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Fettnapf
Fettnapf
Die Wiedergutmachung

 

Fettnapf

© by Puck ()

 

Disclaimer: In tiefer Trauer verkünde ich hiermit, dass meine liebsten Charaktere Methos und Duncan, sowie ihre Freunde nicht mir, sondern den ehrenwerten Herren Panzer/Davis und Rysher gehören. Fast noch größere Trauer bereitet mir mein Konto, dass auch mit dieser Geschichte nicht an Umfang gewinnt - muss man denn zum Geld verdienen unbedingt arbeiten gehen?
Die Backstreet Boys und ihre Songs sind mal kurz entführt wurden, werden aber ohne Lösegeldforderung zurückgeschickt - wir wollen schließlich nicht Millionen von Fans ins Unglück stürzen. Wenn sich Probleme ergeben sollten, ich tausch die Jungs auch notfalls gegen ne andere völlig unwichtige, unbekannte, dahergelaufene, schleimige, langweilige, miese Gruppe von Anfängern und Spacken aus.
Außerdem behaupte ich nicht, dass Joe eine Bluesbar besitzt - das wird heute mal ganz außer Acht gelassen. Ich konzentriere mich nur auf wichtige Dinge.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion

 

Joe Dawson polierte in geübter Manier die Gläser, schenkte aus und unterhielt sich mit den Gästen. Der Nachmittag verstrich und der Abend brach herein. Die Stimmung in seiner Bar war schon lange nicht mehr so gut. Alle freuten sich auf den Auftritt einer Boygroup aus den USA, die plante berühmt zu werden. Doch erst einmal brauchten sie Geld und als Joe ihr Demo gehört hatte, hatte er sie für zwei Tage engagiert. Dies war nun der zweite Abend, an dem sie auftraten und Joe konnte sich denken, dass diese fünf Jungs bald ganz groß rauskommen würden. Die Berichte über ihre gestrige Show hatten sich wie ein Lauffeuer verbreitet und unzählige Gäste angelockt. So viele, dass er Richie und eine Bekannte anrufen musste, um ihm bei der Arbeit zu helfen. Beide rannten derzeit quer durch die Bar und bedienten die Gäste. Alle waren gespannt.

Nur auf einer Stelle am Tresen saß ein Häufchen schottischen Unglücks und starrte in ein halbleeres Whiskyglas. Es strahlte so eine negative Aura aus, dass die Plätze um es herum nicht besetzt waren - als die einzigen im ganzen Etablissement.

Richie und Joe warfen Duncan ab und zu einen besorgten Blick zu, waren dann aber sofort wieder von der Arbeit eingenommen. Sie hatten keine Zeit sich jetzt auch noch um ein stures, dickköpfiges, schottisches Problem zu kümmern. Aber was heißt hier stur, dickköpfig und schottisch? Diesmal war es nicht Duncans Schuld gewesen. Ganz im Gegenteil, er war das Opfer. Das Opfer eines ebenso dickköpfigen Unsterblichen, wie er selber einer war.

"Dieser verdammte Mistkerl!", lallte Duncan. "Haut einfach so ab!" Mit einem Zug leerte er den restlichen Inhalt des Glases. Joe blickte ihn unruhig an. "Mac, du solltest nach Hause gehen. Vielleicht ist er ja schon zurückgekommen."

"Nein, ist er nicht", stellte Duncan fest und schüttelte den Kopf. Einige Strähnen seines Haares hatten sich aus seinem Zopf gelöst und hingen wirr herab. "Der kommt so schnell nicht wieder!" Ein kurze Pause entstand. "Ich bleib hier", stellte er entschlossen fest. "- will die Jungs noch mal hören!"

Er griff das Glas, reichte es Joe hinüber. Der schaute ihn fragend an. "Gib mich mal nen Schluck Öl! Olivenöl oder so, egal!"

Joe riss die Augen auf. Olivenöl? Was hatte der Schotte jetzt vor? Wollte er sich umbringen? In seiner Bar?

"Keine Panik, ich werd das schon überleben", entgegnete Duncan. "Nur so viel." Mit dem Finger deutete er die Menge am Glas an. "Für einen Schluck - das reicht völlig!"

Skeptisch verschwand Joe mit dem Glas in der Küche und tauchte kurz darauf wieder auf, die gelblich-grüne Flüssigkeit im Glas. Bedächtig einen letzten Blick darauf werfend, reichte er das Glas seinem Freund.

