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Die Abenteuer des Captain Branford
Monarch: Der Rückzug Teil 2 © by Ruppert, T.J. ()
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51105,9, Captain Branford. Nach Durchquerung des Wurmloches trennen sich die vier Kampfverbände, um ihre jeweiligen Einsatzgebiete anzufliegen. Bis jetzt haben wir keine Jem'Hadar-Schiffe geortet, doch wir sind wachsam."
"Alarm Gelb für alle Stationen." Branford blickte mit stoischer Ruhe nach vorne zum Sichtschirm, als er befahl, auf erhöhte Alarmbereitschaft zu gehen. Er sah sich die Karten des Gamma-Palomino-Systems an. Anschließend erhob er sich, ging zu Fähnrich Percano an die Steuerstation und blickte den Offizier an. "Fähnrich, setzen Sie Kurs auf das Gamma-Palomino-System, Geschwindigkeit Warp 6", ordnete er an. Percano führte seine Anweisungen aus:"Eingegeben, Captain." "Beschleunigen Sie", nickte Branford und drehte sich herum. "Mister Crusher, führen Sie ständig Weitbereichsscanns der Umgebung durch. Justieren Sie die Sensoren auf niedere Auflösung. Wenn wir hier ein Schiff orten, dann wird es mit Sicherheit ein feindliches sein." Crusher war ein zu guter Offizier, um die Befehle seines Kommandanten zu hinterfragen. Er nickte einfach und begann mit der Sensorensuche. "Übernehmen Sie das Kommando, Nummer 1. Ich bin in meinem Quartier." Riker nickte überrascht, als sein Captain diese Anweisung gab. Schnellen Schrittes verließ Branford die Brücke.
Riker merkte deutlich, daß die Schiffsberaterin etwas auf dem Herzen hatte. So unruhig saß sie normalerweise nicht da. "Counselor,haben sie etwas?" fragte der 1.Offizier schließlich. Galen blickte ihn ertappt an:"Sie haben recht. Ich fühle große Anspannung bei Captain Branford. So etwas habe ich zuvor nie gespürt." "Aber dies ist eine kritische Situation, vielleicht die kritischste, die er je erlebt hat. Vielleicht liegt es daran", meinte Riker. Galen schüttelte den Kopf:"Nein, Commander. Der Captain stand schon des öfteren einer gefährlichen Situation gegenüber, aber so war er noch nie." "Was schlagen Sie vor?" wollte Riker wissen. Galen hob ihre Augenbrauen:"Ich werde mit ihm reden. Jetzt gleich." Entschlossen stand sie auf und verließ die Brücke.
Gerade eben hatte sich Branford eine Tasse Kaffee bestellt und hingelegt. Da ertönte der Türsummer. "Wer will denn jetzt etwas?" sagte er zu sich selbst und rief:"Herein!" Sein Blick schweifte zur Tür und er sah Counselor Galen, die hereinkam. "Ich störe dich wohl, Chris", stellte sie analytisch fest. Branford nickte:"Wenn du es genau wissen willst, dann ja." "Das tut mir leid, aber ich muß mit dir reden. Jetzt", erwiderte sie entschlossen. Er seufzte laut. Mit Sandra Galen zu streiten, das wäre das letzte, was er jetzt wollte. "Gut. Du hast zehn Minuten. Dann will ich schlafen", sagte er deutlich. Galen nahm auf dem Sofa Platz. Ihre brauen Augen musterten ihn, schienen ihn zu durchdringen. Aber er konnte nicht bemerken, ob sie seine Gedanken zu lesen versuchte. Bis jetzt hatte er es immer gemerkt, wenn sie das zu tun versuchte. "Chris, du bist besorgt. Sehr besorgt", stellte sie fest. Branford legte seinen Kopf auf die Seite:"Ach ja?" "So habe ich dich noch nie erlebt. Nicht einmal in den gefährlichsten Situationen. Was ist denn diesmal anders?" "Was anders ist? Das Schiff, die Crew, die Familien. Das alles. Ich habe ein Schiff, das vielleicht einige verborgene technische Defekte hat, eine Crew, die größtenteils noch nicht unter mit gedient hat und hunderte Familien an Bord." Galen nickte:"Ich verstehe. Nun, das mit dem Schiff kannst du regeln, bis wir ankommen. Das mit der Crew auch. Die Familien übernehme ich." "Das ist in Ordnung. Ich danke dir", erwiderte Branford. Sie stand auf:"Kein Problem, Chris. Viel Glück."
Das ruhige Pulsieren des Warpantriebs hatte schon immer ein vertrautes Gefühl in Jake Cassels geweckt. Er kannte dieses Geräusch seit einer Ewigkeit, und er wollte es an seinem Arbeitsplatz nicht missen. Deswegen vermied er es, auf der Brücke zu sein, es sei denn, es war unbedingt nötig. "Jake?" Cassels sah vom Kontrollpult auf und erblickte Branford, der in der Türe zu seinem Büro stand. "Was haben Sie, Captain?" fragte er zurück. Branford schlenderte langsam in das Büro und nahm in einem Konsolensessel Platz. Sein Gesichtsausdruck war besorgt, so wie es der Chefingenieur empfand. "Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich nie Angst vor dem, was vielleicht kommt?" Cassels hob überrascht den Kopf. Eine derartige Frage hatte er nicht erwartet, zumindest nicht von seinem Kommandanten. "Doch. Aber ich lasse mich deswegen nicht verrückt machen, Captain. Meine Arbeit könnte darunter leiden, wenn ich mir zuviel Gedanken mache", erwiderte er. Ein kurze Phase des Schweigens folgte. Keiner der beiden konnte oder wollte etwas falsches sagen. Branford brach die Stille:"Ich mache mir Sorgen um die Familien, Jake. Nicht einmal um die Crew an sich. Ist das nicht irgendwie unheimlich?" Cassels schüttelte den Kopf:"Nein, Captain. Die Crew dieses Schiffes hat ihre Pflicht als Mitglieder der Sternenflotte zu erfüllen. Die Familien aber sind Personen, die außerhalb der Flotte stehen. Sie sind Unbeteiligte." "Aber sie haben sich für das Risiko, das an Bord eines Schiffes nun mal da ist, entschieden. Sie wissen, was sie erwarten kann." Der Chefingenieur stimmte zu:"Sie haben recht, Captain. Was immer auch kommen mag, die Crew vertraut Ihnen. Und Sie sind dieses Vertrauens würdig." Der Captain stand auf:"Danke erstmal, Jake."
"Lieutenant, wir nähern uns dem Gamma-Palomino-System", meldete Percano. Crusher nickte:"Unter Warp gehen. Mister Jacobs, führen Sie einen Nahbereichsscann des Systems durch. Greifen Sie auch auf die seitlichen Phalanxen zurück." "Keine Schiffe im System geortet. Der dritte Planet ist bewohnt und gehört der Klasse M an. Er scheint der Erde sehr ähnlich." Crusher stand aus dem Kommandosessel auf:"Auf den Schirm, Lieutenant." Gamma-Palomino III sah auf dem Bildschirm der Erde tatsächlich zum Verwechseln ähnlich, bemerkte Crusher fasziniert. "Crusher an Captain Branford", rief er den Kommandanten über Interkom. Der meldete sich sofort:"Branford hier. Was gibt es?" "Wir haben das Gamma-Palomino-System erreicht, Sir", meldete Crusher. "Ich komme sofort, Lieutenant. Branford Ende."
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51109,2, Captain Branford. Wir haben unseren Bestimmungsort im Gamma-Palomino-System erreicht und werden mit der Vorbereitung der Evakuierung beginnen. Noch ist es ruhig, aber die Kampfgruppe ist alarmbereit."
Branford blickte zu Andrea Bennett, die wartend an der OPS saß. "Commander, rufen Sie die Regierung auf dem Planeten", befahl er. Auf dem Bildschirm erschien ein alt wirkender, grauhaariger Mann. "Ich grüße Sie, Captain. Mein Name ist Sam Toubridge, ich bin der Präsident der hiesigen Kolonie. Wir sind sehr froh, daß Sie hier sind", begrüßte er Branford. Der Captain stand auf:"Ich bin Captain Branford von der U.S.S. Monarch. Mister Toubridge, können Sie mit den Maßnahmen zur Evakuierung beginnen?" "Natürlich. Wenn Sie zu einem persönlichen Gespräch bereit wären, wäre ich sehr glücklich", erwiderte Toubridge. Branford nickte:"Selbstverständlich. Wir werden in Kürze eintreffen. Monarch Ende." Der Bildschirm erlosch und Branford wandte sich Crusher zu. "Teilen Sie der Agincourt und Swiftsure mit, daß Sie einen Patrouillenkurs in der Nähe einschlagen sollen. Alarm Gelb für alle Stationen." Branford nickte Riker zu:"Sie haben die Brücke. Counselor, begleiten Sie mich bitte." Er tippte seinen Kommunikator an:"Branford an Jacobs." "Jacobs hier, Captain", meldete sich der 2.Einsatzleiter. "Melden Sie sich mit der Ausrüstung in Transporterraum 3", befahl er.
Die drei materialisierten in einem imposanten Saal, der offensichtlich das Foyer des Regierungsgebäudes darstellte. Branford sah sich in dem Saal um. Eine Tür öffnete sich und ein dezent gekleideter Mann kam herein. "Ich begrüße Sie sehr herzlich bei uns, Captain. Ich bin Tassus Clare, der Adjudant des Präsidenten", sagte er. Branford nickte und deutete auf Galen und Jacobs:"Danke sehr. Ich bin Captain Christopher Branford von der Monarch. Meine Beraterin, Counselor Sandra Galen, und mein 2. Einsatzleiter, Lieutenant Jacobs." Clare deutete auf die Tür:"Würden Sie mir bitte folgen?"
Sam Tourbridge wirkte in Wirklichkeit noch viel älter, als Branford ihn sah. "Bitte nehmen Sie Platz. Nun, sind die Evakuierungsschiffe schon im Kommen?" Branford nickte:"Ja. In vier Tagen sind sie hier. Sie sollten Ihre Leute darauf vorbereiten, daß es bald losgeht." Toubridge blickte niedergeschlagen drein:"Ich werde es veranlassen." Er schwieg kurz, blickte aus dem Fenster auf einen großen, gepflasterten Platz. "Es fällt mir nicht leicht, meine Leute von hier wegzubringen. Aber es muß sein. Wenn die Jem'Hadar einfallen, dann gibt es keine Chance mehr." Galen blickte Toubridge fest an:"Ihre Leute werden eine neue Heimat finden, Mister Toubridge. Aber das Leben ist wichtiger als dieser Planet." "Sie haben sicher recht. Mister Clare, geben Sie die Informationen an die Sicherheitsleute weiter", nickte Toubridge.
