Zurück
 

Sarah

© by Sam80853 ()

 

Disclaimer: Weder Quantum Leap noch JAG gehören mir.
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de)

 
Washington D.C.
Gerichtssaal

 

"Das werden Sie bereuen! Sie beide werden es bereuen", hallt die wütende Stimme Lt. Jeremy Jacksons durch den stillen Gerichtssaal, als er vom Stuhl neben seiner Anwältin aufspringt und in Richtung Tür läuft.

Vor wenigen Sekunden haben die Geschworenen mit ihrem Schuldspruch seine Zukunft besiegelt.

'Lebenslänglich', murmelt er stumm, als er an der Tür von auf ihn zu eilenden Wachen gestoppt und in Gewahrsam genommen wird. Wild um sich tretend setzt er sich zur Wehr, wüste Anschuldigungen schreiend.

"Es ist Ihre Schuld", brüllt er in Richtung seiner Anwältin Col. Sarah 'Mac' MacKenzie. "Sie sind unfähig, Sie... Sie...", flucht er weiter als sich der Vertreter der Anklage Cmd. Harmon Rabb Jr. von seinem Platz erhebt und auf ihn zugehen will.

Schnell reagiert Mac und stellt sich ihm in den Weg.

"Lassen Sie ihn, Harm", fordert sie leise. Ihre Augen blicken ihn erschöpft an.

Langsam hebt Harm seine Hand und legt sie auf ihre Schulter.

"Geht es Ihnen gut, Mac?", will er besorgt wissen.

"Sie werden es bereuen!", Lt. Jacksons letzte Worte hallen durch das Gerichtsgebäude und jagen einen Schauer über Macs Rücken. Dieser Mann wurde soeben wegen des brutalen Mordes an seinem Stubenkameraden zu lebenslanger Haft verurteilt und Mac ist froh, diesen Fall gegen Harm verloren zu haben. Nicht auszudenken, wie sie sich fühlen würde, wenn Lt. Jackson davongekommen wäre.

"Es ist vorbei", flüstert Harm. "Er kann jetzt niemandem mehr etwas tun."

Macs Schulter straffen sich. Sie bereut es bereits, Schwäche gezeigt zu haben.

Harm hat die Veränderung mit Mac bemerkt und zieht seine Hand zurück.

"Wie wäre es mit einer kleiner Feier? Bei mir?", fragt er lächelnd.

"Ich habe verloren", wendet Mac, ein Lächeln verkneifend ein.

"Sie haben nicht verloren, Mac", widerspricht Harm. "Die Gerechtigkeit hat nur gesiegt."

"Okay", stimmt Mac zu. "Ich bringe die Pizza mit."

"Vertrauen Sie mir etwa nicht", fragt Harm spitzbübisch, als sie zusammen das Gerichtsgebäude verlassen.

"Harm, ich kenne doch den Inhalt ihren Kühlschranks. Sie würden mir nur wieder ihren furchtbaren fleischlosen Hackbraten vorsetzen."

"Einspruch, Col.", scherzt Harm.

"Abgewiesen", unterbricht Mac, noch bevor Harm zu einer Erklärung ansetzen kann. "Um acht bei Ihnen, okay?"

"Abgemacht", Harm lächelt vor sich hin als seine Partnerin in die entgegengesetzte Richtung davongeht.

 

 
Über den Wolken
Washington D.C.

 

Das erste, was Sam wahrnimmt, ist das Geräusch laufender Motoren. Er sitzt in einem Flugzeug, stellt er fest. Dem Lärm nach zu urteilen, in einem vollbesetzten Flugzeug.

Kinder laufen durch die Gänge, ihre Mütter dicht auf ihren Fersen. Die Stewardessen fahren ihren Servicewagen die Reihen entlang. Es ist warm, die Klimaanlage scheint defekt zu sein.

"Oh Boy", flüstert Sam leise, als er sich mit einer Hand über die Stirn fährt.

"Einen kühlen Drink, Mrs. Rabb?", fragt eine junge blonde Stewardess als sie mit ihrem Wagen neben Sam zum Stehen kommt.

'Mrs. Rabb?', verdutzt blickt Sam an sich herab. Er trägt eine grüne Bluse und beigefarbene Hosen, auf seinem Schoss liegt eine Handtasche.

"Oh Boy!", kopfschüttelnd gleitet Sams Blick an sich herunter.

"Geht es Ihnen gut, Mrs. Rabb?", fragt die Stewardess leicht besorgt.

"Hm?", aus seiner Betrachtung gerissen, hebt Sam den Kopf und sieht in das fragende Gesicht der Frau.

"Oh....ja, natürlich", stößt er hervor. "Geben Sie mir bitte eine Pepsi".

Wortlos reicht die Stewardess ihm das gewünschte.

"Danke!"

"Meine sehr geehrten Fluggäste. Wir setzen nun zur Landung auf dem Duelles International Airport, Washington D.C. an. Bitte legen Sie ihre Sicherheitsgurte an und bringen Ihren Sitz in eine aufrechte Position", dröhnt es aus den Lautsprechern.

"Wenigstens weiß ich, wer und wo ich bin", flüstert Sam hinter vorgehaltener Hand.

 

Im Flughafengebäude mit seinem Koffer in der Hand sieht Sam sich um. Überall begrüßen sich Familien und Freunde, doch niemand scheint auf ihn zu warten.

"Al, wo bist Du?", fragt Sam in den Raum.

Wie immer in solchen Situationen taucht das Hologramm durch seinen Ruf nicht auf.

Schulterzuckend strebt Sam auf den Ausgang zu, als jemand ruckartig an seiner Handtasche zieht und sie ihm aus den Händen reißt. Für einen kurzen Moment bleibt Sam regungslos stehen und sieht erstaunt auf seine leere Hand.

Der Dieb ist schon etwas 20 Meter von ihm entfernt als Sam sich an die Verfolgung macht. Er jagt vorbei an tatenlos zusehenden Passanten, an Zeitungsständen und Imbissbuden als er endlich den Dieb zu fassen bekommt und ihn zu Fall bringt. Noch ehe Sam den Täter genauer betrachten kann, tauchen zwei verwirrt aussehenden Flughafenpolizisten neben ihm auf und legen den Mann in Handschellen.

"Geht es Ihnen gut, Mrs.?", fragt einer der beiden Beamten und hilft Sam auf die Beine.

"Danke!", erwidert Sam, sein Atem geht schnell.

"Was war hier los?", ertönt plötzlich die Stimme seines Hologramms.

"Al!", ruft Sam erleichtert.

"Al?", fragen die beiden Beamten gleichzeitig. "Kennen Sie diesen Mann?"

Fragend sieht Sam sich um als sein Blick wieder auf den Mann in Handschellen fällt.

"Ihn.....nein. Danke für Ihre Hilfe!", sagt Sam schnell, greift nach seiner Handtasche und entfernt sich von den noch immer verdutzt blickenden Polizisten.

"Al, wo bist Du so lange gewesen?", fragt Sam ungeduldig.

Nach Ausflüchten suchend, sieht Al sich um.

"Also....die Sache war so....ich meine, ich konnte wirklich nicht....", beginnt Al zu stottern.

Mit einer Handbewegung unterbricht Sam seinen Freund.

"Ich will es gar nicht wissen. Al, was tue ich hier? Wo will ich hin?"

Froh über ein anderes Thema reden zu können, greift Al nach seinem Handlink.

"Dein Name ist Sarah Rabb, Du bist 80 Jahre alt", lächelnd sieht Al ihn an. "Was die Blicke der Beamten dort drüben erklärt."

