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Honeyrider

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Die Jungs gehören nicht mir und werden es wohl auch nie *schnief*. Das Lied "Honeyrider" stammt aus dem Anime "Weiß Kreuz". Archivierung nur mit Erlaubnis des Autors. Me, myself and I!
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

"Komm, Omi. Komm." Ken griff nach Omis Hand, riß sich den Kittel vom Körper und rannte aus dem Blumenladen. Omi stolperte hinter ihm her, ängstlich einen Blick zurückwerfend. Aya würde es nicht gefallen, wenn er sie wieder zusammen sehen würde. Auch Yohji äußerte des öfteren Bedenken - oder besser - hatte es mal getan. Jetzt sagte er nichts mehr, jetzt beobachtete er nur noch und trat zwischen sie, wenn er es für angebracht hielt.

 

"Halt dich fern von ihm, Omi. Erinnere dich daran, was er gesagt hat. Erinnere dich daran, was er getan hat. So sollte es zwischen euch nicht sein!"

 

Yohji versuchte es immer noch, vernünftig zu erklären. Er wurde nicht so schnell böse wie Aya. Obwohl Aya auch nie wirklich laut wurde, doch seine bloße, harte Erscheinung mit diesem kalten Blick war schlimmer als jeder Schlag der Bestrafung.

Was Ken getan hatte... er hatte nichts getan. Nichts Böses, nichts, das jemand anderen verletzt hatte, nur etwas, das Aya und Yohji verwirrt hatte. Omi hatte es eher überrascht, und irgendwie glücklich gemacht. Und Ken hatte sich endlich etwas Erleichterung in seinem Herzen verschafft. Wenn ein einziges Gefühl zu dem einzig leitenden wird, und eine einzige Person zu der einzigen, die man ständig um sich herum haben möchte, wird man wahnsinnig. Jeder. Auch Ken. Er war dem Alkohol verfallen und hatte seinen Kummer, der aus unerwiderten Gefühlen und Scham bestand, betäubt. Aber er hätte nicht gedacht, dass er im betrunkenen Zustand auch Dinge tun könnte, die er um jeden Preis versuchte zurückzuhalten. Genau das tat, was er versuchte, durch den Alkohol zu verdrängen: Er war nach Hause gekommen, mit zerknittertem Hemd, beschmutzt mit Schweiß und Alkohol. Hier und dort ein Nutten-roter Lippenstiftabdruck, an diesem Tag mal wieder ein neues Veilchen und ein aufgeschlagenes Knie. Es war nichts Neues, seit einigen Wochen war es nichts Neues, und er wartete nur darauf, dass Manx und Bierman aufhörten zu reden und ihn durch die anderen drei Mitglieder von Weiß exekutieren ließen. Ja, darauf wartete er, als er schwankend den Treppenaufgang erklomm und an der Wand gestützt versuchte, zu seinem Zimmer zu gelangen. Doch als er am Bad vorbeikam und das Rauschen der Dusche hörte, roch er mit einem Schlag seinen eigenen Gestank, spürte er mit einem Schlag den ganzen Schmutz an seinem Körper und war er mit einem Schlag fast nüchtern genug, um auf der Stelle loszuheulen und Aya um den letzten Schlag mit dem Katana zu bitten, wie er es schon so oft getan hatte.

 

"Nein. Deine Bestrafung ist das Aufwachen. Das halte ich für sehr viel effektiver."

 

Das hatte der Rothaarige Assassin gesagt. Immer wieder. Mehr hatten sie seit Wochen nicht miteinander gesprochen. Auf Missionen nahm man ihn nicht mehr mit, im Blumenladen ließ er sich nur selten blicken und wenn er auf Aya traf, dann auf seinen Knien um Erlösung bettelnd.

