacht.

Plötzlich blieb Duncan stehen. Methos sah ihn verwundert an. "Was ...?"

'Jetzt oder nie!' "Danke, dass du mitgekommen bist."

"Ist doch logisch", lächelte Methos und näherte sich ihm. 'Du hast zu viel getrunken!' "Ich kann dich doch nicht allein raus lassen bei dem Wetter. Wer versichert mir dann, dass du sicher nach Hause kommst?"

Duncan verzog die Mundwinkel. "Ich kann ganz gut auf mich selbst aufpassen", sagte er leise.

"Und was würdest du tun, wenn du hinfällst und dir etwas brichst? Etwa so?" Methos stellte sein Bein hinter Duncan und stieß ihn von vorne etwas an. Wie geplant, schien der Alkohol noch genügend zu wirken und Duncan fiel über seinen Fuß. Er fing ihn auf. "Was hättest du getan, wenn keiner da gewesen wäre, um dich zu fangen? Du hättest dir eine dicke Erkältung eingefangen können!" 'Was tust du da? Hör auf zu labern und handle!'

Duncan starrte ihn an. Was zur Hölle sollte das?

"Siehst du? Aber zum Glück bin ich ja da und kann dich auffangen." Methos half ihm wieder auf die Beine. 'Handle, bevor er dich stehen lässt!'

Duncan stopfte beleidigt die Hände in die Taschen. "Du hast zu viel getrunken!" Er drehte Methos den Rücken zu und ging weiter. Der hielt ihn zurück. "Ja, ich weiß." Er zog Duncan zurück an die Stelle, an der er vorher gestanden hatte. "Denn wenn ich nüchtern wäre, würde ich das nicht tun." Er fiel Duncan um den Hals und küsste ihn, tat das, was er sich schon lange sehnlichst gewünscht hatte.

Duncan stand einen Moment wie versteinert. Die warmen Lippen, die seine berührten, schmeckten nach Glühwein und Bier und ließen ihm das Blut ins Gesicht steigen. Als er sich endlich besann, ließ Methos auch schon wieder von ihm ab und blickte hinab in den Schnee. "Tut mir leid. Wie gesagt, ich habe zu viel getrunken." Er schwieg einen Moment. 'War wohl doch nur ein Flirt.' "Ich geh dann besser nach Hause. Bis Morgen!"

Duncan war verwirrt. 'Was jetzt? Erst küssen und dann abhauen?' Entsetzt sah er, wie Methos sich umwandte und wegging. Doch bevor er zehn Meter gegangen war, war Duncan bei ihm, nahm seine Hand und führte ihn in die andere Richtung. "Du scheinst wirklich zuviel getrunken zu haben. Hier geht's lang!" Am Dojo ließ er die Hand los und schloss die Tür auf. Als Methos zögerte, packte Duncan ihn am Arm, zog ihn hinter sich hinein, schloss die Tür und drückte ihn gegen die Wand. Ohne, dass Methos sich wehren konnte, presste Duncan seine Lippen auf die seinen.

Methos holte tief Luft. Er war sich sicher, dass in wenigen Augenblicken die Welt untergehen würde. Und dieser Kuss hatte es ausgelöst. Er lehnte an der Wand und wartete auf den großen Knall. Als dann doch keiner kam, blickte er sich um. Wo zum Teufel war er? Wo war der, der ihn geküsst hatte? Er entdeckte ihn auf dem Weg zum Aufzug. Wie von einer Wespe gestochen, lief er hinterher und erreichte ihn direkt am Fahrstuhl. Er schloss ihn stürmisch in seine Arme.

 

Methos und Duncan torkelten Arm in Arm aus dem Fahrstuhl und konnten den Sturz nicht mehr verhindern. Benommen lagen sie auf dem Boden. Methos raffte sich auf und schaute zu Duncan, der die Arme ausgebreitet auf dem Boden lag. Der Anblick, den er bot, war atemberaubend. Das lange schwarze Haar fiel leicht über die muskulöse Schultern. Das markante Gesicht war gerötet, die braunen Augen leuchteten und die sinnlichen Lippen waren vom Küssen leicht geschwollen.

