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"The continent of Atlantis was an island Which lay before the great flood In the area we now call the Atlantic Ocean. So great an area of land, That from her western shores Those beautiful sailors journeyed To the South and the North Americas with ease, In their ships with painted sails. To them East Africa was a neighbour, Across a short strait of sea miles. The great Egyptian age is But a remnant of The Atlantian culture. The antediluvian kings colonised the world All the Gods who play in the mythological dramas In all legends from all lands were from far Atlantis." - Atlantis by Donovan
Eine Idee ist etwas sehr filigranes, körperloses, das durch die Luft fliegt, sich mit anderen Ideen vermischt, bis es gerade genug Masse angesammelt hat, um sich im Verstand eines Menschen zu kristallisieren. Meistens verweilt sie dort nicht lange, sondern treibt weiter durch den Kosmos, vorangetrieben durch eine seltsam Urkraft, die sich jeder menschlichen Kenntnis entzieht. Manchmal jedoch passiert es, dass die Idee zur richtigen Zeit auf die richtige Person trifft. Dann geschieht etwas magisches: plötzlich und ohne Vorwarnung materialisiert sich die Idee im Kopf der Person und trifft diese wie ein Schlag! Es ist, als hätte man es immer gewusst.
Genau das passierte mit Samantha Carter, als sie über einer Fehlermeldung brütete, die der Anwahlcomputer seit dem Tag auswarf, an dem sie das erste Mal versucht hatte, das Stargate mit einer achten Koordinate zu programmieren. Die Fehlermeldung besagte, dass dieses Anwahlverfahren nur einen siebenstelligen Code akzeptierte. Also wie hatte es Jack damals geschafft die achte Koordinate einzugeben? Das Wissen der Antiker, das damals durch seinen Kopf schwirrte und ihm fast den Verstand geraubt hatte, war zum Glück entfernt worden - aber damit leider auch alle Geheimnisse über die achte Koordinate. Es mußte sich bei dieser achten Koordinate um eine Art Vorwahlnummer handeln, hatte sie damals gemutmaßt. Aber stimmte das mit ihren Erkenntnissen über die anderen sieben Koordinaten überein? Nicht im geringsten! Die anderen sieben waren nämlich nicht wie eine Telefonnummer aufgebaut, sondern stellten Bezugspunkte dar, die weit draußen im Weltall hingen, und mit deren Hilfe man den Zielpunkt des Stargates ermitteln konnte. Egal wie sie es auch drehte und wendete, die beiden Anwahlmethoden paßten einfach nicht zusammen. Und dann traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag. Was, wenn sich das achtstellige Anwahlsystem komplett vom siebenstelligen unterschied? Wenn es sich nicht auf Bezugspunkte im Weltall bezog, sondern tatsächlich wie eine Telefonnummer aufgebaut war? Danach mußte sie sich erst einmal setzen. Konnte das wirklich wahr sein? Um so mehr sie darüber nachdachte, um so mehr Sinn ergab es. Ein telefonartiges System mit acht oder mehr Stellen war viel sinnvoller als sieben relativ willkürlich gewählte Bezugspunkte. Aber wieso funktionierten die Stargates nur auf diese primitive Weise? Die Antwort war relativ einfach: weil das Stargate-Netzwerk nicht im Vollmodus lief. Wahrscheinlich hatte es irgendwann während der Tausenden oder Millionen von Jahren, die es seit dem Untergang der Antiker nun schon brachlag, seinen Geist aufgegeben. Was sie heute vor sich hatten, war nur noch das Notsystem! Die nächsten Schritte waren einfach, jetzt wo sie wußte, wo sie zu suchen hatte. Sie ging ganz an den Anfang des Programms, auf die unterste Ebene. Dort lag die Antwort, und zwar in den neun Anschlüssen, über die das Gate betrieben wurde - für jedes Chevron ein Anschluß. Derzeit wurden nur sieben vom Anwahlcomputer angesteuert. Über die anderen zwei hatte sich niemals jemand Gedanken gemacht - angetrieben vom blinden Glauben an die magischen sieben Symbole, die man auf der Abdeckplatte in Gizeh gefunden hatte. Der Fehler war, dass sie angenommen hatten, die Goa'uld hätten das Stargate-Netzwerk errichtet, wo doch schon seit Jahren sehr viele Hinweise auf die Antiker als tatsächliche Bauherren deuteten. Für Sam war eines nun klar: die Goa'uld hatten das System bloß übernommen - und zwar zu einem Zeitpunkt, als es bereits nur noch im Notbetrieb lief! Sie hätte sich für ihre eigene Dummheit ohrfeigen können, war aber viel zu begeistert über das was sie sich gerade zusammengereimt hatte. Ein kurzer Blick auf die Uhr - Null-Vierhundert, mitten in der Nacht. Sie hatte mal wieder die Zeit aus den Augen verloren. Dafür war die Gelegenheit günstig, die neuen Erkenntnisse gleich einmal auf die Probe zu stellen. Der Stargate-Raum lag ruhig und verlassen da. Das nächste Team wurde erst gegen Mittag zurückerwartet. Nur noch schnell einen Kaffee, und dann würde sie sich an die Arbeit machen ...
Währenddessen schlummerten in verborgenen Kammern über die gesamte Welt verstreut metallene Ungeheuer und warteten auf diesen Tag, an dem sie erwachen würden, um alle Frevler zu bestrafen.
'Die Industrieländer beuten den Dschungel aus. Jeden Tag werden blah blah Hektar Regenwald abgeholzt. Jeden Tag werden blah blah blah Tierarten ausgerottet.' All diese Gedanken huschten Larrissa Loyd durch den Kopf während sie sich durch den verfallenen Tempel der Azteken kämpfte. Normalerweise war sie gar nicht so zynisch, aber über einen Mangel an Pflanzen (vorzugsweise mit Stacheln versehen) und Tierarten (vorzugsweise giftig) konnte sie sich wirklich nicht beklagen. Im Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher, als dass die Industrienationen in ihrem Zerstörungswahn etwas gründlicher gewesen wären und auch diesen Tempel vom Ungeziefer befreit hätten. Nein, dachte sie bei sich, das stimmte nicht. Was sie sich wirklich am sehnlichsten wünschte, war ein ausgiebiges Bad. Gerade griff sie wieder in etwas besonders ekliges, das sich wohl noch nicht entschieden hatte, ob es sich eher der Tier- oder der Pflanzenwelt zugehörig fühlte, als ein Knirschen hinter ihr verriet, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmte. Oh oh! Langsam drehte sie sich um und erblickte die riesige Steinkugel, die hinter ihr in den Gang krachte und langsam Fahrt aufnahm. Irgendwie erinnerte sie diese Szene an etwas, aber ihr Kopf war viel zu leer, um im Moment darauf zu kommen. Laufen! Schneller! Nur weg von diesem Ungetüm! Immer schneller polterte der steinerne Ball hinter ihr her und fraß ihren Vorsprung rascher und rascher auf. Für jeden Meter, den sie sich durch Staub, Dreck und Spinnweben vorankämpfte, holte die Kugel einen halben Meter auf. Schon fühlte Larrissa den schweren Druck des kugelförmigen Grabsteins auf ihrer Lunge lasten - oder war das die Erschöpfung? Wie in Trance sah sie den Ausgang vor sich und sprang! Warf sich voran. Hechtete die letzten Meter quer durch die Luft - und hatte es geschafft! Ein Donnern hinter ihr verkündete ein Ende der Verfolgungsjagd. Die Kugel war stecken geblieben.
Für den Moment blieb sie einfach liegen und rang nach Atem. Wieso um alles in der Welt betrieb sie Archäologie eigentlich auf diese Weise, anstatt bei einem gemütlichen Kaffee in uralten Wälzern zu stöbern? "Sie haben da glaube ich etwas, das uns gehört?" Larrissa sah auf und erblickte die Gesichter von etwa einem Dutzend Männern. Die Hälfte davon waren Indios und halbzivilisierte Indianer, die anderen sahen europäisch aus. Dem Akzent nach zu schließen aus Holland oder Deutschland. "Bitte? Ich habe mich wohl verhört!", gab sie zornig von sich. "Sie haben mich schon ganz gut verstanden. Die Büchse der Pandora. Ich weiß, dass Sie sie haben. Geben Sie sie uns!" "Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden. Hören Sie, wie wär's wenn wir ... urgh." Zwei der Männer hatten sie unsanft gepackt und drehten ihr die Arme auf den Rücken. 'Aha', dachte sie im Stillen bei sich, 'so eine Art von Männern also.' "Besser Sie hören uns zu, Mrs. Loyd. Wir können auch anders!" Ein deutlicher Unterton der Genugtuung mischte sich in die Stimme des Anführers. Larrissa nahm sich vor, demnächst einmal seine Kniescheiben zu zertreten. "Das Artefakt, wo ist es?" "Ich habe wirklich keine Ahnung ... urgh." "Durchsucht sie!" Der erste Kerl, der es wagte, seine Finger an sie zu legen, sah nur einen Wirbel in der Luft, danach flog er mehrere Meter rückwärts zu Boden, wo er reglos liegen blieb. "Vorsicht! Sie kann ..." Der Rest ging in einem ohrenbetäubenden Donnern unter. Anscheinend war die Steinkugel noch nicht ganz zur Ruhe gekommen und hatte sich just diesen Moment ausgesucht, um sich erneut zu lösen und ihr Zerstörungswerk fortzusetzen. Den Schreien des Erschreckens folgten bald Schmerzensschreie, als sich die Kugel direkt durch die Gruppe hindurchwalzte. Larrissa, die zu den Glücklichen gehörte, die sich rechtzeitig aus dem Weg werfen konnten, vertrödelte keine Zeit damit, die Verluste zu zählen. Statt dessen huschte sie zurück in den Tempel hinein, ihre Hand schützend auf die Gürteltasche gelegt, in der die sagenumworbene Büchse der Pandora ruhte.
