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Fallen For You

© by Jimaine ()

 

Disclaimer:Alles nur spaßeshalber. Nix is' mir...nich' der leckere Captain, nich' der leckere Ingenieur, nich' das Schiff - is' schon frustrierend, daß alles Paramount/VIACOM gehört und ich keinen Cent damit verdiene, noch nich' mal ein Stück Schrottmetall aus dem Maschinenraum als Gegenleistung erhalte...
Zitate, die mein Leben erhellten:
Archer: "Was veranlaßt Sie zu dem Glauben, daß wir an einem Mangel sexueller Aktivität leiden?"
V'Lar (über den Eistee und Capt. Archer): "Passionsfrucht...es erscheint mir angebracht für einen Mann wie ihn."
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Star-Trek Sektion

 

"Du hättest da sein sollen, Jon, im Maschinenraum! Es war fantastisch!" Es gab nicht viele Dinge, die Charles Tucker III zum Schwärmen brachten. Sogar so sehr, daß er sein Abendessen aus Fisch und Broccoli vergaß und aufgeregt mit seinem Stuhl vor und zurück kippelte. Die vergangenen zwei Tage waren knochenhart gewesen. Die Verfolgungsjagd durch die Mazariten hatte die Triebwerke überstrapaziert, was Aufräum- und Reparaturarbeiten von früh bis spät bedeutete und Doppelschichten für die gesamte Ingenieurscrew. Auf dem ganzen Schiff gab es beschädigte Wandverkleidungen zu reparieren, verschmorte Schaltkreise zu erneuern, und zahlreiche Systeme - hauptsächlich zweitrangiger Natur, deren Ausfall die Arbeit der Crew nicht sonderlich beeinträchtigte, man sollte für kleine Gefallen dankbar sein - waren vollständig zerstört worden. Sie mußten von Grund auf neukonstruiert werden, was schwer an ihren Materialvorräten zehrte. Erst heute am späten Nachmittag hatte man halbwegs Fortschritte erkennen können: sie kamen voran, das Chaos lichtete sich. Die Systeme waren wieder online, Scherben, Schrott und beschädigte Komponenten hatte man der Wiederverwertungsanlage zugeführt und was jetzt noch an sichtbarem Schaden existierte, waren Rußflecken, die spätestens von der Putzkolonne entfernt werden würden. Und der Chefingenieur hatte sich überzeugen lassen, daß es keinen Unterschied machte, ob er den Maschinenraum nun für eine Stunde oder zwei verließ oder durchgehend anwesend war, um höchstpersönlich eine defekte Plasmaleitung zu ersetzen.

Jetzt befanden sie sich auf Kurs nach Risa und wenn nichts mehr dazwischen kam, könnten sie schon bald ihren wohlverdienten Landurlaub genießen. Abschalten, eine andere Umgebung auf sich wirken lassen als stählerne Schotts und blinkende Kontrolltafeln. Was hatte T'Pol erzählt? Speziell der Teil mit den unberührten Stränden und dem tropischen Klima hatte Archers Interesse geweckt. Er würde baldmöglichst das Verzeichnis an Apartmentkomplexen durchgehen und für sich und Porthos etwas Hübsches aussuchen, abgelegen und ruhig.

 

Crewman Taylor, seit drei Wochen der Spätschicht in der Kantine zugeteilt, kam mit dem neugefüllten Dekanter Rotwein herein und teilte mit, daß das Dessert fertig sei und jederzeit serviert werden könne.

Doch soweit waren sie noch nicht. "Danke, Taylor. Wir melden uns dann." Archer nutzte die kurze Unterbrechung ihrer Unterhaltung, um das Mienenspiel seines Freundes genauer zu beobachten und dankte im Stillen T'Pol, die sich von dem üblichen gemeinsamen Abendessen kurzfristig entschuldigt hatte. So konnte er Tuckers Gesellschaft genießen und ihm seine volle Aufmerksamkeit widmen. Etwas, wofür er viel zu selten Gelegenheit hatte.

Und heute Abend lohnte sich der Anblick doppelt. Trip *glühte* vor Begeisterung wie ein Sechsjähriger an Weihnachten.

Nicht länger bloß ein Warp-5-Antrieb auf dem Papier, sondern in der Realität.

"Warp 4,8...4,9...4,95... Der Antrieb hat alle unsere Erwartungen erfüllt. Ich sag' dir, wo immer dein Dad ist, er hatte gestern Grund für ein Halleluja oder zwei."

"Ich dachte, es hätte ein halbes Dutzend Feuer und Explosionen gegeben. Ganz zu schweigen von schiffsweiten Schäden, an denen immer noch gearbeitet wird."

"Ach, egal", winkte Tucker ab. "Das läßt sich alles wieder reparieren." Die Erfahrung dagegen konnte ihm keiner nehmen, sie war einzigartig. Heulende Alarme, Rauchschwaden und wild blinkende Warnlichter außer Acht gelassen, hätte er in dem Moment, an dem die Geschwindigkeitsanzeige *Warp 5* las, nirgendwo anders sein wollen als an seiner Konsole im Maschinenraum. Andächtig umkreiste er mit dem Zeigefinger den Rand seines Weinglases, gleichmäßig und langsam, und erwiderte Jonathan Archers Lächeln, als ein schwacher Summton von dem Glas aufstieg. "Genau so", flüsterte er und merkte nicht einmal, wie leise seine Stimme war. "Der Antrieb hat gesungen..."

