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Die Abenteuer des Captain Branford
Monarch: Kampf für die Freiheit © by Ruppert, T.J. ()
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55166,1, Captain Branford.
Fleet-Admiral Franklin war noch in einer Besprechung, als Branford auf dem Planeten ankam. Es geduldete sich noch etwas und schaute sich vor dem Hauptquartier um. Der Dschungel wirkte undurchdringlich. Komisch eigentlich, dachte sich Branford. Irgendwie gibt das ein nicht nachvollziehbares Gefühl der Sicherheit. "Christopher?" hörte er die Stimme des Admirals hinter sich. Er drehte sich rasch um: "Sir?" "Was können Sie mir berichten?" fragte er. Branford antwortete: "Die Klingonen werden uns helfen, Sir. Narek hat erst gezögert, aber er hat eingewilligt. Sie werden kommen." Die Miene des alten Mannes sah trotzdem kaum erfreut aus. "Admiral, was haben Sie?" wollte Branford wissen. Franklin fasste Branford am Arm und ging mit ihm ein Stück. "Das Dominion hat weitere vierzig Jem'Hadar-Kreuzer an die Flotte abgestellt. Somit sind wir trotz Hilfe der Klingonen in der Unterzahl", sagte er leise und bewegt. Branford schüttelte den Kopf: "Sir, wir haben das Überraschungsmoment auf unserer Seite. Sie wissen nicht, daß die Klingonen uns helfen werden." "Das mag sein. Aber es ist so, wie ich gesagt habe. Unsere Flotte ist rein zahlenmäßig unterlegen, Christopher." Franklin blieb stehen und sah in den Himmel. "Admiral, ich habe einen Vorschlag. Wenn Sie gestatten." Branford versuchte, zuversichtlich zu wirken und zu klingen. Er drehte sich um und sah ihn an. "Reden Sie!" forderte er ihn auf. "Wir müssen den Gegner schwächen und uns gleichzeitig stärken, Sir. Dazu können wir versuchen, einzelne Schiffe zu kapern und sie unserer Flotte hinzuzufügen." Der Admiral nickte langsam: "Gut. Und wo wollen Sie solch eine Aktion starten? Immerhin müssen Sie aufpassen, an keinen Konvoi zu geraten. Offen können Sie nicht operieren." "Das ist mir klar. Ich schlage den Polson-Nebel vor. Soweit ich weiß liegen dort viele Patrouillenrouten des Gegners. Durch diesen Nebel geschützt könnten wir abwarten, bis sich ein Schiff nähert. Und es dann angreifen", eröffnete Branford. "Ich bin einverstanden. Welche Unterstützung brauchen Sie?" Branford erwiderte: "Geben Sie mir die Coventry mit. Sie ist wendig und außerordentlich kampfstark. Eine gute Ergänzung zu der Monarch." Der Admiral nickte: "In Ordnung. Ich werde es Captain McNeil mitteilen. Sie übernehmen das Oberkommando." "Danke, Sir." Franklin sah ihn eindringlich an: "Seien Sie vorsichtig, Christopher. Ich will Sie nicht verlieren." "Ja, Sir." Branford lächelte knapp. "Dann viel Erfolg", sagte er und wandte sich zum Gehen." Branford tippte seinen Kommunikator an: "Branford an Monarch." "Talma hier, Captain", meldete sich sein taktischer Offizier. "Beamen Sie mich hoch, Lieutenant", ordnete er an.
Auf der Brücke herrschte rege Betriebsamkeit, als Branford durch die hintere Turbolifttür eintrat. Talma erhob sich aus dem Kommandosessel und erstattete Bericht. "Captain, die Coventry hat uns mitgeteilt, daß sie uns folgen wird." Branford nickte und erwiderte: "Berufen Sie einen Konferenz der leitenden Offiziere ein, Mister Talma. Jetzt gleich." "Aye, Sir."
Die leitenden Offiziere saßen bereits in der Aussichtslounge, als der Captain sie betrat. Er nickte seinen Untergebenen kurz zu, die sich erhoben hatten. "Nehmen Sie Platz. Ich danke für Ihr Kommen", sagte er und setzte sich in den Sessel an der Stirnseite. "Ich will es kurz machen. Wir haben einen neuen Auftrag." Er machte eine kurze Kunstpause, sah die Leute an und fuhr fort. "Wir werden gemeinsam mit der Coventry zum Polson-Nebel fliegen. Im Nebel legen wir uns auf die Lauer und warten, bis ein gegnerisches Schiff vorbeifliegt. Dieses werden wir angreifen, entern und in Besitz nehmen." Jacobs hob die Hand: "Sir, aus welchem Grunde schlagen wir jetzt, nachdem wir die Unterstützung der Klingonen sicher haben, wieder den Weg eines Partisanenkrieges ein?" Branford lächelte: "Langsam, Samuel. Ich war noch nicht fertig. Admiral Franklin hat mir mitgeteilt, daß vierzig neue Jem'Hadar-Schiffe der Flotte hinzugefügt wurden. Damit sind wir wieder zahlenmäßig unterlegen. Erstmal müssen wir diese Art der Kriegsführung versuchen. Wir haben keine Alternative." "Captain, ich gebe zu bedenken, daß wir keine Möglichkeit haben, eventuell erlittene Gefechtsschäden zu reparieren. Alles, was normalerweise von einer Werft erledigt werden müßte", warf Cassels ein. "Ich bin mir dessen bewußt, Jake. Aber wie gesagt, wir haben keine Option." Er sah sich die Gesichter an. Deutlich konnte man Besorgnis auf ihnen ablesen. Das war völlig normal, fand Branford. Keiner von ihnen war Krieger oder Soldat. Es waren Forscher, so wie er. Aber dieser Konflikt nahm darauf keine Rücksicht. Die Menschen mußten kämpfen, sonst würden sie untergehen. "Nummer 1?" wandte er sich an Celine Parker. Sie schaute kurz auf ihn, dann sagte sie: "Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Sir." "Meinungen?" wollte er wissen. Jeri Talma räusperte sich: "Captain, ich kann Commander Cassels' Einwand verstehen. Trotzdem, ich sehe keine andere Chance." "Doctor Sanders, kümmern Sie sich um alle Vorbereitungen in medizinischer Hinsicht", ordnete Branford an. "Ja, Captain", gab er knapp zur Antwort. Branford ließ erneut seinen Blick kreisen. "Hat noch jemand eine Anmerkung?" Niemand rührte sich oder sagte etwas. "Gut. Das wäre alles. Wegtreten", schloss er die Besprechung.
"Lieutenant Waringthon, setzen Sie Kurs auf den Polson-Nebel. Maximum-Warp!" Branford ließ sich in den Kommandosessel gleiten. "Aye, Sir. Kurs und Geschwindigkeit programmiert", erwiderte sie. Er deutete auf den Bildschirm: "Beschleunigen." Die Monarch verließ den Orbit und ging auf Überlichtgeschwindigkeit. Die Coventry, ein Schiff der Intrepid-Klasse, folgte ihr in kurzem Abstand. "Mister Talma, wie sieht es bei den taktischen Übungen aus?" fragte Branford. Der Saurianer erwiderte: "Die Crew reagiert auf 130% der geforderten Normen. Ein exzellenter Wert, Sir." "Waffensysteme?" "Phaserbanken sind zu 100% einsatzbereit, Captain. Photonen- sowie Quantentorpedos ebenso", meldete er. "Und. . ." wollte Branford schon fragen. Talma kam ihm zuvor: "Schilde arbeiten auf voller Leistung, Captain. Wir sind gefechtsklar." "Gut." Branford zog tief Luft ein und blickte zum Bildschirm. Er wollte die Gedanken nicht verdrängen, die ihn bewegten. Es konnte durchaus sein, daß das passierte, was der Admiral gesagt hatte. Sie konnten auf einen Konvoi mit mehreren Schiffen stoßen, der ihnen überlegen war. Und er wußte nur zu gut, welche Schiffe der Sternenflotte das Dominion hatte. Es waren durchweg die neuen Schiffe der Sovereign-, Nova-, Akira-, Steamrunner- und Sabre-Klasse. Die Monarch war bereits über zehn Jahre alt. Technisch gesehen hatte sie nicht alle die modernen Systeme, über die die Nachfolgeschiffe verfügten. Aber trotzdem, er vertraute auf sein Schiff.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55168,3, Captain Branford.
Die sogenannte "Gamma-Schicht" hatte Dienst im Maschinenraum, als Lt. Cmdr. Cassels ihn betrat. Obwohl er im Moment nicht im Dienst war, wollte er sich doch von der Funktion der Maschinen überzeugen. Der leitenden Ingenieur dieser Schicht war Lieutenant Bowers. Er war 27 Jahre alt und stammte vom Mars. Cassels hielt einiges auf ihn, da er sich schon bei vielen kritischen Situationen als geschickter Offizier erwiesen hatte. "Commander! Ich wußte nicht, daß Sie noch wach sind", entfuhr es Bowers, als er Cassels im Büro des Chefingenieurs erblickte. Der Halb-Klingone lächelte: "Mister Bowers, ich schlafe recht wenig. Schon gar nicht, wenn wir uns in einer Kampfsituation befinden." "Ja, Sir", nickte sein Gegenüber. Cassels sah auf die Anzeigen des Warpantriebes. Sie zeigten normalen Ausschlag, nichts wies auf ein Problem hin. "Gibt es etwas zu berichten?" fragte er Bowers. Der schüttelte den Kopf: "Nein, Sir. Alles normal." "Was ist mit Ihren Leuten, Lieutenant?" wollte Cassels wissen. Bowers sah verständnislos drein. "Was meinen Sie, Sir?" "Nun, sind sie vorbereitet auf einen Kampf? Auf das, was ein Gefecht an Belastungen mit sich bringt?" Bowers wußte nicht so recht, wie er antworten sollte. "Commander, viele meiner Leute haben wenig Kampferfahrung. Ehrlich gesagt, bis auf die Gefechte, die wir vor kurzem geführt haben, gar keine." Cassels erwiderte scharf: "Dann bereiten Sie sie auf Schlimmeres vor, Mister Bowers. Die Kämpfe, die wir gegen die Saratoga und die Repulse führten, waren nichts im Vergleich zu dem, was uns erwartet." "Ja, Sir", nickte Bowers geknickt. "Ich verlasse mich auf Sie, Lieutenant. Gute Nacht", verabschiedete sich Cassels und verließ mit einem unguten Gefühl den Maschinenraum.
