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Being a matchmaker isn't always easy© by Spookyslayer ()
"Ich werde die beiden zusammenbringen. Und wenn es das Letzte ist was ich tue!" Fähnrich Yokas sah überrascht von ihrem Kaffee auf und sah mich an. "Wen willst du denn jetzt schon wieder verkuppeln?" Ich grinste nur und beobachtete meine nächsten beiden Opfer. "Hab selten so ein süßes Paar gesehen", murmelte ich und seufzte tief. Yokas versuchte sich unauffällig im Speiseraum umzusehen, um herauszufinden, wen ich nun eigentlich verkuppeln wollte. "Wen meinst du jetzt eigentlich?" fragte sie schließlich und ich deutete zu einem Tisch am anderen Ende des Raumes. "Na da, Lieutenant Reed und Commander Tucker natürlich." Yokas drehte sich wieder zu mir um und starrte mich ungläubig an. "Ist das dein ernst? Du willst mit einem Schlag die zwei heißesten Typen hier an Bord vom Singlemarkt nehmen?" Ich sah sie nachdenklich an. "Da hast du schon Recht. Aber sie sind nun mal füreinander bestimmt. Ich fühle es." Yokas seufzte. "Ich weiß, du hast bisher ne Trefferquote von beeindruckenden 100%, aber bist du dir mit den beiden wirklich sicher? Ich wüsste nicht, dass einer von beiden je mit einem Mann zusammen gewesen wäre." Ich grinste wieder. "Waren sie auch nicht, ich hab mich informiert." "War ja klar." War ihr einziger Kommentar, bevor sie sich wieder ihrem Kaffee widmete. "Und wie willst du das anstellen?" fragte sie einige Minuten später, als sie sah, dass ich die beiden Offiziere noch immer beobachtete. "Ich habe keine Ahnung. Das wird eindeutig der schwerste Fall meiner bisherigen Karriere." Nun grinste sie. "Denk an deine 100%, Rachel." Ich ignorierte sie und nagte stattdessen gedankenverloren an meiner Unterlippe. 'Ich habe wirklich keine Ahnung.'
Meine Schicht war gerade beendet, als ich sah, dass Malcolm Reed den Maschinenraum betrat. Ich griff nach dem Padd, das ich eben zur Seite geworfen hatte und gab vor schwer beschäftigt zu sein. Ich linste vorsichtig über den Rand des Padds hinweg und beobachtete, wie er direkt zu Trip ging. Ich versuchte mich langsam und unauffällig zu nähern und kam mir langsam vor wie Miss Marple, als ich begann, die beiden zu belauschen. Doch leider ging es nicht um private Dinge sondern um eine Konfiguration der Waffen und ich gab enttäuscht auf. Gerade, als ich mich etwas mehr der Körpersprache der beiden widmen wollte, bemerkte Tucker mich. "Rachel?" Ich schrak hoch. "Ja Boss?" "So sehr ich deinen Ehrgeiz bewundere, das hat wirklich Zeit bis morgen. Deine Schicht ist längst vorbei und es ist schon spät." Ich seufzte tief. "Alles klar Boss. Wir sehen uns morgen." Ich nickte den beiden Männern zu und verließ den Raum. 'Ich würde zu gern wissen, worüber sie jetzt reden.' dachte ich, machte mir jedoch keine Hoffnungen. 'Wahrscheinlich immer noch über die Waffen. Wenn die so weiter machen, wird aus denen nie ein Paar.' Da ich noch immer keine Ahnung hatte, wie ich es anstellen sollte, beschloss ich, mir einen Komplizen zu suchen, der beide gut kannte. Als erstes dachte ich an Hoshi, doch meine Quellen flüsterten mir, dass sie selbst an Trip Tucker interessiert war. 'Auch das noch. Jetzt muss ich die auch noch irgendwie ablenken.' Schließlich entschied ich mich für Mayweather als Komplizen, doch als ich ihn darauf ansprach, lachte er nur. "Rach, ich kenne deine Trefferquote, aber das ist nicht möglich." Ich lehnte mich trotzig in meinem Stuhl zurück. "Ach ja? Wenn du dir da so sicher bist, könnten wir ja wetten." Gier leuchtete in seinen Augen auf. "Um Geld?" Ich schüttelte den Kopf. "Zu gewöhnlich... Ich hab da eine viel bessere Idee." Wir beugten uns beide vor und ich flüsterte ihm den Wetteinsatz ins Ohr. Sein Grinsen wurde breiter und wir besiegelten die Wette mit einem Handschlag. "Ich freue mich schon darauf, dich singen zu hören", grinste er selbstsicher doch ich zwinkerte ihm zu. "Warte nur ab, wer am Schluss singen wird. Ich bestimmt nicht." Dann ging ich, um mir einen Plan zu überlegen. Ich musste die beiden jetzt zusammenbringen. Nicht nur mein Ruf als Kupplerin und meine Quote standen auf dem Spiel. Jetzt ging es auch darum eine Wette zu gewinnen.