Sam sieht noch einmal in die Richtung der beiden Flughafenpolizisten. Die stehen noch immer an Ort und Stelle und sehen ratlos zu ihm herüber.

"Laß uns hier verschwinden", fordert Sam Al auf und geht in Richtung Ausgang.

Ohne ein weiteres Wort verlässt Sam das Flughafengebäude und setzt sich ins nächste Taxi.

"Wohin?", kommt die kurze Frage des Fahrers.

Fragend sieht Sam sein Hologramm an.

"North Of Union Station."

Sam wiederholt die Angabe und richtet sein Augenmerk dann wieder auf Al. Dieser sieht gedankenverloren aus dem Fenster, ein glückliches Lächeln im Gesicht.

Stirnrunzelnd folgt Sam seinen Blicken und erspäht am Ausgang eine große rothaarige Frau, die sich in so etwas ähnliches wie ein Minikleid gezwängt hat, das ihr um mindestens zwei Nummern zu klein ist und so mehr freigibt als bedeckt.

"Al!", kopfschüttelnd sieht Sam ihn an. "Al!", sein Ruf wird etwas lauter.

"Hm?", verträumt richtet Al seinen Blick auf Sam.

"North Of Union Station?", fragt Sam.

"North Of....", wiederholt Al verständnislos.

"Da fahren wir hin, Al", erklärt Sam. "Wer oder was ist dort?"

Noch immer mit seinen Gedanken woanders, sieht Al aus dem Fenster.

"Dein Enkel wohnt dort."

"Mein Enkel?"

Al nickt.

"Commander Harmon Rabb Jr., er ist Anwalt beim Judge Advocat General in Fall Church, Virginia", liest Al vom Handlink ab.

"Judge Advocat...."

"JAG, Sam", erklärt Al ungeduldig. "Eigentlich ist er Kampfflieger, aber wie es aussieht, will er doch lieber ein Anwalt sein."

Das Hologramm verzieht sein Gesicht. Al ist selbst ist mal Pilot in der Navy gewesen und kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man freiwillig ein Flugzeug gegen ein Gerichtssaal eintauschen kann.

"Warum holt er mich nicht vom Flughafen ab?", will Sam wissen.

"Wie es aussieht, willst Du ihn überraschen."

 

 
Harms Apartment
North Of Union Station, Washington D.C.

 

Punkt acht Uhr klingelt es bei Harm und Mac steht mit einer Pizza in der Hand in der Tür.

"Kommen Sie rein, Mac."

Harm bittet seine Partnerin im Wohnzimmer Platz zu nehmen, während er in der Küche die Pizza in zwei Hälften teilt. Wie immer gibt eine vegetarische Seite für ihn und eine mit allem drum und dran für Mac.

Lächelnd kommt Harm ins Wohnzimmer zurück.

"Was ist so komisch?", will Mac wissen.

Harm deutet auf die Pizza.

Fragend sieht Mac ihn an.

"Stimmt was nicht mit der Pizza?"

"Doch doch. Sie ist genau richtig." Sein Lächeln wird noch breiter.

"Und?"

"Die Art wie wir uns das Essen teilen.....zwei Hälften...eine für mich und...."

Verständnislos sieht Mac ihn an.

"Ich wollte nur sagen, dass....", beginnt Harm als ein Klopfen an der Tür ihn aus der peinlichen Situation befreit, seine Gedanken Mac genauer erklären zu müssen.

 

Als die Tür sich vor Sam öffnet, sieht er einen großgewachsenen jungen Mann mit kurzen dunklen Haaren, dessen Augen vor Erstaunen weit aufgerissen sind.

'Hat Al mir die falsche Nummer gegeben?', fragt Sam sich noch zweifelnd als ein überraschtes "Granma Sarah?" von Harm zu hören ist.

"Harm?", fragt Sam nach.

"Granny!" Statt Überraschung schwingt jetzt Freude in der Stimme des Mannes mit und er schließt Sam schwungvoll in seine Arme. "Wie kommst Du ganz allein hierher? Warum hast Du nicht angerufen? Ich hätte Dich doch vom Flughafen abgeholt." Die Sätze sprudeln nur so aus Harm heraus.

"Ich....", will Sam beginnen.

"Komm rein, komm rein", fordert Harm ihn auf und zieht Sam ins Apartment.

Als die Tür hinter den beiden ins Schloss fällt, ist Macs Stimme aus dem Wohnzimmer zu hören.

"Harm?"

"Mac, kommen Sie schnell her", glücklich lächelt Harm Sam an als Mac um die Ecke kommt.

"Gram. Das ist Mac", stellt er seine Partnerin vor. "Mac. Das ist meine Großmutter, Sarah Rabb."

"Schön, Sie endlich mal kennen zu lernen", lächelt Mac und greift nach Sams Hand. "Harm hat schon so viel von Ihnen erzählt."

"Sie sind...?", hilflos sieht Sam zwischen Harm und Mac hin und her. Wie immer hatte Ziggy nur einen kleinen Teil an hilfreichen Informationen ausgespuckt und diese gehörten nicht dazu.

"Ich hab Dir doch von Mac erzählt, Gram", fragend sieht Harm ihn an. "Meine Partnerin beim JAG, Major Sarah MacKenzie."

"Oh...Major....ja, ja natürlich", Sam lächelt verlegen. "Sie müssen entschuldigen, der lange Flug und..."

"Setz Dich erst mal", Harm hilft Sam aus seiner Jacke und schiebt ihn in Richtung Wohnzimmer. Auf dem Tisch steht noch immer die Pizza, dazu zwei Teller und Gläser.

"Ich habe hoffentlich nicht gestört...ich..."

"Gram, Du könntest mich nie stören", Harm lächelt ihn an und nimmt dann neben ihm Platz.

Mac ist etwas unschlüssig in der Tür stehen geblieben.

"Mac und ich, wir....", Harm sieht, dass sie noch immer an der Tür steht. "Kommen Sie, Mac."

"Vielleicht sollte ich lieber gehen und Sie beide allein lassen?" Mac sieht in das strahlende Gesicht ihres Partners. Er ist so glücklich, seine Großmutter zu sehen, da will sie auf keinen Fall im Weg sein.

"Unsinn, Mac. Kommen Sie", fordert Harm erneut und streckt seine Hand nach ihr aus. Zögernd setzt Mac sich aufs Sofa.

"Wir haben den Abschluss eines Falls gefeiert", erklärt Harm weiter.

"Eigentlich hat nur er einen Grund zum Feiern", Mac sieht Sam an und lächelt dann in Richtung Harm. "Er hat gewonnen."

"Die Gerechtigkeit hat gewonnen, Mac", korrigiert Harm.

Da Sam nicht weiß, wie er sich in diese Unterhaltung einbringen könnte, sagt er nur:"Das ist gut."

"Aber nun erzähl mal, Gram. Was machst Du in D.C.?" Harm sieht ihn aufmerksam an.

"Ich besuche meinen Enkel", ist Sams knappe Antwort.

Als plötzlich das aufgeregte Piepen des Handlinks zu hören ist, dreht Sam sich ruckartig um. Sein Hologramm ist zurück.

Al steht am anderen Ende des Raumes und betrachtet Mac. Sein Blick wandert bewundert an ihrem Körper rauf und runter. Leise gemurmelte Laute sind von ihm zu hören.

"Al", stößt Sam zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

Keine Reaktion.

"Al!", Sam wird etwas lauter und sieht dann entschuldigend zu Harm und Mac.