"Danke. Bin sofort wieder da." Langsam erhob er sich vom Barhocker und trollte sich zum Hinterausgang, bedächtig ein Hand auf das Glas gelegt, damit kein Tropfen der kostbaren Flüssigkeit auslief.

Joe starrte auf die Tür. Richie kam zum Tresen, stellte ein Tablett mit leeren Gläsern ab und schaute Joe an. "Was hat er denn vor?"

Joe zuckte mit der Schulter. "Keine Ahnung. Wollte einen Schluck Olivenöl und ist aus der Tür verschwunden."

"Ob ich hinterher sollte?"

"Nein, er ist alt genug, um auf sich selbst aufzupassen, selbst in diesem Zustand." Joe räumte das Tablett ab und stellte die nächsten Bestellungen drauf. Die restlichen Barhocker füllten sich und der Auftritt der Band rückte näher.

 

Als Duncan im Hof war, holte er tief Luft. Das hatte er noch nie getan, auch noch nie nötig gehabt, aber er konnte sich schlecht in der Bar wie ein Saufkopf benehmen und Joe die Gäste vergraulen, gerade heute, wo es so voll war. Er hob das Glas in Augenhöhe. Ihm graulte bei dem Gedanken. Die gelblich-grüne Brühe war gerade genug, um daran zu ersticken, wenn er sie nicht runter bekam. Aber es sollte helfen, hat er jedenfalls vor einiger Zeit gehört.

Und wie die Brühe roch im Gegensatz zum Whisky. Angewidert holte er tief Luft, setzt das Glas an die Lippen, legte den Kopf in den Nacken und goss sich den Inhalt in den Rachen. Fast unendlich langsam lief das Öl die Speiseröhre hinab zum Magen. Duncan holte noch einmal tief Luft und wartete auf die Reaktion. Die ließ nicht lange auf sich warten.

Der Magen rebellierte gegen den unwillkommenen Besuch. Alles was heilig war, aber das war zuviel, das wurde nicht geduldet. Prompt entschied sich der Magen den Störenfried rauszuschmeißen. Der hatte sich jedoch bereits mit dem Whisky angefreundet und wollte nicht alleine gehen.

Duncan stützte sich an der Wand ab und übergab sich. Er fühlte sich, als wenn sein ganzer Magen versuchte mit hervorzukommen. Nachdem die Brechreize geendet hatte, richtete sich Duncan auf und lehnte sich ein Stück weiter gegen die Wand. Grauenvolle Erfahrung. Fast schon eine Demütigung für einen standfesten Trinker wie ihn. Er hatte heute das erste Mal vergessen aufzuhören und bereute es zutiefst. Und alles nur wegen diesem ... (Autor: Nein, ich kann ihn einfach nicht beleidigen!)

In der Bar begann Musik und lauter Applaus. Er blickte auf die Tür. Die anderen konnten sicher etwas Hilfe gebrauchen. Mit ein paar kurzen Griffen, band er sein Haar zurecht. Mit schnellen Schritten kehrte er zur Hintertür zurück, zögerte einen Moment, suchte in seiner Tasche nach dem Kaugummi, den Richie ihm vor drei Tagen angeboten hatte und betrat dann wieder die Bar.

 

"Alles in Ordnung, Mac?", fragte Joe.

"Nicht wirklich, aber ich habe gehört, dass ihr etwas Hilfe gebrauchen könntet."

"Ein wenig vielleicht, aber ich beschäftige hauptsächlich nüchterne Personen", antwortete Joe skeptisch.

"Ich hab mich unter Kontrolle, du brauchst dir keine Sorgen machen."

"Na, dann los. Tisch vier muss abgeräumt werden", sagte Richie und drückte ihm ein Tablett in die Hand. Duncan lächelte dankbar und schlängelte sich zwischen den Gästen durch. Joe blickte ihm unsicher hinterher.

"Lass ihm einen Moment Zeit. Er brauch' etwas Ablenkung. In einer halben Stunde ist er wieder ganz der alte."

Einige Zeit verstrich. Die Jungs auf der Bühne legten sich mächtig ins Zeug. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass ein Teil der weiblichen Zuschauern lieber dem gutaussehenden Kellner hinterherschauten, der vor kurzem in der Bar aufgetaucht war. Sie versuchten zu flirten und vergaßen, dass fünf junge und talentierte Burschen versuchten, ihre Aufmerksamkeit zu erringen.

"Na, was habe ich gesagt? Er macht sich doch prima als Kellner", stellte Richie lachend fest.

"Ich muss zugeben, seit er bedient, haben sich die Bestellungen verdoppelt."