Aya hatte ihn noch kein einziges Mal gefragt, was mit ihm los war. Ken hatte schon Yohji und Omi keine Antwort auf diese Frage gegeben, also schien sich Aya diese Mühe erst gar nicht machen zu wollen. Wie auch immer. Ken war es egal gewesen. Aber als er so dort stand, an die Tür zum Bad gelehnt, das Rauschen der Dusche im Ohr, das leise, zufriedene Summen von Omis Stimme, war das wie ein Schlag ins Gesicht für ihn. Seit so langer Zeit ertränkte er seine Gefühle in einer tödlichen Welle von Alkohol, nur um dann mitzuerleben, dass sie wieder auftauchten und durch einen Blick aus unendlich blauen Augen, einer Berührung durch geschickte, kleine Händen und Worte von ungeküssten, zarten Lippen an Stärke und Schlagkraft nur noch zunahmen. Er trieb sich selbst in den Abgrund, hatte sich sein eigenes Leben zu einem schwarzen Loch gemacht, das ihn jeden Tag aufs Neue verschlang und wieder ausspuckte. Und warum? Warum?! Damit Omi nichts ahnend und glücklich sein Leben bestreiten konnte. Am Tage ein normaler Junge sein konnte, wie es ihm zustand, um dann in der Nacht zum Mörder des Weiß zu werden. Um sein Leben weiter zu leben, wie er es kannte. Deshalb trieb Ken sich tiefer in den Wahnsinn, den er nun sein Leben nannte. Oder hatte er gar kein wirkliches Leben mehr? Immerhin bestand es nur daraus, Omis zu schützen. Aber war Omi nicht alt genug? Ja, das war er. Und Ken hatte lange genug gewartet. Und so hatte er die Tür aufgestoßen, den perplexen, nackten Omi unter der Dusche an sich gedrückt, ihn umarmt und hunderte federleichter Küsse auf das knabenhafte Gesicht gehaucht. Die Grobheit des plötzlichen Überfalls unbewusst mit übertriebenen Liebkosungen vertuscht. Begleitet von dem Gestank von Alkohol und billigem Parfüm. Omi hatte nichts getan und Ken erst aufgehört, als Yohji ihn gepackt und weggezogen hatte.

 

"Komm ihm nie mehr zu nahe! Du weißt, dass es nicht richtig ist. Nicht zwischen euch, nicht zwischen zwei Mitgliedern von Weiß."

"Warum nicht? Was willst du dagegen tun? Mir das Leben zur Hölle machen?"

"Das hast du selbst schon getan, Ken. Dafür brauchst du mich nicht mehr."

 

Yohji hatte recht gehabt. Ken war bereits an einem Punkt angelangt, an dem sich alles dem Ende zuneigte. Seine Alkoholsucht hatte ihn alles gekostet, was er einmal besessen hatte. Er war ein Wrack, ein Niemand, eine Schande für Weiß, sich und seine Freunde. Aber wer waren seine Freunde? Omi war seine Liebe und Yohji und Aya waren seine Feinde, ihre Feinde.

 

Mou daijoubu Mitsu no ato kimi wo
[So, since there's no one here, there's something you should know the things]
dakishimeru
[I wanna do to you]
Mou nakanaide Hibiwareta
[So if you feel alright and it's really ok, let]
Migi no mune ni kisu wo
[me kiss you so passionately]
 

Ken sprang auf sein Motorrad und betrachtete Omi, der unschlüssig neben ihm stand. "Was hast du?"

"Du hast getrunken."

Ken nickte, lächelte aber noch im selben Atemzug und zog Omi zu sich aufs Motorrad. "Hätte ich es nicht getan, könnte ich mich gar nicht mehr auf den Beinen halten." Er startete, als Omi die Arme um seine Taille schlang und entfernte sich durch eine kleine Seitengasse vom Blumenladen. Hätte er gleich die Hauptstraße gewählt, wäre die Gefahr groß gewesen, auf Aya zu treffen. Yohji würde noch im Blumenladen sein und sich fragen, wo Omi geblieben war, nachdem er von der Toilette zurückgekommen war. Doch selbst, wenn keiner der beiden sie gesehen hätte, so haben es doch die Mädchen vor dem Blumenladen getan. Sie waren nirgends vor Blicken sicher, sie konnten sich nicht verstecken, nicht glücklich sein. Sie konnten zusammen gar nichts. Sie konnten nur getrennt, und getrennt, das war für Ken der Tod. Der, den er immer bei Aya gesucht hatte. Bei Aya, in den Nachtclubs, auf der Straße, überall. Sie hatten ihn ihm alle verwehrt. Sie sind alle selber schuld.

