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Die Abenteuer des Captain Branford
Exeter: Die neuen Verbündeten Teil 1 © by Ruppert, T.J. ()
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"Flugzeit nach Deep-Space-Nine,Fähnrich?" Captain Branford lehnte sich angespannt in seinem Sessel zurück. Die zurückliegenden vier Monate waren voller Entbehrungen gewesen. Eine anstrengende Erforschung von Systemen, in denen noch kein Schiff der Sternenflotte gewesen war. Seine Crew hatte 57 Sternensysteme kartographiert und einige neue Klasse-M-Planeten entdeckt. Fähnrich Jenny Waringthon antwortete gutgelaunt: "27 Minuten, Captain. Freuen Sie sich auch schon auf den Landurlaub?" Branford seufzte: "Und wie! Ich kann an nichts anderes denken. Eigentlich sollte ein Captain nur seine Arbeit im Kopf haben, aber es ist wirklich wahr. Diese Crew hat sich den Urlaub redlich verdient." Counselor Sandra Galen, die links neben ihm saß, sah ihn lächelnd an. Branford bemerkte den Blick: "Was ist mit Ihnen, Counselor?" "Nichts. Ich freue mich nur, dass ich endlich mal einen Captain kennenlerne, der nicht anders als seine Mannschaft empfindet. Ich meine in Bezug auf den Urlaub." Samuel Jacobs, der Einsatzoffizier, bemerkte: "Nun, Sandra, der Captain kann seine Erschöpfung nach dieser Mission eben nicht verbergen." Branford nickte: "Richtig, Lieutenant. Aber es geht jedem an Bord so. Ohne Ausnahme." Jacobs grinste: "Nun, eine Ausnahme gibt es. Oder, Mister Delany?" Der Wissenschaftsoffizier war in seine Arbeit vertieft und schreckte beim Klang seines Namens auf: "Was ist mit mir, Samuel?" "Ich meine, wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätte diese Mission nie aufgehört. Oder?" Delany schaute ihn böse an: "Nicht ganz korrekt. Ich bin ebenfalls erschöpft, aber in gewisser Weise haben Sie recht. Diese Mission war sehr beeindruckend, und ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln. Aber auch ich freue mich auf den Landurlaub." Die Lifttür öffnete sich und Lieutenant Commander Ian Fogarty betrat die Brücke. Er ging zum Captain. "Guten Morgen, Sir. Ich wollte mit ihnen wegen der Personaländerungen sprechen. Haben sie einen Augenblick Zeit?" Branford erhob sich: "Im Bereitschaftsraum, Nummer 1."
Fogarty nahm im Bereitschaftsraum Platz und begann seine Ausführungen. "Sir, Lieutenant Baldwell wird uns verlassen. Ihm wurde ein Posten auf der Ajax angeboten. Als 1.taktischer Offizier, und mit einer Beförderung zum Lieutenant senior Grade." "Schade. Baldwell war ein guter Mann, aber bei so einem Angebot kann man ihn verstehen. Wer ist als Ersatz eingeplant?" erwiderte Branford. Fogarty legte ihm ein Datenpad hin: "Hier, dieser Mann. Lieutenant Stanley Randolph. Lesen Sie mal seine Akte." Branford nahm das Datenpad und sah sich die Akte an:
Branford sah auf. Fogarty war gespannt: "Nun, Sir? Was sagen Sie? Ein interessanter Offizier. Er ist erst 22 Jahre und schon Lieutenant." Branford schaute skeptisch: "Nun, das mag richtig sein. Aber sonderlich viel bewegt hat er noch nicht. Die meisten jungen Absolventen der Akademie bemühen sich, ein Raumkommando zu bekommen. Er hat einen ziemlich leichten Weg genommen. Adjudant von Commander Farnsburgh, dazu noch auf Betazed. Das ist ein ziemlich lockeres Leben. Aber ich werde kein vorschnelles Urteil fällen." Er zögerte kurz, dann fragte: "Wie machen wir das mit Mister Crusher? Da die beiden rangmäßig gleichgestellt sind, wird es vielleicht Probleme geben. Ich will kein Kompetenzgerangel haben. Crusher ist mein 1.taktischer Offizier. Und so bleibt es." Fogarty lächelte: "Nun, das ist kein Problem. Hier, das kam heute vom Sterneneflottenkommando. Die Beföderung von Mister Crusher zum Lieutenant senior grade." Branford nickte: "Er hat es verdient. Sagen wir es ihm gleich." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Lieutenant Crusher, melden Sie sich im Bereitschaftsraum." Es dauerte keine zwei Minuten, da war Crusher da. Branford stand auf: "Mister Crusher, hiermit befördere ich Sie zum Lieutenant senior grade. Meinen Glückwunsch." Er reichte ihm die Hand. Fogarty hatte das zweite goldene Abzeichen in der Hand. Er entfernte das leere und befestigte statt dessen das volle: "Auch von mir die besten Glückwünsche." Crusher strahlte über und über: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Vielen Dank, Sirs." "Sie haben es sich verdient. Gehen Sie auf Ihre Station zurück." erwiderte Branford. Als Crusher draußen war, fuhr Fogarty fort: "Nun, hier haben wir den letzten Neuzugang. Eine Praktikantin der Sternenflotte. Sie wurde nach einem umfangreichen Test ausgewählt. Ihr Name ist Valerie Gansburry, sie ist 17 Jahre alt und stammt von der Erde. Ihre Eltern sind beide Sternenflottenoffiziere. Ihr Vater dient als Chefingenieur auf der U.S.S. Galaxy, ihre Mutter ist wissenschaftliche Spezialistin auf der U.S.S. Miranda. Aber das Mädchen hat das allein geschafft. Sie wollte unbedingt auf ein anderes Schiff. Sie befindet sich auf der Galaxy, aber sie wollte sich selber beweisen." "Interessant, Nummer 1. Wann kommt sie an Bord?" erwiderte Branford. Fogarty sah auf die Uhr: "In zehn Minuten, Sir. Die Galaxy befindet sich auf Rendezvous-Kurs zu uns." Branford nickte: "Schnelle Entscheidungen gefallen mir. Also dann los, Commander. Noch was: Wo wollen Sie die junge Dame einsetzen?" "Nun, ich habe bereits mit Commander Cassels darüber geredet. Er wäre bereit, sie die vier Wochen, die sie an Bord ist, unter seine Fittiche zu nehmen. Und Lieutenant Delany ist auch bereit, ihr zu helfen. Oder sich helfen zu lassen, denn unser Wissenschaftsoffizier steckt mitten in den Analysen über unsere Mission. Aber im Maschinenraum wird sie die meiste Zeit sein." Branford stand auf: "Gut. Kommen Sie, wir haben eine Menge zu tun."
Auf der Brücke empfing ihn Jacobs gleich mit einer Meldung:"Sir, ich orte ein Schiff. Laut Registrierung die U.S.S. Galaxy. Sie fliegt mit Impulskraft." Branford nahm im Kommandosessel Platz: "Unter Warp gehen, Fähnrich. Gehen Sie auf Parallelkurs zu der Galaxy." Crusher meldete: "Captain, wir werden von der Galaxy gegrüßt." Branford nickte: "Auf den Schirm, Lieutenant." Auf dem Hauptbildschirm erschien ein älterer Mann mit den Rangabzeichen eines Captains. "Ich grüße Sie. Ich bin Captain Carl Stewart. Sie müssen Captain Branford sein." Branford erhob sich: "So ist es, Captain. Sie haben einen Passagier für uns?" Stewart nickte: "Richtig. Miss Gansburry ist bereit, zu ihnen herüber zu beamen. Und Captain: Sie bekommen eine junge Dame, die bei uns schon zum Stammpersonal des Maschinenraums gehört. Ich hätte sie gerne wieder!" Branford lachte: "Wenn sie so gut ist, Captain, dann ist Ihre Befürchtung richtig. Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen einen guten Flug. Branford Ende." Der Schirm erlosch. "Commander Fogarty, Sie haben die Brücke. Teilen Sie Mister Cassels mit, dass ich ihn in Transporterraum zwei treffe."
Branford verließ die Brücke und ging Richtung Transporterraum. Dort war Chief Andrew Lamar anwesend, der Transporterchef der Exeter. "Guten Morgen, Andrew. Alles bereit?" fragte Branford. Lamar nickte: "Alles klar, Sir." Die Tür öffnete und Lieutenant Commander Cassels, der Chefingenieur, stürmte herein. "Entschuldigen Sie die Verspätung, Captain. Ich musste noch kurz..." Branford unterbrach ihn: "..eine Pokerpartie mit Ihrer Maschinencrew zu Ende spielen. Und, gewonnen?" Cassels lachte und sagte nichts. "Jake, irgendwann haben wir eine Warpkernbruch und Sie merken nichts. Chief, Energie." Auf der Plattform materialisierte die junge Frau. Sie war, gelinde gesagt atembraubend. Ihre schulterlangen braunen Haare, ihr Gesicht, ihre Figur, alles war irgendwie perfekt. Branford ging zu ihr hin und reichte ihr die Hand: "Guten Tag, Miss Gansburry. Ich bin Captain Christopher Branford, das ist Lieutenant Commander Jake Cassels, unser Chefingenieur. Willkommen an Bord der Exeter." Cassels reichte ihr ebenfalls die Hand: "Ich kann mich meinem Captain nur anschließen. Freut mich sehr, Miss Gansburry." Die junge Dame war etwas verlegen: "Ich danke Ihnen. Aber bitte, nennen Sie mich Valerie. Oder Val, das ist mein Spitzname. Mit 17 braucht man mich noch nicht mit Miss anreden." "Wenn Sie es so wollen, gerne. Sie werden im Maschinenraum mit Mister Cassels arbeiten. Zusätzlich werden Sie sich bei bei unserem Wissenschaftsoffizier aufhalten, Lieutenant Delany. Ich hoffe, Sie werden sich bei uns wohlfühlen. Jake, zeigen Sie ihr bitte das Quartier. Später können Sie einen Rundgang ansetzen." Cassels nickte: "Mit Vergnügen, Captain. Würden Sie mir bitte folgen?" Die Zwei verließen den Raum. "Andrew, ich hoffe, unser Jake kann sich in Miss Gansburrys Fall zurückhalten." Lamar grinste: "Ich könnte es nicht, wenn ich nicht verheiratet wäre, Sir." Branford bemerkte ironisch: "Ich werde noch die Pflicht einführen, dass jeder Stabsoffizier verheiratet sein muss. Bis dann, Andrew."
