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Und am Ende die Schuld

© by Kitty ()

 

Disclaimer: Sie gehören nicht mir. Wer eigentlich? Wenn ich gemein sein möchte, könnte ich behaupten, hierfür keinen Disclaimer zu brauchen. Ich nenne keine Namen...
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Manchmal schlägt der Pfad unseres Lebens eine vollkommen neue Richtung ein, teilt sich, spaltet sich plötzlich in viele einzelne kleine Pfade auf, einmal hier und einmal dort verlaufend, sich verwebend zu einem verwirrenden Gespinst, in dem man weder Anfang noch Ende erkennt - und sein Ziel aus den Augen verliert. Und wir sind dazu verdammt, in einem Labyrinth zu wandeln - hadernd, verzweifelt, ruhelos...

Ich wandle das dritte tränenreiche Jahr darin.

Ich bin nicht allein.

Kein Mensch auf Erden hat mehr ein festes Ziel vor Augen, einen gerade Weg. Nicht einmal mehr die Ambition und Kraft, den Ariadnefaden wieder aufzunehmen, der uns geleiten sollte durch die Hölle des Minos - zu verstrickt ist er, verknotet in einem Klumpen unansehnlicher, gestorbener Hoffnung.

Manchmal stehe ich einfach nur dort oben, auf jenem kleinen Hügel, und sehe über ihn hinweg - stur geradeaus. Niemals nach unten.

Was unten liegt, ist der Tod.

Ich ertrage die staubigen Winde der Täler nicht, die unsägliche, zermürbende Stille macht mich krank. Die grauweißen Flocken - Asche einstigen Lebens - treiben mich in Verzweiflung.

Ich hatte die Warnungen vernommen.

Die Zeichen gesehen.

Das Grauen gespürt.

Aber ich habe nie glauben wollen.

Fast kommt es mir wie eine Strafe vor, eine ganz persönliche Strafe nur für mich, dass ich hier sitze und sehe, dass ich mich geirrt habe.

Dass ich in diese Welt sehen muss, die keine mehr ist. Nur noch ein großer Schuttberg, durch den sich die letzten Überlebenden quälen, auf der Suche nach dem, was sie verloren haben: Hoffnung.

Wie nur haben wir das hier zulassen können? Wie nur hat es geschehen können, wenn so viele davon wussten - und angeblich waren genug der oberen Zehntausend davon informiert, dass es geschehen würde.

Doch sie waren feige. So schrecklich feige. Sie haben kollaboriert. Den Feind agieren, bestimmen und schaffen lassen. Zugesehen wie Gaffer auf der Straße, wenn ein Unfall geschieht - sie sind dabei, sehen - aber sie tun nichts.

Eine blutrote Sonne frisst sich in den graugelben Staub am Horizont. Der Himmel starrt vor Blut. Ich blicke auf den über Betonskelette wehenden Staub, und wieder überkommt mich die Frage nach der Schuld.

Waren sie Schuld, weil sie nur zusahen, wie diese Welt verging?

Oder ich, weil ich nie glaubte...?

 
Ende

 
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