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Todesspiel

© by Natascha/Norynia ()

 

Disclaimer: Die Serie Highlander und alle Figuren daraus gehören Panzer/Davis und Rysher Entertainment. Es wird hiermit kein Geld verdient. Archivierung nur mit Erlaubnis des Autors
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion

 

Schreiende Menschen kommen mir entgegen. Rennen um ihr Leben. In ihren Händen leicht transportierbare Habseligkeiten oder ihre Kinder, die nicht schnell genug Laufen können. Ihr Stimmengewirr mischt sich mit den mordlüsternden Schreien von Caspian und Silas. Aus den Augenwinkeln beobachte ich, wie sie ihre Waffen durch die Luft schwingen, zu ihren tödlichen Schlägen ausholen. Mir gleich. Ich kenne dieses Bild, ich muss es mir nicht mehr ansehen. Muss nicht das Blut sehen, die Zerstörung. Es hat sich im Laufe der Jahre in meinen Kopf eingebrannt. Und es ist mir gleich.

Ich achte auch nicht mehr auf die Menschen, die an mir vorbei ziehen. Ich habe ein anderes Ziel, nicht sie, nicht mehr. Ich habe mein Soll für heute erfüllt. Jetzt habe ich anderes zu tun. Aber kann ich jemals genug Tod bringen? Ich, der Tod persönlich? Hin und wieder strecke ich mein Schwert aus. Halte es von mir weg und horche auf die Schreie der Männer und Frauen, die es in ihrer Panik nicht sehen und in die offene Klinge rennen. Spüre die Blutspritzer auf meiner Haut. Die kurze Wärme der lebensnotwendigen Flüssigkeit, bis sie abkühlt und nur noch unangenehm klebt.

Mein Blick wandert in jede Hütte, die noch nicht durch das von uns gebrachte Feuer zerstört wurde. Der Rauch brennt in meinen Augen. Sie beginnen zu tränen. Doch ich versuche es zu ignorieren. Dennoch behindert es mich und ich ziehe mein Halstuch höher.

Dieses Dorf ist nicht groß, und es wundert mich, wie viele Menschen hier doch leben. Wie viele Hütten hier stehen, dicht aneinander gereiht. Vielleicht Absicht, Tarnung. Um sich zu verstecken? Nützte nichts. Wir haben sie gesehen. Um ihre wahre Stärke durch die Lebensmassen zu verbergen? Welche Stärke? Ich sehe keine Stärke. Ich sehe nur Schwäche. Sie kotzt mich an, bohrt sich in meinen Magen.

Alles Sterbliche. Außer den meiner Brüder spüre ich keinen Buzz. Auch nicht den eines Menschen, der einmal wie ich und meine Brüder sein wird. Nur normale, sterbliche Menschen. Abschaum.

Ich laufe weiter, bis ich dich endlich sehe. Trete langsam an den Eingang der Hütte heran, in der du dich befindest. Deine Hose ist bis zu den Kniekehlen runtergezogen. Unter dir der zitternde, wimmernde Leib einer verprügelten Frau, der du dich angenommen hast.

Ich lehne mich an den Rahmen des Eingangs und sehe zu. Weiß, dass du weißt, dass ich hier stehe und dich beobachte. Und du genießt es. Wie immer, wenn ich das tue. Ich weiß nicht warum, aber es zieht mich jedesmal zu dir, wenn wir über ein Dorf hergefallen sind.

Jedesmal, wenn ich mir meine Befriedigung durch Tod und Vergewaltigung geholt habe, wächst ein neues Verlangen in mir, das mich zu dir führt. Manchmal ist es schwer, dich zu finden, aber wann hast du mir jemals etwas leicht gemacht? Eigentlich nie, und es gefällt mir so. Ich mache es ja nicht anders. Wir tanzen ständig umeinander herum. Versuchen, den anderen aus der Defensive zu locken. Letzten Endes, sind wir es beide, die dieses kleine Spiel beenden. Ein Spiel ohne Gewinner, ohne Verlierer. Ist es dann überhaupt ein Spiel? Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke schon. Es macht Spaß, also muss es ein Spiel sein. Unser ganzes Leben ist ein Spiel, und wir haben die Macht darüber. Wir allein, und lassen es jeden spüren, der nicht zu uns gehört. Ja, es macht einen Höllenspaß!