Eine Viertelstunde später kam Deep-Space-Nine in Sicht. Branford war auf der Brücke. "Lieutenant Jacobs, rufen Sie Deep-Space-Nine." befahl er. Auf dem Schirm erschien ein Klingone, der eine Sternenflottenuniform trug. Branford erhob sich: "Ich grüße Sie, Commander Worf." Der Klingone war überrascht: "Kennen wir uns, Captain?" Branford schüttelte den Kopf: "Nein, entschuldigen Sie. Ich bin Captain Branford. Ich bin ein guter Freund von Captain Riker, er hat mir viel von Ihnen erzählt." Worf verzog keine Miene: "Captain Riker. Ah ja. Sir, Sie haben die Erlaubnis, an Pylon zwei anzulegen. Willkommen auf Deep-Space-Nine." Der Schirm erlosch. "Nun, Mister Worf ist keine gesprächige Natur." bemerkte Sandra Galen. Branford sah sie an: "Will hat mir das erzählt. So ist er nun mal." Er setzte sich wieder: "Fähnrich, bringen Sie die Exeter in Anlegeposition. Nur Manöverdüsen." Waringthon steuerte das Schiff geschickt an den Dockmast heran. Als sie sich direkt unter ihm befand, schaltete sie auf Gegenschub. "Alles bereit zu Andocken, Sir." meldete sie pflichtbewußt. Branford deutete auf den Schirm: "Machen Sie weiter, Fähnrich. Sie kennen die Befehle." Waringthon fragte nach: "Ich soll das Dockmanöver abschließen, Sir?" "Wo wir doch schon soweit sind, natürlich." erwiderte Branford. Waringthon nickte: "Haltepunkte ausfahren, Systeme auf äußeren Versorgungsmodus umstellen. Die Trägheitsdämpfer bleiben auf Normalbetrieb. Lieutenant Jacobs, treffen Sie Vorbereitungen für Deuterium-Übernahme. Nehmen Sie einen Druckausgleich im Andockring vor. Das wäre alles." Jacobs grinste und erwiderte: "Jawohl, Madam." Waringthon blickte Branford an. "Warten Sie auf etwas, Miss Waringthon?" fragte er süffisant. Sie schüttelte den Kopf: "Nein, Sir." "Gut, dann können Sie sich ablösen lassen." Er wollte sich wieder dem Datenpad zuwenden, da fügte er hinzu: "Das war gute Arbeit." Sie strahlte und verließ ihren Posten. "Nummer 1, Sie machen mit dem Personalwesen weiter. Ist für Mister Randolph schon ein Quartier besorgt worden?" Fogarty nickte: "Ja. Er wird morgen an Bord kommen. Sind Sie auf der Station?" Branford nickte: "So ist es. Heißen sie den Lieutenant in meinem Namen willkommen. Wo ist eigentlich Lieutenant Baldwell?" Die Frage hatte sich im gleichen Moment erledigt, denn Baldwell betrat die Brücke. "Ich wollte mich von Ihnen allen verabschieden. Es war eine schöne Zeit hier." Branford trat zu ihm hin: "Ich wünsche ihnen alles Gute. Der Posten auf der Ajax ist mit Ihnen gut besetzt." Baldwell nickte: "Danke, Captain. Ich werde die Exeter und ihre Crew nicht vergessen." Die restlichen Brückenoffiziere verabschiedeten sich von dem 2.taktischen Offizier. Dann verließ er die Brücke wieder. "Nummer 1, Sie übernehmen das Kommando. Ich bin auf Deep-Space-Nine, wenn ich gebraucht werde. Bis bald."
Branford verließ die Brücke Richtung der Luftschleuse. Er war schon öfters in der Station, aber es war irgendwie anders. Die Probleme, die die Föderation mit dem Dominion-Imperium hatte, drückten den Handel auf der Station. Das Dominion, der Zusammenschluss der Formwandler, war eine Bedrohung, die es ernst zu nehmen galt. Und die Probleme, die durch den Zusammenbruch der cardassianischen Regierung entstanden, waren unbestreitbar. Branford ging durch die Korridore zum Lift, der auf die OPS führte, das Nervenzentrum der Station. Er betrat ihn, nannte seine Zugangsberechtigung und fuhr hinauf. Auf der OPS wollte er seinen alten Freund, Captain Benjamin Sisko, finden. Es waren wenige Leute anwesend. Sisko stand zusammen mit einer bajoranischen Vertreterin und einer Frau in einer blauen Sternenflottenuniform an einem Kontrollpult. Branford trat heran. "Captain Branford meldet sich an Bord, Sir." Sisko drehte sich herum und sah ihn an: "Schön, dass du da bist. Wenn auch zehn Minuten zu früh. Hast du dein Schiff wieder bis an das Limit geflogen?" Branford schüttelte den Kopf: "Keinesfalls. Ich freue mich dich zu sehen, alter Freund." Sie umarmten sich. Dann stellte Sisko die zwei anderen vor: "Chris, das ist mein 1.Offizier, Major Kira Nerys. Und das wäre mein Wissenschaftsoffizier, Lieutenant Commander Jadzia Dax." Kira Nerys war eine sehr selbstbewußt wirkende Frau, die Branford sofort sympathisch war. Jadzia Dax war ein Trill, eine symbiotische Spezies, die Branford auf gewisse Weise unheimlich war. Dennoch begrüßte er sie freundlich und stellte fest, dass Dax eine völlig natürliche junge Frau war. "Gehen wir essen, Chris?" fragte Sisko. Branford nickte und folgte seinem Freund zu einer Bar, dem "Quark´s". Sie wurde von einem Ferengi geleitet, der sich sofort um sie kümmerte. "Was darf ich Ihnen bringen, meine Herren?" fragte er. Sisko erwiderte: "Einmal andorianisches Ira´Tak. Und ein Bier." "Für mich bitte klingonisches G´ach und einen caitianischen Bourbon." fügte Branford hinzu. "Du ißt G´ach?" fragte Sisko überrascht. Branford nickte grinsend: "Sicher. Eine echte Delikatesse, wenn ich bemerken darf." Das Essen wurde serviert und die beiden fingen an. Sie hatten sich jede Menge zu erzählen über Abenteuer, die sie erlebt hatten. Anschließend unternahmen sie einen Spaziergang über das Promenadendeck. "Sag mal, wo treibt sich Jake eigentlich herum?" fragte Branford. Sisko schaute nachdenklich drein: "Nun, er ist auf Bajor und besucht die Akademie der Wissenschaften. Er kommt gut voran." "Wollen wir ihm keinen Besuch abstatten?" fragte Branford. Sisko schaute ihn überrascht an: "Gute Idee. Warte." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Sisko an Dax. Commander, ich fliege nach Bajor hinunter. Sie haben das Kommando." Er winkte Branford zu: "Komm, wir gehen zur Shuttlerampe."
Zehn Minuten später starteten sie mit dem Runabout "Rio Grande" zum Flug nach Bajor. Eine Viertelstunde später landeten sie in der Hauptstadt. Sisko zeigte Branford zuerst die wunderschöne, alte Stadt der Bajoraner. Die Besatzungszeit hatte ihre Spuren hinterlassen, aber die Bajoraner hatten sich in den letzten Jahren mächtig ins Zeug gelegt, um alles wieder aufzubauen. Viele Stunden durchstreiften die beiden die Stadt, erstanden hier und da ein paar Souvenirs. Dann brachen sie mit der "Rio Grande" in Richtung der 40 Kilometer entfernt liegenden Akademie auf. Nach der Landung auf dem Flugfeld gingen sie zum Sekretariat und fragten nach Jake Sisko. Er kam nach wenigen Minuten. Branford kannte den jungen Mann gut und begrüßte ihn herzlich: "Jake,ich freue mich, dich wieder zu sehen. Wie geht es dir?" Jake lachte: "Es geht so, Chris. Meinen Glückwunsch zu deinem Schiff." Die drei durchstreiften lange Zeit den Akademiepark und erzählten sich Geschichten über das Erlebte.
Nach einem gemeinsamen Abendessen flogen Branford uns Sisko wieder ab. Im Shuttle unterhielten sie sich angeregt. "Wie ist das mit Jake? Verkraftest du es gut, von ihm getrennt zu leben?" Sisko grübelte: "Es geht so, Chris. Jake will sein eigenes Leben leben und ich muss das akzeptieren. So schwer es mir fällt." "Nun, ich habe leicht reden. Ich habe keine Kinder, aber an Hand meines Vaters kann ich auch beurteilen, wie die Abspaltung vonstatten geht." Der restliche Flug ging schweigsam vorbei. Sie dockten an Deep-Space-Nine an und gingen von Bord. Sisko und Branford trennten sich. Branford suchte todmüde sein Quartier an Bord der Exeter auf.