"Ich hätte es zu gerne gehört", gestand Archer und zerteilte mit der Gabel ein Broccoliröschen. "Wenn etwas dermaßen wunderbar ist, daß es Charles Tucker III Chefs liebevoll zubereitetes Sonntagsspezialmenü ignorieren läßt, muß es jeden verschmorten Schaltkreis wert gewesen sein. Ich beneide dich..."

Dennoch gönnte er Trip die Erfahrung wie keinem anderen. Seine unverfälschte Freude zu sehen, ließ ihn teilhaben an dem Moment, erlaubte ihm, durch das Strahlen in Trips blauen Augen die entscheidenden Minuten abermals mitzuerleben. Der gestrige Tag war der Tag gewesen, für den sein Vater ein Leben lang gearbeitet hatte...und nun hatte er, sein Sohn, nach all den Bemühungen Enterprise auf den Weg zu bringen, den großen Moment verpaßt. Er hatte auf der Brücke festgesessen, hatte Warp 5 als ad hoc Notlösung befohlen...dabei hätte er diese Geschwindigkeitsbarriere lieber unter kontrollierten Bedingungen brechen wollen. Wie in einem Ritual, einer feierlichen Zeremonie, nicht so hoppla-hopp. Er hatte unten im Maschinenraum sein und den Antrieb berühren wollen, wenn dieser sein volles Potential erreichte, die pulsierende Energie gegen seine Handfläche spüren wollen...

Tucker nahm einen Schluck von seinem Wein und machte den Versuch, Jons getrübte Stimmung mit einem gewinnenden Lächeln aufzuhellen. So wie er es immer tat, immer tun würde. Es war die Pflicht eines Freundes und für gewöhnlich gelang es ihm auch. Wenn Jon sich zu lange zu ernst gab, zu lange die Maske des Captains trug und drohte, an seiner eigenen Verantwortung zu ersticken, war Trip Tucker mit einer flippigen Bemerkung zur Stelle, stützte ihn mit Humor und einer Leichtherzigkeit, die er selbst in diesem Maße nicht zeigen durfte. "Ich war für uns beide da, Jon."

Konnte Trip Gedanken lesen?

"Für uns alle. Für dich, deinen Dad und mich selbst."

Die Worte taten gut. Er hob sein Glas, prostete Trip dankend zu.

 

Kein weiteres Wort fiel für den Rest des Essens, doch das Schweigen war nicht von der unangenehmen Sorte. Sie waren Freunde, die nicht zwanghaft jede Minute mit Konversation füllen mußten, sondern auch gemeinsam still sein konnten - in der besten Art von Freundschaft war die Fähigkeit zu gemeinsamer Stille genauso wichtig wie Offenheit und Ehrlichkeit im Gespräch. Mindestens eine halbe Stunde verbrachten sie auf diese Weise.

Schließlich wischte sich Archer den Mund mit der Serviette ab und brach die Stille mit der Frage, "Dessert?"

"Besser nicht." Tucker hob beide Hände abwehrend und klopfte sich auf den Bauch. "Ich hab' heute abend schon mehr gegessen als während der letzten drei Tage zusammengenommen. Noch mehr und ich platze...oder das nächste Shuttle, das ich betrete, stürzt wegen Übergewicht ab." Mit einem zufriedenen Seufzer lehnte er sich zurück und faltete methodisch seine Serviette zusammen, plazierte sie neben dem Teller. "Aber es war ein klasse Essen. Genau das, was ich brauchte." Als er sich jetzt bewegte, spürte er den Wein, die angenehme Schwere seiner Gliedmaßen. Am liebsten würde er gar nicht aufstehen. Er fühlte sich wohl wie und wo er war und eine bessere Gesellschaft konnte er sich nicht wünschen. Trotzdem... "Danke für die Einladung, Cap'n. Es war...ein schöner Abend."

Archer schluckte schwer, schloß seine Hand so fest um den Rand der Tischplatte, daß er fürchtete, ein Stück herauszubrechen. Aber er mußte sich an etwas festhalten. Zu plötzlich wurde er sich der Situation bewußt, der Gefühle, die bei Trips einfachem Dank in ihm hochkochten. Der Auslöser war stärker als sein Wille. Die Worte entkamen ihm automatisch, wie eine langgeübte Antwort, für die nun endlich der angebrachte Zeitpunkt gekommen war. "Er muß noch nicht zu Ende sein, Trip..." In diesen acht Worten lagen Jahre des Schweigens und ihres Wissens um eine gemeinsame Nacht. Ihre Blicke trafen sich. Die Stimmung, die sich über den ganzen Abend aufgebaut hatte, erreichte das Ende der Sackgasse. Prallte mit voller Wucht gegen die Mauer der Erkenntnis. _Du...ich...hier..._

Ein feuchter Schimmer überschattete das klare Blau von Trips Augen, ein letzter Zweifel, denn es war zu unfaßbar, daß sich ein Moment so exakt wiederholen konnte. Dieser Sog, dieser Strudel, der ihn näherzog. Die Distanz war nur noch eine physische. Ihre Gedanken waren ihnen weit voraus, hatten längst zueinander gefunden. Perfektes Déjà vu. Déjà aimé...

