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Die Abenteuer des Captain Branford
Defiance
Die Bewährungsprobe: Teil 1, Teil 2
Exeter
Begegnung mit der Vergangenheit: Teil 1, Teil 2
Die neuen Verbündeten: Teil 1, Teil 2
Der Feind auf eigener Seite: Teil 1, Teil 2
Der Fluß, des Blutes: Teil 1, Teil 2
Der Reifeprozess: Teil 1
Die Auserwählten: Teil 1
Monarch
Der Rückzug: Teil 1, Teil 2
Zwischen den Fronten: Teil 1
Kampf für die Freiheit: Teil 1, Teil 2

 
Exeter: Der Feind auf eigener Seite
Teil 2
© by Ruppert, T.J. ()

 

Disclaimer: Alle Rechte an Elementen, die aus ST-TOS, ST-TNG, ST-DS9 oder ST-Voyager stammen, liegen ausschließlich bei Paramount Pictures. Alle Rechte an Elementen, die von mir selber erfunden wurden, liegen beim Autor.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Star Trek-Sektion

 

"Kommen Sie bitte herein."

Captain Riker saß in seinem Sessel im Bereitschaftsraum, als Branford eintrat. Er legte sein Datenpad weg und sah ihn an: "Ja, was gibt es, Chris?"

Branford nahm Platz und erwiderte: "Will, ich habe neue Informationen. Mein ehemaliger XO hat mir berichtet, dass Mitglieder des Maquis Informationen über die Verschwörung haben. Ich könnte im Dorvan-System vielleicht etwas herausfinden. Bei Warp 5 ist es nur acht Stunden entfernt."

Riker fragte nochmals: "Was möchtest Du von mir? Du hast es immer noch nicht gesagt."

"Ich wollte Dich um Erlaubnis bitten, dass ich die Kitty Hawk benutzen darf." brachte es Branford heraus.

Der Captain sah ihn an: "Meinst Du, das bringt etwas, Chris?"

"Ja, auf jeden Fall. Es könnte uns helfen, eine eventuelle Gefahr für die Konferenz und vielleicht für die Föderation abzuwenden." erwiderte Branford ernst.

Riker nickte: "In Ordnung. Du hast die Erlaubnis. Wen braucht Du von der Saratoga-Crew?"

"Lieutenant LaSalle, Fähnrich Marcus und Fähnrich Tollat. Wenn Du es gestattest." lautete seine Antwort.

"Genehmigt, Chris." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Riker an Hangarbucht. Machen Sie die Kitty Hawk startklar. Riker an alle Crewmitglieder der Kitty Hawk. Melden Sie sich umgehend an Bord. Ende." Er blickte Branford an: "Viel Glück, Chris."

Branford stand auf. Als er in der Tür stand, drehte er sich um und antwortete: "Danke, Will. Ich melde mich."

 

Pamela Marcus arbeitete mit Fähnrich Tollat an der achteren Wissenschaftstation. Branford trat auf sie zu: "Fähnrich Marcus, Fähnrich Tollat, Sie werden mich zur Kitty Hawk begleiten. Packen Sie bitte Ihre Sachen zusammen und melden Sie sich umgehend an Bord." Die beiden nickten und verließen die Brücke.

Branford tippte seinen Kommunikator an: "Branford an LaSalle. Bitte treffen Sie sich mit mir an Bord der Kitty Hawk. Umgehend."

LaSalle bestätigte: "In Ordnung, ich komme sofort. Ende."

 

Branford betrat mit einer Tasche in der Hand die Schleuse zur Kitty Hawk. Am Eingang stand ein Sicherheitsoffizier. Als er Branford sah, nahm er Haltung an.

"Lieutenant Branford! Ich dachte nicht, dass Sie so früh kommen."

Branford nickte: "Stehen Sie bequem. Wieviele Leute fehlen noch?"

"Nur vier, Lieutenant. Wir sind annähernd startbereit. Kommen Sie, ich führe Sie zur Brücke. Man wird Ihr Gepäck in Ihr Quartier bringen." erwiderte der Offizier und deutete in das Schiff.

 

"Achtung, Kommandierender auf der Brücke!" brüllte der Chief, als Branford die Brücke betrat.

Branford sah sich um. Die Brücke war relativ simpel aufgebaut. Der Kommandosessel war etwa in der Mitte, davor die Stationen für Einsatzleiter und Steuermann. Links und rechts an der Seite waren die Stationen für den taktischen und den wissenschaftlichen Offizier. Im achteren Teil waren die Kontrollen für den Chefingenieur.

LaSalle saß im Sessel des Einsatzleiters. Er erhob sich,als Branford näherkam.

"Ihren Bericht, Lieutenant LaSalle." ordnete Branford an.

LaSalle nickte: "Wir sind bereit, Sir. Die restlichen Crewmitglieder sind eingetroffen. Alle Hauptsysteme wurden einer Ebene-3-Diagnose unterzogen und sind voll einsatzfähig. Steuersysteme in Bereitschaft, Sensorenpaletten sind auch durchgecheckt worden und in Ordnung."

Branford wandte sich zur rechts gelegenen taktischen Station, an der Pamela Marcus saß: "Status der Waffensysteme, Fähnrich?"

Sie erwiderte: "Bug- und Heckphaserbanken zu 100% einsatzbereit. Bug- und Achtertorpedolauncher bereit, Torpedovorrat wurde übernommen. Der Bestand beträgt 35 Stück."

Branford nickte: "Lassen Sie das Testprogramm für die Quantentorpedos nochmal durchlaufen." Er ließ sich in den Kommandosessel gleiten: "Alle auf ihre Stationen. Startvorbereitungen sind abgeschlossen, Schleuse schließen!"

Der Verbindungstunnel wurde geschlossen und zurückgefahren.

"Verbindungen getrennt, Sir." meldete LaSalle.

Branford sah auf die Uhr. Startzeit war um genau 10.00 Uhr. Es war also soweit.

"Bitten Sie um Starterlaubnis. Verbindung zur Brücke." befahl er.

Es meldete sich Lieutenant Conchance: "Hier Conchance. Es ist alles bereit. Viel Glück."

"Danke, Lieutenant. Öffnen Sie die Außenluke." erwiderte Branford.

Auf seinem Monitor erkannte Branford, wie sich die zweiteilige Außenluke öffnete. Er gab den Blick auf die Sterne über ihnen frei.

"Es ist soweit. Andockklammern lösen, Mister LaSalle. Fähnrich Tollat, Manövertriebwerke auf Aufwärtsschub einstellen. Lassen Sie uns hier rausfliegen." befahl er.

Die Saratoga hatte auf Impulskraft verlangsamt. Tollat steuerte das Schiff vorsichtig aus der Hangarbucht. Dann befand sich die Kitty Hawk in freiem Raum. Die Luke schloss sich wieder.

"Sir, die Saratoga wünscht uns viel Glück. Sie setzt den Weg nach Verias III fort." meldete Marcus.

Branford sah auf dem Hauptbildschirm, dass die Saratoga auf Warp ging. Dann war sie verschwunden.

"Fähnrich, Kurs setzen auf Dorvan fünf. Warp 5." befahl Branford.

Tollat nickte: "Kurs eingegeben, Sir."

"Beschleunigen Sie." lautete Branfords knapper Befehl.

 

Fähnrich Auro Tollat überprüfte seine Anzeigen und meldete pflichtbewusst: "Lieutenant, wir erreichen das Dorvan-System."

Branford erhob sich aus dem Kommandosessel: "Auf Impulskraft gehen. Legen Sie Kurs auf Dorvan fünf an. Halber Impuls."

LaSalle hatte einen Sensorenscan gemacht und meldete: "Ich orte keine Schiffe in Sensorenreichweite."

"In Ordnung. Alarm Gelb, Mister LaSalle. Wir wollen uns nicht von unseren eventuellen Verbündeten erwischen lassen." befahl Branford.

Ihm war mulmig zumute. Das Dorvan-System gehörte zum cardassianischen Reich, allerdings war es jedem Sternenflotten-Captain bekannt, dass es so gut wie nie von der cardassianischen Flotte kontrolliert wurde. Sie waren also relativ sicher. Auf dem Planeten lebten auch keine cardassianischen Bewohner, sondern ausschließlich ehemalige Bürger der Föderation. Nur ein- bis zweimal pro Jahr wurden sie von einem cardassianischen Gouverneur kontrolliert.

"Sir, wir nähern uns Dorvan fünf. Ich kann keine Schiffe im Orbit ausmachen." meldete Tollat.

Branford nickte: "Danke, Fähnrich. Schwenken Sie in einen Standardorbit ein."

Der junge Steuermann lenkte die Kitty Hawk in die Umlaufbahn.

"Mister LaSalle, welche Informationen können Sie uns geben?" fragte Branford den Einsatzleiter.

"Auf Dorvan fünf leben etwa 8900 Menschen. Es sind größtenteils Abkommen des Indianerstammes der Cherokee. Es gibt eine größere Ansiedlung, in der etwa ein Viertel der Leute lebt. Die restlichen Bewohner sind weit über den Planeten verstreut und betreiben Landwirtschaft." erwiderte er.

Marcus sah ihn skeptisch an: "Welche Sicherheitskräfte gibt es?"

"Laut unserer Geheimdienstinformationen existiert eine Polizeitruppe von acht Beamten. Es ist eine recht friedliche Welt. Ich sehe auch keine Probleme, wenn Sie in Uniform runterbeamen." beantwortete LaSalle die Frage.

"Ich glaube dennoch, dass wir in Zivilkleidung runtergehen sollten. Fähnrich Marcus, Sie werden mich begleiten. Wir werden die normale Ausrüstung mitnehmen. Ziehen Sie sich um und treffen Sie mich in zehn Minuten im Transporterraum." Marcus verließ die Brücke. Branford wandte sich LaSalle zu: "Sie haben das Kommando. Falls wider Erwarten ein Cardassianer auftaucht, dann verschwinden Sie mit dem Schiff. Wir wollen keine Schwierigkeiten mit ihnen."

LaSalle nickte: "Verstanden. Ich wünsche Ihnen viel Glück."

 

"Alles bereit, Sir. Ihr Phaser und Ihr Tricorder." begrüßte ihn Marcus und reichte ihm die Waffe und das Sensorgerät. Gemeinsam betraten sie die Transporterplattform. Branford hatte sich eine normale Hose, ein Hemd und eine leichte Jacke angezogen, worunter er den Phaser und den Tricorder versteckte. Marcus war ähnlich angezogen. Auf alle Fälle würden sie nicht auffallen.

"Geben Sie Energie, Chief." befahl Branford. Branford und Marcus wurden entmaterialisiert.

 

Sie erschienen auf einer unbelebt wirkenden Landstraße wieder. Marcus sah sich um und führte einen Sensorenscan durch.

"Etwa zwei Kilometer in dieser Richtung liegt die größte Ansiedlung." meldete sie und deutete die Straße entlang.

Branford nickte: "Gehen wir."

 

Die Stadt Sherman Oaks war die größte Ansiedlung des Planeten. Sie verfügte, wie Branford beeindruckt zur Kenntnis nahm, über gut ausgebaute Straßen und moderne Gebäude. Die Menschen, die sich auf der Straße aufhielten, sahen Branford und seine Begleiterin neugierig an.

"Sir, wo sollen wir anfangen? Haben Sie eine Idee?" fragte Marcus.

Branford blickte die Hauptstraße entlang und erblickte eine Art Hotel, etwa 200 Meter entfernt.

"Gehen wir dorthin. In dem Hotel können wir vielleicht einige Informationen bekommen."

 

Der Portier sah Branford und Marcus skeptisch an.

"Wie lange beabsichtigen Sie zu bleiben?" fragte er mürrisch.

Branford lächelte freundlich und erwiderte: "Zwei bis drei Tage. Könnten wir zwei Einzelzimmer haben?"