Sandra Galen strich sich eine Strähne ihres schwarzen Haares aus dem Gesicht. Sie stand auf dem Marktplatz, der von Menschen gesäumt war. In ihren Gesichtern stand die Angst, die Angst vor dem Unbekannten. "Sandra, wir sollten auf die Monarch zurückkehren." Samuel Jacobs war aus dem Regierungsgebäude gekommen und gesellte sich zu der Schiffsberaterin. Er sah, wie besorgt sie war. "Sehen Sie nur. Schon wieder müssen wir Leute aus ihrer Heimat wegbringen." Die Stimme Galens klang sehr traurig, als sie diese Worte sprach. Jacobs nickte ihr zu:"Ich weiß. Aber leider wird die Jem'Hadar diese Tatsache nicht aufhalten. Vielleicht können sie eines Tages zurückkehren. Ich hoffe es." "Ich werde noch ein wenig hierbleiben, Sam. Sagen Sie es bitte dem Captain", erwiderte sie und ging zu den Menschen hin, die vorne standen. Jacobs sah, daß allein ihr Anblick und die Tatsache, daß sie von der Sternenflotte war, für Beruhigung sorgte. Er tippte seinen Insignienkommunikator an: "Jacobs an Monarch. Eine Person hochbeamen. Energie."
"Mister Crusher, rufen Sie Deep-Space-Nine." Der Captain ließ sich in den Kommandosessel sinken und nickte dem taktischen Offizier zu. "Aye, Captain. Verbindung wird hergestellt." bestätigte Crusher. Auf dem Bildschirm erschien Major Kira Nerys. "Ich grüße Sie, Captain. Was haben Sie?" fragte die Bajoranerin. Branford erwiderte:"Major, wir benötigen die Truppentransporter für Gamma-Palomino-III. In etwa vier Tagen." Kira sah optimistisch drein:"In Ordnung, Captain. Wir schicken sie los." "Vielen Dank, Major. Monarch Ende", schloss er die Verbindung und stand auf. "Sie haben die Brücke, Commander Bennett."
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51111,7, Captain Branford. Soeben hat Lieutenant Bishop eine Subraumnachricht der cardassianischen Kampfgruppe erhalten.Sie steht unter heftigen Angriffen einer Jem'Hadar-Flotte."
Branford lehnte sich angespannt gegen das Pult der taktischen Station. Bishop stand neben ihm und versuchte, eine genaue Nachricht aus den verstümmelten Funksprüchen zu erhalten. "Hier ist die C.T.S. Ranchor, Position Werias III. Wir stehen unter heftigem Beschuss und..." Die Nachricht verstummte aprupt. Branford sah Bishop an. "Können Sie wieder einen Kontakt herstellen, Lieutenant?" Er versuchte es mehrere Male, aber er scheiterte. Kopfschüttelnd sah er Branford an und sagte:"Tut mir leid, Sir. Es ist nicht möglich, den Funkkontakt wiederherzustellen." "In Ordnung. Wie weit ist die cardassianische Kampfgruppe entfernt?" fragte er. Bishop scannte und antwortete:"Zwölf Lichtjahre, Captain." "Schicken Sie eine Sensorensonde der Klasse 9 los, um die Sache zu untersuchen. Die Scanner konnten ja bisher nichts entdecken, oder?" meinte Branford bedächtig. Bishop wiegte bedächtig den Kopf:"Ja, das ist richtig. Obwohl sie in der niedrigsten Auflösung 17 Lichtjahre weit reichen müßten, Sir." "Gut, schießen Sie die Sonde ab, Lieutenant. Und berichten Sie mir", ordnete er an. Bishop führte den Befehl aus. Die Sonde, ein modifizierter Torpedo, verließ die Monarch durch den vorderen Launcher und verschwand, als sie auf Warp ging. "Die Telemetrie der Sonde arbeitet einwandfrei, Captain", meldete Jacobs, der die Sonde von der OPS aus überwachte. Branford nickte:"Warten wir ab, was sie findet. Ich hoffe, sie findet Überlebende." Counselor Galen sah von ihrem Sessel hinauf zu Branford und fragte:"Captain, wollen wir nicht selbst nachsehen, ob jemand überlebt hat?" Der Captain schüttelte bestimmt den Kopf:"Nein, wir haben hier unsere Pflicht zu erfüllen, Counselor. Wir müssen hierbleiben. Auch wenn es schwer fällt."
"Captain, hier kommen die Analysen der Sensorensonde." Branford blickte von seinem Monitor auf, als Bishop sich näherte. "Gut, Mister Bishop. Legen Sie los", erwiderte Branford und sah ihn gespannt an. Der Lieutenant sah deprimiert aus. Branford ahnte, daß es keine guten Nachrichten sein würden, die er hatte. "Die Sonde hat Trümmer der drei cardassianischen Schiffe gefunden. Keine Überlebenden. Die Schiffe der Jem'Hadar haben die Kampfgruppe IV ausradiert." Sandra Galen, die neben Branford saß, senkte ihren Blick. "Mein Gott! 600 Cardassianer, alle tot!" "Was sonst noch, Mister Bishop?" wollte Branford weiterhin wissen. Bishop schüttelte den Kopf:"Leider keine Warpsignaturen, Sir." "Gut. Sie können wegtreten", nickte Branford. Bishop entfernte sich und ging zur taktischen Station zurück. "Mister Jacobs, öffnen sie einen Kanal zur Saratoga", ordnete Branford an. Jacobs nickte:"Offen, Sir." Captain William Riker erschien auf dem Hauptbildschirm. "Was gibt es, Chris?" fragte er ohne große Begrüßung. Branford erwiderte ernst:"Die Kampfgruppe IV wurde von Jem'Hadar-Schiffen angegriffen und völlständig vernichtet. Keine Überlebenden." Rikers Gesichtausdruck verlor an jeglicher Zuversicht, als er die Worte vernahm. "Verdammt. Habt ihr eine Spur?" fragte er leise. Branford schüttelte den Kopf:"Nein. Seid auf der Hut, Will. Viel Glück." "Dir auch. Saratoga Ende", schloss Riker die Verbindung.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51114,8, Captain Branford. Zweieinhalb Tage des Wartens sind vergangen.Wir haben mehrfach weitreichende Sensorenscans und Sondenabschüsse durchgeführt, aber es wurde nichts weiter entdeckt. Ungeduldig wartet die Crew und auch ich auf die Eintreffen der Evakuierungsschiffe."
"Captain!" Branford hatte Crusher selten so aufgeregt schreien hören. Er drehte sich um. "Was haben Sie, Lieutenant?" fragte Branford mit ruhiger Stimme. Crusher blickte ihn an. In seinen Augen stand Angst, das sah der Captain. "Die Scanner melden, daß die Kampfgruppe II angegriffen wird!" berichtete er. Branford nickte:"Können Sie etwas Genaueres sagen, Lieutenant?" "Ich denke schon. Laut den Anzeigen hier sind fünf nicht identifizierte Schiffe in der Nähe der Kampfgruppe. Und ich kann nur drei unserer orten. Die Monterey sendet kein ID-Signal mehr, Captain", erwiderte Crusher. "Öffnen Sie einen Kanal zur Agincourt", befahl er rasch. Jacobs nickte:"Kanal offen, Sir." Captain William Perry, der Kommandant der Agincourt, war ein Mann Ende dreißig, der den alten Kreuzer seit nunmehr vier Jahren befehligte. Seinen stets mürrischen Gesichtsausdruck kannte jeder Kommandant, der in diesem Sektor Dienst tat. "Was haben Sie, Captain Branford?" fragte er unumwunden. Branford antwortete:"Die Kampfgruppe II wird angegriffen. Sie übernehmen das Kommando über unsere Gruppe, ich werde mit der Monarch hinfliegen und Beistand leisten." "In Ordnung, Captain. Viel Glück", meinte Perry ausdruckslos und beendete die Verbindung. Branford stand hastig auf:"Roter Alarm!" Die Brücke wurde auf diesen Befehl hin in die dunklere Gefechtsbeleuchtung getaucht. Normalerweise wirkte sie recht freundlich und hell, aber nun hatte sie etwas Unheimliches an sich. Die Alarmsirenen heulten auf. "Setzen Sie Kurs auf die bezeichneten Koordinaten und gehen Sie auf Warp 9! Mister Crusher, ich will, daß alle Gefechtssysteme bereit sind, wenn wir auf den Gegner treffen!" ordnete Branford an. Noch während Crusher sich nickend seinem Kontrollpult zuwandte, hatte Lieutenant Waringthon die Monarch bereits auf Warpgeschwindigkeit gebracht.
Branford sah sich angespannt um. Die Brückencrew arbeitete fieberhaft, um das bestmögliche aus dem Schiff herauszuholen, aber würde es reichen? "Branford an Maschinenraum." Der Chefingenieur meldete sich:"Cassels hier, Captain." "Wie sieht es mit dem Antrieb aus, Jake?" fragte der Captain. "Bis jetzt gut. Die Modifikationen halten das, was wir uns von ihnen versprochen haben", erwiderte Cassels optimistisch. "Gut. Branford Ende", schloss er das Gespräch. Galen wandte sich an Branford:"Sir, wollten Sie nicht die Untertassensektion..." "Wir benötigen die Kampfkraft der Untertassensektion und die Impulstriebwerke. Leider geht es im Moment nicht, Counselor. Leider", unterbrach sie Branford mitten im Satz."Lieutenant, wie lange brauchen wir noch?" "Exakt siebzehn Minuten, Sir", erwiderte Waringthon. Branford lehnte sich im Kommandosessel vor:"Hoffentlich kommen wir nicht zu spät. Hoffentlich."