Die Sache sprach sich auf dem Schiff ziemlich schnell herum. Nur Mal, Trip und Hoshi wussten auf meine Anweisung hin nichts davon. Sie wunderten sich nur, warum der Rest der Crew dieses erwartungsfrohe Leuchten in den Augen hatte. T'Pol fungierte logischerweise als Buchmacher und nahm die Wetteinsätze entgegen. Die meisten waren jedoch unentschlossen, auf wen sie tippen sollten. Sie alle kannten meine Quote als Kupplerin, doch dieses Paar erschien den Wenigsten wahrscheinlich. Erst als Captain Archer 500$ auf mich setzte, folgte ihm ein Großteil der Crew. Nach Annahmeschluss eröffnete mir die Vulkanierin, dass ich bei einem Sieg 4000$ erhalten würde und dies spornte mich noch zusätzlich an.
In der folgenden Nacht erwachte ich plötzlich mit einer äußerst komplizierten aber genialen Idee. Es würde einige Vorbereitungszeit und Unterstützung von oben brauchen, aber der Plan war eigentlich narrensicher. Wenn es so nicht klappen sollte, würde ich aufgeben. Denn wenn ich sie nicht zusammen bringen konnte, würde es niemand schaffen.
Am nächsten Morgen erwachte ich siegessicher und überlegte, was ich alles brauchen würde, um meinen Plan in die Tat um zu setzen. Als erstes suchte ich den Captain auf. Er war in seinem Aufenthaltsraum und trank gerade eine Tasse Kaffee. "Guten Morgen Rachel." Er bedeutete mir Platz zu nehmen. "Guten Morgen Sir. Ich brauche Ihre Hilfe." sagte ich ohne Umschweife und er hob verwundert eine Braue. Dann verstand er. "Geht es um deinen verwegenen Plan?" "Ja Sir." Er stellte seine Tasse bei Seite und widmete mir seine ganze Aufmerksamkeit. "Gut ich bin dabei. Schließlich habe ich selbst 500$ gewettet. Was kann ich für dich tun?" "Nun, als erstes bitte ich um die Erlaubnis, einige Kontrollen über das Schiff zu erhalten. Muss da einige Dinge manipulieren." Ich blieb etwas vage, schließlich wollte ich nicht bereits jetzt alles preisgeben. Er überlegte kurz und nickte schließlich. "Genehmigt. Weiter." "Als nächstes möchte ich Sie bitten, Hoshi Sato für die nächsten Stunden zu beschäftigen. Ich dachte da an Nachhilfe für Fähnrich Sanchez." Die Idee war mir heute früh unter der Dusche gekommen. Er grinste und räusperte sich. "Ich verstehe. Archer an Sato!" Er hatte seinen "Captain" Ton aufgelegt. Der Ton, der keine Widerrede zuließ. "Hier ist Hoshi. Was kann ich für Sie tun?" kam die leise und eingeschüchterte Antwort. "Ich werde Ihnen gleich Fähnrich Sanchez auf die Brücke schicken. Geben Sie ihm Nachhilfe in Englisch. Sofort. Ich möchte keinen von Ihnen beiden sehen, bevor er nicht ordentlich Englisch spricht." Er versuchte ernst zu bleiben. Es ging immerhin um 500$. Hoshi würde es nicht zulassen, dass ich ihren geliebten Trip mit Mal verkuppele. Sie würde es ihm sofort erzählen, um Eindruck bei ihm zu schinden. Das konnte ich nicht zulassen. "Verstanden Sir. Sato Ende." Hoshi schien etwas verwirrt, hatte den Köder jedoch geschluckt. Jon atmete tief durch. "Archer an Sanchez." "Julio Sanchez - Fernandez. Sir?" kam die gebrochene Antwort und Archer seufzte tief. "Du - gehen - Brücke - und - treffen - Sato. Comprende?" versuchte er es geduldig und ich musste mich zusammen reißen, um nicht laut auf zu lachen. "Si." Julio klang stolz, überhaupt etwas verstanden zu haben und der Captain trennte die Verbindung. Dann drehte er sich wieder zu mir. "Puh. Was noch?" Die nächste Bitte würde nicht ganz so einfach werden. "Ich bitte