Ken raste über die Hauptstraße bis zu einer Abbiegung, die wegen Bauarbeiten gesperrt war. Als ob sie ihn hindern würde... er lachte. Omi zog sich noch fester an ihn heran, als er die Schranken durchbrach und den leeren Highway sein eigen machte. Hier waren sie allein, hier waren sie frei. Schräg, hoch zum Himmel und dann unter den Sternen immer weiter. Im Winter kamen die Abende so schnell, obwohl in der Stadt noch reges Treiben herrschte. Erst jetzt fiel Ken ein, dass er nur einen Pullover trug und Omi ein T-Shirt und seine Schürze. Doch noch bevor das schlechte Gewissen an ihm nagen konnte, stoppte er die Maschine. "Alles in Ordnung?"

Omi strich mit seiner Hand über Kens Brust und seufzte wohlig. "Du bist so schön warm."

Ken stieg ab und setzte sich andersherum, so dass Omi sich gegen seine Brust lehnen konnte, und legte die Arme um seinen Schatz. "Omi?"

"Hm?"

"Ich liebe dich." Kens Augen wanderten sehnsüchtig über die leere Straße, hinüber zu den hell beleuchteten Häusern der Stadt, den großen Reklamewänden, hinunter zu den blauen Augen seines Geliebten, die alles mit ihrem Glanz übertrafen. Warum konnte ihr Leben nicht immer so sein wie dieser gemeinsame Augenblick, den sie hier saßen und niemand sie auseinander zerren würde. Ohne die Gewalt der Vernunft, die es bis jetzt noch nicht geschafft hatte, sie einzuholen. Aber sie würde kommen. Früher oder später kam sie immer, und er betete still in diese blauen Augen hinein, dass sie nie wieder kommen möge. Dass ein Augenblick wie dieser das Letzte in seinem ruinierten Leben sein würde. Ein letzter Wunsch in einer Schlacht, die er nicht gewinnen konnte. Den Krieg wollte er dann gar nicht erst erleben.

"Bitte weine nicht." Omi strich über Kens Wangen, die von einer glitzernden Spur gezeichnet wurden und zog ihn zu sich hinunter. Küsste über seine nassen Wimpern, leckte nach der salzigen Flüssigkeit und vergrub sein Gesicht in den kurzen braunen Haaren. "Nichts kann uns je wieder trennen. Lass es immer so bleiben, wie es jetzt ist, lass uns für immer zusammen sein."

"Sie werden uns finden und töten."

"Nicht, wenn wir ihnen zuvor kommen."

Es gab Wünsche, die gingen wirklich noch in Erfüllung. Obwohl gefangen in einer Welt, die von sich so sehr überzeugt war, dass sie auf Wünsche und wirkliche Träume nicht mehr angewiesen zu sein schien.

 

Garasu no haiwei kagayaite
[The glass highway sparkles in the night,]
Kaze ga kiete yuku kon'ya wa
[We'll take it anywhere it goes, chasin' the wind]
 

Eine endlose Reise, zusammen, für immer. Für den Rest ihres Lebens. Ken schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, glitzerte alles durch einen tränenverhangenen Schleier. Es war so schön, wirkte zerbrechlich und fast unwirklich. Hier konnte sie nichts mehr aufhalten, das war ihre Nacht, auf ihrem Highway zur Hölle. Alles, was sie jetzt noch tun und erleben würden, wäre ihr eigener Wille und würde nicht gelenkt von Menschen, die es anscheinend gut mit ihnen meinten, ihnen in Wirklichkeit aber weh taten. Keine ehrlichen Lügen mehr, heute würde alles anders sein!

"Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich..." Wie ein Mantra murmelte er diese Worte immer wieder vor sich hin. Omi konnte sie nicht hören, die Motoren der Maschine waren zu laut, vielleicht würde er es spüren, aber seine Ohren war nicht hellhörig genug. Aber es kam Ken nicht darauf an, dass er es hörte, er wollte es nur sagen. Der Nacht, den Sternen, der Straße, seinem Motorrad, dem Wind und Omi. Er wollte es nur loswerden, bevor er es nicht mehr konnte. Und er wollte weinen, weinen darüber, dass es soweit gekommen war, dass er seine Gefühle so lange verdrängt hatte und mit Alkohol betäubt. Darüber, dass er Omi als betrunkener Schläger gegenübergetreten war, den er so viele Wochen gelebt hatte. Darüber, dass er vor Aya kniend um den Tod gebettelt hatte und vergeblich auf ihn warten musste. Darüber, dass er unter Yohjis Blick immer Abstand von Omi gehalten hatte und in Ayas Anwesenheit nicht einmal gewagt hatte, ihn anzusehen. Er wollte darüber weinen, dass es hier diese zwei jungen Leben gab, diese zwei jungen Männer, die so glücklich miteinander sein könnten und solch einen Weg wählten, um die Ewigkeit zusammen zu verbringen. Er wollte weinen, aber er konnte nicht. Dafür war er im Moment zu glücklich. Wenn er weinen würde, dann wären es Tränen der Freude und nichts anderes.

 

Mune wo nobashitara todokisou
[Hold me tight and don't let go until it's hard to breathe,]
Mune ga chigirete mo hanasanai
[Digging in your nails, this pain is total ecstasy,]
Doko made mo owaranai yoru
[Stay with me here and keep our passion burning bright,]
Futari dake no kotoba
[Just the two of us, our special night]
 

Dieser Körper, der sich gegen seinen presste, sich festhielt und klammerte, dieser Junge, der hinter ihm saß und das Gesicht gegen seinen Rücken drückte, seine Arme um seine Taille schlang, mit seiner Hand über seine Brust streichelte und mit den Schenkeln gegen seine Seiten presste € er war es. Das Einzige, das ihm noch wichtig war. Das Einzige, mehr gab es nicht. Mehr musste es nicht geben.

Wie sehr er diesen Körper begehrte, sich wochenlang bis jetzt danach verzehrt hatte. Alles in ihm schrie nach der Liebe, die er für Omi empfand. Nach seinen Berührungen, waren sie noch so harmlos, sie waren das schönste auf dieser Welt. Und selbst in diesem Moment, wo Omis Umarmung schmerzhaft wurde, und das Luftholen begann, zu einer Qual zu werden, selbst da genoss er es noch. Und selbst jetzt, wo Omis Hände sich unter seinen Pullover schoben und die Nägel in das weiche Fleisch schnitten, wurden Schmerzen zur Lust und zu einem wunderbaren Gefühl, nach dem er sich immer so sehr sehnte und es viel zu selten bekam. Hier war alles anders. Auf ihrem Highway, in ihrer Nacht. Hier waren nur sie, bis zum Schluss.

 

Tsuki wo kakushita nagai kami nureta yubi ni maku
[Catching our breath, kissing your lips so very fair
wrapping my fingers in your hair]
Asa ga kuru made nando demo
[You turn around and say "the sun is gonna rise," sighing happily,]
Kimi ni boku wo age you
[you close your eyes]
 

Ken spürte die Müdigkeit, die durch seinen Körper kroch, und durch Omis Berührungen wieder verscheucht wurde. Es war anstrengend. So lange Zeit fuhren sie schon, dass sie Tokyo bereits hinter sich gelassen haben. Diese große Stadt, mit ihren großen Sorgen. Sie fuhren weiter, auf der Suche nach einem Ende, zusammen, aber beide erschöpft.

 

Omis Hände, die auf seiner nackten Brust unter seinem Pullover ruhten, schoben sich aus ihrer dunklen Höhle hinauf zu Kens Gesicht. Legten sich auf seine Lippen, seine Wangen, bis sie ihn mit Verschließen der Augen zum Stehenbleiben zwangen. Ken hätte auch blind über die leere, gerade Straße weiterfahren können. Aber Omi wollte es so. Also stoppte er die Maschine und stellte die Füße auf den harten Beton. "Was hast du?" Ken drehte sich um, und Omi legte die Hände um sein Gesicht, zog ihn noch etwas näher und küsste ihn. Und obwohl Kens Nacken in dieser Position einen drückenden Schmerz freisetzte, brach er den Kuss nicht ab, nicht einmal, um seine Position zu ändern. Er legte nur einen Arm um Omis zierlichen Körper und hielt ihn fest. Küsste seine schönen Lippen, fing mit seinem Mund Omis Atem ein und flocht seine Finger in das dunkelblonde, seidige Haare.