Ein schreckliches Heulen schwoll an und ließ Zacharias McKracken, freier Journalist und Sensationsreporter, das Blut in den Adern gefrieren. Das Heulen hielt mindestens 10 Sekunden lang an, bevor es langsam an Stärke verlor. "Was zum Teufel war das?" "Das ist der Wind", beruhigte ihn Dr. Bringant. "Er heult durch die Gänge und Ritzen und erzeugt dabei dieses laute Geräusch. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran." Zak bezweifelte dass er sich jemals an so etwas gewöhnen könnte, brachte aber dennoch ein tapferes Lächeln zustande. Obwohl er zwei Jahre lang Archäologie mit Schwerpunkt Ägyptologie studiert hatte, war dies sein erster Trip nach Kairo und zu den großen Pyramiden. Sein Studium! Damit hatte dieser ganze Ärger überhaupt erst angefangen. Instinktiv ließ er seine Hand zum Hemd gleiten, unter dem er den Umriß des Amuletts ertasten konnte. Das geheimnisvolle Amulett mit dem Symbol des Sonnengottes Ra darauf, das ihm seine Großtante und Patin zum 18. Geburtstag geschenkt hatte. Nie würde er ihre geheimnisvollen Worte vergessen: "Wenn du jemals erfahren möchtest, was es mit diesem Amulett auf sich hat, dann mußt du mir zuerst ein abgeschlossenes Studium vorweisen." Und dabei hatte sie nicht nur in irgendein Fach im Sinn, nein, Ägyptologie oder Astrophysik mußte es sein. Natürlich war es ein abgekartetes Spiel gewesen. Allgemein war die Sorge in seiner Familie recht groß, dass nichts "Vernünftiges" aus ihm werden würde. Und "Vernünftig" bedeutete in diesem Fall natürlich Akademiker, so wie jeder andere aus dem altehrwürdigen Klan der McKraken. Aber er hatte sich ködern lassen - und versagte jämmerlich. Es war nicht so, dass es ihm an Intellekt mangelte - zumindestens redete er sich das gerne ein - es war vielmehr ein mangelndes Interesse. Archäologie, und insbesondere Ägyptologie, war ein entsetzlich staubtrockenes Fach voller langweiliger Dozenten und Vorlesungen. Selbst die Studenten waren langweilig - zumindestens diejenigen, die ihr Studium ernst nahmen. Zak nahm sein Studium nie wirklich ernst. Und so brach er sein Studium nach vier Semestern ab. Aber da war immer noch das Amulett. Er hatte seiner Großtante hochheilig versprechen müssen, es nie irgendjemandem zu zeigen, und in dieser Beziehung blieb er auch standhaft. Aber er wollte zu gerne herausfinden, ob das Amulett tatsächlich aus purem Gold bestand. Gelegenheit zu einer genaueren Analyse erhielt er, als dieser Bereich der Archäolgie praktisch gelehrt wurde. Heimlich führte er seine Untersuchung durch - und fand heraus, dass das Amulett nicht aus Gold bestand! Statt dessen bestand es aus einem unbekannten Material, das es nicht auf der Erde gab! Er führte die Untersuchung so oft hintereinander durch, dass es schon fast auffällig wurde, und immer kam er zu demselben Ergebnis. Da erst wurde ihm klar, dass Tante Catherine tatsächlich etwas wußte, das weit über den Kenntnisstand seiner Archäologie-Professoren hinausging! Und die einzige Möglichkeit, es jemals herauszufinden, bestand in einem abgeschlossenen Studium. Doch nicht in Ägyptologie. Da er jetzt wußte, dass es einige Wahrheiten über die alten Ägpyter gab, die in keinem Lehrbuch standen, fand er überhaupt kein Interesse mehr an diesem Stoff. Also hängte er sein Ächäologie-Studium an den Nagel und wandte sich einem neuen Fach zu: der Astrophysik. Und wieder einmal versagte er kläglich. Geschlagene zwei Jahre brauchte es, bis er sich endlich eingestand, dass er vielleicht das Zeug zu einem Physiker hatte, die hohe Kunst der Astrophysik ihm jedoch auf immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben würde. Es fing bereits mit seinem Verständnis der allgemeinen Relativitätstheorie an und wurde von da an immer schlimmer. Frustriert und auch ein wenig enttäuscht von sich selbst schmiß er endgültig das Handtuch. Ein Akademiker würde er in diesem Leben nicht werden. Da stand er nun, ein abgebrochener Student der Ägyptologie und Astrophysik, vier Jahre seines Lebens mehr oder weniger sinnlos vergeudet, und ohne die geringste Chance, jemals hinter das Geheimnis des Amuletts zu kommen. Es sei denn, er machte sich auf eigene Faust auf die Suche nach der Wahrheit! Also ernannte er sich selbst zum freien Journalisten (von einem weiteren Studium hatte er erst einmal die Nase voll) und reiste von einem exotischen Ort an den nächsten - das Geld dafür erhielt er von seinen reichen Eltern, die inzwischen schon glücklich waren, dass sich ihr Junge überhaupt für irgendetwas begeistern konnte - und veröffentlichte zweitklassige Reportagen in drittklassigen, populärwissenschaftlichen Magazinen. Immerhin hatte er eine recht ordentliche Wissensgrundlage vorzuweisen - wenn auch in zwei Disziplinen, die sich so gar nicht miteinander in Einklag bringen ließen. Und eine dieser Reportagen hatte ihn schließlich hierher verschlagen, zu den Großen Pyramiden von Giseh - der Ort, von dem offensichtlich auch das Amulett stammte. Der deutsche Ingenieur Dr. Bringant und seine Crew waren dabei, bislang unerforschte Gänge der Pyramide mit einem winzigen Roboter zu erforschen. In der Königskammer der größten Pyramide hatten sie ihre Ausrüstung aufeinandergestapelt und Zak konnte auf einem winzigen Monitor das Vorankommen des Roboters verfolgen. Die Maschine kämpfte sich im Moment mit ihrem Raupenantrieb einen 45°-Winkel hinauf - zumindestens behauptete Dr. Brigant das. Zak erkannte gar nichts außer einer immerwährende Abfolge von hellen und dunklen Schatten. Genau so mußte es damals gewesen sein, als dieses winzige ferngesteuerte U-Boot das Wrack der Titanic entdeckt hatte. Eine Kamera zeigt helle und dunkle Schatten, ein Forscher erkennt darin das heißersehnte Ziel seiner Bemühungen, aber es braucht einen guten Journalisten, der zur rechten Zeit am rechten Ort ist, um aus der ganzen Sache eine Sensation zu machen und den Pulitzerpreis zu erringen. Und wenn nicht das, dann zumindestens die Grundlage für einen Hollywood-Kassenschlager zu legen. Zur rechten Zeit am rechten Ort - genau so fühlte sich Zak in diesem Moment. Er war ganz sicher, dass dieser deutsche Ingenieur kurz vor einer bedeutenden Entdeckung stand. Und er - Zak - würde die dazu passende Sensationsstory schreiben. Wie würde die Titelzeile lauten? 'Grandioser Fund in Gizeh - neue Kammer entdeckt' oder lieber 'Auf den Spuren des Pharaos - welchem Zeck diente die Große Pyramide wirklich?'. Dass es hier etwas zu entdeckten gab, da war sich Zak ganz sicher. Schließlich war dies der Ort, an dem man auch das geheimnisvolle Amulett gefunden hatte. "Wir haben den Eingang erreicht", sagte Brigant, und tatsächlich konnte Zak auf den Monitoren so etwas wie eine Steinplatte ausmachen, die den Weg versperrte. Und unter dieser eine Ritze, kaum mehr als einen Zentimeter breit ... "Apophis aktiviert", murmelte einer der Mitarbeiter des Doktors. Apophis war der phantasievolle Name, den die Crew dem dünnen, schlangenartigen Roboterarm gegeben hatten, der sich mit einer Punktkamera und einigen anderen Sensoren bestückt unter der Ritze hindurchwinden sollte. Nun begannen einige spannende Minuten, in denen der Mitarbeiter - ein ewig schwitzender Italiener namens Asis Robertini - mit seinem Joystick herumhantierte. Dann endlich: "Wir sind durch. Kamera eingeschaltet." Dunkelheit. Natürlich. Mit stockender Stimme befahl Brigant: "Asis, Licht!" Und das Licht des Apophis-Roboterarms flammte auf.
Genau in diesem Moment startete Samantha Carter auf der anderen Seite des Globus ihr experimentelles Ansteuerprogramm und gab den Re-Initialisierungs-Befehl. Auch tausend Jahre später würden sich die Gelehrten noch streiten, ob es dieser Befehl war oder das Licht des Roboterarms, das die Sentinels erwachen ließ. Vielleicht war es auch beides zusammen. Für die historische Betrachtung ist es jedoch nur wichtig zu wissen, dass sich die Dinge von da an rapide zum Schlechteren entwickelten.