Unruhig rutschte Jacobs im Kommandosessel der Monarch hin und her. Er hatte die Nachtwache als kommandierender Offizier übernommen. Es war ihm nicht wohl bei der Tatsache, daß sie in Kürze in einen Kampf geraten werde. "Mister Bishop, können Sie andere Schiffe scannen?" Der 2. taktische Offizier erwiderte: "Nein, Sir." "Verdammt. Da kommt was", sagte Jacobs zu sich selbst. Branford hatte angeordnet, daß die Schiffe bewegungslos verharren sollten und der Energieaustoß auf einem Minimum gehalten werden sollte. Der Teil der Crew, die keinen Dienst hatte, befand sich in ihren Quartieren und sollte eigentlich schlafen. Eigentlich, denn das konnte fast kein Crewmitglied. "Weiter scannen, Lieutenant", befahl Jacobs. Er dachte kurz an Celine. Jetzt waren sie schon einige Tage zusammen. Es fühlte sich so an, als wäre es nie anders gewesen. Nein, er konnte sich nichtmal im Entferntesten vorstellen, ohne sie zu leben. Was machte sie wohl gerade? Schlief sie? Oder dachte sie auch an ihn? Vielleicht träumte sie von ihm? "Ein Schiff nähert sich aus Richtung 224.033!" schrie Bishop. Jacobs war sofort wieder in der Realität zurück. "Feindlich?" fragte er zurück. "Moment", sagte Bishop und scannte das anfliegende Schiff. Er nickte knapp: "Ja, Sir. Es ist die U. S. S. Agosta, NCC 65537. Ein Schiff der Sovereign-Klasse. Es gehört zum Dominion." "Roter Alarm!" ordnete Jacobs an. Er aktivierte das Interkom: "Alle Führungsoffiziere auf der Brücke melden! Alle Mann auf Gefechtsstation!" Die Alarmsirenen heulten kurz auf, die Brücke wurde in die dunkle Gefechtsbeleuchtung getaucht. Es dauerte keine Minute, da war Captain Branford schon auf seinem Posten. "Bericht, Mister Jacobs." Der Einsatzoffizier erwiderte: "Wir haben ein anfliegendes Schiff erfasst, Sir. Es ist die U. S. S. Agosta, Sovereign-Klasse. Nähert sich aus Richtung 224.033." "Danke", nickte Branford und nahm im Kommandosessel Platz. Seine Führungsoffiziere waren ebenfalls eingetroffen. Talma besetzte die taktische Station, Sandra Galen nahm neben ihn Platz, ebenso wie Celine Parker. Lieutenant Waringthon löste Percano am Steuer ab, Jacobs besetzte die OPS. "Mister Jacobs, teilen Sie der Coventry unsere Beobachtungen mit und sagen Sie dazu, daß ich beabsichtige, umgehend anzugreifen." ordnete Branford an. "Mister Talma, wann ist sie nahe genug für einen Angriff?" Der Saurianer erwiderte: "In zwei Minuten, Sir." "Gut. Schilde aktivieren, Phaser und Torpedos ebenso", befahl er. "Aye, Sir. Schilde oben, Phaser aktiviert. Bug- und Achtertorpedobänke werden geladen", meldete Talma. Gespannt wartete der Captain. Er fühlte, daß das, was er beabsichtigte zu tun, richtig war. "Noch eine Minute", erinnerte Talma. "Abfangkurs setzen, Maximum-Warp. Noch nicht beschleunigen!" Jenny Waringthon führte den Befehl aus. Der Kurs und die Geschwindigkeit war programmiert, es fehlte nur noch der Ausführungsbefehl. "20 Sekunden." Branford hob die Hand. Er wartete bis zur letzten Sekunde. Dann war es soweit. "Beschleunigen!" Die Monarch ging auf Überlichtgeschwindigkeit und ging auf einen Kurs, der die Flugbahn der Agosta kreuzte. Die Coventry hielt sich hinter der Monarch, die Waffen und Schilde einsatzbereit. "Der Gegner hat uns entdeckt, Sir!" rief Talma. "Er fällt unter Warp!" Branford nickte: "Sehr klug von ihm. Auf Impuls gehen, Phaser ausrichten!" "Phaser haben Ziel erfasst!" meldete Talma. "Feuer frei!" Die Phaserbanken der Monarch eröffneten das Feuer und bestrichen die Breitseite der Agosta mit Treffern. "Gegner hat Schildstärke auf 60%, Sir", meldete Jacobs zufrieden. "Gut. Feuer fortsetzen. Coventry soll unterstützen, Lieutenant." Das Schiff der Intrepid-Klasse manöverierte um die Monarch herum und flog die Agosta von der anderen Seite her an. Ihre Tri-Kobalt-Werfer feuerten und fügten der Agosta weitere Schäden an den Schilden zu. "Feuer weiter fortsetzen. Achten Sie darauf, sie nur kampfunfähig zu machen. Ich will keinen größeren Beschädigungen riskieren!" ermahnte Branford. Wieder feuerten die Phaser der Monarch und reduzierten weiter die Schilde des Gegners. Er erwiderte mit Torpedos den Angriff. Die Monarch mußte zwei Treffer einstecken. "Schadensbericht!" "Schilde auf 80%, Sir. Sonst kein System beschädigt", meldete Jacobs. Branford beugte sich vor: "Feuer auf ihre Waffensysteme konzentrieren!" "Aye, Sir." Talma justierte die Phaser neu und feuerte weiter. Die Coventry hatte zwischenzeitlich einige Treffer erhalten und die Distanz vergrößert. "Machen wir Schluß, Lieutenant!" sagte Branford entschlossen. "Ja, Sir." Der Saurianer feuerte eine kombinierte Salve mit Phasern und den Photonentorpedos, um die Agosta kampfunfähig zu machen. Es wirkte. "Schilde des Gegners brechen zusammen, Sir!" rief Jacobs. Branford wandte sich an Talma: "Das Enterkommando steht bereit?" "Ja, Sir. Ich werde es selbst führen. Die Coventry stellt ebenfalls eine Truppe ab." Der Captain nickte: "Gut. Dann los." Der Sicherheitschef verließ die Brücke und Bishop übernahm wieder den Posten. "Transporterraum 2, hier spricht der Captain. Beamen Sie das Enterkommando zu den bezeichneten Koordinaten", befahl er über Interkom.
Zwanzig Minuten später war alles vorbei. Die Entermannschaften hatten die Kontrolle über die Agosta übernommen. "Ich habe hier Mister Talma für Sie, Captain." meldete Jacobs. Branford nickte: "Geben Sie ihn rein." "Hier Branford. Was gibt es zu berichten?" Talma antwortete: "Wir haben die Kontrolle übernommen, Sir. Die führenden Offiziere, allesamt Formwandler, sind geflüchtet. Der Rest der Crew, zum großen Teil Jem'Hadar, hat sich selbst getötet, als keine Hoffnung mehr bestand." "Gut. Bleiben Sie vorübergehend dort, bis wir einen Prisencrew senden können. Branford Ende", schloss er die Verbindung. Er warf seinem 1. Offizier einen kurzen Blick zu. "Sie gehen mit Mister Jacobs rüber und übernehmen das Kommando. Er wird ihr 1. Offizier." sagte er leise. Sie nickte: "Ja, Sir." "Viel Glück, Nummer 1." Celine Parker verließ zusammen mit Jacobs die Brücke.
"Die Agosta ruft uns, Captain", meldete Bishop. Branford nickte: "Auf den Schirm!" Die Anzeige wechselte und Lt. Cmdr. Parker erschien. "Was gibt es, Nummer 1?" wollte der Captain wissen. "Sir, wir benötigen die Unterstützung von Mister Cassels und seinem Team, um das Schiff wieder flugtauglich zu kriegen", sagte sie. "Natürlich." meinte er. "Allerdings denke ich, wir schleppen sie erst in den Polson-Nebel. Lange können wir hier nicht bleiben." "Wir sind bereit, Captain", antwortete Parker. Branford wandte sich an Fähnrich Russ, der an der OPS saß. "Fähnrich, aktivieren Sie den Traktorstrahl und richten Sie ihn auf die Agosta." Er blickte kurz zu Lieutenant Waringthon: "Bringen Sie die Monarch vor die Agosta, so daß wir sie in den Nebel ziehen können." "Aye, Sir", nickte sie. Die Monarch flog mit geringer Geschwindigkeit auf die Agosta zu und drehte ihr das Heck zu. Dann wurde der Traktorstrahl aktiviert, der das Schiff erfasste. "Traktorstrahl hat die Agosta erfasst, Sir", meldete Russ. Branford nickte Waringthon zu: "Kurs in den Nebel setzen, maximale Schleppgeschwindigkeit, Miss Waringthon." Die Monarch beschleunigte langsam auf halbe Impulskraft und trat wieder in den bläulich schimmernden Nebel ein. Branford wartete ab, bis sie einige Distanz in das Innere zurückgelegt hatten, dann befahl er, das Schiff zu stoppen. "Wir haben Stillstand erreicht, Sir", meldete Waringthon. "Traktorstrahl lösen", ordnete Branford an. "Branford an Cassels", rief er den Chefingenieur über Interkom. "Cassels hier, Captain." "Jake, beamen Sie mit einem Technikerteam rüber zur Agosta und machen Sie das Schiff wieder flugfähig", sagte er. "Ja, Captain. Cassels Ende."
Das achtköpfige Technikerteam um den Chefingenieur materalisierte auf der Brücke der Agosta. Cassel sah sich um. Einige der Konsolen waren erloschen, eine Folge des harten Gefechts mit der Monarch. Aber soweit er sah, waren die meisten Systeme in Ordnung. "Mister Cassels, gut, daß sie da sind", begrüßte ihn Celine Parker erfreut. Der Halb-Klingone nickte ihr knapp zu."Commander." "Haben Sie einen vorläufigen Schadensbericht?" fragte er. Sie reichte ihm ein Datenpad und fügte hinzu: "Ich betone vorläufig." "Natürlich", meinte Cassels und sah sich die Aufstellung an. Größtenteils waren die Antriebssysteme beschädigt worden, aber die stellten kein größeres Problem dar. Die Waffensysteme hatten als Folge des Verlustes des Warpantriebs keine Energie mehr, aber diesen Umstand konnte man rasch beheben. "Wir werden knapp vier Stunden brauchen, Commander Parker", fasste er zusammen und blickte sie an. "Gut. Legen Sie los", meinte sie und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Der Chefingenieur rief seinen Assistenten zu sich. "Paul, wir gehen runter in den Maschinenraum und bringen den Warpantrieb wieder in Ordnung", sagte er zu ihm. Mit Blick auf einen jungen Techniker, der ebenfalls dabei stand, meinte er: "Mike, Sie überwachen hier alles. Sobald verfügbar, leiten Sie Energie zu den Schilden und Waffensystemen." "Ja, Commander", nickte der Angesprochene. Cassels rief seine Leute zusammen: "Der Rest runter in den Maschinenraum!"
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55178, 2, Captain Branford.
"Gute Arbeit, Captain. Die vier Schiffe sind wohlbehalten bei uns und werden nun vollends instandgesetzt." Admiral Franklins Gesicht, welches auf dem Hauptbildschirm zu sehen war, zeigte seine Zufriedenheit. "Danke, Admiral. Aber wie Sie wissen, das genügt noch nicht", entgegnete Branford. Er nickte: "Ich weiß es nur zu gut. Aber es ist ein guter Anfang." "Ja, Sir." "Halten Sie mich auf dem Laufenden. Franklin Ende", schloss er die Verbindung. Der Bildschirm wechselte die Anzeige. Nun war wieder das bläuliche Innere des Nebels zu sehen, welches sie so lange vor der Entdeckung geschützt hatte. Branford ließ sich in den Kommandosessel sinken. Er war innerlich aufgekratzt, das konnte die Brückencrew spüren. "Nummer 1, bitte begleiten Sie mich kurz", bat er seinen 1. Offizier. Celine Parker nickte: "Natürlich, Captain." Branford erhob sich und warf Jacobs einen kurzen Blick zu: "Sie haben die Brücke, Mister Jacobs."
Der Captain bot Parker im Bereitschaftsraum Platz an und setzte sich dann selbst in seinen Ledersessel. Er sah sie aufmerksam an. "Celine, was denken Sie über unsere Situation?" fragte er plötzlich. Sie wußte nicht ganz, was er meinte, antwortete jedoch: "Sie ist nicht mehr ganz so hoffnungslos wie vor zwei Wochen, Captain. Dennoch, gewinnen können wir so nicht. Das ist klar." Branford wiegte langsam seinen Kopf. "Sie haben recht. Der Admiral hat vorhin seine Zufriedenheit geäußert. Ich will nicht schwarz sehen, aber die Monarch sowie die gekaperten Schiffe sind beschädigt. Der Großteil unsere Flotte eben, wenn man das so nennen kann." Ihre braunen Augen schien kurz aufzublitzen. "Captain, wäre es nicht an der Zeit, daß wir die Selasi bitten, uns zu helfen?" Branford blickte sie an. "Ich habe schon mit dem Admiral darüber gesprochen. Und ich hatte ihm gesagt, daß die Selasi sehr friedliebende Wesen sind. Sie werden sich kaum in einen Konflikt ziehen lassen, Celine", antwortete er. "Wir müssen es versuchen, Sir!" sagte sie energisch. Kurz herrschte Schweigen zwischen ihnen. Dann nahm sich Branford ein Herz. "In Ordnung. Ich werde es versuchen." "Vielleicht gibt es eine Chance, Captain", meinte sie hoffnunsvoll. Branford sah aus dem Fenster. "Vielleicht." sagte er leise.
