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Drabbles Vol. 1© by Birgitt (), 2002
Eigentore
Er hätte Omi schicken sollen. Aber nein, er hatte selbst hier am Fußballplatz auftauchen müssen. Angezogen von Ken wie ein willenloses Metallobjekt von einem riesigen Magneten! Es machte ihn wütend, daß er Ken erst beobachtete, wie er mit den Jungs herumtollte, bevor er endlich seinen Namen brüllte. Ken kam zu ihm, lächelnd, verschwitzt und einfach unglaublich.
"Du könntest viel mehr bewirken, wenn du dich auf deine Arbeit konzentrierst", donnerte Aya los. "Anstatt Zeit mit diesen undankbaren Blagen zu vertrödeln. Sentimentaler Unsinn!" "Warum kämpfst du, Aya? Ist das kein sentimentaler Unsinn?"
Ken schlagen oder küssen - das war hier die Frage!
Auszeit 08.05.2002
Eigentlich ist es wie immer, wenn ein Auftrag bevorsteht. Aya macht mich wahnsinnig mit seiner stoischen Art, mit seiner Fähigkeit, alles andere beiseite zu schieben, wenn es darum geht, Schwarz zu schaden. Auch mich. Mit mir hat er das leichteste Spiel. Weil ich ihn liebe, will ich, daß er sich wohlfühlt. Was der Fall ist, wenn er sich konzentrieren kann.
Doch diesmal wird es anders sein. Wir haben noch Zeit, bis wir die
Einzelheiten erfahren. Und diese Zeit werde ich nutzen, um ihn abzulenken,
bis es soweit ist, um einen neuen Sieg zu erringen. Bis dahin gehören wir
nur uns.
Schall und Rauch, 04.04.2002
Was bedeuten mir Namen? Die meiner Freunde, die meiner Feinde... Nichts.
Sie berühren meine Seele nicht, rühren nicht mein Herz.
Was bedeuten mir Namen? Mein eigener... Nichts.
Ich habe ihn abgelegt, nein, eingetauscht. Nicht gegen einen neuen Namen,
eine neue Bedeutungslosigkeit. Ich habe ihn eingetauscht gegen eine Waffe,
die mich gleichzeitig schützt. Wie lange haben Krieger nach etwas gesucht,
das sowohl dem Angriff als auch der Verteidigung dient? Ich habe es
gefunden, und ich gebe es nicht wieder auf. Ich werde Aya bis zu meinem Tod
tragen. Oder bis der Kampf ein Ende findet. Das ist die Zeit, Ran
wiederzufinden.
Töricht, 05.04.2002
'Aya!' Die Botschaft ist eindeutig. Ebenso eindeutig ist, daß ich die Mission zum Scheitern verurteile, wenn ich innehalten oder gar umkehren würde, um zu retten, was ohnehin so gut wie verloren ist.
'Aya!' Wie kann eine einzelne Stimme unter all den anderen, die in meinem Kopf sind, sich so in den Vordergrund drängen? Wie kann sie alles zum Einsturz bringen, woran ich glaube? Woran ich glauben muß, um meine unsere Aufgabe zu erfüllen. Der Kampf ist wichtiger als meine Freunde.
'Aya!' Kens Stimme klingt erstickt. Ich drehe mich um, laufe zurück. Mag
der Kampf wichtiger sein, dieses Band ist stärker.
Zweifellos, 05.04.2002
Ich gebe mein Bestes, immer, überall. Es hat Zeit gebraucht, um mir dieses Verhalten anzugewöhnen, zu verinnerlichen, es zu einem Teil meines Wesens zu machen. Es war hart - ich spüre jetzt noch die Schmerzen und Verluste, die dieser Prozeß verursacht hat, kann es spüren, obwohl es lediglich Erinnerungen sind. Es war hart, aber notwendig. Überlebensnotwendig.
Wenn ich es vermag, setze ich meine Fähigkeiten für meine Partner ein. Ich fange sie auf, wenn ich kann. Wenn nicht... nun der Kampf und der Sieg sind wichtiger, bedeutender selbst als das Team. Zurückblicken darf ich nicht. Es ist hart, aber notwendig. Überlebensnotwendig.
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