Der Portier schaute ihn verständnislos an: "Wie? Tut mir leid, aber es sind nur noch Doppelzimmer frei. Hier, ihr Schlüssel. Zimmer 210, zweiter Stock."

 

Das Zimmer war recht gemütlich eingerichtet und verfügte über ein Bad. Branford legte seine Tasche auf das Doppelbett.

"Das könnte gemütlich werden, Pamela. Hoffen wir, dass unser Aufenthalt nicht zu lange dauert." bemerkte Branford.

Marcus lachte: "Ich weiß nicht, mir gefällt es hier."

"Ihre Sorgen möchte ich haben." erwiderte Branford und tippte seinen Insignienkommunikator an: "Branford an Kitty Hawk."

"Hier LaSalle. Schön von Ihnen zu hören. Haben Sie schon etwas herausgefunden?" antwortete sein Stellvertreter.

Branford erwiderte: "Bis jetzt noch nicht, Lieutenant. Tun Sie mir einen Gefallen. Kontaktieren Sie Commander Fogarty an Bord der Exeter. Ich brauche Informationen, wen ich hier kontakten soll. Ich warte auf Ihre Antwort. Branford Ende."

"Bestätigt. Ich melde mich wieder. LaSalle Ende." schloss er die Verbindung.

Branford ließ sich auf das Bett fallen: "Warten wir mal ab, bis sich unser guter Lieutenant LaSalle meldet."

 

Es dauerte beinahe eine Stunde, bis eine Antwort kam.

"Kitty Hawk an Branford, LaSalle hier."

Branford bestätigte: "Hier Branford. Sprechen Sie, Lieutenant."

"Ich habe mit Commander Fogarty gesprochen. Laut seinem Informanten sollen Sie einen älteren Mann namens John Dole kontaktieren. Er müßte sich in Sherman Oaks befinden. Er kann Sie zum Maquis führen." erwiderte LaSalle.

"Danke, Lieutenant. Branford Ende." schloss er die Verbindung. Er sah Marcus an: "Kommen Sie, Pamela."

 

Branford trat an die Theke heran und läutete. Der mürrische Portier erschien und fragte: "Was wünschen Sie?"

"Ich suche einen Mann namens John Dole. Kennen Sie ihn?"

Er sah ihn mißtrauisch an: "Weswegen suchen Sie John?"

"Ich habe gehört, er kennt alles und jeden. Wir benötigen seine Hilfe. Bitte, wo kann ich ihn finden?" fragte Branford in einem demütigen Tonfall.

"Versuchen Sie es in der Longhorn Bar. Vielleicht ist er dort." lautete die knappe Antwort.

 

Die Longhorn Bar war schnell gefunden. Es war eine schmuddelige Kneipe, in der dunkle Gestalten an den Tischen saßen. Branford blickte Pamela an: "Hören Sie, ich glaube unsere Chancen sind größer, wenn Sie mit dem Barkeeper reden."

Sie nickte und trat an die Theke heran. Branford war überrascht, wie leicht sie ihn mit einem Lächeln weichkochte. Bereitwillig gab er Auskunft und deutete auf einen älteren Mann, der an einem Ecktisch saß.

"John Dole?"

Der Mann sah zu Branford auf und nickte: "Der bin ich. Und Sie sind?"

Branford erwiderte: "Christopher Branford. Meine Begleiterin, Pamela Marcus."

"Setzen Sie sich bitte. Möchten Sie etwas zu trinken?" sagte Dole und deutete auf die Eckbank.

Branford nickte und bestellte zwei Wasser. Dann wandte er sich Dole zu: "Mister Dole, ich habe mit Ihnen eine sehr ernste Angelegenheit zu besprechen. Offen gesagt, ich suche Kontakt zum Maquis."

Dole blickte ihn scharf an: "Sie? Aus welchem Grund?"

"Ich glaube kaum, dass wir hier ungestört reden können. Gehen wir besser raus." bemerkte Marcus.

Dole nickt und stand auf. Branford und Marcus folgten ihm raus auf die Straße. Kurz vor dem Ausgang stellte sich Branford ein muskulöser Mann in den Weg: "Wer sind Sie und was wollen Sie hier?"

Branford sah ihn an und erwiderte: "Ich bin nur auf Besuch hier, Mister. Was ich keinesfalls suche ist Ärger."

Der Hüne lachte: "Den wirst Du aber kriegen, wenn Du länger hier rumhängst."

Bevor er einen weiteren Schritt unternehmen konnte, hatte Marcus schon ihren Phaser gezogen und hielt ihn dem Mann vor den Kopf: "Setzen Sie sich besser wieder und trinken Sie noch etwas." Verblüfft folgte er der Aufforderung.

 

Auf der Straße nahm sich Branford die Frau zur Seite: "Das war unklug von Ihnen. Jeder in der Bar, der die Waffe gesehen hat weiß nun, wer wir sind. Außerdem pflegt die Sternenflotte ihre Konflikte anders zu lösen. Beherzigen Sie das."

Sie nickte: "Verstanden. Tut mir leid." Der alte Mann trat an sie heran: "Ich glaube, Sie haben sich vorhin nicht ganz richtig vorgestellt. Ihren Rang haben sie noch nicht genannt."

Branford nickte: "Sie haben Recht, Mister Dole. Ich bin Lieutenant Branford, das ist Fähnrich Marcus. Wir suchen den Maquis, weil wir berechtigte Hinweise haben, dass sie uns helfen könnten, eine Verschwörung innerhalb der Föderation aufzudecken. Eine Verschwörung, die auch negative Folgen für das Dorvan-System haben könnte."

Dole sah ihn mißtrauisch an: "Inwiefern, Lieutenant?"

"Die Verschwörung hat zum Ziel, Cardassia in einen Krieg gegen die Föderation zu verwickeln. Wenn das passiert, werden die Cardassianer die ehemaligen Föderationskolonien dazu benutzen, ein Exempel zu statuieren. Sie werden hier einfallen und alle Bewohner töten." erwiderte Marcus.

Branford nickte ihr zu: "Fähnrich Marcus hat recht. Wenn die Verschwörung erfolgreich ist, könnte sie wirklich zu einer Gefahr für Sie werden."

"Ich werde es überdenken. Kommen Sie morgen um 10.00 Uhr wieder hierher. Bis dann." schloss Dole das Gespräch und ging die Straße hinab.

 

Zehn Minuten später betraten Branford und Marcus wieder das Zimmer. Marcus legte sich auf das Bett: "Ich bin furchtbar müde. Gehen wir schlafen. Es ist schon 21.00 Uhr. Wir haben einen langen Tag gehabt."

Branford legte sich ebenfalls hin. Die Situation war ihm irgendwie unheimlich. Er drehte sich zu ihr um: "Kommen Sie auf keine dummen Gedanken, Fähnrich. Gute Nacht."

 

Ein Sonnenstrahl weckte Branford am nächsten Morgen. Er sah sich um und bemerkte, dass Pamela Marcus nicht mehr im Zimmer war. Er rappelte sich auf und zog seine Kleidung zurecht.

"Kitty Hawk an Branford. Bitte melden Sie sich." kam ein Ruf des Schiffes.

Branford tippte seinen Kommunikator an: "Hier Branford. Was gibt es?"

"Hier ist LaSalle. Ich wollte Ihnen mitteilen, dass ein Frachtschiff in den Orbit eingetreten ist. Wir haben es gerufen, aber keine Antwort erhalten."

Branford engegnete: "Unternehmen Sie nichts, Lieutenant. Überwachen Sie jedoch, ob es ungewöhnliche Kommunikation zwischen dem Schiff und dem Planeten gibt. Branford Ende."

 

Pamela Marcus saß am Frühstückstisch und aß, als Branford den Speiseraum betrat.

"Guten Morgen, Sir. Möchten Sie auch etwas?" begrüßte sie ihn fröhlich.

Branford schüttelte den Kopf: "Nein danke, Fähnrich. Kommen Sie, wir müssen los. Wir sollten Mister Dole in zehn Minuten treffen."

 

Der alte Mann wartete bereits am vereinbarten Treffpunkt. Branford und Marcus begrüßten ihn.

"Lieutenant, Sie haben mir gestern einiges zu denken gegeben." sprach er. Er schwieg einen Moment, dann fuhr er fort: "Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Richtige tue. Aber ich werde Sie zu dem Anführer bringen."

Branford nickte: "Danke, Mister Dole. Ich weiß ihr Vertrauen sehr zu schätzen."

"Wenn wir in etwa die Koordinaten haben, könnte die Kitty Hawk uns hinbeamen." schlug Marcus vor.

Dole war einverstanden: "Das Lager liegt etwa dreißig Kilometer von hier in südwestlicher Richtung. Von da kommen wir schnell hin."

"Branford an Kitty Hawk. Beamen Sie uns auf einen Koordinatenpunkt dreißig Kilometer von unserem jetzigen Standort. Richtung Südwest. Drei Personen." befahl Branford seinem Schiff.

Die Drei wurden vom Transporterstrahl erfasst.

Branford, Marcus und Dole materialisierten in einem bergigen Gelände. Branford zog seinen Tricorder heraus und scannte nach Lebensformen. Das Gerät zeigte mehrere Lebensformen an, in unmittelbarer Nähe. Er ging in die Richtung los und bedeutete Marcus und Dole, ihm zu folgen.

 

Nach fünfzehn Minuten Fußmarsch erreichten sie den Eingang einer Höhle. Dole deutete auf den Eingang: "Kommen Sie, dort hinein müssen wir."

Branford nickte und folgte zusammen mit Marcus dem alten Mann. Sie gingen weiter die Höhle entlang, die definitiv nach unten führte. Nach einiger Wegstrecke konnten sie kaum mehr etwas sehen und schalteten ihre Handscheinwerfer ein. Plötzlich hörte Branford ein Geräusch hinter sich. Er drehte sich herum und leuchtete mit seinem Scheinwerfer auf die Stelle. Dort standen fünf Männer,die Phasergewehre in ihren Händen hielten. Marcus griff nach ihrem Phaser, aber Branford hielt ihre Hand fest: "Lassen Sie die Waffe stecken, Fähnrich. Wir wollen mit diesen Leuten reden."

Der rechte Mann legte einen Schalter um, worauf einige Lichter in der Höhle angingen. Branford und Marcus schalteten die Scheinwerfer aus und steckten sie weg. Dole trat vor Branford und Marcus: "Bringt mich zum Commander. Ich habe wichtige Informationen für ihn. Los!"

Die Männer sahen sich kurz an, dann winkten sie die Drei in einen Nebengang.

 

Nach einem kurzen Fußweg erreichten sie einen saalähnlichen Raum, der gut beleuchtet war. Branford schätzte, dass etwa vierzig bis fünfzig Männer und Frauen dort waren. Sie reparierten oder pflegten Waffen, unterhielten sich oder aßen etwas. Die Männer führten sie weiter in einen Gang hinein. Dort war eine Tür, die der Mann öffnete. Branford, Marcus, Dole und der Führer der Gruppe betraten den Raum.

 

Branford war ziemlich überrascht, wen er zu sehen bekam.

"Captain Branford, oder soll ich lieber Lieutenant sagen? Ich bin sehr überrascht, Sie hier zu sehen."

Der Mann, der da redete, war Frank Duvall. Branford hatte ihn und seine Truppe festgenommen, nachdem sie eine Wissenschaftsstation der Föderation angegriffen hatten. Sie wurden nach seiner Kenntnis zu langen Haftstrafen verurteilt.

Branford sah ihn an: "Ich ebenfalls, Mister Duvall. Mir war nicht bekannt, dass Sie flüchten konnten."

Duvall lachte: "Wir sollten alle nach Septimus Minor IV auf die dortige Strafkolonie verlegt werden. Auf halbem Weg haben wir das Transportschiff übernommen."

"Haben Sie etwa die Crew getötet?" fragte Marcus wütend.

Duvall erwiderte ernst: "Nein. Wir haben Sie auf einer Relaisstation abgesetzt. Von dort sind Sie später gerettet worden. Das Schiff mußten wir leider konfiszieren."