 

Sie waren vielleicht zwei Jahre befreundet gewesen, als an einem Abend nach dem Besuch ihres Lieblingsrestaurants auf dem Russian Hill das folgenschwere Wort gefallen war.

Nur ein Wort.

_Bleib._

Bleib...

Freund. Geliebter. Geliebter Freund.

Jon...

Sie hatten sich geeinigt, daß es bei dem einen Mal bleiben würde, hatten es keineswegs als "Ausrutscher" bezeichnet...halt nur als etwas, das sie nicht wiederholen würden. Jahrelang hatten sie mit dieser Entscheidung keine Probleme gehabt, hatten andere Interessen und Beziehungen verfolgt, und ihre Freundschaft hatte nicht darunter gelitten. Im Gegenteil, sie war daran gewachsen und egal wie oft sie allein waren, sich unterhielten, aßen oder bei einem Bier einen Film ansahen, nie war da auch nur eine Spur des Gefühls gewesen, das an jenem Abend von ihnen Besitz ergriffen hatte. Ihre Nähe zueinander bedurfte keiner körperlichen Ausdrucksweisen wie Sex, über diese Stufe waren sie längst hinweg.

 

Heute nacht jedoch...wollte er keine andere Ausdrucksweise als eben diese. Wollte ihn nicht fortschicken, etwas mit ihm teilen, für das es keine Worte gab. Sein Körper erinnerte sich, verfiel in ein Bewegungsmuster, das er auf ewig vergessen geglaubt hatte. Und Trips Augen sagten, daß auch er sich erinnerte. Und wollte... Sie standen fast gleichzeitig auf, traten um den Tisch herum und aufeinander zu.

"Ist es das, was du willst, Jon?"

"Du nicht?"

Oh Gott, Jons Stimme war so leise, rauh und sexy mit diesem fragend-unsicheren Unterton. Diese Stimme überzog seinen ganzen Körper mit Gänsehaut. "Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht daran denke. Manchmal länger, manchmal kürzer, manchmal nur eine Sekunde...aber dennoch jeden Tag." Widerstandslos ließ er sich in Jons Arme ziehen, gegen die breite Brust und schlang seinerseits die Arme um die Taille des anderen Mannes. Sein Kopf fiel wie in Zeitlupe auf die dargebotene linke Schulter. Als gehöre er dorthin. "Jeden Tag, Jon..."

"Ich ebenfalls", ließ Archer ihn wissen und fühlte sich...befreit. Zu lange war es sein Geheimnis gewesen. "Und ich hätte nie gedacht, daß ich es noch einmal zulassen würde..."

"Manche Dinge sind vorbestimmt. Du hast keinen Einfluß auf alles Geschehen im Universum. Auch nicht", fügte er hinzu, "diesem kleinen Universum namens Enterprise..." Seine Wange rieb leicht gegen Jons und er folgte mit der Nase dem Verlauf des linken Kiefers, stupste zärtlich an das Ohrläppchen, um schließlich einen allerersten Kuß auf die gleichmäßig pulsierende Schlagader zu drücken. Die Erinnerung trügte ihn nicht. Jon erzitterte in seinen Armen und sog den nächsten Atemzug mit einem Zischen ein, das sich beim Wiederausatmen zu einem heiseren Stöhnen wandelte. "Ich erinnere mich noch genau, Jon. Wie du schmeckst...dein Mund, deine Haut... Wie du dich anfühlst", seine Stimme senkte sich zu einem Flüstern und er schmiegte sich enger an den anderen Körper, "deine Hände auf mir...du in mir..." Ein erneutes Zittern, diesmal vor unverhohlener Erregung.

"Du...hast nichts dagegen...? "

"Warum sollte ich? Laß uns den Anlaß auf unsere eigene Art und Weise feiern, Jon...und ich meine nicht, daß wir damit bis zur Ankunft auf Risa warten sollten."

Archers Atem ging angestrengt. Der Wein war nichts gegen diese Art von Trunkenheit...er war berauscht von nichts anderem als Trip Tucker. "Den Landurlaub etwas früher einläuten?"

"Du brauchst es genauso wie ich", erinnerte ihn Trip mit einem Lächeln und ließ die Fingerspitzen seiner rechten Hand Jons Rücken hinabgleiten, krallte sie mit spielerischer Aggression in die angespannten Muskelstränge und massierte diese sanft, wie er sich gegen den anderen Mann lehnte, seine Nähe genoß, die Stärke und Sicherheit, die er ihm gab. Die Liebe, die zu geben er fähig war.