Sechs Stunden später war der Schichtbeginn von Lieutenant Commander Fogarty. Er saß alleine auf der Brücke und studierte Zustandsberichte von den Abteilungsleitern. Da erreichte ihn eine Nachricht: "Sir, hier spricht die Schleusenkontrolle. Ein Lieutenant Stanley Randolph bittet um die Erlaubnis an Bord zu kommen." Fogarty bestätigte: "Verstanden. Geleiten Sie ihn zur Brücke." Ein paar Minuten später öffnete sich die Lifttür und ein hagerer junger Mann betrat die Brücke. "Lieutenant Randolph meldet sich an Bord, Sir." Fogarty stand auf und musterte ihn: "Gut. Willkommen an Bord, Lieutenant. Sind Sie schon länger auf Deep-Space-Nine?" Randolph nickte: "Ja Sir. Kann ich meinen Dienst sofort antreten?" "Nun, eigentlich schon. Aber es gibt nicht viel zu tun, da die meisten Mitglieder der Crew auf Urlaub sind." erwiderte Fogarty. "Ich könnte doch die taktischen Systeme checken, Commander. Vielleicht kann ich mich so nützlich machen." Fogarty nickte: "Wenn Sie es wollen. Normalerweise macht das der 1.taktische Offizier, Lieutenant Crusher. Aber bitte, ich halte Sie nicht ab." Fogarty führte seine Analysen fort, während Radolph sich an der taktischen Konsole zu schaffen machte.
Zur gleichen Zeit schlief Branford in seinem Quartier. Ein Pfeifsignal weckte ihn und kündigte eine Nachricht an. Es war Fähnrich McLure. "Guten Morgen, Sir. Verzeihen Sie die Störung, aber Admiral Peterson will Sie auf der OPS sprechen. Umgehend, wie er betonte." Branford rollte sich aus seiner Koje: "Verstanden, Mister McLure. Ich komme. Branford Ende." Innerhalb von fünf Minuten war Branford angezogen und auf dem Weg zur OPS.
Admiral Jan Peterson war ein Mann, den man nicht warten ließ. Er war ein Veteran der Raumflotte, achtzig Jahre alt und einer der Besten der Einsatzplanung. Er trommelte nervös auf dem Tisch im Konferenzraum der OPS herum. Captain Sisko und Commander Dax versuchten, so leise wie möglich zu sein. Da öffnete sich die Tür und Branford betrat gemessenen Schrittes den Raum. "Guten Morgen. Entschuldigen Sie meine Verspätung, aber ich bekam gerade erst..." versuchte er sich in einem Erklärungsversuch, aber Peterson unterbrach ihn: "Sie sollten Ihren Einsatzleiter etwas gründlicher einweisen. Zum Beispiel, wenn eine Nachricht als "wichtig" übermittelt wird, sie das auch ist!" Er drehte sich herum und nahm Platz: "Der Grund, weshalb ich sie hergebeten habe, ist folgender: Sie haben sich während ihrer Mission lange Zeit in der Nähe der cardassianischen Grenze aufgehalten. Meine Frage: Haben Sie Hinweise dafür entdeckt, dass im Reich das Dominion an Einfluss gewonnen hat?" Branford musste verneinen: "Tut mir leid, Sir. Wir konnten keinen Hinweis auf eine solche Veränderung feststellen. Aber wir hatten auch nur einmal Kontakt mit einem cardassianischen Aufklärer. Dieser verlief eigentlich ganz normal." Sisko sah Branford an: "Chris, wir haben berechtigte Hinweise, dass das Dominion mit dem Sturz der cardassianischen Regierung etwas zu tun hat. Das bereitet uns größte Sorgen." Peterson nickte: "Captain Sisko hat in diesem Punkt völlig recht. Falls dieser Einfluss stärker wird, könnte das eine enorme Machtverschiebung in diesem Sektor darstellen. Das könnte Bajor bedrohen." "Sir, haben Sie in dem Zusammenhang eine besondere Anweisung für mich?" fragte Branford. Der Admiral blickte ihn musternd an: "Ja. Die Exeter wird bis auf weiteres der Station zur Verfügung stehen, um Aufklärung zu betreiben. Natürlich erst nach Ablauf Ihres Landurlaubs, Captain. Ihre Befehle werden Ihnen noch zugehen. Das wäre dann alles. Sie können gehen." Branford nickte und verließ den Raum. Auf dem Rückweg zur Exeter gingen ihm die Worte des Admirals nicht mehr aus dem Kopf.
Er hatte kaum die Exeter betreten, da kamen schon McLure und Waringthon auf ihn zu. Die beiden Fähnriche waren wie stets gut gelaunt. "Hallo Captain. Haben Sie es schon gehört?" fragte Waringthon. Branford blickte sie überrascht an: "Was denn?" "Es findet auf Bajor eine große Feier statt. Am Lake Maura, heute abend. Die Crew der U.S.S. Rockford hat sie organisiert und alle Crews der Schiffe, die zur Zeit an Deep-Space-Nine gedockt sind, eingeladen. Und die Sternenflottencrew von Deep-Space-Nine natürlich auch." erwiderte McLure. Branford war sofort interessiert. Lake Maura war ein wunderschöner See mit einer Fläche von über 200 Quadratkilometern, inmitten eines Waldgebietes. Dort gab es einen herrlichen Strand. Die Crew der Rockford hatte sich einen guten Platz herausgesucht. "Wer kommt denn noch alles, Fähnrich?" fragte er. Waringthon lächelte: "Es kommt beinahe die komplette Crew der Potemkin und der Davenport. Übrigens, Lieutenant Commander Nadja Keller von der Potemkin ist auch dabei. Sie kennen sie anscheinend. Jedenfalls läßt sie herzliche Grüße ausrichten und hofft, dass Sie kommen." McLure fügte hinzu: "Von unseren Stabsoffizieren kommen Commander Fogarty, Lieutenant Jacobs, Commander Cassels, Lieutenant Crusher und Lieutenant Harrold Austin. Und wir beide." Branford lachte innerlich. Er hatte Nadja Keller schon ein Jahr nicht mehr gesehen. Sie war 1.Offizier auf der Potemkin. Er hatte sie kennengelernt, als er 1.Offizier auf der U.S.S. Cornwall war. Das war vor vier Jahren. Sie war damals Lieutenant und als Einsatzleiter auf dem Schiff. Sie trieb ihn öfters zum Wahnsinn, indem sie eigenmächtige Handlungen vornahm. Er hatte sich zu der Zeit öfters geschworen, sie vor einen Disziplinarausschuss zu bringen, aber ihr Erfolg gab ihr Recht. Nun war sie in der Situation, in der er damals war. Er gönnte es ihr insgeheim. "Setzen Sie meinen Namen auf die Liste, Mister McLure. Wann fliegen wir?" antwortete er mit einem Grinsen. "In zwei Stunden, Sir. Ein Shuttle ist startbereit. Bis dann." Die beiden zogen weiter und Branford suchte sein Quartier auf, um seinen Schlaf fortzusetzen. Er hoffte,er konnte die zwei Stunden durchschlafen.
Exakt nach dieser Zeit holte ihn Fähnrich Waringthon ab. Sie hatte keine Uniform an, sondern eine Jeans und ein schwarzes Hemd. Branford hatte ebenfalls seine Jeans aus dem Schrank geholt und zog ein Hemd an. Zusätzlich nahm er eine Jacke, einen Schlafsack und seinen Kommunikator mit. Er wollte gerüstet sein. Die Zwei gingen zusammen zur Shuttlerampe, wo die restlichen Teilnehmer schon warteten. Valerie Gansburry hatte sich hinzu gesellt. Sie begrüßte Branford freundlich: "So, Captain. Wollen wir?" "Sicher. Schön, Sie dabei zu haben, Val. Bleiben Sie jedoch bitte bei der Gruppe. Wir wollen Sie nicht verlieren." erwiderte Branford. Er hatte ein dummes Gefühl, den Babysitter spielen zu müssen. "Kein Problem, Sir. Ich verschwinde schon nicht." Alle stiegen in das Shuttle ein. Jacobs und McLure übernahmen die Steuerung und brachten das Shuttle aus dem Hangar. Jacobs gab den Kurs nach Bajor ein.
Fünfzehn Minuten später setzte Jacobs das Shuttle unweit des Strandes auf. Auf dem befestigten Platz standen Dutzende anderer Shuttles von den unterschiedlichsten Schiffen. Branford war kaum richtig ausgestiegen, da kam aus dem Dunkeln schon jemand auf ihn zu und fiel ihm um den Hals. "Chris, schön, dass du gekommen bist! Ich habe dich vermisst." Branford sah in das fröhliche Gesicht von Nadja Keller. "Beruht auf Gegenseitigkeit, Nadja. Komm, gehen wir. Meine Offiziere können sich selbst vorstellen, nachdem dies hier Freizeit ist." Sie gingen bis zu einem Platz am Wasser. Dort legten sie ihre Schlafsäcke ab und setzten sich. Branford kam nicht umhin, Nadja nach ihrem Posten zu fragen. "Nun, Nadja. Wie ist es so als Nummer 1? Hast du jetzt verstanden, was ich damals für Probleme hatte?" Sie nickte: "So ungefähr. Auf der Potemkin habe ich einen ziemlich aufsässigen Steuermann. Ich muß dem hin und wieder auf die Füße treten." Ein Mann näherte sich von hinten der Gruppe. Der Schein des Lagerfeuers fiel auf sein Gesicht und Branford erkannte ihn: "Walter Matthews! Was für eine Freude, dich zu sehen!" Er reichte ihm die Hand und stellte ihn vor: "Meine Freunde, das ist Captain Walter Matthews von der U.S.S. Davenport. Komm, setz dich!" Matthews nahm am Feuer Platz: "Danke, Chris. Ich dachte, ich schaue mal hier vorbei. Meine gesamten Stabsoffiziere sind hier und haben mich aufgefordert, sie zu begleiten. Nun, hier bin ich." "Was hast du als letztes gemacht?" fragte Branford. "Ich habe mit der Davenport eine Patrouille an der cardassianische Grenze durchgeführt. Nichts besonderes. Aber zu was anderem: Gibt´s hier etwas zu trinken?" McLure hatte einen Rucksack dabei und reichte Matthews daraus ein Glas und eine Flasche, die eine grüne Substanz enthielt. Branford nahm nach Matthews einen Schluck und erkannte das Getränk: "Altarianischer Brandy, oder?" McLure nickte: "Gut erkannt, Sir. Ein besonderer Tropfen." Die Gruppe saß den Abend über beieinander und erzählten sich alle möglichen Neuigkeiten aus dem Weltraum. Irgendwann wurde es Branford zuviel und er verzog sich mit seinem Schlafsack, um etwas zu schlafen. Waringthon, Austin und Crusher folgten ihm.