Branford wollte kein Streitgespräch mit dem Maquis-Commander. Er wollte auf das eigentliche Thema hinaus: "Mister Duvall, wir sind aus einem anderen Grund hier. Ich will Ihnen die Problematik erklären. Folgendes, wir haben herausgefunden, dass...."

Branford erläuterte ausführlich seinen Verdacht. Duvall sah ihn nickend an: "Ja, ich fürchte, ich muss Ihnen zustimmen. Ich habe ebenfalls schon dahingehend Berichte erhalten."

Die Tür öffnete sich und eine Frau, die offenbar Bajoranerin war, stürmte herein. Es war Ro Laren, ein ehemaliges Mitglied der Sternenflotte.

"Frank, wir haben enorme Probleme. Laut Berichten unserer Scouts haben einige Föderationsschiffe die cardassianische Grenze überquert. Die Cardassianer werden sich das nicht lange bieten lassen!" berichtete die junge Frau. Sie sah Branford an: "Captain Branford, was wollen Sie hier?"

Duvall antwortete: "Der ehemalige Captain teilt unsere Befürchtungen. Nun, was erwarten Sie von uns?"

"Nun, ich hoffe, Sie können uns helfen, an Informationen zu kommen. Anscheinend wissen Sie über die Verschwörung sehr gut Bescheid." lautete Branfords Antwort. Duvall verzog keine Miene: "Hören Sie, Angelegenheiten der Föderation sind mir egal. Aber die Entwicklung während dieser Verschwörung sehe ich nicht zum Vorteil des Maquis. Ich bin bereit, Ihnen zu helfen." Er drehte sich herum und ging zum Tisch: "Nun, Ihnen ist sicherlich Bertalas II bekannt."

Branford verzog das Gesicht: "Wem nicht? Es ist die Heimat des größten Abschaums dieser Galaxie. Schmuggler, Erpresser und Terroristen." Er war sich der Provokation bewußt, brachte sie aber dennoch vor.

"Nun, auf Bertalas II haben wir einen Informanten namens Larry Potelski. Er wird uns sicher helfen können. Leider ist unser Schiff im Moment im Einsatz, aber Sie haben sicher ein Schiff im Orbit. Oder?" fuhr Duvall ungerührt fort.

Branford nickte: "Ja, natürlich. Sie können noch jemanden mitnehmen. Aber nur eine Person."

Duvall deutete auf Ro: "Laren, Du wirst mich begleiten. Paul, Du hast das Kommando. Wir sind in spätestens drei Tagen zurück."

Branford ging zusammen mit Marcus, Duvall und Ro zurück zur Oberfläche. Er kontaktierte die Kitty Hawk und ließ sich und die drei anderen hochbeamen.

 

"Fähnrich Tollat, setzen Sie Kurs auf Bertalas II. Warp 8."

Branford betrat schnellen Schrittes die Brücke. Noch bevor er im Kommandosessel Platz genommen hatte, führte Tollat den Befehl aus und beschleunigte die Kitty Hawk auf Warpgeschwindigkeit.

"Ihren Bericht, Mister LaSalle." ordnete er an.

LaSalle erwiderte: "Keine besonderen Vorkommnisse, Sir. Das andere Schiff befand sich noch immer im Orbit. Offenbar haben sie nur Waren ausgeladen."

Der Maquis-Commander Duvall lachte: "Sie haben eine volle Ladung rigelianischer Phasergewehre abgeliefert. Die werden uns sehr helfen."

Branford sah ihn gleichgültig an: "Fähnrich Marcus, geleiten Sie unsere Gäste zu den Quartieren und sorgen Sie für eine sichere Unterbringung."

Marcus nickte und begleitete mit einer Wache Duvall und Ro von der Brücke.

Branford sah an sich hinab. Dann wandte er sich Tollat zu: "Wie lange brauchen wir bis nach Bertalas II?"

Tollat erwiderte knapp: "Zwei Stunden, sechzehn Minuten, Sir."

Branford nickte LaSalle zu: "Ich könnte eine Dusche vertragen. Neue Kleidung wäre auch nicht schlecht. Mister LaSalle, Sie haben die Brücke. Rufen Sie mich, falls sich irgendetwas ergeben sollte."

 

Nachdem er sich geduscht und seine Uniform angezogen hatte, setzte sich Branford an den Tisch und aktivierte den Bildschirm.

"Computer, Subraumverbindung zur U.S.S. Galaxy herstellen. Genehmigung Branford, 763836." befahl er.

Der Schiffscomputer versuchte eine Verbindung aufzubauen, meldete jedoch nach einer Minute: "Die U.S.S. Galaxy ist nicht in Kommunikationsreichweite. Unmöglich, den Kontakt herzustellen."

Offenbar hatte man das Schiff an einen weiter entfernten Einsatzraum angezogen. Branford schaltete den Schirm ab und verließ sein Quartier.

 

"Wir erreichen das Bertalas-System, Lieutenant." meldete LaSalle zwei Stunden später.

Branford erhob sich aus dem Kommandosessel: "Auf Impuls gehen. Weitbereichsscan des System durchführen, Fähnrich Marcus."

Marcus scannte die Umgebung des Bertalas-Systems und meldete: "Sir, im Orbit von Bertalas II befinden sich acht größere Schiffe. Laut Transponder-Signalen sind es Frachter. Aber ich würde zur Vorsicht raten."

"Einverstanden. Alarm Gelb für alle Stationen. Standardorbit einnehmen." befahl er.

Die Türhälften des Turboliftes glitten auseinander und Duvall betrat in Begleitung von Ro Laren die Brücke.

"Wir sind angekommen, Mister Duvall. Was nun?" fragte Branford skeptisch.

Duvall sah sich das Bild des Planeten an, das auf dem Hauptbildschirm zu sehen war: "Wir müssen uns zum Timberland-Raumhafen beamen. Dort werden wir unseren Informanten treffen."

Branford nickte: "Sie und ich, wir zwei beamen runter. Sonst niemand."

"Einverstanden. Aber ziehen Sie sich etwas "Ziviles" an. Sonst bekommen wir Schwierigkeiten." gab Duvall zurück.

"Sie übernehmen das Kommando, Mister LaSalle." befahl Branford und verließ mit Duvall die Brücke.

 

Der Timberland-Raumhafen war ein dreckiger, überfüllter Ort. An jeder Ecke sah man Bettler, und düstere Gestalten schritten schwerbewaffnet durch die Korridore. Duvall führte ihn in eine Seitengang. Dort blieb er vor einer Tür stehen, auf der stand: "Larry Potelski, Im- + Export"

Branford konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: "So nennt man das also. Im- und Export als Bezeichnung für Schmuggel und Terrorismus."

Duvall sah ihn böse an: "Bitte halten Sie sich mit Ihrer Meinung zurück, wenn Sie die Informationen haben wollen." Er läutete und die Tür ging auf.

Dahinter lag ein dunkles Büro, in dem ein alter Schreibtisch und ein Com-Terminal stand. In dem alten Sessel saß ein korpulenter Mann, der einige Papiere in der Hand hielt. Als er die zwei sah, griff er zu einer Schublade. Bevor er irgendetwas unternehmen konnte, hatte Branford schon seinen Phaser gezogen und auf ihn gerichtet: "Lassen Sie das besser. Wir wollen nur mit Ihnen reden."

Der Mann lachte: "Das haben Sie letztens auch zu meinem Teilhaber gesagt. Er kam nicht mehr lebend aus dieser Unterredung heraus. Was wollen denn Sie mit diesem Cowboy hier, Duvall?"

Duvall sah ihn erst an: "Wir brauchen Informationen. Es geht um diese Verschwörungsgeschichte. Sie sagten, Sie hätten da was für mich."

"Sie sagten ebenso, Sie hätten etwas für mich. Oder?" erwiderte er grinsend.

Der Maquis-Commander nickte: "Sicher. Wieviel Barren Latinum wollen Sie?"

"Zehn Barren, mein lieber Duvall. Es sind sehr wichtige Neuigkeiten." lautete die Antwort Potelskis.

Duvall nahm sich Branford zur Seite: "Können Sie soviel auftreiben?"

"Ich denke ja. Unsere Replikatorenergie müßten ausreichen, um eine derartig große Menge herzustellen. Danach müssen wir alle eben den Rest der Reise konservierte Nahrung essen." erwiderte Branford.

"Geht klar, Larry. Wir bringen ihnen die Barren in wenigen Minuten. Bis dann."

 

Innerhalb weniger Minuten hatte die Crew der Kitty Hawk das Latinum repliziert und es zu Potelskis Büro gebeamt. Er betrachtete gierig seinen Lohn. Branford ging auf ihn zu und fragte mit deutlich erhobener Stimme: "Nun, da wir Sie bezahlt haben, könnten Sie vielleicht die Informationen übergeben."

Potelski lehnte sich im Sessel zurück und nickte: "Ja, das kann ich. Hier haben Sie einen isolinearen Chip, der alle Informationen enthält."

Duvall nahm den Chip und schaute skeptisch: "Wir können ihn sicherlich gleich ansehen, oder?" Bevor Potelski etwas erwidern konnte, hatte Duvall ihn schon in das Gerät eingeschoben.

"Wollen Sie mich veralbern? Das ist ein Reiseführer von Antares!" Duvall hielt Potelski zornig seinen Phaser an die Schläfe: "Geben Sie mir die richtigen Informationen oder das Latinum wird nicht das Einzige sein, was Sie verlieren!"

Potelski bekam es merklich mit der Angst zu tun: "Ja, ja! Lassen Sie die Waffe weg!" Er kramte im Schreibtisch, holte einen weiteren Chip hervor und legte ihn in das Gerät ein. Es war eine Karte des Planeten Beluas, genauer die eines Mondes. Es waren Koordinaten markiert, auf denen Gebäude standen.

"Auf dem Mond von Beluas II hält sich Admiral Paul Morgan auf. Er versteckt sich vor den Leuten, die Sie als Verschwörer bezeichnen." erklärte der Ganove.

Branford fand das komisch. Admiral Morgan war eine der respektiertesten Persönlichkeiten in der Flotte. Er wollte sichergehen: "Entschuldigen Sie mich kurz, Mister Duvall." Er verließ den Raum.

Auf dem Flur versicherte er sich, dass er alleine war. Dann rief er die Kitty Hawk und fragte nach, wo sich Paul Morgan befand. LaSalle erwiderte, offiziell befände sich Admiral Morgan im Urlaub, was Branford nur mehr erstaunte. Morgan war als Workaholic bekannt, der nicht einmal dann frei machte, wenn er krank war.

 

"Und, haben Sie was herausgefunden?" fragte ihn Duvall.

Branford nickte: "Es sieht fast so aus, als ob Mister Potelski uns zumindest keine Lügen auftischt. Wir akzeptieren diese Information." Er wandte sich schon zum Gehen, da drehte er sich nochmal zu Potelski und deutete mit dem Zeigefinger auf ihn: "Wenn sie sich jedoch als unwahr herausstellt, dann finde ich Sie! Und dann gnade Ihnen Gott!"

 

Branford betrat in Uniform die Brücke der Kitty Hawk. LaSalle erhob sich aus dem Kommandosessel: "Lieutenant, was haben Sie weiter vor?"

Branford setzte sich erst und erwiderte: "Wir nehmen Kurs auf das Beluas-System, Marc. Dort sollten wir weitere Informationen finden. Ich habe..."

Ein Treffer erschütterte das Schiff. Branfords Blick ging sofort zu Marcus, die an der taktischen Station stand: "Was ist passiert, Fähnrich?"

Sie erwiderte: "Ein kleineres Schiff hat mit einer Disruptorkanone auf uns gefeuert! Eine Energiezuleitung wurde unterbrochen, die achteren Phaser und Sensoren sind ausgefallen!"

Branford nickte: "Roter Alarm! Bringen Sie uns aus dem Orbit, voller Impuls! Schilde hoch!"