"Is' nich wahr?" Richie starrte ihn an. "Verdoppelt? Ich hab gedacht, es liegt an mir, dass meine Füße sich langsam wund anfühlen." Sein Blick glitt über die Gäste. Die Blicke der Frauen, die fast allesamt auf den Schotten gerichtet waren, sprachen Bände. "Warum kriegt er bloß immer die Frauen ab?", stöhnte Richie, wandte sich dem frisch beladenen Tablett zu und verschwand in der Menge. "Bei dem Hintern eigentlich kein Wunder", hörte Joe ihn murmeln, putzte wieder die Gläser und bereitete die nächste Bestellung vor.

Als nächstes kämpfte sich Duncan an den Tresen. "Die Jungs sind richtig gut, oder?" Joe nickte. "Wie geht es dir?" Duncans Lächeln schwand etwas. "Kopfschmerzen!" Er nahm das nächste Tablett. "Wie heißt die Gruppe eigentlich?", fragte er, als wenn er die letzte Frage einfach aus dem Gehirn gestrichen hatte.

"Backstreet Boys", antwortete Joe.

"Bin mal drauf gespannt, ob wir von denen in den nächsten Jahren noch was hören."

"Sicher, so einfach verschwinden die nicht mehr unterm nassen Lappen. Die kommen groß raus."

Duncan wiegte den Kopf. "Lassen wir uns Überraschen! Welcher Tisch?"

"12."

Duncan balancierte das Tablett durch die Gäste. Mit flüchtigen Blicken beobachtete er die Bühnenshow. Die Jungs hatten Talent. Noch mehr Talent schienen aber einige weibliche (und auch männliche) Gäste zu haben, die scheinbar Spaß daran hatten, ihm über den Hintern zu Streichen. Einmal spürte er auch einen Kniff, ließ sich aber nicht von seiner Arbeit abbringen, was manche zu noch gewagteren Angriffen reizte, die ihn erröten ließen. Täuschte er sich oder hatte ihm eine Dame gerade Geld in die Hosentasche gesteckt? Er würde das später nachprüfen. Er lächelte freundlich zurück. Manchmal zwinkerte er auch, aber seine Gedanken schwirrten meistens auf anderen Wegen. Auf der Bühne gaben die Jungs gerade einen Song mit dem Titel "10.000 Promises" zum Besten. Ja, die hatte er auch gehört, vor zwei Tagen. 10.000 Versprechungen und mehr waren es gewesen und heute war er weg - auf und davon.

 

What about your - your 10.000 promises
that you gave to me
Your 10.000 promises
Ones we were lover, yes lover we were
You and I what a lie.
 

Die Jungs machten eine Pause. Das Publikum verabschiedete sie nur ungern. Es kehrte etwas Ruhe ein. Die Leute redeten und lachten, aber keiner versuchte mehr die Texte mitzusingen. Duncan brachte der Gruppe Getränke hinter die Bühne.

Joe kam eine Sekunde später auch nach. "Jungs, ihr seid spitze."

Die Jungs lächelten schüchtern. Brian trat vor. "Wir wollten Ihnen danken, dass Sie uns auftreten lassen. Das ist das größte Publikum, das wir bisher hatten", sagte er.

Joe lächelte. "Keine Ursache. Meine Bar war noch nie so voll. Was meinst du Mac", wandte er sich um "ob wir die fünf noch mal zwei Tage unter Vertrag nehmen und die Gage erhöhen?"

"Wenn sie in den nächsten Tagen nichts vorhaben."

"Wir haben nichts vor", quasselte A.J. dazwischen. Joe lachte. "Gut, nach dem Auftritt reden wir weiter. Wir sollten uns jetzt wieder um die Gäste kümmern."

"OK., Hals und Beinbruch weiterhin noch", sagte Duncan und versuchte zum Tresen zurückzugelangen. Auf dem Weg dorthin musste er unwillkürlich an der Eingangstür der Bar vorbei. Dort angekommen spürte er die Präsens. Im nächsten Moment ging die Tür auf und ER kam freudestrahlend herein. "Was ist denn hier los? Große Party?"

Duncan ignorierte ihn, setzte seinen Weg Richtung Tresen fort. Seine Laune war den Abend immer besser geworden und nun tauchte ER auf und alles war hinüber. Richies und Joes Blicke ignorierte er ebenso und schlängelte sich einfach mit neuen Bestellungen durch die Gäste.

Methos bahnte sich einen Weg zum Tresen. "Was hat er denn nun?"