Mitten in der Nacht wurde er plötzlich wachgerüttelt. "Sir, kommen Sie. Da hinten prügeln sich Cassels, McLure und Jacobs!" Es war Crusher, der aufgeregt neben ihm stand. "Was ist, Lieutenant?" fragte Branford schlaftrunken. Crusher erwiderte: "Ein Crewmitglied der Davenport hat sich offenbar gegenüber Valerie Gansburry ungehörig verhalten. Mister Cassels wollte ihm Manieren beibringen, da kam es zu einem handfesten Streit. McLure und Jacobs wollten helfen und wurden in die Schlägerei verwickelt. Kommen Sie!" Branford und Crusher rannte zu den Streithähnen hinüber. Cassels hatte einen Mann im Schwitzkasten und schickte einen zweiten mit einem Fußtritt zu Boden. Jacobs musste mächtig einstecken, da sich zwei Mann auf ihn gestürzt hatten. Branford sprintete zu ihm hinüber und riss einen der Angreifer an der Schulter zurück. Der Mann drehte sich herum und verpasste Branford einen Faustschlag ins Gesicht. Bevor er etwas dagegen tun konnte, trat ihm der Mann mit dem Fuß in den Magen. Branford klappte nicht zusammen, doch er merkte, dass seine Nase blutig war. Er duckte sich und schlug mit einer Kombination den Mann zu Boden. Crusher hatte einen Mann k.o. geschlagen, aber ein anderer kam von hinten und schlug ihm eine Flasche über den Kopf. Er taumelte und stürzte. Branford sprang dem Angreifer mit einem Karate-Sprung vor die Brust. Der Mann fiel hin und ließ einen lauten Schrei los. Er hatte sich anscheinend ein paar Rippen gebrochen. Die Schlägerei war in vollem Gange. Branford beschäftigte sich mit einem Kerl, der fast zwei Köpfe größer war als er, Crusher kroch zur Seite und hielt sich den Kopf, McLure und Jacobs rangen mit jeweils einem Gegner und behielten die Oberhand. Aber Jake Cassels war nicht mehr zu bändigen. Seine klingonische Seite brach durch. Er hatte schon zwei Männern die Nasen und einige Rippen gebrochen. Ein Mann stand vor ihm und wollte mit einer Flasche nach ihm schlagen. Bevor er sich´s versah, hatte Cassels ihm die Flasche aus der Hand getreten und mit einigen Faustschlägen in´s Reich der Träume geschickt. Nach zehn Minuten hatten die Streitpartien genug und gingen auseinander. Dabei fielen noch viele böse Worte. Branford und seine Männer gingen zu ihrem Platz zurück. Jenny Waringthon und Valerie Gansburry saßen am Lagerfeuer, welches nur noch glimmte. Waringthon tröstete die verstörte Valerie. Die Männer ließen sich ins Gras fallen. Branford hielt sich ein Tuch vor die Nase, die stark blutete. Außerdem war ein Wangenknochen angebrochen und schmerzte höllisch. McLure und Jacobs hatten einiges eingesteckt und wußten gar nicht, wo sie anfangen sollten. Cassels, der keinen Kratzer abbekommen hatte, verarztete Crusher, der eine Gehirnerschütterung hatte. In diesem Durcheinander tauchten Fogarty und Austin auf,die sich beim Shuttle etwas zu essen geholt hatten. "Sir, was ist denn hier passiert? Sie sehen schlimm aus!" Branford sah seinen 1.Offizier an: "Fragen Sie Mister Cassels. Ich war nur Gast bei der Überraschungsprügelei." Cassels lachte: "Nun, ich habe die Ehre von Valerie verteidigt. Das war meine Pflicht, Ian." Austin bemerkte ironisch: "Nun, die Verluste scheinen dennoch groß zu sein, Commander. Sie haben, wie üblich, nichts abgekriegt." Branford ging zu Crusher. "Wie geht es Ihnen, Lieutenant? Geht es, oder sollen wir einen Arzt holen?" Crusher schüttelte schmerzverzerrt den Kopf: "Nein danke. Es geht schon, Sir." Branford sah Cassels ernst an: "Jake, was haben Sie für einen Grund gehabt, eine Schlägerei anzufangen? Kommen Sie, raus mit der Sprache!" Valerie antwortete kleinlaut: "Ich glaube, ich habe auch einen Anteil daran, Sir. Ich habe mit einem Fähnrich von der Davenport geflirtet. Er war sehr betrunken, deswegen habe ich mich wieder mehr mit Commander Cassels unterhalten. Er meinte darauf hin, ich sei..." Cassels fluchte auf klingonisch: "Er meinte, sie sei ein billiges Flittchen, das mit jedem rummacht. Da habe ich ihm die Nase gebrochen." "Hören Sie, Jake. Wenn es hier ein Nachspiel gibt, tragen sie die Konsequenzen. Falls sich jedoch alles wieder beruhigt, werden wir diesen Vorfall vergessen. Und was Sie angeht, Val..." Das junge Mädchen verkroch sich fast im Arm von Jenny Waringthon. "Sie tragen keine Schuld. Miss Waringthon, bringen Sie sie zum Shuttle." Er legte Valerie die Hand auf die Schulter: "Machen Sie sich keine Gedanken. So was kommt vor. Ich bin mir sicher, nachdem Mister Cassels Sie so energisch verteidigt hat, wird er auch weiterhin Zeit finden, Sie zu unterrichten. Mit Sicherheit. Also los, wir fliegen ab." Die Gruppe kehrte im lädierten Zustand auf die Exeter zurück. Doctor Sanders war überrascht, als Branford, Jacobs, McLure und Crusher mit mehr oder minder schweren Verletzungen bei ihm auftauchten. Bis auf Crusher konnten alle jedoch gleich behandelt und wieder fortgeschickt werden. Branford suchte mehr oder weniger schwankend seine Kabine auf und ließ sich in seinen Kleidern ins Bett fallen.
Es war fünf Stunden später. Commander Jake Cassels betrat gutgelaunt den Maschinenraum und ging an seine Station. Dort saß jedoch schon Valerie Gansburry. "Guten Morgen, Commander. Haben Sie gut geschlafen?" fragte sie vergnügt. Cassels nickte: "Ja. Was machen Sie da, Val?" "Ich remoduliere die Feldgitter. Sie sagten, dass müssten wir noch machen, bevor wir losfliegen. Ich habe mir erlaubt, schon mal anzufangen." erwiderte sie lächelnd. Cassels erwiderte: "Lassen Sie mal sehen." Er sah sich die Daten und Veränderungen an, die sie programmiert hatte: "Donnerwetter, das ist ja hervorragend gemacht. Sie haben alles perfekt abgestimmt. Machen Sie weiter." Er war erstaunt. Ein so junges Mädchen, das eine solche Fachkenntnis besaß. Sie würde bestimmt mal einen guten Chefingenieur abgeben.
Unterdessen richtete sich Crusher in seinem Krankenbett wieder auf. Er rief nach dem Arzt. Sanders erschien und fragte nach seinem Befinden. Crusher drängte ihn, ihn dienstfähig zu schreiben. Nach einigem Hin und Her willigte er ein. Crusher zog sich seine Uniform an und ging zur Brücke. Lieutenant Randolph arbeitete an der taktischen Station. Er überprüfte die übernommene Bewaffnung. Das Öffnen der Lifftür erregte seine Aufmerksamkeit. Der junge Offizier, der da die Brücke betrat, kam auf ihn zu. "Guten Morgen. Kann ich etwas für Sie tun?" fragte Randolph. Crusher sah ihn an: "Ich bin Lieutenant Wesley Crusher. Mister Randolph, wie ich annehme?" Randolph nickte und reichte ihm die Hand: "So ist es. Freut mich. Ich habe mir erlaubt, meinen Dienst anzutreten. Gerade überprüfe ich die Waffenübernahme." "Vielleicht kennen Sie das Protokoll nicht so genau, aber diese Tätigkeit wird immer vom obersten taktischen Offizier durchgeführt. Und das bin ich. Kann ich Sie ablösen?" bemerkte Crusher gereizt. Randolph räumte widerwillig die Station: "Wie Sie wünschen, Lieutenant." Er verließ die Brücke. Fogarty hatte den Konflikt bemerkt, zog es aber vor, nichts zu sagen.
Branford erwachte mit heftigen Kopfschmerzen. Diese verstärkten sich noch, den kaum war er aufgestanden, meldete sich Admiral Peterson. "Peterson an Branford. Captain, ich muss sie dringend sprechen!" Branford tippte seinen Insignienkommunikator an: "Hier ist Branford, Sir. Was gibt es?" "Sie werden sich umgehend mit Commander Cassels, Lieutenant Jacobs und Fähnrich McLure bei mir melden. Sofort!" Branford stöhnte und rief die Offiziere über Interkom zusammen. Fünf Minuten später standen die drei mehr oder minder ausgeschlafen vor seinem Quartier. Ohne ein Wort zu wechseln folgten sie ihm.