Langsam öffnete Branford seine Augen. Er nahm wiederrum den klaren, blauen Himmel von Antipa wahr. Alinas Haus befand sich nur wenige Schritte von ihm entfernt. Langsam ging er darauf zu und betrat es. Er schaute sich um. Fast schien es so, als wäre niemand zu Hause. "Christopher?" Rasch drehte er sich um und sah Alina. Urplötzlich war sie hinter ihm aufgetaucht. Sie hob die Hände: "Ich wollte Sie nicht erschrecken." "Das haben Sie nicht", erwiderte Branford sofort. "Kommen Sie, setzen wir uns", meinte sie und deutete auf eine Sitzgruppe. Während Branford Platz nahm, sah sie ihn bereits mit ihren pechschwarzen Augen an und er glaubte zu sehen, daß sie bereits alles wußte. "Ich bin gekommen, weil ich Ihre Hilfe benötige", begann er. Sie nickte: "Ich weiß." "Dann wissen Sie auch, daß es sehr ernst ist. Die Menschen sind dem Untergang geweiht, wenn wir nicht handeln. Und ohne Unterstützung werden wir nicht gewinnen können." Alina unterbrach ihn sanft: "Christopher, es ist Ihnen klar, daß wir ein friedliebendes Volk sind. Wir setzen Gewalt nur zur Selbstverteidigung ein, niemals sonst. Es tut mir sehr leid, aber ich kann Ihnen nicht helfen." "Warum nicht, Alina?" fragte plötzlich eine andere Stimme. Branford sah auf und erkannte die dazugehörige Person. Es war Delora, Alinas Stellvertreterin. Die junge Frau hatte gerade erst das Zimmer betreten. "Delora!" begrüßte Branford sie. Sie kam zu ihm und umarmte ihn kurz. "Schön, daß Sie zurück sind, Christopher. Und ich weiß auch, warum", sagte sie. Alina sah sie an und sagte deutlich: "Delora, es ist unmöglich, daß wir Gewalt offensiv einsetzen. Selbst wenn ich wollte, ich kann es nicht." "Die Menschen sind unsere Freunde!" rief Delora. Alina nickte: "Ich weiß. Und es belastet mich schwer, daß ich nichts tun kann." "Aber Alina. . ." versuchte es Delora erneut. Branford hob die Hand: "Bitte, lassen Sie es. Ich akzeptiere Ihren Standpunkt, Alina." Er sah Delora an."Und Ihnen danke ich für Ihren Einsatz. Aber wie gesagt, ich werde Sie nicht anflehen, Alina. Auch wenn mir so zumute ist. Ich respektiere Ihre Einstellung." Er erhob sich und wandte sich zum Gehen. Alina hielt ihn zurück. "Es tut mir leid, Christopher. Bitte, glauben Sie mir." bat sie. Branford lächelte kurz: "Natürlich. Leben Sie wohl, Sie beide." Dann verließ er das Haus durch den Eingang.
Branford betrat die Brücke an diesem Morgen mit einem sehr unguten Gefühl. Er hatte versucht, den letzten Strohhalm für die Menschen zu ergreifen. Aber es war umsonst gewesen. Die Selasi würden ihnen nicht helfen, und Branford verstand es auch nur zu gut. Er schritt hinunter zum Kommandobereich. Sein 1. Offizier erwartete ihn bereits. "Guten Morgen, Captain", begrüßte sie ihn. Er nickte ihr zu: "Guten Morgen, Nummer 1." "Nichts zu berichten, Sir. Keine feindlichen Schiffe im Bereich geortet." Branford nahm im Kommnadosessel Platz."Danke. Ich löse Sie ab." "Ja, Sir." erwiderte sie und verließ die Brücke. "Alpha-Schicht beginnt", gab er dem Computer an. Er sah sich kurz die für ihn eingegangen Mitteilungen an. Üblicherweise waren hier persönliche Mitteilungen und dienstliche Meldungen über Versetzungen und Beförderungen über Nacht angesammelt worden. Aber in dieser Situation, im Krieg, war nichts dergleichen da. Er entschloss sich, die Gedanken an die Selasi erstmal aus seinem Kopf zu verdrängen. Es brachte nichts, ständig darüber nachzudenken.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55207,3, Captain Branford.
"Captain, wir müssen die Operation abbrechen. Ich kann für nichts mehr garantieren." Cassels' Stimme klang todernst. Nochmals sah sich Branford den Schadensbericht an. Er blickte auf. "Sie glauben, daß der Warpantrieb bei weiteren Schäden vollends versagen wird?" Der Chefingenieur nickte: "Ja, Captain. Er ist schon jetzt derartig schwer beschädigt, daß wir einen Werftaufenthalt brauchen. Schnellstens." "Was ist mit dem Rest der angesprochenen Punkte?" fragte Branford. Er ließ die Liste weiterlaufen. "Die Schildgeneratoren zeigen bereits Teilausfälle an, Captain. Lange werden wir nicht mehr gefechtstauglich sein." Branford ließ das Datenpad auf den Tisch fallen und lehnte sich zurück. "Sie wissen genau, daß wir keine andere Wahl haben, Jake", sagte er leise. Cassels nickte verbittert: "Ja, Captain. Aber ich weiß auch, was mein Verstand mir sagt. Wenn wir in dieser Lage das Schiff weiterhin in Gefechte führen, werden wir die Nächsten auf der Verlustliste sein." "Gut. Ich habe es zur Kenntnis genommen", meinte der Captain. Cassels fragte: "Und, Captain?" "Das wäre erstmal alles. Sie können gehen", forderte ihn Branford auf. Der Halb-Klingone erhob sich und verließ wortlos den Bereitschaftsraum. Branford drehte seinen Sessel zum Fenster hin. Was konnte er jetzt noch unternehmen? Die Selasi hatten ihn vor einem Monat schonmal abgewiesen. Aber seitdem war viel Zeit vergangen. Sie hatten zwei Schiffe verloren. Die Swordfish war im Terigot-System in einen Hinterhalt geraten und samt ihrer Crew vernichtet worden. Eine Woche später hatte es die Lefforet erwischt. Auch von ihr gab es keine Überlebenden. Und dann waren noch vierzig Tote an Bord der Monarch. Sie waren nach einem Gefecht mit zwei Kreuzern der Nebula-Klasse zu beklagen gewesen. Dabei hatten die Monarch und die Coventry schwere Schäden davongetragen und sie waren nur knapp mit dem Leben davongekommen. "Branford an Jacobs", rief er seinen Einsatzoffizier. Sofort meldete er sich: "Jacobs hier, Sir." "Stellen Sie eine Verbindung zu Admiral Franklin her, Lieutenant. Sofort."
"Computerlogbuch der Monarch, Nachtrag.
Langsam wendete Branford das Medaillon in seiner Hand. Er hatte sich entschlossen, die Selasi erneut zu kontakten. Er wollte nicht aufgeben. Er legte es sich um den Hals und schloss die Augen. "Captain Branford?" Er öffnete die Augen wieder. Sofort erkannte er die zu der Stimme gehörende Person. Es war Alina. "Alina, ich muß mit Ihnen reden. Es ist wichtig", sagte er ernst. Sie nickte: "Natürlich." "Sie haben bereits einmal abgelehent, uns zu helfen. Aber im letzten Monat hat es viele Tote gegeben. Wir haben über 800 Menschen verloren. Ich bitte Sie erneut, helfen Sie uns. Die Menschen haben sonst keine Überlebenschance." Delora, die auch in Alinas Haus anwesend war, ergriff das Wort. "Alina, du spürst, daß die Menschen ein reines Herz haben. Sie verdienen eine Chance. Aber die werden sie ohne uns nicht haben", sprach sie. Alina schaute Branford mit ihren schwarzen Augen wie durchdringend an. "Sie machen es mir schwer, Christopher. Auch wenn Sie keine Gefühle erspüren können, so merken Sie doch, daß ich Ihnen sehr freundschaftlich verbunden bin." Branford lächelte kurz: "Ich will Sie nicht beeinflussen, Alina." "Das weiß ich", nickte sie."Delora, ich möchte mit dem Captain alleine reden." Ihre Stellvertreterin erhob sich sofort: "Selbstverständlich." Alina wartete, bis sie den Raum verlassen hatte. Dann schaute sie Branford an. "Was ist Ihr Plan?" "Wenn Sie uns helfen, dann könnten wir mit Hilfe der Klingonen und unserer Flotte einen Angriff an zwei Fronten starten. Der Hauptteil mit den Klingonen und unseren Schiffen wird auf breiter Front die Erde ansteuern. Auf dem Weg liegt ein Koordinatenpunkt, der Tagra 174 genannt wird. Dort werden wir auf den Gegner treffen." Er stockte kurz, redete dann weiter: "Ich werde mit zwei weiteren Schiffen den Feind umgehen und die Erde angreifen, um die Führung des Dominion auszuschalten. Sie sollten von der Flanke her angreifen, um unseren Schiffe bei Tagra 174 Entlastung zukommen zu lassen." "Glauben Sie, der Plan hat Aussicht auf Erfolg?" fragte Alina ganz offen. Branford nickte: "Ja, ich glaube es." "Geben Sie mir einen Tag Bedenkzeit, Christopher. In Ordnung?" Der Captain nickte erneut: "In Ordnung." "Kontakten Sie mich wieder. Leben Sie wohl", verabschiedete sich Alina.
"Jacobs an Branford." Der Captain wachte schlagartig auf, als er die Stimme des Einsatzoffiziers hörte. Noch schlaftrunken richtete sich Branford auf. Er tippte seinen Kommunikator an. "Hier Branford. Was gibt es?" "Sir, Sie sollten auf die Brücke kommen. Wir haben hier einen Funkspruch von Admiral Franklin. Dringend." Branford stand auf: "Ich komme, Lieutenant."
Nur ein Blick genügte und der Captain wußte, welche Art Nachricht der Admiral für ihn hatte. "Ich habe Ihnen eine traurige Mitteilung zu machen. Die Valley Forge wurde im Arumi-System von drei Jem'Hadar-Kreuzern vernichtet. Es hat niemand überlebt", sagte er bewegt. Branford war wie gelähmt. Er kannte niemanden der Crew außer dem Captain, aber es waren über 1000 Menschen gestorben. Das schockte ihn. "Wie verfahren wir weiter, Admiral?" Branford bemühte sich, möglichst neutral zu wirken. Franklin sprach weiter: "Haben Sie Erfolg bei den Selasi gehabt, Captain?" "Sie überlegen es sich, Sir. Ich habe große Hoffnung, daß sie uns helfen werden. Zuerst einmal habe ich ihnen den Plan vorgestellt, den Captain Walters und ich entwickelt haben." Bei den letzten Worten senkte er seine Stimme. Walters war der Kommandant der Valley Forge gewesen. "Gut." Franklins Gesicht hellte sich kurz auf."Halten Sie mich auf dem Laufenden. Franklin Ende." Branford nahm im Kommandosessel Platz. Ein kurzer Blick, dann wußte Celine Parker, was der Kommandant dachte. Der Verlust der Valley Forge war nur der Anfang einer langen Kette von Toten.
"Wir erreichen das Cottesmoore-System, Sir", meldete Fähnrich Percano. Branford blickte zum Kontrollschirm auf: "Standardorbit, Mister Percano." "Was haben Sie vor, Captain?" fragte Parker sofort. Branford sah sie kurz an: "Wir warten, Nummer 1. Auf die Antwort der Selasi." "Und was denken Sie, was sie sagen werden?" wollte Jacobs wissen. Der Captain stand auf und erwiderte knapp: "Wenn ich das wüßte, Lieutenant." Mit einem Seitenblick auf Celine Parker sagte er: "Ich bin in meinem Quartier. Sie übernehmen."
"Christopher?Können Sie mich hören?" Die vertraute Stimme Alinas weckte Branford aus seinem Schlaf. Langsam schlug er die Augen auf. Diesmal war er direkt im Haus der Herrscherin gelandet. "Ja", sagte er leise. Alina sah ihm direkt in die Augen: "Sie wollen wissen, wie ich mich entschieden habe." "Natürlich", erwiderte er und richtete sich auf. "Sie werden unsere Hilfe erhalten. Wie Sie es erbeten haben." Branford lächelte: "Danke, Alina. Ich danke Ihnen vielmals." "Dann wird alles so erledigt, wie sie es erzählt haben", meinte sie. Der Captain nickte: "Ja. Und wir werden erfolgreich sein."
