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William

© by Sam80853 ()

 

Disclaimer: Die Charaktere der Serie "Quantum Leap" und "X-Files" gehören leider nicht mir. Ihre Existenz haben wir Donald P. Bellisario und Chris Carter zu verdanken.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de) auf der Akte-X-Seite

 

FBI Hauptquartier

J. Edgar Hoover Building

Washington D.C.

 

Als Sam seine Umgebung wahrnahm, schob er gerade eine Bahre durch eine Flügeltür.

Der Geruch von Chloroform stieg ihm in die Nase und Erinnerungen an seine Zeit als Arzt wurden wach.

"Ist das das Mordopfer?", hörte er eine weiblich Stimme.

'Mordopfer?'

Sam sah überrascht auf und sein Blick fiel auf eine attraktive rothaarige Frau, die ihn fragend musterte.

"Agent....", sie sah auf etwas an seiner Jacke, "...Gibson?"

Sam folgte ihrem Blick.

Er trug einen dunklen Anzug, dazu ein weißes Hemd und eine Krawatte. An der Tasche seiner Jacke hing ein Ausweis, auf dem drei große blaue Buchstaben zusammen mit seinem Namen zu lesen waren.

"FBI", las Sam leise.

"Agent Gibson?", die Stimme der Frau wurde ungeduldiger.

"Oh, Boy!"

 

Sam warf einen Blick auf die Bahre, die er eben durch die Tür geschoben hatte und stellte fest, dass es ganz sicher das Mordopfer war nach dem die Frau fragte.

Die Person war nach der Menge Blut zu urteilen, die das Laken, das ihn oder sie bedeckte, durchtränkt hatte, tot.

"Schieben Sie ihn bitte hier herüber", forderte die Frau ihn auf als eine weitere Person den Raum betrat.

"Haben Sie ihn sich schon ansehen können, Agent Scully?", fragte der Mann.

"Nein, Agent Doggett", sagte Scully. "Agent Gibson hat ihn gerade erst hereingebracht", antwortete sie und machte sich bereit, die Leiche zu obduzieren.

Agent Doggett trat ohne auf Sam zu achten ebenfalls an die Bahre.

Agent Scully schob das Laken zurück und betrachtete die Leiche aufmerksam.

"Wir haben keine Waffe am Tatort gefunden", erklärte Agent Doggett und deutete auf die Wunde in der Bauchhöhle.

Um einen besseren Blick zu haben, trat Sam näher.

Sein Atem stockte.

Er hatte während seines Medizinstudiums und seiner Ausbildung in der Notaufnahme schon vieles gesehen, aber soetwas hätte er sich nicht einmal in seinen Alpträumen vorstellen können.

"Sieht aus als hätte man ihn mit bloßen Händen die Leber herausgerissen", flüsterte er und schüttelte ungläubig den Kopf.

Erstaunt sahen Agent Scully und Agent Doggett ihn an.

"Ich stimme Agent Gibson zu", sagte Scully.

"Wobei stimmt sie Dir zu?", hörte Sam Al fragen als dieser durch die Imaging Chamber Tür trat.

Sam versuchte ihm noch den Weg zu versperren, aber es war bereits zu spät.

Sein Freund wurde unnatürlich blass und der blanke Horror stand ihm ins Gesicht geschrieben.

"Oh mein Gott.....", murmelte er und taumelte von der Leiche zurück.

"Du solltest Dich hinsetzen", schlug Sam vor.

"Was?", fragten zwei Stimmen gleichzeitig.

Sam fuhr herum, hatte er doch für einen Moment vergessen, dass er nicht allein im Raum war.

"Ein Toter", hörte Sam Al flüstern. "Ich hasse Tote! Sam, Du weißt, dass ich das nicht ertragen kann. Ich verschwinde hier", sagte er und flüchete durch die Imaging Chamber Tür.

"Al!", versuchte Sam ihn zurückzuhalten, doch das Hologramm war schon verschwunden.

"Alles in Ordnunfg mit Ihnen, Agent Gibson", hörte Sam die junge Frau fragen.

"Ähm...ja....", stotterte er. "Es ist nur.....nur....", er deutete auf die Leiche.