Peterson ging hektisch im Konferenzraum von Deep-Space-Nine auf und ab. Branford, Jacobs, McLure und Cassels betraten den Raum. "Guten Morgen, Admiral. Was möchten Sie..." begrüßte Branford den Admiral. Der starrte ihn wutentbrannt an: "Nehmen Sie Haltung an! Alle miteinander!" Die Vier standen stramm. So gedemütigt hatte sich Branford schon lange nicht mehr gefühlt. "Sie haben an einer Sauforgie auf Bajor teilgenommen. Aber das war nicht genug! Sie hielten es auch noch für nötig, sich mit anderen Sternenflottenoffizieren zu prügeln! Was haben Sie dazu zu sagen, Captain?" Cassels erwiderte: "Sir, ich will etwas dazu sagen. Ich trage Schuld an dem Geschehenen. Wenn Sie jemanden bestrafen, dann mich." "Verlassen Sie sich darauf, Commander. Wenn ich könnte und Sie sich nicht so große Verdienste erworben hätten, dann würde ich Sie so weit degradieren, dass Sie 'Ja,Sir!' zu Fähnrich McLure sagen müssten. Verdammt!" Jacobs bemerkte entschuldigend: "Wir haben uns nur verteidigt, Admiral." "Reden Sie keinen Blödsinn, Lieutenant! Laut dem Bericht einiger Sternenflottenoffiziere hat Mister Cassels zuerst Fähnrich Jones die Nase gebrochen." "Seien Sie versichert, Sir, ich würde es jederzeit nochmal machen. Mit dem größten Vergnügen." Peterson stand direkt vor Cassels hin. Kein Atemzug war zu hören, keiner traute sich, ein Wort zu sagen. "Commander, ich werde meinen Vorschlag in die Tat umsetzen, falls sich sowas nochmal ereignet! Und jetzt gehen Sie mir aus den Augen! Wegtreten!" Die Vier verließen fluchtartig den Raum. Draußen sagte Branford zu Cassels: "Eine tolle Rede, Jake. Wenn Sie sich nur die kleinste Kleinigkeit erlauben, können Sie sich wieder mit Fähnrich anreden lassen." Cassels zuckte mit den Schultern: "Das war es wert, Captain. Mit Sicherheit!" Auf dem Promenadendeck kam es kurz darauf fast nochmal zu Problemen. Sechs der Männer, die auf Bajor in die Schlägerei verwickelt waren, kamen auf sie zu. Der vordere von ihnen rempelte Cassels absichtlich an. McLure wollte ihm schon wieder an die Gurgel, doch Cassels hielt ihn zurück. "Bleiben Sie ruhig,Luke." Er sah den Mann an:"Haben Sie ein Problem, Fähnrich?" Er sah ihm direkt in die Augen: "Ich würde mir wünschen, Ihnen eine zu verpassen. Doch dazu müssten Sie ihre Rangabzeichen ablegen, Commander." Cassels lachte: "In einer Stunde in der Sporthalle. Guter, alter Boxkampf. Nach den Regeln der Kunst." Cassels ließ den verduzten Mann stehen und ging mit den Drei weiter zum Schiff. "Wollen Sie sich wirklich mit dem Kerl prügeln, Jake?" fragte Jacobs. Cassels nickte grinsend: "Ich prügle mich nicht, Sam. Boxen ist eine Kunst, und die will ich diesem Grünschnabel beibringen. Wie richtige Gentlemen."
Branford zog es vor,dem Kampf nicht beizuwohnen. Cassels kehrte keine fünf Minuten später zurück. Er hatte nicht einen Kratzer. Als er die Brücke betrat, sahen ihn alle an. Branford blickte ihn an: "Sie haben ihn aber nicht umgebracht, Jake? Oder?" Cassels lachte: "Nein, Captain. Sein Kiefer muss nur rejustiert werden. Das ist alles." "Gehen Sie auf ihre Station, Commander." entgegnete Branford genervt.
Als seine Schicht zwei Stunden später beendet war, ging er noch etwas auf Deep-Space-Nine spazieren. Er durchstreifte einige Geschäfte. Nach einer halben Stunde erreichte ihn einen Mitteilung. "Sir, hier spricht Unas. Wir haben Einsatzbefehle erhalten, die besagen, dass wir binnen fünf Stunden zur Caridian II-Kolonie aufbrechen müssen. Ein Versorgungsflug." Branford bestätigte: "Verstanden, Lieutenant. Organisieren Sie das Verladen der Güter. Ich komme sofort."
Fogarty blickte wütend auf die Einsatzbefehle auf dem Kontrollmonitor seiner Station. Es war ein simpler Nachschubflug, auf dem sie landwirtschaftliche und allgemeine technische Geräte für die Kolonie transportierten. Außerdem wurden noch Replikatoren geladen. Die Tür öffnete sich und Captain Branford betrat die Brücke. "Ihren Bericht, Nummer 1." ordnete er an. Fogarty hielt ihm ein Datenpad an: "Es ist kaum zu glauben. Die U.S.S. Defiance ist vor zwei Wochen zu der Kolonie geflogen. Durch den Fehler eines Logistikoffiziers können wir nun die dringend benötigten Güter nachliefern. Soweit,so schlecht. Die Güter wurden verladen, wir sind startklar." Branford nickte: "Danke, Commander." Er ging zu seinem Sessel und nahm Platz: "Lieutenant Unas, lösen Sie die Verbindungen zu Deep-Space-Nine." Cassels meldete sich: "Sir, alles klar zum Abflug. Triebwerke haben Testsequenz durchlaufen." "Manöverieren Sie uns hier weg, Lieutenant." befahl er. Mit großem Geschick steuerte sie das Schiff von der Station weg. "Captain, Kurs auf das Wurmloch liegt an." meldete Unas. Branford entgegnete: "Halbe Impulskraft voraus. Bringen Sie uns rein." Die Exeter glitt auf das Wurmloch zu. Die Sensoren zeigten seine Position an, obwohl es noch nicht sichtbar war. "Sir, die Sensoren erkennen eine Raumverzerrung direkt vor uns. Das Wurmloch!" meldete Crusher. Vor dem Schiff tat es sich auf. Es war überwältigend groß, mehr als zwanzigmal größer als die Exeter. Unas steuerte das Schiff in das Wurmloch hinein. Der Durchflug ergab erstaunlich wenig Erschütterungen. Es vergingen knapp zehn Sekunden, da erreichte das Schiff das andere Ende des Wurmloches. "Willkommen im Gamma-Quadranten, meine Damen und Herren." Branford hatte sich erhoben. "Setzen Sie Kurs auf das Caridian-System, Lieutenant Unas. Warp 5." Unas erwiderte: "Alles bereit, Captain." Branford deutete auf den Schirm: "Beschleunigen Sie." Die Exeter ging auf Überlichtgeschwindigkeit. "Flugzeit zum Caridian-System beträgt sieben Stunden, achtzehn Minuten." meldete McLure. "Danke, Mister McLure." Branford ging zur taktischen Station. "Wie sieht es mit den taktischen Systemen aus, Lieutenant?" fragte er Crusher. Er sah zu seinem Captain auf: "Phaserbänke und Torpedolauncher sind voll einsatzbereit. Torpedovorrat wurde ergänzt, die Deflektorschilde sind zu 100% einsatzfähig." Randolph, der ebenfalls an der taktischen Station arbeitete, widersprach ihm: "Nicht ganz, Lieutenant. Die Schildstärke könnten noch optimiert werden, und zwar um weitere 3%." Crusher sah ihn an: "Und wie, wenn ich fragen darf?" Randolph deutete auf seinen Bildschirm: "Hier, so könnte es klappen. Die Anpassung der Deflektorgitter würde die Effizienz verbessern. Die Verlagerung könnte auch etwas bringen." Der 1. taktische Offizier schüttelte den Kopf: "Vielleicht. Aber bei Schäden würden wir ein ganzes Gitter verlieren. Ich glaube kaum, dass diese Aktion mehr Nutzen als Nachteile bringen würde." "Wenn wir sie nicht ausprobieren, werden wir das nicht herausfinden!" erwiderte Randolph energisch. Crusher blickte ihn scharf an: "Hören Sie, ich halte diese Idee für nicht durchführbar." "Wie ist Ihre Meinung, Captain? Sollten wir es nicht versuchen?" fragte Randolph. Branford blickte skeptisch drein: "Lieutenant, ich schätze Ihren Eifer, aber Ihr Ansprechpartner für Verbesserungen ist Mister Crusher. Seine Meinung zählt. Ich bin immer für Verbesserungsvorschläge offen, aber diese sind vom zuständigen Abteilungsleiter vorzubringen. Ich danke Ihnen." Er drehte sich herum und verließ die Brücke. Crusher wandte sich von Randolph ab und machte seine Arbeit weiter.
