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Alpträume© by Aisling ()
Entsetzt setzte sich Methos auf. Im ersten Moment war er orientierungslos. Dann tastete er nach seiner Nachttischlampe, als er sie fühlte, seufzte er erleichtert auf. Er schaltete das Licht ein und warf einen prüfenden Blick durch das Schlafzimmer. Sein Wecker sagte ihm, daß es 7.30 h war. Nichts hatte sich verändert. Er machte die Lampe aus, legte sich hin und versuchte, wieder einzuschlafen. Vergeblich. Sein Alptraum beschäftigte ihn viel zu sehr. Er stand auf und ging zu seinem Schreibtisch. Dort suchte er eins seiner Tagebücher raus und blätterte zu einem bestimmten Absatz. Als er ihn fand, vertiefte er sich in seine Lektüre. Nach einiger Zeit nahm er ein weiteres Tagebuch und las auch dort einige Abschnitte.
Am späten Nachmittag beendete er seine Recherche, duschte, rasierte sich sorgfältig, zog sich an und ging zu Joe's. Er wusste, daß ihn niemand verfolgte, aber trotzdem hatte er ein seltsames Gefühl im Magen, das er sich einfach nicht erklären konnte. Und als ob das noch nicht genug war, kaum hatte er die Hälfte des Weges zurückgelegt, da fing es auch noch an zu regnen. Wie Methos erwartet hatte, war Joe da, obwohl wegen Renovierungsarbeiten für das normale Publikum geschlossen war. Als Joe sah, wer in die Bar kam, nahm er ein Glas und zapfte ein Bier. "Hallo Methos! Bist heute aber schon früh da. Möchtest du außer deinem Bier sonst noch etwas haben?" Der Unsterbliche zog seine Jacke aus und warf einen prüfenden Blick durch den Raum. Außer Joe war niemand anwesend. Auch in den dunklen Ecken konnte er keinen verdächtigen Schatten sehen. Betont ruhig wandte er sich dem Beobachter zu. "Erst einmal möchte ich in Ruhe ein Bier trinken, und dann hast du vielleicht noch einen Rat für mich." Ein amüsiertes Grinsen kam über Joes Lippen. "Einen Rat? Der älteste Unsterbliche möchte meinen Rat? Du willst doch bestimmt eine Information von mir? Ich werde dir heute bestimmt nichts von den Beobachtern oder über einen Unsterblichen erzählen." Methos schüttelte den Kopf. "Ich möchte deinen Rat haben, keine Information. Joe, sei doch nicht so mißtrauisch." Nun schüttelte auch Joe den Kopf, der älteste Unsterbliche hatte, wenn es darauf ankam, ein sehr schlechtes Gedächtnis. "Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie ich nichts ahnend in mein Büro komme und du an meinem Computer sitzt und in meine Dateien hackst..." "Darum geht es diesesmal aber wirklich nicht. Es hat nichts mit den Beobachtern zu tun." "Ok, dann erzähl mal." Joe reichte Methos das Bier und ging mit ihm zu einer Sitzecke. Er nahm die Schutzabdeckung runter und setzte die Stühle auf den Boden. Dann setzte er sich bequem hin und wartete, daß Methos anfing. Methos setzte sich mit dem Rücken zur Wand, so, daß er den Eingang im Blick behielt. "Was machst du gegen deine schlimmsten Alpträume?" "Alpträume?" "Ich habe in der letzten Zeit seltsame Träume." "Das ist bei deiner Vergangenheit doch wirklich kein Wunder." "Mit diesen Träumen kämpfe ich schon seit Jahrtausenden, nein, damit komme ich klar. Es sind andere Träume, die ich in den letzten Tagen habe. Sie sind so irritierend. Sie haben irgendwie mit meiner Vergangenheit zu tun und sind doch so anders." Joe setzte sich gespannt auf, denn wann gab Methos schon einmal freiwillig etwas über sich preis. Es mußte schon wirklich schlimm für ihn sein, wenn er um einen Rat bat. "Was ist anders?" "Die Träume sind miteinander verbunden." Als er Joes fragenden Blick sah, seufzte er innerlich. Joes Rat hatte seinen Preis. Wenn er nicht mehr erzählte, dann würde er nicht helfen. "Ok, jeder Traum ist die Fortsetzung des Traums der vorigen Nacht. Ich träume einen kompletten Tag, wache auf und wenn ich am Abend wieder einschlafe, dann erlebe ich den darauffolgenden Tag. Und