Tollat steuerte das Schiff aus der Umlaufbahn und drehte von dem Gegner ab. Es war ein Schiff, das ungefähr halb so groß wie die Kitty Hawk war.

"Taktische Analyse, Miss Marcus?" erkundigte sich Branford.

Sie checkte den Gegner durch: "Zwei Disruptorkanonen am Bug und Heck, keine Torpedos. Schildoutput liegt um 25% niedriger als bei uns, Feuerstärke um 30%. Wir müßten leicht mit ihm fertigwerden!"

Branford sah sie ernst an: "Das ist aber nicht unser Ziel! Öffnen Sie einen Kanal!"

Er erhob sich: "Hier ist Lieutenant Christopher Branford von der U.S.S. Kitty Hawk. Stellen Sie umgehend ihre Angriffe ein, ansonsten werden wir Verteidigungsmaßnahmen ergreifen!" Er sah LaSalle an: "Irgendeine Antwort?"

Er schüttelte den Kopf: "Nein, Sir." Ein weiterer Disruptortreffer erschütterte die Kitty Hawk. Marcus meldete: "Schilde auf 80% gefallen, Sir."

Branford nickte: "Gut, Sie wollten es nicht anders. Aktvieren Sie die Phaser, Ziele auf Maschinen und Schilde begrenzen. Einstellung 75%!"

Marcus ließ die Waffen einrasten und meldete: "Phaser haben Ziel erfasst!"

"Feuer!" befahl Branford.

Der Feuerstoss der Kitty Hawk traf den Gegner voll. Marcus scannte ihn und meldete: "Seine achteren Schilde sind auf 30% runter, sein Warantrieb ist ausgefallen! Impulsantrieb auf 70% verringert."

Branford war zufrieden: "In Ordnung. Kurs auf 241,010. Halber Impuls."

Die Kitty Hawk flog eine enge Kurve und setzte sich hinter den Gegner. Branford ließ die vorderen Phaser und Torpedos auf das Schiff einrasten, dann befahl er: "Fähnrich, warnen Sie das Schiff ein letztes Mal. Wenn sie nicht abdrehen und sich friedlich entfernen, dann werden wir sie manövrierunfähig schiessen und entern!"

Nach der Aufforderung drehte das Schiff ab und schwenkte in einen Orbit um Bertalas II ein.

"Roten Alarm beenden, Mister LaSalle. Schilde und Waffen abschalten." befahl Branford.

Der Kampfalarm wurde beendet und das Schiff kehrte auf normale Betriebsamkeit zurück.

"Kurs setzen auf Beluas II, Geschwindigkeit Warp 6." befahl er dem Steuermann.

Tollat nickte: "Kurs und Geschwindigkeit programmiert."

Branford deutete nach vorne zum Bildschirm: "Beschleunigen, Fähnrich."

 

Eine halbe Stunde später erreichte die Kitty Hawk das Beluas-System. Branford ließ das Schiff auf Impuls gehen und in den Orbit des Mondes des zweiten Planeten einschwenken.

"Haben die Scans etwas ergeben, Mister LaSalle?" erkundigte sich Branford bei seinem Einsatzleiter.

Er schüttelte den Kopf: "Bis jetzt nicht, Sir. Wo diese Struktur stehen sollte, finde ich nichts. Absolut nichts."

Branford drehte sich herum und ging ein paar Schritte vorwärts. Wieso war hier nichts zu finden? Hatte ihn Potelski wirklich zum Narren gehalten? Ihm fiel noch eine Möglichkeit ein: "Lieutenant, scannen Sie in der Nähe der bezeichneten Koordinaten nach Neutronen-Strahlung. Volle Bandbreite."

LaSalle führte den Scan durch und meldete: "Captain, wir haben eine ungewöhnlich starke Neutronen-Strahlung dort gemessen. Seltsam."

Tollat bemerkte: "Sir, denken Sie, es ist eine Tarnvorrichtung dort in Betrieb?"

Branford warf dem jungen Steueroffizier einen bewundernden Blick zu: "Hervorragend, Mister Tollat. Genau das denke ich."

"Wie wollen wir aber genau feststellen, wo sich die Gebäude befinden?" fragte LaSalle.

"Dort muß es doch einen Kontrollmechanismus geben. Bitte überprüfen Sie das." erwiderte Branford.

LaSalle fand wirklich elektromagnetische Signale, die auf einen entsprechenden Mechanismus hinwiesen, stellte jedoch auch fest, dass er zumindest eine Stunde brauchen würde, um ihn deaktivieren zu können.

Branford nickte und begann, LaSalle bei seiner Arbeit zu helfen.

 

"In Ordnung, nun müßten wir den Tarnschirm abschalten können. Mister LaSalle, jetzt!" befahl Branford.

Auf dem Bildschirm wurde deutlich eine Gebäudekomplex sichtbar.

"Wir haben es geschafft, Sir!" triumphierte Tollat.

Branford nickte: "So ist es! Gute Arbeit." Er erhob sich aus dem Kommandosessel: "Ich beame runter. Mister LaSalle, Sie haben die Brücke. Fähnrich Marcus, Sie und Mister Duvall kommen mit. Und ein Sicherheitsoffizier."

 

Die vier Mitglieder des Außenteams materialisierten vor den Gebäuden. Der Komplex bestand aus einem größeren Haupt- und zwei Nebengebäuden. Vor dem größeren stand ein Schiff der Runabout-Klasse, eine Art größeres Shuttle. Branford ging auf das Schiff zu und las die Markierungen. Es stammte von der Raumstation Deep-Space-One, auf welcher Morgan der Oberbefehlshaber war. Branford wollte genauere Scans der Gebäude anstellen, da schlug ein Schuss neben Fähnrich Marcus ein. Er kam aus dem linken Nebengebäude, wie Branford erkannte. Die Mitglieder des Außenteams gingen in Deckung. Branford sah, wie jemand vor dem Eingang des Gebäudes hinter einer Mauer kniete. Er ging außen um das Runabout herum, was von dem Gegner nicht bemerkt wurde. Er feuerte weiter auf die anderen Drei, die sich in Deckung hielten. Branford konnte sich dem Gegner so weit von hinten nähern, dass er nur noch fünf Meter von ihm entfernt stand. Er hatte seinen Phaser gezogen und schrie: "Lassen Sie die Waffe fallen! Sofort!"

Der Gegner drehte sich herum und Branford erkannte erstaunt, dass es ein Junge so um die sechzehn war. Er sah Branford, er sah seine Waffe und befolgte die Aufforderung. Branford hob den Phaser des Jungen auf. Es war ein Typ-I-Phaser, eine Offizierswaffe. Branford begriff. Wie er mal gehört hatte, hatte Morgan eine Frau und einen Sohn. Das mußte er wohl sein.

"Beruhige Dich, wir wollen Dir nichts tun. Ich will mit Admiral Morgan sprechen." versuchte Branford,den Jungen zu beruhigen.

"Das können Sie gerne, Lieutenant. Hier bin ich."

Die Stimme gehörte einem Mann in einer Admiralsuniform, der aus dem Hauptgebäude kam. Branford ging auf ihn zu. Noch im Näherkommen steckte er seinen Phaser ein.

"Admiral, ich bin Lieutenant Christopher Branford. Ich suche Sie auf, weil ich Informationen über die sich im Gange befindliche Verschwörung brauche. Ich selbst habe nämlich auch damit zu tun." stellte sich Branford vor.

Morgan nickte und schüttelte ihm die Hand: "Sie sind doch Captain der Exeter, oder?"

"Ich war es, Sir. Ich wurde degradiert. Aber es geht eigentlich nicht um mich. Ich habe die Befürchtung, dass die Verschwörer mehr wollen, als einen Captain seines Amtes zu entheben." erwiderte Branford.

Morgan ließ mit seinem Gesichtsausdruck nichts Gutes hoffen: "Sie haben recht, Lieutenant. Ich erzähle Ihnen alles, was ich weiß. Aber drinnen. Kommen Sie bitte."

 

Im Inneren des Hauses saß eine Frau in einem Sessel. Branford stellte sich vor und die restliche Mitglieder des Außenteams. Dann setzten sich alle. Branford reichte dem Jungen den Typ-I-Phaser: "Hier, Du kannst ihn wiederhaben. Aber geh vorsichtig mit dieser Waffe um."

Der Junge erwiderte: "Danke, dass Sie nicht gleich zurückgefeuert haben. Ich wollte wirklich nur meine Eltern beschützen."

Branford nickte:"Ich weiß. Nun Admiral, was wissen Sie?"

Morgan nahm einen Schluck aus seiner Tasse und erwiderte: "Nun, Lieutenant. Ihre Vermutungen sind in höchsten Maße begründet. Ich will Ihnen sagen, warum ich hier bin. Ich wollte die Führung der Föderation über diese bestehende Gefahr informieren, aber ich wurde verraten. Ein ehemaliger Offizier meines Stabes hat alle gesammelten Daten und Akten den Verschwörern zugespielt. Auf mich wurden zwei Anschläge verübt und meine Familie wurde ebenfalls bedroht. Ich flüchtete vor fünf Wochen von Deep-Space-One. Seitdem bin ich hier. Mir ist es leider nicht gelungen, diese Informationen weiterzugeben. Folgendes, ich habe einen Plan entdeckt, nachdem diese Geheimkonferenz auf Verias III als Kriegsgrund der Cardassianer benutzt werden soll. Anscheinend sollen einige Föderationsraumschiffe als Agressoren dienen und einen cardassianischen Kreuzer vernichten, woraufhin die zivile cardassianische Regierung sicher der Föderation den Krieg erklärt. Es sind ohnehin schon viele cardassianische Militärs auf Seiten des Dominion. Und diese Admiräle sind es ebenfalls."

Marcus schaute ihn ungläubig an: "Bradburry, Villandre, Tarrot und Towell arbeiten mit dem Dominion zusammen? Das kann ich nicht glauben!"

Morgan nickte: "Ich kann Sie verstehen, Fähnrich. Aber es ist so. Die Leute, die für sie arbeiten, wissen ohne Ausnahme gerade das, was sie wissen müssen. Und trotzdem folgen sie ihnen blindlings. Gerade deswegen, weil sie oftmals ihnen viel in der Karriere zu verdanken haben. Und wenn wir in einen Krieg mit den Cardassianern verwickelt werden, kann das Dominion relativ leicht einen Fuß in unser Gebiet stellen."

Branford erkundigte sich: "Admiral, wären Sie bereit, uns zu begleiten? Wenn Sie uns helfen, wenn Sie ihre Beweise vorlegen, dann könnten wir wirklich was bewegen."

"Tut mir leid, aber die Sicherheit meiner Familie geht vor. Wir werden hier bleiben, solange es nötig ist. Aber ich kann Ihnen den Chip mitgeben, der alle Beweise enthält." Er stand auf und ging zum Schreibtisch. Mit einem Chip in der Hand kam er zurück und gab ihn Branford: "Das ist er, Lieutenant. Leider kann ich Ihnen sonst nicht weiterhelfen."

Branford nickte: "Trotzdem vielen Dank, Sir. Sie haben uns sehr weitergeholfen. Wir werden aufbrechen, denn es kann jederzeit zu einem Angriff bei Verias III kommen. Auf Wiedersehen, Admiral."

Die anderen verabschiedeten sich ebenfalls von dem Admiral und seiner Familie. Dann ließen sich alle hochbeamen.

 

"Sir, wie ist es gelaufen?" fragte LaSalle, als Branford und Marcus die Brücke betraten.

Branford sah ihn ernst an: "Wir müssen schnell nach Verias III zurück. Fähnrich Tollat, setzen Sie den Kurs und beschleunigen Sie auf Warp 9!" Er ließ sich in den Kommandosessel sinken: "Anscheinend wollen die Verschwörer einige Föderationsraumschiffe einen Angriff auf den cardassianischen Kreuzer bei Verias III fliegen lassen. Das müssen wir verhindern." Er sah zu Marcus: "Fähnrich, rufen Sie die U.S.S. Midway. Bitten Sie Captain Tallas, dass er nach Verias III kommt. Sie sollen gefechtsbereit sein."