Harm runzelt leicht die Stirn als seine Großmutter auch weiterhin in die andere Ecke des Apartments blickt.

"Ist alles in Ordnung, Gram?", fragt er leicht besorgt.

Sam nickt.

"Ja. Ich muss nur mal schnell.....schnell...für kleine Ju..Mädchen", mit diesen Wort springt Sam förmlich von der Couch auf und eilt in Richtung Bad.

"Das ist meine Gram", lächelnd sieht Harm Mac an. "Nun lernen Sie sich endlich kennen." Mit sich und der Welt zufrieden, lehnt er sich in der Couch zurück.

"Harm, vielleicht sollte ich doch lieber gehen?", fragt Mac vorsichtig. Harm hatte viel von seiner Großmutter erzählt, aber sie war sich nicht sicher, wie sie sich ihr gegenüber verhalten sollte. Konnte sie vor Harms Großmutter verbergen, was sie wirklich für ihren Enkel empfand?

"Nicht doch, Mac", wendet Harm ein, "ich möchte, dass die beiden wichtigsten Frauen in meinem Leben etwas Zeit miteinander verbringen." Ernst sieht er sie an. "Bitte bleiben Sie, Mac!", bittet er.

 

 
Badezimmer

 

Als Al auch nach 5 Minuten noch nicht erschienen ist, wird Sam langsam wütend. Es ist mit seinem Freund doch immer dasselbe. Eine Frau in Sicht und schon ist alles andere vergessen. Sam will gerade wieder das Bad verlassen als Al neben ihm auftaucht.

"Hast Du Dir alles genau angesehen?", fragt Sam sarkastisch.

Verständnislos sieht Al seinen Freund an, Sam würde nie verstehen, was es für Vorzüge hatte, ein Hologramm zu sein.

"Ich hab vor allem zugehört", wendet Al ein.

"Zugehört?"

"Nicht so wichtig", beschwichtigt Al und sieht auf sein Handlink. "Ziggy sagt, dass zu 67%iger Wahrscheinlichkeit hier bist, um Harm das Leben zu retten."

"Was wird passieren?", will Sam wissen.

"Das weiß Ziggy nicht...."

"Nicht?", unterbricht er das Hologramm.

Al hebt abwehrend eine Hand und gebietet Sam ruhig zu sein.

"Laß mich ausreden. Ziggy sagt, dass es um den heutigen Fall geht. Ein Lt. Jackson wurde wegen Mordes verurteilt. Mac war die Verteidigerin und Harm der Ankläger...."

"Harm hat gewonnen", wirft Sam ein.

"Genau", bestätigt Al. "Lt. Jackson wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Leider kann er im Laufe der Nacht fliehen und wird sich an Harm rächen. Irgendwann in den nächsten 72 Stunden wird er ein Attentat planen und ihn töten."

Erschrocken sieht Sam Al an.

"Was ist mit Mac?"

"Bei dem Versuch auch sie zu töten, wird Jackson geschnappt..."

Etwas erleichtert atmet Sam auf.

"Das ist aber noch nicht das Ende", traurig liest Al weiter vom Handlink ab. "Mac wird Harms Tod nicht verwinden und wieder anfangen zu trinken. Bei einem Autounfall wird sie ums Leben kommen."

"Das darf nicht passieren", wendet Sam energisch ein.

"Darum bist Du hier."

 

Als Sam die Badtür hinter sich schließt, sitzen Harm und Mac gemütlich zusammen auf der Couch.

Mac springt auf.

"Sie sind sicher schrecklich müde. Ich werde Sie jetzt allein lassen"

Noch bevor Harm etwas einwenden kann, ergreift Sam das Wort.

"Bleiben Sie", bittet er. "Ich möchte gerne die Partnerin meines Enkels kennen lernen."

Leicht widerstrebend setzt Mac sich wieder.

"Komm Gram, setzt Dich", fordert Harm ihn auf und macht für Sam Platz auf der Couch.

"Worum gings bei dem heutigen Fall?", will Sam wissen.

"Also....", beginnen Harm und Mac gleichzeitig.

Fragend sieht Sam Mac an.

"Ich war die Verteidigerin", beginnt Mac, "und Harm der Vertreter der Anklage. Mein Mandant, Lt. Jackson, wurde des Mordes an seinem Stubenkameraden angeklagt..."

"Hat er es getan?", wirft Sam ein.

"Ja", ist Macs feste Antwort. Ein leichtes Schaudern läuft über ihren Rücken als sie an die letzten Worte Lt. Jacksons denkt.

"Alles in Ordnung?", besorgt beugt Harm sich in ihre Richtung.

Aufmerksam verfolgt Sam das Geschehen. Es war nicht zu übersehen, dass die beiden weit mehr als nur Partner und Freunde waren.

Mac strafft ihren Rücken und sieht Harm direkt an.

"Es geht mir gut."

"Ist im Gerichtssaal etwas passiert?", fragt Sam.

"Lt. Jackson war mit dem Urteil leider gar nicht zufrieden", erwidert Harm. "Es hat ein paar böse Worte gegeben." Er blickt Mac direkt in die Augen. "Nichts, worüber wir uns Gedanken machen müssten", fügt er hinzu.

Mac wird das Thema und ihre Reaktion darauf etwas unangenehm und versucht dem Gespräch eine andere Wendung zu geben.

"Harm, wie wäre es, wenn Sie morgen zusammen mit ihrer Großmutter die USS Patrick Henry besichtigen?"

"Die....?", erstaunt sieht er seine Partnerin an. Seit er von seinem Ausflug in die Fliegerstaffel der Patrick Henry zurückgekehrt ist, war dieses Thema so eine Art Tabu zwischen ihnen.

"Die USS Patrick Henry?", fragt Sam verwirrt.

Mac nickt den beiden zu.

"Harm hat dort im letzten Jahr für 9 Monate gedient und sie liegt gerade zur Generalüberholung in Norfolk", erklärt sie.

"Ich glaube, dass ist keine gute Idee....", will Harm einwenden.

"Warum nicht?", kommt es von Sam und Mac.

"Naja....ich möchte eigentlich nicht..."

"Kommen Sie schon, Harm. Ihre Großmutter würde sicher sehr gerne das Schiff sehen, auf dem Sie gedient haben."

Hilfesuchend wendet Harm sich an Sam.

Als von seiner Großmutter keine Hilfe zu erwarten ist, willigt Harm unter einer Bedingung ein.

"Nur, wenn Sie uns begleiten, Mac."

"Harm, Ihre Großmutter möchte sicher etwas Zeit allein mit ihrem einzigen Enkel verbringen", erwidert sie und wendet sich ebenfalls hilfesuchend an Sam.

Der kommt sich schon vor wie auf einer Achterbahn. Seine Blicke huschen zwischen Harm und Mac hin und her.

"Gram?", fragend sieht Harm ihn an.

"Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns begleiten würden, Major", sagt Sam und lächelt die beiden an.

"Nennen Sie mich Mac, Mrs. Rabb. Alle tun das."

Harm strahlt die beiden Frauen förmlich an. Er hatte immer gewusst, dass Gram Mac mögen würde.

"In Ordnung....Mac. Dann sagen Sie aber Sarah zu mir", entgegnet Sam und reicht Mac die Hand.

Glücklich lächelnd ergreift Mac sie.

"Meine beiden Sarahs", murmelt Harm leise.