es ist nichts aus meiner Vergangenheit, am Anfang wirkte es zwar so, aber ich habe heute in meinen Tagebüchern nachgelesen. Nichts. Ich habe das nicht erlebt, und ich habe auch nichts aus meiner Vergangenheit abgewandelt und in die heutige Zeit umgesetzt. Dafür ist das Ganze zu seltsam." Erregt stand Methos auf, ging auf und ab und gestikulierte währenddessen mit seinen Händen. So aufgewühlt hatte Joe ihn selten erlebt. "Wovon träumst du denn?" Methos schüttelte den Kopf. "Ich will darüber nicht reden. Ich kann darüber nicht reden." "Wie soll ich dir dann helfen, wenn du nicht darüber redest?" "Ich will nur wissen, was du machst, wenn du nachts keine Träume mehr haben willst." "Willst du das wirklich? Das glaube ich nicht. Du kennst bestimmt wesentlich mehr Tricks als ich. Ich glaube, daß du mit mir darüber reden willst." "Warum sollte ich mit dir, einem Beobachter darüber reden?" "Weil du sonst keinen anderen hast. Es hat was mit deiner dunklen Seite zu tun, also kannst du es Mac nicht anvertrauen, ohne eure Freundschaft zu gefährden. Amanda ist zur Zeit abgetaucht, weil bei ihrem letzten Bruch etwas schiefgegangen ist, und Amy ist deine Beobachterin. Also komme nur ich in Frage. Oder hast du noch irgendwelche Freunde, die ich noch nicht kenne? Hole dir noch ein Bier und dann erzähle. Du kannst dir sicher sein, daß mir kein Wort entgeht." Nachdenklich lehnte Methos sich zurück und mußte zugeben, daß Joe Recht hatte. Er trank sein Bier aus und ging wieder zur Bar. Holte aber statt des Bieres eine Flasche Whiskey und zwei Gläser. "So schlimm?" "Schlimmer, ich habe Angst darüber zu reden. Die Träume wirken so real." Methos schüttete in jedes Glas etwas Whiskey, reichte Joe ein Glas, setzte sich hin, nicht ohne noch einmal einen prüfenden Blick durch das Lokal wandern zu lassen, und trank einen Schluck. Joe sah der ganzen Prozedur zu und wartete. "In diesen Träumen, da halte ich das Leben, wie ich es jetzt führe, für einen Traum. Für einen irritierenden, friedlichen Traum. Da habe ich jedoch keine Tagebücher zum Nachschlagen. Kronos könnte sie ja gegen mich verwenden." "Kronos?" "Ja. Kronos, Silas und ich sind in dieser anderen Realität die Beherrscher der Welt. Irgendwann während des römischen Imperiums, ich schätze, daß es irgendwann nach Julius Caesar passiert ist, haben wir den Kaiser geputscht und ein Triumvirat gebildet. Wir herrschen seit 2000 Jahren und haben unseren Machtbereich immer weiter ausgedehnt. Inzwischen haben wir die ganze Welt erobert." "Soviel ich weiß, gehörten zu den Reitern der Apokalypse vier Personen. Was ist aus Caspian geworden?" "Caspian hat es dort nie gegeben. Mit Caspian würde es aber auch niemals zu so etwas kommen." "Mit Kronos kann ich mir das auch nicht vorstellen!" "Doch, er ist der Heerführer. Der militärische Planer und Stratege bin eigentlich ich, aber er ist die ganzen Jahrhunderte von einem Land zum nächsten gezogen und hat erobert, während ich in Rom die Stellung gehalten habe. Ganz nebenbei konnte er dann auch noch rauben, schänden und morden. Als er Europa, Asien und Afrika zum Teil des römischen Imperiums gemacht hatte, da ist er zum Seefahrer geworden und hat nicht eher geruht, bis er auch Amerika erobert hatte." Joe schüttelte den Kopf. "Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen." "Wenn ich nicht diese Träume hätte, dann würde ich jeden, der mir so etwas erzählt, für verrückt erklären. Aber es wirkt so logisch, so überzeugend. Besonders Kronos. Er sitzt jetzt seit Jahren rum und hat nichts zum Bekämpfen. Er hat natürlich keine Lust, sich an der Verwaltung Roms zu beteiligen, und treibt sich nun mit den zwielichtigsten Typen rum. Durch meine Gesetze hat er nur noch wenige Möglichkeiten, seine Grausamkeiten an anderen auszulassen, was ihm natürlich gar nicht passt. Deswegen gibt es auch immer