Chief Andrew Lamar saß im Gemeinschaftsraum und nahm einen Schluck aus seinem Glas. Er war mit Branford zum Essen verabredet. Sein Kommandant betrat den Raum und nahm an seinem Tisch Platz. "Hallo, Andrew. Wie geht es ihnen?" Lamar schaute eher gleichgültig drein: "Es geht so. Wir haben den Transporter angepasst, da er die letzten Male einige Probleme mit dem Musterpuffer hatte." Der Barkeeper kam an ihren Tisch und fragte nach Branfords Wunsch. Er bestellte eine Roastbeef und ein Wasser und lehnte sich zurück. "Andrew, wie gefällt es Ihnen mittlerweile an Bord?" fragte Branford. Die Frage war berechtigt, denn Lamar war erst zwei Monate zuvor an Bord gekommen. Vorher war er auf der U.S.S. Akropolis gewesen. Branford kannte ihn von seiner Dienstzeit an Bord der U.S.S. Dwight D. Eisenhower. Das war vor sieben Jahren. Branford war Lieutenant und als 2.Taktischer Offizier an Bord. Lamar war der Chief der technischen Sektion Impulstechnik an Bord. Er lernte den jungen Offizier kennen und freundete sich mit ihm an. Branford kam mit dem arroganten Offiziersstab der Eisenhower nicht klar und hielt sich viel im Maschinenraum bei dem Technikerstab auf. Die Dienstzeit an Bord des Schiffes betrug nur neun Monate, dann erhielt Branford eine Beförderung und nahm eine Stelle als 1.Taktischer Offizier auf der U.S.S. Melbourne an. Nach dieser Zeit trafen sie sich noch häufig auf irgendwelchen Anlässen. Vor zwei Monaten wurde Lamars damaliges Schiff außer Dienst gestellt. Branford benötigte einen Transporterchef und fragte ihn, ob er nicht die Stelle übernehmen wollte. Er willigte ein. Lamar erwiderte lächelnd: "Nun, mein Team ist wirklich nett. Sie haben mich gut aufgenommen und unterstützen mich. Es war eine gute Entscheidung, an Bord der Exeter zu kommen. Erst war ich mir nicht sicher, aber Sie haben mich überzeugt." Er lachte kurz und blickte Branford dabei an. Branford war irritiert: "Was ist denn, Andrew?" "Nun, ich konnte Sie mir nicht als Captain vorstellen. Ich habe Sie eben immer noch als Lieutenant junior grade in Erinnerung. Es sind sieben Jahre, aber Sie wurden auch vier mal befördert. Wenn ich mich richtig erinnere, hatten sie jedes Mal, wenn wir uns wiedersahen, einen anderen Rang. Vor zwei Jahren waren Sie noch Commander." erwiderte Lamar. Branford nickte: "Ja, das war auf Sternenbasis 22. Da war eine Feier anlässlich der Indienststellung der U.S.S. Clemenceau. Ich erinnere mich, wie begeistert Sie von der Intrepid-Klasse waren." "Ja. Und nun gehöre ich selbst zu der Crew eines solchen Schiffes. Aber die Feier geriet etwas aus der Ordnung." "Ich weiß, was Sie meinen. Dieser Lieutenant Commander Brian Paul von der Clemenceau hatte doch einen Streit angezettelt und mit zwei anderen Leuten einen Lieutenant von der Yorktown niedergeschlagen. Daraufhin haben wir uns eingemischt." Lamar lachte: "Das war ein guter Kampf. Ich erinnere mich gerne daran."
Es war zwei Stunden später. Randolph befand sich an der taktischen Station und arbeitete. Die Lifttür öffnete sich und die nächste Schicht betrat unter Führung von Lieutenant Crusher die Brücke. Er ging zu Fogarty hin. "Guten Tag, Sir. Gibt es irgend etwas Besonderes?" Fogarty erhob sich aus dem Kommandosessel. "Wir haben Kurs auf das Caridian-System. Der Maschinenraum remoduliert die Feldgitter und wartet den Impulsantrieb. Keine sonstigen Vorkommnisse." Crusher nickte: "Danke. Ich löse Sie ab, Sir." Fogarty verließ mit seiner Schicht die Brücke. Crusher bestätigte den Kommandowechsel: "Es beginnt die Beta-Schicht." Der Offizier an der taktischen Station, Fähnrich Oliver, hatte etwas entdeckt. "Sir, ich habe hier einige Abweichungen in den Schildsystemen. Hätten Sie einen Augenblick Zeit?" Crusher ging zu der taktischen Station und sah sich die Daten an. Je weiter er kam, desto wütender wurde er. "Danke, Fähnrich. Machen Sie weiter, ich kümmere mich darum." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Crusher an Randolph, melden Sie sich sofort bei mir!"
Es vergingen keine zwei Minuten, da war Randolph auf der Brücke. "Lieutenant, Sie haben eigenmächtig die Konfiguration der Schilde geändert. Wir waren uns doch einig, das zu unterlassen!" Randolph blickte unschuldig drein: "Ich habe herausgefunden, dass diese Veränderung die erhofften Optimierungen bringen. Entgegen Ihrer Meinung." Crusher blickte ihn wütend an: "Sie haben keine eigenmächtigen Entscheidungen zu fällen, Lieutenant!" Er sah zu Oliver hinüber: "Fähnrich, ändern Sie die Konfiguration auf die Einstellung vorher." Randolph entgegnete: "Sie wollen doch nur nicht zugeben, dass ich recht hatte!" "Diese Einstellungen beinhalten die Gefahr, die ich Ihnen bereits genannt habe. Das will ich nicht riskieren!" Randolph wollte noch etwas sagen, aber Crusher schnitt ihm das Wort ab: "Sie können wegtreten, Lieutenant!" Randolph verließ wutschnaubend die Brücke.
Im Maschinenraum stützte sich Lieutenant Harrold Austin verzweifelt auf seine Arbeitskonsole. "Nein, nein, das klappt einfach nicht! Die verdammten Induktorventile!" Valerie kam zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter: "Was ist denn, Harry?" "Es sind die Induktorventile. Sie lassen sich einfach nicht auf den bestmöglichen Materiestrom einstellen! Ich bekommen sie einfach nicht so hin, wie ich es will!" Valerie sah sich die Daten an: "Versuch es über das Subprogramm des Materiestroms. Wenn du es auf den Wert 1.16 einstellst, müsste es klappen." Austin stellte den Wert auf 1.16 ein und wartete kurz ab. Nach einem Test fiel er Valerie um den Hals: "Fantastisch, es hat funkioniert! Woher hast du das gewußt?" Sie lächtelte: "Auf der Galaxy haben wir vom Warpantrieb her ein älteres System als die Exeter. Wir müssen uns ein bißchen was einfallen lassen, um mit den neueren Schiffen mitzuhalten! Bei uns musste ich so ein Subprogramm erst mal schreiben." Austin blickte sie bewundernd an: "Wirklich beeindruckend, Val. Ich muss mich revanchieren. Kann ich dich zum Essen einladen?" Sie nickte lächelnd: "Gerne."
Branford saß im Bereitschaftsraum, da ertönte ein Signal. Er rief "Herein", die Tür öffnete sich und Crusher betrat den Raum. Branford sah, dass er ziemlich aufgebracht war. "Was haben Sie, Lieutenant?" Crusher sah ihn an: "Sir, ich werde das nicht länger mitmachen! Ich weiß mittlerweile nicht mehr, ob Randolph mein Vorgesetzter ist oder ich seiner!" Branford legte das Datenpad zur Seite: "Nennen Sie mir bitte den Grund." "Er macht mich vor versammelter Mannschaft zu einem Idioten, er greift meine Autorität an und ist aufsässig!" Branford erwiderte: "Ich werde Mister Fogarty daraufhin ansprechen. Er ist dafür zuständig." Crusher nickte: "Vielen Dank, Sir."
Kurz darauf rief Branford seinen 1.Offizier zu sich. "Nummer 1, Lieutenant Crusher war bei mir. Er hat sich über Randolphs Eigenmächtigkeiten und Aufsässigkeit beschwert." Fogarty war erstaunt: "Ich hatte eigentlich gedacht, das wäre nicht so tragisch. Dass die zwei Differenzen hatten, wusste ich. Aber dass es so schlimm ist, das nicht." "Ich möchte, dass dieses Problem aus der Welt geschafft wird. In einer Krisensituation brauche ich eine taktische Crew, die zusammenarbeitet. Übernehmen sie das." Fogarty nickte und verließ den Raum. Er rief Crusher und Randolph zu sich. Die Besprechung fand in der Aussichtslounge statt.
Randolph saß zur gleichen Zeit im Kommandosessel der Exeter. McLure und Waringthon hatten Dienst an der OPS und der Steuerzentrale. "Bericht, Mister McLure." ordnete er an. McLure erwiderte: "Wir haben Kurs auf Caridian II, Geschwindigkeit Warp 4. Alle Systeme arbeiten normal." Randolph sah ihn an: "Sir!" McLure war irritiert: "Bitte?" "Sie werden mich mit Sir anreden, Fähnrich. Verstehen wir uns?" erwiderte Randolph. McLure biß sich auf die Zunge und nickte: "Ja, Sir." Fogarty betrat die Brücke. "Lieutenant Randolph, begleiten Sie mich bitte." Er wandte sich Waringthon zu: "Fähnrich, Sie übernehmen das Kommando." Sie nickte erfreut: "Jawohl, Sir." Fast ehrfürchtig nahm sie im Kommandosessel Platz. Fogarty betrat mit Randolph die Aussichtslounge. Crusher wartete schon. "Meine Herren, mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihre Streitigkeiten die Sicherheit des Schiffes gefährden. Was sagen Sie dazu?" Randolph sah entrüstet drein: "Das ist alles nur deswegen, weil Mister Crusher meinen Vorschlägen nicht aufgeschlossen gegenübersteht." "Ihre Vorschläge sind mir etwas zu abenteuerlich, Lieutenant! Schildgitter zu remodulieren und dabei zu riskieren, dass im Falle eines Treffers die gesamte Energieversorgung zusammenbricht, ist ein ziemlich gewagtes Spiel! Sie haben keine Ahnung...." Fogarty unterbrach die beiden: "Mister Randolph, ist es richtig, dass Sie eigenmächtige Änderungen am Schild- und Waffensystem vorgenommen haben?" Er nickte und versuchte, sie zu rechtfertigen: "Sir, diese Veränderungen hätten sich bewährt, wenn sich Crusher damit auseinandergesetzt hätte!" "Lieutenant Crusher ist Ihr vorgesetzter Offizier! Das sollten Sie nicht vergessen! Andererseits, Mister Crusher, haben Sie vielleicht nicht immer ein offenes Ohr für Verbesserungsvorschläge." Crusher nickte: "Das mag schon sein. Aber als 1.taktischer Offizier obliegt es meiner Verantwortung, die ständige Einsatzbereitschaft der kompletten taktischen Ausrüstung zu gewährleisten. Und das geht nicht, wenn ich zu jedem Schichtbeginn die Schilde neu einstellen und die Waffensysteme rejustieren muss." Fogarty nickte: "Also gut. Wir werden die Angelegenheit folgendermaßen regeln: Mister Randolph, Sie wenden sich mit Verbesserungsvorschlägen an Ihren vorgesetzten Offizier. Falls ich noch mehr Klagen bekommen sollte, werde ich Sie persönlich auf den letzten Posten der Galaxie versetzen. Ist das klar?" Randolph nickte verbissen: "Sicher, Commander." "Und was Sie angeht, Mister Crusher: beherzigen Sie die Vorschläge von Mister Randolph. Nur dann ist es gewährleistet, dass Sie eine effektive taktische Abteilung bilden." Crusher nickte ebenfalls: "Wir werden es versuchen, Commander." "Das wäre dann alles, meine Herren. Sie können gehen." schloss Fogarty die Besprechung.