"Ich muss mich jetzt leider verabschieden", sagt Mac mit einem Blick auf ihre Uhr. Eigentlich hatte sie dieses Hilfsmittel gar nicht nötig, da sie immer genau wusste, wie spät es ist, aber mit Rücksicht auf Harm trug sie sie.

"Wir treffen uns dann morgen im......"

"Wir holen Sie ab, Mac", unterbricht Harm sie. "Pünktlich um 10", verschmitzt grinst er sie an und begleitet sie zur Tür.

"Hat mich sehr gefreut, Sie endlich kennen zulernen Mrs.....Sarah", verabschiedet sich Mac mit einem Lächeln von Sam.

"Mich auch", erwidert er.

"Rufen Sie an, wenn Sie zu Hause angekommen sind, Mac", fordert Harm sie wie immer auf.

Mac quittiert seine Sorge mit einem Lächeln und geht.

Gedankenverloren kommt Harm ins Wohnzimmer zurück und setzt sich zu Sam auf die Couch.

"Sie ist nett", sagt Sam und sieht ihn aufmerksam an.

"Hm?"

"Sarah, sie ist sehr nett", wiederholt Sam.

Noch immer etwas abwesend, nickt Harm. Die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben hatten sich soeben kennen gelernt und sie mochten sich. Er war einfach nur glücklich

"Du magst sie?", fragt Sam, als er das Lächeln auf Harms Gesicht sieht.

Ruckartig wird Harm aus seinem Gedanken gerissen, alle seine Alarmglocken erklingen. Er musste jetzt ganz vorsichtig sein.

"Sie ist mein Freund und Partner", weicht er aus.

"Partner?"

"Gram, fang jetzt nicht wie Mom an, bitte", flehend sieht Harm seine Großmutter an und erhebt sich von der Couch.

"Es ist schon spät. Vielleicht sollten wir schlafen gehen."

"Ist das Deine Art, ein Thema zu beenden?", fragt Sam lachend. Ihm ist sehr wohl aufgefallen, dass Harm die Richtung, die das Gespräch nimmt, nicht gefällt.

"Gram, es war ein langer Tag. Laß uns morgen weiterreden."

Widerstrebend erhebt auch Sam sich von der Couch.

"Okay", willigt er ein. "Wir reden morgen weiter."

"Vielleicht", murmelt Harm und holt ein Kissen und ein Laken für sich, dann deutet er mit einer weitausholenden Handbewegung ins Schlafzimmer.

"Alles für Dich." Er beugt sich zu Sam hinunter und gibt ihm einen Kuss auf die Wange.

"Gute Nacht, Gram."

"Gute Nacht, Harm."

 

Sam liegt wach in der Dunkelheit. Das kurze Gespräch mit Harm über seine Partnerin Mac hatte ihn neugierig gemacht. Für ihn war es offensichtlich, dass die beiden mehr verband als nur Freundschaft. Was hielt sie nur davon ab, ihr Glück zu ergreifen?

Das Klingeln eines Telefons reißt Sam aus seinen Gedanken. Er sieht auf den Wecker auf dem Nachttisch. Es ist 03:00 Uhr morgens. Wer würde so spät noch anrufen?

 

 
Wohnzimmer

 

Schlaftrunken greift Harm nach dem Telefonhörer. Seine Uhr sagt ihm, dass es drei Uhr früh ist. Wer...?

<Ich habe Sie gewarnt>, dringt eine drohende männliche Stimme durchs Telefon.

"Wer ist da?", will Harm wissen.

<Das wissen Sie doch, Commander. Sagen Sie nicht, dass Sie mich schon vergessen haben.>

"Lt. Jackson?"

<Denken Sie an meine Worte!>, sagt Jackson und legt auf.

Sprachlos starrt Harm den Telefonhörer in seiner Hand an.

"Wer war das, Harm", fragt Sam.

Erschrocken fährt Harm zusammen, er hat nicht bemerkt, dass seine Großmutter ins Wohnzimmer gekommen ist.

"Niemand", wiegelt er ab.

"Harm?" Sam will ihm das nicht ganz glauben. Der erschrockene Ausdruck auf Harms Gesicht ist noch nicht ganz verschwunden.

"Es ist wirklich nichts, Gram", beteuert er.

'Mac', schießt es plötzlich durch seine Gedanken, fieberhaft greift er nach dem Telefon und wählt Macs Nummer.

 

 
Macs Apartment
Georgetown, Washington D.C.

 

Das Klingeln ihres Telefons reißt Mac aus ihren Träumen. Schlaftrunken greift sie nach dem Hörer.

"Major MacKenzie."

<Mac?>, erleichtert atmet Harm aus.

"Harm? Ist etwas passiert?"

<Es ist alles in Ordnung>, will er sie beruhigen.

"Harm, Sie rufen mich nicht mitten in der Nacht an, wenn alles in Ordnung wäre", erwidert sie. "Was ist los? Geht es ihrer Großmutter gut?"

<Jaja, Gram geht's gut, es ist nur....nur....>

"Nun sagen Sie schon, Harm!", fordert Mac ungeduldig.

<Ich hatte gerade einen Anruf von Lt. Jackson....>

"Lt. Jackson?", fragt Mac vorsichtig nach. Ein kalter Schauer läuft über ihren Rücken.

<Wie es aussieht, hat er fliehen können. Mac...ich möchte, dass Sie sofort hierher kommen.>

"Harm, ich..."

<Bitte, Mac>, fleht er sie an.

"Harm, ich schaff das. Ich bin ein Marine, ich....

<...kann selbst auf mich aufpassen. Mac, das weiß ich. Ich würde mich nur wohler fühlen, wenn Sie hier wären.>

"Ich weiß ihre Sorge zu schätzen, Harm. Wirklich", erwidert sie. "Aber bitte verstehen Sie mich, es ist sehr wichtig für mich, allein damit fertig zu werden."

<Aber das müssen Sie nicht, Mac>, versucht Harm sie umzustimmen.

"Bitte, Harm."

<In Ordnung>, widerwillig gibt Harm nach. <Passen Sie auf sich auf und rufen Sie mich an, wenn Sie mich brauchen.>

"Das werde ich. Danke, Harm." Langsam legt sie den Hörer zurück auf die Gabel. Sie setzt sich aufs Bett, den Kopf in ihre Hände gestützt.

'Warum muss mir dauernd so etwas passieren?', fragt sie sich zweifelnd. 'Warum kann mein Leben nicht einfach sein, so wie das anderer Menschen? Warum muss ich dauernd um alles kämpfen? Um von meinem Vater loszukommen? Vom Alkohol, von Chris? Ging das denn immer so weiter?'

Leise laufen Tränen ihre Wagen hinunter.

'Hab ich nicht schon genug für meine Fehler bezahlt? Wird es nie genug sein? Verdiene ich nicht auch etwas Glück und Frieden?'

 

 
Harms Appartement
North Of Union Station, Washington D.C.

 

"Geht es ihr gut?", will Sam wissen. Er hat neben Harm auf der Couch gesessen als er mit Mac telefoniert hat.

Harm nickt.

"Sie will nicht rüber kommen", sagt er traurig. "Sie denkt, dass sie das allein schaffen muss."

"Vielleicht hat sie Recht?", wendet Sam ein. "Du kannst sie nicht vor allem beschützen, auch wenn Du das gerne möchtest."

Erstaunt sieht Harm seine Großmutter an. Er hat erwartet, dass sie aufgebracht über Macs Reaktion sein würde, sich nicht helfen zu lassen. Stattdessen sieht er Bewunderung für ihre Haltung in ihren Augen. Kein Wunder, auch Sarah Rabb hat schwere Zeiten ganz allein überstehen müssen. Sie hat ihren Mann und dann auch noch ihren einzigen Sohn verloren.

