Zurück
 

Die Stimme der Vergangenheit

© by Echnaton ()

 

Disclaimer: Alle Charaktere und sämtliche Rechte an SG 1 gehören MGM/UA, World Gekko Corp. Und Double Secret Production. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu lebenden und toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Stargate-Sektion

 

Das spartanisch eingerichtete Zimmer lag im Halbdunkel. Das Licht war gedämmt und verbreitete eine beruhigende Atmosphäre.

Kein Laut war zu hören und es schien beinahe so, als wäre niemand anwesend, doch plötzlich ... ein Schrei der in ein Stöhnen überging , die Geräusche kamen von einem Mann, der im Schneidersitz auf dem Boden saß. Teal'c der Jaffa saß tief in Trance um sich zu regenerieren. Doch etwas schien nicht zu stimmen, der Krieger, dessen Selbstkontrolle ansonsten durch beinahe nichts zu erschüttern war, wand sich, als ob er Schmerzen erleiden würde. Seine Hände waren verkrampft und auf seiner Stirn glänzte kalter Schweiß.

War es ein Traum? Nein es war ein Alptraum zusammengewürfelt aus Erinnerungsfragmenten seines bisherigen Lebens, der ihn quälte. Er sah einen Planeten auf dem er einst für Apophis kämpfte, er hörte Todesschreie und Explosionen, sah eine Frau, die vor ihm kniete, und um das Leben ihres Mannes flehte, er sah seine Untergebenen, die wahllos mit ihren Stabwaffen auf Unschuldige schossen. Und dann sah er Apophis, der unbeeindruckt von dem Gemetzel gottgleich auf ihn zuschritt "Töte sie Teal'c. Töte sie für deinen Gott," schrie er ihn mit seiner beängstigenden Stimme an. "Töte sie jetzt." Er sah sich selbst, wie er einen Schritt zurück ging und seine Stabwaffe emporhob, um auf den Kopf der vor ihm knienden Frau zu zielen. Er sah sich die Waffe schußbereit machen und jetzt sah er sich ... .

"NEIN!" Mit einem Schrei erwachte der Krieger aus seiner Trance. "Nein," wiederholte er nun flüsternd. "Das bin ich nicht, nicht mehr" dachte er sich und stand auf. 'Wie konnte ich überhaupt in meiner Trance träumen, dies war das erste Mal.' Seine Gedanken überschlugen sich, er ging zu einem Waschbecken und benetzte sein Gesicht mit Wasser, dann sah er in den darüberhängenden Spiegel und es wurde ihm schlagartig etwas bewußt. 'Dieser Traum wollte mir etwas mitteilen, mich auf etwas hinweisen. Nur auf was?' Er kam nicht darauf, doch irgend etwas sagte dem Krieger, das etwas bedeutendes geschehen würde, etwas, das in Zusammenhang mit Apophis stand.

 

* * * * *

 

'Endlich, endlich Feierabend.' Colonel Jack O'Neill saß in der Kantine des Stargate Komplexes und ging die letzten 10 Stunden Dienst in Gedanken durch. Vor ihm auf dem Tisch lag ein saftiges Steak, das einen köstlichen Duft verströmte und nur darauf zu warten schien in den Magen O'Neills zu gelangen. 'Unglaublich man müsste meinen, dass man als Colonel von Routineaufgaben, wie der Wachüberprüfung entbunden ist, 10 Stunden Überprüfung der Wachberichte, das ist mal wieder einer dieser Tage, an denen man am besten im Bett geblieben wäre. Doch jetzt endlich Feierabend.'

Jack nahm das Besteck und begann sich das Steak einzuverleiben, doch grade als er sich den ersten Bissen in den Mund gesteckt hatte ertönte der Alarm, der die Aktivierung des Stargates anzeigte. Enttäuscht und resigniert darüber, dass sein Magen wohl die nächste Zeit immer noch leer bleiben würde, warf er das Besteck auf den Teller und stand auf, zielstrebig ging er zur Tür und nahm den linken Korridor, der zum Stargate Kontrollraum führte. Jetzt erst begann er sich Gedanken über den Alarm zu machen. 'Kein SG Team ist zur Zeit im Einsatz, also wer versucht durch das Stargate zu kommen?' O'Neill wurde nervös und seine Schritte wurden schneller, zwar wusste er selbstverständlich, dass es auch einer der Verbündeten, wie zum Beispiel die Tok'ra, sein könnten, aber da diese normalerweise nur kamen, wenn etwas wichtiges anlag, war auch dies ein Grund zur Besorgnis.

Als Jack den Stargateraum betrat, war alles in heller Aufruhr und der Rest von SG 1 stand vor den Fenstern, die den Ausblick auf den uralten von Schriftzeichen überzogenen Kreis gewährten.