"Jenny, die achteren Sensoren verlieren an Leistung. Sie wurde um 20% vermindert." meldete McLure. Sie überprüfte die Sensoren und stellte fest: "Die Stellar-Kartographie zieht zuviel Energie aus dem achteren Energiekreislauf." Sie tippte ihren Insignienkommunikator an: "Brücke an Stellar-Kartographie." "Hier ist Lieutenant Williams. Was gibt es?" meldete sich der Leiter. "Hier spricht Fähnrich Waringthon, der kommandierende Offizier. Ihre Abteilung benötigt zuviel Energie. Unsere hinteren Sensoren verlieren dadurch ihre Effektivität. Senken Sie bitte ihren Energieverbrauch." Williams erwiderte gereizt: "Ist das ein Befehl, FÄHNRICH?" Waringthon bejahte: "Sie können es so verstehen. Den Anweisungen des jeweiligen Kommando-Offiziers ist in jedem Fall Folge zu leisten, unabhängig vom Rang." "Es wird erledigt. Williams Ende." McLure meldete: "Die Leistung der hinteren Sensorenpalette steigt wieder auf normales Niveau, Mam." Waringthon schaute ihn lächelnd an: "Übertreib' es nicht, Luke. Diese Situation wird nicht öfters vorkommen. Oder glaubst du, dass ich des öfteren das Kommando habe?" McLure schaute sie schräg an: "Nun, ein halbes Rangabzeichen mehr und es könnte klappen, Jenny." Die Lifttür öffnete sich und Samuel Jacobs betrat die Brücke. Waringthon stand auf. "Möchten Sie übernehmen, Sir?" fragte sie ihn. Jacobs sah sie irritiert an: "Wieso denn, Fähnrich? Sie haben doch alles im Griff." Sie sah stolz drein: "Wie Sie meinen, Lieutenant."
Branford ging durch die Korridore des Schiffs. Er wollte in das Labor, um Delany nach den Fortschritten bei der Auswertung der Artefakte zu befragen. Als er das Labor betrat sah er, dass Valerie Gansburry ihm half. "Guten Morgen. Lieutenant, offenbar haben Sie Hilfe erhalten." Delany sah wie immer gestresst aus, erwiderte aber freundlich: "Ja, Valerie ist mir eine enorme Hilfe." Branford sah sich die Artefakte an: "Wie kommen Sie voran?" "Nun, wir haben die Funde von Liro IV analysiert. Sie sind zum großen Teil über zwei Millionen Jahre alt. Nur bei den Funden von dem dritten Planeten haben wir noch keine Fortschritte gemacht. Wir haben angenommen, sie stammen aus derselben Zeitperiode." Es ertönte ein Kommunikatorsignal. "Cassels an Gansburry. Val, wenn es deine Zeit erlaubt, kannst du mir bei der Neujustierung der Injektordüsen helfen." Valerie tippte ihren Kommunikator an: "Ich komme, sobald es geht, Jake. Gansburry Ende." Delany sah sie an: "Wenn Sie möchten, können Sie zu unserem Chefingenieur gehen. Wir machen dann heute nachmittag weiter." Valerie freute sich und verließ den Raum. "Eine bemerkenswerte junge Dame. Sie hat mich schwer beeindruckt." bemerkte Delany. Branford nickte: "Nicht nur Sie, Lieutenant. Wir sehen uns dann."
Er löste mit seiner Schicht, die aus Jacobs, Unas und Crusher bestand, die Brückencrew ab. Sandra Galen war ebenfalls da. Crusher scannte routinemäßig den Sektor. Die Sensoren erfassten ein Objekt. "Sir, ich scanne ein Schiff in unserer Flugbahn. Entfernung zehn Flugminuten mit derzeitiger Geschwindigkeit." "Können sie das Schiff identifizieren, Mister Crusher?" fragte Branford. Crusher schüttelte den Kopf: "Nein, Sir. Auf diese Entfernung noch nicht möglich." Branford stand auf: "Gelber Alarm. Verteidigungsbereitschaft einnehmen." Das Schiff wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Branford war nervös. Was war da draußen? Er ging unruhig auf und ab, bis Crusher ihm mitteilte, was er herausgefunden hatte. "Sir, es ist ein Schiff der Galaxy-Klasse, allerdings sendet es keine ID-Signale. Ich orte keine Warpfelder, keine Impulskurve. Es scheint fast so, als ob..." Branford vollendete den Satz: "... als ob das Schiff treibt. Rufen Sie das Schiff." Crusher versuchte es, bekam jedoch keine Antwort. "Das Schiff reagiert nicht auf unseren Ruf." meldete Crusher. Branford befahl: "Gehen Sie auf Impulskraft runter, Lieutenant." Die Exeter ging auf Unterlichtgeschwindigkeit. "Wann kommt das Schiff in Sichtweite, Mister Jacobs?" fragte er seinen Einsatzleiter. "Wir kommen in zwanzig Sekunden in Sichtweite." Branford wartete ab. Nach der Zeitspanne befahl er: "Auf den Schirm, Lieutenant." Die gesamte Brückencrew erschrak bei dem Anblick, den der Hauptbildschirm bot. Es war ein Schiff der Galaxy-Klasse, das steuerlos im Raum trieb. Man konnte deutlich Dutzende von Einschüssen erkennen. Das Schiff hatte eine Warpgondel verloren und ein Teil der Untertassensektion war anscheinend weggesprengt worden. "Es ist die Defiance. Mein Gott!" entfuhr es Branford. Sandra Galen war ebenfalls aufgestanden: "Vielleicht konnte die Crew entkommen." Jacobs machte die Hoffnung zunichte: "Tut mir leid. Alle Fluchtkapseln sind an ihrem Platz. Ich orte etwa 900 leblose Körper in dem Schiff. Lebenzeichen sind ebenfalls noch vorhanden. Sie konzentrieren sich auf den Gemeinschaftsraum und die Krankenstation." Branford sah verbittert aus: "Branford an Krankenstation. Stellen sie ein Notfall-Team zusammen. Wir treffen uns im Transporterraum. Ich werde rübergehen. Lieutenant Unas, Sie haben das Kommando. Mister Jacobs, Mister Crusher, Sie kommen mit." Branford, Jacobs und Crusher rannten zum Transporterraum. Er steckte sich einen Phaser und einen Tricorder ein, dann bestieg er die Plattform. "Können wir auf die Brücke beamen, Chief?" fragte er. Lamar nickte: "Die Atmosphäre ist in Ordnung. Wir können, Captain." Branford nickte und Lamar begann den Beamvorgang.
Das Team um Branford entmaterialisierte und erschien auf der Brücke der Defiance wieder. Sie war in ein rotes Notlicht getaucht. Es lagen überall Trümmer und Duranium-Träger herum. Einige leblose Körper lagen auf dem Boden. Branford erkannte geschockt, dass im Kommandosessel der erschlaffte Körper von Captain Waringthon saß. Ein Splitter eines herabstürzenden Trägers hatte ihn tödlich in den Rücken getroffen. Doctor Sanders signalisierte, dass es zu spät war. Auf dem Aufgang zur taktischen Station lag Lieutenant Bill Haley, der Einsatzleiter. Eine explodierende Konsole der Seitenwand hatte ihn offensichtlich getötet. Tarall, der vulkanische Sicherheitschef lag eingeklemmt unter einem Duranium-Träger. Sanders untersuchte ihn und schüttelte den Kopf. Crusher, der auch mit Branford an Bord der Defiance gedient hatte, war tief erschüttert. "Lieutenant, es tut mir leid. Dies hier waren auch meine Freunde. Beamen Sie an Bord der Exeter zurück." Crusher schüttelte den Kopf: "Nein, Captain. Ich will und ich kann meinen Dienst erfüllen." Er ging den Aufgang hinauf und sah sich um. Plötzlich schrie er: "Sir, kommen sie schnell! Captain!" Branford stürmte den Aufgang hinauf und blieb geschockt stehen. Dort auf dem Boden lag Nella Darin. Sie war offenbar mit dem Rücken an einer Konsole gestanden und wurde durch ihre Explosion getötet. Branford kniete sich neben ihr auf den Boden und nahm ihren leblosen Körper in die Arme. Ihm rannen die Tränen aus den Augen. Sanders trat zu ihm hin und scannte Darin. Er schüttelte den Kopf und legte Branford die Hand auf die Schulter. "Es tut mir leid, Sir. Ich kann nichts mehr für sie tun." sprach er sanft. Branford erwiderte nichts. Er hielt sie einfach nur in den Armen und weinte.