Sie, mir Porthos später kurz zu leihen." Ich bereitete mich mental auf eine Abreibung vor, doch Archer sah mich nur überrascht an. "Was? Ich soll dir meinen Liebling überlassen? Wozu?" Er baute sich zu seiner vollen Größe auf, um seinen Hund wenn nötig zu beschützen und ich schluckte schwer. "Vertrauen Sie mir Sir. Mal und Trip sollen ihn nur in einer Jeffries Röhre lokalisieren, dann werde ich ihn sofort zurückbringen." Er entspannte sich ein wenig. "Na schön. Aber pass ja auf ihn auf! Sonst noch was?" "Ja, da wäre noch eine Sache. Wenn ich die Vorbereitungen abgeschlossen habe, werde ich Sie kontaktieren. Sie rufen dann Trip und Mal und befehlen ihnen Porthos zu suchen. Okay?" Er nickte. "Langsam begreife ich, was du da vorhast. Genehmigt. Wünsche gutes Gelingen!" Ich erhob mich und lächelte in an. "Danke Sir." Gut gelaunt verließ ich den Aufenthaltsraum und überlegte, was als nächstes zu tun war. Doch mit einem Blick auf den Chronometer stellte ich fest, dass jetzt erst mal meine Schicht begann.
Ich versuchte unauffällig einige Vorbereitungen zu treffen, wenn Trip nicht hinsah und sehnte die Mittagspause herbei. Ich überlegte, in welcher Reihenfolge ich vorgehen sollte und studierte den Plan mit den Jeffries Röhren. Ich entschied mich für einen Abschnitt auf Deck 7 und machte mich auf den Weg dorthin. Ich installierte eine kleine Kamera und ein Mikro an einer unauffälligen Stelle in der Röhre und sah mir die beiden Schotts an den Enden des kurzen Korridors an. Dann nickte ich zufrieden und krabbelte zum nächsten Ausgang. Auf dem Weg zum Maschinendeck traf ich Fähnrich Yokas und erzählte ihr, wann es losgehen sollte. 1700. Sie versprach allen Bescheid zu sagen und ich ging weiter. Langsam wurde es ernst.
Als ich mit einem Bildschirm bewaffnet die Messe betrat, sah mir ein Großteil der Crew bereits erwartungsvoll entgegen. Ich nickte einigen zu, ging zu dem Tisch in der Mitte und schloss den Bildschirm an. Ein leeres Stück Jeffries Röhre erschien und ich atmete tief durch. "Also gut. Operation "Liebesfalle" kann beginnen. Bin gleich zurück." Ich nahm Porthos mit und krabbelte mit ihm durch die Röhren zu Deck 7. Ich setzte ihn in den Korridor, grinste kurz in die Kamera und ging zurück zur Messe. Der Captain und ich nickten uns verschwörerisch zu und er räusperte sich. "Archer an Tucker und Reed." Nach kurzem Zögern kam die Antwort von Trip. "Ja Jon, was ist los?" "Porthos ist ausgebüchst. Und da ihr zwei die Einzigen auf diesem Schiff seid, die im Moment nichts zu tun haben, werdet ihr ihn nun suchen. Verstanden?" "Aber Jon!" "Verstanden?" Archer klang ungeduldig. "Alles klar. Wir machen uns sofort auf dem Weg. Tucker Ende."
'Jetzt sollten sie Porthos langsam in der Röhre geortet haben', dachte ich und hob meine Stimme. "Computer, Tucker und Reed lokalisieren." "Commander Tucker und Lieutenant Reed befinden sich auf Deck 7 in den Jeffries Röhren." Ich wies einen Fähnrich an, Porthos zurückzuholen und starrte gespannt auf den Bildschirm. Dann plötzlich wurden sie von der Kamera erfasst und alle hielten gespannt den Atem an. "Computer, die Schotts 23 und 24 versiegeln." Die Schotts schlossen sich mit einem lauten Zischen und die beiden Männer schraken auf. "Wo ist der Köter jetzt? Ich dachte, du hättest ihn hier in diesem Abschnitt geortet?" Trip hob seinen Scanner. "Hab ich ja auch, aber jetzt ist er weg... Ich orte ihn in der Messe."