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55209, 1, Captain Branford.
Franklin hatte sich mit Branford in den Konferenzraum zurückgezogen, um die weiteren Schritte zu besprechen. Die Schlacht stand unmittelbar bevor, das wußten beide. "Christopher, wir werden losschlagen. Sobald Sie die Monarch und ihre beiden Begleitschiffe wieder gefechtsfähig bekommen haben", teilte ihm der Admiral mit. Branford entgegnete: "Wir sind gefechtsklar, Sir. Natürlich benötigen wir nach dem Kampf einen Werftaufenthalt, aber das ist verständlich angesichts ständiger Kämpfe." Der alternde Admiral nickte lediglich verständnisvoll. Nur zu gut wußte er, daß die Schiffe nach der Schlacht vermutlich allesamt in die Werft mußten. "Ich werde auf die Monarch zurückkehren, Sir. Benachrichtigen Sie uns, wenn wir gegen die Erde vorrücken sollen", schloss Branford. Franklin legte ihm die Hand auf die Schulter. Leise sprach er: "Ich weiß, daß ich mich auf Sie verlassen kann. Wir werden gemeinsam auf der Erde die Sternenflotte wieder dorthin zurückbringen, wohin sie gehört. Viel Glück, Christopher." Branford nickte: "Ich werde Sie nicht enttäuschen, Sir."
"Captain, Sie sind zurück!" Erfreut sah Celine Parker den Kommandanten an, als er die Brücke betrat. "Nummer 1, ich möchte alle Stabsoffiziere in der Lounge sprechen. Jetzt gleich", ordnete er an. Es dauerte keine fünf Minuten, dann waren alle Mitglieder des Stabes in der Aussichtslounge, die achtern der Brücke lag, versammelt. Kurz ließ er seinen Blick kreisen, dann begann er. "Wir werden in zwei Stunden zum Sol-System aufbrechen. Ich wollte mit Ihnen unseren Auftrag besprechen." Er sah Cassels an: "Jake, Sie übernehmen als kommandierender Offizier die Essex, einen Kreuzer der Nebula-Klasse." Der Halb-Klingone nickte: "Ja, Captain." "Nummer 1, Sie habe ich für das Kommando über die Agosta ausgewählt", fuhr er fort. Seine Stellvertreterin war überrascht: "Sir, ich dachte, Sie benötigen mich an Bord." "Natürlich", antwortete Branford. Dann lächelte er kurz und deutete auf Talma. "Lieutenant Talma wird in Ihrer Abwesenheit die Pflichten des 1. Offiziers wahrnehmen"; erklärte er weiter. Der Saurianer zeigte ein gleichgültiges Gesicht, so wie fast immer. "Aye, Captain", brummte er. Branford hob die linke Hand und deutete auf den Wandbildschirm, auf dem die Flugroute vermerkt war. "Wir werden in die Nähe der Erde fliegen und im Meteornebel Deckung beziehen. Sobald die Flotte auf den Gegner trifft, werden wir verständigt. Dann fliegen wir los, greifen die Erde an und setzen unsere Landungsteams in der Nähe der Flotten-Kommandozentrale ab. Mister Talma wird unsere Teams führen, die Oberen des Dominion finden und sie eliminieren." Sandra Galen hob die Hand: "Aber Captain, das widerspricht unseren Vorschriften!" "Counselor, wir sind angegriffen worden. Wir müssen die Gelegenheit nutzen, um unsere Todfeinde zu vernichten. Das ist unsere Chance", erwiderte er kalt. Jacobs warf ein: "Ich muß dem Counselor bis zu einem gewissen Punkt zustimmen. Aber ich verstehe den Admiral. Er weiß, daß das Dominion uns immer wieder bedrohen wird. Dieser Gefahr will er aus dem Weg gehen. Völlig logisch." Der taktische Offizier fügte hinzu: "Wir dürfen es nicht dazu kommen lassen, daß erneut Bedrohung von den Formwandlern ausgeht. Sie sind eine Bedrohung für unsere Existenz." "Counselor, die Entscheidung des Admirals ist absolut nachvollziehbar", warf Parker ein. Sie unterbrach sich, strich eine Strähne ihrer schwarzen Haare aus dem Gesicht und blickte einen nach dem anderen an. "Ich würde genauso handeln, wenn ich ehrlich bin", fügte sie hinzu. Branford schloss die Besprechung: "Das wäre alles. Wegtreten."
Wieder hatte Branford im Kommandosessel Platz genommen. Die Offiziere besetzten die Stationen. "Meldung von der Agosta. Es ist Commander Parker", berichtete Jacobs. Branford nickte: "Auf den Schirm." Sein 1. Offizier erschien. Sie stand auf der Brücke der Agosta. "Captain, ich habe die Kommandoautorisation übernommen. Das Schiff ist bereit." "Gut, Nummer 1. Was ist mit Ihrer Crew? Sie lächelte kurz. "Die Leute sind motiviert. Ich bin zuversichtlich." "Denken Sie daran: Sie halten die Zügel in der Hand, Commander", ermahnte der Captain. "Ja, Sir", nickte sie. "Sie erhalten bald Bescheid. Branford Ende." Der Bildschirm erlosch. Wiederum hatte Jacobs etwas zu vermelden: "Commander Cassels meldet die Einsatzbereitschaft der Essex, Captain. Er sei bereit, sagte er." "Gut, Lieutenant", erwiderte Branford. Er beugte sich nach links zu seiner Beraterin hinüber. "Begleiten Sie mich bitte", flüsterte er ihr zu. Sie nickte lediglich stumm, antwortete nicht. Branford und Galen erhoben sich von ihren Sesseln. "Mister Talma, Sie haben die Brücke", ordnete Branford an.
"Setz dich", forderte Branford die Schiffsberaterin auf, als sie im Bereitschaftsraum angelangt waren. Sichtlich widerstrebend folgte sie seiner eher befehlenden Stimme. Er setzte sich dicht neben sie. "Ich will wissen, was du gerade vorhin über mich gedacht hast, als ich unseren Einsatz ansprach." Branfords Stimme klang wieder völlig ruhig und bedacht. "Chris, was soll das jetzt?" Sandra richtete sich auf und sah ihm direkt in die Augen. Er hob abwehrend die Hände: "Ich will wissen, was du gedacht hast. Ist das schwierig zu sagen?" "Nein", sagte sie schlicht. "Dann sag es!" bat er. Die Beraterin war verschlossen. Das wunderte Branford schon. "Chris, ich stimme nicht mit dem Teil des Plans überein, bei dem die Formwandler getötet werden sollen. Die Sternenflotte hat soetwas niemals zuvor getan." Branford erwiderte ihr: "Ich weiß, Sandra. Das Problem liegt in einem Punkt: wir haben Angst. Wir haben Angst vor der Tatsache, daß wir, sofern wir diesen Kampf gewinnen sollten, wieder vor einer Bedrohung durch die Formwandler stehen." "Angst ist ein sehr mächtiges Argument, Chris. Reicht es auch?" wollte sie wissen. Jetzt mußte er nachdenken. War es richtig?Er war eigentlich davon überzeugt, doch es war das passiert, was ihm schon häufiger widerfahren war: seine Beraterin, seine Freundin hatte ihn zum Nachdenken über den eigenen Standpunkt gebracht. "Sandra, ich will niemals wieder Angst um Personen haben, die mir etwas bedeuten. Nie wieder." Seine Miene verfinsterte sich. "Jadzia ist vermutlich umgekommen. Auch wenn ich noch ein kleines Quentchen Hoffnung habe, die Chance ist gering, daß sie noch lebt." Sandra nahm seine Hand und drückte sie fest: "Chris, das darfst Du nicht denken. Du liebst sie doch, glaube fest daran, daß sie noch lebt." "Es ging eigentlich um etwas anderes, oder?" Er machte eine Pause."Was ich vorhin sagen wollte: das Dominion hat mir zum zweiten Mal die Frau genommen, die ich geliebt habe." Ihm standen Tränen in seinen Augen, als er zu Ende gesprochen hatte. Noch immer hielt sie seine Hand, als sie ihm zuflüsterte: "Ich glaube fest daran, daß sie noch am Leben ist. Du hast sie nicht verloren. Das ist nicht geschehen." Branford gab ihr einen Kuss auf die Stirn."Danke." flüsterte er zurück.
"Miss Waringthon, setzen Sie Kurs auf den Meteornebel. Maximum-Warp." Branford betrat schnellen Schrittes die Brücke und nickte seinem Steueroffizier zu. "Aye, Sir", erwiderte sie knapp und programmierte den Kurs. Das Schiff verließ die Umlaufbahn. In ausreichendem Abstand vom Planeten leitete Waringthon den Warptransfer ein. "Flugzeit bis zum Nebel 47 Stunden, 17 Minuten", meldete Jacobs sofort. Branford senkte seinen Blick zum Datendisplay, welches neben seinem Sitz in der Armlehne installiert war. Dort sah er die Flugroute nochmals aufgelistet. Gerade das bereitete ihm etwas Sorgen. Auf ihrer Route würden sie vermutlich einigen Schiffen begegnen. Er hoffte inständig, daß es bis zum Eintreffen an ihrer vorgeschobenen Position zu keinen Kampf kam. "Alarm gelb, Lieutenant Talma", befahl er ruhig. Sein taktischer Offizier erwiderte mit seiner gleichförmig klingenden Stimme: "Ja, Captain."
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55210, 8, Captain Branford.
"Bericht!" forderte Jacobs lautstark. Fähnrich Russ, der an der Konsoledes Einsatzoffiziers saß, erwiderte ruhig und bedacht: "Keine Veränderungen, Sir. Es wurden keine Meldungen aufgefangen, alles läuft normal." Der Lieutenant, der im Moment das Kommando hatte, wandte seinen Kopf zu Lieutenant Charles Bishop, der die taktische Station besetzt hielt. "Mister Bishop, taktischer Status?" "Keine anderen Schiffe geortet, Lieutenant. Waffen in Bereitschaft und deaktiviert, Schilde ebenso", lautete die Antwort. Bishop warf Jacobs noch einen merkwürdigen Blick zu und wandte sie dann wieder seiner Konsole zu. Die Tür des achteren Turboliftes öffnete sich und Branford betrat die Brücke. Er setzte eine gutgelaunte Miene auf und schlenderte zu Jacobs hin. "Guten Abend, Lieutenant", begrüßte er ihn. Jacobs war irritiert."Captain, meine Schicht geht erst in zwei Stunden zu Ende." "Das ist mir klar, Lieutenant", erwiderte Branford lächelnd. Er hob die Augenbrauen und fuhr mit ernster Stimme fort: "Als mein Einsatzoffizier betraue ich sie mit der Aufgabe, auf der Agosta mit Commander Parker die weiteren Vorbereitungen zu erörten." Der Einsatzleiter blickte immer noch etwas verdutzt aus der Wäsche. "Captain, ich bin mir nicht im Klaren, was Sie meinen. Commander Parker hat doch erst vor einer Stunde ihren Bericht rübergeschickt. Warum. . ." wandte er ein. Branford unterbrach ihn, indem er die Hand hob. Er trat einen Schritt näher an ihn heran und sagte leise, so daß es kein anderer auf der Brücke hören konnte: "Haben Sie was gegen meinen 1. Offizier?Soll ich vielleicht besser Mister Russ hinschicken?" Er rollte mit den Augen. Jacobs begriff und lächelte knapp: "Wie Sie befehlen, Sir." "Ich löse Sie ab, Lieutenant. Sie können wegtreten", entließ ihn der Captain und nahm Platz.