wieder Auseinandersetzungen. Seit kurzem kämpft er als Gladiator in der Arena, aber es gibt so gut wie niemandem, der freiwillig gegen ihn kämpfen will. Wer legt sich schon mit einem Gott an? Deswegen will er, einfach nur zum Spaß, daß ich, egal auf welche Weise, einen Aufstand organisiere, den er ganz legal als römischer Imperator niederschlagen kann." Methos sah Joes ungläubigen Blick und vertiefte seine Erklärungen. "Das römische Reich hat nie aufgehört zu existieren. Wir herrschen auf dieser Grundlage und sind Kaiser und Gott. Demokratie gibt es nicht. Die technische Entwicklung hat in diesen 2000 Jahren stagniert. Es ist immer noch ein vorindustrielles Zeitalter. Es gibt auch noch keine Schusswaffen. Aber die Städte sind, wie alle römischen Städte, kanalisiert. Und Reiche können in ungeheurem Luxus leben, der dem heutigen in keiner Weise nachsteht. Es gibt noch Sklaven, aber ich habe, weniger aus humanen, sondern mehr aus praktischen Gründen im Laufe der Jahrhunderte immer strengere Gesetze erlassen, so daß eine Ausbeutung dieser Menschen fast unmöglich ist. Insgesamt geht es den meisten Menschen besser als heute. Solange es nicht die Sklaven der Imperatoren sind." Joe schüttelte den Kopf. "Ich kann verstehen, daß dich das beunruhigt, was ist daran so schlimm, daß du in der anderen Realität ein Kaiser bist und halbwegs gerecht regierst?" "Beide Welten vermischen sich!" "Bitte?" "Ich treffe als Kaiser Entscheidungen, die ich nur mit dem Wissen des Methos treffen kann, der hier vor dir sitzt. Und für ihn kann das tödlich enden, wenn Kronos mißtrauisch wird. Und hier, hier fange ich z.B. an, Frauen mit dem Blick des Kaisers zu sehen. Ich habe Angst, daß ich meine Identität verliere und eines Tages aufwache und nicht mehr der bin, der ich noch vor zwei Wochen war. Das will ich nicht, und deswegen müssen die Träume aufhören." Methos verschwieg jedoch, daß er das Gefühl hatte, daß er beobachtet wurde. Diese unheimliche Präsenz erfüllte selbst diese Bar, obwohl er genau wusste, daß nichts da war. Unwillkürlich verzog er das Gesicht. "Bist du dir sicher, daß du noch in Ordnung bist?" Joe hatte Methos' seltsamen Gesichtsaudruck bemerkt. "Ja, ich habe in den letzten Jahrtausenden gelernt, jede Handlung von mir zu hinterfragen. Und in den letzten Tagen beobachte ich mich noch kritischer. Ich kann dir nur sagen, im Moment besitze ich nicht nur mein Wissen und meine Erfahrungen, sondern auch die Erfahrung des anderen Methos. Aber nicht so wie nach einem Quickening, sondern als ob es meine eigenen Erinnerungen sind. Als ob ich mit meinen Erinnerungen nicht genug zu tun hätte, jetzt muß ich mich auch noch mit den Gewissensbissen eines Kaisers rumplagen." "Methos, du warst kein Kaiser. Du hast nie das römische Reich regiert." "Sag das mal meinen Erinnerungen. Es ist alles in meinem Kopf vorhanden." Joe griff nach der Flasche, füllte beide Gläser, nahm seins und leerte es mit einem Schluck. Methos tat es ihm gleich und schüttete direkt noch einmal nach. "Ich kann dir nicht helfen, Methos. Ich habe so etwas noch nie gehört. Vielleicht steht etwas in den Chroniken, aber bis ich das gefunden habe..." "Bin ich endgültig reif für die Klapsmühle. Ich weiß. Aber danke, daß du mich nicht direkt für verrückt erklärt hast." "Ich habe schon so viel erlebt, Krieg, Traumata, Behinderung, Unsterbliche und Dämonen, warum soll das, was du erlebst, nicht auch real sein? Ich habe nur Sorge, daß du dich veränderst. Den Methos, den du dort schilderst, möchte ich nicht wirklich kennen lernen." "Und ich will beides nicht. Ich werde alles unternehmen, was in meiner Macht steht um das zu verhindern." Schweigend leerten sie noch eine weitere Flasche. Anschließend brachte Methos Joe nach Hause und übernachtete auf seiner Couch, nicht ohne sicher zu gehen, daß die Ausgänge gesichert waren.