Joe und Richie starrten ihn fassungslos an. "Das weißt du nicht?", fragte Richie vorwurfsvoll. "Haust einfach ohne Benachrichtigung ab und bist wie vom Erdboden verschwunden!"

Methos guckte verwirrt. "Ich hatte doch eine Nachricht hinterlassen. Ich hab nen Bekannten getroffen, der dringend Hilfe brauchte", versuchte er sein Verschwinden zu erklären. "Also hab ich ne Nachricht geschrieben, bin nach Hause, hab ein paar Sachen geschnappt", den Moment kehrte Duncan zum Tresen zurück, " den Zettel aus der Tasche gefischt..." demonstrativ angelte er in seiner Manteltasche und zog tatsächlich einen Zettel hervor, "... und ihn auf den Tisch gelegt ..." Methos stieg plötzlich rote Farbe ins Gesicht. Ob es das kleine Herzchen am Ende der Nachricht war oder die Scham, dass er vergessen hatte, den Zettel herauszulegen, war nicht ablesbar. "Scheiße!", flüsterte er, drehte sich zu Duncan um und ... Doch der war längst wieder auf seiner nächsten Runde und flirtete lächelnd mit den Gästen. Methos stützte die Ellenbogen auf den Tresen und ließ den Kopf in die Hände sinken. Richie schüttelte den Kopf und verschwand mit einem Tablett und Joe wandte sich ohne Kommentar wieder den Gläsern zu. Methos saß weiter mit gesenktem Kopf am Tresen. Er konnte seine eigene Dummheit kaum ertragen. Er war mal wieder in den erstbesten Fettnapf getreten, der sich ihm geboten hatte. Für Entschuldigungen war es zu spät. Duncan würde ihm sicher lieber den Kopf abschlagen, als ihm zu verzeihen. Warum geschah bloß immer ihm so etwas? Also musste er sich etwas besseres Ausdenken. Die Klänge eines Lovesongs drangen an seine Ohren. Plötzlich keimte in ihm eine Idee auf - und wenn es noch so peinlich war, Hauptsache er verzieh ihm. Methos stand auf und zog seinen Mantel aus. "Hältst du mal bitte? Aber nicht zu weit weglegen, ich werd es in fünf Minuten sicherlich brauchen", sagte er und reichte Joe den Mantel, in dem sich gut versteckt Ivanhoe befand.

"Was hast du vor?", wollte Joe wissen, aber Methos marschierte schnurstracks an Duncan vorbei zur Bühne. Tod oder Leben hingen an einem dünnen Faden und Duncan war der Richter. Er entschied über sein Schicksal.

Duncan und Joe schauten ihm nach. "Was hat er vor?", wiederholte Joe seine Frage. Duncan hob desinteressiert die Schultern. "Keine Ahnung."

Auch die Blicke einiger Gäste folgten seinen energischen Schritten. An der Bühne angekommen beendete die Jungs gerade einen Song. Methos winkte einen zu sich und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Howie nickte und überließ Methos sein Mikro.

Duncan wollte nach dem nächsten Tablett greifen und bemerkte nichts von Methos' Treiben. Warum auch? Der alte Mann tat doch eh' immer, was er wollte.

Methos holte noch einmal Luft. Jetzt oder nie, es starrten ihn eh schon alle an. "Duncan MacLeod vom Clan der MacLeod, ... ich liebe dich!"

Duncan erstarrte. Das war jetzt nicht wahr.

Joe hob abrupt den Kopf und stoppte sein übliches Gläserpolieren.

Richie viel vor Schreck ein Glas zu Boden und starrte Methos an.

In der Bar war es totenstill. Die Gäste waren verstummt. Nur ein oder zwei verschluckte Huster waren zu hören.

Die Gesichter, die ihm zugewandt waren, zeigen Methos, dass er wirklich das gesagt hatte, was er glaubte, gesagt zu haben und es war durch die Lautsprecher bei allen Personen in der Bar angekommen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.

" ... Ich weiß, ich habe wieder mal Mist gebaut und es tut mir leid. ..." Eine lange Pause trat ein. Methos rang mit Worten. Sein Gesicht glühte, seine Augen waren gerade auf Duncan gerichtet, der noch immer regungslos am Tresen stand.

"... Bitte verzeih mir. Ich kann ohne dich nicht mehr leben. Ich brauche dich! Ich will dich nicht wegen meiner eigenen Dummheit verlieren ..."

Bitte sieh mich an, dachte er. Seine Hände zitterten. Er spürte die Blicke der anderen Menschen, wartend, verlangend. Nur er blickte ihn nicht an.