Als sich die Monarch auf äußerste Sichweite genähert hatte befahl Branford, den Sichtschirm einzuschalten. Was er sah, erschreckte ihn. Zwei Schlachtschiffe, die genauso groß wie die Saratoga waren, griffen gemeinsam mit drei kleineren Fregatten die Saratoga, die Vanguard und die Defiant an. Die Saratoga, das kampfstärkste Schiff, versuchte, die kleineren Begleitschiffe zu schützen, aber es war beinahe hoffnungslos. Immer wieder landeten die Schlachtschiffe der Jem'Hadar Treffer an der Vanguard und der Defiant. "Auf Impuls gehen, Schilde aktivieren! Analyse, Mister Crusher!" befahl Branford. Crusher scannte die Angreifer und sah Branford kopfschüttelnd an. "Sir, die beiden Schlachtschiffe sind genauso stark bewaffnet wie die Saratoga. Wir sind ihnen in Bezug auf Feuerkraft um mindestens 15% unterlegen. Die kleineren Fregatten können es nicht mit uns aufnehmen, aber zwei von ihnen wären schon gefährlich." "Was schlagen Sie vor?" fragte Branford weiter. "Nehmen wir zusammen mit der Saratoga das vordere Schlachtschiff in die Zange. Gegen die Fregatten können sich die Defiant und die Vanguard verteidigen. Zumindest länger als gegen die Schlachtschiffe, Sir", schlug er vor. Andrea Bennett,die die OPS übernommen hatte, meldete:"Captain, die haben die Vanguard manövrierunfähig geschossen! Sie wollen sie endgültig vernichten!" Branford starrte auf den Schirm. Das eine Schlachtschiff flog die Vanguard steuerbord an und richtete seine Waffen aus. "Teilen Sie der Saratoga mit, daß sie dieses Schlachtschiff beschießen soll! Wir nehmen es ebenfalls aufs Korn", meinte Branford rasch. "Aye, Sir", erwiderte Bennett und sendete die Nachricht. "Quantentorpedos feuerbereit machen, volle Streuung!" befahl er. Crusher stellte die Torpedos auf einen großen Feuerbereich ein und nickte. "Bereit, Captain." Branford ballte die Faust:"Feuer!" Die Geschosse trafen den Gegner an der gesamten Steuerbordseite seines Rumpfes und richteten beträchtlichen Schaden an. "Seine Schilde zeigen teilweise Ausfälle, Sir", meldete Crusher. "Können Sie diese genau bestimmen, Lieutenant?" fragte Branford. Er schüttelte den Kopf:"Noch nicht. Wir müssen näher ran." "Gut. Kurs auf 226.044, voller Impuls! Phaser auf Ziel ausrichten, Einstellung 80%." Die Monarch nahm einen Kurs, der sie dicht an das Schlachtschiff heranbrachte. Das bemerkte das Manöver und feuerte seine Torpedos ab. Die Erschütterung beim Einschlag machte es Branford schwer, stehenzubleiben. "Schilde runter auf 75%, Captain. Achtere Phaserzielerfassung ausgefallen! Wir verlieren Energie am Steuerbordimpulstriebwerk!" meldete Bennett. "Branford an Maschinenraum: Wir brauchen volle Energie für das Steuerbordimpulstriebwerk! Beeilen Sie sich." Cassels bestätigte:"Ja, Captain. Ende." "Phaser sind auf Ziel eingerastet, Sir. Wollen wir feuern?" fragte Crusher. Branford schüttelte den Kopf:"Noch nicht. Kurs ändern, 189.054, auf halbe Kraft runtergehen. Führen Sie ein Standardangriffsmanöver durch, Mister Crusher." "Zu Befehl", erwiderte er, auch wenn er den Sinn nicht verstand. Die Jem'Hadar waren sehr gute Krieger, sie würden dieses Manöver durchschauen. Die Monarch drehte hart bei und feuerte einen Phaserstoß ab, der zwei Sekunden dauerte. Dann drehte sie in Gegenrichtung ab und wiederholte dieses Manöver. Das Schlachtschiff erkannte das Manöver und passte sich an. Wann immer die Monarch auf einen neuen Kurs ging, folgte sie und feuerte eine Phasersalve ab. Crusher sah pessimistisch drein:"Sir, unsere Schilde sind auf 45% und sinken weiter. Was sollen wir tun?" Branford antwortete nicht. Ihre Feuerstöße hatten dem Schlachtschiff erheblichen Schaden zugefügt, aber dessen Feuerkraft war größer. Geduldig wartete er, bis die Monarch ihre Bewegung nach steuerbord beendet hatte. Der Gegner bereitete sich darauf vor, in Gegenrichtung zu drehen und sie ins Ziel zu nehmen. Die Monarch glitt nach dem Befehl schon wieder nach backbord. "Hart steuerbord, voller Impuls. Hecktorpedos Feuer frei!" schrie Branford plötzlich und sprang auf. Das Schlachtschiff war auf dieses Manöver nicht vorbereitet und wandte der Monarch ihre Breitseite zu. Diese wurde von den Geschossen getroffen. "Ihre Schilde versagen, Sir!" triumphierte Crusher. Branford nickte:"Feuern Sie eine weitere Salve ab, Lieutenant." Die Torpedos vernichteten das Schlachtschiff vollends. "Captain, die Defiant steht unter schwerem Feuer!" meldete Bennett. Crusher nickte:"Ja, aber das zweite Schlachtschiff hat es auf uns abgesehen!" Der taktische Offizier hatte recht. Der Gegner wendete sich der Monarch zu und feuerte seine Phaser ab. "Schadensbericht!" befahl Branford ruhig. Crusher erwiderte:"Schilde runter auf 35%. Lebenserhaltung auf Deck 8 fällt aus!" "Maschineraum an Brücke: Steuerbord-Energiekupplung fällt aus!" meldete Cassels hektisch über Interkom. "Die steuerbord gelegenen Schildgitter haben dadurch einen Energieausfall, Sir", anlysierte Bennett sofort. Branford sah auf seinem Sichtschirm, daß die Defiant weiterhin von zwei der Fregatten attackiert wurde. "Die Saratoga teilt uns mit, daß sie die Vanguard schützen wird. Wir sollen die Defiant übernehmen", meldete Bennett. Branford nickte:"Machen wir. Lieutenant, Kurs auf 210.090 setzen. Voller Impuls." Die Monarch beschleunigte und nahm den Weg zur Defiant auf, die abgedrängt worden war. Sie stand zwei der Fregatten gegenüber. "Die Schilde der Defiant stehen kurz vor dem Kolabieren, Sir." Crushers Stimme klang hoffnungslos, als er den Scan abgeschlossen hatte. "Mister Crusher, stellen Sie die Quantentorpedos auf die beiden Fregatten ein und halten Sie sich feuerbereit. Ich will sie zusammen treffen." befahl Branford. Die beiden Schiffe waren noch zu weit voneinander entfernt, als daß sie die Torpedos zusammen treffen konnten. Der Kommandant wollte abwarten, bis die Zeit reif war. "Jetzt, Mister Crusher! Feuer frei!" ordnete er an. Die abgefeuerten Torpedos trafen die Fregatten genau. Bennetts triumphierender Blick ließ die schweren Schäden erahnen. "Ihre Schilde wurden vermindert, die Waffen zum Teil ausgeschaltet!" meinte sie. Branford sah sich die Lage nochmals an. "Öffnen Sie einen Kanal zur Defiant", ordnete er an. "Sisko hier", meldete sich der Kommandant der Defiant. Branford fragte nach:"Ben, sollen wir euch evakuieren?" "Noch nicht, Chris. Die Defiant ist noch einsatztauglich", erwiderte Sisko. "Gut. Monarch Ende." Branford wandte sich seinem Steueroffizier zu:"Bringen Sie uns in eine Position zwischen den Angreifern und der Defiant, Lieutenant." Waringthon nickte und führte den Befehl aus. Die Angreifer nahmen nun die Monarch unter Feuer. "Schilde halten noch, Sir. Keine Beschädigungen", meldete Crusher nach einer Phasersalve der beiden Fregatten. "Offenbar haben diese Schiffe keine überragende Feuerkraft", meinte Bennett. Branford schüttelte den Kopf:"Abwarten, Commander." "Ausweichmanöver Delta-4, auf halben Impuls runtergehen. Phaser abfeuern!" Die gezielten Feuerstöße der Monarch beschädigten die Fregatten leicht. "Sir, die Saratoga hat riesige Probleme, das Schlachtschiff unter Kontrolle zu halten. Sie fordern Unterstützung an", meldete Bennett. "Kombinierter Feuerstoß auf beide Fregatten, Lieutenant Crusher. Los!" Diese Attacke vernichtete eine der Fregatten, doch die zweite schaffte es, der Monarch einige schwere Treffer beizubringen. "Captain, die Schilde sind runter bis auf 15%! Die hinteren Phaser sind ausgefallen, der achtere Torpedolauncher ebenso", berichtete Crusher. Branford erwiderte:"Commander Bennett, ziehen Sie Energie vom strukturären Integritätsfeld ab und leiten Sie sie in die Schilde." "Aye,Sir. Schildstärke wider auf 27%", erwiderte die Einsatzleiterin.
"Computerlogbuch der Monarch, Nachtrag. Nachdem wir beinahe dreißig Minuten mit den Jem'Hadar gekämpft haben, ist die Lage ausweglos. Unsere Schäden sind beträchtlich, die Vanguard treibt noch immer. Wir warten noch auf die Verstärkung."