* * * * *
29.Februar
Entsetzt setzte Methos sich auf. Die Sonne kitzelte auf seiner Nase, und er spürte einen weichen Mädchenkörper an seiner Seite. Ein kurzer Blick durch seine Gemächer bestätigte ihm, daß er zu Hause war. Seit 1700 Jahren bewohnte er dieselbe Zimmerflucht. Und jeder Gegenstand hatte seinen festen Platz und seine Bedeutung. Er hatte schon wieder diesen seltsamen Traum gehabt. Er war in dieser riesigen Stadt mit den seltsamen Gefährten, die so laut waren, gewesen. Immer ein anderer Tag, aber immer derselbe Raum, und er verhielt sich immer so... so seltsam. So friedlich, so sehr darauf bedacht, niemanden zu verletzten. Und doch so wissbegierig. Und das Unheimlichste war, daß er auch das gesamte Wissen des anderen Methos hatte, das machte die seltsamen Gegenstände nicht viel sinnvoller, aber irgendwie vertrauter. Am schlimmsten waren aber die Erfahrungen, die der Andere mit Kronos gemacht hatte. Und er selbst verstand den Anderen nur zu gut, denn Kronos wollte ihn jetzt auch zu etwas zwingen, was er nicht wollte. Es mußte noch früh sein, aber er konnte nicht mehr schlafen; das Mädchen interessierte ihn auch nicht mehr, sie war so langweilig, in der nächsten Nacht würde er sich eine andere Frau nehmen, diesmal keine Jungfrau, sondern eine, die auch seine ausgefallensten Wünsche befriedigen konnte. Falls er dann noch lebte. Es war immer gefährlich, wenn Kronos in Rom war, und Kronos war schon viel zu lange in Rom. Aber heute waren die Circusspiele zu Ehren ihrer Thronbesteigung. Wie viele Jahre war das jetzt her. Nach dieser langen Zeit hatte er das Zeitgefühl verloren. Es musste etwas mehr als 2000 Jahren sein. Er erinnerte sich, wie er den julianischen Kalender geändert hatte... der 29. Februar und 30. Februar zu Ehren des Triumvirates und alle vier Jahre am 31. Februar noch einen weiteren Feiertag. Das Volk wußte es zu schätzen. Heute würde Kronos wieder in der Arena kämpfen, aber er würde ihn mit dem caledonischen Kämpfer überraschen. Methos unterdrückte jeden weiteren Gedanken. Manchmal hatte er das Gefühl, daß Kronos telepathisch veranlagt war, und er mußte diese Gefahr ausschließen. So rief er eine Sklavin, die ihm normalerweise im Badezimmer aufwartete, und beschäftigte sich mit ihr, bis er auf andere Gedanken kam. Anschließend benötigte er eine andere Sklavin, um ihn im Bad von den Blutflecken zu säubern. Danach fühlte er sich endlich wieder als Methos und nicht so schwach wie der Andere aus den Träumen. Als er am Frühstückstisch lag, kam, wie erwartet und befürchtet, Kronos. Es war ein Ritual, daß sie, wenn Kronos in Rom war, am 1. Festtag zusammen frühstückten. Silas widmete sich stattdessen seinen Pferden, mit denen er am Pferderennen teilnehmen würde. Dieses Rennen wurde zwar erst am 2. Tag veranstaltet, aber Tiere waren Silas schon seit langem wichtiger als Menschen.
"Wirst du wieder auf der Ehrentribüne stehen und die Huldigungen des Volkes entgegennehmen?" "Da du heute wieder zu unseren Ehren in der Arena kämpfst, wird mir nichts anderes übrig bleiben. Ich würde zwar gerne einige Entwürfe eines Architekten durcharbeiten, aber wenn sich keiner von uns zeigt, wird das Volk unruhig." "Warum soll das Volk nicht unruhig werden, dann schleust du noch einige Spione ein, und wir haben in kürzester Zeit einen Aufstand. Ich langweile mich. Es gibt nichts mehr zu kämpfen. Organisiere eine Unruhe, und ich habe etwas zu tun." Methos seufzte innerlich. Schon wieder. Es gab kein Gespräch, in dem Kronos keinen Aufstand forderte. "Es wird in Rom keinen Aufstand geben. Ich bin dabei, einen Aufstand im Süden Afrikas zu organisieren. Denn noch einmal so nah wie in Caledonien wird es keinen Aufstand geben." "Methos, du erzählst mir jetzt schon seit Jahren, daß du dort einen Aufstand organisieren willst, und der Aufstand in Caledonien ist auch schon über 100 Jahre her. Beeile dich." "Nur 98 Jahre, Kronos. Und für die Bekämpfung des Aufstands hast du keine zwei Monate gebraucht. Wenn ich mich beeile, dann wirst du ihn zu schnell niederschlagen. Lass mir Zeit zum Planen, dann bekommst du eine richtige Rebellion." "Kennst du den caledonischen Sklaven, der überall als mein Gegner angekündigt wird?" Methos war froh, daß er keine Lügen erzählen mußte. "Nein, ich kenne ihn nicht, aber er ist der beste aus der Gladiatorenschule, und soviel ich erfahren habe, hat er sich freiwillig