Marcus nickte: "Zu Befehl, Sir."

Branford war nervös. Er sprach zu sich selbst: "Ich hoffe nur, wir kommen nicht zu spät. Das wäre fatal."

 

"Maschinenraum an Brücke. Lieutenant, wenn wir weiter auf Warp 9 bleiben, werden die Plasmakupplungen schlappmachen!"

Branford öffnete einen Kanal zum Maschinenraum: "Hier Branford. Ich brauche noch für zwanzig Minuten Warp 9, Chief! Versuchen Sie alles! Ende."

Tollat hatte die Strecke berechnet und teilte Branford mit: "Sir, wir erreichen das Verias-System in sechzehn Minuten. Langstreckenscanner können zwei Schiffe im Orbit von Verias III ausmachen."

Branford fragte zurück: "Können Sie sie identifizieren, Fähnrich?"

Der Marcosianer schüttelte den Kopf: "Tut mir leid, Sir. Die Entfernung ist für die schwächeren Sensoren der Kitty Hawk zu groß."

Branford stand aus dem Kommandosessel auf: "Welche Schiffe sind in der letzten Woche von ihren Mission abgerufen worden, Mister LaSalle?"

"Laut der Datenbank die Resolution, die Trafalgar, die Exeter, die Galaxy und die Nova. Bei allen bekomme ich keine weiteren Informationen." erwiderte er.

Branford erkundigte sich bei Marcus: "Können wir Kontakt zur Exeter herstellen?"

Sie schüttelte den Kopf: "Nein, Sir. Alle Subraumverbindungen zu den genannten Schiffe wurden gesperrt."

 

"Lieutenant, wir erreichen das Verias-System." meldete Tollat.

Branford nickte: "Auf Impulsgeschwindigkeit gehen. Fähnrich Marcus, öffnen Sie einen Kanal zur Saratoga."

Auf dem Bildschirm erschien der Chefingenieur, Sam Baker.

"Lieutenant Branford! Schön, dass Sie zurück sind. Haben Sie Neuigkeiten?" lautete die freundliche Begrüßung.

"Danke, Commander. Ich erkläre Ihnen alles, wenn wir an Bord sind. Bitte teilen Sie uns die Rendezvous-Koordinaten mit." erwiderte Branford.

Baker nickte: "In Ordnung. Wir übertragen die Daten. Ende."

Der Bildschirm erlosch.

"Wir haben die Daten erhalten, Lieutenant." meldete LaSalle.

"Setzen Sie den Rendezvous-Kurs, Mister Tollat. Alles klar zum Andocken." befahl Branford.

Der Steueroffizier lenkte die Kitty Hawk von achtern an die Saratoga heran. Die Luke war bereits geöffnet. Tollat steuerte das Schiff gewandt in die Andockbucht. Branford nickte ihm zu: "Klar zum Ankoppeln, Fähnrich. Manöverdüsen auf Abwärts-Schub stellen."

Langsam nahm das Schiff die Dockposition ein. Ein Signal zeigte, dass die Verbindungen in Position waren.

"Andockklammern ausfahren, Systeme auf äußeren Versorgungsmodus umschalten. Alle Hauptsysteme abschalten. Äußere Luke schließen." befahl Branford.

Die Kitty Hawk war wieder an Bord der Saratoga.

 

Die Türhälften des Turboliftes glitten auseinander. In Begleitung von Marcus, Tollat und LaSalle betrat Branford die Brücke der Saratoga. Commander Baker stand aus dem Kommandosessel auf: "Willkommen an Bord, Lieutenant. Und?"

Branford lächelte: "Kommen Sie in den Bereitschaftsraum, Sir. Dann werde ich Ihnen alles erzählen."

 

Baker hörte mit immer größer werdender Verwunderung zu. Schlussendlich meinte er: "Wir müssen die Augen offenhalten. Ein Angriff kann jederzeit erfolgen. Leider können wir den Captain nicht erreichen. Sie haben somit das Kommando."

Branford wehrte ab: "Sie sind der ranghöchste Offizier an Bord, Sir. Sie haben das Kommando."

"Nein, Lieutenant. Ich bin Ingenieur, und das mit Leib und Seele. Ich habe kein Interesse daran, das Kommando über das Schiff zu führen. Außerdem, Sie haben wohl genug Erfahrung für ein Kommando."

 

Branford verließ den Bereitschaftsraum und steuerte den Mittelbereich der Brücke an.

"Fähnrich Marcus, rufen Sie das cardassianische Schiff." befahl er.

Auf dem Bildschirm erschien ein Cardassianer, der offensichtlich ein älterer, hochdekorierter Offizier war.

"Ich grüße Sie. Mein Name ist Lieutenant Christopher Branford, derzeit kommandierender Offizier der Saratoga." grüßte Branford sein Gegenüber.

Der Cardassianer nickte ihm zu: "Ich bin Gal Ipat Dar, Kommandant der Randor. Was kann ich für Sie tun?"

Branford sah ihn ernst an: "Gal Dar, wir haben ein gemeinsames Problem. Wir benötigen ihre Unterstützung.Es geht um..."

Er erklärte ihm den ganzen Sachverhalt. Der Cardassianer zeigte komischerweise keinen Ansatz von Mißtrauen. Er erwiderte nach Branfords Erklärungen: "Wir werden wachsam sein, Lieutenant. Wenn Sie uns brauchen, wir sind da. Ende."

Der Bildschirm erlosch.

"Gelben Alarm geben! Führen Sie permanent Weitbereichsscans der Umgebung durch, Mister LaSalle." ordnete Branford an: "Wir wollen mal sehen, was passiert."

 

Ein Signal zeigte einen Sensorenalarm an.

"Sir, wir erfassen drei Schiffe im äußeren Sensorenbereich. Sie nähern sich mit hoher Warpgeschwindigkeit dem Planeten!" meldete LaSalle.

Branford blickte Conchance an: "Bringen Sie uns aus dem Orbit! Abfangkurs auf die Schiffe, Warp 8. Beschleunigen! Teilen Sie der Randor mit, dass sie uns in Formation folgen soll." Er wandte sich an LaSalle: "Marc, nehmen Sie die Kitty Hawk und unseren Fähnrich Tollat und bleiben Sie in Formation mit uns. Wir brauchen etwas Unterstützung!" LaSalle nickte und verließ mit Tollat die Brücke. Wenig später startete die Kitty Hawk und nahm ihre Position in der Formation ein.

 

Zehn Minuten später meldete de Marco: "Lieutenant, ich kann die Schiffe identifizieren. Es sind die Resolution, die Trafalgar und die Exeter!"

Marcus hatte eine Abtastung vorgenommen und war beunruhigt: "Sir, die Waffensysteme der Schiffe sind unter Energie!"

Branford ließ einen Kurs anlegen, der die Schiffe unweigerlich zu einer Kursänderung zwingen würde. Die Reaktion folgte prompt.

"Lieutenant, die Schiffe fallen unter Warp! Sie nehmen eine Angriffsformation ein!" meldete Marcus.

Branford erhob sich aus dem Kommandosessel: "Roter Alarm, Schilde aktivieren!"

Die Randor folgte der Aktion der Saratoga und nahm ebenfalls die Schilde hoch.

"Sir, sollen wir unsere Waffensysteme aktivieren?" fragte Marcus besorgt.

Branford schüttelte den Kopf: "Nein, Fähnrich. Ich will nicht, dass diese Situation eskaliert!"

Diese Absicht war wohlgemeint, aber es schien fast unmöglich, denn die drei Schiffe stellten sich frontal gegen die Saratoga und die Randor. Es konnte jede Sekunde zu einem Kampf kommen.

 

"Öffnen Sie einen Kanal zu der Resolution, Fähnrich." befahl Branford. Der Versuch einer Kontaktaufnahme scheiterte. Die Resolution antwortete nicht.

Branford wollte zwar eine Konfrontation vermeiden, aber er wollte auch nicht unvorbereitet angegriffen werden.

"Aktivieren Sie die Phaser und Quantentorpedos! Alles klar zum Gefecht!" befahl er. Die Randor und die Kitty Hawk gingen ebenso auf Gefechtsbereitschaft.

Er ballte die Faust. Auf keinen Fall wollte er gegen sein ehemaliges Schiff kämpfen und es vielleicht vernichten. So weit durfte er es nicht kommen lassen.

"Errichten Sie eine Konferenzschaltung zwischen allen beteiligten Schiffen." ordnete er an. Marcus nickte: "Sie können sprechen, Sir."

Er atmete tief ein: "Hier ist Lieutenant Christopher Branford, amtierender Kommandant der U.S.S. Saratoga. Ich weiß nicht, was man Ihnen gesagt hat, aber diese Konferenz auf Verias III hat nur ein Ziel: Eine Allianz mit den Cardassianern zu begründen, die wir als eminent wichtig erachten. Sollten Sie mit der Resolution, der Trafalgar oder der Exeter die Cardassianer angreifen, so werden Sie damit einen Krieg auslösen, der dafür sorgen wird, dass das Dominion eine Invasion starten kann, ohne auf viel Gegenwehr zu treffen. Das wird die Konsequenz sein, die sich ergeben wird. Verhindern Sie das! Ich bitte Sie, gebrauchen Sie ihren Verstand! Die Föderation ist auf der Basis des Friedens zwischen allen Völkern aufgebaut worden. Nur diese Tatsache war in unserer langen Geschichte immer von Bedeutung. Ihre Schiffe, dieses Schiff, auf dem ich nun bin, sind alles Forschungsschiffe. Sie sind nicht dazu gebaut worden, um zu kämpfen. Gewalt kann nur in wenigen Fällen als Lösung dienen. Denken Sie nach! Es gibt Angelegenheiten, bei denen ein Befehl unbedingt befolgt werden muß. Aber diese Angelegenheit gehört nicht dazu! Kontaktieren Sie mich, um ihre Entscheidung zu übermitteln! Branford Ende."

Er hoffte, er würde auf keine tauben Ohren stoßen. Branford setzte sich sehr langsam wieder in den Kommandosessel.

 

"Sir, wir werden von der Exeter gerufen." meldete Marcus.

Branford nickte: "Auf den Hauptschirm schalten."

Auf dem Bildschirm erschien Lieutenant Commander Fogarty: "Sir, ich habe Captain Tabert des Kommandos enthoben und die Befehlsgewalt. Auf der Trafalgar hat Commander Shrall T´Kot das gleiche getan. Aber auf der Resolution ist beinahe die gesamte Crew den Verschwörern loyal gegenüber."

Branford nickte anerkennend: "Danke für ihren Mut, Commander. Ich werde versuchen, die Resolution zur Aufgabe zu bewegen. Branford Ende." Er befahl, eine Verbindung zur Resolution aufzubauen.

Captain Dan Peddington erschien auf dem Bildschirm. Er sah extrem gereizt aus: "Sie verdammter Idiot! Sie begreifen gar nicht, was wir zu tun versuchen!"

Branford gab ebenso zurück: "Und Sie begreifen hier gar nicht, um was es überhaupt geht. Es geht um Frieden inner- und außerhalb der Föderation."

Peddington sah ihn mit einem stechenden Blick an: "Sie werden sehen, was Sie davon haben!"

"Captain, ich beschwöre Sie aufzugeben. Sie setzen ihre Crew einer enormen Gefahr aus. Sie können doch nicht wirklich..." Branfords Vortrag wurde durch Peddingtons Abschalten der Verbindung beendet.

De Marco hatte zwischenzeitlich etwas entdeckt: "Sir, ich orte einen Kreuzer der Nebula-Klasse, der sich uns aus Richtung 225,010 nähert. Es ist die Midway!"

Branford nickte: "Übermitteln Sie Captain Tallas Grüße und erklären Sie ihm die Situation. Fähnrich Marcus, was macht die Resolution?"