Wir sahen zur Tür, die in diesem Moment aufging. Der junge Fähnrich kam mit Porthos herein und brachte ihn zu seinem Herrchen. 'Ausgezeichnet. Alles läuft wie geschmiert.' Inzwischen hatte sich fast die gesamte Crew hier versammelt und die ersten Popcorn Eimer wurden herumgereicht. Die Stimmung war großartig. Dann wurde es spannend, denn Trip hatte bemerkt, dass sie in dem Abschnitt zwischen den beiden Schotts eingeschlossen waren. "Ich versuchte eine manuelle Überbrückung", schlug Reed vor, gab aber bereits nach einigen erfolglosen Versuchen auf. Ich trat an die Konsole neben mir und betätigte einige Knöpfe. "Was hast du jetzt gemacht?" Ich grinste Fähnrich Mayweater an. "Ich habe die Kommunikation manipuliert. Die beiden können jetzt niemanden mehr kontaktieren und von niemandem außer mir kontaktiert werden." Einige bewundernde "Ohs" und "Ahs" gingen durch den Raum und alle warteten gespannt, wie es wohl weiter gehen würde. Es dauerte nicht lange und Trip kam auf die Idee, seinen Kommunikator zu betätigen. "Tucker an Archer." Keine Antwort. Wie auch. "Tucker an die Brücke." Wieder keine Antwort. "Hier ist Reed. Kann mich irgendjemand hören?" Nichts. Die beiden Männer sahen sich etwas besorgt an und ich beschloss, dass es nun an der Zeit war, mich einzuschalten. Ich betätigte meinen Kommunikator. "Hier ist Rachel. Falls mich irgendjemand hören kann, wir haben einige Fehlfunktionen an Bord. Unter anderem mit der Kommunikation. Es könnte etwas dauern. Boss, bitte in den Maschinenraum. Rachel Ende." Dann widmete ich mich wieder dem Bildschirm. Trip und Mal hatten es sich inzwischen auf dem Boden gemütlich gemacht. "War das Rachel, die kleine Blonde aus deinem Team?" fragte Mal und Tucker nickte. "Die ist echt süß. Intelligent, witzig und blond. Genau mein Typ." Der Commander dachte ein wenig darüber nach. "Ja, sie ist ziemlich hübsch. Ich steh vor allem auf ihren britischen Akzent. Wenn sie jetzt noch dunkelhaarig wäre, wäre sie auch genau nach meinem Geschmack." "Das darf doch nicht wahr sein!" murmelte ich und ließ meinen Kopf geräuschvoll und schmerzhaft auf die Tischplatte knallen. Einige Crewmitglieder klopften mir mitleidig auf den Rücken, die anderen lachten. Alle waren sich der Ironie dieser Situation bewusst. "Ist euch eigentlich klar, was ihr da sagt?" brüllte ich den Bildschirm an und war der Verzweiflung nahe. "Richtig, du stehst ja mehr auf dunkelhaarige. Dann wär doch eigentlich Hoshi genau die Richtige für dich, oder?" Die Männer und Frauen in der Messe verstummten geschockt. "Das ist eine ganz schlechte Idee!" brüllte ich wieder und sah bereits mein Geld schwinden. "Das ist ja besser als Kino." flüsterte T'Pol und die anderen stimmten ihr ausnahmslos zu. "Meinst du? Ja, sie ist eigentlich sehr hübsch und nett." entgegnete Trip und lächelte. 'Das glaub ich einfach nicht.' "Vielleicht sollte ich sie mal um ein Date bitten!?" fuhr Tucker fort und Mal entgegnete "Ja, super Idee. Ich glaube eh, sie hat ein Auge auf dich geworfen." 