gemeldet." In aller Ruhe goss er Honig über seinen Graupenbrei und löffelte ihn mit viel Genuss. "Ah, ihn reizt wohl die Freiheit und das Geld, das er bekommen soll, wenn er den Kampf mit mir überlebt." "Ich weiß es nicht, ich habe nicht die Zeit gehabt, mich um ihn zu kümmern. Aber der Meister der Gladiatorenschule hat einige Unterlagen zusammengestellt, mit einer Auflistung seiner Kämpfe und was für Verletzungen er hatte. Sogar eine Zeichnung hat er dabei gelegt. Er fühlte sich wohl sehr geehrt, daß seine Schule dieses Jahr den Gegner stellen muss. Jedenfalls habe ich dir Kopien dieser Unterlagen zusammen mit den Papieren von den anderen möglichen Gegnern in deine Räume bringen lassen. Da du dich aber wie jedes Jahr nicht dafür interessiert hast, mußte ich die Auswahl treffen, und ich habe mich für diesen Caledonier entschieden, es stand zwar auch ein Name dabei, aber ich kann mich nicht daran erinnern." Insgeheim gratulierte er sich dafür, daß er mit seiner Stimme einen Hauch von Vorwurf einfließen ließ. "Wenn ich meinem Bruder nicht vertrauen kann, wem soll ich dann sonst vertrauen!" Innerlich schauderte Methos. Wie konnte Kronos nach so vielen Jahrtausenden immer noch Pathos in den Spruch reinbringen? "Du hast Recht, aber ich hatte nicht die Zeit, um wirklich den richtigen Gegner für dich auszuwählen. Mich beschäftigt eine Erfindung, die man mir in den letzten Wochen vorgestellt hat. Sie nennen es eine Dampfmaschine." Er sah, daß Kronos die Stirn runzelte. "Was hast du mit Erfindungen zu tun?" "Erfindungen können unsere Welt verändern. Und ich muß vorsichtig sein, welche Erfindungen ich zulasse, damit sie uns nicht gefährlich werden können. Vor einiger Zeit hat jemand ein Gerät erfunden, mit der man aus weiter Entfernung Menschen verstümmeln konnte. Er nannte es eine Kanone. Bei einem Versuch ist einem der Sklaven der Kopf einfach weggeschossen worden. Ich habe meine ganze Macht verwenden müssen, um den Erfinder und alle Beteiligten zu beseitigen." Befriedigt sah Methos, daß Kronos nachdenklich wurde. Kronos war immer der Meinung, daß das Regierungsgeschäft keine Beschäftigung für einen Unsterblichen wäre, aber wer außer einem Unsterblichen konnte schon mehrere Generationen im Voraus denken? Und das war bei einigen Entscheidungen sehr wichtig. Besonders die Entscheidung, die er vor einigen Tagen getroffen hatte. Und dies würde Kronos in wenigen Stunden erfahren, wenn er alles richtig kalkuliert hatte. Und dabei hatte das Wissen des Anderen entscheidend geholfen. Er hoffte nur, daß er nicht auf eine Fantasie hereingefallen war und daß er den heutigen Tag überleben würde. In Gedanken versunken beendeten sie das Frühstück, um sich anschließend getrennt zum Circus zu begeben.
Jedes Mal, wenn Methos die Ehrentribüne des Circuss betrat, überkam ihn dieses Machtgefühl. Die Stille von 150.000 Menschen, die gebannt auf sein Erscheinen warteten, die ehrerbietigen Verbeugungen, wenn er die Tribüne betrat, und dieser Jubel, wenn er den Menschen mit einer Handbewegung befahl, sich wieder aufzurichten. Diese Minuten machten ihm deutlich, über wie viel Macht er verfügte. Und um nichts in der Welt würde er sie aufgeben. Eher würde er seine Brüder umbringen, als auf diesen Moment zu verzichten. Auch wenn er Kronos gegenüber immer behauptete, daß das Volk ihm gleichgültig sei, diese Form der Zustimmung zu seiner Regierung war ihm sehr wichtig. Und im Laufe der Jahrhunderte hatte er gelernt, den Jubel zu interpretieren; von Zustimmung bis zur Ablehnung hatte er alle Nuancen kennen gelernt. Und er wollte die Zustimmung des Volkes, denn diese Momente im Circus gaben ihm dann ein stärkeres Glücksgefühl als jedes Quickening, Drogen, Sex, oder was auch immer.
Aber äußerlich konnte man ihm nichts ansehen. Scheinbar ungerührt nahm er die Huldigungen des Volkes entgegen, und als die ersten Gladiatoren einmarschierten und mit "Ave, Cäsar! Morituri te salutant!" grüßten, da erwiderte er ihre Grüße unbewegt. Auch den Kämpfen sah er ohne erkennbare Regungen zu. Er erfüllte die Wünsche des Volkes, wenn es über Leben oder Tod des Verlierers entschied, aber diesmal war er nicht mit dem Herzen dabei.
Der Höhepunkt des ersten Festtages war Kronos' Kampf gegen den caledonischen Gladiator. Methos' gesamte Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf den Moment, als sich der Gladiator näherte, um ihn zu huldigen.