Methos strich mit dem Finger sanft über die Konturen des Gesichts. "Wir sind betrunken", stellte er trocken fest. Duncan nickte. "Wir sollten zu Bett gehen!"

 

Ein nerviges Klingeln weckte Duncan aus einem tiefen traumlosen Schlaf. Er versuchte sich aufzurichten und den Wecker abzustellen, aber irgend etwas hinderte ihn daran. Dieses Etwas erhob sich genervt und beendete das störende Geräusch. Anschließend kuschelte es sich wieder an ihn.

Duncan beobachtete Methos einen Moment. Er versuchte sich daran zu erinnern, was in der Nacht geschehen war. Nach und nach kam die Erinnerung zurück. 'Das letzte?' 'Auf ex!', der Weg nach Hause, Methos hatte ihn geküsst 'Denn wenn ich nüchtern wäre, würde ich das nicht tun.' und er hatte ihn mit sich nehmen müssen, damit er nicht abhaut und dann im Dojo hatte er ihn geküsst. Und dann waren sie zu Bett gegangen, vor dem einschlafen noch schnell den Wecker gestellt, weil die anderen zum Brunch kommen und eingeschlafen.

Brunch? Duncan schoss aus dem Bett. Methos, der sich an ihn gekuschelt hatte, murrte ärgerlich. Duncan schaute auf den Wecker. 10.23! Mist! Nun aber pronto. Er huschte ins Bad, duschte und schlüpfte in saubere Klamotten. Während er sich einen Pullover über den Kopf zog, beugte er sich über das Bett. "Hey, aufstehen!" Vorsichtig strich er Methos durchs Haar. Der gab ein Brummen von sich und Duncan entschied, ihn noch ein paar Minuten schlafen zu lassen und den Brunch vorzubereiten.

 

Methos war umhüllt von trotziger Schläfrigkeit. Trotzdem spürte er die warme Hand, die über seinen Rücken strich ... und eine unangenehme Kälte hinterließ. Er schreckte hoch und griff nach der Decke, aber die lag auf dem Boden und etwas anderes war nicht greifbar. Der Älteste murrte und schaute Duncan an, der auf der Bettkante saß. "Wie oft muss ich dich denn noch wecken? Joe und Richie müssten jeden Augenblick kommen und die werden sich sicher etwas wundern, wenn du in Unterhosen am Tisch sitzt." Methos ließ sich wieder aufs Kissen fallen. "Gib mir die Decke und lass mich schlafen!", motzte er. Duncan schüttelte den Kopf und beugte sich zu ihm runter. "Nein", antwortete er und hauchte Methos einen Kuss auf die Schulter.

'Ich schlafe noch', dachte sich Methos und setzte sich auf. Verschlafen rieb er seinen Nacken und sah Duncan noch einmal an, der scheinbar keine Gnade kannte, bevor er das Bett verließ und ins Bad verschwand. 'Eines Tages lauf ich wie ein kleines Hündchen hinter ihm her! Donner, der macht mich fertig!'

Duncan lächelte zufrieden und bereitete den Tee und den Kaffee vor. Als Methos zurückkam, tropfte das Wasser aus seinem Haar und er schaute mürrisch herüber. "Krieg ich wenigstens nen Kaffee?"

Der Angesprochene hob demonstrativ eine Tasse. "Schon fertig!"

Plötzlich kündigte eine Präsens Richie an. Kurz darauf stand er in der Küche und gesellte sich ebenfalls mit einer Tasse Kaffee bewaffnet zu Methos.

"Gemeinsam sehen sie aus wie ein großer Haufen Trübsal", stellte Joe trocken fest, der kurz nach Richie eintraf. Duncan erwiderte nichts und holte die Croissants aus dem Ofen. Dann bat er zu Tisch.

Schweigend begann der Brunch. Als endlich alle wach waren, bewunderten sie Methos' Werk. "Ich hätte nicht gedacht, dass er so was auf dem Kasten hat." Richie griff nach einem Croissant und Konfitüre.