In der einzelnen Sekunde, die der Roboterarm ein Bild von der neuen Kammer übermittelte, bevor er den Geist aufgab, sah Zak ein Gesicht, das ihn sein Leben lang in seinen Alpträumen begleiten würde. Metallisch. Kalt. Und doch von einer schrecklichen Intelligenz beseelt. Funken stoben aus den Monitoren. Plötzlich riefen alle durcheinander. "Was war das? Was war das???" "Totalausfall! Autsch!" "Habt ihr das gesehen?" "Die Übertragung ist ausgefallen!!!" "Was ist passiert?" Und dann gab die Elektrik mit einem kurzen Knall endgültig den Geist auf und Dunkelheit senkte sich über die Königskammer. Und die Schatten begannen sich zu bewegen ...
Larrissa tänzelte den engen Gang entlang und achtete sorgfältig darauf, nicht auf die Bodenplatten zu treten, die sie zuvor mit kleinen Steinchen markiert hatte. Ein sehr lauter Schmerzensschrei hinter ihr, der kurz darauf abrupt abbrach, zeigte ihr, dass ihre Verfolger nicht dieselbe Vorsicht walten ließen. Oder aber sie scherten sich einen Teufel um die Sicherheit der Indios, die sie vorschickten, um die Fallen auszulösen. Doch auch das sollte ihnen nicht viel nützen, dachte die Archäologin grimmig. Irgendwann würden ihnen die Indios ausgehen und dann würden sie diese Scharade mit ihrem eigenen Blut bezahlen müssen. Spätestens dann durfte sie hoffen, ihre Verfolger abschütteln zu können. Bis dahin würde noch eine Weile vergehen, aber dieser Tempel hielt mehr als genug Fallen bereit - und Larrissa kannte sie alle. Das dachte sie zumindestens, doch als sie hinter dem Gang in eine größere Kammer huschen wollte, wurde sie unsanft gepackt - schon wieder! Der erste Angreifer wirbelte schreiend und um die eigene Achse rotierend davon, bevor er von einer Mauer gestoppt wurde. Der zweite war auf der Hut und stark genug, dass ihm Larrissa nicht so einfach den Arm brechen konnte. Außerdem trug er eine Art Ritterrüstung, die verhinderte, dass sie irgendwelche krummen Tricks zur Anwendung bringen konnte. Die Form seines Helms erinnerte sie an ägyptische Wandmalereien. Seltsame Geräte in der Form aufgerichteter Kobras wurden auf ihren Kopf gerichtet und sie zweifelte keine Sekunde daran, dass es sich um Waffen handelte. Sie hielt still. Nun trat ein weiterer Mann in ihr Blickfeld, der ähnlich gekleidet war wie seine Begleiter, allerdings nicht gerüstet und ohne einen Helm auf dem Kopf. Er warf ihr ein freundliches Krokodilslächeln zu und seine Augen schienen für einen Moment aufzuleuchten, bevor er mit einer unerwartet tiefen Stimme sagte: "Ich glaube es befindet sich ein Gegenstand in deinem Besitz, der mir gehört." 'Haben diese Typen eigentlich immer den selben Spruch drauf?', fragte sich Larrissa genervt und entschied sich, auf die Verleumdungs-Nummer zu verzichten und diesmal etwas direkter vorzugehen: "Wer in drei Teufels Namen sind Sie???" "Mein Name ist Tanith." Immer noch dieses irritierende Lächeln. "Gib mir den Gegenstand jetzt, und es wird dir eine Menge Schmerz erspart bleiben." Die völlige Gelassenheit dieser Worte verriet ihr, dass sie es mit einem Killer zu tun hatte. Und sie befand sich in keiner geeigneten Situation, um zu verhandeln. Zaghaft nestelte sie an ihrer Gürteltasche herum. Normalerweise hatte sie für solche Situationen immer eine Handgranate dabei, aber die hatte sie heute schon verbraucht. Grob griff der Mann namens Tanith nach ihr und riß ihr die Tasche einfach vom Gürtel. Böse funkelte sie ihn an - ein weiterer Kandidat für eine zerschmetterte Kniescheibe. Hinter ihr wurden die Schritte ihrer Verfolger lauter und plötzlich wurde es in der Kammer sehr sehr eng, als sich diese zu ihnen gesellten. "Die Waffen runter!", brüllte einer von ihnen. Jede verbliebene Waffe beider Seiten wurde gezückt und auf den Feind gerichtet. Zunächst beschränkten sich beide Seiten jedoch darauf, wüste Beschimpfungen auszutauschen. Larissa wusste, dass die Luft bald sehr bleihaltig werden würde, also beschloß sie zu handeln. Sie packte den gerüsteten Kämpfer, der seine Waffe törichterweise von ihrer Stirn genommen und auf die Neuankömmlinge gerichtet hatte, und schleuderte ihn von sich. Sofort brach ein Tumult aus. Gewehre wurden krachend abgefeuert, und auch die kobraförmigen Waffen taten ihre Wirkung. Eine dieser Waffen traf Larrissa in den Rücken, als sie sich schon hinter einem Felsaltar in Sicherheit wiegte. Sengender Schmerz durchzuckte ihr gesamtes Rückgrat. Urplötzlich wurde es sehr hell um sie herum und ein Geräusch von aufeinanderschlagenden Schwertern erklang. Danach schrumpfte ihr Universum auf die Größe eines winzigen Punktes zusammen und sie verschwand in der Finsternis der Bewusstlosigkeit.
Zacharias McKraken rannte, als wären die Heerschaaren der Hölle hinter ihm her - was, wenn man es richtig betrachtete, tatsächlich der Fall zu sein schien. Aber für eine genaue Analyse seiner Situation hatte er keine Zeit, also mußte die einfache Zusammenfassung genügen: Irgendetwas in der Pyramide war zum Leben erwacht, und es hatte jeden bis auf ihn getötet. Und jetzt war es hinter ihm her. Das spärliche Licht seiner Taschenlampe erhellte den Weg, den er entlanghetzte. Auf der Karte hatte das Innere der Pyramide so einfach ausgesehen, aber hier drin kam sie ihm viel größer und verwinkelter vor. Schließlich gelangte er in eine größere Kammer, die bis auf einen Altar leer war. Komisch, an einen solchen Raum konnte er sich gar nicht erinnern. Aber das war ihm egal. Er brauchte eine Verschnaufpause. Vorsichtig kroch er unter den Altar und schaltete mit großem Widerwillen die Taschenlampe aus. Das Licht hatte zwar etwas sehr beruhigendes in dieser Hölle aus Dunkelheit, aber die Gefahr war zu groß, dass es sein Versteck verraten würde. Kaum lag er unter dem großen Steinblock, da hörte er auch schon die Schritte seiner Verfolger näherkommen. Kalt, mononton ... und sehr laut. Sie waren ... keine Menschen. Mehr wie Maschinen. Menschengroße Roboter mit den Köpfen von Schakalen. Scharfe, klingenbesetzte Klauen. Gesichter, die ihn in seine Träume verfolgen würden. So grausam und kalt, und doch so schrecklich lebendig. Roboter. Automaten-Menschen. Anscheinend hatten die alten Pharaonen einige erstaunliche Kenntnisse besessen, und diese zum einzigen Zweck eingesetzt, ihre Pyramiden bis in alle Ewigkeiten von diesen Maschinen bewachen zu lassen. Das war wirklich eine sensationelle Entdeckung, auch wenn sie Zak wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen würde. 'Fluch des Pharaos triff deutsche Expedition - amerikanischer Sensationsreporter von ägyptischen Automaten zermalmt!' Nein, das war zu lang. 'Das Grauen der Großen Pyramiden - Tödliche Maschinenmenschen verwüsten Kairo'. Schon besser, aber immer noch nicht griffig genug. Zu schade, dass er seinen Triumph nicht mehr miterleben würde! Die Schritte hielten vor dem Altar inne. Hatte er sich durch irgendetwas verraten? Vielleicht durch sein wie rasend schlagendes Herz? Jetzt, jeden Moment würde einer der Roboter sein häßliches Gesicht unter den Altar schieben. Der Tod, Zacharias, er erwartet dich mit seiner kalten Umarmung! Dann setzten die Automaten ihren Weg fort. Als sich die Geräusche langsam in der Ferne verloren, wagte es Zak aufzuatmen. Es kam ihm vor, als hätte er über eine Minute lang die Luft angehalten. Erstaunlich, wozu der menschliche Körper in einer Notlage fähig ist. Da packte ihn etwas am Bein. Stahlharter Griff. Ein Schmerzensschrei, dann zappelte er hilflos in der Luft. Die Augen der Kreatur leuchteten auf und hüllten ihn in einen grellen Lichtschein. Das war das Ende! Die Klauen der anderen Hand näherten sich langsam seinem Gesicht. Rasiermesserscharfe Klingen. Voller Angst griff er nach seinem Amulett und flehte die Götter an, ihn am Leben zu lassen. Und wurde erhört! Ein Geräusch erklang, als würden zwei Metallklingen aufeinandergeschlagen und noch mehr Licht schlug über Zak zusammen. Er fiel. Schlug mit dem Kopf voran auf dem Boden auf. Hart. Das Licht war so schnell erloschen wie es gekommen war. Sein Kopf schmerzte. Feuchtigkeit rann ihm ins Auge. War das Blut? Orientierungslos tappte er durch die Dunkelheit.