"Sie beschleunigt auf halben Impuls, Sir. Waffen und Schilde sind noch aktiviert!" meldete sie.

Branford schüttelte den Kopf. Glaubte Peddington wirklich, dass er entkommen konnte? Gut, die Resolution war schneller als alle anderen Schiffe mit Ausnahme der Exeter, aber sie war mehr oder weniger eingekreist.

"Richten Sie den Traktorstrahl auf die Resolution und halten Sie sie fest." ordnete er an. Der Traktorstrahl erfasste die Resolution und hielt stand. Sie kam nicht mehr weg. Offenbar wollte sie sich befreien. Als das nicht klappte, feuerte sie mit ihren Heckphasern auf die Saratoga. Die Erschütterung machte es Branford schwer, stehen zu bleiben.

"Schadensbericht, Mister de Marco!" befahl er.

Der Einsatzleiter checkte alle Berichte aus den verschiedenen Decks: "Schilde auf 90% gefallen, ansonsten keine Beschädigung."

Branford nickte: "Phaser auf Ziel ausrichten, Ziele auf Maschinen und Schilde begrenzen! Einstellung 60%! Feuer!"

Der Feuerstoss hatte genau den Effekt, den Branford erhoffte. Die Schilde wurden bis auf 0% reduziert und die Maschinen auf Minimalstärke abgesenkt.

"Bitten Sie alle anderen Schiffe, Sicherheitstrupps zur Verfügung zu stellen! Wir entern die Resolution." befahl Branford.

Die anderen Schiffe meldeten schnell zurück, dass ihre Truppen bereit standen. Insgesamt waren es über 100 Sicherheitsoffiziere, die schwer bewaffnet zur Resolution rüberbeamten. Kurze Zeit danach meldete Lieutenant Crusher, dass er Admiral Towell, Captain Peddington und die restlichen Stabsoffiziere unter Arrest gestellt hatte. Sie wurden zur Saratoga gebeamt und in Arrestzellen untergebracht. Branford befahl, die Resolution in Schlepp zu nehmen, die Kitty Hawk andocken zu lassen und Kurs nach Verias III zu setzen. Er wollte mit Riker sprechen und alles erklären.

 

"Standardorbit, Lieutenant. Können wir Kontakt aufnehmen?"

Branford erhob sich aus dem Kommandosessel.

Conchance nickte: "Jawohl, Sir. Das Kraftfeld ist deaktiviert worden."

"Öffnen Sie einen Kanal." lautete die Anordnung Branford´s.

Auf dem Bildschirm erschien Captain Riker.

"Lieutenant, ich grüße Sie. Was haben Sie erreicht?"

Branford erwiderte: "Wir konnten einen Angriff der Resolution, Exeter und Trafalgar auf unsere cardassianischen Freunde mehr oder weniger gewaltlos abfangen. Ich habe die Kommandanten der Schiffe und Admiral Towell unter Arrest gestellt. Sie arbeiten für das Dominion."

Riker nickte überrascht: "Verstanden, Mister Branford. Ich beame mit dem Counselor hoch. Einen Augenblick noch, es will noch jemand mit Ihnen sprechen."

Ein Cardassianer erschien auf dem Bildschirm, der definitiv ein Diplomat war. Seine Kleidung verriet es.

"Ich bin Marek Vor, der Vorsitzende des cardassianischen Rates. Ich bin Ihnen für ihren Einsatz sehr dankbar. Es ist Ihnen zu verdanken, dass diese Konferenz so geendet hat. Nämlich mit der Unterzeichnung eines Vertrages, der eine umfassende Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern auf vielen Gebieten ermöglicht. In Zukunft werden wir Sie verstärkt in wissenschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen hinzuziehen. Danke, Lieutenant Branford. Ende."

Branford nickte dem cardassianischen Abgesandten ein letztes Mal zu, dann erlosch der Bildschirm.

 

"Captain ist auf der Brücke." meldete der Ordonnanzoffizier.

Riker betrat die Brücke und kam auf Branford zu: "Lieutenant, ich möchte Sie in meinem Bereitschaftsraum sprechen."

 

Riker ging zum Replikator, bestellte zwei Tassen Tee und nahm Branford gegenüber am Tisch Platz.

"Gute Arbeit, Chris. Wie ich es von Dir gewöhnt bin. Nun, habt Ihr schon weitere Pläne der Verschwörer herausgefunden?"

Branford schüttelte bedauernd den Kopf: "Nein, leider nicht. Towell und seine untergebenen Offiziere sagen kein Wort. Selbst unsere versiertesten Verhörexperten können sie nicht dazu bewegen, auch nur den kleinsten Hinweis zu geben."

Riker strich sich über seine Unterlippenbart: "Ich habe eine Idee. Warte mal." Er aktivierte seinen Monitor, der auf dem Tisch stand: "Verbindung zur Midway herstellen."

Auf dem Bildschirm erschien ein recht junger Offizier mit den Rangabzeichen eines Lieutenants: "Ich bin Lieutenant Bartez. Was kann ich für Sie tun, Sir?"

Riker erwiderte: "Lieutenant, ich möchte mit Lieutenant Commander Doran sprechen."

"Kein Problem, Sir. Ich schalte Sie weiter." lautete die Antwort.

Das Bild wechselte und es erschien ein Vulkanier, der die Rangabzeichen eines Lieutenant Commanders trug.

"Ich bin Doran. Captain Riker, was kann ich für Sie tun?" begrüßte er Riker. Branford fragte sich allerdings, ob es wirklich eine Begrüßung war.

Riker erwiderte: "Commander, wir brauchen ihre Hilfe. Wie Sie wissen, befinden sich Admiral Towell und seine Offiziere bei uns in Gewahrsam. Allerdings haben wir bisher keine Antworten auf unsere Fragen erhalten. Ich wollte Sie nun bitten...." Der Vulkanier vollendete den Satz: "...dass ich eine Gedankenverschmelzung durchführe?" Er schien kurz zu überlegen: "Es ist nur logisch, dass Sie mich fragen. Da es für uns alle sehr wichtig ist, werde ich es tun."

Riker nickte: "Danke, Commander. Riker Ende." Er blickte Branford an. Riker brauchte kein Wort zu sagen, da stand er schon auf: "Ich hole den Commander im Transporterraum ab."

 

Doran materialisierte auf der Transporterplattform. Er mochte etwa 1,90 Meter groß sein und hatte ein bemerkenswert blasses Gesicht. Branford hieß ihn mit dem vulkanischen Gruß willkommen: "Leben Sie lange und in Frieden, Commander."

Dem Vulkanier war keine Regung abzugwinnen. Er erwiderte den Gruß: "Langes Leben und Frieden, Lieutenant. Bringen Sie mich bitte zu Admiral Towell."

 

Branford betrat gemeinsam mit Doran den Arrestzellentrakt. Captain Riker und Counselor Alonso waren ebenfalls anwesend. Branford begrüßte Alonso kurz, dann führte er Doran zu Towell.

Als der Admiral die Vier sah, begriff er: "Ah, auf diese Weise wollen Sie mich aushorchen! Sie werden schon sehen, was Sie davon haben."

Branford rührte keine Miene. Mit gezogenem Phaser deaktivierte er das Kraftfeld. Er und Marcus hielten den Admiral fest, während Doran mit der Verschmelzung begann. Er tastete mit drei Fingern Towells rechte Gesichtshälfte ab. Towell verfiel in eine Art Trance. Branford und Marcus konnte ihn loslassen, denn er zeigte keine Gegenwehr mehr.

"Was ist die nächste Aktion der Verschwörer?" fragte Branford.

Doran und Towell antworteten gemeinsam: "Ein Treffen mit einem Abgesandten des Dominion. Dort werden weitere Schritte geplant."

"Wo findet dieses Treffen statt?" fragte er weiter.

Doran mußte schon gründlicher im Geist Towells suchen, aber er fand die Antworten: "Im Zabalis-System."

Riker nickte: "Kein Wunder. Das Zabalis-System liegt im Gamma-Quadranten, nahe der Grenze zum Dominion."

Doran beendete die Gedankenverschmelzung. Er sah sehr erschöpft aus. Branford sah ihn an: "Vielen Dank, Commander. Sie waren uns eine sehr große Hilfe. Wenn Sie möchten, begleite ich Sie in den Transporterraum."

Doran nickte knapp: "Ihr Vorschlag ist akzeptabel."

Fünf Minuten später wurde er zur Midway zurückgebeamt.

 

"Kurs auf das Zabalis-System setzen, Geschwindigkeit Warp 7."

Riker nahm im Kommandosessel Platz. Branford ging an seine taktische Station.

Conchance bestätigte: "Kurs und Geschwindigkeit eingegeben, Sir."

Riker nickte:"Beschleunigen Sie. Teilen Sie der Exeter, der Midway und der Trafalgar mit, dass Sie uns in Formation folgen sollen."

Die Saratoga ging auf Warpgeschwindigkeit und verließ das System.

 

Der Verband durchquerte das Wurmloch und nahm seinen Weg in Richtung des Zabalis-Systems auf. Sieben Stunden später erreichten sie es.

"Sir, ich orte zwei Schiffe im Orbit des zweiten Planeten." meldete Branford.

Riker nickte: "Abfangkurs eingeben, volle Impulskraft!" Er wandte sich zu der taktischen Station um: "Können Sie die Schiffe identifizieren?"

Branford führte einen Scan durch und verglich ihn mit dem Archiv.

"Laut Sternenflottenverzeichnis ist das eine Schiff die U.S.S. Nova. Der Kommandant ist Admiral Bradburry." Er scannte das zweite Schiff erneut. Der Scan zeigte ein Schlachtschiff der Norak-Klasse, ein Schiff des Jem´Hadar. Er teilte es Riker mit.

"In Ordnung, dann wollen wir uns mal vorstellen. Alarm Rot, Schilde hoch! Phaser und Quantentorpedos aktivieren." befahl er.

Die anderen Schiffe nahmen die Schilde ebenfalls hoch und aktivierten ihre Waffen. Branford legte ein Bild der taktischen Situation auf den Bildschirm seiner Station. Die vier Schiffe hatten die Nova und das Schlachtschiff eingekesselt.

"Sir, darf ich einen Vorschlag machen?" fragte Branford.

Riker sah ihn verdutzt an und nickte: "Natürlich, Lieutenant."

"Wir sollten die Trafalgar im Hintergrund halten. Diese beiden Schiffe verfügen über genügend Feuerkraft, um sie ernsthaft zu bedrohen. Aber die Exeter ist wendig genug, um die beiden auszumanöverieren und sie gleichzeitig schwer zu treffen." schlug Branford vor.

Riker nickte lächelnd: "Gute Idee. Teilen Sie es den Schiffen mit, Mister LaSalle. Mister Branford, richten Sie unsere Phaser auf die Nova aus und stellen Sie sie auf 80%. Ziele auf Maschinen, Waffen und Schilde begrenzen."

Branford ließ das Zielerfassungsystem auf die Nova einrasten und begrenzte die Zielauswahl: "Bereit, Sir."

"Feuer, Mister Branford." befahl Riker.

Der Feuerstoß traf die Nova an ihrer Backbordseite und richtete schwere Schäden an, wie Branford erkannte: "Captain, ihre Backbordschilde sind auf 50% gefallen. Ihre seitliche Waffenphalanx ist ausgefallen."

Die Midway eröffnete das Feuer auf das Schiff des Dominion und traf es ebenfalls schwer. Das Schlachtschiff flüchtete vom Planeten weg. Riker erkannte, dass die Midway es verfolgen wollte: "Teilen Sie der Midway mit, dass sie die Verfolgung abrechen soll! Wir sind nur an der Nova interessiert!"

Die Midway kehrte um und nahm wieder Kurs auf die Nova. Unterdessen steuerte die Exeter einen Zickzackkurs durch die Feuerstöße der Nova und entging einigen Torpedosalven nur knapp. Sie feuerte selbst ihre Torpedos ab und gab den Schilden der Nova den Rest.

