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Und während die einen noch spülen...

© by Jimaine ()

 

Disclaimer: Die Rechte an den Charakteren und den Ereignissen aus der Buchserie Harry Potter gehören J.K. Rowling und keinesfalls mir, *sigh*. Gleiches gilt für den Film Robin Hood - Prince of Thieves und die Serie Highlander. Ich verdiene kein Geld an ihrem Gebrauch und will auch überhaupt niemandem damit auf den Fuß treten. Die Geschichte ist nur zum Spaß entstanden.
Anmerkungen: Fortsetzung zu Birgitts "Black Shampoo"-CSD-Challengeantwort...gewidmet selbiger Autorin, *g* Ich konnte mir echt nicht helfen. Fünf Minuten im Blauen Kiosk und *wham* trete ich auf diese Landmine. Das erste Mal, daß ich auch nur an Harry Potter-fic dachte und jetzt hab' ich's sogar geschrieben. Danke an Birgitt für ihre Story und den damit verbundenen Bunny.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de)

 

Professor Severus Snape, als Lehrer gehaßt wie geachtet wie gefürchtet wie verspottet (von denen, die sich's trauten), hatte nicht schlecht gestaunt, als nach dem Frühstück eine Eule für *ihn* kam. Er bekam doch sonst nie Post. Wie er nun mit dem Paket in der Hand in sein fackelerleuchtetes Büro strebte, eine abschreckende Aura des 'Sprich mich nicht an!' um sich herum, ging er im Geiste die lange Liste seiner Bekanntschaften durch. Aber das waren alles Leute, die niemals Feder und Pergament zur Hand nehmen würden, wenn sie an ihn dachten, höchstens um eine Beschwerde beim Ministerium für Magie vorzubringen.

Entgegen seiner normalen Einstellung gegenüber Freundlichkeiten jeder Art mußte er sich eine gewisse Aufregung eingestehen. Ein langvergessenes Gefühl, dieses warme Kribbeln in der Magengrube. Fast wie Weihnachten.

Weihnachten....

Seit so vielen Jahren ein Reizwort für ihn.

Er ließ sich in den Stuhl hinter seinem Schreibtisch sinken und legte das Päckchen vor sich hin. Nachdenklich studierte er es für einige Minuten. Kein Absender, nur einfaches, braunes Papier, verschnürt mit einer einfachen Kordel. Dafür waren sein Name und Adresse umso eleganter geschrieben.

Der Gedanke an Festtage schmerzte, so ungern er es zugab. Weihnachten, Geburtstage... All die Feiern, die den Rest von Hogwarts in Hochstimmung versetzten, verstärkten bei ihm das permanente Gefühl der Einsamkeit, ließen ihn doppelt spüren, wie unbeliebt Giftmischer Snape bei Schülern wie Kollegen war. Er konnte sich kaum noch daran erinnern, wie es war, jemanden zu haben, der ihm mit einigen Zeilen zeigte, daß er ihm etwas bedeutete...ihm zumindest nicht völlig egal war. Von wem mochte dieses anonyme Paket sein? Freund oder Feind?

Mißtrauisch wie immer vermutete er natürlich einen Mordversuch. Als Überläufer aus den Reihen Voldemorts konnte man nie vorsichtig genug sein. Besser, er ging auf Nummer Sicher.

Aus der Reihe Schälchen neben seinem Tintenfaß entnahm er verschiedene Kräuter und Pülverchen und streute sie über das Paket. Eidechsenessenz und Belladonna, pulverisierte Drachenschuppen und... "Revelatio!"

Nichts passierte. Absolut nichts.

Also handelte es sich um etwas gänzlich Unmagisches, er konnte es ohne Bedenken öffnen. Rasch legte er den Zauberstab beiseite und durchtrennte die Kordel. Das Papier riß er aber nicht etwa auf wie ein ungeduldiges Kind, sondern wie jemand, der keinen unnötigen Schaden anrichten wollte. Unter der Papierschicht befand sich...ein Schuhkarton?!

Snape hob pikiert eine Augenbraue. Das wurde ja immer seltsamer! Langsam, nur mit den Fingerspitzen, hob er den Deckel hoch und im nächsten Moment auch die andere Augenbraue. Was immer es war, es war in Zeitungspapier eingeschlagen, *spanisches* Zeitungspapier, und obenauf lag ein Brief. Schon bei der Anrede breitete sich, ohne daß er es bemerkte, ein Lächeln über sein Gesicht.

 

Mein liebster Severus,

 

viele Grüße aus dem sommerlich-heißen Spanien. Aber wenn man dem Europawetter auf CNN trauen darf, seid ihr in Schottland auch vom guten Wetter gesegnet. Nach einer Woche Frankreich, wo ich mir einige Etappen der Tour de France angesehen habe, bin ich nach einer dreitägigen Rundfahrt durchs Baskenland nun im Süden angekommen. Hatte Dir ja gesagt, daß ich eine Weile Sonne tanken wollte. Außerdem hattest Du angedeutet, daß Sonne im Zusammenspiel mit diesem Causa Superandus-Spruch das Wachstum meiner Haare fördere. Ich habe gestern nachgemessen; sie sind bereits drei Millimeter länger.

Es ist wunderschön hier in Villarriba. Es ist nur ein kleines Dörfchen, ziemlich abgelegen, aber das ist mir recht so, wie Du Dir denken kannst. Noch in Bayonne mußte ich mich einem anderen Unsterblichen stellen - tja, anhand dieser Zeilen siehst du, wie die Begegnung geendet hat - und wenn ich mich nicht täusche, ist einer der Fahrer bei der Tour ebenfalls einer von uns. Manchmal habe ich das alles so satt... aber die Alternative wäre, auf heiligem Boden ins Exil zu gehen, und dazu habe ich einfach zu viel Spaß am Leben. Und ich reise viel zu gerne.

 

Du magst es vielleicht nicht glauben, aber ich denke häufig an Dich und unser gemeinsames Wochenende in London. Es war... zauberhaft. Und ich danke Dir dafür.

Laß bitte was von Dir hören, ich möchte den Kontakt nicht verlieren. Vielleicht könnte ich Dich in Schottland besuchen kommen. Du wolltest doch, daß ich den Chef eurer Organisation kennenlerne, diesen Dumbledore. Bei der Gelegenheit könnte ich gleich einige alte Bekannte von mir aufsuchen, Leute, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Wenn sie noch leben.

Sag' mir bitte Bescheid, was ich an Kleidung einpacken soll. Du weißt, wie ich über zugige Schlösser denke. Habt ihr in Hogwarts Zentralheizung? Oder Klimaanlage?

 

Severus, ich muß jetzt Schluß machen. Heute abend feiern sie hier im Dorf ein großes Fest und das will ich mir nicht entgehen lassen. Allerdings wäre es noch schöner, wenn Du hier wärst.

 

Bis hoffentlich sehr bald,

 

George

 

P.S.: Mir kommt da gerade ein fabelhafter Gedanke: wir sollten mal gemeinsam Urlaub machen. Warst Du schon mal in Australien?

 

P.P.S: Fast hätte ich das Wichtigste vergessen. Ich habe etwas beigepackt, das Dir bei Deinem Haarproblem sichtbar helfen sollte. Die Einwohner von Villarriba schwören seit Generationen drauf.

 

Unter den Zeitungsknütteln zog er zwei Plastikflaschen hervor, die eine gefüllt mit einer grünen Flüssigkeit, die andere mit einer gelben. Doch auf beiden stand das gleiche:

FAIRY ULTRA - das kleine Wunder gegen Fett.

 
Ende

 
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