Hatte er kurz das Bewußtsein verloren? Was war passiert? Nachtschwarze Dunkelheit umgab ihn, gepaart mit dem Flimmern der gerade verloschenen Helligkeit. Oder hatte er eine Gehirnerschütterung erlitten? Der eisenharte Druck an seinem Fußgelenk war noch da und ließ ihn wimmernd zusammenzucken. Er brauchte unbedingt Licht. Angestrengt tastete er nach seiner Taschenlampe. Als er sie gefunden hatte, mußte er allen Mut zusammennehmen, sie auch einzuschalten. Was er sah, überraschte ihn zutiefst. An seinem Bein hing noch immer der abgerissene Arm des Automaten-Menschen. Zuckende Kabel ragten aus der Stelle, an der er früher am Rumpf des Roboters befestigt gewesen war. Und da, wo vorher der Automat gestanden hatte, lag nun eine Frau. Anscheinend unverletzt, aber bewußtlos. Feste, stabile Forscherkleidung. Ein langer, blonder Zopf rahmte ihr zu einem Stirnrunzeln verzogenes Gesicht ein. Zak fand, dass sie die schönste Frau war, die er je gesehen hatte!
Tanith mußte sich selbst beglückwünschen. Er besaß wirklich ein schlangengleiches Talent, sich im allerletzten Moment aus Situationen höchster Gefahr herauszuwinden. Natürlich hatte das nicht nur mit Glück zu tun sondern auch mit der großen Umsicht, mit der er seine Aktionen plante. Er begab sich in keine gefährliche Situation, ohne nicht für mindestens einen Fluchtweg gesorgt zu haben. Das hatte ihm schon mehr als einmal das Leben gerettet. Und genauso war es auch diesmal gewesen. Nachdem die Frau verschwunden war, war an ihrer Stelle ein Maschinenmensch erschienen und hatte sich sofort in den Kampf geworfen. Nur durch die gemeinsamen Anstrengungen der Menschen und seiner Jaffa war es gelungen, die Maschine zu vernichten. Das jedoch weckte noch viel mehr dieser Wesen, die überall im Tempel geschlummert hatten und nun zum Angriff übergingen. Ein grausames Gemetzel, bei dem die Menschen und Jaffa keine Chance hatten. Er selbst war durch einen sorgfältig versteckten Not-Transporterring entkommen, während sich seine Jaffa-Leibgarde für ihn geopfert hatte. Einfältige Narren, die keine Ahnung hatten, was hier tatsächlich vor sich ging! Sorgfältig achtete er darauf, dass sich der Transporterring deaktivierte und damit jedem Verfolger den Weg abschnitt, danach sah er sich an Bord seines kleinen Raumschiffs um. Ohne seine Leibgarde würde es ihm ein wenig am Luxus mangeln, aber schon bald würde er neue Sklaven erhalten. Außerdem bot das Schiff auch so genügend Annehmlichkeiten für seine an Bescheidenheit gewöhnten Ansprüche. Es basierte auf einem Goa'uld-Design, war aber mit vielen interessanten Verbesserungen durch die neuen Verbündeten seines Meisters versehen worden, die nicht nur die Kampfkraft erhöhten, sondern auch dazu dienten, das Leben an Bord angenehmer zu gestalten. Nexus. Sein Meister. Langsam und in Gedanken versunken schritt Tanith durch die Korridore, bis er den Projektor erreicht hatte. Er kniete auf einer Plattform nieder und die riesenhafte Projektion seines Herrschers sprang vor ihm ins Leben. "Du bist zurückgekehrt. Wir haben dich so früh noch nicht erwartet." Tanith erwiderte den Blick der Projektion, ohne seine aufwallenden Gefühle zu verraten. Nexus. Sein Meister. Altvertraut und doch auf grausame Weise neu. Grausam selbst für die Begriffswelt eines Goa'uld. "Meine Bemühungen waren leider nicht von Erfolg gekrönt, Meister. Es gelang mir nicht, ... das Objekt ... zu erbeuten." Die Projektion verriet weder Zorn noch Mitleid: "Was ist geschehen?" "Eine dritte Macht hat sich eingemischt. Die Sentinels sind erwacht." Ein Zucken! Bestürzung? "Wie konnte das passieren?" "Ich weiß es nicht, Meister. Ich bin sicher, dass weder ich noch andere im Tempel für ihr Erwachen direkt verantwortlich waren. Es scheint ... ein lächerlicher Zufall zu sein." "Wir werden das überprüfen. Wo befindet sich die Büchse jetzt?" "Das weiß ich nicht. Aber ich vermute, sie ist im Besitz der Bruderschaft." Die Bruderschaft vom Auge Ras. Ihre Feinde auf der Erde. Sehr geheim. Sehr unwissend. Ein idealer Sündenbock. "Wir erwarten von dir, dass du auf die Oberfläche der Erde zurückkehrst und uns die Büchse beschaffst. So bald wie möglich. Wenn die Sentinels erwacht sind, wird dies ein sehr gefährlicher Ort für uns. Und für dich auch." "Ja, Meister." "Wir stellen fest, dass deine Leibgarde nicht mit dir zurückkehrt ist." Tanith zuckte zusammen. Wenn Nexus das wußte, was wußte er dann noch von dem was sich an Bord von Taniths Schiff zutrug? Er würde sehr vorsichtig sein müssen. "Das ist richtig. Sie fielen im Kampf gegen die Sentinels und die Bruderschaft." "Wir werden dir Ersatz schicken. Halte dich bereit." Tanith verbeugte sich: "Vielen Dank, Meister." Die Projektion erlosch. Tanith entfernte sich und suchte hastig sein Privatquartier auf. Ein Blick auf seinen Kor'hagi'ek zeigte ihm, dass dieser Raum nicht überwacht wurde. Aber konnte er sich wirklich darauf verlassen? Er mußte es einfach riskieren. Eilig zog er die Gürteltasche unter seiner Kutte hervor und öffnete sie. Er lächelte, als er das Objekt in seinen Händen hielt. Die Büchse der Pandora! Sie wirkte völlig unscheibar, überhaupt nicht wie das Versprechen von Macht, das sie in sich trug. Sie würde ihm die Macht verleihen, sein eigener Meister zu werden!
Tanith hatte sein Privatquartier seit Stunden nicht verlassen. Immer noch starrte er gierig auf die Büchse der Pandora. Welche Geheimnisse enthielt sie? Welche Gefahren? Vorsichtig strich er über die Markierungen an der Außenseite des Zylinders. Silber eingelegte Schriftzeichen, die er nicht lesen konnte. Doch er wußte, dass es die Schriftzeichen der Antiker waren, die uralten Schöpfer des Nexus, dem er diente. Die Antiker hatten vieles erschaffen, bevor sie sich von einem Tag auf den anderen wie einen Lufthauch aufgelöst und den Lauf der Geschichte verlassen hatten. Hatten sie auch die Goa'uld erschaffen? Irgendetwas bewegte sich. Es war die Büchse. Die Formen des Zylinders veränderten sich, wurden kantiger. Tanith sprang auf und ließ den Gegenstand auf seinen Schreibtisch fallen. Was hatte er getan? Hatte er versehentlich einen geheimen Mechanismus aktiviert? Oder war dies eine eingebaute Funktion, ausgelöst durch die Entwendung der Büchse von ihrem Ruheort? Jetzt begann sich das Objekt zu öffnen wie ein Blütenkelch. Gebannt starrte Tanith auf die Öffnung. Ob gut oder schlecht, jetzt würde er ihr Geheimnis erfahren. Dann schoß die Kreatur aus der Öffnung hervor! War das ein Goa'uld? Blitzartig versenkte sie sich in der empfindlichen Haut von Taniths Hals. Er wollte schreien, bekam aber keine Luft mehr. Schwer fiel er zu Boden, bäumte sich noch einige Male auf und erschlaffte dann.
Altean war für einen Moment orientierungslos. Im einen Moment war er in den Neuronalen Aufzeichner gestiegen und hatte die Übertragungs-Sequenz eingeleitet, die dem Symbionten sein Bewußtsein verleihen würde. Im nächsten Moment WAR er der Symbiont. Seine Nano-Implantate reagierten innerhalb von Millisekunden. Sie erfaßten die unbekannte, gefährliche Situation und handelten, bevor er selbst reagieren konnte. Er fühlte, wie er durch die Luft flog und in den fremden, humanoiden Organismus vor ihm eindrang. Und dort war etwas. Etwas feindliches. Kein anderer atlantischer Symbiont. Ein Goa-Uld! Ein primitiver Schmarotzer. Wieder handelten die Nano-Implantate und griffen die Lebensform an, die sich erst heftig, dann immer schwächer zur Wehr setzte. Schließlich schafften sie es, den Goa-Uld auszulöschen - ohne ihn jedoch zu töten. Sein Bewußtsein war gelöscht und er stellte keine Gefahr mehr dar, doch sein wertvolles genetisches Gedächtnis war weitestgehend intakt geblieben - vielleicht würden sich hier einige Erkenntnisse über die Vorfälle gewinnen lassen. Als sich Altean endlich an seine neue Daseinsform gewöhnt hatte, waren zwei Standard-Stunden vergangen. Mühsam richtete er sich auf, bewegte fremde Muskeln, nahm fremdartige Sinneseindrücke war. Offensichtlich befand er sich in einem Menschen. Was war geschehen? Wo war er? Dies hier sah nicht wie Atlantis aus. Der Boden vibrierte in einem vertrauten Summen. Ein Raumschiff? Er blickte sich im Raum um und bemerkte einige technische Gegenstände, die ihm vertraut vorkamen. Erzeugnisse seines Volkes. Und doch waren sie seltsam verändert und wiesen ein primitives Design auf, das ihm unbekannt und übermäßig kompliziert erschien. Ein Schwindelanfall suchte ihn heim und er mußte sich setzen. Das alles ergab überhaupt keinen Sinn! Offensichtlich war etwas schiefgelaufen. Nur was? Vielleicht konnte ihm ja das Kurzzeit-Gedächtnis des von ihm übernommenen Wirtskörpers weiterhelfen, bevor es endgültig verblaßte. Danach würde er sich wohl oder übel dem Gedächtnis des Goa-Uld widmen müssen. Ein schwieriges, langwieriges Unterfangen, falls er sich nicht die Ausrüstung der atlantischen Labore zunutze machen konnte. Doch dazu mußte er erst einmal herausfinden, wo er sich überhaupt befand. Instinktiv spürte er, dass ihm die Zeit davonlief. Er musste diese Frau aufspüren, der Tanith den Pandora-Behälter abgenommen hatte, und er wusste auch schon wie ihm das gelingen würde. Aber zuvor hatte er noch etwas anderes zu erledigen ...
