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Filz im Filmgeschäft© by Birgitt (), Dezember 2003
Mein Name ist Fedora, Jimmy Fedora. Leider vergessen die Mächte, die im Filmgeschäft am Werk sind, oft völlig die Erwähnung meines Vornamens, und es hat schon unangenehme Verwechslungen gegeben. Reaktionen wie: "Fedora? Ist das nicht die Federboa aus My Fair Lady?" oder noch schlimmer: "Ah, Fedora! Ist diese Sahneschnitte nicht die neue Flamme von Ben Affleck?" sind fast an der Tagesordnung. Nicht, daß ich irgend welche Probleme mit meiner weiblichen Seite habe. Aber ich bin ein ernsthafter Schauspieler und ich hasse es, von vornherein in die Travestieschublade gestopft zu werden. Tut außerdem meinem Aussehen nicht so gut. Da wir gerade davon reden: Mein letztes Engagement war auch nicht gerade meinem gepflegtem Äußeren zuträglich. Okay, der Job war gut bezahlt und es ist natürlich eine Ehre, in Topfilmen dabei gewesen zu sein. Auch daß ich quasi über Nacht zu einem Markenzeichen des berühmtesten Abenteurers der Filmgeschichte geworden bin, schmeichelt dem Ego ganz ungemein. Aber was mußte ich dafür alles auf mich nehmen! Ich wurde zerdrückt, beschmutzt und angesengt. In einer Szene hat mich dieser Indy-Mensch sogar mit einem Tacker bearbeitet, weil ich in einer lebensbedrohlichen Stuntszene einmal die Nerven verloren habe und mich instinktiv habe von seinem Kopf fallen lassen. Dabei habe ich in unzähligen Situationen bewiesen, daß ich es wirklich drauf habe. Die Elemente machen mir nichts. Ratten, Spinnen, Schlangen habe ich ohne Murren ertragen. Bei Letzteren hat sich sogar Indiana fast die Hosen naß gemacht; ich gebe zu, es gibt eine Rolle, die noch etwas schwieriger als die meine ist. Aber sonst? Das Publikum zollt mir Beifallsstürme, die Fans bestellen Repliken von mir im Internet, nur die Kritiker kommen mit meinem Erfolg nicht klar. Typisch. Kaum verdient man mehr als sie, faseln sie was von "hat auch schon bessere Tage gesehen", "das könnte meine Klorolle auch", "auf der Bühne versagt" usw. Apropos Bühne! Hätten Sie vielleicht Lust, den Großteil Ihrer Tage in einem muffigen Keller auf den nächsten Einsatz zu warten? Nee, dann lieber ein Ehrenplatz in den Räumen der Lucasfilm. Da zieht man wenigstens den Hut vor mir. Bildlich gesprochen. Ach, noch einen Nachteil möchte ich erwähnt wissen. Ich habe mir mit meinem Einsatz in den Indiana-Jones-Filmen meine Karriere in künstlerisch anspruchsvollen Filmen verbaut. Dieser Ford hat den Absprung so gerade geschafft. Und vergessen, mich mitzunehmen. Vor Jahren habe ich versucht, bei einer anderen Produktion unterzukommen. Sie haben mich für den 'Talking Hat' nicht mal vorsprechen lassen. Das Publikum würde mir eine solche Rolle nicht abnehmen. Hah! Alles Hokus-Pokus! Was bleibt mir also anderes übrig, als auf den Drehbeginn zu Indy IV zu warten? Die sollen sich beeilen, wir werden alle nicht jünger!
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