Lieutenant Jacobs öffnete unterdessen die Tür zum Bereitschaftsraum. Der Raum war dunkel und er konnte beinahe nichts sehen. Er befahl dem Computer Notbeleuchtung, doch er reagierte nicht. Jacobs zog seine Lampe aus dem Gürtelhalfter und schaltete sie ein. Er ließ den Lichtkegel kreisen. Plötzlich stockte er. In der Ecke kauerte ein Mann in einer roten Uniform. Er hielt einen Typ I-Phaser in der Hand. "Sie werden mich nicht kriegen! Ich nehme einige von euch noch mit in den Tod!" Jacobs nahm die Hände hoch: "Schießen Sie nicht! Ich bin Lieutenant Jacobs von der U.S.S. Exeter. Wir sind hier, um zu helfen!" Der Mann ließ die Waffe sinken. In dem Augenblick kam Crusher herein. "Commander Coburn! Sir!" rief er und lief zu ihm. Er war offenbar schwer verletzt, den er bewegte sich kaum. "Wesley! Es war furchtbar. Sie, sie..." schluchzte er. Crusher rief hinaus: "Doctor, kommen Sie bitte!" Er wandte sich Coburn zu: "Ganz ruhig, Commander. Man wird Ihnen helfen." Coburn wurde zusammen mit Lieutenant Pizoll, die ebenfalls noch lebte, an Bord der Exeter gebeamt.
Crusher und Branford waren die Letzten, die noch an Bord waren. Der Captain irrte auf der zerstörten Brücke umher. Es waren mittlerweile drei Stunden vergangen. Das Prisenkommando hatte alle Leichen geborgen, die zugänglich waren. Es gab eigentlich keinen Grund mehr, an Bord zu bleiben. "Cassels an Brandford, Sir, wir haben die Analyse der Lage auf der Defiance abgeschlossen. Sir?" ertönte ein Ruf. Branford antwortete nicht. "Captain, was ist mit Ihnen?" fragte Cassels nochmal. Crusher tippte seinen Insignienkommunikator an: "Hier ist Lieutenant Crusher. Sprechen Sie." Cassels antwortete: "Die Defiance ist generell nicht mehr tiefenraumtauglich. Ihre Impuls-, Warp-, Waffen- und Lebenerhaltungssysteme sind irreparabel beschädigt worden. Ich fürchte, wir müssen die letzte Aktion vollbringen. Leider." Crusher bestätigte: "Danke, Commander. Crusher Ende." Er sprach den apathischen Branford an: "Sir, wir müssen gehen. Jetzt gleich!" Branford sah ihn nur an: "Was ist, Lieutenant?" Crusher wiederholte mit fester Stimme: "Wir müssen von Bord gehen. Die, die das getan haben, könnten zurück kommen. Sir, bitte!" Branford nickte: "Sie haben recht." Er tippte seinen Kommunikator an: "Branford an Exeter, zwei Personen zurückbeamen!" Die beiden entmaterialisierten und erschienen im Transporterraum wieder. Branford legte seine Ausrüstung ab und ging in Begleitung von Crusher zur Brücke.
Die Crew war außergewöhnlich still, als er die Brücke betrat. Sehr langsam ging er zu seinem Sessel. Sandra Galen sah ihn an und er bemerkte, wie sehr sie mit ihm litt. "Chris, es tut mir unendlich leid. Wir leiden mit dir." Branford nickte traurig: "Danke, Sandra. Ich kann im Augenblick nicht klar denken." Er wandte sich dem Hautpschirm zu: "Mister Jacobs, ist der Selbstzerstörungsmodus der Defiance einsatzbereit?" Jacobs scannte das Schiff und schüttelte den Kopf: "Nein, Captain. Die Verbindungen sind unterbrochen." Branford erhob sich: "Also, dann müssen wir es anders machen. Einstellung 5 bei zwei Torpedos müßte reichen. Lieutenant Unas, bringen Sie uns in eine sichere Position." Die Brückencrew erhob sich, um der Defiance einen letzten Gruß zu erweisen. "Feuern Sie die Torpedos ab, Mister Crusher." befahl Branford. Crusher bestätigte. Die zwei Torpedos verwandelten die Defiance in einen Feuerball. Dann war außer einigen Trümmern nichts mehr zu sehen. "Mister Jacobs, senden Sie eine Nachricht an das Sternenflottenkommando. Per Hyperraumfunk. Teilen Sie ihnen unsere Lage mit und erwähnen sie, dass wir weiterhin Kurs auf Caridian II haben. Wir werden nach den Tatsachen für die Zerstörung der Defiance suchen. Ende des roten Alarms." Jacobs erwiderte: "Sir, ein Funkspruch, der über die Hyperraumrelais geht, braucht etwa drei Tage, bevor er bei dem Oberkommando auf Chaia VII eintrifft." Branford starrte auf der Brücke hin und her. Dann sprach er Unas an: "Setzen Sie Kurs auf Caridian II, Warpgeschwindigkeit 9." Unas nickte: "Alles bereit, Sir." Er deutete auf den Schirm: "Beschleunigen Sie, Miss Unas." Die Exeter ging auf Warpgeschwindigkeit. "Flugzeit zwei Stunden, siebenundzwanzig Minuten." meldete Fogarty. Branford nickte: "Danke, Nummer 1. Sie haben die Brücke. Ich bin auf der Krankenstation. Permanenten gelben Alarm."
Branford ging zusammen mit Lara Unas auf die Krankenstation. Sanders empfing sie mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck. "Sir, von den 69 Überlebenden sind mittlerweile vier an Strahlenvergiftungen gestorben. Commander Coburn und Lieutenant Pizoll sind über den Berg." Branford fragte nach: "Können wir mit dem Commander sprechen?" Sanders nickte: "Ja, Captain. Kommen Sie." Coburn lag im hinteren Teil der Krankenstation. Er sah Branford und versuchte aufzustehen. Sanders warnte ihn: "Commander, bleiben Sie liegen. Sie haben eine schwere Rückenverletzung. Sie können froh sein, dass nichts zurückbleibt." Branford trat an das Bett heran: "Commander, was ist passiert?" Er schaute recht mitgenommen drein. Dennoch antwortete er recht gefasst. "Die Defiance hatte ihren Vermessungsauftrag erledigt und war auf dem Rückweg zum Wurmloch. Auf halbem Weg empfingen wir einen Notruf von der Kolonie auf Caridian II. Wir änderten den Kurs und gerieten vor dem Planeten in einen Hinterhalt. Es waren zwei cardassianische Schiffe der Enhanced-Penetrator-Klasse. Sie wurden begleitet von zwei Schlachtschiffen, deren Bauart uns unbekannt war. Auf jeden Fall analysierten wir, dass ihre Feuerkraft um 50% höher lag als unsere." Er stockte kurz und redete dann weiter. "Eine Zeitlang konnten wir uns verteidigen. Aber die Feuerkraft der Schiffe war zu groß. Sie haben uns, sie haben uns...." Er schluchzte. "Sie haben uns zusammen geschossen. Sie haben nicht aufgehört, selbst als wir kapitulierten. Kurz bevor der Warpkernbruch bevorstand, wurden sie anscheinend abberufen. Sie ließen uns brennend und sterbend zurück." Unas fragte: "Besteht die Möglichkeit, dass es sich um Schiffe des Dominion gehandelt hat?" "Ich weiß es nicht, Lieutenant. Aber da sie mit cardassianischen Kreuzern zusammen waren, besteht diese Möglichkeit durchaus." Branford schloss die Unterhaltung: "Ruhen Sie sich aus, Commander. Wir reden später weiter. Lieutenant, kommen Sie." Die Zwei gingen auf den Korridor hinaus. "Lieutenant, rufen Sie eine Konferenz der leitenden Offiziere zusammen. In einer halben Stunde." befahl er.
Die Offiziere saßen exakt nach dieser Zeit in der Aussichtslounge zusammen. Branford fehlte noch. Die Tür öffnete sich und der Captain betrat den Raum. Seine Offiziere erhoben sich. "Nehmen Sie Platz. Sie wissen alle, dass wir in einer sehr ernsten Lage sind. Wir wissen nicht, mit wem wir es zu tun haben. Mister Crusher, haben Sie ihre Analyse abgeschlossen?" Der Sicherheitschef nickte: "Ja, Sir. Die Konfiguration der cardassianischen Enhanced-Penetrator ist den Anwesenden bekannt. Zu den zwei anderen Schiffen habe ich zu sagen, dass wir mit einem dieser Schiffe fertigwerden müssten. Allerdings unter größten Verlusten, wie ich betonen muss. Wir sind wendiger und haben eine Feuerkraft, die nur um 25% niedriger liegt als die der Defiance, die dafür sehr viel unhandlicher ist. Aber gegen zwei dieser Schiffe und dann noch die cardassianischen Kreuzer, da werden wir nicht bestehen können." Jacobs warf ein: "Also brauchen wir auf jeden Fall Hilfe. Oder?" Crusher nickte: "Es wird kaum zu umgehen sein. Aber von wem?" Fogarty suchte in den Datenbanken nach einer Antwort. Er fand etwas und bemerkte: "Zur Zeit ist nur ein weiteres Schiff im Gamma-Quadranten. Die U.S.S. Petersburgh, eine Fregatte der Constellation-Klasse. Eingeteilt zur Erforschung des Quadranten. Das Kommando hat Captain Nathan Baxter." Jacobs bemerkte ironisch: "Constellation-Klasse? Das sind doch die Dinger, die sie schon vor zehn Jahren einmotten wollten." "In unserer Situation können wir jede Hilfe brauchen, Samuel." erinnerte Lara Unas. Branford stellte Jacobs eine Frage: "Lieutenant, wieso wurden die Schiffe Ihrer Meinung nach abberufen?" Jacobs antwortete skeptisch: "Nun, Captain. Ich habe eine Theorie. Der Gegner muss irgendwo anders noch eine zu verteidigende Position haben. Vielleicht auf Caridian II." Branford sah seinen taktischen Offizier an: "Mister Crusher, erarbeiten Sie mit ihrem Team eine Verteidigungsstrategie gegen diese Schiffe. Wir müssen davon ausgehen, dass wir alleine sind. Gehen Sie auf Ihre Stationen zurück."
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