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Serie
Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht Die schönste Zeit des Jahres Winter-Schluss-Verkauf Unter Wolpertingern Eine haarige Angelegenheit Winter-Schluss-Verkauf© by Lady Charena ()
Die liebevoll-kitschige Winterdekoration in der Eingangshalle wirkte angesichts der außerhalb des Einkaufszentrums vorherrschenden Witterungsverhältnisse etwas albern. Während es nämlich draußen kühl und regnerisch und der wenige, noch verbliebene Schnee längst grau war, lachte hier ein strahlend weißer, künstlicher Schneemann sein breites Schneemanngrinsen und freute sich seines (vermutlich nur noch kurzen) Lebens. Jemand hatte ihm die Nase abgerissen, denn sie lag ihm jetzt "zu Füßen", anstatt sein rundes, freundliches Schneemanngesicht zu zieren. Auf dem - bestimmt mit sehr viel Liebe, aber wenig Talent - gemalten Hintergrund befanden sich schweigende Tannen in dunkellila und gelb; sanftgewellte, orangefarbene Hügel und ein putziger kleiner See, dessen pinkfarbener Inhalt direkt Lust auf einen Badeurlaub machte. Wenn man genau hinsah - was aber zum Schutze des Augenlichtes nicht unbedingt empfehlenswert war - konnte man sogar kleine Tiere entdecken, die sich schüchtern hinter den Bäumen und zwischen den Hügeln versteckten. Es handelte sich hierbei um so seltene, historische Tiere wie Rasselbock oder Wolpertinger. Die ganze Landschaft wurde natürlich von einer weißen Schneeschicht verzuckert. Künstliche Schneebälle, zu einer Art "Zaun" um dieses Idyll aufgeschichtet, hinderten neugierige Kinder - oder auch Erwachsene - nicht daran, sich das Kunstwerk aus der Nähe zu betrachten. Dabei war wohl auch des Schneemanns Nase verlustig gegangen. So kurz nach Weihnachten und Silvester war der große Rummel vorbei und das Einkaufszentrum erfreulich wenig besucht. (Dies war natürlich weniger erfreulich für die Besitzer.) Allerdings sehr zu T'Lens Erleichterung. Es war schon schwierig genug, auf Charena aufzupassen, ohne sich dabei durch Menschenmengen zu kämpfen. Sie wandte sich zu ihrer kleinen Schwester um, doch die Achtjährige war weg. Die Worte, die über T'Lens Lippen kamen, waren weder sehr damenhaft, noch sehr vulkanisch... Sie machte sich auf die Suche. Gerade war Charena doch noch hinter ihr gewesen, sie konnte also nicht weit sein.
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Gar nicht weit von ihr entfernt, kämpfte jemand mit ähnlichen Problemen. Spock befand sich auf der Suche nach seinem ebenfalls abgängigen Bondmate. Jim hatte sich nämlich eigentlich aufgemacht, um zwei der drei silbernen Tortenheber umzutauschen, die sich unter seinen Weihnachtsgeschenken befunden hatten - und war seitdem nicht mehr aufgetaucht. Jims Leidenschaft für süße Backwaren war nun einmal hinreichend unter Freunden und Verwandten bekannt. Der Hit war jedoch eine historische Compact Disc mit dem Titel: 'Ich bin doch kein Eisbär - komm her und halt mich warm' gewesen. Es war wirklich zu bedauerlich, dass es in diesem Jahrhundert keine Geräte mehr gab, um sie abzuspielen.. Gerade eben war Jim noch neben ihm gestanden und hatte sich über die vermutlichen Hintergründe von Winonas Geschenk - einen Jahres-Gutschein für Saunabesuche - ausgelassen. Dabei hatte Jims Mutter genügend (und wesentlich weniger subtile) verbale Anspielungen auf den 'Umfang' ihres Sohnes gemacht, die diesem jedoch völlig entgangen waren. Spock sah sich um, weit konnte sein Bondmate doch noch nicht sein. Jim hatte ihm die Kreditkarte abgeschwatzt... Er seufzte.
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Charenas erste Frage nach dem Betreten des Einkaufszentrums war gewesen, ob sie wieder ein Stück Apfelmustorte bekommen würde. Mit Zimtsahne... Die Weihnachtszeit war ohnehin eine sehr gefährliche Zeit für Zimt-Allergiker. Überall lauerten Leckereien, die dieses Gewürz in mehr oder weniger kleinen Dosen enthielten - und nicht immer war es auf Anhieb zu erkennen. Zimtsterne waren einfach. Aber wer hätte denn zum Beispiel gedacht, dass Cola Zimt enthielt? Ein Glas des süßen Erfrischungsgetränks hatte T Len mit einem grünlichen Ausschlag übersät. Und Charena hatte sich grinsend erkundigt, wann sie anfangen würde, kariert zu werden - Pünktchen wären bereits wieder out. Also hielt es T'Len für durchaus denkbar, dass sich ihr liebes Schwesterchen zu der kleinen Konditorei verzogen hatte, in der sie bei ihrem letzten großen Einkaufsbummel gerastet hatten, anstatt sich nach etwas Vernünftigem wie einer neuen Winterjacke umzusehen. Aus der alten war sie nämlich schon wieder rausgewachsen. Charena hatte allerdings erklärt, das wäre langweilig und einen Schmollmund gezogen, als ihre Schwester darauf bestand, zuerst alle notwendigen Einkäufe zu erledigen. Es war Winter-Schluss-Verkauf, die Chancen auf ein Schnäppchen standen also nicht schlecht.