Das Wimmern des Weibs wird immer leiser. Für einen Unsterblichen wie mich sind deine Stöße zwar schmerzhaft, aber nicht tödlich. Den Leib einer schwachen, sterblichen Frau vernichten sie. Es gibt den Tod in so vielen Varianten. Wer vermag schon zu ahnen, dass er einmal so sterben könnte? Sie wissen es erst dann, wenn es passiert. Ich habe schon so oft gesehen, wie sie sich aufgegeben haben, wenn sie sahen, dass es kein Entrinnen mehr gab. Menschen sind ja so schwach. Ich belächle die Tränen der Frau, die auf ihrer Wange trocknen, als sie keinen Nachschub mehr bekommen.

Sie ist tot, und du weißt das. Sie ist unter dir weg gestorben, hat deine Brutalität nicht verkraftet. Ihr Körper wird zu einer leblosen Puppe, aber das hindert dich nicht daran weiterzumachen, bis du deine Lust gestillt hast. Aber kannst du das überhaupt? Sie ist unendlich, deine Lust nach Tod, Blut, Zerstörung und Macht. Wenn ich nicht aufpasse, wird dies auch mal mein Ende sein. Doch soweit sind wir noch nicht. Noch habe ich dir keinen wirklichen Grund geliefert, mir meinen Kopf zu nehmen, und ich wäre dumm, wenn ich das tun würde.

Warum sollte ich auch? Ich mag mein Leben. Fühle mich wohl im Kreis meiner Brüder. Sicher, es gibt oft Unstimmigkeiten. Aber das ist normal, und ohne diese nervigen Zankereien wäre es sicherlich auch langweilig. Aber so wie es jetzt ist, kann man unser Leben nicht unbedingt als langweilig bezeichnen. Einiges ist zwar schon zur Routine mutiert und wirkt fast uninteressant, aber so lange es uns befriedigt, machen wir weiter. Und wenn wir an einer Sache wirklich einmal die Lust verlieren sollten, denken wir uns etwas anderes, noch Grausameres aus.

Du stöhnst auf, und dein Körper erbebt unter deinem Orgasmus. Ich kann meinen Blick nicht von dir nehmen, will es auch gar nicht. Es erregt mich, dir dabei zuzusehen, macht ein Verlangen in mir breit, dem ich mich nicht entziehen kann. Still lecke ich mir die Lippen, als du dich langsam in die Höhe quälst und deine Hose wieder hochziehst. Ich weiß, was mich erwartet, was uns erwartet, wenn wir erst einmal wieder in unserem Lager sind. Caspian und Silas werden sich um die neuen Sklavinnen kümmern, solange wir miteinander beschäftigt sind. Und wie immer werden wir sie vorher ermahnen müssen, die Weiber am Leben zu lassen, bis wir uns an die Vorsortierung machen.

Es wird einfach werden. Keine von denen, die ich heute sah, haben mich auf irgendeine Art und Weise gereizt, höchstens die Mordlust in mir aufgestachelt, damit ich sie nicht mehr ertragen muss. Doch wir werden sie nicht einfach nur töten, die, die uns nicht gefallen und die wir nicht für eine gewisse Zeit behalten werden. Wir werden sie in ihrer Angst vor uns bestätigen. Ihre schlimmsten Alpträume wahr werden lassen, wenn ein einfacher Mensch überhaupt so grausam und brutal träumen kann. Sie kennen nur ihre Welt. Sind alle so jung, haben keine Ahnung was wirkliches Leben ist. Ewiges Leben ist. Das, was uns Macht über sie gibt. Ob sie es wahrhaben wollen oder nicht. Aber noch bevor wir mit ihnen fertig sind, werden sie daran glauben, werden sie an uns glauben, und zwar mehr, als jemals zuvor. Und sie alle werden sich fragen, was sie getan haben, um so bestraft zu werden. Dafür gibt es eine einfache Antwort. Sie sind sterblich.