Larrissa schreckte aus dem Schlaf hoch und für einen Moment spannten sich alle Muskeln ihres Körpers an, während sie die Situation einschätzte. Dann entspannte sie sich wieder. Keine unmittelbare Gefahr. Sie befand sich an Bord eines Privatjets, flankiert von zwei gefährlich aussehenden Muskelprotzen, die angeblich nur zu ihrem Schutz anwesend waren. Statt dessen handelte es sich wohl eher um so etwas wie Gefängniswächter. Larrissa schätzte sie als gut ausgebildete Nahkämpfer ein - im Kampf gegen sie würden die beiden kaum länger als zehn Sekunden bestehen können. Aber sie legte es nicht auf einen Kampf an. Viel zu viele Dinge waren in den letzten Stunden passiert. Dinge, die einer Antwort bedurften. Ihr gegenüber saß der Mann, der sie aus der großen Pyramide von Giseh "errettet" hatte. Er hatte sich als Sensationsreporter Zacharias McKraken ("Meine Freunde nennen mich Zak") vorgestellt. Wahrscheinlich ein Künstlername. Andererseits ... bei diesen verrückten Amerikanern konnte man nie wissen, vielleicht hieß er ja wirklich so. Der arme. Er machte einen blassen und schwächlichen Eindruck. Ein echter Waschlappen. Als sie aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht war, hatte sie zuerst gedacht, sie wäre tot. Das hatte allerdings ganz und gar nicht zu dem staubigen, schäbigen Taxi gepasst, auf dessen Rücksitz sie gelegen hatte. Dieser Zak McKraken hatte auf dem Beifahrersitz gesessen und ihr rasch erzählt, was sich zugetragen hatte. In der großen Pyramide von Giseh waren irgendwelche Monstren erwacht und er hatte sie unter Todesgefahr und mit viel Glück dort herausgetragen. Und nun würden sie sich auf dem Weg in sein Hotel befinden, wo er seine Sachen packen und so schnell wie möglich von hier verschwinden würde. Kairo! Sie hatte sich tatsächlich in Kairo befunden! Und wenn sie ihrer Uhr trauen konnte, war seit den Ereignissen im Azteken-Tempel nur eine knappe Stunde verstrichen. Diese unglaubliche Tatsache hatte erst einmal eine Weile gebraucht, um vollständig in ihr Bewusstsein einzusickern. Kein Mensch war in der Lage, die Strecke zwischen Brasilien und Ägypten in weniger als einer Stunde zurückzulegen - und das auch noch bewusstlos! Ihr standen nur drei Erklärungsmöglichkeiten zur Verfügung: Entweder sie hatte den Verstand verloren oder es handelte sich bei der ganzen Sache um einen sehr großangelegten Scherz. Oder aber es war alles wahr ... und das bedeutete ... sehr vieles. Viel mehr als nur eine Sensation, wie Zak es nannte. Ihr ganzes Weltbild wurde auf den Kopf gestellt. Während sich das Taxi durch die Innenstadt von Kairo gequält hatte, war ihr klargeworden, dass tatsächlich die dritte Möglichkeit der Wahrheit entsprach, so unglaublich sie auch klingen mochte. Im Foyer des Hotels angekommen hatte sich bereits einer Gruppe schwarzgekleideter Männer zu ihrem Empfang eingefunden. Die Männer stellten sich als Vertreter des Ägyptischen Instituts vor, aber Larissa erkannte sie sofort. Sie entsprachen genau demselben Strickmuster wie die Kerle, die sie in Brasilien abgehängt hatte. Leider war sie zu dem Zeitpunkt immer noch zu verwirrt und geschwächt gewesen, um ernsthaft Widerstand leisten zu können. Außerdem ergab sich hier die Gelegenheit, endlich zu einigen Antworten zu gelangen. Angst hatte sie vor den Leuten nicht. Sie hatte schon früher mit solchen Typen zu tun gehabt und war bisher noch immer als Sieger (oder wenigstens als Teilsieger) aus diesen Begegnungen hervorgegangen. Im Gegensatz zu dem, was sich bis dahin bereits zugetragen hatte, waren sie ihr als geradezu harmlos erschienen. Inzwischen war sie sich da nicht mehr so sicher. Ihre Häscher schienen über erstaunliche Geldmittel zu verfügen. Schließlich kostete es schon eine ganze Stange Geld, einen Privatjet für einen Direktflug von Kairo nach San Francisco zu mieten - ganz zu schweigen davon, sämtliche Sicherheitsbestimmungen zu umgehen, denn die Leute an Bord waren besser bewaffnet als ein ganzes Bataillon. Zak hatte sich erst geweigert, mitzukommen, und in der typisch weinerlichen Haltung, die sie schon bei ihm vermutet hatte, darauf bestanden, nichts mit ihr zu tun zu haben. Dann hatte sich jedoch herausgestellt, dass die Männer in erster Linie an ihm interessiert waren - was selbst Larrissa überraschte. Weder Flucht noch Kampf stellten eine vernünftige Alternative dar, also befanden sie sich nun an Bord des Fliegers Richtung San Francisco. Dort würden sie hoffentlich einige Antworten erhalten. Und vielleicht auch eine Möglichkeit zur Flucht.
Zak sah nachdenklich zu ihr herüber. "Was gibt es da zu glotzen?", fragte sie etwas brüsker als beabsichtigt. "Ich habe mich gerade gefragt, was eine junge, attraktive Frau wie du ..." "Ha!", unterbrach sie ihn, "Erspar mir bitte dieses Gewäsch! Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Meine Eltern waren Weltenbummler und schon als Kind habe ich die ganze Welt kennen gelernt. Und bei diesem Leben bin ich im großen und ganzen geblieben. Dass man dabei auch die Bekanntschaft der düsteren Elemente unserer Gesellschaft macht, dürfte nahe liegen." "Interessant ..." "Komm bloß nicht auf den Gedanken, eine Story über mich zu schreiben!" "Hm ...", seinem enttäuschten Gesichtsausdruck nach zu schätzen hatte er genau darüber nachgedacht. "Vergiss es, okay? Ich habe kein Interesse an Publicity." "Okay. Aber es würde mich auch persönlich interessieren. So von Mensch zu Mensch. Schließlich sind wir zusammen in diese Sache geraten und müssen auch zusammen damit fertig werden." "Vergiss es. Du hast ja keine Ahnung, worauf du dich da einlässt. Ich arbeite am besten allein." "Ich würde aber gerne mit dir zusammen arbeiten." "Das hältst du eh keine Woche durch", sie beugte sich zu ihm vor, "Ich werde dir ein Geheimnis anvertrauen: Ich kann Männer nicht ausstehen. Und das lasse ich sie auch spüren." Zak runzelte die Stirn: "Also, ich bin nicht einer von denen." "Glaub mir. Die meisten Männer fangen an, mich zu verabscheuen, nachdem sie eine Weile mit mir zusammen waren." "Das ist bei mir anders. Ich hab ein dickes Fell." "Ach wirklich? Dann mach mir ein Kompliment." "Ich mag blonde Haare." "Ich auch. Deshalb habe ich meine ja auch blond gefärbt." "Oh." "Gewöhn dich besser gar nicht erst daran. Ich ändere meinen Geschmack, was die Haarfarbe anbelangt, öfter als einige Leute ihre Kleidung." "Was ist mit deinem Geschmack bezüglich Leuten?" "Wie meinst du das?" "Naja, diese Leute hier. Die scheinen dir nicht unbekannt zu sein. Hast du schon mal für sie gearbeitet?" "Das nicht. Auf jeden Fall meines Wissens nach nicht. Aber so sicher kann ich da nicht sein. Manchmal bleiben meine Auftraggeber gerne im Dunkeln. So wie dieses Mal. Aber ich habe trotzdem schon etwas von ihnen gehört. Man munkelt etwas von einer uralten Bruderschaft. Freimaurer. Tempelritter. Hermetiker. Aber noch älter. Verborgener. Und mächtiger." "Typische Verschwörungstheorien. Fehlen nur noch Area 51 und das Stargate-Projekt", erwiderte Zak zweifelnd. "Wer kann das schon mit Sicherheit sagen? Aber bedenke was uns in den letzen paar Stunden passiert ist. Wir sind da einer großen Sache auf der Spur." Zak nickte nur und dachte an das Amulett, das immer noch verborgen auf seiner Brust ruhte.