Celine Parker hatte ihren Dienst auf der Brücke beendet und sich in ihr Quartier zurückgezogen. Es würde noch gut einen Tag dauern, bis der Admiral den Angriffsbefehl gab. Sie hatte sich ihr Seidennachthemd übergestreift. Mehr als zwanzig Stunden war sie auf der Brücke im Dienst gewesen, jetzt war sie todmüde und wollte nur noch in's Bett. Auch wenn es nicht ihr eigenes Bett in ihrem Quartier auf der Monarch war. Sie hob die Bettdecke und legte sich hin. "Computer, Licht aus", sagte sie. Die Beleuchtung erlosch, nur noch der violett schimmernde Nebel brachte etwas Licht in das Quartier. Es waren kaum zwei Minuten vergangen, da ertönte der Türsummer. Etwas schlaftrunken richtete sie sich auf."Ja bitte?" Die Tür öffnete sich und eine Gestalt betrat den Raum. Sie konnte nicht genau erkennen, wer es war. "Wer ist da?" fragte sie. Es wurde ihr unheimlich, als die Person näherkam. Dann sah sie, wer es war. "Sam!" rief sie erfreut. Jacobs lächelte, legte seine Uniform ab und legte sich zu ihr in das Bett. "Was machst du hier?" fragte sie leise, während sie sich an ihn kuschelte. Er flüsterte ihr ins Ohr: "Der Captain hat mich hergeschickt, damit ich mit dir die Vorbereitungen erörtere." "Hey, warum tust du es dann nicht?" neckte sie ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Jacobs machte ein unschuldigesGesicht: "Ich weiß, was du vorbereitet hast, Schatz." "Und das wäre?" Sie warf ihren Kopf zur Seite und sah ihn aufmerksam an. Er schlang die Arme um sie und drückte seinen Körper gegen ihre weiche Haut. "Du wirst erfolgreich sein. Aber ich bin eigentlich nicht zu einer Einsatzbesprechung in dein Bett gehüpft." Sie lachte und fragte: "Wozu denn, Lieutenant?" "Weil ich gern mit meinem vorgesetzten Offizier zusammen schlafe", erklärte er. Celine lächelte und stubste ihn mit der Nase an. "Oh, und du meinst, Captain Branford läßt dich nicht in seinem Bett schlafen?" Er strich mit der Hand über ihre Wange. "Du bist mir lieber." Plötzlich änderte sich ihr Gesichtausdruck. Sie blickte ihm direkt in die Augen. "Sam, meinst du es wirklich ernst mit mir? Wenn nicht, dann solltest du es mir vorher sagen." Jacobs drückte sie etwas fester an sich. "Celine, ich liebe dich. Ich will mit dir zusammensein. Das ist das Wichtigste." Er schloss die Augen. "Wenn du nicht mit mir schlafen willst, das heißt nicht heute, dann verstehe ich das", beteuerte er. Sie schaute ihn nur kurz an, drückte ihre Lippen auf die seinen und schob ihre Zunge in seinen Mund. Intensiv küssten sie sich, als gäbe es um sie herum nichts. "Du brauchst das nicht verstehen. Ich will schon", flüsterte sie.
"Waringthon an Captain Branford." Er hob seinen Kopf und schaute sich um. Verschlafen erkannte er seinen Bereitschaftsraum. "Hier Branford", antwortete er. Sein Navigationsoffizier, der das Kommando hatte, berichtete: "Sir, wir empfangen eine Mitteilung von Admiral Franklin. Höchste Priorität." Branford erhob sich aus seiner Schlafkoje, die neben dem Bereitschaftsraum lag. "Stellen Sie ihn rein, Lieutenant", ordnete er an. Noch etwas benommen nahm er an seinem Schreibtisch Platz. Das Gesicht von Admiral Franklin erschien auf dem Bildschirm, der auf dem Tisch stand. "Guten Morgen, Christopher. Sie sehen verschlafen aus", stellte sein Vorgesetzter fest. "Das bin ich auch, Sir", gab er zu. Ein kurzes Lächeln huschte Franklin über das Gesicht. "Gut. Aber jetzt ruft die Plicht. Wir haben bei Tagra 174 beinahe die gesamte Flotte des Dominion lokalisiert. Wie erwartet." Branford nickte: "Wir können also losschlagen, Sir?" "So ist es. Gehen Sie vor wie geplant, Christopher", entgegnete der Admiral.
"Kurs auf die Erde setzen!" Branford sprintete förmlich aus dem Bereitschaftsraum und setzte sich in den Kommandosessel. "Kurs programmiert, Captain", meldete Waringthon. "Geschwindigkeit Warp 9, 5", befahl er weiter. Die Monarch konnte nicht ihre Höchstgeschwindigkeit ausreizen, da die Essex langsamer war. "Signalisieren sie der Agosta und der Essex, daß sie uns in V-Formation folgen sollen." Jacobs nickte: "Ja, Sir." "Bestätigen sie den Befehl, Lieutenant?" fragte er. "Aye, Captain", meinte er. Der Captain kniff die Augen zusammen: "Dann los. Beschleunigen sie, Miss Waringthon."
Langsam setzte sich die Monarch und ihre Begleiter in Bewegung. Erst außerhalb des Nebels wurden die Warpmaschinen aktiviert. Die drei Schiffe gingen auf Überlichtgeschwindigkeit. Branford lehnte sich angespannt zurück. Bald würden sie auf den Gegner treffen. Eigentlich hatten sie die Lage bereits auf Cottesmoore II erörtert. Das Dominion würde seine ganzen Kräfte bei Tagra 174 konzentrieren, es würden nur wenige Kräfte auf dem Flugweg des Verbandes der Monarch stehen. "Halten Sie ständig die Augen offen, Mister Bishop", ordnete der Captain an. Der 2. taktische Offizier hatte Talmas Posten übernommen, der seinerseits auf dem Platz rechts von Branford saß. "Ja, Sir", antwortete Bishop. Mit einem Seitenblick auf Talma sagte er: "Bald wird es losgehen, Lieutenant." Der Saurianer erwiderte nichts, nickte nur zustimmend. Er wußte es nur zu gut.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55211,5, Captain Branford.
Bishop hob seinen Blick von der taktischen Konsole. "Captain, ich orte zwei Patrouillenschiffe, die sich uns nähern", meldete er. Branford fragte: "Können Sie sie klassifizieren, Lieutenant?" "Zwei modifizierte Runabout-Shuttles der Daedelus-Klasse. Bewaffnung zwei Phaseremitter, ein Torpedolauncher." Er fügte hinzu: "Kein Problem für uns, Sir." "Roter Alarm, Schilde hochfahren!" Branford beugte sich vor. Die Gefechtsbeleuchtung wurde eingeschaltet, die Brücke wurde in ein bläuliches Licht getaucht. Die Alarmsirenen heulten auf, wurden aber nach fünf Sekunden abgeschaltet. "Phaser klar, Torpedos aktivieren", ordnete Talma dazu an. Jacobs berichtete: "Die Agosta und die Essex gehen in Kampfposition, Sir." "Gut", nickte Branford. "Die Gegner nähern sich uns. In Waffenreichweite, Sir", meldete Bishop. Die beiden Shuttles waren verschwindend klein im Vergleich zur Monarch. Sie näherten sich von Back- und Steuerbord, nahmen das Schiff mit kombiniertem Phaser- und Torpedoattacken unter Feuer. Branford spürte einige Erschütterungen, die von den Einschlägen herrührten. "Schadensbericht?" Jacobs schüttelte den Kopf: "Keine Schäden, Sir." "Phaser ausrichten, multiple Ziele erfassen", befahl er. Der taktische Offizier bestätigte: "Die Waffen sind auf das Ziel ausgerichtet." "Und Feuer!" Die oberen und unteren Phaser eröffneten das Feuer. Beide Shuttles wurden getroffen und drehten ab. "Die beiden Schiffe haben schwere Schäden davongetragen. Noch zwei Treffer, dann haben wir sie." Bishops Analyse kam prompt und war kurz gefasst. Die Monarch drehte ab und wandte den Angreifern ihr Heck zu. Unterdessen startete die Essex ihren Angriff und feuerte zwei Torpedos auf die Shuttles ab. Der eine Angreifer wurde zerstört, der zweite konnte dem Geschoss ausweichen. "Erfassen Sie den zweiten Angreifer, Lieutenant. Phaser klar?" Bishop bestätigte: "Ziel erfasst, Phaser klar." "Feuer eröffnen", ordnete er an. Die Phaser feuerten und der zweite Angreifer wurde getroffen. Infolge der Treffer wurde das Shuttle herumgeschleudert und geriet außer Kontrolle. Es trudelte vor die Agosta, die es mit einem Torpedo vernichtete. "Der Weg ist frei, Sir", meldete Talma. Branford nickte: "Gut. Kurs fortsetzen, voller Impuls." Die beiden Begleiter nahmen wieder die Formation hinter der Monarch ein, die weiter Richtung Erde flog.
"Bringen Sie uns in einen hohen Orbit, Lieutenant." Der Captain stand aus dem Sessel auf und blickte zum Bildschirm. Die Erde, der "blaue Planet", zeichnete sich auf ihm ab. Etwas schwermütig macht das schon, dachte sich Branford. Die Erde ist von Angreifern besetzt, die Menschen auf diesem seinem Heimatplaneten leben jetzt in Angst. "Nicht mehr lange", sagte er leise zu sich. Talma blickte ihn an: "Was haben Sie gesagt, Sir?" "Nichts, Lieutenant. Beginnen wir mit der Operation", erwiderte Branford. Der Saurianer erhob sich und nickte: "Aye, Sir. Mister Jacobs, Sie begleiten mich." "Talma an Doctor Sanders: Melden sie sich in Transporterraum 2", teilte er dem Medo-Offizier mit. "Bestätigt." antwortete er. Branford sah den Sicherheitschef an: "Viel Glück, Lieutenant." "Danke, Captain", antwortete er und verließ mit Jacobs die Brücke.
"Computerlogbuch der Monarch, Nachtrag.
Lieutenant Jeri Talma blickte sich im Lagezentrum des Hauptquartiers um. Noch vor zwei Minuten hatten sich hier zwanzig Formwandler, die die Gestalt von Sternenflottenoffizieren angenommen hatten, aufgehalten. Das Sicherheitsteam hatte sie nach kurzem, aber heftigen Kampf bezwungen. "Lieutenant?" Doctor Sanders trat auf ihn zu. "Was haben Sie zu berichten, Doctor?" fragte Talma. "Die beiden Verwundeten sind bereits an Bord der Monarch, Lieutenant. Sie sind nicht schwer getroffen worden", erwiderte er. Der Saurianer nickte: "Gut. Mister Jacobs!" Der Einsatzoffizer wandte sich zu Talma um: "Ja?" "Haben Sie noch was herausgefunden?" Jacobs nickte: "Ja. Anscheinend sind im Keller dieses Gebäudes über 2500 Menschen in Gefangenschaft. Auf dem restlichen Planeten sind die restlichen, von Formwandlern ersetzten Offiziere und Crews der Flotte verteilt. Sie leben alle." "Sehr gute Nachricht." Jacobs schlug vor: "Wenn Sie nichts dagegen haben, dann nehme ich mir einige Sicherheitsleute und gehe zu den Gefangenen runter." "Machen Sie das. Und halten Sie Kontakt", meinte Talma zustimmend.
"Meldung von Lieutenant Talma, Captain", berichtete Fähnrich Russ. Branford erwiderte: "Geben Sie es auf den Schirm." Es wurde das Lagezentrum der Sternenflotte im Hintergrund angezeigt. Talma stand gemeinsam mit Doctor Sanders im Vordergrund. "Was haben Sie zu berichten?" fragte Branford. "Sir, wir haben die Führung des Dominion gefunden und eliminiert. Allerdings, unter den Mitgliedern des Föderationsrates war auch ein Mensch. Benjamin Adams." Branford hob die Augenbrauen. Das war überraschend für ihn. Adams war früher im Rat, wurde auf Bestreben des Flottenkommandos entfernt, da er in einige Bestechungsaffären verwickelt war. "Haben Sie Mister Adams festgenommen?" Talma nickte: "Ja, Sir." "Gut." "Es gibt da noch was, Sir", fuhr Talma fort. "Was noch?" wollte er interessiert wissen. "Wir haben herausgefunden, daß die Menschen, die durch Formwandler ersetzt wurden, hier auf der Erde gefangengehalten werden." Branford fragte nach: "Wissen Sie, wer alles?" "Nein, Sir. Lieutenant Jacobs prüft es gerade nach", gab er zur Antwort. Erleichtert sagte Branford: "Halten Sie mich auf dem Laufenden, Mister Talma. Branford Ende." Der Bildschirm erlosch. "Fähnrich, stellen Sie eine Audio-Verbindung zu Lieutenant Jacobs her", befahl er. Russ bestätigte: "Kanal offen." "Jacobs hier, Captain", meldete sich der Einsatzoffizier. "Lieutenant, wenn Sie die Gefangenen errreicht haben und Genaueres wissen, dann informieren Sich mich. Umgehend", befahl er. "Natürlich, Captain. Ich melde mich. Jacobs Ende", schloss er die Verbindung. Sandra Galen flüsterte ihm zu: "Ich hoffe, er bringt gute Nachrichten." Der Captain erwiderte nichts, schaute einfach nur zu Boden.