Branford sah sich die Schadensberichte an. Auf einigen Decks war die Lebenserhaltung ausgefallen, die Schilde waren beinahe kolabiert und einige Waffensysteme ausgefallen. "Captain, ich orte drei Schiffe, die sich mit Warpgeschwindigkeit nähern! Es ist die klingonische Kampfgruppe", meldete Bennett aufgeregt. Die klingonischen Schiffe verlangsamten auf Impulskraft und griffen in den Kampf ein. Der schwere Kreuzer der Vor'cha-Klasse griff das Schlachtschiff an, während sich die Bird-of-Preys um die Fregatten kümmerten. Branford befahl, näher heranzufliegen und den Bird-of-Preys zu helfen. "Feuern Sie die Quantentorpedos ab. Volle Streuung!" befahl er energisch. Dieser Feuerstoß vernichtete eine weitere Fregatte. Die verbleibende ergriff die Flucht und ging auf Warp. "Die Klingonen verfolgen sie, Sir", meldete Bennett. Branford nickte:"Kontakt zur Tlhab herstellen, Commander." Captain Torg erschien auf dem Bildschirm. "Captain, rufen Sie die Bird-of-Preys zurück. Wir müssen nach Tolstoi IV fliegen und dort umgehend evakuieren", sagte Branford eindringlich. Torg verzog seine Miene:"Aber wir könnten sie vernichten!" "Aber der Schutz der Kolonie hat Vorrang, Captain. Bitte", bat Branford. Torg nickte:"Gut. Tlhab Ende." Der Bildschirm erlosch. Branford nahm im Kommandosessel Platz. "Roten Alarm beenden. Schilde und Waffensysteme deaktivieren", befahl er. Riker ergänzte die Befehle:"Maschinenraum und technische Sektion: Beginnen Sie umgehend mit den Reparaturen." "Zu Befehl, Commander", erwiderte Cassels. Branford sah sich die Lage an, die sich auf dem Bildschirm darbot. Die Vanguard trieb, schwer beschädigt und mit enormer Schräglage im All. "Nachricht von der Saratoga, Sir. Captain Riker weist uns an, die Vanguard zu zerstören. Alle Überlebenden wurden evakuiert", meldete Bennett. Branford erhob sich:"Gut. Mister Crusher, Quantentorpedos aktivieren. Schüsse bündeln, Feuersequenz Pi-2." "Alles bereit, Captain", nickte Crusher. Branford brauchte nur zu nicken und der taktische Offizier feuerte die Waffen ab. Die Vanguard wurde in einem Feuerball vernichtet, der nichts übrig ließ. "Die Defiant ruft uns, Sir." Branford nickte:"Auf den Bildschirm, Lieutenant." Es war für den Captain beruhigend, seine alten Freund Sisko und seine Freundin Jadzia zu sehen. Die Brücke der Defiant war schwer beschädigt, aber das Schiff war noch einsatzfähig. "Danke für eure Hilfe, Chris. Wir hätten es alleine nicht geschafft", sagte Sisko. "Habt ihr Verletzte, die ihr rüberbeamen wollt?" fragte Branford. Sisko schüttelte den Kopf:"Nein. Die Defiant ist noch raumtauglich, wir schaffen es. Nun sollten wir schnellstens nach Tolstoi IV." "Einverstanden. Monarch Ende", sagte Branford und schloss die Verbindung. Er sah sich bei seinen Offizieren um. Müdigkeit und Erschöpfung standen in ihren Gesichtern, die vom Kampf gezeichnet waren. "Commander Bennett, lassen Sie die Alpha-Schicht ablösen. Steuermann, Kurs auf Tolstoi IV setzen. Maximum-Warp", befahl er.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51116,2, Captain Branford. Nach einer Flugzeit von 36 Stunden haben wir Tolstoi IV erreicht. Sie ist die Kolonie, die am dichtesten am Raum des Dominion liegt. Ständig suchen unsere Weitbereichsscanner nach feindlichen Schiffen und eine hohe Anspannung liegt auf der Crew."
"Wir erreichen das Tolstoi-System, Sir", meldete Waringthon. Branford nickte ihr zu:"Auf Impuls verlangsamen, Lieutenant. Standardorbit." Die Monarch glitt mit halber Unterlichtgeschwindigkeit in eine Umlaufbahn. Die Saratoga steuerte ebenso in einen Orbit, während die restlichen Schiffe weiter entfernt kreuzten. "Nachricht von der Saratoga, Captain", berichtete Andrea Bennett, als ein Kommunikationssignal ertönte. "Auf den Schirm", befahl Branford sofort. William Riker erschien auf dem Bildschirm. Seine Miene verriet gute Neuigkeiten. "Grüß dich, Chris. Wir haben eben eine Mitteilung von den Evakuierungsschiffen Pembroke und Iwo Jima bekommen. Sie werden in vorraussichtlich zehn Stunden hier eintreffen. Die Saratoga wird ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen." Branford fragte zurück:"Wird die Monarch ebenfalls benötigt, Will?" "Nein, wir können die Menschen auf der Saratoga, der Pembroke und der Iwo Jima unterbringen. Aber wenn ihr uns einige Sicherheitskommandos zur Verfügung stellen könntet, die uns bei der Evakuierung unterstützen würden, dann wäre das eine große Hilfe", erwiderte Riker. "Kein Problem. Monarch Ende", schloss Branford die Verbindung. Der Bildschirm erlosch und zeigte wieder den Planeten Tolstoi IV. "Lieutenant Crusher, stellen Sie ein Sicherheitskommando zusammen. Nehmen sie auch Mister Bishop mit", befahl Branford mit einem kurzen Blick auf Crusher. Er hob den Kopf und nickte:"Aye, Sir." "Commander Bennett, Sie haben die Brücke. Rufen Sie mich umgehend, wenn etwas sein sollte", sagte der Captain und ging zum Turbolift.
Cassels saß in seinem Büro im Maschinenraum, als Branford ihn aufsuchte. Der Chefingenieur wirkte müde. "Jake, was ist mit Ihnen?" fragte Branford. Cassels bemühte sich redlich, eine gute Figur zu machen, aber er schaffte es nicht. "Ich bin etwas erschöpft, Captain. Sonst nichts", erwiderte Cassels leise. "Wie lange arbeiten Sie schon an den erlittenen Schäden?" fragte Branford. Der Halb-Klingone zuckte mit den Schultern:"Zwanzig Stunden oder dreißig, ich weiß es nicht. Aber wir haben sie fast wieder auf 100 Prozent, Captain. Die Schilde sind zu 80% einsatzfähig, unsere Waffen bis auf den vorderen Torpedolauncher zu 100%. Der Warpantrieb leistet gegenwärtig maximal Warp 8,5, aber mit etwas Glück haben wir ihn wieder auf Maximalkraft in zehn Stunden. Miss Lefler arbeitet daran." "Sie gehen jetzt schlafen, Jake. Es ist nötig", ermahnte ihn Branford. Cassels reckte sich:"Aber Captain, ich muß noch..." "Das ist ein Befehl, Commander", sagte der Captain deutlich. Cassels wußte, daß wenn ihn Branford mit dem Rang anredete, er keinen Widerspruch duldete. "Zu Befehl, Captain", erwiderte der Chefingenieur und verließ das Büro.
McLure teilte die letzten Sicherheitsposten ein, die die geordnete Evakuierungsprozedur überwachen sollten. Er blickte sich die Menschen an, die am Boden zerstört ihre Häuser verließen. Die vielen Kinder taten ihm besonderst leid. Sie waren die Unschuldigsten und litten doch am meisten. "Alles in Ordnung bei Ihnen, Luke?" McLure sah sich um und erblickte Wesley Crusher, der das Außenteam leitete. Verwundert bemerkte er abermals, daß er doch sehr jung aussah. Beileibe nicht wie 27, eher wie knapp über zwanzig. Und dennoch, er war der Sicherheitschef des Schiffes und sein Vorgesetzter. McLure nickte:"Ja, Sir. Wie weit sind die Maßnahmen fortgeschritten?" "Wir sind beinahe fertig." Crusher lehnte sich an eine Hauswand und senkte seinen Blick. "Komisch, ich habe das schon häufiger gesehen, aber es schockt mich immer wieder." McLure stellte sich zu ihm:"Ich verstehe Sie, Sir. Mir geht es genauso." "Riker an Crusher. Bitte melden", ertönte ein Interkomruf. Crusher tippte seinen Kommunikator an:"Crusher hier, Sir. Was gibt es?" "Lieutenant, unsere Weitbereichsscanner haben Schiffe des Jem'Hadar geortet, die in spätesten dreißig Stunden hier sein werden. Beamen Sie umgehend hoch." "Zu Befehl, Commander. Crusher Ende", erwiderte er. Dann blickte er McLure an:"Suchen Sie Ihr Team zusammen und beamen sich hoch. Ich mache den Rest."
"Captain,eine Nachricht von der Saratoga auf Geheimfrequenz." Branford saß gerade über einer Tasse Tee in seinem Bereitschaftsraum, als sich Andrea Bennett meldete. "Stellen Sie bitte durch", erwiderte Branford sofort. Captain Riker erschien auf seinem Monitor. Er sah besorgt aus. "Chris, wir haben alle Kolonisten evakuiert. Ich soll dir die Anweisungen des Admirals übermitteln: Die Monarch und die Hek'ta bleiben in diesem Sektor, während der Rest der Flotte Kurs auf das Wurmloch nimmt. Ihr habt Befehl,unter allen Umständen zu verhindern, daß die Jem'Hadar die Flüchtlingsschiffe gefährden", begann Riker ohne großartige Begrüßung. Branford nickte bedächtig:"Was ist mit der Swiftsure und der Agincourt?" "Sie sollen in der Nähe des Gamma-Palomino-Systems bleiben, bis die Leute dort evakuiert werden können. Die Jem'Hadar werden sich auf das Tolstoi-System konzentrieren." "Verstanden. Viel Glück, Will", erwiderte Branford. Riker zeigte ein kurzes Lächeln:"Wir sehen uns zu einem Bier auf DS9, kleiner Bruder. Bis dann." Der Bildschirm erlosch. Branford kam sich unendlich einsam vor. Sie waren die letzte Nachhut und mußten ihr Bestes tun. Sonst würden die Jem'Hadar die Flüchtlingsflotte erreichen. "Branford an Bennett. Setzen Sie Kurs auf die Koordinaten 221 zu 43 zu 165. Geschwindigkeit Warp 5. Teilen Sie der Hek'ta mit, daß sie uns in Formation folgen soll. Gelber Alarm für alle Stationen", ordnete Branford über Interkom an. "Aye, Captain", erwiderte die Einsatzleiterin. Wenige Augenblicke später ging die Monarch auf Überlichtgeschwindigkeit.
"Captain, wir nähern uns den bezeichneten Koordinaten", meldete Waringthon. Branford nickte ihr zu:"Auf Impulskraft, Lieutenant. Was zeigen die Scanner?" Lieutenant Bishop, der an der taktischen Konsole stand, machte eine vielsagende Miene:"Widersprüchliche Anzeigen, Sir." "Könnten Sie das genauer definieren, Mister Bishop?" fragte Branford gereizt. Bishop zog die Schultern hoch:"Captain, die Scanner erfassen zwar einige nicht identifizierte Raumschiffe, aber sie halten nicht Kurs auf das Tolstoi-System." Der Captain stand aus seinem Sessel auf und ging zur taktischen Station. Als er die Anzeigen betrachtete, teilte er plötzlich die Unsicherheit des Lieutenants. "Sie haben recht. Wie es aussieht, bewegen sie sich von uns weg. Können sie eine Richtung erkennen?" bemerkte Branford und blickte Bishop an. "Sie bewegen sich in Richtung des Molado-Quadranten", erwiderte er. Der 1.Offizier mischte sich ein:"Der liegt im Raum des Dominion." "Ganz richtig, Commander. Aber wieso ziehen sie sich zurück? Sie könnten uns einfach angreifen, wir wären unterlegen", meinte Branford nachdenklich. Keiner seiner Offiziere hatte dem etwas hinzuzufügen. Der Captain nickte Riker zu. "Nummer 1, Sie haben die Brücke. Ich bin im Bereitschaftsraum."