Ich weiß, sie können nichts dafür, aber dafür hassen wir sie. Nicht aus Eifersucht. Nein! Sie zerstören, verfluchen und hassen, was anders ist als sie. Was wir tun, ist eine ewig währende Rache an ihnen. Süße Rache. Nichts könnte mich davon abbringen, es zu tun. Auch nicht mein Gewissen. Denn ich habe keins. Die Sterblichen haben es zerstört, dass Einzige, das es vielleicht geschafft hätte, sie vor mir zu schützen. Sie haben sich vor langer Zeit somit ihren Weg in die Verdammnis geebnet. Und ihre Angst vor uns, die sie in ihren Geschichten an die nächsten, vergänglichen Generationen weitergeben, macht es uns leicht.

Sie sind so dumm, die Menschen. Durch sie sind wir, die Reiter der Apokalypse erst entstanden. Jedoch denken sie, wir wären Dämonen, die ihr Gott ihnen sandte, um sie zu bestrafen.

Wir brauchen keinen Gott, der uns führt. Wir sind Dämonen, die sie selbst erschufen. Aber das ist typisch für Sterbliche, die Schuld auf etwas zu schieben, das man nicht sehen kann. Weil sie nicht ertragen können. Nicht akzeptieren, dass sie ganz allein Schuld sind. Aber wir erinnern sie daran. Immer und immer wieder.

Du drehst dich zu mir um und erwiderst meinen Blick. Du kannst in ihm lesen, hast es schon immer gekonnt, und ich sehe jetzt in deinem, dass du dasselbe denkst. Und ich lächle. Ja, wir sind wahrlich Brüder. Mehr als das. Wir fühlen, denken und handeln wie eins. Und in so vielen Momenten sind wir das auch. Seelisch, wie Körperlich.

Ich trete einen Schritt auf dich zu, versuche, gelassen zu wirken. Doch du spürst meine innere Ungeduld. Kannst sie förmlich riechen. Wie ein Tier, das seine Beute begutachtet, starrst du mich an, und ich spüre die Hitze, die deine bloße, brutale Anwesenheit in mir auslöst.

Niemand kann solch ein Verlangen kennen, das ich spüre, wenn du mich so ansiehst. Niemand kennt mich so, wie du es tust. Manchmal denke ich, dass du mich sogar besser kennst, als ich mich selbst. Es ist gefährlich, aber auch reizvoll. Reizvoll, auf den Moment zu warten, an dem sich zeigen wird, wie gut du mich einschätzen kannst. Oder ob ich es doch noch mal schaffe, dich zu überraschen.

Du hast mich zu dem geformt, das ich jetzt bin. Und dafür bin ich dir dankbar. So dankbar, dass ich dir das gebe, was du brauchst.

Schmerz. Süßen, unerbittlichen Schmerz bei jeder Berührung meines Körpers, wenn unsere nackte Haut sich trifft und alles andere um uns herum mit dem Feuer unserer Bewegungen zu verbrennen scheint. Schmerz, wenn du dein Verlangen stillen willst und ich es so lange wie möglich heraus zögere, um dich zu quälen, weil ich weiß, dass es dir gefällt. Und mir gefällt es, dir diesen Schmerz in all seinen kleinen, grausamen Einzelheiten zuzufügen. Weil es mich zur Ekstase treibt. Auf eine höhere Ebene, höher als alles, was man sich vorstellen kann.

Und noch bevor wir uns berühren, möchte ich aufschreien vor Lust. Mich dir ganz hingeben und tausend Tode sterben. Doch ich beherrsche mich, denn ich weiß, dass es anders sehr viel reizvoller ist. Für uns beide.

 
Ende

 
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