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Überraschungen© by Sam80853 ()
Al lief wie jeden Tag durch die Flure von Projekt "Quantum Leap". Vorbei am Waiting Room direkt zum Controll Room und der Imaging Chamber. Seit sein Freund, Dr. Samuel Beckett, in den Quantensprungbeschleuniger getreten war und nun ohne Unterbrechung durch die Zeit sprang, war dies hier sein zu Hause. Manchmal fühlte Al sich alt und erschöpft. Er dachte mit Schrecken daran, was geschehen würde, wenn ihm, dem einzigen Kontakt zu Sam, etwas passieren würde. Sein Freund würde in der Zeit gestrandet sein, ohne Führer und was noch schlimmer war, ohne Freund. Sam bedeutet ihm alles. Es gab nichts auf der Welt, was er nicht für ihn tun würde und Al wusste, dass es andersherum genauso war. 'Beth' Al versuchte den Gedanken abzuschütteln. Beth war sein Ehefrau gewesen, sein erste und seine einzig große Liebe. Er hatte sie verloren, als er M.I.A. in Vietnam war. Sie war alles gewesen, das ihn dort am Leben hielt. Der Gedanken an sie, dass sie da sein würde, wenn er der Hölle endlich entkommen war, ließ ihn diese schreckliche Zeit überstehen. Aber sie war nicht dort gewesen, als er endlich nach Hause kam. Stattdessen hatte er ein leeres Haus vorgefunden und die Nachricht, dass Beth wieder verheiratet war. Im ersten Moment hatte es ihm den Atem verschlagen - dieser Moment hielt die nächsten 5 oder 10 Jahre an. Dann hatte er versucht, weiterzuleben. Und, es war ihn gelungen. Mit Sam's Hilfe.
Al schüttelte den Kopf und seine Augen wurden feucht.
Sam hatte Beth getroffen, auf einem seiner Sprünge. Er war in ihrer Nähe gewesen als sie die Entscheidung traf, ihr Leben weiterzuführen, ohne ihn, Al. Er gab seinem Freund nicht die Schuld, nein, dass tat er wirklich nicht. Aber es schmerzte, es schmerzte sehr. Er hatte seine Beth gesehen, hatte gesehen, wie sehr sie litt und er hatte es nicht ändern können. Nicht für sie und nicht für sich. Plötzlich fühlte Al wie eine kalte Welle über ihn hinwegschwappte, seine Bewegungen erstarrten und für einen Augenblick blieb ihm die Luft weg. So schnell wie dieses Gefühl gekommen war, verschwand es auch wieder. Aber etwas anderes blieb zurück. Al sah sich suchend um. Nichts schien mehr so wie es noch vor ein paar Sekunden gewesen war und doch hatte sich scheinbar nichts verändert. Die Flure sahen noch genauso aus.... Al griff sich an den Kopf. Seine Gedanken schienen völlig durcheinander geraten zu sein. Er sah sein Leben in Bildern vor sich, aber alles war doppelt. Da war das leere Haus als er heimkehrte und da war Beth, die ihn weinend in die Arme schloß... 'Beth' Völlig benommen stütze Al sich an der Wand ab und atmete tief durch. Immer mehr Bilder stürzten auf ihn ein. 'Ich bin Vater', wurde Al klar als er die Geburt seiner ersten Tochter, Trudy, miterlebte. Seine Augen füllten sich mit Tränen, Tränen der Freunde und der Dankbarkeit. "Ich danke Dir, Sam!", flüsterte er. "Admiral", erklang die Stimme Ziggys, des Hybridcomputers, durch den Flur. "Ihre Familie erwartet Sie in ihrem Quartier." "Meine Familie", immer mehr Tränen füllten Als Augen. Er hatte eine Familie - er hatte Beth und 4 Töchter wie er sich jetzt erinnerte. Er war der glücklichste Mensch auf Erden. Fast. Es fehlte nur Sam. "Sam?" "Dr. Beckett befindet sich zwischen 2 Sprüngen", sagte Ziggy. Al nickte traurig. Sein größter Wunsch war ihm erfüllt worden, aber was war mit Sam? Wann würde er endlich in der Lage sein, SEINE Familie in die Arme zu schließen?