"Ja bitte?" Branford richtete seinen Blick zur Tür, als der Türsummer ertönte. Sie öffnete sich und Fähnrich Percano betrat den Raum. Der junge Mann, den Branford erst seit kurzem kannte, stammte von der Erde und war südländischer Abstammung, was auch sein Temperament erklärte. "Was haben Sie, Fähnrich?" fragte Branford. Percano stand vor Branfords Tisch hin und wollte anscheinend nicht so recht antworten. "Mister Percano, ist etwas?" wollte der Captain erneut wissen. Dann bemerkte er, daß er den jungen Offizier ganz anscheinend einschüchterte. "Setzen Sie sich doch", forderte er ihn auf. Das löste die erste Anspannung. Percano nahm Platz. "Sir, ich habe einen Vorschlag. Wegen des Kurses der Jem'Hadar", sagte er. Branford sah ihn gespannt an:"Ich höre, Fähnrich." "Ich glaube, diese Anzeigen waren eine Täuschung." "Wie kommen sie zu dieser Ansicht?" wollte Branford wissen. "Captain, die Scanner der Monarch erfassten Subraumsignale der Jem'Hadar-Flotte. Diese könnten gefälscht sein", Percano schwieg kurz. "Nein, sie sind es." Er legte ihm ein Datenpad vor:"Sehen Sie, die Muster dieser Übertragungen sind unbeständig, als daß sie von einem Schiff kommen könnten. Vielmehr denke ich,daß sie von einer Sonde stammen." "Aber die Scans der Monarch zeigten jedesmal die zwei Schlachtschiffe und die drei Fregatten. Wie kann das möglich sein?" warf Branford ein. "Sie imitieren die Sensoremuster der bezeichneten Schiffe, Sir. So etwas ist möglich. Auf der Akademie habe ich mit derartigen Manövern experimentiert. Sie funktionieren. Die Schiffe der Jem'Hadar sind über zehn Lichtjahre entfernt. Bei der Konstellation, die diese Region des Raumes aufweist, können unsere Scanner nur mit einer niedrigen Auflösung arbeiten. Dadurch ist es schwer, eine genaue Ortung zu bekommen", erklärte Percano ausführlich. "Was schlagen Sie vor?" "Setzen wir Kurs auf Gamma-Palomino. Ich glaube, dort wollen sie hin. Auf Tolstoi gibt es nichts mehr zu holen, Sir", gab Percano zur Antwort. Der Captain überlegte kurz. Dann tippte er seinen Kommunikator an:"Branford an Lieutenant Waringthon. Setzen Sie Kurs auf das Gamma-Palomino-System. Maximum-Warp." "Aye, Sir", bestätigte Waringthon sofort. Branford lächelte:"Danke, Fähnrich. Gute Arbeit." "Ich hoffe, ich behalte recht, Sir", meinte Percano und verließ den Raum.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51119,7, Captain Branford. Zwei Tage sind vergangen, in denen wir auf Patrouille waren. Nichts von Bedeutung hat sich erreignet, aber wir sind wachsam."
Andrea Bennett führte das Kommando auf der Brücke. Die Monarch befand sich im Jacobin-System, welches zwei Lichtjahre entfernt von Gamma-Palomino lag. "Commander, ich empfange einen Notruf auf allen Hyperraumkanälen!" meldete Jacobs, der an der OPS arbeitete. Bennett beugte sich vor:"Auf den Bildschirm." "Nur Audio, Commander", schüttelte der Einsatzleiter den Kopf. "Geben sie es herein, Lieutenant", befahl Bennett und hörte gespannt hin. "Hier ist die U.S.S. Agincourt. Wir erbitten dringend Unterstützung. Wir sind in einen Kampf mit einem größeren Kampfverband der Jem'Hadar verwickelt!Ich wiederhole,wir benötigen...." Das Signal brach aprupt ab. "Können Sie es wiederherstellen, Mister Jacobs?" fragte Bennett. "Nein, Commander. Es ist weg. Ich habe allerdings die Koordinaten." "Gut. Captain Branford, bitte auf die Brücke", erwiderte Bennett. Branford kam umgehend aus seinem Bereitschaftsraum. "Sir, wir haben einen Notruf von der Agincourt empfangen. Laut den Koordinaten sind sie ein halbes Lichtjahr von Gamma-Palomino entfernt, im Naroaga-System. Sie befinden sich im Kampf mit einem größeren Verband der Jem'Hadar", berichtete Bennett ihm sofort. "Gut. Steuermann, Kurs auf die bezeichneten Koordinaten setzen, Maximum-Warp. Geben Sie mir die Flugzeit an", ordnete Branford an. "11 Stunden, 23 Minuten, Sir", erwiderte der Steueroffizier. Branford nickte ihm zu:"Beschleunigen Sie."
Thomas Riker betrat den Bereitschaftsraum seines Kommandanten. Branford saß zurückgelehnt und mit einer Tasse in der Hand in seinem Sessel. Sein Blick war aus dem Fenster gerichtet, an dem die Sterne vorbeizogen. "Du wolltest mich sprechen, Chris?" fragte Riker vorsichtig. Branford drehte sich um und stellte die Tasse ab:"Ja. Ich habe eine Entscheidung getroffen, Thomas. Setz dich, bitte." "Wir werden erst nach Gamma-Palomino fliegen, Thomas." Riker hob seine Augenbrauen:"Warum denn das? Die Agincourt und die Swiftsure sind schon lange genug auf sich gestellt, warum lassen wir sie nochmals mindestens zwei Stunden warten?" "Gamma-Palomino kann nicht auf die Truppentransporter warten, die die Evakuierung vornehmen sollen. Wir werden das erledigen. Sobald wir im System sind, trennen wir die Untertassensektion ab und fliegen mit der Gefechtssektion zum Kampfschauplatz. Die Untertassensektion wird die Evakuierung vornehmen und uns dann wieder treffen", erklärte Branford. "Ja, du hast recht. Soll ich alles vorbereiten?" meinte Riker nickend. Er war schon aufgestanden, da fragte er:"Wer soll die Untertassensektion kommandieren?" "Commander Bennett wird diese Aufgabe zuteil", erwiderte Branford. Riker warf ein:"Unter normalen Umständen wäre doch Lieutenant Jacobs für diese Aufgabe ausgewählt worden, oder?" "Ich will aber, daß er an der OPS sitzt, wenn wir den Kampf aufnehmen. Das wäre alles, Thomas", beendete Branford das Gespräch.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51120,1, Captain Branford. Wir sind im Gamma-Palomino-System angelangt. Die Crew bereitet das Abtrennen der Untertassensektion vor, die dann die Evakuierung vornehmen wird. Die Kampfsektion wird den Schiffen Agincourt und Swiftsure zur Hilfe eilen, die in einem Kampf mit den Jem'Hadar stehen."
Branford stand aus dem Kommandosessel auf. "Es geht los. Commander Riker, beginnen Sie", sagte er. Riker nickte:"Aye, Sir. Waringthon, Crusher, Jacobs, auf die Kampfbrücke. Commander Bennett, Sie übernehmen das Kommando." "Aber Sir, ist es nicht üblich, einem rangniederen Offizier das Kommando zu übertragen?" fragte die Einsatzleiterin. Riker erwiderte scharf:"Sie haben Ihre Befehle. Nehmen Sie die Evakuierung vor." Sie nickte nur. Branford führte seine Crew zum Notfallturbolift, der sie direkt zur Kampfbrücke brachte.
Die Gefechtsbrücke war erheblich kleiner als die Hauptbrücke. Die Wissenschaftstationen fehlten, dafür war eine zusätzliche taktische Station vorhanden. Der Raum war von der Beleuchtung her dunkler als ihr Pendant auf Deck 1. Branford ließ sich in den Kommandosessel sinken. Der Rest der Crew nahm ihre Plätze ein. Die Turbolifttür öffnete sich und Jake Cassels betrat die Brücke. Er nahm an einer seitlichen Arbeitsstation Platz. "Jake, beginnen sie", ordnete Branford an, als er den Chefingenieur sah. Cassels nickte und betätigte die Kontrollen. "Hauptbrücke Achtung, Abtrennungssequenz läuft." Ein Rucken zeigte, daß sich die Untertassensektion löste. Cassels betrachtete die Kontrollen. "Andockklammern frei, Untertassensektion erhöht Geschwindigkeit. Jetzt,Captain." Branford blickte nach vorne:"Gut. Runtergehen auf ein Viertel Impuls, Kurs auf 255.095. Wie sieht der Status der Untertassensektion aus, Commander Bennett?" Die Einsatzleiterin bestätigte:"Alles in Ordnung, Sir. Wir nehmen Kurs auf Gamma-Palomino. Viel Erfolg." "Danke. Branford Ende", erwiderte er. "Lieutenant, Abfangkurs auf den Jem'Hadar-Verband, Maximum-Warp. Beschleunigen."
Charles Bishop beobachtete Andrea Bennett. Schon des öfteren während der Mission war ihm aufgefallen, daß sie Subraumnachrichten versendete. Als stellvertretender Sicherheitschef war es mit seine Aufgabe,die Übertragungen, die von der Monarch ausgingen, zu überwachen. "Lieutenant Bishop, sie haben die Brücke." sagte Bennett auf einmal und verließ die Brücke Richtung Bereitschaftsraum. Bishop nickte irritiert:"Aye, Commander." "Lieutenant, ist das nicht merkwürdig?" McLure war zu ihm herangetreten und stellte diese Frage. Bishop blickte ihn an:"Ja, sie haben recht. Aber lassen Sie es gut sein. Ich werde mich darum kümmern, Fähnrich."