"Bericht" rief Jack und der diensthabende Offizier, der das Stargate überwachte, gab zurück: "Das Stragate wurde von außerhalb aktiviert und der Sicherheitscode übertragen, da jedoch kein SG Team im Einsatz ist habe ich den Alarm ausgelöst."

"Dann sind es entweder die Tok'ra oder andere Verbündete" warf Daniel in den Raum. Im selben Augenblick wurde das letzte Chevron aktiviert und die beinahe magisch anmutende Technologie setzte sich mit einer explosionsartigen Fontäne aus Antimaterie in Gang.

Nachdem die Fontäne zurückschwang, zeigte sich das Sternentor nun in seiner vollen Pracht, die königsblaue Flüssigkeit füllte den Kreis nun vollständig aus und das Eigenleuchten dieser Flüssigkeit tränkte den Raum um das Tor in ein atemberaubendes Licht.

'Wie selbstverständlich es doch geworden ist' dachte Daniel 'noch vor einigen Jahren habe ich alte Kulturen dadurch erforscht, indem ich Bücher wälzte und alte Schriftzeichen übersetzte, und nun seit es die SG Teams gibt, habe ich mehr gelernt als jemals zuvor in all den Jahren, und alle andern Archäologen zusammengenommen. Und nun ist es so selbstverständlich geworden diese uralte und geniale Technologie zu verwenden, ich sollte ihr mehr Beachtung schenken.'

"Dad." entfuhr es Samantha als sie ihn und Martouf in ihren langen grauen Gewändern aus dem Stargate schreiten sah.

"Dies ist sicherlich kein Höflichkeitsbesuch, also hören wir uns an was die beiden uns zu sagen haben," sagte General Hammond, dem die Erleichterung, dass es sich um Verbündete handelte, ins Gesicht geschrieben stand und ging im selben Augenblick in die Richtung des Gates. Die anderen folgten ihm und besonders Sam schien sich zu beeilen. Die Tür des Stargateraumes glitt zur Seite, Sam betrat den Raum als erste und ging sofort auf ihren Vater zu um ihn durch eine Umarmung zu begrüßen. General Carter umarmte Sam ebenfalls doch die Anspannung in seinem und Martoufs Gesicht zeige deutlich, dass etwas wichtiges anlag. Der Rest des SG Teams stand nun hinter General Hammond, der mit einem Lächeln sagte: "Es ist schön dich wiederzusehen Jake. Was führt euch zu uns?"

"Nun ich würde dir gerne sagen, dass ich euch nur einmal besuchen kommen wollte, aber leider gibt es wichtige Dinge zu besprechen, George."

"Es geht unter anderem um Apophis," unterbrach Lantash, der Martoufs Körper übernommen hatte, General Carter.

"Apophis!" durchzuckte es Teal'c und der Alptraum manifestierte sich wieder in seinem Bewußtsein.

General Hammonds Gesicht wurde ernst "So Apophis, ja? Nun dann sollten wir in den Besprechungsraum gehen und uns anhören, was ihr zu sagen habt."

Die Gruppe wandte sich wieder der Tür zu, die aus dem Stargateraum führte, und ging in den Besprechungsraum. Nachdem alle Platz genommen hatten begann General Hammond: "Also was gibt es?"

"Wir haben von einem unserer Agenten an Apophis' Hof erfahren, dass etwas bedeutendes geschehen ist. Ein Aufklärungsschiff von Apophis fand etwas an der äußersten Grenze seines Territoriums," sagte Lantasch.

"Ein Aufklärer so weit draußen?" fragte General Hammond.

"Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich ein Aufklärer an der Grenze des Territoriums eines Systemlords aufhält. Diese Schiffe überwachen die Grenzen und haben die Aufgabe jede Veränderung sofort zu melden. Dadurch, dass sie sehr schnell und äußerst wendig sind, sind sie geradezu prädestiniert für diese Aufgabe," beantwortete Teal'c die Frage.

"Ja!" sagte nun Martouf. "Die Überwachung der Grenzen ist die Hauptaufgabe dieser Schiffe, doch die Meldung, die diesmal von einem solchen an Apophis übertragen wurde, schien ihn so sehr zu interessieren, dass er sein Schiff startklar machen ließ und vorhat, sich persönlich um das Problem zu kümmern."

"Worum geht es genau?" wollte General Hammond nun wissen.

Jakob Carters Augen begannen zu glühen und zeigten so, dass nun Selmak die Kontrolle über seinen Wirt übernommen hatte. "Der Aufklärer umflog einen relativ unwichtigen Planeten mit dem Namen Bakka, als die Sensoren des Schiffes plötzlich eine Energiequelle auf dem zweiten Mond ausmachten. Diese war so gewaltig, dass die Besatzung des Schiffes sich entschied auf dem Mond zu landen und diese Energiequelle zu überprüfen."