Als Sam begann sein Umgebung wahrzunehmen, hatte er zum ersten Mal seit langem nicht das Gefühl der Orientierungslosigekeit. Er sah sich um und alles war seltsam vertraut. Ein kahler Raum mit einer Pritsche, einem Tisch und einem Stuhl - ein Spiegel an Wand... Sam trat näher an den Spiegel und betrachtete sich. Er sah SEIN Spiegelbild, nicht das eines Fremden. "Ich bin zu Hause", flüsterte er ergriffen und berührte sein Gesicht im Spiegel. Langsam glitt er zu Boden und weinte leise. Es waren Tränen der Freude und der Trauer. Es war sein größter Wunsch gewesen, nach Hause zurückzukehren, aber da wären noch soviele Dinge gewesen, die er hätte ändern, verbessern, können. 'Al' Sams Kopf fuhr hoch. Er erinnerte sich deutlich an Beth, erinnerte sich an ihre Tränen als er ihr sagte, dass Al am Leben war, dass er nach Hause kommen würde - hatte er es geschafft? "Ziggy?", rief Sam durch den Raum. "Willkommen zu Hause, Dr. Beckett", erscholl die Stimme des Hybridcomputers. "Wo sind alle?", wollte Sam wissen. Langsam begann er sich zu wundern, dass noch niemand den Waitingsroom betreten hatte. "In Admiral Calaviccis Quartier. Heute begehen der Admiral und seine Ehefrau Beth ihren 39. Hochzeitstag." "39. Hochzeitstag", flüsterte Sam und ein Strahlen zog über sein Gesicht. Er hatte es geschafft, er hatte es tatsächlich geschafft...
Etwas unschlüssig stand Al vor seinem Quartier. Auf dem Weg hierher waren seine Erinnerungen verschmolzen. Die Bilder aus seiner Zeit ohne Beth begannen zu verblassen, er hatte fast das Gefühl als wäre sie nie fort gewesen... Die Tür wurde geöffnet. "Wo bleibst Du so lange, Dad?" Eine große, dunkelhaarige Frau von etwa 30 Jahren stand vor ihm und lächelte ihn an. Al wusste, dass dies seine Tochter Trudy war und doch verschlug es ihm den Atem. Sie sah Beth so ähnlich, unglaublich. Er stütze sich am Rahmen ab. "Dad?", Besorgnis lag jetzt in ihrer Stimme. "Alles in Ordnung", winkte Al ab. "Trudy", sagte er jetzt lächelnd und schloss sie in die Arme, drückte sie ganz fest an sich. Er erinnerte sich deutlich, wie er zusammen mit Beth beschlossen hatte, sie nach seiner verstorbenen Schwester zu benennen. "Komm schon, Dad", Trudy schob ihn etwas von sich und machte den Weg ins Apartment frei. "Mom wartet schon." Al lächelte. Er betrat das große Wohnzimmer und eine Welle der Liebe überrollte ihn. Alle waren gekommen. Tina, Verbena, Gushie, Donna, Sammie Jo... sein Blick heftete sich auf drei weitere Mädchen. Meg, seine zweite Tochte, Julie und Samantha, die Jüngste. Plötzlich setze Musik ein und Als Augen wurden feucht, als Ray Charles' "Georgia" vom Plattenspieler am Ende des Raumes erklang. Eine Hand legte sich sanft auf seine Schulter. "Darf ich um diesen Tanz bitten?" Langsam drehte Al sich zu der Stimme um. Er wollte etwas erwidern doch kein Wort kam über seine Lippen. Stumm nahm er Beths Hand in seine, seine Augen ließen die ihren nicht für einen Moment los. Sie war so wunderschön. Für ihn sah sie noch genauso aus wie damals als er in ihrem Haus gewesen war und sie zusammen zu dem selben Lied getanzt hatten und er sie bat, die Hoffnung nicht zu verlieren. Beth lächelte ihren Mann an, wischte mit dem Daumen eine Träne fort, die seine Wange entlang lief. Im Raum herrschte Stille. Alle Augen waren auf das tanzende Paar gerichtet. Trudy, Meg, Julie und Samantha betrachteten ergriffen ihre Eltern und jede für sich wünschte sich, dass sie selbst einmal das Glück haben würden, die Liebe zu finden, die diese beiden verband. Donna, Sams Ehefrau, wischte verstohlen eine Träne fort. In Augenblicken wie diesen vermisste sie ihren Mann noch mehr als sonst. Eine Hand umschloss tröstend die ihre. Sammie Jo stand an ihrer Seite und sah sie wissend an. Donna lächelte leicht. Sams Tochter, auch wenn sie nicht ihr gemeinsames Kind war, hielt sie in Stunden wie diesen aufrecht. Sie war ihm so ähnlich und das nicht nur äußerlich. Donna dückte ihre Hand und gemeinsam wandten sie sich wieder dem Paar zu.