T'Len machte sich auf den Weg zu der kleinen Konditorei. Und Charena konnte sich auf einen Anpfiff gefasst machen, sollte sie nicht eine sehr gute Erklärung vorweisen können...
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Jim hatte gleich zu Beginn ihres Einkaufs darauf gedrängt, im Be-At-Euhse-Shop vorbei zu sehen. Angeblich würden dort alle Waren um 50% reduziert sein, aufgrund des Winter-Schluss-Verkaufs. Er hatte einen Schmollmund gezogen, als Spock darauf hinwies, dass sie nur - und wirklich nur - ins Einkaufszentrum gegangen waren, um die Tortenheber umzutauschen und sich eventuell nach den Preisen für einen offenen Kamin zu erkundigen. Im Urlaub war Jim nämlich definitiv auf den Geschmack gekommen und er wollte jetzt eine zusätzliche Feuerstelle für ihr Schlafzimmer. Zumindest hatte Spock ihn zu dem Kompromiss bewegen können, dass sie sich eine künstliche Feuerstelle ansehen würden - den Gedanken an Qualm und Ruß im Schlafzimmer fand er alles andere als romantisch oder erheiternd. Doch wie Spock sein Bondmate kannte, war Jim durchaus in der Lage, sich gerade mit ihrer Kreditkarte im Be-At-Euhse-Shop zu vergnügen. Oder in der kleinen Konditorei, ganz in der Nähe des Sexshops, von der Pavel Chekov so geschwärmt hatte. Er machte sich auf den Weg dorthin. Und Jim sollte wirklich besser eine sehr gute Erklärung vorzuweisen haben, sollte er ihn tatsächlich dort finden...
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T'Len trat in die kleine Konditorei. Es roch nach Zimt... sie rümpfte die Nase und hätte am liebsten wieder kehrtgemacht. Doch sie hielt tapfer aus und sah sich gründlich um. Nur wenige der kleinen Tischchen waren besetzt. An einem von ihnen entdeckte sie gar hohen Besuch - Admiral Kirk unterhielt sich mit einem kleinen Mädchen, das auf dem langbeinigen Hocker sitzend, mit den Beinen kaum den Boden berührte. Charena!?! Die beiden tuschelten miteinander und brachen dann in Lachen aus. Verschiedene andere Gäste sahen erstaunt zu dem ungewöhnlichen Pärchen hinüber.
Sie stand noch immer im Eingangsbereich, als jemand eintrat und sie dabei versehentlich am Arm streifte. "Verzeihung", sagte der Mann - es war Spock, der sich wohl auf der Suche nach Admiral Kirk befand, denn er steuerte geradewegs auf die beiden zu. T'Len folgte ihm einfach. "Ohoh - da kommt meine große Schwester", meinte Charena. "Ich bin ihr ausgebüxt. Sie wollte nämlich so einen doofen Wintermantel kaufen. Das ist sooooo was von langweilig." Jim blickte in Richtung Eingang. "Oh oh", machte auch er. "Da kommt mein Mann." Er grinste Charena verschwörerisch an. "Ich bin nämlich auch ausgebüxt. Mir war auch langweilig." Die beiden erreichten den Tisch der beiden Ausreißer. "Charena!" "Jim!" Charena zog den Kopf ein. Was leider nicht viel nützte, sie war nun mal keine Schildkröte. "Junge Dame, was hast du zu deiner Verteidigung vorzubringen?", fragte T'Len streng. Die Achtjährige warf einen hilfesuchenden Blick auf den Admiral, dann auf den Tisch - und auf den Becher mit heißer Schokolade, den ihr Jim spendiert hatte, nachdem er sie vor der Konditorei gesehen hatte, wo sie sich die Nase an dem Schaufenster mit all den verführerischen Torten plattdrückte. "Ich hatte Durst", erklärte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag. "Darüber sprechen wir noch. Zu Hause." T'Len wandte sich an Jim. "Admiral Kirk, bitte entschuldigen Sie, falls sie Sie belästigt hat." "Aber nicht doch. Wir haben uns sehr gut unterhalten." Jim winkte Charena zu, die brav von ihrem Hocker rutschte und mit einem "Tschüss, Admiral" ihrer Schwester folgte, die sich bereits verabschiedet hatte.
"Und welche Erklärung hast du?", brachte sich Spock in Erinnerung. "Ich habe dich gesucht. Außerdem dachte ich, einer deiner guten Vorsätze zum neuen Jahr war, weniger zu naschen." Spock blickte gezielt auf den Teller, der bis auf ein paar Krümel leergeputzt war. "Statt dessen finde ich dich in Damenbegleitung bei Torte und heißer Schokolade." "Ich hatte Glühwein", rutschte Jim heraus. "Ähem, ich hatte eben auch Durst..." Er sah auf den leeren Becher, so entging ihm das amüsierte Funkeln in Spocks Augen. "Und die Torte hat die Kleine fast alleine verputzt."
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