Omi lehnte sich zurück und sah zur Seite, über den Rand der Straße hinweg über die Stadt, in der sie sich befanden, hier, hoch oben auf der neugebauten Autobahn, hinaus zum Horizont.

"Die Sonne wird aufgehen", flüsterte er und seufzte glücklich, als er seine Augen schloß, sich gegen Ken fallen ließ und seinen Kuss schließlich weiterführte, als wäre es das Letzte, was er jemals tun würde.

"Ken?" Omi schob Kens Pullover höher und unterbrach den Kuss erneut, als dieser ihn wieder nach unten ziehen wollte. Nicht um der Kälte willen, das wusste Omi. Er hatte Angst, aber dieses Mal hatte Omi nicht vor, dies zu akzeptieren. Vor wem sollte er hier Angst haben? Vor was? "Ist es unsere Nacht?"

"Ja."

"Werden wir diese Nacht zusammen verlassen?"

"Ja."

"Liebe mich, Ken. Es gibt nur diesen Zeitpunkt und diesen Ort. Und es wird keinen Schmerz geben, denn die Lust ist stärker. Ich bin kein Kind mehr, und erwachsen werde ich niemals werden. Erfülle mir meinen Wunsch, bevor wir unseren erfüllen, bitte."

 

Miruku no suhada ni kuikonda
[Milky white skin begins to bleed, "hold me closer still"]
Tsume no akai ato kishimase
[This is the way life oughtta be, don't you know, love?]
 

Die Arme umeinander geschlungen küssten und streichelten sie über die nackte Haut, rieben ihre Schöße aneinander und seufzten leise.

"Warum?" keuchte Ken, sein Gesicht in Omis Nacken vergraben, eine Hand in seinen Haaren, die andere auf seinem Po, von Omi zu mehr angetrieben.

"Warum nicht?" kam die gehauchte Antwort in Kens Ohr. Omis Beine schlangen sich fester um Kens Taille, sein Körper glühte, drohte jeden Moment zu verbrennen. Heißes Blut schoß durch seine Adern, als es durch ihn getrieben wurde. Sich in seinen schmalen Körper bahnte und der Schmerz durch seine Nervenbahnen schoß. "Es tut weh."

"Soll ich aufhören?"

Omis keuchte schwer. Nur langsam beruhigte er sich wieder, um Ken dann mit seinen halbgeschlossenen Augen anzusehen und stumm mit seinen Lippen die Bitte nach mehr zu offenbaren. Omis gekreuzte Beine zogen sich fester zusammen, stießen Omis Hintern in Kens Schoß, als er aufschrie und die Schmerzen in seinem Körper explodierten, sich in pure Lust wandelten und er Bekanntschaft mit einem neuen Wahnsinn machte. Er blutete, das konnte er spüren. Eine feine, rote Bahn, die über weiße Haut rann und auf gebräunter trocknete. "Halt mich noch fester", keuchte er heiser und legte seine letzte Kraft in diese Umarmung, spürte, wie er schmerzhaft von Ken umfangen wurde und bekam das Gefühl, mit ihm verschmelzen zu können. Zu einem Körper, zu einer Person, und Glückseligkeit überfiel ihn, da er dann nie wieder von Ken getrennt sein würde. Sie gehörten zusammen, es musste so sein, wenn es so schön und befriedigend war. Und wenn allein der Gedanke aus dieser Umarmung heraus an seinem Herzen nagte. So sollte das Leben sein, und nicht anders.

"Liebst du mich?"

"Weißt du das nicht, mein Liebster?"

"Doch." Ken lächelte, leckte über die feine Haut an Omis Hals und streichelte mit den Händen wieder hinab. "Aber ich höre es so gern von dir." Seine Hände legten sich um Omis Hüften, schoben ihn hoch und runter, wieder und immer wieder. Ein Schleier legte sich um Omis Geist, er konnte an Nichts mehr denken, spürte nur noch Hitze, Lust, Verlangen, wollte nur noch mehr. Mehr von diesem Wahnsinn, den er als besten Freund wollte. Sein Kopf legte sich auf Kens Schulter, seine Lippen saugten an der gebräunten Haut, und als dieser Punkt in seinem Innern erreicht wurde und es wie ein elektrischer Schlag durch seine Nerven fuhr, da biss er sich fest und schrie zusammen mit der Explosion in seinen Lenden, die sein Herz schmelzen ließ.