Andrea Bennett hatte soeben ihre Übertragung beendet, da ertönte der Türsummer. "Herein", bat sie. Lieutenant Bishop betrat den Raum. Er hatte einen merkwürdigen Gesichtsausdruck, wie sie empfand. "Commander, ich muß mit Ihnen reden", sagte er bestimmt. Bennett nickte:"Gut, Lieutenant. Was haben Sie?" "Ihre ständigen Subraumübertragungen haben mich stutzig gemacht, Commander. In meiner Eigenschaft als 2.Sicherheitschef habe ich mir erlaubt, Sie zu prüfen. Ihr Ziel wird jedesmal von Ihnen verschleiert. Wieso?" Bennett blickte Bishop ernst an:"Was erlauben Sie sich eigentlich, Lieutenant? Sie spionieren mir hinterher und prüfen private Transmissionen?" "So ist es. Wir sind hier in einer Kampfsituation, deswegen muß ich das tun. Die Sicherheit des Schiffes könnte davon abhängen", erwiderte Bishop. "Also,warum?" "Ich werde ihnen keine Antwort geben, Mister Bishop. Machen Sie, was sie wollen. Aber bei diesem Einsatz unterstehen Sie meinem Kommando und werden sich unterordnen! Verstanden?" gab Bennett energisch zur Antwort. Bishop nickte ergeben:"Natürlich, Commander. Aber ich werde einen Bericht im Sicherheitscomputerlogbuch verfassen und Captain Branford berichten, wenn er wieder zurück ist. Guten Tag, Commander."
"Computerlogbuch der Monarch, Nachtrag. Wir haben den Schauplatz des Kampfes erreicht und werden nun gemeinsam mit dem Bird-of-Prey Hek'ta versuchen, der Agincourt und Swiftsure zu helfen."
"Unter Warp gehen! Schilde aufbauen, Waffensysteme aktivieren! Geben Sie roten Alarm!" Branford saß angespannt im Kommandosessel, als die Monarch den Kampfschauplatz erreichte. "Sensoren zeigen zwei Schlachtschiffe und drei Fregatten, Sir. Die Swiftsure ist schwer beschädigt, ihre Schilde sind beinahe kollabiert", meldete Crusher. Branford sah die Lage an. Die Agincourt hielt sich gut. Sie zog das Feuer der Schlachtschiffe auf sich und hielt sie damit von der Swiftsure fern. "Quantentorpedos aktiveren. Wir nehmen uns die Fregatten zuerst vor. Volle Streuung, Mister Crusher", befahl er entschlossen. Crusher justierte die Waffen:"Bereit, Captain." "Feuer!" Die abgefeuerten Salven beschädigten die drei Fregatten. Crusher scannte und meldete:"Leichte Beschädigungen an den Fregatten, Sir." "Abdrehen nach Steuerbord, neuer Kurs 176.035. Erhöhen auf vollen Impuls. Phaser auf Dauerfeuer schalten, Ziele zwischen den drei Fregatten wechseln." Die Monarch drehte ab und feuerte dabei wiederholt ihre Phaser ab. Dieses Manöver war effektiv, eine der Fregatten wurde zerstört. "Sir, die Schlachtschiffe setzen der Agincourt schwer zu!" Branford nickte:"Teilen Sie der Hek'ta mit, daß sie die Agincourt unterstützen soll. Wir helfen der Swiftsure." Die zwei verbleibenden Fregatten nahmen kombiniert die Monarch unter Feuer. Auf der Brücke explodierte eine Konsole. "Schilde auf 60%, wir haben ein Plasmaleck im Maschinenraum!" meldete Jacobs. Cassels meldete sich:"Captain, wir verlieren unsere Impulsgeschwindigkeit." "Was können Sie dagegen tun?" fragte Branford sofort. Cassels hörte sich nicht positiv an:"Nicht viel, Captain. Aber ich kann ihnen halbe Kraft geben, für etwa zwanzig Minuten." "Gut. Neuer Kurs 300.015, Phaserfeuer vorsetzen!" befahl Branford. Crusher warnte Branford:"Sir, die Agincourt und die Hek'ta halten dem Druck nicht mehr lange stand, Sir!" "Kurs ändern auf 179.055. Nehmen Sie das vorderste Schlachtschiff ins Ziel!" Der taktische Offizier bestätigte:"Ziel erfasst,Sir." "Feuersequenz Sierra, und Feuer!" ordnete Branford an. Die Torpedosalve traf das Schlachtschiff an seiner Backbordseite. "Seine Schilde sind kaum runter, Sir! Wir richten nicht genug Schaden an." Branford stimmte der Meinung seines taktischen Offiziers zu. "Sie haben recht. Stellen Sie die Torpedos auf Level 7 ein. Feuer!" Die erhöhte Antimaterie/Materieladung beschädigte das Schlachtschiff schwerer. "Ihre Schilde gehen runter und wir haben eine Phaserbank vernichtet." Branford sah seinen Monitor an und entschied sich für eine Weiterführung des Manövers. "Feuer fortsetzen, Mister Crusher!Ausweichmanöver Delta-Sequenz." Das Schiff drehte sich in einem komplexen Manöver zur Seite weg und feuerte wiederum seine Waffen ab. "Wir haben ihn beinahe, Sir! Seine Schilde sind runter bis auf 15%", meldete Crusher aufgeregt. Zwei Treffer erschütterten die Monarch. Ein Blick, und Branford wußte, daß etwas Schlimmes passiert war. "Captain, die Energiekupplung der vorderen Phaserbanken ist ausgefallen!" Branford erwiderte:"Nach backbord abdrehen. Wir wenden ihm unser Heck zu." "Aye, Sir", bestätigte Waringthon. Sie manövrierte die Monarch so, daß der Feuerradius der Heckwaffen genau auf das Schlachtschiff gerichtet war. "Richten Sie die Phaser aus, Lieutenant. Einstellung 100%", befahl er ruhig. "Und senden Sie eine codierte Meldung an die Hek'ta. Sie soll das Schlachtschiff ebenso unter Feuer nehmen." Crusher sendete den Ruf aus und richtete die Phaser aus. Ein Nicken, und sein Kommandant wußte Bescheid. Sie waren feuerbereit. "Jetzt, Lieutenant. Feuer!" sagte er energisch. Ein geballter Feuerstoß traf das Schlachtschiff. Im gleichen Moment hatte die Hek'ta ihre Disruptoren abgefeuert. Der Gegner konnte dieser Feuerkraft nicht standhalten. Mit einer gewaltigen Explosion wurde sie zerstört. Die zwei Fregatten griffen gemeinsam die Monarch an. Durch den Ausfall der vorderen Phaser war sie am Bug wehrlos und konnte nichts entgegensetzen. "Sir, die Schilde sind runter auf 10%! Unser Impulsantrieb versagt." Branford nickte:"Manöverdüsen einsetzen, volle Kraft. Versuchen Sie, den Fregatten unser Heck zuzuwenden." Mit den Hilfstriebwerken, die an und für sich nur zur Lageänderung und nicht zum Antrieb konstruiert waren, ließ sich das große Schiff nur langsam drehen. Die Monarch erhielt weitere Treffer. Crusher schrie:"Schilde ausgefallen, Sir!" "Maschinenraum an Brücke: Wir verlieren so langsam die Eindämmung!" "Sollen wir den Kern abwerfen, Sir?" fragte Riker mit besorgter Miene. Branford schüttelte den Kopf:"Nein, Commander." Im selben Moment erschütterte ein Treffer die Monarch. Die taktische Konsole explodierte und schleuderte Crusher nach hinten gegen die Wand. Riker sprang sofort auf und sah nach ihm. Sein Gesicht war blutverschmiert und der erste Offizier vermutete, daß er innere Verletzungen hatte. "Medizinisches Team auf die Brücke! SOFORT!" befahl er. Er ging zur Hilfskonsole und legte die taktischen Funktionen dorthin. Das Notfallteam war sofort da und brachte Crusher weg. "Was haben wir noch,Nummer 1?" fragte Branford mit einem Seitenblick. Riker erwiderte:"40% Leistung auf den Heckphasern, dazu der vordere Quantentorpedolauncher. Mehr nicht." "Achtere Phaser ausrichten, auf meinen Befehl warten", ordnete er an. Jacobs meldete:"Captain, die Swiftsure hat mächtige Probleme." "Auf den Schirm schalten", befahl Branford. Der Kreuzer der Ambassador-Klasse hatte schwere Schräglage und wurde von einer Fregatte attackiert. "Torpedos auf Ziel ausrichten", befahl Branford sofort. Riker schüttelte den Kopf:"Wir sind außer Reichweite, Captain." "Maschinenraum, was ist mit dem Impulsantrieb?" fragte Branford nach. Cassels erwiderte:"Nicht einsatzfähig, Captain. Wir brauchen noch mindestens eine Stunde. Tut mir leid. Ende." Hilflos mußte Branford mit ansehen, wie die Fregatte die Swiftsure unter Feuer nahm. Eine volle Salve Torpedos traf die Swiftsure an ihrer Backbordseite. Die Warpgondel brach weg. Anschließend explodierte das Schiff. "Rettungskapseln?" fragte Branford wie versteinert. Jacobs scannte und erwiderte:"Nein, Captain. Tut mir leid." "Wir ziehen uns Richtung des Gamma-Palomino-Systems zurück. Volle Kraft", entschied Branford. "Wir sind zu langsam, Sir. So können wir nicht entkommen", meinte Riker. Die Monarch erhielt weitere Treffer. Mehrere Alarmsignale ertönten auf der Brücke. "Hüllenbruch auf Deck 32 und 33, Captain. Wir haben den Kontakt zum Maschinenraum verloren!" meldete Riker. Branford blickte Riker an:"Gehen Sie in den Maschinenraum, Commander. Sagen Sie Commander Cassels, daß er den Kern abwerfen soll, wenn es zu kritisch wird. Ich übernehme die taktische Station. Los!" Riker nickte und verließ die Brücke. "Wir werden den Jem'Hadar einen guten Kampf liefern!" meinte Branford entschlossen und feuerte die Phaser ab. Trotz ihres Feuerstoßes kamen die Fregatten näher. Nur knapp entgingen sie den Schüssen. "Captain, ich orte eine enorme Tachyonenwelle auf 233.065!" meldete Jacobs. Branford war wie aufgeschreckt:"Ursache?" "Ein Schiff enttarnt sich, Captain." erwiderte Jacobs hektisch. Der Kommandant stand auf:"Auf den Schirm schalten!" Eine optische Verzerrung war zu sehen, dann erschien ein Schiff. Branford erkannte, daß es ein Kreuzer der Excelsior-Klasse war, einer älteren Raumschiffklasse. "Identifizieren, Lieutenant." befahl Branford kühl. Sein Einsatzoffizier schüttelte den Kopf:"Nicht möglich, Captain. Das Schiff besitzt keinerlei Hoheitsabzeichen oder Subraumkennzeichen." Der Kreuzer nahm die Fregatten unter Feuer. Verblüfft bemerkte Branford, daß das Schiff über Quantentorpedos verfügte. "Wie ist die Bewaffnung des Schiffes, Lieutenant?" fragte Branford. Jacobs scannte und erwiderte:"Nicht genau zu bestimmen, Sir. Das Schiff setzt einen Subraumstörschirm ein, um Sensorenabtastungen zu verhindern." Mittlerweile hatte der Kreuzer die Fregatten abgedrängt. Sie schafften es nicht, die Monarch weiter zu beschießen. "Captain, die Fregatten haben schwerste Systemschäden. Die halten nicht mehr lange durch! Dieser Kreuzer muß ein unglaubliches Waffenpotential haben, vermutlich ist er stärker als wir bewaffnet", stellte Jacobs fest. Ein Interkomruf ertönte:"Maschinenraum an Brücke." "Branford hier", bestätigte der Kommandant. Jake Cassels war zu hören. Sein Stimme ließ gute Nachrichten erwarten:"Captain, wir haben wieder volle Impulskraft." "Gute Arbeit. Was ist mit dem Warpantrieb, Jake?" fragte Branford sofort. Cassels antwortete:"Ich kann keine Wunder vollbringen, Captain. Aber in einer halben Stunde haben wir wieder Warp 5." "Danke, Jake. Ich schulde Ihnen was." "Ich komme darauf zurück, Captain. Cassels Ende", gab er zur Antwort. Branford legte Jacobs seine Hand auf die Schulter:"Stellen Sie eine Verbindung zu der Excelsior-Klasse her, Samuel." "Kanal offen." nickte er. "Hier ist Captain Branford von der U.S.S. Monarch. Wir bitten Sie, sich zu identifizieren." Jacobs erhielt eine Transmission:"Sie antworten. Nur Text: Treffpunkt Gamma-Palomino, Evakuierung hat absoluten Vorrang. Ende." "Nicht viel. Lieutenant Waringthon, Kurs beibehalten. Voller Impuls. Sobald Mister Cassels den Warpantrieb repariert hat, gehen sie auf maximale Geschwindigkeit", entschied Branford frustriert, aber irgendwie glücklich.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51121,01, Captain Branford. Nach einem heftigen Gefecht, bei dem die U.S.S. Swiftsure samt ihrer Crew verloren ging, haben wir die Jem'Hadar vernichtet. Keines ihrer Schiffe hat überlebt. Dies war nur dank der Hilfe eines fremden Kreuzers zu schaffen, der keinerlei Hoheitsabzeichen aufwies. Das Schiff sieht aus wie eine Excelsior-Klasse, hat aber eine um Längen bessere Feuerkraft."