Vorsichtig spähte Jacobs um eine Ecke. Niemand war zu sehen, der angrenzende Korridor war leer. "Folgen Sie mir", forderte er seine Begleiter auf. Sein Sicherheitsteam ging ihm langsam nach. Sie befanden sich im untersten Kellergeschoss des Gebäudes. Hier waren laut den Scans die Gefangenen. "Steve", sprach er einen Fähnrich an, der neben ihm stand. "Sir?" Jacobs deutete auf die Tür am Ende des Korridors: "Gehen Sie vor und checken Sie die Lage." "Aye", nickte der junge Offizier und schlich vor. Er stellte sich neben die Türe und scannte mit seinem Tricorder den angrenzenden Raum. Er sah zu Jacobs, der einige Meter entfernt stand, und schüttelte den Kopf. Sein Gegenüber begriff. Keine Dominion- oder Jem'Hadar-Lebensformen hinter der Türe. "Also los, kommen Sie", befahl Jacobs seinen Begleitern. Zusammen mit den acht Sicherheitskräften ging er den Korridor vor bis zur Türe. Ein kurzer Blick, dann sagte er: "Schlecht gesichert, zumindest von außen." "Kriegen Sie das hin, Sir?" fragte Fähnrich Larkins. Jacobs nickte und pogrammierte seinen Tricorder, um die Verschlusselektronik zu öffnen. Nach zwanzig Sekunden hatte er es geschafft. Das Türschott öffnete sich. "Phaser auf Betäubung", ordnete er an. Dann betrat er den angrenzenden Raum, den Phaser in seiner Hand. Mit einem kurzen Handgriff aktivierte er die Beleuchtung. Das hier war der Zugangskorridor zu den Arrestzellen. Links und rechts des Flures lagen im Gesamten etwa einhundert dieser Zellen. "Folgen Sie mir", sagte er und winkte seine Leute herein. Er erblickte einen Monitor, der in die Wand eingelassen war. Es waren die Gefangenenlisten darauf angezeigt. "Sehen wir mal nach." dachte er sich und berührte die Kontrollen. Nach und nach sah er die Liste an. Fleet-Admiral Eleonora Shanti, die stellvertretende Oberbefehlshaberin der Flotte, war auch hier. "JA!" rief er plötzlich aus. Larkins schaute zu ihm herüber: "Was ist, Sir?" "Hier: Lesen Sie", sagte er und deutete auf den Monitor. Die junge Frau las den Namen und lächelte: "Lieutenant Commander Dax." "Ja, das werden wir dem Captain gleich mitteilen. Aber erst gehen wir zu Admiral Shanti." Jacobs suchte die Zelle des Admirals, die in der Mitte des Korridors lag. Mit einigen Handgriffen öffnete er sie. Er war kein unvorsichtiger Mensch, deshalb hatte er seinen Phaser immer noch in der Hand. Larkins sicherte ihn zusätzlich ab. Es waren 25 Personen in der Zelle versammelt. Für die Größe des Raumes war das schon erdrückend eng. Jacobs erkannte sofort Shanti. Sie saß auf einem Bett und erhob sich sofort. "Wer sind Sie?" fragte sie. Jacobs ließ seinen Phaser im Gürtel einrasten und erwiderte: "Lieutenant Jacobs vom Raumschiff Monarch, Admiral. Wir sind gekommen, um Sie zu retten." "Ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich wir sind, daß Sie gekommen sind. Was ist passiert?" Sie sah reichlich mitgenommen und erschöpft aus. "In diesem Moment treffen unsere letzten freien Schiffe, die Flotte der Klingonen und eine Rasse aus dem Gamma-Quadranten bei Tagra 174 auf die Flotte des Dominion", berichtete er. "Sie haben die Klingonen bewegen können, uns zu helfen?" fragte ein anderer Mann. Jacobs kannte ihn, es war Admiral John Landsberg, der frühere Operationschef der Flotte. "Ja, Sir. Captain Branford hat sie zur Hilfe bewegt. Aber wir müssen Sie jetzt hier wegbringen. Kommen Sie!"
"Bringen Sie die Admiräle nach oben, Fähnrich", befahl Jacobs. Larkins nickte und ging voran. Shanti, Landsberg und die restlichen Offiziere folgen. "Haben Sie Commander Dax lokalisiert?" fragte Fähnrich Martins, ein weiterer Sicherheitsoffizier. Jacobs nickte: "Ja. Sie ist in Zelle 42. Kommen Sie mit mir." Die beiden gingen den Korridor hinunter, bis sie bei der Zelle angelangt waren. Wortlos öffnete Jacobs die Zelle und sah hinein. Auf dem Boden und den Betten saßen die Offiziere, die teils nur zerfetzte Kleidung trugen. "Wir sind vom Raumschiff Monarch. Gibt es bei Ihnen Verletzte?" fragte er. Langsam betrat er den Raum und sah sich um. "Nein, wir sind in Ordnung", erwiderte ein Mann, der die Rangabzeichen eines Commanders trug. Jacobs ließ seinen Blick über die erschöpften Gesichter gleiten. Er erkannte Dax, die in einer Ecke kauerte. Sie hatte den Blick zu Boden gerichtet. Er ging zu ihr hin und kniete nieder. "Commander Dax, wie geht es Ihnen?" fragte er sanft. Sie richtete sich auf und blickte ihn an. "Sie sind Samuel Jacobs, richtig?" flüsterte sie schwach. Er nickte: "Ja, Commander. Sind Sie verletzt?" "Nein, ich bin nur schwach. Wir bekamen wenig Nahrung", erwiderte sie. Jacobs reichte ihr die Hand: "Kommen Sie, wir bringen Sie alle hier weg." "In Ordnung", sagte sie und stand langsam auf. Man sah deutlich, daß sie geschwächt war. "Martins, bringen Sie die restlichen Leute nach oben", befahl Jacobs.
Aufmerksam betrachtete Jacobs die Freundin seines Captains. Obwohl sie geschwächt war und sich offenbar wochenlang nicht waschen konnte, sie war eine Schönheit. Er hatte sie gestützt, bis sie im Erdgeschoss angelangt war und ließ sie dann in einem Sessel Platz nehmen. Doctor Sanders kümmerte sich sofort um sie und gab ihr ein Stärkungsmittel. Jacobs entfernte sich einige Schritte von ihr, ließ sie jedoch nicht aus den Augen. Dann tippte er seinen Insignienkommunikator an. "Jacobs an Branford." Sofort meldete sich der Captain: "Sprechen Die, Lieutenant." "Wir haben Commander Dax gefunden, Sir." Branfords Stimme überschlug sich fast: "Wie geht es ihr?" "Sie ist sehr schwach, aber es geht ihr den Umständen entsprechend gut, Captain", berichtete Jacobs. "Ich danke Ihnen, Lieutenant." Es war zu hören, daß er überglücklich war. "Keine Ursache, Sir. Was haben Sie für Befehle für mich?" "Bleiben Sie auf Ihrer Position, Lieutenant. Wir werden nach Tagra 174 fliegen, gemeinsam mit der Essex. Die Agosta bleibt hier", ordnete er an. Jacobs bestätigte: "Verstanden, Captain. Viel Glück." "Danke. Branford Ende", beendete der Captain die Verbindung.
"Auf Alarm Gelb zurückgehen." Branford nahm Platz. "Kurs auf Tagra 174 setzen. Der Essex signalisieren, daß sie uns folgen soll." Der 2. Einsatzoffizier, Fähnrich Tim Russ, nickte: "Die Essex bestätgt, Sir." "Kurs programmiert, Captain", meldete Waringthon. Branford hob die Hand: "Maximum-Warp. Energie." Die Monarch verließ in Formation mit der Essex die Umlaufbahn um die Erde. "Vielleicht können wir noch was tun", meinte Branford zu sich selbst.
"Computerlogbuch der Monarch, Sternzeit 55211, 9, Captain Branford.
"Roter Alarm, Schilde hoch!" rief Branford aus. "Phaser aktivieren?" fragte Bishop. Der Captain nickte und erhob sich aus seinem Sessel. Auf dem Bildschirm waren einige ausgeglühte Wracks zu sehen. Hier hatte eine heftige Schlacht getobt. Es trieben zwei zerschossene Schiffe der Galaxy-Klasse auf die Monarch zu. "Können Sie Schiffe scannen, auf denen noch Lebenszeichen sind?" fragte Branford. Russ schüttelte den Kopf: "Keines von diesen Schiffen, Sir." "Captain, ich orte ein Schiff der Nebula-Klasse, das sich uns nähert", meldete Bishop. Branford wandte sich zu ihm um: "Gehört es zu uns?" "Ja, Sir. Es ist die Canberra." Die U. S. S. Canberra war eines der gekaperten Schiffe. Es stand nun unter dem Kommando von Captain Livingston, der vorher auf der Mont Blanc gewesen war. "Öffnen Sie einen Kanal", befahl Branford. Russ nickte: "Sie können sprechen, Sir. Allerdings nur Audio-Verbindung." "Canberra, hier ist die Monarch. Können sie mich hören?" versuchte er es. Ein kurzes Knacken, dann hörte man eine Stimme: "Ja, wir hören Sie. Hier ist Captain Livingston." "Captain Branford hier. Was ist passiert?" fragte Branford. "Wir haben den Gegner zurückgedrängt. Noch ist die Schlacht nicht vorbei, aber wir schaffen es. Leider. . ." Er stockte kurz."Wir haben die Coventry verloren, zusammen mit Admiral Franklin." Branford fühlte plötzlich eine große Leere in sich. Franklin war sein väterlicher Freund gewesen. Sein Tod betrübte ihn schwer. "Wo sind die Selasi, Captain?" fragte Branford. Livingston antwortete: "Wir haben sie zuletzt bei der Position 211 zu 066 zu 176 geortet, Captain. Sie befanden sich mit mehreren Jem'Hadar-Kreuzern in schwerem Gefecht." "Danke. Brauchen Sie Hilfe?" "Nein, wir kommen zurecht. Haben Sie die Erde befreit?" "Ja, das haben wir. Dort ist alles unter Kontrolle", erwiderte Branford. "Gut. Sehr gut. Viel Glück noch. Livingston Ende." Branford nickte Jenny Waringthon nur knapp zu: "Kurs auf die bezeichneten Koordinaten setzen. Voller Impuls."