Das Licht der Morgendämmerung hüllte den Leseraum der alten Stadtbibliothek von Erlingen in einen matten Glanz, während die Heizung mit wenig Erfolg gegen die von draußen eindringende Kälte ankämpfte. Bis auf den Bibliothekar war der Ort leer und verlassen. Der alte Mann ließ den Stempel auf den Einband des Buches hinabsausen, danach legte er es zu den anderen auf einen Stapel, und während er mit der einen Hand schon das nächste Buch ergriff, drückte die andere den Stempel aufs Stempelkissen. Eine Bewegung, die er über die Jahrzehnte perfektioniert hatte. Stempeln. Nächstes Buch. Stempeln. Nächstes Buch. Er wusste, dass der erste Besucher nicht vor zehn Uhr erscheinen würde - falls überhaupt jemand kam. Wie der Bibliothekar war auch die Bibliothek ein Relikt vergangener Tage, als ein Buch noch zu den wertvollsten Schätzen der Zivilisation gehört hatte, bevor ihm Playstation und Internet seinen Platz streitig machten. Und genau so wusste er, dass dieser Ort für immer geschlossen würde, wenn er seinen Hut nahm. Einige Bücher würden versteigert werden, andere würden einfach auf dem Müll geworfen. Man würde die Regale herausreißen und die Räumlichkeiten in etwas gewinnträchtigeres verwandeln - einen Schnellimbiß vielleicht ... Und genau deshalb würde er auch niemals freiwillig gehen. Bis an sein Lebensende würde er diesen Ort - so theatralisch es auch klingen mochte - mit seinem Leben verteidigen. Er schreckte aus seinen düsteren Gedanken hoch, als er die Gestalt bemerkte. Wie lange sich der Fremde bereits im Raum befand, konnte er nicht sagen. Er sah irgendwie arabisch aus. Etwa ein Terrorist, der die letzte Bastion der Zivilisation zerstören wollte? Nicht doch! Er wischte den Gedanken beiseite. Wurde er etwa tatsächlich langsam verschroben? Wenn er ehrlich war, gab es keinen einzigen vernünftigen Grund warum sich irgendjemand für die Stadtbibliothek Erlingen interessieren sollte. Der Araber hielt ein kleines, metallisch glitzerndes Gerät in der Hand, in das er (auf Arabisch?) hineinsprach. Während sich der Bibliothekar noch wunderte, was es damit wohl auf sich hatte, begann der Apparat plötzlich deutlich verständliche Worte von sich zu geben. "Guten Tag, mein Name ist Altean." Fasziniert starrte der Bibliothekar auf das Gerät. Offensichtlich ein Apparat zur Übersetzung von Sprachen. Erstaunlich, was die Japaner inzwischen alles zustande brachten! Der Fremde drehte an einigen Knöpfen und sprach dann erneut. Wieder begann der Apparat prompt mit der Übersetzung: "Können Sie mich verstehen?" "Ja ... ja. Natürlich. Verzeihen Sie, wie unhöfflich von mir. Mein Name ist Schmidt. Karl Schmidt. Ich ... äh ... leite diese Bibliothek. Was kann ich für sie tun?" Wieder trat das Gerät in Aktion und dann: "Ich suche Sprachlexika verschiedener Sprachen. Und danach vielleicht einige Geschichtsbücher und technische Handbücher." "Natürlich. Eigentlich brauchen Sie erstmal einen Bibliotheksausweis, aber dafür brauchen wir einen Computer, und so etwas modernes haben wir hier nicht. Kommen Sie einfach mit, ich zeig Ihnen wo die Bücher stehen." Vielleicht würde das ja doch ein ganz interessanter Tag werden.
Dr. Janet Fraiser wischte sich die blutbesudelten Handschuhe an ihrem Kittel ab und ließ ihren Blick über das Not-OP schweifen, das auf Ebene 18 eingerichtet worden war. Die eigentliche Krankenstation lag in Trümmern, ebenso wie die meisten Räume unterhalb der zwanzigsten Ebene. Die Kämpfe waren heftig gewesen, davon zeugten nicht zuletzt die mehr als dreißig Verletzten und Schwerverletzten, die auf behelfsmäßigen Baren im ganzen Raum verteilt lagen. Gerade einmal zwei ausgebildete Sanitäter, dazu vier zwangsrekrutierte Helfer, standen Doktor Fraiser zur Verfügung. Die Kämpfe waren heftig gewesen. 'Oh ja, das waren sie', dachte Janet traurig, und musste an den Raum nebenan denken. Der Raum, in dem sie die Toten aufgebahrt hatten. Sie hatten weitaus mehr Tote als Verletzte zu beklagen. Die Fremden gingen mit einer unvorstellbaren Brutalität vor. Es waren Maschinen. Roboter. Sie erinnerten entfernt an Jaffa in voller Rüstung, aber sie waren keine Jaffa. Sie waren weitaus schlimmer als jeder menschliche oder menschenähnliche Gegner, dem Doktor Fraiser jemals begegnet war. Sie bewegten sich mit einer katzengleichen Geschicklichkeit und kannten buchstäblich keine Gnade. Sie waren wie aus dem Nichts gekommen und schienen die Fähigkeit zu besitzen, sich nach Belieben von Ort zu Ort zu teleportieren. Allein ein Geräusch wie von zerberstendem Metall kündigte ihr Erscheinen an. Doch die Fremden waren nicht unverwundbar und konnten schließlich - für einen viel zu hohen Blutzoll - besiegt werden. Im Moment wurde fieberhaft nach einer Möglichkeit geforscht, wie sie sich gegen einen erneuten Angriff schützen konnten. Doch das war schwierig, denn offenbar wusste niemand, wer der rätselhafte Angreifer war - selbst Teal'c und die zufällig gerade anwesende Delegation der Tok'ra tappten im Dunkeln. Bis auf weiteres war die Basis von der Außenwelt abgeschnitten, denn sie durften nicht riskieren, dass der unbekannte Feind nach außen drang. Aber konnten sie es überhaupt verhindern, wenn sich die Feinde problemlos durch jedes Hindernis teleportieren konnten? Auch die Mitglieder von SG-1 waren mit der Untersuchung der Vorfälle betraut - zum Glück hatten sie die Attacke halbwegs unbeschadet überstanden. Im Moment versuchten sie den gewaltigen Datenmengen Herr zu werden, die sich aus dem Stargate ergossen, seitdem Sam es mit den neuen Einstellungen aktiviert hatte. Ob diese neuen Einstellungen die Metall-Monstren herbeigerufen hatten, wusste niemand mit Sicherheit zu sagen, aber die Vermutung lag natürlich nahe. Eine Re-Initialisierung der alten Einstellungen war leider nicht mehr möglich, weil auch der Anwahlcomputer der Zerstörungswut der Angreifern zum Opfer gefallen war. Das einzige Gerät, das den Ansturm völlig unbeschadet überstanden hatte, war das Stargate selbst. Trotzdem hatte es sich verändert. Es glühte nun vor Energie und schwebte frei von allen Halterungen in der Luft. Der innere Ring befand sich in einer ununterbrochenen Kreisbewegung, die so schnell war, dass man die einzelnen Symbole nicht mehr erkennen konnte. Und es spuckte astronomisch hohe Datenmengen aus! Bei der Sprache, in der diese Daten verfasst waren, handelte es sich offensichtlich um die ausgestorbene Sprache der Antiker, von der einige Elemente auch im Lateinischen auftauchten. Aber es war kein Latein, soviel hatten sie inzwischen leidvoll herausgefunden. Die Sprache war weitaus komplizierter und enthielt Begriffe, die den alten Römern niemals in den Sinn gekommen wären. Doch zum Glück standen ihnen zwei hervorragende Experten dieser alten Sprache zur Verfügung: Jack und Teal'c. Die beiden hatten sich während des Zeitschleifen-Vorfalls ausgiebig mit der Sprache beschäftigt und sprachen sie fast fließend. Womit nur noch das Problem der enormen Text-Menge blieb. Immerhin hatten sie inzwischen den Namen ihres neuen Feindes herausgefunden: Sentinels, was im Lateinischen soviel wie "Wächter" bedeutete. Die Aufgabe der Sentinels schien es zu sein, eine unbefugte Nutzung des Stargates zu verhindern. Ob es noch mehr von diesen Kampfrobotern gab und wo genau sie herkamen, hatte bis jetzt leider noch niemand herausgefunden. Währenddessen untersuchte Sam die Überreste der zerstörten Sentinels, um hinter das Geheimnis der Teleport-Fähigkeit zu gelangen. Janet würde ihr dabei später zur Hand gehen, sobald sie ihre Arbeit hier beendet hatte. Und sich dann, sehr viel später - falls sie dann noch am Leben war -, vielleicht etwas Schlaf gönnen. Und die Verstorbenen betrauern.
Altean lehnte sich zurück und streckte seine schmerzenden Nackenmuskeln. Wie überaus empfindlich dieser Körper doch war! Er würde achtgeben müssen, dass er ihn nicht überanstrengte. Innerhalb der letzten zehn Stunden hatte er an die hundert Bücher gelesen und das enthaltene Wissen ohne den geringsten Datenverlust in seinem Symbionten-Gedächtnis gespeichert. Als erstes hatte er die Sprache gelernt, in der die Bücher verfaßt waren. Danach hatte er sich die zehn gebräuchlichsten Sprachen dieser Welt verinnerlicht. Es folgte eine grobe Zusammenfassung der menschlichen Geschichte, die ihm leider keine genaueren Hinweise auf seine ehemalige Heimat lieferte. Nichts als wilde Gerüchte, Sagen und Mythen. Tief verborgen unter den gewaltigen Wassermassen des atlantischen Ozeans lag Atlantis. Würde er es jemals wiederfinden? Er schüttelte den Anflug von Sehnsucht ab und nahm sich die technischen Handbücher vor. Erstaunlich, was die Menschen in der kurzen Zeit ganz ohne fremde Hilfe zustande gebracht hatten! Primitiv, aber doch erstaunlich. Schließlich klappte er das letzte Buch zu und wandte sich dem Bibliothekar zu, der ihn den ganzen Tag über verstohlen beobachtet aber ansonsten nicht gestört hatte: "Karl. Es tut mir leid, dass ich mich Ihnen gegenüber so kurzangebunden verhalten habe, doch bin ich in großer Eile. Eines sollen Sie jedoch wissen: dieser Ort, an dem wir uns befinden, ist ein Hort alten Wissens, seit Jahrtausenden schon. Deshalb bin ich hierher gekommen." Karl nickte. Offenbar kannte er die alten Sagen. "Ich werde Ihnen gerne später mehr davon erzählen, wenn ich etwas mehr Zeit habe", fuhr Altean fort. "Sie sind hier immer herzlich willkommen." "Werden Sie mich verraten?", fragte Altean. "Es wird nie jemand erfahren, dass Sie heute hier waren." Ein Blick in die Augen des alten Mannes verriet Altean, dass er es absolut ernst meinte. Mochte nach all diesen Jahrhunderten noch ein Tröpfchen vom Blut der alten Wächter des Wissens erhalten sein, die einst über diesen Ort herrschten? Fast schien es so. Altean lächelte: "Gut, dann werde ich gerne wieder hierher zurückkommen. Später einmal."