Agent Scully nickte wissend.

"Warten sie draußen", sagte Agent Doggett und wandte sich dann wieder an Scully.

Im Hinausgehen hörte Sam die beiden reden, doch es war zu leise als das er hätte verstehen können, was gesagt wurde.

 

Sam verließ nicht nur die Leichenhalle sondern gleich das Gebäude, welches sich wie er schon geahnt hatte als das J. Edgar Hoover Building entpuppte.

Auf einer Bank nahm er Platz und wartete auf sein Hologramm.

Da er wusste wie Al auf tote Leute reagierte, stellte er sich auf eine lange Wartezeit ein.

'Warum bin ich hier?', gübelte er.

Wenn es um den toten Mann ging, kam er um einiges zu spät...

 

Vorsichtig öffnete Al die Imaging Chamber Tür und streckte den Kopf heraus. Er sah sich ängstlich um.

"Du kannst rauskommen", hörte er Sam sagen, der nicht weit von ihm auf einer Parkbank saß.

"War das ein Schreck", sagte Al und wischt sich imaginären Schweiß von der Stirn.

Sam nickte.

Er machte Al keinen Vorwurf, selbst ihm war beim Anblick der Leiche mulmig zu mute geworden.

"Warum bin ich hier, Al?", fragte er.

Das Hologramm entspannte sich sichtlich, jetzt, wo er zur Routine zurückkehren konnte. Er gab einige Befehle ins Handlink und wartete auf Ziggy's Antworten.

"Dein Name ist Eli Gibson, Du bist Agent beim Federal Buerau of Investigation..."

Sam nickte.

"Du bist hier wegen einer Entführung", sagte Al.

"Entführung? Wer?"

"William Scully", las Al vom Handlink ab.

"Scully", flüsterte Sam und erinnerte sich an die rothaarige Frau, die in diesem Moment eine Leiche obduzierte.

"Agent Dana Scully ist seine Mutter", sagte Al. "William ist ihr 6 Monate alter Sohn."

"Was ist passiert?"

Das Hologramm schüttelte den Kopf.

"Ziggy weiß es nicht. In der Originalgeschichte verschwand William und tauchte nie wieder auf", er sah seinen Freund an. "Dana, sie ist daran zerbrochen.... Sie hat das FBI und Washington verlassen. Wahrscheinlich sucht sie noch immer nach ihrem Sohn."

"Warum?", wollte Sam wissen.

"Keiner weiß es", er hielt inne. "Die Umstände von Williams Geburt waren.... mysteriös...."

"Mysteriös?", Sam schüttelte den Kopf.

'Was sollte an einer Geburt mysteriös sein?'

"Du musst wissen, dass Dana überhaupt nicht schwanger werden konnte, sie war unfruchtbar."

Je mehr Informationen Al ihm gab, desto verwirrter wurde Sam.

'Eine unfruchtbare Mutter, eine mysteriöse Geburt... was sollte als nächstes kommen?'

"Woher hat Ziggy all diesen Unsinn?", fragte Sam etwas aufgebracht und sprang von der Bank auf.

"Direkt aus dem FBI, den X-Akten."

"X-Akten? Was ist das?"

Prüfend sah Al seinen Freund an.

"Die X-Akten beschäftigen sich mit unerklärlichen Phänomenen, mit Außerirdischen...."

"Außerirdischen?", unterbrach Sam. "Sag mir nicht, dass Baby wurde....wurde....", er konnte den Satz nicht beenden, zu absurd war der Gedanke.

Al sah ihn an und zuckte fragend mit den Schultern.

"Sag mir nicht, dass Du das glaubst!"

Das Hologramm winkte ab.

Es hatte keinen Sinn sich mit Sam darüber auf eine Diskussion einzulassen. Er war ein Wissenschaftler und er, Al, hatte genug gesehen, um auch an unbewiesene Theorien zu glauben.

Niemand glaubte an den Teufel, aber damals, in Vietnam hatte er ihn gesehen. Er war in menschlicher Gestalt aufgetreten, aber es gab ihn, so wie es das Böse gab.