Branford kniff die Augen zusammen. Die Ariana, das Schiff der Selasi, war knapp in Sichtweite. Das Schiff befand sich im Gefecht mit drei größeren Schlachtschiffen des Dominion. Sie umkreisten die Ariana und landeten immer wieder ihre Treffer. "Öffnen Sie einen Kanal zur Essex." "Offen", bestätigte Russ. "Essex, Cassels hier. Was gibt es, Captain?" ertönte die Stimme des Chefingenieurs. "Greifen Sie von der linken Flanke an, Jake. Wir müssen die Selasi da raushauen", sagte Branford. "Aye. Essex Ende." Branford sah sich die Lage an. Die Schlachtschiffe waren rein waffenmäßig der Monarch und der Essex überlegen, aber gemeinsam mit der Ariana würden sie es sicherlich schaffen, sie zu bezwingen. "Kurs 225. 044 setzen. Phaser ausrichten, Quantentorpedos bereit machen", befahl er. Bishop bestätigte: "Phaser haben Ziel zweites Schlachtschiff erfasst, Sir." "Phaser Dauerfeuer, auf Kurs 238. 026 abdrehen", ordnete er an. Die Phaser der Monarch eröffneten das Feuer und landeten Dutzende von Treffern an dem Schlachtschiff, während Waringthon das Schiff in eine Wende flog. "Schäden am Gegner: Schilde runter auf 30%, Impuls- und Warptriebwerke beschädigt", meldete Russ. Branford deutete auf den Schirm, auf dem sich das Schlachtschiff abzeichnete: "Feuer fortsetzen!" "Quantentorpedos einsetzen?" fragte Bishop. Branford schüttelte den Kopf: "Zu nahe an der Ariana, Lieutenant." Das Schlachtschiff erwiderte das Feuer, die Monarch mußte einige Treffer einstecken. "Schilde runter auf 60%, Phaserbank zwei ausgefallen", berichtete Russ. Branford nickte: "Kurs ändern, auf 226.033, halber Impuls." "Gegner feuert erneut!" schrie Bishop. Eine ganze Torpedosalve traf die Monarch auf Höhe der Warpgondeln. Teile dieser brachen ab. "Maschinenraum, Schadensbericht!" Lieutenant Lefler, die stellvertretende Chefingenieurin, meldete sich: "Captain, Eindämmung wird kritisch. Wir haben den Warpantrieb verloren, Teile der Backbord-Gondel wurden zerstört." "Versuchen sie alles", meinte Branford. "Quantentorpedos aktivieren, volle Streuung. Auf Ziel einstellen", ordnete Branford an. Bishop bestätigte: "Ziel erfasst." "Feuer!" Die abgefeuerten Torpedos vernichteten das Schlachtschiff in einer gewaltigen Explosion. "Wie sieht es aus?" fragte Branford. Russ erwiderte: "Sir, wir haben Probleme mit den Schilden. Ich habe Reserveenergie in die Schilde geleitet, aber sie brechen teilweise zusammen." "Bringen Sie uns hier weg, Miss Waringthon. Delta-Ausweichmanöver." Waringthon schüttelte den Kopf: "Sir, ein Schlachtschiff verfolgt uns. Wir können es nicht abschütteln." "Achtere Phaser ausrichten!" befahl er. "Zielerfassung!" rief Bishop. Branford stand auf: "Feuern Sie!" Das Schlachtschiff mußte einige Treffer einstecken, erwiderte aber mit den Torpedos das Feuer. Zwei Salven erwischten die Monarch am Rumpfrücken, das Schiff wurde herumgewirbelt. Branford stürzte zu Boden und rollte sich ab. "BERICHT!" schrie er. Russ erwiderte lautstark: "Schilde ausgefallen, Sir." "Maschinenraum an Brücke: wir verlieren die Eindämmung", meldete Lefler. Branford mühte sich zurück auf seine Beine: "Werfen Sie den Kern ab!" "Aye, Sir." Die eingeleitete Prozedur schleuderte den Warpkern mitsamt dem Materie/Antimaterie-Zuführung aus der Maschinensektion. Nun war die Monarch ohne Warpantrieb. "Wir kommen nicht von dem Schlachtschiff weg, Sir!" rief Waringthon aufgeregt. Branford richtete seinen Blick zum Wandschirm. Sollte er evakuieren, das Schiff verlassen? "Geben Sie mir die Essex!" ordnete er an. "Kanal offen." "Hier Cassels, Captain." "Jake, Sie müssen uns von Bord holen. Das Schiff ist nicht mehr zu retten!" sagte Branford ernst. Cassels antwortete etwas geschockt: "Verstanden, wir kommen." Das Schlachtschiff näherte sich immer weiter. Dann feuerte es erneut Torpedos ab. Die Monarch konnte den Geschossen nicht mehr ausweichen, sie schlugen am Hauptdeflektor ein. "Energieversorgung auf den Decks 32, 33, 31 und 30 fällt aus, Sir!" meldete Russ. Branford erwiderte: "Notenergie in Lebenserhaltung transferieren, Fähnrich." "Aye, Sir", nickte er. "Feuer erwidern!" befahl er weiter. Bishop schüttelte den Kopf: "Keine Energie für die Waffen verfügbar, Sir." "Evakuieren Sie die Crew!Raus hier!" schrie Branford. DIe Offiziere erhoben sich sofort von ihren Plätzen. "An die gesamte Crew, hier spricht der Captain. Wir evakuieren das Schiff. Alle begeben sich sofort zu den Fluchtkapseln und Shuttles!" sprach er über die Bordsprechanlage. Russ trat zu ihm hin: "Die Essex wird in einer Minute hier sein, Sir. Wir sollten einige der Leute in die Transporterräume bringen, damit sie direkt weggebeamt werden." "Gut, Fähnrich. Sorgen Sie dafür. Ich bleibe hier", erwiderte Branford. "Aber Sir!" protestierte Russ. Branford schüttelte den Kopf: "Das ist ein Befehl, Fähnrich. Gehen Sie." "Aye, Sir", sagte er und verließ die Brücke. Er sah sich um. Nun war er allein. Nein, doch nicht. Sandra Galen saß noch immer auf ihrem Platz. "Sandra!" schrie er. Sie blickte ihn an: "Du willst doch nicht alleine bleiben, Chris, oder?" "Du bringst dich in Sicherheit, sofort!" herrschte er sie an. Sie schüttelte den Kopf: "Nein, ich bleibe. Du kannst mich ja nachher wegen Befehlsverweigerung anklagen. Aber jetzt kannst du nichts tun." Er starrte sie wütend an: "Warum will nur jeder hierbleiben? Gut, tue das." Das Schlachtschiff kam noch immer näher. Eigentlich bereitete sich Branford schon darauf vor, daß es sie vernichtete. Es war gut, daß die Fluchtkapseln schon alle von Bord waren. Nur noch wenige Leute waren an Bord, in den Transporterräumen. Das Schlachtschiff nahm eine Angriffsposition ein und machte sich feuerbereit. "Es kann gleich vorbeisein, Sandra." Branford mühte sich mit den Worten ab. "Ich wollte dir nur sagen, ich war sehr glücklich, dich zur Freundin zu haben." "Ich. . ." begann seine Beraterin. Plötzlich enttarnte sich ein klingonischer Bird-of-Prey neben dem Schlachtschiff. Ohne große Verzögerung eröffnete er das Feuer aus seinen Disruptoren. Das Schlachtschiff, ohnehin bereits schwer beschädigt, konnte dem nicht standhalten. Es explodierte. Der Bird-of-Prey umkreiste schützend die angeschlagene Monarch. Immerhin war noch ein drittes Schlachtschiff unterwegs, und zwar zur Position der Monarch. Die Essex war dicht hinter ihm. Branford fühlte plötzlich den kalten Hauch des Transporterstrahls. Er wurde weggebeamt.
Als er die Umgebung wieder wahrnahm, befand er sich mitsamt Sandra Galen auf der Brücke der Essex. "Phaser Feuer." befahl Cassels energisch. Branford starrte auf den Schirm. Das Schlachtschiff feuerte seine Torpedos auf die Monarch. Branford mußte mitansehen, wie sein Schiff zerstört wurde. Die Phaserschüsse der Essex vernichteten sogleich jedoch das Schlachtschiff. Der Gegner war vernichtet, die Gefahr gebannt. "Captain, es. . . , es tut mir leid. Ich. . ." begann Cassels entschuldigend. Branford blickte ihn fest an: "Jake, sie konnten nichts tun. Es ist in Ordnung." "Commander Cassels, die Ariana bewegt sich nicht mehr", meldete der Einsatzoffizier. Der Halb-Klingone stand auf und ging zur OPS-Konsole. Dort sah er sich die Daten an. "Der Energieoutput ist auf Minimum, Captain", sagte er ruhig. Branford starrte auf den Schirm. Das riesige, rochenähnliche Schiff, welches zweimal so groß war wie der Kreuzer der Nebula-Klasse war, änderte seine bläuliche Farbe in eine Art von Rot. "Captain?Was sollen wir tun?" fragte Cassels ungeduldig. "Ich beame rüber. Mister Bishop, Mister Russ, Sie begleiten mich", anwortete er. "Ich bitte um Erlaubnis, Sie zu begleiten, Sir." Branford wand sich um und sah, daß Doctor Lara McDaught, der 2. Medo-Offizier, hinter ihn getreten war. "Gut, Doctor. Jake, halten sie die Position", meinte er zu seinem Chefingenieur.
Das vierköpfige Außenteam materalisierte auf das, was die Brücke auf der Ariana darstellte. Es war ein runder Raum, dessen Wände aus der weichen "Haut" des lebendigen Schiffes bestand. Es war für menschliche Augen sehr dunkel. Branford schaltete seinen Handscheinwerfer ein und sah sich um. Auf dem Boden lagen zehn Selasi, die Verbrennungen und andere schwere Verletzungen aufwiesen. "Doctor!" rief er laut. Die junge Ärztin hatte sich schon ihre Tasche hergenommen und kniete neben einer der Selasi. Es war Alina. Branford hastete zu ihr hinüber und beugte sich zu ihr herunter. "Alina? Können Sie mich hören?" fragte er sanft und nahm ihre Hand. Sie schlug die Augen auf und lächelte kurz: "Christopher, Sie sind da." "Ja. Es tut mir leid, daß wir nicht besser helfen konnten." "Es ist in Ordnung. Haben wir gesiegt?" fragte sie schwach. Der Captain nickte: "Ja, das haben wir. Dank Ihnen." "Ich. . ." versuchte sie zu sprechen, aber ihre Stimme versagte. Branford blickte Doctor McDaught an: "Was ist mit ihr?" "Sie ist sehr schwach, Sir. Aber sie wird durchkommen", antwortete sie. "Kümmern Sie sich um sie, Doctor", wies er sie an und blickte zu einer Selasi, die in der Nähe lag. Er ging zu ihr hin und kniete sich neben ihr ab. "Delora!" flüsterte er entsetzt. Er hatte Alina's Stellvertreterin erkannt. Ihr Gesicht hatte schwere Verbrennungen davongetragen, wie der restliche Körper. Er untersuchte sie, ob sie noch am Leben war. Sein Tricorder verriet jedoch, daß dies nicht der Fall war. Trauer stieg in ihm auf. Sie war getötet worden, weil sie ihnen geholfen hatte. Nie würden die Menschen den Einsatz der Selasi vergessen dürfen. "Captain!" hörte er den Doctor rufen. Sofort eilte er zu ihr. Alina hatte das Bewußtsein wiedererlangt. "Christopher. . ." sagte sie schwach, kaum hörbar. Branford rückte dicht an sie heran."Ja, Alina?" "Wir müssen von der Ariana weg. Sie wird sich selbst auflösen, sie wird sterben." Sie verlor das Bewußtsein erneut. "Doctor, wir beamen zurück. Alle Selasi und Andianer beamen mit uns zur Essex." McDaugt nickte und wies zwei Sanitäter an, Alina auf eine Trage zu legen. Der Captain erhob sich und tippte seinen Insignienkommunikator an. "Branford an Essex." "Cassels hier, Captain. Ich höre." "Jake, beamen sie uns mitsamt allen Andianer und Selasi rüber. Sobald sie uns und die Überlebenden haben, auch die rüberbeamen, die nicht überlebt haben." "Aye, Captain."
"Persönliche Aufzeichnungen, Captain Branford, Sternzeit 55211, 9.
