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Seine 28. Frau

© by Aisling (), 2000

 

Disclaimer: Leider gehört Highlander nicht mir sondern einzig und alleine absolut und unwiderruflich Wyden, Panzer/Davis, Rysher, Miramax. Diese Geschichte wurde von mir nur zum Vergnü+gen und ohne jegliche Gewinnabsichten geschrieben.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion.
Antwort auf den Mai-Challenge 2001
Ergänzung zu Begegnungen von Aisling.

 

Traum war glücklich. Ganz besonders an Abenden wie diesen. Sie verbrachte den Abend zusammen mit Methos und ihrem Fürsten. Die beiden Männer saßen auf der bronze Kline, und Traum etwas abseits. Sie hatte wie immer eine Weberei mit und hörte zu, wie Methos und Klawu miteinander sprachen. Die Weberei gab ihr einen guten Grund nicht zu reden. Denn wenn sie es tat, machte sie Fehler und es war eine verdammte Arbeit diese zu korrigieren.

Ihr Verhältnis zu Methos wurde immer inniger. Wenn sie zu Hause an einer schwierigen Weberei arbeitete und zwischendurch aufsah, war er des öfteren einfach da. Sie hörte ihn weder kommen noch gehen.

Er saß einfach nur da und sah sie an. Lächelte, wenn sie ihn ansah und ermunterte sie weiter zu arbeiten. Wenn sie anschließend wieder aufsah, war er weg.

Aber er ließ immer ein Geschenk da. Mal war es eine besonders schöne Blume, ein anderes Mal ein besonderes Garn in einer ungewöhnlichen Färbung. Sie fragte sich nur, warum er sie in den letzten drei Wochen noch nicht geküßt hatte. Gelegenheit gab es wirklich genug.

Jeder andere Mann den sie kannte, außer dem Fürsten natürlich, hätte schon mindestens einmal versucht mit ihr in die Wälder zu gehen und Bellten vorzufeiern. 'Und was tut Methos?' fragte sie sich fast schon verzweifelt. 'Ich weiß noch nicht einmal, ob er gut küssen kann. Was würde ich nicht alles für einen Kuß geben.'

Innerlich seufzend schaute sie zu Methos und ihrem Fürsten. Die beiden waren wieder in eine Diskussion vertieft.

 

Traum schrak hoch, als sie plötzlich eine Berührung an ihrem Arm spürte. Methos hatte sich zu ihr gesetzt.

"Was ist los mit dir? Du sitzt hier bei uns, starrst auf deine Weberei und arbeitest trozdem nicht. Willst du es mir nicht sagen?" Ganz sanft faßte Methos mit seiner rechten Hand an ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu sich.

Vor Verlegenheit wurde Traum rot. 'Soll ich ihm jetzt sagen, daß ich mich schon seit Tagen frage, wie sein Kuß schmeckt? Und das ich wissen will, ob er im Bett genauso zärtlich ist wie auch sonst? Und das ich genau davon geträumt habe?'

Der Fürst befreite sie aus ihrer mißlichen Situation. "Methos, es ist schon spät. Wie ich 'meine Kleine' kenne, wird sie früh aufgestanden sein, und ist nun schon wieder halb am träumen."

'Gut das er nicht weiß wovon ich geträumt habe.' "Ihr habt Recht mein Fürst. Ich werde mich jetzt auf den Heimweg machen." Traum stand auf und wollte ihre Arbeit in den Korb packen, als Methos ihr ihn aus der Hand nahm.

"Wenn du so müde bist, werde ich dir helfen deine Handarbeiten zusammensuchen und dich nach Hause begleiten. Ich kann es doch nicht zulassen, daß du unterwegs vor Müdigkeit umfällst."

Traum sah Methos mißtrauisch an. 'Macht er sich jetzt über mich lustig oder meint er es ernst? Es reicht ja schon, wenn der Fürst mich 'seine Kleine' nennt.'

"Wenn du meinst, daß ich auf dem langen Heimweg von ca. 500 Schritt einschlafen könnte, kannst du mich gerne begleiten. Ansonsten bist du alt genug um zu entscheiden, ob du mir auf meinen Heimweg Gesellschaft leisten willst oder nicht." Sie legte ihren Mantel um, nahm Methos den Korb aus den Händen und verließ wortlos die beiden Männer.

 

Sie war schon fast bei ihrem Haus angelangt, als sie schnelle Schritte hinter sich hörte. Traum drehte sich aber nicht um, sondern ging weiter bis sie vor ihrer Haustüre stand. Als sie die Türe öffnen wollte legte sich eine Hand auf ihre Schulter und mit sanfter Gewalt wurde sie umgedreht. Traum sah Methos direkt an. Sie erwartete, das er sich entschuldigte. Statt der Entschuldigung, die sie erwartete, nahm er ihr Gesicht vorsichtig in beide Hände und küßte sie zärtlich.