Zak zeigte sich beeindruckt, während Larrissa ihr unbewegliches Pokerface aufrecht erhielt. Direkt nach ihrer Landung waren sie von einer Luxuslimousine abgeholt und zu einem Anwesen außerhalb von San Franscisco gefahren worden. Überall standen Wachen. Von hier zu fliehen würde sich als äußerst schwierig herausstellen. Doch an eine Flucht dachte Zak ohnehin nicht mehr, als er die Gestalt erkannte, die sie in einem kostbar eingerichteten Büro im Innern des Anwesens empfing. "Tante Catherine!" "Mein lieber Junge!" Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus und selbst Larrissa zeigte sich etwas entspannter. Nach dem die üblichen netten Worte ausgetauscht waren, befahl die alte Dame den Wächtern, sich zurückzuziehen und deutete Zak und Larrissa an, in gemütlichen Sesseln Platz zu nehmen. "Du hast sicher eine Menge Fragen auf dem Herzen, Zacharias." "Allerdings. Wo befinden wir uns hier? Wer sind diese Leute? Was ...?" Sie deutete ihm zu schweigen: "Das ist eine lange Geschichte." Sie seufzte laut. "Eine wirklich lange Geschichte. Aber lasst mich bitte am Anfang beginnen. Zunächst jedoch", wandte sie sich an Zak, "muss ich wissen, ob du das Amulett, das ich dir geschenkt habe, noch bei dir trägst." "Ich habe es keinen einzigen Tag aus den Augen gelassen." Zak zog das Schmuckstück hervor. Als Catherine es erblickte, huschten viele verschiedene Gefühle über ihr Gesicht. Offensichtlich hatte dieses Amulett in ihrem Leben bereits eine wichtige Rolle gespielt. "Bitte steck es wieder weg, mein Junge. Ich weiß, dass es gut bei dir aufgehoben ist. Es gab schon vorher jemanden, dem ich es überlassen habe, und du erinnerst mich in vielerlei Hinsicht an ihn. Das Amulett wird zweifellos noch eine große Rolle spielen. Trage es immer bei dir, aber lasse niemanden wissen, dass du es besitzt." "Hey, mir hast du es die ganze Zeit über nicht gezeigt!", sagte Larrissa mit gespielter Entrüstung. "Sehr gut." Catherine lächelte. "Doch nun lasst mich erzählen ..." Und dann erzählte Sie ihnen ihre ganze Geschichte - vom Stargate, das ihr Vater bei Ausgrabungen in Gizeh entdeckt hatte, von der ersten Mission, bei der Daniel Jackson mit Hilfe von Jack O'Neill und seinen Leuten den Goa'uld-Herrscher Ra vernichtete, vom neugegründeten Stargate-Zentrum, das den Kampf gegen die Goa'uld - allen voran Apophis, den Erzfeind der Menschheit - fortsetzte, und auch von ihrer eigenen Reise durch das Stargate, um ihren lange verschollenen Verlobten Ernest Littlefield zu retten. Auch das Ringtransporter-System erwähnte sie, sowie ihre Vermutung, dass Larrissa durch ein solches vom brasilianischen Dschungel nach Ägypten gereist sei (Zak konnte sich zwar nicht an Ringe erinnern, die aus dem Boden oder der Decke hervorgeschossen kamen, aber er schwieg). Danach berichtete sie ihnen von der Bruderschaft vom Auge Ras: "Das 43. Jahrhundert vor Christi Geburt war vom Kampf der Menschen gegen ihre Unterdrücker, die Goa'uld, geprägt. Wie lange die Goa'uld uns bis dahin schon geknechtet hatten, ist für immer in den Abgründen der Geschichte verloren gegangen. In jenem Jahrhundert jedoch erhielt der Kampf Unterstützung durch einige außergewöhnliche Personen, die nicht nur den Mut hatten, es mit den falschen Göttern aufzunehmen, sondern auch geschickt genug waren, deren Technologie gegen sie zu wenden. Das war die Geburt der Bruderschaft. Die Mitglieder der Bruderschaft lernten den Umgang mit der Goa'uld-Technologie und einige von ihnen setzten sich sogar der Gefahr einer kurzzeitigen Beherrschung durch einen Goa'uld aus, um ihrem Körper das Naquada zuzuführen, dass für die Beherrschung der meisten Goa'uld-Apparate erforderlich ist. Es war ein langer und blutiger Kampf, der auf beiden Seiten viele Opfer forderte, und über den in den Schriftrollen der Altvorderen berichtet wird. Schließlich gelang es der Bruderschaft, den mächtigsten Goa'uld, der sich selbst Ra nannte, von der Erde zu vertreiben und das irdische Stargate zu versiegeln. An diesen Sieg schloß sich ein langer Zermürbungskrieg gegen die verbliebenen Streitkräfte der Goa'uld an, der über mehrere Generationen andauerte und schließlich mit der vollständigen Ausrottung der Goa'uld und ihrer Kultur endete. Ihre Namen finden sich noch heute in unseren Geschichtsbüchern, doch alle anderen Einflüsse auf unsere Gesellschaft, selbst ihre technischen Errungenschaften, wurden von der Bruderschaft ausradiert, damit nie wieder ein Goa'uld über die Menschen regieren würde. Diese vollständige Kampagne des Vergessens schloß natürlich auch die Bruderschaft selbst ein, und so verschwand sie aus dem Licht und führte ihre Existenz als eine geheime Gesellschaft fort, die für immer ihren alten Traditionen verpflichtet blieb. Noch Jahrhunderte später wurden Überreste der Goa'uld und ihrer Kultur aufgespürt und von der Bruderschaft ausgemerzt. Nicht alle Taten der Bruderschaft waren von Mitleid gekennzeichnet, doch sie alle dienten letztlich einem höheren Ziel. Und so ist es noch heute. Die Bruderschaft rekrutiert sich auf der einen Seite aus Söldnern, die nicht viel wissen, was sie preisgeben könnten, und die uns bei der Verfolgung unserer Ziele als Muskeln dienen, und zum anderen aus einem kleinen Kreis von Eingeweihten. Zu diesem Kreis aus Auserwählten gehört ihr nun ebenfalls. Aber ich möchte euch nichts vormachen. Die Bruderschaft ist innerlich zerrissen. Die Traditionalisten sind der Meinung, dass die jüngsten Ereignisse deutlich zeigen, dass die amerikanische Regierung durch ihre verantwortungslose Nutzung des Stargates unseren Untergang heraufbeschwören wird, wenn man ihr keinen Einhalt gebietet. Sie setzen alles daran, das Stargate wieder zu schließen und für alle Zeiten zu vergraben. Ich jedoch bin anderer Ansicht. Bevor ich der Bruderschaft beitrat, hatte ich Gelegenheit, die Leute kennenzulernen, die mit dem Stargate-Projekt betraut sind. Das sind sehr fähige Leute. Die Menschheit ist soweit, den Sprung zu den Sternen zu wagen und ihr Recht als galaktisches Volk einzufordern. Im Laufe der letzten Jahre wurden die Goa'uld schon mehrmals angegriffen und empfindlich geschlagen. Und wir haben Verbündete dort draußen. Ich finde, wir sollten das Wagnis eingehen. Und ich bin mit dieser Meinung innerhalb der Bruderschaft nicht allein. Dennoch muss ich meine Absichten geheim halten. Und nun ist es zu einem Ereignis gekommen, das die ganze Angelegenheit verkompliziert, den Kampf innerhalb der Bruderschaft aber sehr wohl für die eine oder andere Seite entscheiden könnte. Das Stargate-Netzwerk hat eine unerwartete Veränderung erfahren, deren Folgen noch nicht abzusehen sind. Darüber hinaus regt sich etwas in den Ruinen des Altertums, die über den ganzen Globus verstreut liegen. Wir haben viele Mitarbeiter verloren, und die Überlebenden berichten von schrecklichen Roboterwesen. Ihr wisst, wovon ich spreche." Zak nickte, Larrissa schüttelte den Kopf. "Und hier kommt ihr beide ins Spiel. Ihr seid nicht nur durch Zufall in diese Sache hineingezogen worden. Da ist auch noch eine andere Macht im Spiel. Was diese Macht noch für Überraschungen bereit hält, weiß ich nicht zu sagen. Ich möchte, dass ihr dieser Sache auf den Grund geht. Klopft einfach ein bißchen auf den Busch. Steckt eure Nasen überall hinein. Ich übernehme eure Spesen und werde mich ansonsten nicht einmischen. Wenn ihr etwas wichtiges herausfindet, das meiner Sache dienlich ist, setzt ihr euch mit mir in Verbindung, und wenn ich etwas wichtiges herausfinde, verständige ich euch. Ihr müsst natürlich im Geheimen operieren. Das bedeutet vor allem, Zak, dass du keinen Bericht über diese Geschehnisse veröffentlichen darfst. Zumindestens nicht, bis diese Sache entschieden ist - auf die eine oder andere Weise." Zak nickte zustimmend: "Das ist überhaupt kein Problem. Was interessiert mich ein lausiges Reporter-Honorar heute, wenn ich in ein paar Jahren den Pulitzerpreis gewinnen kann?" "Mach keine Scherze darüber, Zacharias!", erwiderte Catherine scharf. "Es geht hier um mehr als eine nur eine exotische Reportage. Es kann sehr gut sein, dass in den nächsten Tagen und Monaten das Schicksal der Menscheit entschieden wird. Und es kann sehr gut sein, dass ihr dabei eine große Rolle spielen werdet. Also widme dich dieser Sache bitte mit dem nötigen Ernst!" "Ja, Tante Catherine." "Werdet ihr mein Angebot annehmen?" "Das ist doch überhaupt keine Frage!", sagte Larrissa. "Natürlich nehmen wir das Angebot an. Schließlich ist das genau das, was wir ohnehin vorhaben." "Sehr schön", sagte Catherine, "dann ist es also abgemacht. Der erste Hinweis befindet sich auf den Osterinseln. Die dortige Regierung hat alle unsere Agenten aufgespürt und eliminiert, und im Moment weiß niemand, was dort vor sich geht. Aber wenn ihr euch als als Touristen getarnt dorthin begebt, werdet ihr sicherlich einige interessante Tatsachen zu Tage fördern." "Ich müßte vorher in meine Wohnung und ein paar Dinge sortieren", sagte Zak. "Gut. Ich werde euch die Flugtickets und zwei Kreditkarten dorthin schicken lassen."