"Captain, die Schilde, der Warpantrieb und die meisten der Waffensysteme der Nova sind ausgefallen." meldete Branford.

Riker nickte: "Öffnen Sie einen Kanal zur Nova."

Es erschien die Brücke der Nova auf dem Schirm. Sie war verwüstet, es lagen einige Verletzte auf dem Boden und es waren nur noch wenige Konsolen in Betrieb. Ein Offizier trat hervor: "Ich bin Lieutenant Commander Gregory, der 1.Einsatzleiter. Wir bitten um Waffenstillstand und ergeben uns."

Riker sah ihn an: "Einverstanden. Wir werden ein medizinisches Notfallteam rüberbeamen. Riker Ende."

Der Bildschirm erlosch: "Riker an Krankenstation. Doctor, stellen Sie ein Notfallteam zusammen. Fähnrich Marcus, Sie werden mit einem Sicherheitstrupp den Doctor begleiten." Marcus nickte und verließ die Brücke.

"Sir, ich orte einige Lebenszeichen auf dem zweiten Planeten. Ich kann sie allerdings nicht genau bestimmen." meldete LaSalle.

Riker stand auf: "Lieutnant Branford, Sie kommen mit mir. Rufen Sie die Exeter, die Trafalgar und die Midway. Die jeweiligen Kommandanten sollen mit ihren Sicherheitsleuten runterbeamen. Wir nehmen ebenfalls ein Sicherheitsteam mit. Mister LaSalle, Sie haben die Brücke."

 

Riker, Branford und die fünf Sicherheitsoffiziere materialisierten auf der Oberfläche des Planeten. Branford zog seinen Tricorder heraus und scannte die Umgebung. Die Lebenzeichen kamen aus Richtung 270 Grad. Er deutete in diese Richtung: "Dort drüben sind die Lebensformen. Entfernung etwa 500 Meter."

Im selben Moment materialisierten die Teams der Exeter, der Midway und der Trafalgar auf dem Planeten. Branford ging auf Fogarty zu und reichte ihm die Hand: "Commander, gut, Sie zu sehen. Ich bin froh, dass die Exeter wieder in guten Händen ist."

Fogarty grinste: "Sie wird bald wieder in wirklich guten Händen sein. Da bin ich mir ziemlich sicher."

Branford schaute ihn an und hob die Augenbrauen: "Wenn Sie es sagen, Sir."

Es legte sich eine sehr kräftige Hand auf Branfords Schulter.

"Christopher! Es ist sehr lange her!"

Branford drehte sich herum und erkannte Lieutenant Commander Shrall T´Kot, den andorianischen 1.Offizier der Trafalgar.

"Das stimmt, Shrall. Seit der Akademie habe ich Dich nicht mehr gesehen. Aber wir sollten unsere Mission erfüllen. Später möchte ich aber gerne mit Dir über die alten Zeiten reden." erwiderte Branford lachend.

T´Kot nickte: "Sicher. Gehen wir."

 

Das Team umrundete eine Felsenformation.Dahinter sahen sie ein kleineres Gebäude, das einer Kolonistenbehausung ähnelte.

Riker schickte die Sicherheitsoffiziere los, um das Gebäude zu umzingeln. Branford nahm eine Gaspatrone, die ungefährliches, aber stark in den Augen brennendes Gas enthielt. T´Kot verstand. Sie hatten früher auf der Akademie ähnliche Taktiken bei Kampfübungen angewandt. T´Kot legte mit seinem Phaser an und zerschoss gezielt ein Fenster. Branford warf im gleichen Moment die Patrone hindurch. Sie entzündete sich und ein heftiger Gasschwall drang durch das Fenster.

Wenige Sekunden später kamen drei Männer durch den Nebel aus dem Gebäude heraus. Branford erkannte die Admiräle Bradburry, Villandre und Tarrot. Auf einen Wink von Riker nahmen die Sicherheitsoffiziere die drei Männer fest.

Branford trat an sie heran: "Sirs, ich nehme Sie fest. Sie werden der Verschwörung und des Hochverrats beschuldigt."

Bradburry lachte: "Sie haben nichts in der Hand, Lieutenant."

"Da irren Sie sich, Admiral." widersprach Fogarty. Er hatte nach Abzug des Gases das Gebäude durchsucht. Er hielt ein Datenpad in der Hand.

"Hier haben wir alle Informationen, die wir brauchen."

Branford schüttelte den Kopf: "Das glaube ich nicht. Legen Sie es hin, Commander." Er zog seinen Phaser, stellte ihn auf Stufe 3 und legte an.

Riker herrschte ihn an: "Was machen Sie da?" Ohne auf ihn zu hören feuerte er den Phaser ab. Das Datenpad wurde nicht etwa zerstört, sondern veränderte sich. Es zerfloss und es erstand ein Mensch daraus. Es war ein Formwandler.

"Sehr clever, Lieutenant. Sie haben mich enttarnt."

Der Formwandler sah Branford an, während er die Worte sprach: "Ich bin Gira, Abgesandter des Dominion. Nur werden Sie mich kaum so festhalten können wie die Admiräle hier."

Branford erwiderte: "Sie können nirgendwo hin, Gira. Ihr Schiff ist geflüchtet. Sie werden hier verrotten."

"Wohl kaum, Lieutenant. Wir werden wiederkommen. Seien Sie gewarnt." Der Formwandler zerfloss wieder und sickerte durch das Erdreich. Er war weg.

Riker sah Branford an: "Tut mir leid, ich hätte dir mehr vertrauen sollen."

Branford schüttelte den Kopf: "Ach was. Dir war nicht klar, was ich dachte. Wir sollten mit den Gentlemen auf die Saratoga zurückkehren." Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Branford an Saratoga. Fünf Personen hochbeamen."

 

An Bord der Saratoga wurden die Admiräle in den Arrestzellen inhaftiert. Riker kehrte in Begleitung von Branford auf die Brücke zurück.

"Kurs setzen auf Sternenbasis 23, Geschwindigkeit Warp 4. Beschleunigen." befahl Riker.

Die Saratoga ging auf Warpgeschwindigkeit. Branford stand an der taktischen Station. Ihm gingen viele Gedanken durch den Kopf. Sie hatten vermutlich gerade eine Sache beendet, die zur Vernichtung der Föderation geführt hätte. Wenn es noch mehr Leute wie diese Admiräle geben würde, müßten sie in Zukunft sehr genau aufpassen. Denn die Föderation war an einem kritischen Punkt. Zwar war mit den Cardassianern nun ein neuer Verbündeter gefunden, aber die Spannungen mit dem klingonischen Reich waren auf ihrem Höhepunkt angelangt. Es würde sich bald entscheiden, ob es Krieg oder Frieden mit den Klingonen geben würde. Dazwischen war nichts möglich. Er konzentrierte sich wieder auf seine Aufgaben.

 

"Captain, wir erreichen Sternenbasis 23." meldete Conchance.

Riker nickte: "Auf halben Impuls gehen für Anflug auf die Station."

Sternenbasis 23 war eine Standardbasis, die kegelförmig aussah. Am oberen Ende war eine breitere, runde Hangarbucht, die etwa 10 Großraumschiffen Platz bot.

"Sir, wir erhalten eine Mitteilung von Sternenbasis 23. Sie weisen uns Anlegestelle 4 zu." meldete LaSalle. Die Luke des Hangars öffnete sich. Conchance wußte genau, was sie zu tun hatte. Sie war schon des öfteren an derartigen Sternenbasen angedockt. Sie steuerte die Saratoga vorsichtig durch die Luke und drehte sie, um an der Anlegestelle anzudocken.

"Manöverdüsen aus, Andockklammern ausfahren. Systeme und Tragheitsdämpfer auf äußeren Versorgungsmodus umschalten. Mister LaSalle, treffen Sie Vorbereitungen für Torpedoübernahme und Reparaturen. Deuterium und Antimaterievorrat aus eigener Produktion ergänzen. Das wäre alles." gab Riker abschließende Anweisungen. Branford sah auf dem Hauptbildschirm, dass die Exeter neben ihnen angedockt hatte.

"Captain, wir erhalten eine Mitteilung von Fleet-Admiral Lucas Franklin." Branford horchte bei der Meldung LaSalles auf. Franklin war der Oberbefehlshaber der Sternenflotte. Riker sah ihn an: "Um was geht es, Lieutenant?"

"Lieutenant Branford soll sich bei dem Admiral melden. Umgehend." berichtete LaSalle mit einem Lächeln.

Riker stand auf und sah Branford an: "Sie haben ihre Befehle, Lieutenant. Gehen Sie nur."

Branford nickte und verließ die Brücke. Er war gespannt was noch kommen würde.

 

"Lieutenant Branford, setzen Sie sich."

Fleet-Admiral Lucas Franklin war ein sechzigjähriger Veteran der Flotte. Branford konnte ihn gut leiden und hatte ihn schon mehrmals getroffen. Er war als Offizier bekannt, der immer eine Politik des Friedens vertrat und zu seinen Untergebenen immer fair war.

Branford nahm Platz. Das Büro war für einen Mann in Franklins Position ziemlich einfach ausgestattet. Das imponierte ihm: "Danke, Admiral."

Lucas redete weiter: "Lieutenant, Sie haben Großes für die Föderation vollbracht. Wir werden das honorieren." Er schaltete eine Akte auf den Bildschirm: "Sehen Sie? Laut den Aufzeichnungen, die Sie in dem Gebäude auf Zabalis II gefunden haben, wurde die Sally D. von einem Föderationsschiff zerstört. Und zwar von der Resolution. Nachdem Sie den Frachter vernichtet hatte, traf die Trafalgar ganz planmäßig ein, um ihren Scan durchzuführen. Durch Manipulierung der Ergebnisse kam der Eindruck zustande, dass ein Cardassianer den Frachter vernichtet hatte. Ihre Befehlsverweigerung wurde zu Unrecht angeklagt. Sie haben zwar den Befehl verweigert, aber dieser Befehl war irregulär. Somit ist auch ihre Verurteilung nichtig." Lucas legte zwei goldene Abzeichen und einen roten Uniformpulli auf den Tisch.

"Sie sind voll rehabilitiert, Captain. Sie können sofort das Kommando auf der Exeter wieder übernehmen. Nochmals Danke für ihre Hilfe. Sie erhalten eine Auszeichnung der Föderation. Herzlichen Glückwunsch." Branford nahm die Sachen und bedankte sich: "Ich habe zu danken, Admiral. Auf Wiedersehen."

Franklin hielt ihn noch zurück: "Captain, heute abend findet eine große Feier auf der Station statt. Anläßlich dieses großen Erfolges. Sie sind unser Ehrengast. Und Captain: Kommen Sie in Galauniform. Bis dann."

 

Fogarty erhob sich aus dem Kommandosessel, als Branford die Brücke der Exeter betrat: "Captain auf der Brücke!"

Alle Brückenoffiziere applaudierten Branford. Er wurde verlegen, ging in die Mitte der Brücke und meinte zu den Anwesenden: "Ich danke Ihnen allen. Ich bin unheimlich froh, wieder an Bord der Exeter zu sein. Sie alle haben sich erneut unter schwierigen Umständen bewährt. Ich bin stolz auf Sie."

Fogarty nickte ihm zu: "Willkommen zuhause, Sir."

"Danke, Nummer 1. Ich möchte Sie alle heute abend auf eine Feier einladen. Sie findet auf der Basis statt und zwar anlässlich unseres gemeinsamen Erfolges." berichtete Branford weiter. Er lächelte kurz und fügte hinzu: "Holen Sie ihre Galauniformen wieder hervor. Admiral Franklin gefallen diese Dinger ganz gewaltig." Seine Offiziere lachten. Jacobs bemerkte grinsend: "Ich glaube, ich kann dieses Kleidungsstück noch irgendwo finden. Ich hoffe es zumindest."

 

Branford saß wenig später im Bereitschaftsraum und studierte einige Berichte. Da zeigte ein Signal an, dass jemand vor der Tür war.