Er bedeckte ihr ganzes Gesicht mit kleinen zarten Küssen und küßte dann intensiv ihren Mund. Als er sich nach kurzer Zeit von Traum löste, mußte sie sich an die Türe lehnen um nicht umzufallen.

'So hat mich noch niemand geküßt. Und ich will, daß er weitermacht.' Sie nahm all ihren Mut zusammen, umarmte und küßte jetzt ihn.

Als sie sich das nächste Mal von ihm trennte, bemerkte sie, daß er keinen Mantel anhatte, obwohl es ziemlich kalt war. Sie grinste Methos an. "Ich möchte nicht, daß du dich meinetwegen erkältest. Wir sollten besser reingehen. Meine Dienerin hat bestimmt ein Feuer angemacht und es wird unter meinen Decken viel wärmer sein als hier." Sie hatte noch nie einem Mann angeboten die Nacht mit ihr zu verbringen. 'Aber er ist es wert. Selbst wenn er mich anschließend verlassen sollte. Diese Nacht will ich haben.'

Methos schüttelte den Kopf und grinste sie schief an. "Ich würde gerne. Aber ich möchte weder mit dem Fürsten, noch mit deiner Mutter Ärger bekommen. Deine Mutter wird meinen Kopf nehmen, wenn ich mich nicht ehrenhaft verhalte. Und ohne Kopf kann ich mich nicht weiter mit dir treffen. Außerdem möchte ich jetzt noch nicht sterben."

"Was für einen Schwachsinn hat meine Mutter dir erzählt? Ich bin alt genug, um selbst zu entscheiden, mit welchem Mann ich mein Lager wann teilen will. Ich werde morgen mit ihr reden. Und jetzt kommst du mit rein!" Sie öffnete die Türe, nahm Methos bei der Hand und zog ihn, ohne auf seinen schwachen Protest zu achten, in ihr Haus.

 

Am nächsten morgen erwachte Traum mit der Gewißheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sie drehte sich zu dem Mann, mit dem sie die Nacht verbracht hatte, um und beobachtete ihn. 'Wenn er noch einige Wochen bleibt, dann können wir vielleicht Beltane zusammen feiern. Ich würde gerne mit ihm über das Feuer springen.'

Als sie sich in ihrem Raum umsah, merkte sie, daß das Feuer über Nacht ausgegangen war. Traum stand auf, ging zur Feuerstelle und entfachte es wieder. Anschließend sah sie sich in ihrem Raum um. Die Kleidungsstücke lagen immer noch dort, wo sie sie hingeworfen hatten.

Traum fragte sich, ob Methos damit gerechnet hatte, einen Vulkan zu wecken. Sie hob die Kleidungsstücke vom Boden auf und legte sie ordentlich über die Truhe am Bettende. Als sie wieder aufsah, bemerkte Traum, daß Methos wach war. Er hatte sich aufgerichtet und sah sie aufmerksam an, mit einen Blick, den sie nicht richtig deuten konnte.

"Möchtest du Frühstück oder soll ich wieder ins Bett kommen?"

"Ich bin nach dieser Nacht am verhungern. Aber ich könnte ja mit dem Nachtisch anfangen und anschließend frühstücken wir. Allerdings nur, wenn du nicht noch dringende Arbeit hast, die unbedingt heute fertig werden muß."

"Eigentlich wollte ich noch die Borte für Avalons Festgewand machen. Aber er weiß, daß ich nie pünktlich bin. Erst Nachtisch, dann Frühstück und dann wieder naschen."

 

Kurz vor der Abenddämmerung schafften sie es, das Bett zu verlassen. Während sie sich anzogen, stellte ihr Methos ganz nebensächlich eine Frage: "Ich bin jetzt schon fast einen Mondwechsel auf dem Hohenasperg und genieße seitdem ich die Gastfreundschaft des Fürsten. Ich möchte aber in Zukunft wesentlich mehr Zeit mit dir verbringen und zu dir ziehen. Gibt es in eurem Volk ein besonderes Hochzeitsritual oder ähnliches? Natürlich nur, wenn du nichts dagegen hast."

Traum glaubte nicht richtig zu hören. 'Da stellt der Kerl mir die wichtigste Frage meines Lebens und tut, als ob es nichts besonders wäre.'

"Ich würde an deinem Haus einen Verkaufsraum anbauen. Wenn in den nächsten Tagen die griechischen Händler eintreffen, bringen sie..." Er konnte nicht mehr sagen. Traum umarmte und küßte ihn.

An diesen Abend schafften sie es nicht mehr das Haus zu verlassen.

 
Ende

 
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