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Nightmoods© by Counselor ()
Plitsch. Platsch. Plitsch. Platsch. Detective James Ellison fuhr aus dem Schlaf hoch. Da war es wieder. Plitsch. Platsch. Plitsch. Platsch. Das Geräusch dröhnte in seinen Ohren. Der undichte Wasserhahn im Bad, der sich bisher erfolgreich gegen Jims Do-it-yourself Reparatur-Bemühungen gewehrt hatte, tröpfelte heiter vor sich hin. Vergebens vergrub der Sentinel seinen Kopf unter dem dicken Kissen, nur um sich Sekunden später entnervt aufzusetzen und wüste Beschimpfungen in Richtung Badezimmer auszustoßen. Und warum nur, war kein Klempner aufzutreiben, wenn man einen brauchte? Jim seufzte tief. Eigentlich war er an diesem nächtlichen Dilemma selbst Schuld. Hätte er sich nicht vor dem Einschlafen vollkommen auf sein Gehör fixiert, nur damit er den regelmäßigen Atemzügen seines Partners eine Etage tiefer lauschen konnte, dann wäre es ihm wohl - wie die Nächte zuvor - gelungen, ruhig durchzuschlafen. Aber nein, der Gedanke an Blairs zerzaustes Haar, seine im Schlaf leicht geöffneten Lippen und alles was man sich noch so vorstellt, wenn das Objekt der Begierde in einem anderen - viel zu weit entfernten - Bett schläft, hatte ihn dazu gebracht, sich völlig seinem Gehör hinzugeben. Wenigstens auf diese Art konnte er Blair nahe sein. Plitsch. Platsch. Das hatte er nun davon. Kopfschüttelnd ließ sich Jim zurücksinken und betrachtete die Zimmerdecke. Zu allem Überfluß bekam er nun das Bild von einem wenig bekleideten, unschuldig in Kissen gekuschelten Blair auch nicht mehr aus seinem Kopf - und sein Körper reagierte prompt. Auch das noch. Hormonüberschuß mitten in der Nacht. Nicht, daß es keine schnelle Lösung für dieses Problem gegeben hätte, aber Ellison beschloß, den süßen Schmerz und das heftige Verlangen seines Körpers noch eine Weile zu ignorieren. Statt dem Pochen seines Unterleibes nachzugeben, schlug er entschlossen die Bettdecke zurück, sprang förmlich auf, und tapste die Treppenstufen nach unten. Auf dem Weg zur Küche konnte er der Versuchung nicht widerstehen, einen kurzen Blick durch den Türspalt in Sandburgs Zimmer zu riskieren. Ein Fehler. Ein großer Fehler. Ein sehr großer Fehler. Das Blut rauschte wie ein reißender Fluß durch seine Adern, sein Herzschlag ließ ihn bis in die Nervenenden erzittern, und sein in karierte Boxershorts gesperrter Freund schlug wie eine Kompaßnadel heftig nach Norden aus. Ein leises Geräusch am Rande seiner Wahrnehmung brachte ihn mit einem Schlag zurück in die Realität. Angespannt richtete er seinen Blick in die Dunkelheit. Der Eindringling hatte die Witterung bereits vor einer geraumen Weile aufgenommen und wartete auf seine Chance. Fast schon übersättigt durch die vorangegangenen Streifzüge, konnte er dem Gemisch aus Schweiß und Pheromonen nicht widerstehen. Noch hielt er sich zurück, wartete im Schatten auf den einen, perfekten Moment. Dann - nur Sekundenbruchteile später, stürzte er sich - getrieben von Instinkten - auf sein Opfer. Jim hörte das verräterische Sirren im allerletzten Moment und schlug reflexartig zu. Volltreffer! Doch sein hyperaktiver taktiler Sinn signalisierte ihm Empfindungen, die ihn mit zwei schnellen Schritten ins Bad eilen ließen. Ein kurzer Ellbogenstoß gegen den Lichtschalter und er konnte den Schlamassel in allen Einzelheiten erkennen. "Uääh!", angeekelt verzog Ellison das Gesicht, drehte den höhnisch vor sich hinplätschernden Wasserhahn voll auf und fing an, seine Handfläche mit der Nagelbürste abzuschrubben. "Jim?", Blair stand gähnend im Türrahmen und schielte unter halbgeschlossenen Lidern auf den Sentinel, "Probleme?" "Hm.", Ellison drehte sich von der Tür weg und hoffte, daß sein Partner nicht bemerken würde, wie etwas in diesen Boxershorts gerade wieder sehr lebendig wurde, "Ich denke, ich werde morgen Fliegengitter an allen Fenstern anbringen - Stechmücken. Kein Grund zur Sorge, Häuptling, - ab ins Bett!" "Oh.... ", Sandburg nickte und verschwand ohne ein weiteres Wort wieder in seinem Zimmer. Jim atmete ein paarmal tief durch, löschte das Licht und stieg die Treppe nach oben. In seinem Bett konnte er noch Restwärme fühlen und er hoffte, er würde nun Schlaf finden. Plitsch. Platsch. Plitsch. Platsch.
Und morgen, morgen würde er diesem Wasserhahn den Garaus machen. Endgültig!
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