Auf der anderen Seite des Circus zeigte sich Kronos dem Volk. Auch er wurde mit Applaus begrüßt, aber Methos merkte, daß dieser Applaus merklich verhaltener ausfiel. Das Gedächtnis des Volkes war sehr gut. Sie verziehen Kronos immer noch nicht, wie brutal er vor fast hundert Jahren den Aufstand niedergezwungen hatte. Methos wusste, daß Kronos vom Volk 'der Schlächter' genannt wurde. Seine Geheimdienste arbeiteten gut, und ihnen entging normalerweise nichts. Vielleicht war es doch eine gerechte Sache, daß er jetzt gegen einen Caledonier kämpfte, aber Methos zwang sich, jeden weiteren Gedanken zu unterdrücken. Jetzt war der Caledonier in Reichweite, und Methos spürte einen vertrauten Buzz. Das Wissen um diesen Buzz stammt von dem Anderen, und er hoffte, daß auch der Charakter des Caledoniers so war wie in den Erinnerungen des Anderen. Als sich der Gladiator vor seiner Tribüne verbeugte und grüßte, da wagte Methos es zum ersten Mal, sich den anderen Unsterblichen näher anzusehen. Es war schon ungewöhnlich, daß er überhaupt lebte. Die Suche nach weiteren Unsterblichen war im römischen Reich gut organisiert, die wenigsten Unsterblichen überlebten den Zeitpunkt ihres ersten Todes um mehr als 50 Jahre, und die Quickenings wurden von den 'Brüdern' gerecht geteilt. Aber dieser schien eine Ausnahme zu sein. Sein Buzz war genauso kraftvoll wie aus der Erinnerung des Anderen und mindestens 400 Jahre alt. Er hatte einen prächtigen, durchtrainierten bronzefarbenen Körper, schwarzes Haar und unergründliche Augen, die Methos musterten. Aber dieser Moment war sehr schnell vorbei, Methos nickte dem Caledonier zu, dieser wandte sich ab und ging zur anderen Seite der Arena, wo Kronos auf ihn wartete. Auch ihn musste der Gladiator grüßen, da er auch sein Herrscher war. Methos starrte angestrengt zu Kronos, um eine Reaktion zu erkennen, als der Caledonier in Reichweite kam, aber Kronos schaute nur kurz zu Methos rüber und wandte dann aber seine ganze Aufmerksamkeit dem Gladiator zu. Sie umkreisten sich angespannt, und jeder der beiden wartete auf den Fehler des anderen. Als sie die Klinge zum ersten Mal kreuzten, machte sich Methos auf den Weg. Begleitet von seiner Leibwache verließ er die Tribüne. Außerhalb des Sichtbereiches des Volkes zerrte er sich seine Tunika vom Leib, und seine leichte Rüstung, die er immer trug, kam zum Vorschein. Am liebsten wäre er gerannt, um so schnell wie möglich zum Seiteneingang zur Arena zu gelangen, um dem Ende des Kampfes aus nächster Nähe beizuwohnen. Aber er konnte es sich nicht leisten, seine Kräfte durch Lauf durch die ca. 1000 Passus langen Gänge zu erschöpfen. Also startete er in einem lockeren Trab hinab in die unterirdischen Gänge. Da die Leibwache dafür sorgte, daß niemand im Weg stand, konnte er unterwegs auf die Geräusche des Publikums hören und sich dadurch ein Bild vom Kampf machen. Zuerst schien der Kampf ziemlich ausgewogen zu sein, und als Methos die Treppen hinter sich hatte und in die Katakomben eintauchte, da griff Kronos eine Etage höher den Caledonier erneut an, aber anhand der Reaktion des Publikums hörte Methos, daß der Gladiator dem Angriff mühelos standhielt und im Gegenzug seinerseits einen Angriff startete. Der Applaus war nur verhalten, aber als Methos aus der Unterwelt des Circus auftauchte, hörte er auf einmal einen donnernden Applaus, der ihm sagte, daß der Caledonier gewonnen hatte. Als die Leibwache ihm den Seiteneingang öffnete, ertönte ein einstimmiger Aufschrei des Volkes, und durch den Eingang schreitend fühlte er, wie sich die Blitze über dem Gladiator sammelten.
Die Folgen dieses Quickenings waren fatal, fast der halbe Circus stürzte ein, und unzählige Menschen starben unter den Trümmern. Diejenigen, die diese Katastrophe überlebten, erlebten anschließend, wie ein sauberer und unverletzter Imperator statt in der Tunika, die er vor kurzer Zeit anhatte, nun in Rüstung auf den Gladiator zuging.