"Niemand braucht es mehr als du", wiederholte Archer sein Reparté von vor einigen Tagen, als T'Pol das Thema Landurlaub zum ersten Mal zur Sprache gebracht hatte und Trip in seinem Hawaiihemd auf der Brücke erschienen war. Provozierend, amüsierend, seine persönliche Art von joie-de-vivre bewußt unter T'Pols Nase reibend. Ein Verhalten, wie es sich nur Trip leisten konnte.

"Was ich sagen will ist...würdest du bitte deine Hände produktiver nutzen und entweder dich oder mich ausziehen?"

Ausziehen. Was man mit Kleidung halt so tat. Schien fast schade drum, denn Jon sah unverschämt gut aus heute abend in seiner Zivilkleidung. Das dunkelgrüne Hemd brachte die Farbe seiner Augen exzellent zur Geltung, dazu eine schwarze Hose...fast zu elegant für den Anlaß, für ein schlichtes Abendessen.

Alles andere als schlicht.

Eine Hand schob sich besitzergreifend in die blonden Haare, die andere verließ ihren Halt an der Hüfte und wanderte aufwärts, unter das viel zu weite, buntgemusterte Hemd, mit dem Trip jegliche Körperform versteckte, knetete festes Fleisch, harte Muskeln. So gerne Trip seinem Süßzahn frönte, sein Körper ließ nichts davon vermuten.

Wie er zu T'Pol gesagt hatte, es hatte in seinem Leben so einige Helden gegeben und es war nie leicht zu ertragen gewesen, von einem von ihnen enttäuscht zu werden. Sein Vater war einer dieser Helden, gestürzt von den Entscheidungen anderer. Trip war ein weiterer Held. Kein typischer Held, doch nichtsdestotrotz ein Held in Jons Augen, so wie er in Trips. Beide hatten sie Qualitäten, die der jeweils andere bewundernswert fand.

Trip und er waren Seelenverwandte, waren sich ähnlich in ihrem Denken und Fühlen, ihren Wünschen und Ängsten. Sie standen sich gegenüber und suchten Zuflucht in dieser Umarmung, in einander, bis sie nur noch Zentimeter trennten.

Trotzdem könnten sie sich nicht fremder sein. Unerreichbar, Welten zwischen ihnen.

Trip war loyal und leidenschaftlich in allem, was er tat, ein schlechter Lügner und manchmal zu ehrlich für sein eigenes Wohlergehen. Wenn er sich einer Sache widmete, dann 100 Prozent, wenn er sein Herz verschenkte, dann nur als Ganzes. Sein Enthusiasmus und seine Lebensfreude waren ansteckend und er konnte ihn nicht mehr aus seinem Leben wegdenken. Auf die meisten Menschen mochte Trip wie ein geselliger, umgänglicher Mensch wirken, ein gutaussehender Charmeur mit gesundem Selbstvertrauen, der mit Komplimenten nicht geizte und einem Flirt nicht abgeneigt war, doch die Wahrheit war eine andere.

Jonathan Archer hatte ihn anders kennengelernt, Trip vergab seine Zuneigung nicht an jeden x-beliebigen, er mußte sich sicher sein, und war das der Fall, öffnete er sich gänzlich und ohne Vorbehalte. Kein Held, der einen enttäuschen würde, weshalb Jon umso größere Angst hatte, daß eines Tages er es war, der Trip enttäuschte und die Achtung seines Freundes verlor, ein weiterer gefallener Held unter vielen.

Gefallen war er dann auch. An dem Abend, als er Trip Tucker in den Armen hielt, ihn zum ersten Mal küßte, dann zum zweiten Mal, zum zehnten...und den leisen Schrei erstickte, den er ihm entlockte, nicht ganz Schmerz und nicht ganz Verzückung, als er behutsam ihre Körper vereinigte. Was ließ sich vergleichen mit diesem blinden Vertrauen, das ihm sein Freund entgegenbrachte und dadurch demonstrierte, indem er ihm seinen Körper zum Geschenk machte? Und Trip würde hier nicht die Grenze ziehen, würde weiter gehen als das. Die Augen sind die Fenster zur Seele...diese Aussage traf auf Trip Tucker mehr zu als auf irgend jemanden sonst, den er kannte, und in diesen blauen Abgrund ließ er sich bereitwillig fallen...

Gefallen war er, jeden Tag ein kleines bißchen weiter, tiefer, und er fiel noch immer, haltlos und rasant dem Boden entgegen und niemand konnte sagen, was ihn beim Aufprall erwarten würde. Und, weiß Gott, er scherte sich nicht einen Deut darum.

Stattdessen breitete er die Arme noch weiter aus und ergab sich der treibenden Kraft des Windes.

Trips Lippen waren weich und warm und schmeckten nach Wein, Zitrone und Thymian. Und da war noch mehr. Seine Augen schlossen sich und er küßte ihn tiefer. Tiefer. Fühlte wie dem anderen Mann die Knie versagten und er gegen ihn sackte; er verstärkte seine Umarmung, hielt ihn fest, unwillig den Kuß zu brechen.

