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Ein kurzes Treffen

© by ZoeP ()

 

Disclaimer: Die Charaktere von The Pretender gehören (ja, sie gehören zusammen) aber leider, leider nicht mir und ich verfolge keinerlei kommerzielle Zwecke mit dem Schreiben dieser Story. Sie dient nur zur Unterhaltung anderer Fans wie mir.
Anmerkung: Habe seit Wochen eine ganz bestimmte Idee für eine Story und wollte sie endlich aufschreiben (ich kam wegen dieser Sache einfach nicht mehr zu BF und entschloss mich, das zu ändern...). Doch aus dem harmlosen Anfang wurde dann plötzlich eine ganz andere Story. Tja, das ist sie nun. ;-) Feedback wäre echt lieb. - Kritisiert doch mal einen konfusen Shipper. ;-)
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de)

 

"Jarod, bleiben Sie stehen, verdammt!" Miss Parkers Stimme durchschnitt die Luft wie ein scharfes Messer. Ihre Waffe zielte auf ihn. Er spürte ihre Anwesenheit so deutlich, wie nie zuvor. Schweißperlen rannen seinen Rücken herunter.

Doch der Gejagte rannte weiter. Er wusste, sie würde nicht auf ihn schießen. Dazu war er zu wichtig, zu bedeutsam. Ein Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit, als er in einer kleinen Nebenstraße verschwand und sie somit abgehängt hatte. Tief sog er die kühle Luft ein und sammelte seine Kräfte. Die Hände auf die gebeugten Knie gestützt, atmete er tief durch. Jarod hörte gerade noch, wie Lyles Stimme Miss Parker in barschem Ton zur Rede stellte. "Warum haben Sie nicht geschossen? Meine Güte, er stand vor Ihnen!"

Als Parker nicht antwortete, zischte er leise, aber noch laut genug, dass Jarod er verstehen konnte: "Ich habe Ihr letztes Gespräch mit Sydney gehört."

"Sie haben uns belauscht?", brauste Miss Parker auf und sah ihn zornig an.

"Die Wände im Center haben Ohren, Schwesterchen." Sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch er brachte sie mit einer schnellen Handbewegung zum Schweigen. "Ich möchte Sie nur warnen... Wenn Sie Jarod noch einmal entkommen lassen, und das nur, weil Sie inzwischen mehr in ihm sehen, als eine Laborratte..." Er machte eine Kunstpause um sie zu ärgern. Ihre Augenbrauen wanderten in die Höhe und sie sah ihn fragend an. Er genoss seinen Triumph. "Dann hoffe ich nur, dass Daddy dafür noch Verständnis hat!"

Verdammt. Parker drehte Lyle dem Rücken zu. Es stimmte. Sie hatte erst gestern mit Sydney gesprochen, um ihn um Hilfe zu bitten. Sie kam mit diesen neuen Gefühlen für Jarod nicht klar... Als Lyle außer Hörweite war, flüsterte sie leise: "Wieso, verdammt Jarod, wieso machst du es mir so schwer?" Sie duzte ihn. Warum tat sie das?

"Tue ich das?" Sie wagte nicht, aufzublicken. Diese tiefe, warme Stimme würde sie jederzeit wiedererkennen.

"Was willst du noch, Jarod?" Erst jetzt sah sie zu ihm auf. Er lehnte an der roten Hauswand und sah sie prüfend an.

"Was hat ihr Bruder gerade eben gemeint?", fragte er geradeheraus. Wenn er es richtig deutete, konnte er sich ohne Gefahr in ihre Nähe begeben. Nur auf Lyle musste er achten.

"Ich wüsste nicht, was Sie das angeht." Sie setzte ihre kalte, starre Maske der Unnahbarkeit auf.

"Parker..." seine Stimme wurde plötzlich leise und sanft, fast schon beruhigend liebevoll. "Sie können so nicht weitermachen. Sie gehen daran kaputt."

"Was interessiert Sie das? Ich komme ganz gut klar." Eine Lüge. Sie wusste, dass er ihr nicht glaubte und hasste ihn dafür, ein Genie zu sein. Schon wieder eine Lüge. Sie hasste ihn nicht. Sie liebte ihn.

"Sie bedeuten mir auch mehr, als es nur eine Jägerin tun würde", gab er frei heraus zu.

Parker sah ihn mit geweiteten Augen an. Was redete er da? Sie tat alles, um ihn zurück an den Ort zu bringen, an dem er sein Leben lang... gequält wurde! Sie hatte etliche Male verhindert, dass er etwas über seine Familie herausfand... Und er empfand etwas für sie?

"Meinen Sie nicht, dass ich genug Probleme habe? Macht es Ihnen Spaß, mich zu ärgern?" Sie brauchte diese Schutzmauer um sich herum. Sie brauchte sie dringend.

"Ich meine das ernst. Ich weiß, dass es keine Zukunft hat. Sie gehören zum Center. Ich gehöre nirgendwohin. Sie arbeiten für das Center. Ich arbeite dagegen. Sie jagen mich, ich fliehe. So war es immer, und so wird es immer sein." War es tatsächlich ehrliche Zuneigung, die sie aus seiner Stimme heraushörte?

"Jarod... es ist verboten. es darf nicht sein." Sie seufzte. Parker war sichtlich erschöpft. Die Ringe unter ihren Augen waren stumme Zeugen ihrer Schlaflosigkeit.

Er nickte. Eine Weile standen sie einfach nur da und sahen sich in die Augen. Jeder dachte für sich darüber nach, wie es sein könnte ohne das Center. Ohne diese Jagd, ohne diese Gefangenschaft, in der sie Beide feststeckten. Langsam trat Jarod einen Schritt nach hinten.

"Ich werde jetzt gehen, Parker. Aber ich werde Sie niemals alleine lassen. Egal, was man im Center auch von Ihnen verlangt, es ist nicht Ihre Schuld, dass die mich geholt haben. Und es ist nicht Ihre Schuld, dass Sie mich zurückbringen sollen." Und dann verschwand er. Lautlos, wie er es immer tat. Parker legte ihren Kopf in den Nacken und stöhnte auf. Es war einfach verrückt. Sie liebte den Menschen, den sie gelehrt wurde zu hassen.

Eine kurze zeitlang stand sie noch da und starrte auf die Stelle, an der er eben noch gestanden hatte.

"Ich liebe dich, Jarod. Es tut mir Leid." Langsam drehte sie sich um und ging zu ihrem Auto.

Er lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und fühlte die angenehme Kühle, die von ihr ausging. Sein Atem bildete kleine, weiche Dunstwölkchen in der Luft. Seine Augen sahen in den hellgrau melierten Himmel und sein Blick schien sich in der ferne zu verlieren. "Ich liebe dich auch, meine kleine Miss Parker..."

 
Ende

 
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