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Mistelzweige auf Babylon 5© by Aisling ()
So sehr Michael Garibaldi Babylon 5 auch liebte und diese Raumstation praktisch als seine Heimat ansah, Weihnachtsgefühle kamen hier garantiert nicht auf. Tief im Herzen sehnte er sich nach verschneiten Wäldern, Kerzenlicht, einer Tanne in den eigenen Räumen und selbstgebackenen Plätzchen. Er hatte sich erkundigt. Die Kosten für das Importieren einer irdischen Tanne waren mehr, als er in einem Jahr verdiente. Und das war ihm die Weihnachtsstimmung nun doch nicht wert. So war er auf eine preiswertere Alternative ausgewichen und hatte einen Mistelzweig geordert.
Heute war es soweit. Der Container hatte seine achtundvierzig Stunden in der Quarantäne verbracht und Garibaldi konnte den Mistelzweig abholen. Der Zollbeamte sah ihn etwas fragend an als er sah, wer den Pflanzencontainer abholte, verkniff sich aber jeden Kommentar. Eine besinnliche Ader traute man dem gewieften Sicherheitschef einfach nicht zu. In seinem Quartier angekommen packte Garibaldi den kleinen Container aus. Er blickte prüfend durch den Raum, fand aber einfach keinen passenden Platz. Dann erinnerte er sich an die irdische Sitte und befestigte den Zweig über seiner Türe. Irgendwie musste er es jetzt nur noch schaffen, dass Talia Winters seine Räume betreten würde. Hoffentlich schaffte er es seine Gedanken lange genug unter Kontrolle zu halten. Garibaldi rechnete damit, anschließend von Talia eine Ohrfeige zu bekommen, aber das war es wert. Er schmunzelte bei dem Gedanken.
Kaum hatte er den Zweig aufgehängt und war von dem Stuhl heruntergestiegen, als sich die Türe öffnete und eine wütende Na'Toth hereingestürmt kam. "Mr. Garibaldi, Botschafter G'Kar möchte wissen, wann Sie dafür sorgen, dass die Türen im Narn Bereich wieder voll einsatzfähig sein werden. Seit dem Stromausfall sind bereits zwei Stunden vergangen und dadurch ist unser Sicherheit stark beeinträchtigt." Garibaldi gestattete sich ein kleines Aufseufzen. Ivanova hatte ihm kurz berichtet, dass der Strom ausgefallen sei, er hatte aber nicht damit gerechnet, dass G'kar einen Weg finden würde, ihn dafür verantwortlich zu machen. Dann sah er, dass Na'Toth direkt unter dem Mistelzweig stand. "Richten Sie Botschafter G'Kar aus, dass ich mich sofort darum kümmern werde. Notfalls werde ich einige Wachen direkt vor seinem Quartier positionieren."
Unauffällig bewegte er sich auf Na'Toth zu. Als er direkt vor ihr stand, packte er sie beherzt an den Schultern und schob sie ein Stück zur Seite. "Ach übrigens, es gibt auf der Erde den Spruch, dass es Unglück bringt, wenn ein Außerirdischer unter einem Mistelzweig steht. Bitte stellen Sie sich niemals unter einen Mistelzweig." "Was ist ein Mistelzweig?", wollte Na'Toth wissen. Mit einer Handbewegung deutete Garibaldi nach oben und zeigte auf den Zweig. Er konnte zwar alles, aber niemals würde er diese energische Frau küssen. Sie würde ihm wahrscheinlich anschließend alle Zähne ausschlagen.
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