_Oh mein Gott...Jon..._ Dieser Kuß war kein flüchtiges Streifen von Lippen gegen Lippen, kein kumpelhafter Kuß auf die Wange. Dies war ein Kuß, wie er ihn bislang nur beobachtet hatte, gesehen hatte, wie Jon ihn an andere vergab. Leidenschaftlich, zärtlich, ein Versprechen wie gleichermaßen ein Ultimatum: Erwidere meine Liebe...oder hör' auf zu existieren, denn ohne deine Liebe wird genau das mit mir geschehen! Ohne deine Liebe ist mein Leben nichts mehr wert!

Die Umarmung löste sich auf in einem Taumel wild suchender Hände, die berühren wollten aber von Stoffschichten gehindert wurden. Knopf für Knopf öffneten Trips Finger sein Hemd, legten seinen Körper frei, und dann waren es nicht länger Finger, sondern die Lippen, die er gerade noch gekostet hatte, die seine Haut streichelten, jeden Zentimeter mit kleinen Kreisen seiner Zunge bedeckten. Vorsichtig erforschten sie die weite, behaarte Fläche der sich angestrengt hebenden und senkenden Brust, suchten nach Details, die sich eventuell verändert hatten, doch fanden sie alles so vor, wie es sein Gedächtnis vorgab. Sogar besser. Nicht untätig, hatten Jons Hände ihm das Hemd schon halb von den Schultern gestreift und kneteten seine Oberarme, kraulten seinen Nacken, daß er anfangen wollte zu schnurren.

In einem Moment der Geistesgegenwart ließ Tucker von ihm ab und - Archer machte sich eine gedankliche Notiz, ihn für seine Umsichtigkeit zu belohnen, sofern er sich nachher noch an irgend etwas erinnerte, das nichts mit dem elektrisierenden Wandern von Trips Händen unter seiner Kleidung zu tun hatte - verriegelte die Tür. Wäre schon äußerst peinlich, wenn Taylor in einem taktisch ungünstigen Moment hereinkäme, um die Wasserkaraffe aufzufüllen und die Teller abzuräumen. Folglich war das Grinsen des Chefingenieurs geradezu süffisant, als er betont langsam zu Archer zurückkehrte, jeder seiner Schritte untermalt von einem aufreizenden Hüftschwung. "Eines steht schon mal fest", murmelte er, sobald sich Archers Arme wieder um seine Hüfte schlangen und ihn so nahe und fest heranzogen wie es möglich war, ohne blaue Flecken zu hinterlassen. Anstatt weiterzureden, nahm sein Mund eine andere Arbeit wieder auf, tat das, wovon er jahrelang tagtäglich geträumt hatte. Bedeckte Jonathan Archers Hals mit Küssen, seine Kehle, knabberte in Schlangenlinien vom Kinn bis zu der kräftigen Schulter hinunter. Als er seine Zähne probehalber in die entblößte, sonnengebräunte Haut senkte, drängte sich Jon mit einem leisen Aufseufzen gegen ihn und er spürte den harten Druck gegen seine Hüfte. Deutlicher ging es nicht. _Sieht so aus als hätten wir eine Änderung in der Speisenfolge...zumindest was das Dessert angeht, eh, Johnny?_ Er rieb ihre Körper an den entscheidenden Stellen aneinander, nahm befriedigt das Aufkeuchen seines Freundes zur Kenntnis und bearbeitete das Stück Haut unter seinen Lippen mit zusätzlichem Eifer. Sog es zwischen die Zähne, leckte und saugte, bis er sicher sein konnte, daß er ein deutliches Mal hinterlassen würde. Sein Jon sollte ein kleines Souvenir davontragen, zumindest für die nächsten paar Tage. Schließlich löste er seinen Mund von Jons Schulter, beanspruchte erneut die nach Wein schmeckenden Lippen.

Archer konnte noch nicht glauben, daß das hier wirklich passierte. Trips Zunge zuckte in seinem Mund, preßte gegen die seine und begann, vorsichtig seine Zähne abzutasten. Lud ihn ein, mehr zu fordern, in seiner Kraft, seiner bedingungslosen Ergebenheit zu versinken. Zu ertrinken. Verflucht, wie konnte dieser Mann - *irgend* jemand - bloß solch eine Wirkung auf ihn haben? In ihm flammte ein Verlangen auf, das an Schmerz grenzte. Es fühlte sich verkehrt an...und dennoch richtiger und besser als so vieles in den letzten Jahren. In den Jahren, in denen sie in einer Erinnerung gelebt hatten. "Das da wäre?" gelang ihm die Nachfrage.

"Die zweihundert nubianischen Masseusen werden auf dich als Kunden verzichten müssen, Darlin'. Die werden keinen ihrer vierundzwanzig Finger an dich legen", versprach er seinem Freund und dieser protestierte nicht, als er ihn in seinen Stuhl zurückdrückte und dann vor ihm auf die Knie sank. Die Hände auf seinen Hüften, knapp oberhalb des Hosenbundes, schienen ihm glühend heiß und schwer, die Fingerspitzen, die sich nun über den Rand hakten und nackte Haut streiften, wie die Berührung von erhitzten Nadeln. Ihm entwich ein gequälter Seufzer, aber er wich dem fragenden Blick nicht aus, den Trip ihm zuwarf. Er fühlte seine schon schmerzhaft offensichtliche Erektion noch härter gegen den Stoff seiner Unterhose drängen, nach Berührung verlangen. Nach Trip Tuckers Berührung, der Wärme seines Mundes. Der Vorschlag war da in dem steten blauen Blick und er brachte ein kaum merkliches Nicken zustande. Ja. Er wollte es. Hier. Jetzt.