"Ich möchte ihr helfen", hilflos sieht er Sam an.

"Das weiß sie." Sam legt ihm seine Hand auf die Schulter und drückt sie sanft.

Harm nickt.

"Du solltest wieder schlafen gehen."

"Gute Nacht, Harm", sagt Sam und geht zurück ins Schlafzimmer.

Erschrocken fährt er zusammen als sein Hologramm ihn dort erwartet.

"Al!"

"Tut mir leid, Sam," entschuldigt er sich. "Ich kann nun mal keine Geräusche beim Gehen machen."

"Gibt's was neues von Ziggy?"

"Nein", Al schüttelt seinen Kopf. "Ich kann Dir nur sagen, dass heute Nacht nichts mehr passieren wird."

Sam atmet erleichtert auf. Vielleicht sollte er Harm informieren? Nein, er würde ihm sicher nicht glauben und er konnte ihm ja schlecht sagen, woher seine Informationen stammen.

"Wir wollen morgen die USS Patrick Henry besichtigen", erzählt er Al.

Al tippt einige Tasten auf dem Handlink.

"Das ist ein Flugzeugträger", sagt er. "Harm hat dort im letzten Jahr für einige Monate gedient."

"Warum ist er jetzt nicht mehr dort?"

"Keine Ahnung, Sam. Hier steht nur, dass Commander Harmon Rabb Jr.'s Nachtblindheit im letzten Jahr geheilt werden konnte und er daraufhin in den aktiven Dienst zurückgekehrt ist. Seine Beurteilungen weisen ihn als hervorragenden Kampfpiloten aus...."

"Vielleicht ist hier etwas, dass es dort nicht gab", wendet Sam ein.

"Was soll das sein?", fragt Al skeptisch. Ihm war noch immer nicht klar, wie meine eine Karriere als Pilot aufgeben konnte, um Anwalt zu sein.

"Nicht was, Al. WER."

"Wer?...Du meinst...?" Fragend sieht Al seine Brauen hoch.

"Genau!", stimmt Sam zu. "Mac."

 

 
Harms Apartment
North Of Union Station, Washington D.C.

 

Als Sam am nächsten Morgen die Küche betritt, ist Harm bereits auf den Beinen. Seine Haare stehen in alle Richtungen und unter seinen Augen sind dunkle Ränder zu sehen.

"Du hast nicht geschlafen?", fragt Sam und sieht ihn aufmerksam an.

"Doch hab ich", versucht Harm zu lügen, doch er weiß, dass seine Großmutter ihm das nicht abnehmen wird.

"Daher die dunklen Ränder unter Deinen Augen", meint Sam etwas sarkastisch.

Entschuldigend sieht Harm ihn an.

"Tut mir leid, Gram", sagt er zerknirscht und drückt ihm einen Kuss auf die Wange. "Ich musste andauernd an...."

"...Mac denken?", beendet Sam seinen Satz.

"Ich hab mir Sorgen um sie gemacht", rechtfertigt sich Harm.

"Das ist doch in Ordnung."

Sam nimmt sich eine Tasse Kaffee und setzt sich an den Tisch.

Harm nimmt ihm gegenüber Platz.

"Gram?"

Fragend sieht Sam ihn an.

"Erzähl Mac bitte nicht, dass ich ihretwegen keine Auge zugetan habe, ja?", bittet er schüchtern.

"Keine Sorge", beruhigt Sam ihn, "Ein Blick in Dein Gesicht und sie wird es ohne ein Wort von mir wissen", lächelt er.

"Oh", etwas verlegen reibt Harm sich über die Augen.

"Wir müssen uns beeilen", sagt Sam mit einem Blick auf seine Uhr.

 

 
Macs Apartment
Georgetown, Washington D.C.

 

Völlig erschöpft steigt Mac aus ihrem Bett. Sie hat die meiste Zeit nach Harms Anruf wach im Bett gelegen und sich unruhig von eine Seite auf die andere gedreht. Als sie dann endlich eingeschlafen war, hatte sie ständig Lt. Jackson's Gesicht vor sich gesehen.

'Reiß Dich zusammen, Marine!', fordert sie sich selbst auf und geht in die Küche. Ein kräftiger Kaffee und der Tag konnte beginnen.

'Und was für ein Tag', grübelt sie. 'Sie würde den Tag zusammen mit Harm und seiner Großmutter verbringen....'

 

Punkt 10 Uhr klingelt es an ihrer Apartmenttür und ein lächelnder Harm nimmt sie in Empfang.

"Guten Morgen, Mac", grüßt er. Da heute Sonntag ist, trägt er nur ein paar Jeans und ein weißes T-Shirt, statt seiner Uniform.

"Guten Morgen, Harm", wie immer zaubern seine leuchtenden Augen ein Lächeln auf ihr Gesicht. Bei genauerem Hinsehen fallen ihr dunkle Schatten um seine Augen auf.

"Sie sehen aus, als hätten Sie nicht sehr gut geschlafen", stellt sie fest. "Sie sind doch nicht etwas die ganze Nacht aufgeblieben, oder?" 'Das würde ihm mal wieder ähnlich sehen', Mac schwankt noch, ob sie darüber verärgert oder erfreut sein soll.

"Ach das, das ist nichts", wiegelt Harm ab. "Sie wissen doch, dass die Couch für mich viel zu klein ist....."

"Die Couch?", fragt Mac nach.

"Ja, ich konnte doch Gram unmöglich in der Wohnstube schlafen lassen."

"Natürlich nicht", erwidert Mac sarkastisch. So ganz nimmt sie ihm seine Erklärung nicht ab.

"Kommen Sie, Mac. Gram wartet sicher schon."

"Guten Morgen, Mac", begrüßt Sam sie beim Einsteigen. "Haben Sie gut geschlafen?"

"Ungefähr so gut wie ihr Enkel", erwidert Mac lächelnd.

"Er hat sich Sorgen um Sie gemacht", rechtfertigt Sam Harms Verhalten.

"Das hätte er....", beginnt Mac ihren Satz als Harm ins Auto steigt.

"Was hätte er?", will er neugierig wissen.

Mac und Sam werfen sich vielsagende Blick zu und kommen stillschweigend überein, das Thema fallen zulassen.

"Dass Du uns auch zum Frühstück hättest einladen können", sagt Sam.

"Frühstück?", Harm sieht die beiden Frauen an. "Wenn es nach Mac gegangen wäre, hättest Du jetzt schon einen Beltway Burger essen müssen, Gram", er lächelt Sam an.

"Das ist doch nicht wahr, Harm", widerspricht Mac.

"Nicht?", fragend zieht Harm seinen Brauen hoch. Er kennt Macs Essgewohnheiten zu gut.

"Sie sind unmöglich", Mac lächelt und schlägt ihm sanft mit der Hand auf den Arm.

"Da siehst Du es, Gram. Sie weiß keine Antwort und schlägt nach Art der Marines gleich zu", macht Harm sich über Mac lustig.

"Aber....", will Mac einwenden.

"Kinder!", ruft Sam vom Rücksitz. "Wenn das so weitergeht, sind wir morgen noch nicht in Norfolk." Seine belustigten Blicke wandern zwischen Harm und Mac hin und her. Es war nicht zu übersehen, wie sehr die beiden diese kleinen Streitigkeiten genossen.