Methos war seiner Leibwache dankbar, daß sie ihn mit ihrem Leben geschützt hatten. Der Effekt, den er mit seiner sauberen Kleidung erzielte, war es wert, daß dafür mehrere gute Männer starben, und schließlich waren sie die bestverdienenden Soldaten Roms. Er trat dem dreckigen, blutenden und erschöpften Gladiator gegenüber. Es war noch nicht einmal nötig, den Caledonier mit seinem Schwert zu berühren, denn es war beiden klar, daß der Gladiator einen zweiten Kampf nicht überstehen würde. Der Caledonier fiel vor Methos auf die Knie und beugte seinen Kopf. "Töte mich! Ich habe mein Lebenswerk vollendet und den Schlächter getötet. Egal, wie du mich jetzt foltern lässt, es ist unwichtig!" Methos knurrte unwillig. Genau das hatte er befürchtet. Der Junge wollte zum Märtyrer werden, aber das würde er ihm schnell ausreden. "Und, wie geht es weiter, nachdem du Kronos getötet hast? Wer soll jetzt seine Arbeit machen? Wer hilft mir jetzt bei der Verwaltung Roms? Du hast mit seinem Tod die Pläne für die nächsten 30 Jahre zerstört, besonders durch die Verwüstung, die du damit angerichtet hast!" Methos warf einen demonstrativen Blick durch den zerstörten Circus, um den Gladiator deutlich zu machen, was er angerichtet hatte. "So viele Menschen, wie heute durch dich gestorben sind, hat Kronos in den letzten tausend Jahren nicht getötet, und das nennst du ein Lebenswerk? Du bist kein Deut besser als Kronos. Er hat wenigstens jedem einzelnen Menschen, den er getötet hat, ins Gesicht gesehen. Aber dich interessiert noch nicht einmal, daß du gerade mehrere zehntausend Menschen getötet hast. Du bist viel schlimmer als er." Mit innerem Genuss sah Methos, wie die Gesichtszüge des Gladiators während seiner kleinen Rede entgleisten. Von arroganter Opferbereitschaft über Überraschung zu grenzenlosen Schuldgefühlen und Trauer und trotzdem bäumte er sich noch auf. "Du lügst! Er hat vor einhundert Jahren in Caledonien ein Massaker angerichtet, daß dem hier in keiner Weise nachsteht! Noch heute gibt es dort unbewohnte Gegenden. Selbst wenn hier Menschen gestorben sind, durch meine Schuld wird keiner mehr sterben, und diese Bestie kann es nicht mehr, weil ich sie getötet habe. Und nun bestrafe mich! Töte mich!" "Du wagst es, mir einen Befehl zu geben! Nein, der Tod ist zu gnädig für dich. Und außerdem bringt er dem Volk nichts. Ich brauche einen Partner, der mir hilft, dieses Chaos zu beseitigen. Sieh es als Sühne für das, was du heute getan hast, und hilf mir, Rom zu regieren. Die Zeit wird zeigen, ob du nicht auch zum Schlächter wirst. Denn Macht ist eine gefährliche Droge." Es freute Methos, daß er in den Gesichtszügen des Gegenübers genauso lesen konnte, wie auch der Andere aus seinen Träumen. Auch die Reaktionen zeigten ähnliche Charakterzüge. Ein verzweifelter Blick traf Methos. "Wie soll ich damit leben können, so viele Menschen durch mein Tun getötet zu haben? Wie soll ich mit soviel Schuld leben können?" "Du wirst es lernen. Willst du mit mir für das Wohl Roms sorgen? Bist du bereit, mit mir zu herrschen?" Die Unsicherheit und Verzweiflung war zu deutlich auf dem Gesicht des Gladiators zu sehen. Aber langsam änderte sich der Gesichtsausdruck zu Trauer und Entschlossenheit. "Für das Wohl der Überlebenden werde ich weiterleben und mitarbeiten, und ich werde mit dir regieren. Das schwöre ich beim Grab meiner Mutter!"
Die wenigen Überlebenden des Unglücks, die sich noch für die Vorgänge in der Arena interessierten, sahen, wie der Imperator nach einer kurzen Diskussion dem Gladiator sein Schwert bis zum Heft in die Brust stieß. Ein Besucher, der nah genug war, um die Gesichtszüge zu betrachten, erzählte später, daß der Gladiator überrascht war, als er getötet wurde.