"Vierundzwanzig Finger, huh?" ächzte er und konnte seinen Blick nicht von Trips schelmisch lächelndem Mund losreißen. Diesen verführerischen feuchtglänzenden Lippen. "Diese Passage in der vulkanischen Datenbank muß ich übersprungen haben..."

"Jon, ich bin mir sicher, daß zehn Finger vollauf genügen, solange sie richtig eingesetzt werden." Zielstrebig öffnete er den Reißverschluß, schob die Hose über rasch angehobene Hüften hinunter, weit genug, um das gleiche mit der knappen Unterhose zu tun. Er blickte auf. Archers Augen waren lustverschleiert, das tiefe Grün kaum noch erkennbar um die vor Erregung geweiteten Pupillen. Und er las den unausgesprochenen Wunsch: Bitte. Jetzt. _Immer, Jon. Jederzeit._

Warme Finger wanderten die Innenseite seines Oberschenkels hinauf, streichelnd, reibend, und schlossen sich mit einem sanften Griff um die Wurzel seines Penis, begleitet von einem Hauch von einem Kuß auf die Spitze der steifen Länge. Im nächsten Moment umgab ihn dann feuchte Hitze, weich wie Samt, und die Zunge, die sein Leben sonst mit Worten erhellte, erfüllte nun sein Bewußtsein mit kleinen, exquisiten Explosionen einer ganz anderen Art.

Trip wußte, was Jon mochte, wie er berührt werden wollte, die Erinnerung so kristallklar als wäre es gestern gewesen. Wie fest er den Ring seiner Lippen schließen mußte, wie fest er saugen und seine Zunge einsetzen konnte, um den Genuß zu verlängern.

Oh, ja, das war gut. Jon schmeckte so gut, fühlte sich so gut an. Trip hatte ganz vergessen, *wie* gut es war... Durch das Rauschen in seinen Ohren hörte er Jons angestrengten Atem, begleitet von mühsam aneinander gereihten Silben und Lauten, die alle das gleiche bedeuteten, alle das gleiche bewirkten: das eigene Begehren ausdrückten wie das seines Partners steigerten. Jons Zittern wurde heftiger, das Stoßen seiner Hüften kräftiger und seine Finger krampften sich immer fester in Trips Haare. Flüsterte seinen Namen, immer und immer wieder, eine magische Beschwörungsformel für langvergessene Ekstase, und der Klang ließ ihn erschauern.

"Trrrip", stöhnte Archer, gab mit seinen Hüften den Rhythmus vor, schob sich tief in Trips Rachen, massiert von willigen Halsmuskeln. Er sprach weniger als daß er schnurrte, ließ die eine Silbe im gleichen Takt über seine Lippen rollen wie Trips Lippen ihn aufnahmen...fest umschlossen und mit Nachdruck an seiner Länge saugten...jeden Zentimeter mit seiner Zunge verwöhnten und entflammten. Die Zähne, die er ab und an zu spüren bekam, schickten einen Schauer entlang seiner Wirbelsäule hinauf bis unter die Schädeldecke und sein Kopf schlug zurück gegen die Stuhllehne, als er einen lauten Schrei unterdrückte. Ihn gerade noch in ein kehliges Stöhnen umwandeln konnte. Wie hatte er nur vergessen können...? Oh Trip...die Wunder, die dieser Mann mit seinem Mund wirken konnte... Er brauchte diesen Kontakt ebenso sehr wie Trip, verstand, wie dringend sein Bedürfnis war, ihn zu berühren, ihm dieses Geschenk zu machen. Alles verlor an Bedeutung, alles außer dem süßen Gleiten von Haut auf Haut. Die geschickten Hände umfaßten besitzergreifend sein Gesäß, regulierten das Tempo, die Fingernägel hinterließen feine rote Striemen auf feinbehaarter Haut.

Er liebte alles an diesem Mann. Groß und kräftig und wunderbar und doch so unendlich schwach, wie er hier vor ihm saß, sich hilflos unter seinem Mund und seinen Händen wand. Liebte seine Kraft, seine unbeschreibliche Verletzlichkeit, die Leichtigkeit, mit der ein Zungenschlag über seine empfindlichste Stelle ihn zu einem willenlosen Geschöpf purer Empfindung werden ließ...und *er* war es, der diese Macht über Jonathan Archer hatte! Niemand sonst, nur Trip Tucker. Und niemand außer Jonathan Archer hatte je seinem Namen so...einzigartig klingen lassen. Das wollte er ihn wissen lassen, indem er das besondere Band zwischen ihnen erneuerte. Warpantrieb gut und schön...dieses war ein ganz anderer Rausch der Geschwindigkeit. Es schien den Archers im Blut zu liegen, für Bewegung zu sorgen, im Großen wie im Kleinen.