Duncan starrte auf das Tablett. Dieser alte Mann. War ihm denn nichts peinlich? Gott, er liebte ihn doch auch, aber wer weiß denn, ob er nicht morgen schon wieder verschwunden ist? Wäre es denn so ein Problem gewesen, ihn zu wecken, bevor er einfach abgehauen ist? Musste er das unbedingt in aller Öffentlichkeit klären?

Methos sah Duncans angespannte Schulter. Was blieb noch zu sagen? Was konnte er noch sagen ohne gleich das ganze Ausmaß des Dilemmas ihrer Beziehung auf den Tisch zu legen? "Duncan, ich liebe dich!" Es war sein letzter Versuch, dann reichte er Howie sein Mikro zurück und ging durch die Gäste hindurch auf Duncan zu. Alle wichen zurück, verfolgten ihn mit Blicken, warteten auf die Entscheidung.

Duncan hörte das Raunen der Gäste, spürte ihre neugierigen Blicke. Er löste sich aus seiner Erstarrung. Auch wenn er ihn nicht sah, so wusste er doch, dass Methos neben ihm stand. Hilfesuchend blickte er zu Joe, aber der konnte ihm nicht helfen, keiner konnte das. Er musste entscheiden, wie dieser Abend ausging. Was sollte er tun? Er liebte diesen alten Mann, aber seine Verantwortungslosigkeit war maßlos. Immer wieder verschwand er und tauchte auf, wie es ihm passte. Bisher hatte ihn das nicht gestört, aber diesmal hatte es ihm das Herz gebrochen. Er hat gesagt, er brauche ihn und er könne nicht ohne ihn leben. Was wäre, wenn er ihm nicht verzieh? Wahrscheinlich würde alles noch schlimmer kommen. Dann würde er wahrscheinlich erst recht verschwinden und gar nicht mehr auftauchen. Dann wäre er fort, für immer. Nein, das konnte er nicht riskieren.

Duncan drehte sich zu Methos um. Er spürte, wie er rot anlief. Und dann sah er die Tränen in Methos' Augen, die nun über das schlanke Gesicht liefen. Er sah herzerweichend aus, wie er dastand. Mit einem tiefen Atemzug trat Duncan den Schritt an Methos heran, der sie trennte. Seine Hände strichen sanft über die Wangen und wischte die Tränen weg. Dann nahm er Methos' Gesicht in beide Hände und flüsterte, so dass nur sie es hören konnte: "Alter Mann, ich liebe dich! Ich brauche dich! Ich will dich!"

Methos' Augen leuchteten auf. Er schlang seine Arme um Duncans Nacken und küsste den verführerischen Mund, der sich ihm bot. Voller Leidenschaft wurde er empfangen.

Die Spannung wich. Alle Gäste applaudierten und riefen freudige Glückwunschbekundugen hinüber. Einige riefen "Zugabe!" Die Jungs auf der Bühne gaben eines ihrer besten Lieder zum Besten. "If I don't have you!"

 

If I don't have you
To hold on to
I can't go on
This world alone
Baby it's true
If I don't have you
If you say good bye
Girl, I would die ...
 

"Mach mir bitte nie wieder solche Angst", flüsterte Duncan. Methos schüttelte den Kopf.

"Lass uns gehen!"

Ohne zu merken, welch ein Theater sich um sie herum abspielte, verließen sie die Bar. Pfiffe, Anspielungen und Zugaberufe begleiteten sie bis vor die Tür.

"Wollen wir noch eine Zugabe geben?", fragte Methos einige Meter von der Bar entfernt.

"Dir ist wohl nichts peinlich!", stellte Duncan fest.

"Jetzt nicht mehr", entgegnete Methos, nahm Duncans Gesicht in die Hände und küsste ihn vor sämtlichen Gästen, die die Bar verlassen hatten, um ihnen nachzuschauen.

Wenn wir schon so weit gegangen sind, ........ , dachte Duncan und zog Methos fest an sich. Seine Hände wanderten kurzzeitig unter den Pullover, tauchten aber gleich wieder auf. Methos sah ihn verwirrt an.

"Zuhause!", sagte Duncan und führte Methos unter dem Grölen der Zuschauer fort.

 

Drinnen lehnte sich Richie kurz an den Tresen. "Und warum kriegt er nun schon frei und ich darf mir die Haxen abrennen?"

"Muss an seinem Hintern liegen", entgegnete Joe und reichte ihm die nächsten Bestellungen.

 
Ende

 
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