"Ja, Ma'am", Harm lächelt ihm zu und sieht Mac dann mit einem 'Das ist alles nur ihre Schuld'-Blick an.

'Gar nicht wahr', schießt Mac trotzig zurück.

"Können wir endlich fahren?", mischt Sam sich in das stille Gespräch der beiden ein.

Laut lachend, lenkt Harm seinen SUV in Richtung Norfolk.

 

 
Norfolk

 

Nach einer Fahrt von 2 Stunden erreichen sie endlich Norfolk.

Harm lässt Sam und Mac allein, um die Erlaubnis den Flugzeugträger betreten zu dürfen einzuholen.

"Das ist die Patrick Henry", Sam schirmt mit einer Hand seine Augen ab und blick auf den riesigen Flugzeugträger vor sich. Er hat noch nie einen aus den Nähe gesehen, geschweige einen betreten.

"Ja", stimmen Mac und Al zu.

"Al!", ruft Sam erschocken als sein Hologramm plötzlich neben ihm auftaucht.

"Kennen Sie hier jemanden, Sarah?", Mac sieht Sam fragend an.

"Ähm...nein, nicht wirklich", stottert Sam.

"Ist er nicht wunderschön", erfurchtsvoll starrt Al auf den Flugzeugträger.

Sam sieht in das Gesicht seines Freundes und kann erkennen, dass Al mit seinen Gedanken auf dem Deck des Flugzeugesträgers in seiner Maschine sitzt und den Startvorgang einleitet.

"Du vermisst es?", fragt er leise.

"Vermissen?", Mac sieht Sam an

Al nickt stumm.

"Oh, ich meinte, ob Harm das alles hier wohl fehlt", wendet Sam sich jetzt Mac zu.

Macs Gesicht nimmt ein leicht verkniffenen Ausdruck an. Sie denkt an die Zeit zurück als Harm so weit von D.C. auf der Patrick Henry gedient hat. Sie hatte ihn so vermisst. Natürlich konnte sie seinen Wunsch wieder zu fliegen verstehen, aber....sie war tief verletzt, als er dann gegangen ist und sie allein ließ

"Ich weiß es nicht", flüstert sie kopfschüttelnd. "Bestimmt", fügt sie etwas fester hinzu.

"Die ganze Rabb-Familie waren Piloten", liest Al vom Handlink ab. "Dein Mann. Dein Sohn, Harmon Rabb Sen.. Er wurde über Vietnam abgeschossen, als Harm noch ein Kind war. Harm ist wie selbstverständlich in die Fußstapfen seines Vaters getreten..."

"Aber er ist zurückgekommen", Sam sieht sie aufmunternd an.

"Weil er festgestellt hat, dass er nicht mehr mit den jungen Piloten mithalten kann", antwortet Mac etwas verbitterter als sie es eigentlich beabsichtigt hat.

Fragend sieht Sam sein Hologramm an.

"Das denke ich eher nicht", beantwortet Al Sams unausgesprochene Frage. "Seine Beurteilungen sind tadellos, er wurde sogar ausgezeichnet, weil er mit einem gewagten Flugmanöver das Leben zweier Piloten gerettet hat." Al sieht ihn an.

"Ich denke, dass Du recht hattest, Sam. Er ist wegen ihr wieder hier", Al deutet mit dem Kopf auf Mac.

"Na? Kann die Besichtigungstour beginnen", unterbricht Harm das Gespräch der drei.

Gemeinsam gehen sie Landungsbrücke hinauf.

Stolz führt Harm Sam und Mac durch das Schiff.

Sein Gesicht glüht und seine Augen sprühen Funken als sie das Flugzeugdeck erreichen. Ausführlich erklärt er die Funktionsweise der Fanghacken und was passiert, wenn man sie verpasst....

"Sie würden jederzeit wieder hier dienen wollen, nicht Harm?", Mac sieht ihn aufmerksam an. Seine Erklärungen und die Freude in seinem Gesicht hier auf dem Deck zu stehen, versetzen Mac einen kleinen Stich.

'Die Fliegerei ist seine große Liebe', denkt sie wehmütig. 'Wie kann ich mit all dem konkurrieren?'

"Nein, Mac", Harm sieht ihr fest in die Augen. "Ich liebe die Fliegerei, das geben ich ehrlich zu. Aber ich habe in den Monaten, die ich hier gedient habe, gelernt, dass es noch andere Sachen.....wichtigere Sachen in meinem Leben gibt. Da, wo ich jetzt bin, möchte ich sein und nirgendwo sonst."

Schweigend sehen Harm und Mac sich an.

Eine einzelne Träne bildet sich in Macs Auge und läuft ihr Gesicht herunter. Sanft streicht Harm sie mit den Fingerspitzen fort.

"Der Wind", flüstert Mac und legt ihre Hand über seine.

Wissend nickt Harm.

Der Tag ist sonnig, keine Wolke ist am Himmel zu sehen und natürlich weht auch nicht leiseste Brise.

Lächelnd beobachten Sam und Al die Szene.

Als Harm und Mac sich bewusst werden, dass sie nicht allein sind, fahren sie etwas erschrocken auseinander.

Wie als hätte Sam nichts mitbekommen, deutet er auf eine Tür rechts von ihm.

"Wo führt die hin?"

"Zur Brücke", antwortet Harm und geht auf die Tür zu.

Gemeinsam betreten sie die Kommandozentrale des Flugzeugträgers und Harm beginnt mit seinen Ausführungen als plötzlich das Handlink aufgeregte Laute von sich gibt.

Al ist tief in Gedanken versunken und bekommt zunächst nicht mit, dass Ziggy wichtige Neuigkeiten für ihn hat.

"Al!", flüstert Sam an seiner Seite.

Keine Reaktion.

"Al!", wiederholt Sam etwas lauter.

"Hm?", erschrocken fährt das Hologramm zusammen. Gemeinsam mit seinem Freund Skippy hat er gerade eine Bilderbuchlandung in Pensacola hingelegt....

"Oh...." Al wendet sich dem Handlink zu und sieht seinen Freund dann erschrocken an.

"Sam...schnell...ihr müsst.....", beginnt er als hinter ihnen die Tür ins Schloss fällt und das Geräusch der Verriegelung zu hören ist.

Sie sind eingeschlossen.

Sam und Harm erreichen gemeinsam die Tür und versuchen sie aufzustemmen.

"Was ist hier los?", will Sam von seinem Hologramm wissen.

"Ziggy sagt, dass Lt. Jackson an Board ist", entschuldigend sieht er Sam an. Hätte er sich nur nicht so ablenken lassen, dann....

"Jackson?", fragt Sam.

"Jackson?", fragen Harm und Mac gleichzeitig. Erstaunt sehen sie Sam an.

Al nickt.

"Tut mir leid, Sam", entschuldigt er sich für seine Unaufmerksamkeit.

'Ist schon in Ordnung', erwidert er stumm. 'Was wird passieren?', fragen seine Augen.

Al drückt einige Tasten auf dem Handlink und gibt dann Ziggys Informationen an Sam weiter.

"Jackson befindet sich jetzt gerade im Maschinenraum und installiert eine Bombe....."

"Eine Bombe?", fragt Sam ungläubig. Sein Magen verkrampft sich.

"Bombe? Gram, was redest Du da?", will Harm besorgt wissen und sieht zwischen Sam und Mac hin und her.

"Es ist eine Bombe im Maschinenraum", wiederholt Sam und blickt Harm direkt in die Augen.

"Gram, woher willst Du das wissen? Vielleicht spielt uns nur irgendjemand einen Streich....vielleicht.....", nervös sieht Harm sich um.