Lange würde Jon nicht mehr durchhalten, er konnte es spüren, und er legte seine ganze Liebe und Bewunderung für diesen Mann in seine Bemühungen, ihn zur Erfüllung zu bringen. Behutsam zog er seine Zähne über die zarte, straffe Haut des pulsierenden Organs, umspielte mit der Zunge ein letztes Mal die geäderten Seiten und atmete gleichzeitig kräftig aus. _Flieg' mit mir, Johnny...Warp 5..._

"Oh Gott, bitte, Trip...ich kann nicht mehr..."

Er fühlte die Veränderung, wie Jon den Punkt überschritt, an dem es kein Zurück mehr gab und die Kontrolle verlor. Losließ. Sich so hart in seinen Hals rammte, daß er würgte. Reflexartig verloren seine Hände ihren bisherigen Griff und kamen noch rechtzeitig auf den bockenden Hüften zu liegen, um Jon festzuhalten, als er sich ihm ein letztes Mal entgegenbäumte, zu spüren, wie jeder Muskel sich anspannte. Nahezu lautlos, nur begleitet von einem schwachen, fast bedauernden Laut füllte Jon seinen wartenden Mund in mehreren heißen Schüben und er beeilte sich zu schlucken. Ganz gelang es ihm nicht, aber Kleidung und Teppich blieben verschont. Er schloß die Augen, ging auf in diesem perfekten Moment.

 

Die Tränen kamen im selben Moment wie sein Orgasmus. Ein Loslassen in zweierlei Sinn, kein lautes Schluchzen, das lange andauerte. Nur ein weiterer Ausbruch an Flüssigkeit, mit dem er sich lebendig fühlte. Kein Schrei, kein lautstarker Ausbruch, allein der Gedanke, *Mein...nur mein!* Nein, heute abend war alles gleichbedeutend mit *zusammen...endlich*. Jons gesamte Wahrnehmung beschränkte sich auf Trip, die Sanftheit seiner Hände, als er ihn beruhigend streichelte, seine Schenkel, seine Hüften, und ihn vom Taumel des Höhepunkts zurück in die Gegenwart geleitete. "Komm' her", flüsterte er und zog ihn nach oben, an sich, flocht seine zitternden Finger in die blonden Haare.

Das Weinaroma war von einem anderen, intensiveren Geschmack ersetzt worden und er sog ihn begierig auf, suchte mit der Zunge nach allen verbliebenen Spuren, die er finden konnte, suchte sich selbst in Trip Tuckers Mund.

In dem tiefen, liebevollen Kuß umschlangen sich ihre Zungen, er fuhr mit der seinen am glatten Rand der Zähne entlang, erforschte den Raum zwischen Lippen und Zahnfleisch und leckte ihn sauber von dem salzig-bitteren Geschmack. Dabei streichelten seine Hände unablässig Trips Gesicht, sein Haar, umfaßten seinen Nacken und hielten ihn einfach fest. Hielten ihn nahe.

Es schien wie eine Ewigkeit, bevor er wieder sprechen konnte, an Worte denken konnte und nicht nur daran, wie wunderschön Charles Tucker war, wie er da kniete und schweigend zu ihm aufsah, mit gerötetem Gesicht und leuchtenden Augen, die Haare zerzaust von seinen Fingern. "Ich liebe dich", flüsterte er schließlich und streckte eine Hand aus, wischte eine entkommene, perlweiße Spur von Trips Kinn, langsamer als nötig. Genießerisch. Und mit jedem Millimeter loderten die Flammen in seinem Bauch heißer, neuangefacht von dem Feuer, das er ungemindert in Trips Augen brennen sah. "Ich liebe dich..."

Trip ergriff die Hand, küßte jeden einzelnen Finger ausgiebig. Der Tanz seiner Zunge war seine wortlose Antwort. Die einzige Antwort, die er geben konnte.

_Schon gut...du brauchst nichts zu sagen._ Zumindest nicht bis sie in der Sicherheit seines Quartiers angekommen waren, wo er erwartete, ganz andere Worte aus Trips Mund zu hören. Mit Knien, die nicht solider waren als Gelee, stemmte sich Archer aus dem Stuhl hoch und erwiderte den Blick seines Chefingenieurs. Nein, korrigierte er sich, seines Geliebten...und dieses Mal nicht nur für eine Nacht. Es sollten nicht wieder Jahre vergehen, bevor er sich die Wahrheit eingestand. _Ich liebe dich, Charlie Tucker. Du gottverdammter, unwiderstehlicher Bastard...ich liebe dich...wie könnte ich auch nicht?_

Tuckers Grinsen veränderte sich, als er sich aufhelfen ließ, bekam diese gewisse Lausbuben-Note, die einen dazu verführte, ihm alles durchgehen zu lassen. "Das sagtest du bereits. Und ich dich auch, Johnny-boy."

Hatte er es also laut gesagt. Er konnte sich die Frage nicht verkneifen. "Wie mundete dem Chefingenieur das hausgemachte Dessert?"