"Sir, Untertassensektion auf gleichem Kurs, Entfernung 2000 Meter. Geschwindigkeit 0,25", meldete Jenny Waringthon. Branford nickte:"Manövrieren Sie uns an die Untertassensektion heran. Ein drittel Impuls. Und los." Die junge Frau hatte noch nie vorher eine Gefechtssektion angekoppelt, das wußte Branford. Aber er wollte Waringthon, welche er besonderst hart bewertete, testen. "Entfernung 150 Meter, Sir", berichtete sie. "Geschwindigkeit angleichen. Die Massenträgheit müßte den Rest besorgen. Alle Stationen klar zum Andocken." Cassels nickte:"Andocklammern in Bereitschaft, Captain. Untertassensektion meldet, daß alles in Ordnung ist." Langsam glitt die Gefechtsektion von achtern an die Untertassensektion heran. Branford beobachtete die Anzeigen und war beruhigt. Alles schien normal zu funktionieren. Ein kurzer Ruck, dann rasteten die Andockklammern ein. Die beiden Schiffsteile waren wieder zu einem Schiff verbunden. "Dockmanöver abgeschlossen, Captain", berichtete Cassels. Branford erhob sich:"Gehen wir auf die Hauptbrücke."
Andrea Bennett erhob sich aus dem Kommandosessel, als Branford mit der Crew der Kampfbrücke hereinkam. "Bericht, Commander", sagte er, während er sich setzte. Bennett nickte:"Evakuierung abgeschlossen, Sir. Wir hatten keinerlei Kampfhandlungen. Alle Systeme normal." "Captain, wir werden von dem anderen Schiff gerufen, das uns geholfen hat." "Auf den Schirm", ordnete Branford sofort an. Der Hauptbildschirm schaltete um und zeigte einen Mann mit den Rangabzeichen des Captains. Er war wohl Anfang dreißig und trug einen Kinnbart. Sein Gesicht verriet nichts, es schien wie eine Maske zu sein. Irgendwie war er dem Captain unheimlich. "Captain Branford, freut mich, Sie kennenzulernen", begrüßte ihn der Fremde. Branford stand auf:"Ganz meinerseits, Captain. Darf ich fragen, wer Sie sind?" "Dürfen Sie. Aber das würde ich gerne an Bord besprechen. Wenn Sie gestatten", wehrte der Fremde ab. "In Ordnung. Wir werden Sie herüberbeamen. Monarch Ende", meinte Branford. "Brücke an Transporterraum 3: Beamen Sie unseren Gast von dem Kreuzer herüber. Mister Bishop, Sie empfangen ihn."
Branford saß gemeinsam mit Riker in seinem Bereitschaftsraum, als Bishop mit dem Fremden den Raum betrat. "Willkommen an Bord der Monarch. Bitte, setzen Sie sich", begrüßte ihn Branford. Der Fremde nickte:"Danke, Captain. Commander." Er blickte Bishop an:"Verzeihen Sie, aber ist es nötig, daß der Lieutenant hier bleibt?" "Ja, das ist es. Lieutenant Bishop ist mein 2. Sicherheitschef. Es obliegt seinem Aufgabenbereich", nickte Branford sofort. "Gut, in Ordnung. Sie wollen wissen, wer ich bin. Sie sollen es wissen", sagte der Fremde. "Mein Name ist Captain Marc Peters, der Kommandant der Force Omega. Mein Schiff ist die Repulse." "Force Omega? Davon habe ich noch nie gehört", meinte Riker verduzt. Bishop warf ein:"Aber ich, Commander. Ist das nicht die Spezialeinheit der Sternenflotte, welche direkt dem Oberkommando unterstellt ist?" "Ja,richtig. Sie sind gut informiert, Lieutenant. Die Force besteht seit etwa fünfzehn Jahren. Die Mitglieder dieses Teams genießen völlige Handlungsfreiheit und werden mit den gefährlichsten Missionen betraut", nickte Peters zustimmend. Branford fragte:"Und welche Mission hatten sie hier, Captain?" "Wir sollten die teilnehmenden Schiffe und Crews überwachen. Für diesen Zweck haben wir an Bord jedes beteiligten Schiffes einen Undercover-Agenten eingeschleust. Wir mußten sichergehen, daß alles glatt läuft." Riker sah Peters erbost an:"Glaubt das Oberkommando etwa, wir würden mit den Formwandlern zusammenarbeiten? Ungeheuerlich!" "Wie gesagt, wir mußten sichergehen. Die Repulse verfolgte die einzelnen Kampfverbände mit demselben Ziel", sagte Peters, seinen Blick etwas gesenkt. Riker war kurz davor aufzuspringen:"Sie haben den Schiffen nur nachspioniert, aber haben nicht die Vernichtung der Monterey, der Swiftsure oder des cardassianischen Kampfverbandes verhindert! Sie sind ein elender Feigling!" "Hüten Sie ihre Zunge, Commander! Die Force Omega hat schon mehr als einen tödlichen Einsatz gehabt! Wir müssen uns nicht vorwerfen lassen, daß...." gab Peters verärgert zur Antwort. "Sein Sie ruhig, Sie beide!" sagte Branford scharf. "Mister Peters, Ihr Eingreifen bei unserem letzten Kampf verdient unseren Dank, aber ich gebe Commander Riker recht. Ihre Passivität bei der Vernichtung mehrerer Sternenflotten- und allierten Raumschiffe ist verabscheuenswert! Sie haben sich Ihrer Pflicht als Sternenflottenoffizier entledigt!" "Captain, ich verstehe Ihre Wut. Deswegen habe ich auch jetzt eingegriffen. Der Admiral gab uns den ausdrücklichen Befehl..." "Admiral Morley?" wollte Riker wissen. Peters nickte:"Ja, Commander. Er war verantwortlich." "Ihr Eid als Offizier ist nicht außer Kraft gesetzt worden, Captain!" fügte Branford seiner Rede hinzu. "Doch. Wir haben einen anderen Eid als Sie, Captain Branford. Die Force Omega führt Einsätze durch, bei denen sie die volle Handlungsfreiheit braucht." Branford nickte:"Es ist nicht zu ändern. Aber wer ist der Agent auf unserem Schiff?" "Ich glaube, es ist Commander Bennett, Sir", meinte Bishop überraschend. Peters nickte:"Sie haben recht, Mister Bishop. Sie ist es." "Gehen wir auf die Brücke. Bitte, Captain Peters", sagte Branford bestimmt.
Branford musterte Andrea Bennett, die nichts zu ahnen schien. Sie saß an ihrer Station und führte ihren Dienst aus. "Commander Bennett, stehen Sie auf", forderte er sie auf. Alle Anwesenden auf der Brücke sahen Branford an. Das war überraschend. "Bitte, Sir?" fragte sie verduzt. Branford wiederholte es, diesmal einen Ton schärfer:"Sie sollen aufstehen." Sie folgte der Aufforderung. Der Captain blickte sie an, durchdringend. "Ich habe herausgefunden, daß Sie einen anderen Eid als der Rest der Crew abgelegt haben. Sie sind ein Spitzel, Commander. Ich will, daß Sie umgehend die Brücke verlassen", sagte er mit einem Tonfall,der bedrohlich klang. Bennett nickte:"Ja, Sir. Sie haben recht. Aber ich habe weder der Crew noch Ihnen geschadet. Darauf gebe ich mein Wort." "Aber Sie sind in meinen Augen kein Offizier der Sternenflotte, Commander. Denn ein solcher ist der Wahrheit verpflichtet! Sie werden dieses Schiff gemeinsam mit Captain Peters verlassen." Bennett wollte widersprechen:"Aber Captain, lassen Sie mich..." "SOFORT!" schrie Branford. "Lieutenant Bishop, bringen Sie die beiden in den Transporterraum. Ich will sie nicht mehr hier sehen. Mister Jacobs, übernehmen sie die OPS." Bishop nickte:"Würden Sie mir folgen?" "Auf Wiedersehen, Captain. Es tut mir leid", sagte Bennett zum Abschied. Branford würdigte sie keines Blickes mehr, sondern setzte sich in den Kommandosessel.