Er verscheuchte die schrecklichen Gedanken an seine Zeit als POW in den Händen der Viet Kong.

"Unter welchen Umständen er geboren wurde, ist nicht so wichtig", sagte er. "Wichtig ist nur, dass Du seine Entführung verhinderst."

Sam nickte zustimmend.

"Wann wird es passieren?"

Al befragte das Handlink.

"Ziggy weiß es nicht genau, irgendwann in den nächsten 10 Stunden."

"Wo ist das Baby?"

"Dana hat ein Kindermädchen, das auf ihn aufpasst, wenn sie arbeitet. Er ist in Scullys Wohnung: 3170 W. 53 Rd. Annapolis #35."

Eilig machte Sam sich auf den Weg.

 

 
FBI Hauptquartier
J. Edgar Hoover Building
Washington D.C.

 

Scully war gerade dabei, ihre Untersuchung abzuschließen als ihr Telefon läutete.

Wie immer in den letzten 6 Monaten setze ihr Herz einen Schlag lang aus, wünschte sie sich, die ihr so vertraute Stimme Mulders zu hören. Aber sie wusste schon, bevor sie abnahm, dass er es nicht war.

Mulder war gegangen, um sie und ihr Baby zu schützen. Sie glaubte fest daran, konnte nur so weiterleben, dass er irgendwo dort draußen war und über sie und William wachte.

"Scully", sagte sie ins Telefon.

<"Dana?">, erklang die leicht zittrige Stimme des Kindermädchens.

"Leyla? Was ist los", fragte die aufgeregt. "Ist mit Will alles in Ordnung?"

<"Dana.... da ist ein Mann.....">

"Ein Mann?", Scully lief zur Tür.

<"Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, er beobachtet uns.">, sagte Leyla.

"Schließen Sie die Tür!", rief Scully. "Ich bin gleich bei euch."

Ohne auf ihre Umgebung zu achten, lief Scully durch die Flure den FBI.

Beinahe wäre sie mit einer entgegenkommenden Person zusammengestoßen.

"Scully?", Agent John Doggett sah sofort, dass irgendetwas passiert sein musste.

Er kannte Agent Scully jetzt fast zwei Jahre und es hatte nur wenige Situationen gegeben, in denen er sie so aufgewühlt gesehen hatte.

"Will", rief sie und stürmte an ihm vorbei.

Doggett wusste sofort, was das bedeutete und lief ihr hinterher.

Er hatte geahnt, dass irgendwann die Zeit kommen würde, wo die Leute, die etwas besonderes in dem Jungen sahen, ihn sich holen würden.

 

 
3170 W. 53 Rd.
Annapolis #35

 

"Oh, nein", rief Al als das Handlink plötzliche laute Geräusche von sich gab.

"Was?", Sam sah ihn besorgt an.

"Sie haben ihn."

"Wen? Wer?"

"William. Sie haben ihn sich geholt...."

Entsetzt sahen die beiden Freunde sich für eine Sekunde an bevor Sam die Stufen zu Scullys Apartment hochstürmte.

 

Die Tür war aus den Angeln getreten worden.

Langsam trat Sam ein und sah sich um.

Stille.

Niemand schien mehr in der Wohnung zu sein.

'Wo war das Kindermädchen?', fragte sich Sam als seine Gedanken zurück zu dem Toten auf der Bahre wanderten.

'Nein!', er schüttelte den Kopf und betrat das Zimmer, das ganz offensichtlich William's war.

Die Decke war blau gestrichen worden, Sterne, die in der Dunkelheit leuchteten, klebten daran.

Sam's Blick fiel auf das Kinderbett.

Es war leer.

Ein Geräusch ließ ihn erschrocken herumfahren.

Als er es erneut vernahm, erkannte er, dass es aus dem Schrank kommen musste. Er wollte ihn gerade öffnen als Al neben ihm auftauchte.

"Nicht", rief er. "Du musst von hier verschwinden."

"Aber...", wollte Sam einwenden.

"Sie kommen", unterbrach Al. "Agent Scully und Agent Doggett. Wie willst Du ihnen Deine Anwesenheit hier erklären?"

