Zurück
 

Hail Master
oder: wieso unsere (Serien-)Helden sind, wie sie sind

© by Tatjana ()

 

Disclaimer: Alle verwendeten HL-Charaktere gehören Panzer/Rysher/Davis/wem-auch-immer und wurden nur zu noncommerce Zwecken ausgeliehen. Nach dem Spielen schicke ich sie wieder frisch regeneriert und gekämmt nach Hause, versprochen. :-)
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion

 

Nehmen wir doch mal meinen Lieblings-Immie: Kronos. Niemand würde von ihm behaupten, daß er ein Schwiegermutterliebling wäre und eingedenk der unsterblichen Worte meiner Oma: "Niemand wird so geboren, wie er hinterher ist. Alles ist das Ergebnis eines langen Lernprozesses." habe ich mir überlegt: wie wird man denn nun eigentlich so böse? (An dieser Stelle der Hinweis des Autors: ich bin übrigens ein ganz und gar friedliebender und überhaupt nicht bissiger Mensch, auch wenn ich mich meist anders präsentiere. Nur so zum besseren Verständnis. *g*)

 

Also, nach langem Grübeln bin ich einer möglichen Antwort auf die Spur gekommen. Ich stelle mir das so vor: Klein-Kronos wird in eine ganz normale, midclass family hineingeboren. Vater Bauer, Mutter Hausfrau, er einziges Kind, in das große Erwartungen gesetzt werden. (Oder, wie mein Mann es vorhin formuliert hat: "Herr Doktor, was ist es denn?" "Es ist ein Arschloch!") Nun sind vielleicht ein paar Jahre ins Land gegangen, Klein-Kronos hat Freunde in seinem Alter und tut das, was Jungs in seinem Alter halt gerne tun: spielen. So schultert er denn eines schönen Tages seine Steinkeule und will losmarschieren.

"Kronos, Mausi-Schatzilein, so kannst du aber nicht nach draußen!"

(Mütter können ja so grausam sein, muß Klein-Kronos feststellen, als er sieht, wie seine Kumpels draußen vor dem Gartenzaun breit feixen.)

Der guterzogene Filius zieht den Kopf ein wenig ein und dreht sich nur sehr widerwillig zu Mami um, die geschäftig zu ihm eilt und ihm an den Sachen herumzupft. Schließlich kommt das schlimmste überhaupt: Mami befeuchtet ihre Hand mit der Zunge und richtet damit Klein-Kronos' Scheitel. Der Knabe zappelt und will weg, aber Mutti hat noch etwas Schmutz an der Wange entdeckt, den sie schnell mit dem angespuckten Zipfel ihrer Schürze wegwischt.

Unterdrücktes Kichern vom Zaun her.

Endlich könnte das Kindlein gehen, da ereilt ihn Mutterns Ruf: "Kronilein, hast du nicht was vergessen???" Und schon dreht sie ihn zu sich um und drückt ihm einen dicken Schmatzer auf den Mund (!!!!), ehe sie ihm bei der Gelegenheit noch mal die Hose richtig hochzieht und ihn dann zum Gartentor hinausschiebt.

 

Also, auf Dauer könnte ich da schon verstehen, daß man negative Schwingungen entwickelt.... ;-))

 

Das obige genannte ist übrigens sehr variabel und äußerst beliebt mit nachgerufenen Sätzen wie "Hast du auch einen frischen Schlüpfer angezogen?" oder liebevollst ausgewählten Kosenamen; geschmacklosem Abknutschen in aller Öffentlichkeit und ähnlichem. (Frei nach dem Credo meiner Schwester: "Das ist nicht gemein, das ist Vorbereitung auf's Leben!")

Im Gespräch zeichnete sich letztlich dann folgende Frage ab: wie ist es anderen Helden/Heldinnen/Anti-Helden/Anti-Heldinnen ergangen?

Wieso ist Sherlock Holmes so ein Eigenbrötler? Wieso trägt Nick Knatterton diese komische Mütze? Wie konnte es sein, daß der so strenggläubig erzogene Angelus nach seiner Verwandlung zum Vampir so ekelig wurde? Woher wußte Pru, daß sie zaubern kann? Macht Zaubertrank dick?

Fragen über Fragen, auf die ich wohl nie eine Antwort finden werde. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich fand es schon recht interessant, darüber nachzudenken, wieso ein Chara eigentlich so ist, wie er ist. Was ihn dazu getrieben haben könnte. Bei manchen weiß man es ja, aber bei vielen liegen die (echten) Beweggründe doch eher im Dunkeln, so daß viel Spielraum da ist für Spekulationen. Und ich finde, Samstagmorgens halb sieben ist eine ziemlich gute Zeit dafür. ;-)

 
Ende

 
Du bist der 1319. Leser dieser Geschichte.