"Es war ein gewaltiges und uraltes Schiffswrack," sagte nun wieder General Carter.

"Ein Schiffswrack? Von wem, den Goa'uld? Den Asgard?" fragte Daniel.

"Weder noch," sagte Martouf. "Es gehört zu keiner der bekannten Bauarten, nur das Heck ragt aus dem Boden. Der Rest des Schiffes liegt unter Sand begraben."

"Was haben sie in dem Wrack gefunden?" fragte nun Sam.

"Sie konnten nicht an Bord gehen. Das Schott ließ sich nicht öffnen, und da ein Aufklärer nur zwei Mann Besatzung und kein schweres Gerät an Bord hat, konnten sie nicht versuchen mit Gewalt dort einzudringen," antwortete General Carter.

"Dies ist alles sehr interessant, aber warum kommt ihr zu uns, um uns das alles zu erzählen?" fragte Jack.

Lantash übernahm die Kontrolle von Martouf: "Nun, da kommen wir zu dem Punkt, warum wir euch aufsuchen und warum auch Apophis so großes Interesse an dem Schiff hat. Die Besatzung des Aufklärers fand noch etwas an dem Schiff. Über dem verschlossenen Eingang es war ein Zeichen das wir alle gut kennen Das Zeichen für euren Heimatplaneten, die Erde."

Plötzlich herrschte Totenstille in dem Raum mit dem langgestreckten rechteckigen Tisch.

Daniel durchbrach als erster die Stille. "Wie kommt des Zeichen der Erde auf ein uraltes Wrack, das auf einem Mond am Rande des Territoriums von Apophis liegt?" fragte er in den Raum hinein.

"Wir dachten, dass Ihr vielleicht eine Antwort auf diese Frage wüßtet," sagte Lantash.

Wieder herrschte Stille.

"Nun anscheinend tappen wir genauso im Dunkeln wie ihr," sagte Jack. "Was also können wir tun?"

"Wir haben einen Plan," antwortete Jakob Carter. "Auch deswegen sind wir hier, wir haben vor, noch vor Apophis an der Absturzstelle zu sein und das Schiff zu untersuchen."

"Wie wollen wir das machen?" fragte Daniel. "Wenn ich euch richtig verstanden habe, ist Apophis schon so gut wie auf dem Weg, wie wollen wir also vor ihm dort sein?"

Martouf meldete sich zu Wort und sagte "Das Schiff von Apophis wird etwa eineinhalb Tage bis zu dem Mond brauchen. Normalerweise würden wir nicht vor ihm da sein können, das ist richtig. Aber es gibt da etwas, dass Apophis nicht weiß: auf Bakka dem Planeten, um den der Mond kreist, gibt es ein Stargate, von dem Apophis keine Kenntnis hat. Bakka war einer unserer ehemaligen Stützpunkte, bis wir ihn aus Sicherheitsgründen aufgeben mußten."

"Gut aber wie kommen wir von diesem Bakka auf den zweiten Mond?" fragte Jack.

"Es gibt auf Bakka noch Überreste von Ausrüstungsmaterial in einem geheimen Versteck, unter anderem auch ein kleines Schiff, mit dem wir von Bakka aus zu dem zweiten Mond fliegen können. Das alles würde ca. einen halben Tag dauern, also wären wir einen Tag vor Apophis an dem Wrack."

"Was ist das für ein Mond?" warf General Hammond ein.

"Er besteht hauptsächlich aus Wüste, keine Lebewesen aber die Luft ist atembar. Es wundert uns selber das wir dieses Schiff dort nicht selbst registriert haben als der Stützpunkt auf Bakka noch besetzt war."

"Die Besatzung des Aufklärers besteht also aus zwei Mann! Ich nehme an, dass die beiden noch bei dem Schiffswrack sind. Wenn wir also dort hin wollen, müssen wir die beiden ausschalten. Das dürfte nicht sehr problematisch werden, aber wenn die beiden erst einmal eliminiert sind, wird Apophis wissen, dass dort irgend etwas nicht stimmt," gab Jack zu bedenken.

"Apophis wird mit voller Geschwindigkeit reisen. So oder so, wenn wir schnell genug sind, kann es uns egal sein, ob er weiß, dass dort etwas vor sich geht oder nicht," antwortete Teal'c.

"Gutes Argument," gab Jack zurück.

"Also sind wir uns einig," sagte General Hammond. "Colonel O'Neill, Sie übernehmen das Kommando."

"Jawohl Sir," antwortete Jack. "Ich schlage vor, dass wir so schnell wie möglich aufbrechen. Wir haben es jetzt 13:30. Eine Stunde dürfte ausreichen, um alle Vorbereitungen zu treffen. Das wäre dann um 14:30. Da das Einsatzgebiet eine Wüstenregion ist, brauchen wir entsprechende Schutzkleidung. Außerdem sollten Captain Carter und ich Scharfschützengewehre mitnehmen, um die beiden Jaffa auszuschalten."

