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Eiszeit
© by Birgitt ()

 

Disclaimer: Die Charaktere hat Enid Blyton erdacht, die Rechte an ihnen liegen bei ihren Nachfahren und bei den verschiedenen Verlagen, die die Blyton-Bücher in den unterschiedlichen Fassungen veröffentlichen. Mir gehört allein diese Geschichte, und ich betone, daß hiermit keinerlei materiellen Vorteile erlangt werden.
Timeline: mehrere Monate bevor sich die Fünf in 5 Freunde erforschen die Schatzinsel (Five on a Treasure Island) kennenlernen
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)

 

Der übergroße Sweater bot nur ungenügenden Schutz gegen die beißende Kälte. Auch, daß sie die Beine angezogen hatte und mit den Armen umschlungen hielt, nutzte nur wenig. Der eisige Wind, der Regentropfen mit sich brachte, die sich eher wie Eistropfen anfühlten, würde schon bald dafür sorgen, daß sie durchgefroren und durchnäßt war. Sie grub ihre Finger in das feuchte, aber dennoch warme Fell des Setters, der dicht neben ihr lag.

Der Strand war menschenleer, von ihr abgesehen; kein Wunder in Anbetracht der Tages- und der Jahreszeit. Das Wetter tat ein Übriges, die Menschen davon zu überzeugen, daß ein Spaziergang am Meer nicht mit einer gemütlichen Teestunde konkurrieren konnte.

Doch für sie würde die Teestunde Trennung bedeuten, denn ihr treuer Gefährte, den sie viel zu oft für ihren einzigen Freund in der Welt hielt, würde daran nicht teilhaben könnte. Ging sie nach Hause, würde sie ihn verlassen müssen. Ihr Vater hatte ihr den Hund verboten. George hinterging das Verbot, nachdem offener Widerstand und Rebellion zwecklos gewesen waren.

Sie blickte hinaus aufs Meer, hinüber zu ihrer Insel, Kirrin Island. Wie schön wäre es jetzt, dort drüben zu sein, fort von all den Problemen und dem Streit daheim. Im späten Herbst gab es nur wenige Tage, an denen sie es wagen konnte überzusetzen, und dann auch nur für wenige Stunden, denn die Dämmerung setzte früh ein. Was hatte sie von Ferien, wenn sie vor vier zu Hause sein mußte?

 

"Wir müssen gehen, Tim", flüsterte sie, stand auf und stapfte in Richtung Dorf. Tim folgte ihr dicht auf. George hatte den Eindruck, er wüßte um die baldige Trennung, da er darauf verzichtete, in seinem schier endlosen Spiel die Wellen vom Strand zu verjagen.

"Wenn wir doch nur Weihnachten zusammen wären." Die Festtage lagen vor ihr wie ein tiefes Loch in der Zeit, in das sie bald fallen würde. Sie liebte ihren Vater und ihre Mutter, aber da war so viel, was zwischen den Eltern und ihr lag. Ihr Vater arbeitete scheinbar Tag und Nacht an seinen Studien, betrachtete jede Störung als einen persönlichen Angriff. Wenn sich Vater und Tochter überhaupt unterhielten, schrien sie sich an. Georges Mutter versuchte zu vermitteln, und George hatte jedesmal ein schlechtes Gewissen, wenn sie etwas tat, daß ihrer Mutter das Leben schwer machte. Wenn sie ihr wenigstens von Tim erzählen könnte...

 

Der Gedanke daran, mehrere Tage ohne Tim zu sein, schnürte ihr die Kehle zu. Weinen würde sie nicht; das taten nur Mädchen. Und fast nichts haßte George so sehr wie die Tatsache, daß sie genau das war. Ihre Schritte verlangsamten sich, sie versuchte, den Abschied hinauszuzögern. Auch wenn dies bedeutete, daß sie zu spät nach Hause kam.

 

Kurz vor dem Haus des Fischerjungen, den sie für Tims Pflege bezahlte, blieb sie stehen, hockte sich neben Tim. Sie schlang die Arme um den Hals des Hundes. "Es sind nur ein paar Tage und bevor du dich versiehst, bin ich wieder bei dir. Es sind nur drei Tage." George stellte entsetzt fest, daß der Kloß in ihrem Hals zu groß geworden war, um ihn herunterschlucken zu können. Sie grub das Gesicht in das nasse Hundefell und hoffte, daß sie so die Tränen verstecken und das Schluchzen ersticken konnte. "Nur drei Tage, Tim.". Ihr war eiskalt und sie war müde, aber der Gedanke an Zuhause konnte sie nicht locken. Lieber blieb sie für immer hier draußen. Die Dunkelheit hatte keine Mühe, George und Tim zu verschlucken.

 
Ende

 
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