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Baumschmuck
© by Aisling ()

 

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Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Am vierundzwanzigsten Dezember pflegte Severus Snape ein kleines Ritual.

Auch an diesem Morgen stand er extra früh auf und ging in die Eingangshalle. Dort stand, wie jedes Jahr, eine große Silbertanne aus dem verbotenen Wald.

Hagrid hatte sie am Vortag gefällt und in der Nacht aufgebaut.

Während des Frühstücks würden die Hauselfen den Baum.schmücken. Es gab jedes Jahr unter den Elfen einen Wettbewerb, wer den Baum behängen durfte. Und jedes Jahr war das Ergebnis ähnlich. Die erhabene Ausstrahlung des Baumes, die Snape am Morgen bewunderte, wurde durch viel zu viel Schmuck zerstört und übrig blieb ein kitschiger Weihnachtsbaum, der wohl eher Dumbledores Geschmack entsprach.

Nachdem Snape die Schönheit des Baumes einige Minuten bewundert hatte, machte er sich auf dem Weg in die große Halle. Während des Frühstücks sinnierte er, welche Farbe wohl dieses Jahr dominieren würde. Er tippte auf knallrot oder lila. Das waren in den letzten Jahren die bevorzugten Farben gewesen.

 

Als Snape nach dem Frühstück wieder in die Eingangshalle kam, blieb er überrascht stehen.

Nirgendwo konnte er am Baum ein kitschiges Schmuckstück sehen. Vereinzelt sah er einige silberne Kugeln, und eine leichte Schneeschicht puderte die Spitzen.

Die Erhabenheit der Silbertanne wurde durch den Behang nicht zerstört. Im Gegenteil, sie strahlte noch mehr Würde und Schönheit aus als am frühen Morgen.

 

Snapes Neugierde war geweckt. Welcher Elf hatte einen so guten Geschmack? Entschlossen ging er zur Küche. Nachdem er die Birne gekitzelt und den Raum betreten hatte, war er sofort von den kleinen Geschöpfen umringelt. Sie plapperten durcheinander und wollten wissen, was sie für ihn tun konnten. Als der Lärm unerträglich wurde, verschaffte er sich mit einem harten Blick in die Runde Ruhe.

Erschrocken wichen die Wesen zurück. Nur einer, mit seltsamen Socken bekleidet, blieb mutig stehen.

"Kann Dobby Master Snape helfen?"

"Ich will wissen, wer den Baum geschmückt hat."

"Dobby hat alle Wettbewerbe gewonnen. Dobby ist, obwohl ein freier Elf, der fleißigste Elf. Deswegen hat Dobby den Baum geschmückt. Gefällt er Master Snape etwa nicht?" Der Ausdruck auf dem Gesicht des Hauselfen wechselte zwischen stolz und ängstlich.

"Doch", kam es für Snapes Verhältnisse erstaunlich sanft zurück. "Mir hat er sehr gut gefallen. Ich habe nur bisher keinen Hauselfen mit Geschmack kennen gelernt, deswegen wollte ich wissen, wer die Tanne geschmückt hat."

Der kleine Elf schien zu wissen, wie selten Snape Komplimente verteilte, denn er wuchs vor Stolz um mehrere Zentimeter.

"Als Dobby heute morgen den Baum sah, da war er erhaben. Dobby hatte ihn zuerst mit vielen bunten Sachen behängt. Aber der Baum war traurig darüber und da hat Dobby anderen Schmuck genommen."

Snape bedachte Dobby für diese Erklärung mit einem Kopfnicken und verließ kommentarlos die Küche.

 

Während der Weihnachtstage blieb er öfters in der Halle stehen und genoß den Anblick dieses erhabenen Baumes.

 
Ende

 
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