Nachdem die beiden gegangen waren, trat Colonel Simmons hinter dem Wandvorhang hervor, hinter dem er die ganze Zeit gelauscht hatte. Catherine lächelte ihn an: "Ich denke, ich habe die beiden zu glühenden Verehrern der Bruderschaft bekehrt." "Sehr gut gemacht", lobte Simmons. "Aber ich weiß nicht ob es das Klügste ist, ihn mit dem Amulett davonziehen zu lassen, wenn es so mächtig ist." Catherine lachte. Es war ein hässliches Lachen, wie das Knistern von altem Pergament: "Das Amulett ist nur wertloser Tand. Ein Schmuckstück aus einem seltenen Material, nichts weiter. Aber wenn es meinem Neffen das Gefühl gibt, etwas besonderes zu sein, dann erfüllt es seine Aufgabe ganz vorzüglich, finden Sie nicht?" "Sie sind eine widerwärtige, intrigante Schlange", bemerkte Simmons. "Ich nehme das mal als Kompliment", erwiderte Catherine. "So war es gedacht. Und nun lassen Sie uns unsere nächsten Schritte planen. Wir müssen immer noch in den Besitz dieser verfluchten Büchse gelangen."
Zaks Wohnung lag in der Innenstadt. Angewidert blickte Larrissa auf die geballte Unordnung herab. Überall lagen Bücher, Zeitschriften, Essenreste, gebrauchte Kleidungsstücke und noch weitaus widerwärtigere Dinge herum. Über dem Ganzen lag ein muffiger Gestank und Larrissa meinte sogar einige Insekten gesehen zu haben, die sich eilig in die dunkleren Ecken der Wohnung zurückzogen, als Zak das Licht einschaltete. Auf der Skala der schlimmsten Junggesellenwohnungen würde dieses Prachtexemplar locker neun von zehn möglichen Punkten erhalten! "Äh, anscheinend ist eingebrochen worden", log Zak. Larrissa glaubte ihm kein Wort. Vorsichtig bewegte sie sich durch die Unordnung und setzte sich auf einen freien Platz des Sofas. Selbst der uralte, verfallene und mit Ungeziefer verseuchte Azteken-Tempel war einladender gewesen. Im Moment beschäftigten sie jedoch andere Sorgen. "Bist du dir sicher, dass wir ihr vertrauen können?" "Wem? Tante Catherine?" "Ja." "Absolut!", sagte Zak mit felsenfester Überzeugung. "Du kennst sie nicht so gut, wie ich sie kenne. Sie meint es ehrlich. Und in mir hat sie immer so etwas wie einen Sohn gesehen. Sie würde mich niemals anlügen." "Und doch wusstest du bis heute nicht, in welche geheimen Machenschaften sie verstrickt ist." Zak zögerte. "Das nicht ... aber sie ..." Ein Klingeln an der Tür unterbrach ihn. "Wer könnte das sein?" "Weiß jemand dass wir hier sind?" "Außer der Bruderschaft? Ich glaube niemand." Vorsichtig näherte sich Zak der Tür, während Larrissa nach der erstbesten Waffe griff: ein gefülltes Goldfischglas. "Es ist ein Mann in einem Geschäftsanzug", sagte Zak, nachdem er durch das Guckloch geschaut hatte. "Hab ich noch nie gesehen." "Öffne die Tür!", sagte Larrissa mit ruhiger Stimme und Zak gehorchte. Im Türrahmen stand ... Tanith! Larrissa zögerte keine Sekunde, sondern warf das Goldfischglas zielgenau und mit maximaler Wucht. Jeder normale Mensch wäre vor Schreck erstarrt oder erschrocken aus dem Weg gesprungen, doch der Fremde, der wie Tanith aussah, griff blitzschnell nach dem Glas und fing es mit einer Leichtigkeit aus der Luft, als hätte man ihm eine Orange zugeworfen. "Susi!", rief Zak entsetzt und eilte auf das Goldfischglas zu. Der Fremde überreichte es ihm unversehrt. Mit einem bösen Blick in Richtung Larrissa brachte es Zak in Sicherheit und redete dabei beruhigend auf den völlig verstörten Goldfisch ein. "Können wir bitte alle die Ruhe bewahren und davon absehen, Haustiere durch die Gegend zu werfen?", fragte der Fremde. "Tanith!", erwiderte Larrissa, "warum sollte ich mich dir gegenüber freundlich verhalten?" "Weil ich auf eurer Seite stehe. Zunächst einmal: ich bin nicht Tanith." "Versuch nicht uns zu täuschen. Wir kennen die Wahrheit über dich und deine Freunde. Du bist Tanith, ein Goa'uld und Feind der Menschheit." "Mein Name lautet Altean. Ich habe diesen Körper von Tanith genommen." "Und deshalb sollen wir dir vertrauen?" Tanith/Altean verzog missmutig das Gesicht: "Ich erwarte gar nicht, dass du mir vertraust. Oder der da." Er deutete auf Zak, der immer noch dem Goldfisch gut zuredete. "Was willst du dann?" Larrissas Stimme hatte einen eisigen Beiklang angenommen. Sie erinnerte sich plötzlich daran, dass sie diesem Kerl noch eine zerbrochene Kniescheibe schuldig war. "Ich möchte euch vor euren augenblicklichen Verbündeten warnen." "Der Bruderschaft?", fragte Zak. Larrissa sah ihn ärgerlich an. Er nickte. "Der Bruderschaft vom Auge Ras. Ganz genau. Was glaubst du, warum ich dich so einfach aufgespürt habe?" "Überrasch mich!", sagte Larrissa. "Weil in deiner Kleidung insgesamt acht Wanzen verborgen sind, die von der Bruderschaft stammen." Für einen Moment war Larrissa perplex, aber sie fing sich schnell wieder: "Woher soll ich wissen dass die Wanzen nicht in Wirklichkeit von dir stammen?" "Weil die Wanzen von der Bruderschaft abgehört werden und jeden Augenblick ..." Der Rest von Alteans Worten ging in lautem Maschinengewehrfeuer unter. Die drei warfen sich zu Boden, während rings um sie herum die Wohnung in Stücke geschossen wurde. Zak hielt seine Hände schützend über das Goldfischglas. "Wer ist das?!?", rief Larrissa über den Lärm hinweg. "Die Bruderschaft", erwiderte Altean. "Anscheinend will man kein Risiko eingehen!" "Aber warum sollten sie uns beschießen?" Larrissa duckte sich noch etwas tiefer, als die Schreibtischlampe neben ihr vom Kugelhagel zerfetzt wurde. "Die sind hinter mir her!" "Aber wir sind mit ihnen verbündet!" "Ihr seid denen völlig egal. Die wollen mich. Um jeden Preis. Und jetzt wo ich euch verraten habe, dass ihr nur Bauern in ihrem Spiel darstellt, seid ihr für sie auch nicht mehr von Nutzen." "Es kann trotzdem alles eine Lüge sein!", rief Larrissa. "Was hindert mich daran, mich denen zu ergeben und dich auszuliefern?" "Bitteschön", erwiderte Altean gelassen und wurde von einer weiteren Salve unterbrochen, die den Putz von den Wänden fetzte. "Wenn du das Risiko eingehen willst." Larrissa traf eine Entscheidung: "Okay, hast du einen Weg, wie du uns hier herausbringen kannst?" Altean überlegte kurz. "Ja, habe ich. Habt ihr eine Mikrowelle hier?" Als die Söldner der Bruderschaft zwei Minuten später in die Wohnung stürmten, fanden sie nur noch einen verbrannten Fleck an der Wand vor.
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