Sam verstand, aber der Wille die Schranktür zu öffnen, zu sehen, ob die Person dort drinnen wirklich in Ordnung war, wurde fast übermächtig.

"Es ist Leyla, das Kindermädchen", sagte Al, der sah, was Sam vorhatte. "Ihr ist nichts passiert."

Sam sah ihn an und als Al bestätigend nickte, verließ er eilig die Wohnung.

 

"Nein!", um einen Schrei zu unterdrücken, schlug Scully eine Hand vor den Mund als sie die eingetretene Tür sah.

"Will?", rief sie und stürmte dicht gefolgt von Agent Doggett, der seine Waffe gezogen hatte, in die Wohnung.

"Leyla?"

Ihr Herz stockte als sie das leere Kinderzimmer betrat.

"Will!", flüsterte sie und Tränen begannen ihr Gesicht herunter zu laufen.

Sie hatte den Tag gefürchtet, an dem genau das passieren würde. Sie hatte wider besseren Wissens geleugnet, dass er kommen würde. Hatte sich in Sicherheit gewiegt, die es in Wirklichkeit nie gegeben hatte....

"Wir finden ihn", versuchte Doggett sie zu trösten.

Er hatte schon einmal jemanden gefunden, den sie verloren glaubte, er würde es wieder tun.

Ein Geräuch ließ beide herumfahren.

Mit der Waffe ihm Anschlag öffnete Doggett den Schrank.

Eine geknebelte und völlig verängstigte Lelya saß zusammgekrümmt in einer Ecke.

"Leyla!", rief Scully und zog die junge Frau aus dem Schrank, nahm ihr ihre Fesseln ab. "Was ist passiert? Was haben sie mit Will gemacht? Bitte, Leyla!", flehte sie.

Der Blick der Frau wanderte durch das verwaiste Kinderzimmer.

"Will....", flüsterte sie.

"Wo ist er? Wer hat ihn mitgenommen?", die Fragen sprudelten nur so aus Scully heraus, obwohl die sah, dass Leyla sie gar nicht richtig wahrnahm.

"Leyla", mischte sich nun Doggett ein.

Er griff nach dem Arm des Kindermädchens, zog sie aus dem Zimmer.

"Erzählen Sie uns, was passiert ist", seine Stimme klang ruhig und gefasst.

"Ich....ich...", Leyla versuchte sich zu konzentrieren. "Da war dieser Mann; ich sah ihn, als ich mit Will spazieren war.... er.... Dann rief ich Dana an und verriegelte die Tür", sie stockte und begann zu weinen.

"Was ist dann passiert?", fragte Doggett weiter.

Leyla sah erst Scully, dann ihn mit tränenfeuchten Augen an.

"Die Tür flog auf.... ich...", entschuldigend blickte sie wieder auf Scully. "....ich konnte nichts tun...ich.... Es waren 4 maskierte Männer", sie schüttelte den Kopf. "Will, er fing an zu weinen....

"Haben sie ihm weh getan", fragte Scully leise.

Leyla schüttelte erneut den Kopf.

"Nein, sie haben ihm nichts getan", antwortete sie. "Sie haben mich gefesselt, in den Schrank gesperrt....", Leyla brach erneut in Tränen aus. "Es tut mir so leid, Dana."

Scully wusste, dass die junge Frau keine Schuld traf, aber sie konnte sie jetzt nicht ansehen und verließ den Raum.

"Ich konnte nichts tun", schluchzte Leyla.

"Das weiß ich", sagte Doggett, "und Scully weiß es auch."

Er drückte der Frau mitfühlend die Schulter und folgte dann Scully.

Doggett fand sie an Williams Kinderbett. Sie hatte seine Decke in der Hand, sog seinen Duft auf.

"Was soll ich ohne ihn tun?", fragte Scully leise als sie merkte, dass Doggett hinter sie getreten war.

Er legte beide Hände auf ihre Schultern, versuchte, ihr etwas Kraft und Zuversicht zu geben.

"Wir werden ihn finden."

Scully drehte sich ruckartig um.