"Computerlogbuch der Monarch, Nachtrag. Lieutenant Commander Bennett wurde von mir mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Durch ihre Zugehörigkeit zur Force Omega, die mit ihrer Passivität dazu beigetragen hat, daß einige Schiffe verloren gingen, hat sie in meinen Augen ihren Status als Sternenflottenoffizier verloren. Ein gesonderter Bericht wird an die Sternenflotte gehen."
Die Monarch lag angedockt an der Station Deep-Space-Nine. Branford saß gemeinsam mit Captain Riker in seinem Quartier. "Ich kann das einfach nicht glauben! Diese Spezialeinheit tut nichts und läßt zu, daß zwei Sternenflottenschiffe und der komplette cardassianische Kampfverband vernichtet werden!" William Riker war wutentbrannt. Branford hatte ihm von der Sache berichtet. "Ich weiß, Will. Wir sollten zusammen den Admiral aufsuchen." Riker nickte:"Du hast recht. Ich werde mit den anderen reden. Wir treffen uns in einer Stunde im Büro von Sisko." "Bis dann, Will", verabschiedete sich Branford.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51125,3, Captain Branford. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, Admiral Morley wegen der Befehle an die Force Omega zur Rede zu stellen. Die Kommandanten Riker, Perry, von Falkenhorst, Torg und ich werden ihn aufsuchen. Die Behebung der Schäden an der Monarch ist beinahe abgeschlossen und wir sind wieder voll einsatztauglich."
Die Kommandanten standen vor dem Büro von Admiral Morley. Sie hatten entschieden, daß Branford das Wort führen sollte. Gemeinsam betraten sie es. Morley saß in einem Sessel hinter dem Schreibtisch. "Guten Tag, meine Herren. Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet. Was führt Sie zu mir?" fragte er ohne Umschweife. Branford trat vor:"Sir, ich muß Sie zu der Force Omega befragen." "Der Force Omega?" fragte Morley zurück. "Ja, Sir. Diese Spezialeinheit war mit der U.S.S. Repulse im Gefechtsgebiet unterwegs. In Ihrem Auftrag. Ihre Anweisung lautete außerdem, daß ein Undercover-Agent der Force Omega an Bord eines jeden beteiligten Schiffes ist. Bei mir war es Commander Bennett. Sie wurde von mir suspendiert." Morley erwiderte kühl:"Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden,Captain." "Doch, Sir. Die Force Omega hat nicht eingegriffen, obwohl zwei Schiffe vernichtet wurden. Und der cardassianische Kampfverband. Hätte die Repulse eingegriffen, wäre das zu verhindern gewesen", meinte Branford. "Sie werfen mir vor, ich hätte diese Befehle gegeben? Lächerlich!" lachte Morley. Branford blickte ihn an:"Ja, Sir, das werfe ich Ihnen vor. Und wir haben Beweise." "Sie haben gar nichts, Captain", erwiderte Morley. Er drückte die Interkomtaste:"Sicherheitsmannschaft zu meinem Büro." Beinahe sofort standen vier Sicherheitsoffiziere im Raum. Sie hatten ihre Phaser erhoben. "Entfernen Sie die Captains aus meinem Büro", sagte Morley schlicht. Branford und den anderen blieb nichts weiteres übrig, als sich zurückzuziehen.
"Computer, Verbindung aufbauen. Geheimfrequenz", befahl Branford. Der Computer erwiderte:"Zugangscode erbeten." "Branford, Kappa-Alpha 2363", gab der Captain zur Antwort. "Frequenz offen. Nennen Sie Ihren Gesprächspartner." "Fleet-Admiral Lucas Franklin, Sternenbasis 223", sagte Branford. Nach einem kurzen Augenblick erschien der Admiral auf dem Bildschirm. "Christopher, es ist schön, Sie zu sehen. Gute Arbeit", begrüßte ihn der Admiral. Branford nickte:"Danke, Sir. Allerdings muß ich Ihnen etwas unangenehmes berichten. Wenn Sie einen Augenblick Zeit hätten." "Natürlich. Beginnen Sie", erwiderte Franklin. Branford begann seine Ausführungen:"Es handelt sich um Admiral Morley. Er..." Nachdem er Franklin alles berichtet hatte, schüttelte dieser entsetzt den Kopf. "Kaum zu fassen. Aber Ihre Beweise sind sehr eindeutig. Hören Sie, ich werde mich persönlich um diese Sache kümmern. Wir können in zwanzig Stunden bei Ihnen sein. Unternehmen Sie bis dahin nichts, Captain." Branford hob seine Augenbrauen:"Aye, Sir. Vielen Dank." Der Bildschirm erlosch.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 51125,3, Captain Branford. Fleet-Admiral Franklin und sein Adjudant, Commander Walden Ainsworth, sind auf der Station eingetroffen, um die Untersuchung über den Zwischenfall mit den Jem'Hadar zu untersuchen. Der Admiral hat die anderen Captains und mich zu seinem Abschlussbericht eingeladen."
Branford hatte sich neben Riker in den Konferenzraum gesetzt. Franklin saß ganz vorne an einem Tisch, neben ihm sein Adjudant. Ainsworth hatte die Verhöre geleitet, er war ausgebildeter Jurist. "Ich bin gespannt, Will", flüsterte Branford, als Morley den Raum betrat. Der Admiral nahm gegenüber von Franklin Platz. Die Tür öffnete sich erneut und Captain Peters sowie Commander Bennett betraten den Raum. Die Frau bemühte sich, möglichst nicht den Blick ihres ehemaligen Kommandanten zu kreuzen. Franklin erhob sich, woraufhin die Gespräche verstummten. "Der Untersuchungsausschuss tagt zur Sternzeit 51125,9. Commander Ainsworth, Sie haben das Wort", sagte er und nickte dem Adjudanten zu. Der Angesprochene erhob sich:"Danke,Sir. Zur Sache: Nach eingehender Untersuchung hat dieser Ausschuss festgestellt, daß Admiral Morley sich einer groben Pflichtverletzung schuldig gemacht hat. Die Befehle, daß die Force Omega nicht in den Kampf eingreifen soll, sind nicht mit der Philosophie der Sternenflotte vereinbar. Es wird folgendes beschlossen: Admiral Morley, Sie werden mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten abgelöst. Weiterhin wird angeordnet, daß Sie umgehend nach Sternenbasis 223 gebracht werden, wo Sie sich vor einem Disziplinarausschuss zu verantworten haben." Morley erhob sich entrüstet:"Das können Sie nicht machen! Ich habe nur das getan, was im Interesse der Sicherheit war!" "Lieutenant, bewachen Sie den Admiral und bringen Sie ihn auf die Saratoga", ordnete Franklin mit einem Blick zu seinem Sicherheitschef an. Der nickte:"Ja, Sir. Admiral, würden Sie mich bitte begleiten?" Ohne eine weitere Diskussion führte er ihn aus dem Saal. "Da die Mitglieder der Force Omega nicht nach unseren Maßstäben zur Verantwortung zu ziehen sind, wird auf eine offizielle Anklage verzichtet. Jedoch wird eine ausdrückliche Mißbilligung ausgesprochen", fuhr Ainsworth fort. Peters und Bennett nahmen diesen Satz mit zustimmendem Nicken zur Kenntniss. "Diese Sitzung ist geschlossen", beendete Franklin die Zusammenkunft. Branford und Riker gingen nach vorne zu dem Admiral und dessen Adjudant. "Danke für Ihre gründliche Arbeit, Commander Ainsworth. Wir sind Ihnen etwas schuldig", sagte Branford und schüttelte ihm die Hand. Ainsworth nickte erfreut:"Danke, Captain." "Captain Riker,Captain Branford,ich habe eine erfreuliche Nachricht für sie.Ich habe entschieden,daß sie zwei Wochen Urlaub erhalten.Mittlerweile werden zwei Kampfgruppen unter Führung der Enterprise ausgeschickt,um die Aktivitäten der Jem'Hadar zu überwachen." lachte Franklin. "Vielen Dank,Sir." nickte Branford.Seine Freude war groß,endlich konnte er mit Jadzia einen längeren Urlaub verbringen. "Wir sehen uns,Captains.Auf Wiedersehen." verabschiedete sich Franklin und verließ den Raum. Branford sah Riker an:"Jadzia wird sich freuen.Endlich zwei Wochen Urlaub!" "Aber erst,wenn du mit mir und den anderen Kommandanten im Quark's warst!Das Bier,du erinnerst dich?" mahnte Riker mit einem Lächeln. Er klopfte seinem Freund auf die Schulter:"Gehen wir." Dann hielt er inne. "Was hast du?" fragte Riker. Branford erwiderte:"Ich muß noch was erledigen." Er tippte seinen Kommunikator an:"Branford an Monarch." "Jacobs hier, Captain", meldete sich sein Einsatzoffizier. Branford befahl:"Lieutenant, schalten Sie alle Hauptsysteme ab und teilen Sie der Crew mit, daß Sie zwei Wochen Urlaub hat. Sie sind mir verantwortlich, daß alles klar geht. Verstanden?" "Ja, Sir. Schönen Urlaub. Monarch Ende", erwiderte er. Branford deutete zur Tür:"Gehen wir, Will."
Im Quark's war ein großer Tisch für die Kommandanten und die höheren Offiziere reserviert. Perry, von Falkenhorst, Sisko, Worf, Thomas Riker und einige andere waren bereits da. "Setzen wir uns. Barkeeper, zwei Bier bitte", sagte Branford und nahm Platz. Fast sofort waren die Getränke da. Von Falkenhorst, der älteste der Tischrunde, erhob sich. "Auf alle Kameraden und Freunde, die nicht aus dem Gamma-Quadranten zurückgekehrt sind. Insbesondere die Crew der U.S.S. Monterey, die Crew der U.S.S. Swiftsure und die Crews der cardassianischen Schiffe. Wir gedenken ihrer in Ehren. Ihr Tod rettete das Leben vieler Kolonisten", sagte er ruhig. Alle stießen miteinander an. "Du fängst ohne mich an, Chris?" In Jadzias Stimme schwang ein Hauch von Ärger mit. Aber Branford wußte, daß seine Freundin nicht wirklich sauer war. Sie setzte sich zu ihm und küsste ihn. "Entschuldige. Noch ein Glas, bitte", erwiderte Branford mit einem Lächeln. Jadzia nickte:"Gut, Captain. Ich habe mir sagen lassen, du hast Urlaub. Was machst du da eigentlich?" "Wir werden sehen", gab Branford zur Antwort und trank sein Glas aus.
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