'Ich krieg gleich nen Schreikrampf!' "Da muss ich wohl zu härteren Mitteln greifen." stellte ich fest und eilte wieder zur Konsole. Ich drückte erneut einige Knöpfe und betätigte wieder meinen Kommunikator. "Rachel an Commander Tucker. Boss, wenn Sie mich hören, kommen sie bitte so schnell wie möglich in den Maschinenraum. Wir haben jetzt auch noch Probleme mit der Temperaturregulation." Ich bekam vereinzelten Applaus für meine schauspielerischen Leistungen und meine dramatische Ansprache und verbeugte mich leicht. "Ach du meine Güte, da ist man mal für ein paar Minuten nicht da, und schon bricht auf dem Schiff das Chaos aus", murmelte Tucker und Mal seufzte. "Hoffentlich bekommt die Kleine das bald in den Griff." "Was ich? Bekommt IHR doch EURE Sachen zuerst in den Griff. Ihr habt es nötiger als ich." Ich spürte einige besorgte Blicke auf mir ruhen und versuchte ruhig zu bleiben. Doch ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Denn in wenigen Minuten würde es in dieser Röhre sehr sehr heiß werden und dann würde etwas geschehen. Da war ich sicher. Das Popcorn war inzwischen leer und Phlox wurde geschickt um neues zu machen. Wir beobachteten währenddessen weiter den Bildschirm und ich stellte mit großer Befriedigung fest, dass es den beiden da drin langsam ziemlich warm wurde. "Es ist unerträglich heiß hier", stöhnte Tucker und Mal zog als Antwort den Reißverschluss seiner Uniform etwas runter. Trip tat es ihm gleich. "Das kannst du laut sagen. Ich komme aus England. Da regnet es meistens. Wir sind so große Hitze nicht gewohnt." Tucker nickte.
"Ich glaub, ich zieh jetzt echt bald mein Shirt aus. Das ist ja nicht zum Aushalten hier drin." "Tu dir keinen Zwang an", erwiderte Mal. "Ist ne gute Idee." Als beide begannen, ihr Hemd auszuziehen, gingen weitere "Ahs", "Ohs", "Uhs" und "Aber Hallos" durch den Raum. "Jetzt kommen wir der Sache schon näher!" lachte ich und rieb mir zufrieden die Hände. Nun sahen die Mitglieder der Gegenpartei besorgt aus und ihr Blick verfinsterte sich noch zusehends, als sie den kurzen Blick bemerkten, den Reed Trips Oberkörper schenkte. Der Blick war nur flüchtig, doch er genügte, um meine Siegeschancen noch weiter in die Höhe zu treiben. Doch dann schüttelte Mal den Kopf und der Moment war vorbei. Eine halbe Stunde später saßen beide Offiziere in ihren Boxershorts da, denn ich hatte die Temperatur in der Röhre weiter unbarmherzig nach oben getrieben. Viele Frauen und auch einige Männer waren mir äußerst dankbar für diesen Anblick und Stimmung und Spannung stiegen weiter. Phlox versorgte das Publikum weiter mit Popcorn und kalten Getränken und ich musste T'Pol wahrlich Recht geben: Das war wesentlich besser als Kino. Beide Männer waren nass geschwitzt, die Haare klebten an ihnen und sie atmeten schwerer als gewohnt. Doch noch etwas ließ sich beobachten. Reed sah vorsichtig auf, betrachtete Tucker für einige Sekunden und senkte den Blick, da er spürte, dass Trip aufsah. Dann betrachtete Tucker Mal für einige Sekunden und senkte den Blick wieder, als Reed wieder aufsah. Das ging einige Minuten lang so hin und her und ab und zu trafen sich ihre Blicke auch kurz. Travis stöhnte laut auf, doch auf mein hämisches Grinsen reagierte er trotzig. "So lange sie sich nicht küssen, habe ich noch nicht verloren." 'Er hat Recht. Verdammt. Jetzt muss ich es wohl den beiden überlassen. Ich habe alles in meiner Macht stehende getan.' Klar, ich hätte noch romantische Musik spielen lassen können, aber dann wären die beiden wohl ein wenig misstrauisch geworden, oder?