Als die letzten Töne von "Georgia" verstummten, hielt Al Beth noch etwas länger fest. "Ich liebe Dich, Beth", flüsterte er und küsste sie. Er konnte kaum glauben, dass sie hier bei ihm war und immer sein würde. Beth strahlte ihren Mann an. "Ich liebe Dich, Al!", lächelte sie. Applaus erklang und lachend schlossen die beiden ihre Kinder in die Arme.
New Mexico
Sam war vor Als Quartier stehengeblieben. Ganz deutlich hatte er DAS Lied hören können und die Vorstellung, dass Al jetzt mit Beth tanzte, hatte seine Augen feucht werden lassen. Er war so glücklich für seinen Freund. Nichts hatte Al sich mehr gewünscht, als Beth wieder an seiner Seite zu haben, und Sam war froh, dass er das für ihn hatte tun können. Ohne zu klopfen, öffnete er die Tür und trat ein. Geräusche einer kleinen Familienfeier waren zu hören und langsam trat Sam näher. Mit jeden Schritt, den er tat, sah er mehr von den Gesichtern im Raum. Da waren 4 junge Frauen, die sich aufgeregt unterhielten - das mussten Als Töchter sein. Sam schüttelte den Kopf. Vor ein paar Sekunden noch hätte er nicht gewusst, wer sie waren doch jetzt kannte er ihre Namen: Trudy, die Älteste, benannt nach Als Schwester, Meg, Julie und Samantha. Samantha, Sam lächelte. Er war ihr Patenonkel, er und Donna.... 'Donna' Sams Augen suchten den Raum ab und blieben an seiner Frau hängen. "Donna!", flüsterte er. Über die Musik und die Gespräche hatte sie ihn unmöglich hören können, aber sie hob, kaum, dass er ihren Namen ausgesprochen hatte, den Kopf und sah ihn direkt an. Das Glas, das sie in der Hand hielt, fiel zu Boden. "Sam?", rief sie als könne sie nicht glauben, dass sie ihn wirklich sah. Stille trat ein und alle wandten den Blick in seine Richtung, doch Sam sah sie nicht. Nur Donna zählte in diesem Augenblick. Donna, deren Augen sich mit Tränen füllten als sie auf ihn zulief. "Sam!" "Donna!" Sam zog sie in seine Arme, drückte sie fest an seinen Körper. "Du bist es wirklich", flüsterte sie und ihre Hände fuhren über sein Gesicht. "Ich bin zu Hause", lächelte Sam unter Tränen. Donna nickte nur und ihre Arme hielten ihn fest umfangen. Als sie sich voneinander lösten und Sam wieder mehr wahrnahm als seine Frau, grüsste er in die Runde. Er strahlte übers ganze Gesicht als sein Blick von Tina über Verbeena, Sammie Jo, Gushie zu Al und Beth wanderte. Al hielt die Hand seiner Frau fast krampfhaft fest. Dies alles schien fast zuviel für ihn zu sein - seine Frau, seine Töchter und jetzt auch Sam. "Al?" Langsam löste sich Al von Beth, trat seinem Freund entgegen. Beiden sahen sich wortlos an und schlossen sich dann in die Arme. "Danke!", sagten sie gleichzeitig und lächelten unter Tränen...
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