Sam schüttelt seinen Kopf.

"Wir müssen hier irgendwie rauskommen", sagt er in Als Richtung und läuft auf der Brücke hin und her. Suchend wandern seine Augen durch den Raum.

"Harm?", fragend sieht Mac ihn an.

Ungeduldig hämmert Harm mit den Händen gegen die geschlossene Tür.

"Laßt uns hier raus!", brüllt er.

"Harm", Mac fasst ihn am Arm und zieht ihn von der Tür weg.

Entsetzen steht ihm ins Gesicht geschrieben. 'Was, wenn Gram recht hatte? Was, wenn Jackson wirklich an Board ist? Was....?'

"Harm", Mac steht direkt vor ihm. "Wir müssen ihrer Großmutter helfen", sagt sie eindringlich.

Er nickt und sieht sich dann ebenfalls suchend um.

"Wie viel Zeit haben wir, Al?", fragt Sam außer Hörweite der beiden anderen.

Al schüttelt seinen Kopf.

"Al, geh in den Maschinenraum. Sieh nach, was er macht!", fordert er das Hologramm auf.

Al tippt einige Befehle ins Handlink ein und verschwindet.

Kurze Zeit später ist er zurück. Sein Gesicht ist blass und eine entsetzter Ausdruck liegt in seinen Augen.

"Was...?", fragt Sam.

"Drei Minuten, Sam", sagt Al fast tonlos.

"Drei Minuten?", Sam kann es nicht glauben.

Fieberhaft sieht er sich nach Harm und Mac um.

"Wir müssen die Tür aufbekommen", stößt er hervor.

In einer Ecke entdeckt er eine große Rohrzange. Als Harm sie ihm abnehmen will, umklammert er sie fester und geht auf die Tür zu.

'Was soll ich mit einer Rohrzange anfangen?', fragt er sich zweifelnd. Wütend schlägt er gegen die Tür. Einmal. Zweimal. Immer wieder. Mit jeden Schlag steigert sich seine Wut ins Unermessliche.

"Gram!"

"Sarah!"

"Sam!", kommt es von Harm, Mac und Al.

"Wie lange noch?", fragt Sam sein Hologramm.

Al will die Frage nicht beantworten. Viel zu schnell verrinnen die Sekunden.

"WIE LANGE NOCH, AL?", schreit Sam jetzt fast.

"1 Minute und 12 Sekunden."

"1 Minute...?, wiederholt Sam atemlos.

Sprachlos sehen Harm und Mac sich an.

"Es tut mir leid", flüstert Sam den beiden zu. Er ist hier, um ihren Tod zu verhindern und was hatte er erreicht? Nichts. Überhaupt nichts!

Verzweifelt rutscht Sam zu Boden. Die Zange entgleitet seiner Hand.

Sofort sind Harm und Mac an seiner Seite.

"Es wird alles gut", will Harm ihn beruhigen. Seine Stimme zittert. Wenn er richtig gezählt hat, bleiben nur noch ein paar Sekunden.

Er nimmt Sam und Mac in den Arm, drückt sie fest an sich.

"Ich liebe euch!", flüstert er und schließt die Augen als eine gewaltige Explosion das Schiff erschüttert.

Das Geräusch berstenden Stahls schallt in ihren Ohren wieder als sie an die entgegenüberliegende Wand geschleudert werden.

"Sam!", schreit Al als sein Freund unsanft auf dem Boden landet.

Noch hält Harm Macs und Sams Hand in seiner als eine weitere Erschütterung durch das Schiff geht. Zuerst verliert er Sam und dann auch Mac.

"MAC! GRAM!", schreit er verzweifelt.

Wie aus weiter Ferne kann Mac Harm rufen hören.

'Hier', will sie Antworten doch kein Wort kommt über ihre Lippen. Der harte Aufprall presst ihr die Luft aus den Lungen.

"MAC.....", ruft Harm erneut als etwas schweres seinen Körper rammt und ihn am Boden festnagelt.

"Sam", Al sieht wie sein Freund mühsam versucht auf die Beine zu kommen. Für einen Moment scheint das Schiff still zustehen.

Plötzlich bricht die Außenwand und Wasser strömt herein.

"Sam!", ruft Al erneut als das Wasser Sam von den Beinen reißt.

"Al....Al.....", atemlos taucht Sam wieder auf. "Wo sind Mac und Harm?"

"Mac ist nur ein kleines Stück links von Dir", ruft er seinem Freund zu.

Suchend sieht Sam sich um als er Mac entdeckt. So schnell das hereinströmende Wasser es zulässt, bewegt er sich auf sie zu. Mit beiden Händen greift er nach ihr, zieht an die Wasseroberfläche.

Etwas scheint sie am Kopf getroffen zu haben, Blut rinnt aus eine Schnittwunde.

"Mac. Mac.", Sam schüttelt sie unsanft.

Nur ganz langsam kommt Mac zu sich. Ihre Augen haben Mühe sich auf einen Punkt zu konzentrieren. 'Was? Wo....?`

"Harm", kommt es über ihre Lippen.

"Ich bin's, Sarah", sagt Sam.

"Sarah? Was ist passiert? Wo ist Harm?", Macs ist völlig durcheinander, ihr Kopf dröhnt.

"Ich weiß nicht", Sam sieht sie an und dann suchend durch den Raum.

Das Wasser steigt unaufhörlich.

"Wo ist Harm, Al", schreit Sam um die Wassermassen zu übertönen.

Hektisch schlägt Al auf das Handlink ein.

"Al!"

Wütend schlägt das Hologramm auf sein Handlink ein.

"Sam, er ist hier hinten an der Tür", ruft Al vom anderen Ende des Raumes. "Beeil Dich! Er ist eingeklemmt...", schreit er.

Mit Mac an der Hand kämpft Sam sich vor. Das Wasser reicht ihm schon bis zur Hüfte.

'Wo?', er sieht Al an.

"Genau hier, Sam", das Hologramm deutet auf einen Punkt zu seinen Füßen.

"Mac?", wendet Sam sich an sie.

Fragend sieht sie ihn an. Ihre Augen sind glanzlos, Blut läuft ihr Gesicht herunter.

"Mac!", er schüttelt ihren Körper.

Nur mühsam kann Mac sich auf Sam konzentrieren.

"Harm?"

"Kommen Sie, Mac! Helfen Sie mir!", ruft Sam, holt tief Luft und taucht, Mac mit sich ziehend.

Zusammen finden sie Harm. Er liegt eingeklemmt zwischen schweren Wrackteilen des Schiffes. Seine Augen sind geschlossen.

Panisch sieht Mac Sam an. 'Bitte Gott, NICHT!', ruft sie stumm.

Sam sucht nach Harms Puls, er ist schwach und unregelmäßig.

Er deutet auf die Oberfläche, bedeutet Mac unten auf ihn zu warten.

Nach Luft ringend, taucht Sam aus dem kalten Wasser auf.

"Al?", suchend sieht er sich um.

"Hier, Sam", ruft das Hologramm, keine 2 Meter von ihm entfernt. "Nimmt dieses Rohr, benutzte es als Hebel."

Mit dem Rohr in der Hand erscheint er wieder neben Mac. Er drückt ihr den Gegenstand in die Hand, greift dann nach Harm und pustet ihm Luft in den Mund.

Blitzschnell schwimmt er zurück an die Oberfläche, füllt seine eigenen Lungen mit Luft und bedeutet dann Mac das gleiche zu tun.