Branford betrat die Krankenstation der Essex. Der Raum war überfüllt mit Verletzten. Die Ärzte und Sanitäter hasteten umher und versuchte, das Unmögliche zu bewältigen und allen zu helfen. Er blickte sich nach Alina um. Nach kurzer Suche sah er sie, in der hinteren Ecke des Raumes liegend. Er trat an ihr Krankenbett. "Alina, können Sie mich hören?" fragte er. Sie öffnete die Augen und blickte ihn an. "Christopher", flüsterte sie. "Setzen Sie sich", bat sie leise. Branford folgte der Aufforderung und nahm auf der Bettkante Platz. "Alina", begann er, wurde aber von ihr unterbrochen. "Sagen Sie es nicht, Christopher. Ich weiß, daß Sie um unsere Toten und Verwundeten trauern. Das ist in Ordnung. Aber Sie brauchen sich deshalb nicht entschuldigen." Der Captain fühlte sich von einer tonnenschweren, inneren Last befreit. Er hatte Gewissensbisse wegen den Toten bei den Selasi und Andianern. "Verstehen Sie, Sie waren nicht Beteiligte dieses Konflikts. Das ist die Tatsache, die mich belastet", versuchte er zu erklären. "Ich weiß. Aber wir haben Ihnen aus freien Stücken geholfen. Sie brauchen sich nicht schuldig zu fühlen." Alina nahm Branfords Hand und hielt sie. Branford hatte für gewöhnlich seine Gefühle gut unter Kontrolle, aber diesmal nicht. Es rannen leichte Tränen aus seinen Augen. "Danke", brachte er nur hervor. Wortlos saß er da, unfähig, noch ein Wort herauszubringen. "Cassels an Captain Branford", ertönte eine Stimme über Interkom. Branford tippte seinen Kommunikator an: "Sprechen Sie." "Wir haben Fleet-Admiral Shanti für Sie, Captain." Branford bestätigte: "Ich komme sofort, Commander. Ende." "Ich schaue später bei Ihnen nochmal vorbei", sagte er zu Alina und stand auf.
Fleet-Admiral Eleonora Shanti war knapp sechzig Jahre alt und nach Franklin die zweite Befehlshaberin der Sternenflotte. Branford war sie bekannt. Enormer Scharfsinn und hohes taktisches und strategisches Können zeichete die farbige Offizierin aus. "Captain Branford, ich grüße Sie", begann sie. Shanti sprach vom Lagezentrum der Sternenflotte aus. "Ich grüße Sie ebenfalls, Admiral", entgegnete Branford etwas müde. "Man merkt, Sie haben in letzter Zeit Großartiges geleistet." Ein kurzes Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen. "Ja, Admiral. Aber der Erfolg unserer Bemühungen hält mich aufrecht." Shanti nickte: "Sie haben recht. Wir haben hier auf der Erde die letzten Formwandler gefunden und unter Arrest gestellt. Die Menschen hier und überall werden wieder in Frieden und Freiheit leben. Dank Ihnen." Abwehrend hob Branford beide Hände: "Viele haben zu diesem Erfolg beigetragen, Admiral. Ich war nur ein kleines Rädchen im Getriebe, wie man so schön sagt. Das möchte ich betonen." "Trotzdem, Sie sind einer der Köpfe des Widerstandes gewesen. Das wird niemals vergessen werden." "Admiral, der Einsatz der Selasi und Andianer hat schlußendlich den Erfolg erst möglich gemacht. Wir stehen für alle Zeit in ihrer Schuld", betonte Branford. "Da haben Sie recht, Captain." Shanti schwieg kurz."Kehren Sie zur Erde zurück, Captain. Alle Schiffe der Flotte versammeln sich hier. Wir müssen hier uns beraten, wie wir die Ordnung und Sicherheit wiederherstellen." "Aye, Admiral", nickte er. "Wir sehen uns, Captain. Shanti Ende." Der Bildschirm erlosch und die Sterne waren wieder zu sehen. "Jake, lassen Sie Kurs auf die Erde setzen", ordnete er knapp an.
"Steueroffizier, bringen Sie uns in einen erdnahen Orbit." Jake Cassels erhob sich langsam aus dem Kommandosessel. Er suchte den Blick seines Kommandanten. "Weitere Befehle, Captain?" fragte er. Knapp erwiderte er: "Wir beamen runter, Jake." Rasch tippte er seinen Kommmunikator an: "Alle Stabsoffiziere melden sich im Transporterraum 3." "Soll ich Sie begleiten?" wollte Cassels wissen. Branford nickte: "Natürlich, Jake." "Lieutenant Bartoli, Sie übernehmen", befahl er dem 1. Offizier.
"Persönliche Aufzeichnungen, Captain Branford, Sternzeit 55212,2.
Branford hatte sich in den Park des Hauptquartiers zurückgezogen. Von hier aus hatte man einen grandiosen Ausblick auf die Golden-Gate-Bridge, die nur zwei Kilometer entfernt lag. Er ließ seinen Blick schweifen. An der Eingrenzung der Grünanlagen standen mit Phasergewehren bewaffnete Posten. Seltsam, dachte er sich. Früher war auf der Erde sehr selten bewaffnete Sicherheitskräfte in der Öffentlichkeit zu sehen. Aber die Furcht vor dem Dominion war noch sehr gegenwärtig und würde so schnell auch nicht verschwinden. "Captain?" Er drehte sich um und erblickte Lieutenant Talma, der den Kiesweg vom Hauptgebäude herabschritt. "Lieutenant", nickte ihm Branford zu. "Setzen Sie sich doch, bitte." Der Sicherheitschef folgte seiner Aufforderung und nahm neben ihm Platz. "Sir, Lieutenant Commander Dax erwartet Sie im Wohntrakt des HQ." Wie immer war seine Stimme recht gleichförmig, doch ein gewisse Regung mochte Branford zu erkennen. "Danke", erwiderte er schlicht und blickte wieder zu Brücke. "Captain, ich. . .", begann Talma. Er stockte, ungewöhnlich für den selbstsicheren Offizier, der immer eine Antwort wußte. Erstaunt blickte Branford seinen Sicherheitschef an. "Was haben Sie, Mister Talma?" fragte er. "Was wird aus der Crew, jetzt, nachdem die Monarch vernichtet wurde?" Branford runzelte die Stirn: "Ich weiß es nicht, Lieutenant. Aber glauben Sie mir, unter allen Umständen will ich, daß diese Crew zusammenbleibt. Wir haben in dieser Krise in meisterhafter Weise zusammengearbeitet. Wir sind ein Team." "Sir, ich möchte keinesfalls in einem anderen Team dienen. Das betone ich." Talma klang sehr bestimmt und ernst. Branford wußte, daß ihm diese Worte sehr schwergefallen waren. Er lächelte ihm zu: "Ich will Sie auch nicht verlieren, Jeri." Das erste Mal seit Jahren hatte er seinen Sicherheitschef mit dem Vornamen angeredet. Aber das war in dieser Situation nur verständlich. Branford erhob sich: "Wir sehen uns später."
Im Wohntrakt des Sternenflotten-Hauptquartiers lagen normalerweise die Quartiere für die höheren Stabsoffiziere. Nun waren hier die befreiten Offiziere untergebracht. Branford durchquerte die Korridore im 2. Stock, bis er zu dem Quartier gelangte, welches ihm genannt wurde. Er betätigte den Türsummer, sie öffnete sich und er trat ein. Er schaute sich im Raum um. Jadzia saß auf dem Bett. Sie hob den Blick nicht, fast so, als würde sie ihn ignorieren oder nicht erkennen. "Jadzia?" fragte er sanft und näherte sich ihr. Er nahm auf ihrem Bett Platz. Plötzlich fiel sie ihm um den Hals, begann zu schluchzen. Ganz fest schloss er sie in die Arme, hielt sie minutenlang. "Ich habe dich so vermisst", flüsterte sie unter Tränen. Er entgegnete rasch: "Ich dich auch, sehr sogar." Sie küssten sich, hörten nicht mehr auf. Dann sanken sie auf das Bett zurück.
Der große Saal im Hauptquartier war bis zum letzten Platz gefüllt. Branford saß gemeinsam mit seinen Stabsoffizieren in der ersten Reihe. Neben ihm saß Alina, die sich in den letzten Tagen sehr gut erholt hatte. Admiral Shanti hatte alle höheren Offiziere herbestellt, um ihnen ihre Vorstellungen vom Neuaufbau zu vermitteln. Die Sternenflotte würde einen großen Teil dieses Wiederaufbaus bewältigen müssen. Ein Lieutenant, offenbar ein Adjudant, trat an das Rednerpult. "Meine Damen und Herren, Fleet-Admiral Eleonora Shanti!" Die Angekündigte kam durch den Mittelgang in den Saal und hielt auf das Pult zu. Mit einem Lächeln brach sie zuerst die Anspannung unter den Anwesenden. "Ich danke Ihnen für ihr Kommen", begann sie. "Zuerst einmal freue ich mich, Captain Branford von der Monarch hierzuhaben. Er, der er so Großartiges geleistet hat, verdient unseren Dank." Bei diesen Worten blickte sie Branford nachdrücklich an, dem diese Auszeichnung jedoch gar nicht so recht war. "Ich bin vor allem aber hier, um den Selasi und Andianern zu danken, ohne deren Hilfe wir es nicht geschafft hätten, unsere Freiheit wieder zu erlangen. Ich trauere auch mit ihnen um ihre Freunde, die in diesem Konflikt ihr Leben ließen." Alina hörte sich die Worte an, man sah ihr an, daß sie tief bewegt war. "Auch unseren klingonischen Verbündeten und Freunden danken wir aus tiefstem Herzen. Wir wissen, daß wir uns auf sie verlassen können", fuhr Shanti fort. Auf dem Wandschirm hinter dem Pult erschien eine Sternenkarte. Sie zeigte das Gebiet der Föderation zum Zeitpunkt des Angriffs des Dominion. Viele der Planeten im äußeren Bereich waren vernichtet, Millionen von Lebewesen getötet worden. "Hier sehen Sie, was wir waren. Und das, was wir wieder werden wollen: eine Föderation, die aus vielen Planeten besteht, die frei ihr Leben gestalten, die keine Furcht vor Versklavung haben müssen. Das ist unser aller Ziel", sagte sie mit Nachdruck. Dabei funkelte es in ihren Augen. "Ich habe vor, die Stärke der Flotte schon bald wieder auf ihren alten Stand zu bringen. Die Werften arbeiten mit Hochdruck an neuen Schiffen, um unsere Verluste zu ersetzen. Sie alle sind gefordert, die Sicherheit wiederherzustellen. Das ist unsere Priorität. Arbeiten Sie hart." Sie wandte ihren Blick wieder an Branford: "Captain Branford, ich möchte, daß Sie mein Stabschef hier im Hauptquartier werden. Die Flotte braucht sie hier. Was sagen Sie dazu?" Branford war überrascht, konnte nicht sofort antworten. Er wollte wieder in den Weltraum hinaus, auf einem Schiff, das er befehligte. Und nun sollte er einen Posten übernehmen, der ihn an den Schreibtisch verbannte? "Admiral, wenn ich hier an diesem Platz wichtig bin, dann werde ich ihn übernehmen", erwiderte er. Aus den Augenwinkeln sah er, daß seine Crew alles andere als begeistert über diese Antwort war. Aber er hatte seine Pflicht zu tun. Niemand konnte ihm das abnehmen. "Sehr gut, Captain", lächelte Shanti erfreut. Er fragte sich, ob seine Antwort die Richtige gewesen war.
"Wieso haben Sie es getan, Christopher?" Alinas Frage traf ihn mitten ins Herz. Sie war schwer zu beantworten. "Nun, ich denke, meine Pflicht hat es mir gesagt. Die Flotte braucht mich hier, an der Seite des Admirals." Er selbst hörte, daß seine Worte nicht gerade überzeugend klangen. "Ich glaube Ihnen nicht", gab Alina zurück. Branford musterte sie. Natürlich, sie war Telepathin. Sie merkte genau, er war sich selbst nicht sicher. Aber er versteckte noch eine andere, unangenehme Wahrheit. "Alina, ich muß Ihnen etwas sagen", begann er. Sie hob die Hand: "Ich weiß es." "Wissen was?" fragte er zurück. "Daß die fliehenden Dominion-Schiffe das Wurmloch zerstört haben." Sie blickte ihn durchdringend an: "Glauben Sie, Sie können vor mir etwas verstecken?" "Es tut mir leid." Er war verlegen. Sie wußte es, daß sie unter diesen Umständen wohl nie wieder nach Antipa zurückkehren konnten. Aber sie trug es erstaunlich gelassen. "Alina, ich schwöre Ihnen: Wenn es jemals die Chance gibt, dann werde ich Sie zurück nach Antipa bringen", sagte er leise und bestimmt. Sie lächelte: "Das weiß ich, Christopher. Sie sind jemand, der sehr viel auf Freundschaft hält. Nichts anderes hätte ich erwartet." Jedes weitere Wort wäre überflüssig gewesen. Und so sahen sich die beiden den Nachthimmel über der Bucht von San Francisco an.
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