 

Ai wo tomenaide kasoku suru
[Things start speeding up now as more urgent grows the need,]
Ai wo kobosasu ni nomihoshite
[Whisper in my ear, "I hope you never ever leave,"]
Gaadoreeru ni kudaketara
[We hit the guardrail and things come to an end,]
Sono mama hoshi ni naru
[Wishing we could do it all again]
 

"Lass uns fahren. Los, bevor es hell wird." Omi hob seinen erschöpften Körper aus Kens zärtlicher Umarmung und lächelte auf seine Lippen, bevor er sich langsam von dem Motorrad gleiten ließ und sich wieder anzog. Ken seufzte bedauernd auf, als Kälte ihn umfing. Er hatte sie mit Omi nicht gespürt. Er hätte erfrieren können und es in dieser Umarmung nicht gespürt, denn das Einzige, was sein Körper noch wahrgenommen hatte, war die wärmende Liebe in seinem Herzen. Und der Wunsch, es niemals mehr enden zu lassen, durch Hände, die sie auseinander zerrten, durch Worte, die zerschmettern konnten, und durch Blicke, die einen krank machten. Und obwohl er wusste, dass es niemals mehr enden würde, dass die anderen sie niemals mehr einholen würden, dass sie auf ewig zusammenbleiben würden, obwohl er das alles wusste, war ihm plötzlich kalt. Nur der Gedanke daran, der sich nun stärker als je zuvor in seinen Geist brannte, da es so unmittelbar bevorstand, zaubert wieder ein Lächeln auf sein Gesicht und Wärme in seine Kleider, als er es Omi gleichtat und sich bereit machte. Und wieder umfing Ken eine freundliche Hitze durch die Arme seines Geliebten, die sich um ihn schlangen, und die Schenkel, die sich an seine Seiten pressten.

Er holte alles aus seiner Maschine heraus, und der Wind peitschte ihm schmerzhaft ins Gesicht. Doch nach einer Weile spürte er den Wind nicht mehr, spürte er die Kälte nicht mehr und auch keinen Schmerz. Er spürte nur Omi, er spürte nur Liebe, er spürte nur, was ihn glücklich machte, nach all der Zeit, die er am Abgrund gestanden hatte. Jetzt war er endlich in der Lage, sich hinunterfallen zu lassen und nicht nur sehnsüchtig hinunter zu blicken. Er würde es schaffen, dieser grausamen Welt zusammen mit der Person zu entfliehen, die ihm als einzige noch etwas bedeutete. Ken nahm eine Hand vom Lenker und legte sie auf Omis, die sie umfingen und mit Zärtlichkeit überhäuften. Nein, er würde nie wieder allein sein, nie wieder einsam. Er würde nie wieder leiden, frieren und weinen.

"Ich hoffe, du wirst niemals fortgehen", flüsterte Omi in Kens Ohr, und wo er sich noch in diesem Moment wunderte, dass er es verstand, so nickte er auch und nahm seine Hand von den Händen, um sie auf Omis Wange zu legen, sein Gesicht zu streicheln, durch sein Haar zu fahren, als Omi den Kopf auf Kens Schulter stützte. Ken hörte sogar das leise, zufriedene Schnurren, das seine Liebkosungen beantwortete und schloß die Augen. "Ich liebe dich", setzte Omi noch nach und zog seine Arme nach oben, verlor sich mit Ken in einer letzten Umarmung und der letzten Sekunde ihres unglücklichen Lebens, um es woanders fortzuführen, so, wie sie es in süßer Versuchung auf dieser Straße miteinander beendet hatten. Nur sie beide in ihrer besonderen Nacht. Nur sie beide mit ihren glücklichen Seufzern. Nur sie beide gegenseitig im Spiegel ihrer Augen. Nur sie beide auf ihrer Honigstraße.

 
Ende

 
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