"Ich verhungere." maulte Trip und zog einen Schmollmund. "Irgendwie bezweifle ich, dass es schon so weit ist. Ich kann dich beruhigen, wir werden zuerst verdursten." Tucker sah seinen Freund erschrocken an, doch Mal grinste. "Sehr witzig. Ich lach mich tot. Seit wann haben Briten denn Humor?" Mals Antwort kam schnell. "Seit Mister Bean." Trip fing lauthals an zu lachen. "Moron", murmelte Mal und bemerkte, wie sich Trips Gesicht plötzlich vor Schmerz verzerrte. Das Publikum hielt erneut geschockt den Atem an und Mal wäre besorgt aufgesprungen... wenn die Decke dafür nicht viel zu niedrig gewesen wäre. So rutschte er nur ein wenig näher. "Was ist los Trip?" "Weiß auch nicht, mein Nacken tut weh. Schon seit ein paar Tagen." "Komm! Sag es!" schrie ich und mit mir einige andere und Mal enttäuschte uns nicht. "Soll ich dich ein wenig massieren?" Tucker lächelte gequält. "Kannst du das denn?" "Man sagt es zumindest", entgegnete Mal und Trip nickte. "Na dann, komm her." "Na endlich mal ein wahres Wort!" kommentierte ich und es schien als würden wir uns alle noch mehr zum Bildschirm hinbeugen. Reed fing an, seinem Freund Nacken und Rücken zu massieren und ich dachte: 'Bald ist es soweit. Ich kann es spüren!' "Also ich versteh nicht, warum du nicht verheiratet bist", meinte Tucker und schnurrte dabei fast wie ein Kätzchen. "Warum? Wie kommst du darauf?" Reed war verwirrt. "Na, du massierst göttlich!" Mal lachte. "Danke schön!" "Und du hast wunderschöne Augen. Ganz zu schweigen von einem umwerfenden Lächeln, dass alle verzaubert wenn du es mal gebrauchst." Wir hielten alle den Atem an. Wie würde Malcolm reagieren? "Äh... danke... denke ich. Du bist echt süß." Sie sahen sich lange in die Augen und endlich küssten sie sich. Ein Großteil der Crew sprang auf und jubelte. Ich lehnte mich zunächst erleichtert in meinem Stuhl zurück, überlegte es mir dann jedoch anders und vollführte einen kleinen Siegestanz in der Mitte des Raumes. "Gewonnen!" rief ich dabei immer wieder. "Gewonnen!" Die Stimmung in der Messe war etwas gespalten, doch da die Freude eindeutig überwog, ging ich davon aus, dass doch die Meisten auf mich, Trip und Mal gewettet hatten. Dann plötzlich - mitten in einer Laola Welle - fiel mir etwas Wichtiges ein. Ich stellte mein Sektglas bei Seite und eilte wieder zur Konsole. Erst brachte ich die Temperatur auf normal, dann stellte ich die Kommunikation wieder her. Ich wartete, bis sie den Kuss brachen und rief sie. "Also gut. Hier ist noch mal Rachel. Ich habe alle Probleme beseitigt. Alles funktioniert optimal. Boss, wo zum Teufel sind Sie? Im Maschinenraum war echt die Hölle los." "Ja, hier Tucker, ich kann dich hören..." "Ich will mich ja echt nicht selbst loben..." unterbrach ich ihn "...aber ich hätte für den heutigen Tag echt nen Orden verdient." Trip seufzte. "Ist gut Rachel. Ich werde dich für eine Beförderung vorschlagen. Aber könntest du uns bitte zunächst hier rausholen? Wir sind in den Jeffries Röhren auf Deck 7 zwischen Schott 23 und 24 eingeschlossen." "Alles klar Boss." Ich ließ die Schotts öffnen, die beiden Männer zogen sich wieder an und krabbelten außer Sichtweite der Kamera. Ich nahm die ersten Glückwünsche und mein Geld entgegen und langsam löste sich die Versammlung auf.