Der Imperator wusste, daß es nach dem Tod des Gladiators Zeit war, die restlichen Überlebenden, die noch nichts von den Vorgängen in der Arena gemerkt hatten, auf sich und den Toten aufmerksam zu machen. Von seiner restlichen Leibwache schickte er einen aus, um nach Bläsern zu suchen, als sie zurückkamen, ließ er sie ein Alarmsignal geben. Die Aufmerksamkeit aller Überlebenden richtete sich nun auf die Arena. "Rom trauert! Es sind viele gestorben. Kronos hat im Sterben das getan, was er am besten konnte! Er hat möglichst viele Menschen mit in den Tod gezogen. Aber er ist nicht von einem gewöhnlichen Menschen getötet worden! Dieser Mensch zeigte Anlagen zur Göttlichkeit, und mit meiner Macht wird er zu einem neuen, besseren Gott und Imperator werden, als es Kronos jemals war. Auch wenn ihn mein Schwert durchstoßen hat, er wird in wenigen Minuten erwachen. Begrüßt ihn, wie es sich für einen Gott gehört. Er wird mir helfen, Rom zu regieren, die Überlebenden dieses Unglücks zu versorgen und den Circus noch prachtvoller aufzubauen." Methos hatte die Zeit gut kalkuliert. Kaum hatte er ausgesprochen, als sich der Caledonier zu regen begann. Unter den Blicken des Volkes erwachte er. Er bedachte Methos mit einem vorwurfsvollen Blick und rappelte sich hoch. Als er aufblickte, sah er, daß sich bis auf Methos alle verneigten. "Was soll das?" "Es ist deine Begrüßung, gebe ihnen ein Zeichen, daß sie sich erheben dürfen, und sie werden dich als Gott und Imperator begrüßen." Vollkommen überrascht folgte der Caledonier den Anweisungen. Das Volk durfte sich erheben, und es erklang verhaltener Applaus. Als er verklungen war, wandte sich der Caledonier an Methos. "Wie geht es jetzt weiter?" "Erst einmal sagst du mir deinen Namen, damit ich Boten schicken kann, die den Namen des neuen Gottes verkünden können. Dann machen wir uns auf den Weg zum Palast, dort werden sich erst einmal die Sklavinnen um dich kümmern, damit du wieder präsentabel aussiehst, Silas will dich dann bestimmt auch kennen lernen wollen. Und in den nächsten Jahren bringe ich dir alles bei, was du über das Regieren wissen musst. Kannst du eigentlich schreiben?" "Ich kann sowohl lesen als auch schreiben, und ich möchte, daß man mich Duncan nennt. Kann ich irgendetwas machen, um den Verletzten hier zu helfen?" Methos sah deutlich, daß sein neuer Partner von heftigen Gewissensbissen gequält wurde. "Nein, am besten verschwinden wir von hier, damit die Ärzte in Ruhe arbeiten können." Und eins wußte Methos ganz genau, dieses Mal würde er nicht zulassen, daß Duncan sein mahnendes Gewissen sein würde. Ganz im Gegenteil, er hatte ihn mit seinen Schuldvorwürfen fest in der Hand
* * * * *
01. März
Methos wurde wach, als er Joe im Bad hörte. Bei den elenden Geräuschen, die der Beobachter von sich gab, wurde dem Unsterblichen klar, daß sie gestern wohl zuviel getrunken hatten. Aber er hatte den Vorteil, daß er so gut wie nie die Auswirkungen eines Besäufnisses am eigenen Leibe erfahren mußte. Genüßlich reckte er sich. Diese Couch war fast so bequem wie die bei Duncan. Daran könnte er sich glatt gewöhnen. Er drehte sich noch einmal um und versuchte einzuschlafen. Schließlich war es noch sehr früh. Er schätzte die Zeit auf ca. 9.00 h.
Dann kam die Erinnerung an seinen Traum. Ruckartig setzte er sich auf. Er konnte sich genau an das gequälte Gesicht des Highlanders erinnern, nachdem diesem klar geworden war, was er getan hatte. Und er musste grinsen. Es war zwar nicht ganz passend, aber ihm gefiel, wie der Methos aus seinem Traum Kronos außer Gefecht gesetzt hatte und sich dabei den Highlander geangelt hatte. Ob dem Anderen bewusst war, was er sich damit antat? Er würde gerne in zehn Jahren noch einmal vorbeischauen und überprüfen, wie sich die Welt verändert hatte. Bestimmt würde es dann keine Sklaverei mehr geben, und die Gladiatorenspiele gäbe es dann auch nicht mehr. Oder würde der Andere es doch schaffen, den Highlander zu kontrollieren, ohne Macht abzugeben? Methos wusste, daß ihm diese Frage nie beantwortet würde, denn irgendwie war ihm klar geworden, daß er seinen Job in dem anderen Universum getan hatte, daß es nicht mehr nötig war, die Erinnerungen zu teilen. Aber warum? Warum hatte er überhaupt seine Erinnerungen und sein Wissen mit dem Anderen geteilt? Gab es doch eine höhere Macht, einen Gott, der dafür zuständig war? Oder war das alles doch nur ein Teil seiner verrückten Fantasie und er gehörte zum Psychiater? Vielleicht sollte er an seiner Beziehung zu Duncan arbeiten, damit er sich nicht immer in moralischen Dingen so bedrängt fühlte.
"Willst du auch einen Kaffee, oder soll ich dich wecken, wenn ich gehe?" Eigentlich war dieses Gebrumme kaum verständlich, aber Methos hatte jahrtausendelange Erfahrung, verkaterte Sterbliche zu verstehen. "Ich nehme den Kaffee, ich bin nur vorher kurz im Bad!" Methos wartete keinen Kommentar ab und verschwand im Badezimmer. Als er sein Gesicht im Spiegel betrachtete, überlegte er, was er Joe erzählen würde. Denn die Wahrheit über die Vorgänge in der anderen Welt war sein persönlicher Schatz, den er mit niemandem teilen wollte. Besonders der Moment, als ihm das Volk im Circus zujubelte...
Vielleicht war es ja doch Zeit für ihn, wieder einmal in die Geschichte einzugreifen.
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