Während Sam sich müht, den Hebel richtig anzusetzen, versorgt Mac Harm mit Luft.

Verzweifelt stemmt Sam sich gegen die Wrackteile, sie wollen sich einfach nicht bewegen lassen...

Er berührt Mac an der Schulter, bittet sie stumm, ihm zu helfen. Gemeinsam lehnen sie sich gegen den Hebel und endlich kommt Bewegung in die Teile, die Harm am Boden festhalten...

Während Sam den Hebel hält, zieht Mac den bewusstlosen Harm unter den Wrackteilen hervor.

Nach Luft ringend, tauchen sie auf.

"Harm, Harm", ruft Mac verzweifelt als sie endlich wieder atmen kann.

"Er atmet nicht", voller Panik sieht sie Sam an.

"Halten Sie ihn fest!", fordert er sie auf und beginnt dann mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung.

"Atme! Atme!", fleht Mac, als Harm endlich wasserspuckend zu sich kommt.

Suchend sieht er sich um, als seine Augen auf Mac treffen.

"Mac?", fragt er leise.

Tränen laufen ihre Wangen hinunter als sie ihn glücklich an sich drückt.

"Gram?"

"Ich bin hier", sagt Sam und sinkt dann völlig erschöpft zusammen.

"Sam", fragt Al besorgt, als er in das blasse Gesicht seines Freundes sieht.

Sam winkt ab. 'Es geht mir gut!'

"Wir müssen hier raus", suchend sieht er sich um.

"Hier, Sam. An der Tür ist ein Loch in der Wand......ihr müsst ungefähr 150 Meter tauchen und kommt dann nach draußen an die Wasseroberfläche..."

Sam sieht sich nach Harm und Mac um. Mac hält ihn noch immer in den Armen.

"Harm? Kannst Du schwimmen?", zweifelnd sieht er den jungen Mann an.

Harm schüttelt stumm seinen Kopf. Die Wrackteile waren zu schwer gewesen, er kann seine Arme und Beine kaum spüren.

"Ich gehe nicht ohne ihn!", stellt Mac klar als sie die stumme Zwiesprache der beiden bemerkt.

"Mac!", Harm fordert sanft ihre Aufmerksamkeit.

"Ich gehe nicht ohne Dich", wiederholt sie unter Tränen und drückt ihn an sich.

"Bitte, Mac. Du mußt!" Harm versucht sich aus ihrem Griff zu befreien, muss aber einsehen, dass er dafür zu schwach ist.

Mac schüttelt entschieden ihren Kopf.

"Ich verliere Dich nicht noch einmal an die Patrick Henry... Ich liebe Dich", flüstert sie.

"Wir haben jetzt keine Zeit dafür", Sam bedauert es, die beiden unterbrechen zu müssen, aber das Wasser steigt unaufhörlich und wenn sie noch länger warten, ist es bald unmöglich noch aus dem Schiff auftauchen zu können.

Fragend sehen Harm und Mac ihn an.

"Wir legen ihn auf dieses Brett dort", Sam deutet auf ein flaches Stück Holz, das nicht weit von ihnen an der Oberfläche treibt.

"Gram nicht!", bittet Harm. "Ihr werdet ertrinken, bitte", fleht er.

"Saaam", drängelt Al. "Es bleibt nicht mehr viel Zeit."

Ohne auf Harms Widerrede zu achten, greifen Sam und Mac nach dem Brett und binden Harm daran fest.

"Wir schaffen das", sagt Sam fest und drückt Harm leicht an der Schulter.

"Bitte Mac!", versucht Harm noch einmal sie zu überreden. "Rette Dich...und meine Großmutter!"

"Harm, wir werden alle drei heil hier raus kommen", schwört sie.

Sie zieht ihn näher zu sich heran.

"Ich liebe Dich", sagt sie leise und küsst sanft seine Lippen.

"Ich liebe Dich auch", erwidert er und lächelt sie glücklich an.

"Kommt", fordert Sam die beiden auf. "Tief Luft holen!"

Sam und Mac greifen jeweils an ein Ende des Brettes und ziehen Harm mit sich in die Tiefe. Mit gemeinsamer Kraft ziehen sie ihn durchs Wasser....

Die Luft in ihren Lungen wird langsam knapp......Harm hat seine Augen geschlossen, er ist zur Hilflosigkeit verdammt und verflucht sich dafür. Er wird es sich niemals verzeihen, wenn Mac und seine Gram wegen ihm ertrinken würden....

Nach scheinbar endlosen Minuten tauchen Sam, Harm und Mac prustend auf.

Mit letzter Kraftanstrengung ziehen sie sich und Harm aus dem Wasser.

"Wir haben es geschafft!", flüstert Sam und sieht die beiden an.

Mac bricht weinend über Harm zusammen, sie kann nicht glauben, wie knapp sie dem Tod entkommen sind.

"Mac?", Harm hebt mühsam seinen Arm, seine Hand berührt leicht ihr Gesicht.

"Mac!"

Mit Tränen in den Augen sieht sie ihn an.

"Ich danke Dir", flüstert er.

Mac schüttelt entschieden ihren Kopf und deutet dann auf Sam.

"Ohne Sarahs Hilfe hätte ich das nie geschafft."

Sam drückt Mac an sich und greift nach Harms Hand.

"Wir haben es zusammen geschafft....mit der Kraft der Liebe", fügt er lächelnd hinzu.

Zustimmend nickt Harm.

"Hab ich Euch schon gesagt, dass ich Euch liebe", fragt er glücklich lächelnd.

"Ja, dass hast Du", antwortet Sam schmunzelnd und sieht die beiden an.

Mac hält Harms Hand fest in ihrer.

"Ich liebe Dich, Harm", flüstert sie.

"Und ich liebe Dich, Sarah", sagt Harm.

Als die beiden sich küssen, entfernt sich Sam etwas. Dieser Augenblick gehört nur den beiden.

"Geschafft!", erklingt plötzlich Als Stimme neben ihm.

"Al!", freudig sieht Sam ihn an.

"Das war verdammt gute Arbeit, Sam", sagt Al stolz.

"Dank Deiner Hilfe", gibt er das Lob zurück. "Warum bin ich noch hier?", will Sam wissen.

Al zuckt mit den Schultern und wendet sich dann an seine Handlink.

"Keine Ahnung, Sam.....Ziggy sagt, dass hier alles erledigt ist. Harm und Mac leben, Lt. Jackson wurde gerade ein paar Blocks von hier festgenommen....."

Fragend sieht Sam sein Hologramm an und blickt dann auf das Paar vor ihm.

"Ich habe da so eine Idee....", sagt er, lächelt sein Hologramm verschwörerisch an und geht dann auf Harm und Mac zu.

"Was haltet ihr von meinem Garten?", fragt er die beiden.

"Garten?", Harm und Mac sehen ihn verständnislos an.

Sam nickt.

"Für die Hochzeit.....ich dachte mir....."

"Hochzeit?", kommt er gleichzeitig erstaunt von Harm und Mac.

"Gram...."

"Sarah...."

Fragen sie gleichzeitig und beginnen dann zu lachen. Als Sam in ihr Lachen einstimmt, sieht Harm Mac mit seinem berühmten Fliegergrinsen an.

"Warum eigentlich nicht?"

Völlig überrascht hält Mac inne und schließt Harm dann glücklich in die Arme.

"Alles Gute", flüstert Sam als er den nahenden Abschied spürt und springt....

 
Ende

 
Du bist der 2463. Leser dieser Geschichte.