"Wie?", fragte sie und ihr Blick drücket tiefe Trauer und Resignation aus. "Wir wissen nicht, wer ihn hat und wohin sie ihn gebracht haben", sie begann zu weinen. "Sie werden kein Lösegeld fordern, oder?!"

Doggett schüttelte den Kopf.

Er wusste genau wie sie, dass sie nach einer Nadel im Heuhaufen suchen würden, aber sie würden suchen, bei Gott, dass würden sie.

 

 
Washington D.C.

 

"Wie geht es weiter", fragte Sam sein Hologramm.

"Bisher hat sich nichts verändert", antwortete Al. "William bleibt noch immer verschwunden...."

"Wo ist er, wo haben die ihn hingebracht?", überlegte Sam laut und lief weiter durch die Straßen Washingtons.

"Ziggy arbeitet dran. Sie versucht, William zu lokalsieren."

"Was ist mit dem Vater?", wollte Sam wissen. "Sollte er nicht davon erfahren...", er hielt inne. "Was, wenn er der Entführer ist?"

Al befragte das Handlink, schlug ein paar Mal mit der flachen Hand dagegen als die Informationen nicht schnell genug erschienen.

"Auf der Geburtsurkunde ist kein Vater eingetragen", sagte Al.

Sam schüttelte resigniert den Kopf.

 

 
Mulders Wohnung

Nr.42

Alexandria.

 

Scully öffnete die Tür zur Wohnung ihres Partners, ehemaligen Partners, korrigierte sie sich.

Mulder war nicht mehr beim FBI, er war nicht einmal hier.

Den ganzen Tag war sie auf der Suche nach William durch die Stadt gelaufen, hatte beim FBI alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, hatte ihre Familie und Freunde, die Lone Gunman informiert.

Jetzt war sie erschöpft, sie war einem Zusammenbruch nahe.

Was sollte sie nur ohne William tun? Er war der Mittelpunkt ihres Lebens - ihr kleines Wunder hatte sie aufrecht gehalten als Mulder verschwand, er war der Halt in ihrem so chaotischen Leben gewesen.

Scully ließ sich auf Mulders Couch fallen und begann leise zu weinen.

"Wo bist Du?", rief sie nach ihrem Sohn.

"Mulder", flüsterte sie.

Sie brach auf der Couch zusammen und trauerte um die Lieben, die sie verloren hatte, einige von ihnen für immer.

Ihren Vater Bill, ihre Schwester Melissa, Emily.... Mulder und jetzt auch William...

 

 
Washington D.C.

 

"Wir haben ihn!", rief Al endlich nach langen Stunden des Wartens triumphierend.

"Wo ist er?"

"Pennsylvania Avenue #99", las Al vom Handlink ab.

"Okay", sagte Sam und setzte sich in Bewegung. "Geh und sieh nach ihm!", forderte er das Hologramm auf.

Al nickte bestätigend und verschwand durch die Imaging Chamber Tür nur um ein paar Sekunden später wieder aufzutauchen.

"Und?"

"Es geht ihm gut", antwortete das Hologramm nachdenkend.

"Aber?", wollte Sam wissen, der genau sah, dass irgendetwas nicht stimmte.

"Wir scheinen nicht die einzigen Retter zu sein...."

"Scully?"

Al schüttelte den Kopf und gab Befehle ins Handlink ein.

"3 Tage später wurde unter der Adresse ein Mann gefunden, ermordet. Sein Name war Fox Mulder", las Al vom Handlink ab. "Er hat auch beim FBI gearbeitet..... Er war Scullys Partner bevor er entlassen wurde."

"Hatte er etwas mit der Enführung zu tun?"

"Das glaube ich nicht", Al schüttelte verneinend den Kopf. "Sieht eher so aus, als hätte er den Jungen retten wollen."

 

 
Pennsylvania Avenue #99

 

Mulder beobachtete das Apartment, in dem die Entführer Scullys Baby versteckt hielten.

Er war in der Nähe ihrer Wohnung gewesen und hatte mit ansehen müssen, wie die Männer den Jungen verschleppten.