"Bitte treten Sie ein." bat Branford.

Die Tür öffnete sich und Captain Riker betrat den Raum.

"Störe ich Dich, Chris?" fragte er vorsichtig.

Branford schüttelte den Kopf: "Aber nein. Bitte, setz Dich."

Er setzte sich auf einen Stuhl. Branford bemerkte, dass er unsicher war. Ihm war nur unklar weswegen: "Was hast Du, Will? Etwas Ernstes?"

"Eigentlich nicht. Aber.." Er zögerte kurz und fuhr fort: "Ich habe von Admiral Franklin gehört, dass dein 1.Offizier zum Commander S.C. befördert wird. Ich benötige einen neuen XO und wollte Dich um deine Genehmigung bitten, ihn zu fragen."

Branford legte sein Datenpad hin und sah Riker lange an. Dann erwiderte er: "Es freut mich, dass Du erst mit mir gesprochen hast. Ich will Mister Fogarty aber ungern abgeben. Er ist einer meiner besten Offiziere und ein hochqualifizierter Mann."

Riker nickte: "Ja, ich dachte mir, dass Du so denkst. Aber wie Du vielleicht schon weißt, wird Lieutenant Unas zum Lieutenant Commander befördert. Also, glaubst Du, dass sie diese Position erfüllen könnte?"

"Ich denke schon. Sie hat schon des öfteren das Kommando geführt. Sie ist eine starke Persönlichkeit und dennoch einfühlsam gegen ihre Untergebenen. Alles Qualitäten, die ein 1.Offizier braucht." erwiderte Branford.

Riker sah ihn eindringlich an: "Ich weiß, dass es Dir schwer fällt, Fogarty abzugeben. Aber durch diesen Transfer kannst du Lara Unas die Chance geben, sich als Offizier weiterzuentwickeln. Und Fogarty wird als 1.Offizier des Flaggschiffes ebenfalls eine Entwicklung durchlaufen."

Branford überlegte es sich. Fogarty konnte wahrhaftig einen enormen Karrieresprung machen, wenn er XO auf der Saratoga wäre. Diese Chance konnte ihm Branford nicht verwehren. Dafür hatte Fogarty zuviel für das Schiff und die Crew geleistet.

"Einverstanden, Will. Du kannst Fogarty diese Möglichkeit anbieten. Er wird sich deines Vertrauens als würdig erweisen." gab sich Branford geschlagen.

Riker stand auf und reichte Branford die Hand: "Danke, Chris. Ich bin Dir einen Gefallen schuldig. Wir sehen uns heute abend."

Erwartungsgemäß dauerte es nicht lange, dann ertönte der Türsummer erneut. Es war Fogarty, der irgendwie unsicher den Raum betrat.

"Störe ich Sie, Sir?" fragt er vorsichtig.

Branford seufzte hörbar. Fogarty sah ihn verwundert an: "Sir?"

"Schon gut, Nummer 1. Sie stören mich nicht. Bitte nehmen Sie Platz." bat Branford.

"Captain, ich wollte mit Ihnen eine wichtige Sache bereden. Captain Riker hat mir eine Stelle als XO angeboten. Ich wollte Sie um ihre Genehmigung bitten." begann sein 1.Offizier.

Branford nickte: "Ich weiß, Commander. Mister Riker hat bereits mit mir gesprochen. Sie haben meine Erlaubnis und meine besten Wünsche. Sie haben es sich wahrlich verdient."

"Ich habe nur ein schlechtes Gewissen, die Exeter zu verlassen. Wer wird mich wohl ersetzen?" bemerkte Fogarty.

"Haben Sie keine Angst, Nummer 1. Sie werden eine würdige Nachfolgerin bekommen. Lara Unas wird sicher ein hervoragender 1.Offizier werden. Zwar ist sie noch nicht so gut wie Sie, aber sie wird sich machen. Da bin ich sicher." erwiderte Branford lächelnd.

Fogarty schien sich zu freuen: "Lara? Ich finde es toll, dass sie den Posten bekommt. Sie hat sicher das Zeug dazu."

Branford holte aus der Schublade ein goldenes Rangabzeichen. Er nahm Fogarty das dritte leere Abzeichen ab und heftete stattdessen das goldene an.

"Herzlichen Glückwunsch, Commander. Sie werden mir und der Crew sehr fehlen." sagte Branford leicht emotional und schüttelte seinem ehemaligen XO die Hand.

Der hatte beinahe Tränen in den Augen, riss sich aber zusammen: "Vielen Dank für alles, Captain. Ich habe eine Menge von Ihnen gelernt. Sie werden sicher auch Lara als Offizier voranbringen."

Branford war gerührt: "Ich hoffe, Sie behalten recht. Nun, wir sehen uns heute abend auf der Feier."

 

Lieutenant Lara Unas arbeitete im Maschinenraum mit Lieutenant Commander Cassels und Lieutenant Austin an der Konsole der Warpkontrolle.

Branford betrat den Maschinenraum und ging auf die Drei zu.

"Lara, kann ich Sie kurz sprechen?" fragte er freundlich.

Die Betazoid blickte ihn mit ihren schwarzen Augen an: "Sicher, Captain. Entschuldigen Sie mich, Jake."

 

Branford ging zusammen mit Unas in das Büro des Chefingenieurs. Er bot ihr einen Platz an.

"Lieutenant, ich wollte mit Ihnen über eine wichtige Angelegenheit sprechen. Folgendes: Zum einen sind Sie mit sofortiger Wirkung zum Lieutenant Commander befördert worden." Er sah die Freude in ihr und fuhr fort: "Das führt zum zweiten Punkt: Commander Fogarty wurde ebenfalls befördert und wird als XO auf die Saratoga versetzt. Sie sollen seinen Posten übernehmen. Sind Sie dazu bereit?"

Unas blickte kurz leicht zu Boden und antwortete mit sicherer Stimme: "Ja, das bin ich. Ich bin bereit, mehr zu lernen und mehr Verantwortung zu tragen. Ich werde ihr Vertrauen rechtfertigen, Sir."

Branford nickte lächelnd: "Um ehrlich zu sein, ich hätte Sie nicht gefragt, wenn ich nicht sicher gewesen wäre, dass Sie diesen Posten ausfüllen können." Er holte ein leeres Rangabzeichen aus seiner Tasche und heftete es den bestehenden zwei goldenen Abzeichen an Unas´ Uniformkragen hinzu. Dann schüttelte er ihr die Hand: "Meinen Glückwunsch, Commander. Wir sehen uns auf der Feier heute abend." Er verließ den Maschinenraum Richtung seines Quartiers.

 

Branford sah an sich herab. Er mußte zugeben, dass er die pompöse Galauniform nicht sehr mochte. Mit all den goldglänzenden Schnörkeln wirkte sie auf ihn irgendwie überladen. Er zog sie zurecht und betrat durch die Tür den Festsaal der Sternenbasis.

Es waren schon etwa fünfzig oder sechzig Leute anwesend. Branford gesellte sich zu seiner Mannschaft und unterhielt sich etwas mit ihnen.

Zwanzig Minuten später erklomm Fleet-Admiral Lucas Franklin das Rednerpodest. Alle anwesenden Offiziere applaudierten dem angesehenen Oberbefehlshaber der Sternenflotte. Als er seine Stimme erhob, war Stille im Saal.

"Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie herzlich auf dieser Feier. Wie Sie wissen, ist der Anlass unser Erfolg über verschwörerische Kräfte innerhalb der Föderation. Wir konnten durch unseren Sieg klarstellen, dass der freie Wille unserer Völker über allen einzelnen Interessen steht." Er machte eine kurze Pause, dann sah er in Branfords Richtung: "Ganz besonders herzlich will ich Captain Branford von der Exeter willkommen heißen, der großen Anteil an diesem Erfolg hat. Er und die Mannschaft der Saratoga haben geholfen, diesen Konflikt zu beenden. Und zwar relativ gewaltlos. Captain, ich danke Ihnen im Namen der Flotte und der Föderation."

Branford nickte ihm knapp zu. Ihm war diese Ehrzuweisung unrecht, da er all das nicht alleine geschafft hat. Er hob sein Sektglas und stieß mit seinen Offizieren an.

 

Im Laufe des Abends wurde einiges an Sekt konsumiert und Branford trank mit vielen seiner Offizierskollegen. Kurz vor Mitternacht kam eine Meldung: "Alle Crewmitglieder der U.S.S. Saratoga sollen sich sofort an Bord melden. Wir haben eine Code 7-Zwischenfall an der klingonischen Grenze! Alle Crewmitglieder sofort an Bord!"

Riker stand zusammen mit Fogarty bei Branford. Er stellte sein Glas ab und blickte Fogarty ernst an: "Wir müssen los, Nummer 1.Chris, ich wünsche Dir alles Gute. Wir sehen uns dann."

Fogarty verabschiedete sich ebenfalls und verließ mit Riker und den anderen Offizieren der Saratoga den Saal. Die Feier ging ebenfalls so langsam dem Ende zu. Branford kehrte in Begleitung der meisten seiner Offiziere auf die Exeter zurück. Er fiel sofort in sein Bett und schlief ein.

 

"Guten Morgen allerseits. Berichte?"

Branford betrat gutgelaunt die Brücke der Exeter und nahm im Kommandosessel Platz. Sandra Galen, der Schiffscounselor, blickte ihn überrascht an: "Wie kommt es, dass Sie so gut gelaunt sind am Morgen nach dieser Feier?"

Branford blickte sie vielsagend an: "Ich freue mich einfach auf unseren nächsten Auftrag. Egal, wohin er uns auch führt."

"Sieht so aus, als ob ihr Wunsch in Erfüllung geht, Sir. Wir erhalten eine Nachricht von der Einsatzplanung. Es ist Admiral Shanti." meldete Crusher, der an der taktischen Station stand.

Branford nickte: "Auf den Schirm, Mister Crusher."

Admiral Shanti war eine farbige Endfünzigerin, die durch ihr großes Engagement auf dem wissenschaftlichen Sektor bekannt war.

"Ich grüße Sie, Captain. Freut mich sehr, dass bei Ihnen alles wieder im Lot ist." begrüßte Shanti Branford.

Branford erwiderte den Gruß: "Vielen Dank, Mam. Nun, was haben Sie für uns?"

"Die Exeter soll sich nach Galondon Cor begeben und Untersuchungen über eine Supernova anstellen, die dort in Gange ist. Die U.S.S. Galaxy hatte vor zwei Monaten bereits Untersuchungen angestellt, konnte aber leider aufgrund ihrer anderweitigen Verpflichtungen die Aufgabe nicht vollenden. Wir überspielen Ihnen alle Daten, die die Galaxy gesammelt hat. Viel Glück, Captain. Shanti Ende."

Der Bildschirm erlosch.

"Alles klar zum Start, Mister Jacobs. Lösen Sie die Dockverbindungen und stellen Sie alle Systeme auf Reiseflugmodus um. Commander Unas, bringen Sie uns aus dem Hangar." befahl Branford und blickte seinen neuen XO an.

Sie nickte und erteilte die notwendigen Befehle. Wenig später befand sich das Schiff im freien Raum. Branford blickte sich um. Es war sehr gut, wieder auf seinem Schiff zu sein. Vertraute Gesichter, vertraute Geräusche. Er fühlte sich gut.

"Lieutenant Waringthon, setzen Sie Kurs auf Galandon Cor. Warp 4." befahl er.

Die junge Frau am Steuerpult nickte: "Kurs und Geschwindigkeit eingegeben, Sir."

Branford blickte lächelnd auf den Haupmonitor, der den freien Weltraum zeigte.

"Sehen wir mal, was uns erwartet. Lieutenant, beschleunigen Sie."

Die Exeter ging auf Warpgeschwindigkeit und tauchte in ein Meer von Sternen ein. Dann war sie verschwunden.

 
Ende

 
Du bist der 1851. Leser dieser Geschichte.