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Dein Geburtstag, nicht meiner

© by Birgitt (), Februar 2004

 

Disclaimer: Das Copyright für Star Wars liegt bei Lucas-Film. Ich besitze zwar die Rechte an dieser Story, habe aber keine Intention, damit materielle Vorteile zu erlangen.
Anmerkung: Die Originalstory ist in dem Star Wars-Fanzine Bloodstripe #1 erschienen.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de)

 

Sie steht mitten in einem Haufen von Würdenträgern, und ich kann sie kaum sehen. Kaum. Ich bin groß genug, um über die meisten Gäste hinwegsehen zu können, und so erhasche ich zumindest ein paar Eindrücke von ihr. Klein, zierlich, trotzdem der Mittelpunkt dieser Halle, dieses Empfanges... Der Mittelpunkt des Universums soweit es mich betrifft.

Ab und zu wirft sie mir einen Blick zu, bettelt förmlich darum, dass ich mich gedulde, mich nicht einmische. Es wäre nicht das erste Mal, und ich würde es sofort wieder tun, wenn sie mir nur den kleinsten Wink geben würde. Gerade mal vor drei Tagen - bei einem anderen Empfang - machte sie den Fehler, vor Frust die Augen zu rollen, während sie der endlosen Diskussion zweier Ehrengäste lauschte. Fünf Minuten später waren wir außerhalb der Empfangshalle, weitere zwei Minuten später schrie sie mich an, dass ich ein ignoranter - na, was wohl? - ein ignoranter Wookieetreiber wäre. Dass ich die Arbeit von Monaten gefährden würde. Die Arbeit von mindestens einem Dutzend Diplomaten aus drei verschiedenen Planetensystemen. Sie ließ mich stehen, warf mir einen letzten wütenden Blick zu, mit blitzenden Augen. Ich muss zugeben, dass es ein blöde Idee gewesen war. Nicht immer, wenn dir eine Prinzessin einen verzweifelten Blick zuwirft, bedeutet es, dass sie auch gerettet werden will.

Heute Abend ist es schlimmer. Sie hat Geburtstag. Und sie ist der Ehrengast. Keine Chance, dass ich sie da rausholen kann. Nicht mal für ein paar Minuten, um ihr zu sagen, was ich ihr schon den ganzen Tag sagen wollte. Luke hat versucht, mich davon zu überzeugen, wie entscheidend dieser Empfang für die Neue Welt sei, die Mon Mothma, Leia, Calrissian und ein paar andere aufzubauen versuchen. Okay, er hat's nicht nur versucht. Er hat mich nicht nur von der Notwendigkeit dieses Festes überzeugt, er brachte mich auch dazu, Gala anzulegen und für ein paar Stunden Held der Galaxis zu spielen. Der Junge könnte mich dazu überreden, eine Herde Banthas mit bloßen Händen zu zähmen. Ehrlich gesagt hat er mich zu Schlimmeren gebracht.

Ich sehe auf meinen Chronometer und nur die Tatsache, dass ich neben der Tashani von Maredin stehe, lässt mich meinen Fluch runterschlucken. "Entschuldigt, Tashani, was habt Ihr gesagt?"

"Ich habe Euch gefragt, Solo-far, wo Ihr gelernt habt, unsere Sprache so exzellent zu sprechen? Ich war ziemlich beeindruckt von Eurer Begrüßung. Nicht so sehr von der Wortwahl, die, wie ich zugeben muss, besser zu einer Begegnung auf unseren Märkten gepasst hätte, als vielmehr Euer Akzent. Oder präziser, von der Nichtexistenz eines Akzents."

Ich muss ein Lachen zurückhalten. Die Hauptfrau von Murik, dem Führer des Maredin-Systems, hat mir den Abend gerettet. Sie hat Humor und Witz und schmückt sich nicht mit der Langeweile, die die anderen Gäste wie Abwehrschilde zu tragen scheinen. Sie... ja, ist ein lebendes Wesen in einer Ansammlung von herumlaufenden Toten.

"Ihr habt ins Schwarze getroffen, Tashani. Dort habe ich Mared gelernt, auf Euren Straßen, auf den Märkten. Und wenn es eine Angelegenheit von Leben und Tod ist, einen Akzent abzulegen, ist es gar nicht so schwer."

Sie erwidert mein Lächeln. "Solo-far, das ist eine Geschichte, die Ihr mit mir teilen müsst. Bei einer passenden Gelegenheit. Versprecht mir, dass Ihr Leia-fara begleiten werdet, wenn sie uns während der Mond-Zeremonie besucht. Meine Familie und ich wären geehrt."

Ich neige leicht den Kopf, aber ich weiß um die strengen Regeln des Hauses von Maredin. "Braucht Ihr nicht Murik-fars Einverständnis, bevor Ihr eine solche Einladung aussprecht, Iriad-fara?"

Ihr Lächeln wird zu einem Lachen. "Solo-far, all die Geschichten über Euch sind wahr. Ihr habt gar nichts von einem Diplomaten an Euch. Macht Euch keine Sorgen, Murik mag unser Volk regieren, aber in unserem Heim bestimme ich."

Wieder verbeuge ich mich, akzeptiere meine Niederlage mit einem Lächeln. Iriad legt ihre rechte Hand auf ihr Herz in der traditionellen Grußgeste und geht zu einer anderen Gruppe, zu ihrem Ehemann. Ich drehe mich, um nach Leia zu sehen, und stelle fest, dass sie direkt vor mir steht. "Leia, ich habe gedacht--"

Mit einer ungeduldigen Handbewegung unterbricht sie mich. "Würde es Solo-far etwas ausmachen, mich zu meinen Räumlichkeiten zu bringen?" Ihr Ausdruck ist ernst, aber ihre Augen funkeln.

"Was? Ich hatte befürchtet, wir müssten die ganze Nacht--"

"Nicht an meinem Geburtstag, Han." Leias Grinsen ist ansteckend, und ich erwidere es ohne Zögern. Sie macht einen weiteren Schritt auf mich zu, beugt sich zu mir. "Wir haben immer noch eine Stunde, um allein zu feiern." Ihre Stimme ist nur ein Flüstern, aber ich habe keine Probleme, den vielversprechenden Ton darin zu entdecken.

"Euer Höchwohlgeborenheit, es ist dein Geburtstag, nicht meiner. Was habe ich getan, dass ich so ein... Geschenk verdiene?"

Noch ein Schritt und ich kann ihr dezentes Parfüm wahrnehmen. "Lasst es mich so formulieren, Solo-far - ich erwarte definitiv, ein Geschenk als Ausgleich zu bekommen."

 
Ende

 
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