Er war zum Schutz von Scully und William untergetaucht, hatte geglaubt, dass es so sicherer war. Er hatte das FBI und damit die X-Akten verlassen, hatte gehofft, die Drahtzieher auf sich lenken zu können und die beiden wären in Sicherheit. Er hatte sie geirrt.

Mulder wagte sich nicht vorzustellen, was Scully in diesem Moment durchmachte. Der Verlust ihres Babys, die Angst um ihn, mussten ihr schier den Verstand rauben.

'William'

Er würde ihn Scully zurückbringen, egal, was es auch kostete.

 

Mulder hatte beobachtet, wie 4 Männer das heruntergekommene Gebäude betreten und zwei es wieder verlassen hatten.

Langsam und vorsichtig schlich er die Stufen hinauf. Er konnte den Jungen bereits im Treppenflur weinen hören.

William war noch viel zu klein, um sich ausrücken zu können, aber für Mulder klang es als würde er nach ihm rufen.

Als ihm jemand entgegen kam, ging er in Deckung.

Ein Mann eilte die Treppe hinunter.

'Bleibt einer', sagte sich Mulder und ging weiter.

An der Tür, wo das Geschrei des Babys am lautesten war, blieb er stehen.

Er klopfte.

"Das ging aber schnell", hörte er einen Mann gedämpft durch die Tür sagen.

Mulder wartete noch einen Moment bis er ganz sicher war, dass der Mann direkt hinter der Tür stehen musste und trat dann mit aller Wucht dagegen.

Die morsche Tür flog aus den Angeln, begrub den Mann unter sich.

Mulder stürmte in die Wohnung, vergewisserte sich, dass der Mann wirklich bewusstlos war und folgte dann den "Rufen" des Babys...

Er streckte die Hände nach dem weinenden Jungen aus, als er hinter sich das Entsichern einer Waffe hörte.

Entweder sein Angreifer war nicht wirklich bewusstlos gewesen oder der andere Mann war von seinem Ausflug zurück, überlegte Mulder.

 

"Du musst Dich beeilen", rief Al. "Mulder ist bereits in der Wohnung und er ist nicht allein." Er verschwand durch die Imaging Chamber Tür.

Sam lief die Treppe hinauf, versuchte sowenig Geräusche wie möglich zu verursachen.

Al tauchte plötzlich wieder vor ihm auf, hatte einen Finger an die Lippen gelegt.

"Es ist in der nächsten Etage rechts", flüsterte das Hologramm, obwohl es dafür keinen Anlaß gab. Niemand außer Sam konnte ihn hören oder sehen.

Auch ohne Als Erklärung hätte Sam die Wohnung ohne Probleme gefunden.

Die Tür war eingetreten und das Weinen des Babys war hier am deutlichsten.

Auf leisen Sohlen betrat Sam die Wohnung, folge der Stimme Williams und war sich sicher dort auch Mulder zu finden.

 

Mulder blickte in Williams Gesicht, das vom Weinen schon ganz rot geworden war, dann drehte er sich um.

Der Mann hielt die Waffe direkt auf sein Herz gerichtet und Mulder zweifelte nicht, dass er ihn töten würde.

Kurz flackerte sein Blick, als er Sam in der Tür auftauchen sah.

"Zwecklos, wenn ich sagen würde, dass Sie sich mal umdrehen sollten, oder?", fragte er trocken als er erkannte, dass Sam zu seiner Rettung kam.

Der Mann nickte lächelnd.

 

"Jetzt!", rief Al als er sah, dass der Angreifer den Abzug betätigen wollte.

Sam dachte nicht an die Waffe in seinem Holster und stürzte sich auf den Mann vor ihm. Schwer fielen sie zu Boden.

Da Sam das Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte, gelang es ihm sehr schnell die Oberhand zu gewinnen.

Mit zwei gezielten Schlägen schickte er seinen Gegner in die Bewusstlosigkeit.

Schwer atmend stand er auf.

Mulder beugte sich gerade über das schreiende Baby.

Als er ihn berührte und auf den Arm nahm, verstummte William.

Er begann glücklich zu glucksen als Mulder ihn sanft an sich drückte.

"Alles in Ordnung", flüsterte er und fuhr über den Kopf des Babys.