Methos zuckte mit den Schultern und goss sich einen Kaffee ein. "Ein paar Kleinigkeiten lernt man", entgegnete er und blickte aus den Augenwinkeln zu Duncan. Der kaute auf seinem Croissant und stützte seine Ellenbogen auf. "Schon, aber ein wenig Instinkt gehört auch schon dazu." Er schaute zurück. "Wie schaut's aus, mag noch jemand ein Stück Baguette?"

"Ja, ich", meldete sich Joe und griff zu. "Ich würde sagen, so einen Baum zu schmücken, bedarf schon einem Auge für schöne Dinge." Kurzes Schweigen entstand. Hat das wirklich Joe gesagt? "Auch wenn man ihm das nicht zutraut."

"Danke", nuschelte Methos über den Rand seiner Tasse hinweg.

 

Methos sah aus dem Fenster. "Es schneit schon wieder!" Er setzte seine Tasse an die Lippen und trank den noch leicht dampfenden Kaffee. "Hoffentlich kommen Joe und Richie gut nach Hause."

Duncan horchte auf. Die Besorgnis in Methos' Stimme klang wirklich echt. "Ich denke schon. Wenn sie nicht getrödelt haben, müssten sie jedenfalls schon angekommen sein." Er räumte das Geschirr vom Tisch und schaute aus dem Fenster.

Methos hörte noch den Schmerzenslaut, als es im nächsten Moment schon schepperte. Er drehte sich zu Duncan, der bereits die Hand unter einen Wasserstrahl hielt. "Alles in Ordnung?" Er stand auf und ging in die Küche.

"Hab mich bloß geschnitten", presste Duncan hervor. Methos griff nach seiner Hand und begutachtete die Wunde zwischen Zeigefinger und Daumen.

"Ausgerechnet da", sagte er und legte seine Lippen über die blutende Stelle. Er schmeckte das warme Blut, bis einige Zeit später die Wunde verheilte . Er sah auf und spürte, wie sein Herz raste. Duncan blickte ihn mit angehaltener Luft an. Sie verharrten einige Sekunden und schauten sich in die Augen. Methos hielt noch immer Duncans Hand, die jetzt einen leichten Druck auf die seine ausübte.

 

Duncan spürte ein seltsames Verlangen in sich aufsteigen. 'Methos' Mehr konnte er nicht denken. Alles in ihm war auf diesen Mann gerichtet, verlangte nach ihm. Die Erinnerungen an die letzten Tage kehrten wieder und ließen das Adrenalin in seinen Adern ansteigen. Die zarten Berührungen, die Küsse, das Flirten, alles schien auf einmal in einen Moment gebannt, in einen Blick. In seinen Gedanken formte sich ein Bild, ein Bild, auf dem er Methos fest in seinen Armen hielt und ihn küsste.

Methos glaubte seinen Herzschlag hören zu können, glaubte es würde zerspringen, wenn es nicht bald erlöst würde. Duncans Blick hielt ihn gefangen und er wollte nicht daraus entkommen. Vorsichtig näherte er sich Duncan ein kleines Stück. Dessen Hand umfasste seine ein wenig fester, die andere wanderte zu seinem Gesicht. Zögerlich gab er sich der zarten Berührung von Duncans Lippen hin.

 

"Duncan, ich weiß nicht, ob wir das wirklich tun sollten." Er ließ Duncans Hand los und senkte den Blick. Nach kurzem Schweigen schaute er wieder auf. Duncan lehnte an der Küchenzeile und massierte mit den Fingern seine Stirn, als hätte er Kopfschmerzen.

"Ja, du hast recht, aber ..." Er seufzte und schaute Methos an.

Der legte ihm einen Finger auf den Mund. "Kein aber. Wir haben in den letzten Tagen einfach zu viel getrunken." 'Ausrede!' Er zögerte einen Moment. "Ich werd nach Hause gehen. In ein paar Tagen melde ich mich."

Duncan sah ihn traurig an und ließ seine Hand noch einmal über Methos' Gesicht streifen. "Versprochen?"

Der nickte "Versprochen!" und gab Duncan noch einen sanften Kuss.

'Bleib nicht zu lang fort', ging es Duncan durch den Kopf, als er widerwillig beobachtete, wie Methos den Loft verließ.

 
Ende

 
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