Wieder einmal schwieg sich Trip aus, nur die rosa Zungenspitze stahl sich zwischen seinen Lippen hervor, zog die geschwungene Linie der Oberlippe nach. Betörend langsam. "Delikat, oh mein Captain. Ob ich noch etwas Pekankuchen dazu haben könnte? Laß uns zu dir gehen, okay?" schlug er vor, vergrub sein Gesicht an Jons Schulter und suchte die dünne Haut am Übergang zum Hals, wo er sanft zu nuckeln begann. "Dann kannst du Porthos sein Abendessen geben und mir...nun, ich habe da noch ein...dringendes Problem, das ich gerne lösen würde."

"Soll ich mit Hand anlegen?"

Trip grinste vielsagend und in seinen blauen Augen flackerte ein kleiner dämonischer Funke. "Oh, Jon, darum möchte ich doch sehr bitten."

Sie brachten ihre Kleidung soweit wieder in Ordnung, leerten ihre Weingläser und verließen dann den Raum. Taylor war diskret genug, nicht zu kommentieren, als sein auf Tischmanieren geschultes Auge auf die hellen Flecken an Commander Tuckers Kragen fielen, die unmöglich vom Essen stammen konnten; Tuckers Fisch war mit einer mit Zitrone und Kräutern angesetzten Weißweinsoße gekommen und die Pfeffersoße über Archers Filetsteak war dunkel gewesen. Ohne Nachfrage packte er ihnen den Nachtisch ein - Crème brulée mit Sternfruchtscheiben - und wünschte ihnen eine gute Nacht.

 

"Somit haben wir, denke ich, T'Pols These von unserem Mangel an sexueller Aktivität widerlegt", kommentierte Archer im Lift, der Ausdruck auf seinem Gesicht fast etwas stolz und gewiß reichlich selbstgefällig, und daran änderte sich nichts, bis sie vor der Tür zu seinem Quartier Halt machten. "Bereit zu Runde zwei, Commander?"

"Hey, Jon, als ich mich entschieden habe, dein Angebot anzunehmen und Chefingenieur der Enterprise zu werden, war mir schon klar, worauf ich mich da einlasse." Er grinste. "Ich konnte doch nicht zulassen, daß es dem Captain an sexueller Aktivität mangelt und er sich mit Sternkarten beschäftigt, anstatt ein bißchen Spaß zu haben."

"Ja, klar." Mit der einen Hand zog er Tucker zu einem flüchtigen Kuß heran, während er mit der anderen im Blindverfahren seinen Zugangscode eintippte. Die Tür glitt auf. "Ich will dich, Trip, jetzt und in Zukunft...und ich fürchte, ich muß meine Urlaubsplanung für Risa überdenken...es wird Porthos gar nicht gefallen."

Porthos, wie er Archer schwanzwedelnd entgegen sprang, tat Trip aufrichtig leid und er lachte leise. "Armer Kerl. Da freut er sich schon, dich mal eine Zeit lang ganz für sich zu haben, ihr zwei alleine in einem abgelegenen Apartment am Strand...und plötzlich heißt es, er soll sein Herrchen teilen..." Er warf einen entschuldigenden Blick in die Ecke, wo sich der Beagle auf seinem Kissen zusammenrollte und vorwurfsvoll zu ihm aufsah. Als hätte er jedes Wort verstanden. Pech halt.

Mit einem kräftigen Schubs fand er sich im nächsten Moment auf das breite Bett befördert und eiligst seiner Kleidung entledigt. "Hey!" Jon konnte ja so furchtbar ungeduldig sein... "Warpgeschwindigkeit, Sir?"

"Maximalgeschwindigkeit."

"Aye, Cap'n." Aus Trips Mund war das gleichbedeutend mit 'Ich liebe dich'.

 

Jon spürte, wie Trip einschlief, und lächelte erschöpft in die Dunkelheit hinein. Allmählich ließ der Rausch nach, wie ein abflauender Sturm, und mit ihm kollabierte das Warpfeld, die restlichen Fetzen ein geisterhaftes Streicheln auf seiner überreizten Haut. Hätte das hier heute nacht wirklich geschehen dürfen oder hatte er sich etwas herausgenommen, eine Entscheidung getroffen, die ihm nicht zustand? Vielleicht sollte es einfach so sein. Das Kapitel "Henry Archer" war abgeschlossen worden. Warp 5. Er hatte die letzten Zeilen für seinen Vater geschrieben, die letzte Seite umgeblättert, doch jetzt war es an der Zeit, sein eigenes Kapitel zu beginnen. Und die ersten Zeilen hießen Charles Tucker III. Zumindest für Jonathan Archer. Er hatte den 'Gesang' des Warpantriebs verpaßt, die Krönung des Lebenswerks seines Vaters. Dafür hatte er seinem Chefingenieur - seinem Freund und Geliebten - ganz andere Töne entlockt...und damit war er zufrieden.

Mehr als das. Er war glücklich.

Wirklich glücklich.

"Gute Nacht, Trip."

"Aye, Cap'n... Jon..."

Zwei fallende Helden, die zu viel fühlten, zu schnell fielen.

Einander entgegen.

 
Ende

 
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