"Wenn das kein Anblick ist", sagte Al erstaunt und beobachtete fasziniert die Szene vor sich.

"Ich bin Agent Gibson", sagte Sam und deutete dann auf das Baby. "Ist er in Ordnung?"

Mulder nickte.

"Er ist ein tapferer Junge, nicht wahr?", antwortete er und küsste William auf die Stirn.

Das Kind sah ihn mit großen Augen an, streckte seine kleinen Ärmchen nach ihm aus.

Sam war gerührt, zwischen Mulder und William schien eine Verbindung zu bestehen, wie zwischen...

"Sind Sie sein Vater?", entfuhr es ihm.

Es konnte nur diese eine Erklärung für das Verhalten der beiden geben.

Mulder riss seinen Blick von William los und betrachtete Sam aufmerksam. Dann lächelte er.

"Wer weiß?", sagte er und wandte sich wieder an das Kind. "Grüß Deine Mommy von mir", flüsterte er, drückte ihn noch einmal kurz an sich und reichte ihn Sam.

Überrascht nahm Sam das Baby.

"Ich versteh nicht....", sagte er. "Kommen Sie nicht mit? Ich meine....."

Mulder schüttelte traurig den Kopf.

"Bringen Sie ihn Scully zurück!"

Mit diesem Worten ging er an Sam vorbei zur Tür.

"Was werden Sie tun?", rief Sam ihm hinterher.

"Auf sie aufpassen", flüsterte Mulder traurig und hoffte, dass es ihm irgendwann möglich sein würde, das in ihrer Nähe zu tun.

Als er fast die Tür erreicht hatte, schien ihm noch etwas einzufallen und er drehte sich um.

"Gehen Sie in meine Wohnung!"

Fragend sah Sam ihn an.

"Scully ist dort", waren seine letzten Worte als er verschwand.

 

 
Mulders Wohnung

#42

Alexandria

 

Das Klingeln an der Tür riss Scully aus ihren Alpträumen.

"Mulder!", rief sie und lief zur Tür.

Es konnte nur er sein, wer sonst wusste, wo sie sich aufhielt.

Seine Wohnung war ihr Zufluchtsort. Egal, ob Mulder zu Hause war oder nicht, wenn sie Trost brauchte, kam sie hierher.

Erwartungsvoll riss sie die Tür auf und begann leise zu weinen als sie William sah.

"Will!", rief sie und zog den Jungen aus Sams Armen, drückte ihn fest an sich.

Immer wieder küsste sie das Baby während ihre Hände an ihm herunterwanderte, um sich zu vergewissern, dass ihm auch wirklich nichts passiert war.

"Es geht ihm gut", versuchte Sam Scully zu beruhigen.

Erst jetzt wurde ihr klar, dass nicht Mulder ihr ihren Sohn wiedergebracht hatte sondern der Agent, dem sie heute morgen zum ersten Mal begegnet war.

Misstrauisch sah sie Sam an und trat von ihm zurück.

"Woher?", sie drückte William schützend an sich.

Sam lächelte leicht.

"Ich hatte Hilfe", sagte er.

"Mulder.", Scully war sich ganz sicher, dass nur er es gewesen sein konnte.

Sam nickte bestätigend.

"Wo ist er?", fragte sie und sah an Sam vorbei auf die noch immer geöffnete Tür.

"Ganz in ihrer Nähe", sagte Sam ernst. "Das wird er immer sein."

Scully verstand.

Sam wollte sie jetzt allein mit ihrem Sohn lassen und wandte sich zur Tür.

"Danke!", rief Scully ihm hinterher.

Sam winkte ab und sprang....

 

Scully blieb die Nacht über in Mulders Wohnung.

Als sie am nächsten Morgen ihre Augen aufschlug, war das erste, was sie sah, die glücklich lächelnden Augen ihres Sohnes.

Sie fuhr mit den Fingern sanft über sein Gesicht, konnte kaum glauben, dass sie ihn wirklich wieder hatte.

Neben dem Baby entdeckte sie eine einzelne rote Rose und einen kleinen Zettel auf dem "Willkommen zu Hause" stand.

 
Ende

 
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