Zwei Tage später war es dann soweit, die Einlösung des Wetteinsatzes. Travis Mayweather war ein fairer Verlierer und versprach sein Bestes zu geben. Ich beschloss, Mal und Trip persönlich einzuladen und fand sie im Maschinenraum. "Ich wollte euch beiden nur gratulieren." Sie sahen mich etwas irritiert an. "Du weißt es?" fragte Trip und strich liebevoll über Mals Wange. "Aber natürlich." entgegnete ich. "Alle wissen es. Und alle freuen sich für euch." 'Na ja, fast alle.' "Dabei konnten wir es so lange geheim halten", murmelte Mal und sah mich an. "So lange? Wie lange seit ihr denn schon zusammen?" fragte ich verwirrt und die beiden Männer begannen sich verliebt anzulächeln. "Fast drei Monate." Ich verschluckte mich und begann wild zu husten. "Ach ehrlich?" Beide nickten und schienen mich gar nicht mehr wahrzunehmen. Ich dachte besorgt an mein Geld. "Könnt ihr mir einen Gefallen tun und das für euch behalten? Ich meine das mit den drei Monaten." Sie nickten wieder. Dann kam mir ein Gedanke. "Ich dachte, Sie wollten Hoshi um ein Date bitten, Boss!?" 'Okay, das war dumm. Schließlich dürfte ich davon eigentlich gar nichts wissen.' Die beiden sahen mich auch etwas irritiert an. "Woher weißt du denn das schon wieder?" Ich wurde etwas rot. "Äh... na ja... ich hab da so meine Quellen... Ihr kennt mich ja." Trip hob eine Braue. "Na ja, wir beide wissen, dass Hoshi scharf auf Trip ist. Deswegen zieh ich ihn öfters mal damit auf. Ist'n Insider." Ich verstand und sie küssten sich leidenschaftlich vor meinen Augen. Ich schüttelte nur den Kopf und verließ den Maschinenraum. Doch an der Tür fiel mir noch ein, warum ich eigentlich gekommen war. "Ach, und heut Abend steigt ne kleine Party in der Messe. Travis wird singen. Kommt doch bitte auch, ja? 2000." Sie nickten und ich verschwand.
Pünktlich um 2000 hatten sich wieder alle in der Messe versammelt. Das Buffet wurde innerhalb kürzester Zeit leer geräumt und man wartete gespannt auf den Auftritt von Travis Mayweather. Doch vorher erhob der Captain das Wort, gratulierte mir zu meinen nach wie vor beeindruckenden 100% und beförderte mich zum Lieutenant. Ich hielt eine kleine Rede und sah mich ein wenig im Raum um. Mal und Trip hatten nur Augen füreinander, ebenso wie Jon und sein geliebter kleiner Porthos. Dann war es soweit und Travis betrat die Bühne. Nur ich wusste, was uns bevorstand. Die anderen wurden völlig überrascht und brachen in ein schallendes Gelächter aus. Travis trug ein kurzes silbernes Kleid, Netzstrümpfe, Pumps und eine braune Perücke mit Locken. Man erkannte ihn trotz der starken Schminke am beleidigten Gesichtsausdruck und dann setzte auch schon die Musik ein.
"If I should stay, I would only be in your way. So I'll go, but I know, I'll think of you ev'ry step of the way.
And I will always love you. I will always love you. You, my darling you. Hmm."
Er gab sich redlich Mühe, und seine Version von "I will always love you" von Whitney Houston hörte sich gar nicht mal schlecht an.
"Bittersweet memories That is all I'm taking with me. So, goodbye. Please, don't cry. We both know I'm not what you, you need.
And I will always love you. I will always love you.
I hope life treats you kind, And I hope you have all you've dreamed of. And I wish to you, joy and happiness. But above all this, I wish you love."
Ich sah mich wieder ein wenig um und stellte fest, dass alle glücklich und gut gelaunt waren. Nur ich selbst war ein wenig traurig. Was nützt einem eine Kupplerquote von 100%, wenn man selbst Single war? Doch in diesem Moment ging die Tür auf, der neue Austausch - Lieutenant von der Erde kam herein und grüßte in die Runde. Ich starrte ihn mit offenem Mund an und spürte im selben Moment, dass ihn auch andere Singles entdeckt hatten. Also sprang ich auf und griff ihn mir. Er war perfekt. Das Aussehen von Jensen Ackles, die treuen Augen von Edward Norton und die angenehme Stimme von Ewan McGregor. Das Leben konnte nicht besser sein und Travis ließ sich sogar zu einer Zugabe überreden. Alle waren glücklich. Alle? Nun, nicht ganz. Denn in einem kleinen Raum auf Deck 11 saß noch immer Hoshi Sato und versuchte ihrem Schützling Julio Englisch beizubringen. "The - story - is - over." versuchte sie es erneut. "Comprende?" Julio nickte eifrig. "Si!" Er hatte kein Wort verstanden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, oder der Captain ein Einsehen mit den beiden hatte, sitzen sie wohl noch heute auf Deck 11 und versuchen, sich nicht ineinander zu verlieben. Ich würde auch diese zwei noch verkuppeln, aber das wäre dann eine andere Geschichte.
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