"Einverstanden, machen wir's so," sagte General Hammond. "Der Einsatz beginnt in genau einer Stunde wegtreten!"

 

* * * * *

 

Als Jack den Stargateraum genau um 14:30 Uhr betrat, waren bereits die anderen drei Mitglieder von SG 1 sowie General Carter und Martouf anwesend. SG 1 trug die vorgeschriebenen beige-weißen Tarnuniformen sowie die sonst übliche Schutzkleidung wie Gesichtsschutz und Schutzbrillen bei sich. Jack, der die beiden Scharfschützengewehre bei sich trug, warf eines davon Samantha zu, die das Gewehr an sich nahm, als wäre sie damit geboren worden. "Also los. Lasst uns keine Zeit verlieren. Je früher wir da sind, um so mehr Zeit bleibt uns für das Schiff." Er gab dem diensthabenden Offizier ein Zeichen und das Stargate setzte sich in Gang. Nach nur wenigen Sekunden war der Prozeß abgeschlossen und das Gate bereit. General Carter und Martouf gingen voraus und SG 1 folgte ihnen auf eine andere Welt, die Lichtjahre von der Erde entfernt lag, auf Bakka.

 

* * * * *

 

Stampfende metallisch klingende Schritte durchschnitten das leise tief summende Geräusch, das von den Antiebsagregaten des Schlachtschiffes von Apophis erzeugt wurde. Artak, der Jaffa, schritt den Korridor entlang, der zu den Gemächern seines Gottes führte, um ihm einen Bericht über die voraussichtliche Ankunft im Bakka-System zu unterbreiten.

Er bog um eine Ecke und betrat einen weiteren Korridor, dessen Wände über und über reich mit Schriftzeichen verziert waren. Nach wenigen Augenblicken hatte er das Ende der Ganges erreicht und blieb vor einer Tür stehen. Er drückte eine Taste und sie öffnete sich lautlos.

Mit gesenkten Kopf betrat er den Raum, der eine ovale Form besaß. In der Mitte des Raumes befand sich ein Sarkophag. Die Wände waren wie der Korridor übersät von Schriftzeichen. Diese waren jedoch goldfarben. Eine Wand bestand nur aus Fenstern, die den Ausblick auf das All gewährten und nun die typischen langgestreckten Lichtstreifen zeigten, die aus der Überlichtgeschwindigkeit des Schiffes resultierten. Vor diesen Fenstern war der Boden um eine Treppenstufe erhöht und auf dieser Erhöhung stand Apophis, der aus den Fenstern in das All schaute und Artak den Rücken zukehrte.

Artak trat in die Mitte des Raumes, kniete nieder und sagte mit gesenktem Kopf: "Mylord?"

Apophis wandte sich langsam um und schaute mit seinen glühenden Augen auf Artak hinab.

"Was hast du zu berichten?" fragte er mit seiner grollenden Stimme.

"Wie von ihnen befohlen, fliegen wir mit voller Leistungsfähigkeit und werden so das Bakka System in 26 Stunden erreichen."

"Was ist mit den neuen verbesserten Antriebsspulen?" fragte Apophis und beobachtete Artak wie ein Raubtier.

Leicht verunsichert antwortete er: "Sie sind einsatzbereit Mylord, jedoch haben wir sie noch nicht getestet."

"Um wieviel Stunden würde sich die Reise bei ihrem Einsatz verkürzen?"

"Ca. 10 Stunden."

"Dann aktiviert sie," sagte Apophis und wandte sich wieder den Fenstern zu.

Artak begann zu schwitzen, nahm allen Mut zusammen und sagte: "Mylord, wie ich bereits sagte, sind sie noch nicht getestet worden und könnten möglicherweise überlasten oder noch schlimmeres. Wir sollten...."

Apophis fiel ihm ins Wort ohne sich umzudrehen und sagte nur eine Nuance lauter: "Ich sagte: aktiviert sie."

Ein Zucken ging durch Artaks Körper und er sagte unterwürfig: "Jawohl Mylord, sofort."

Er stand auf und verließ den Raum mit gesenktem Kopf.

Wenige Augenblicke später flog das Pyramidenschiff ein wenig schneller, jedoch so schnell wie noch niemals zuvor.

 

* * * * *

 

Ein sanfter Wind wehte über die endlose von hüfthohem Gras bedeckte Ebene, die sich um das Stargate erstreckte. Soweit das Auge reichte, war nichts anderes zu sehen als gelb grünes Gras. Bis auf den Osten: dort ragte ein gewaltiges Bergmassiv auf und bildete so einen krassen Gegensatz zu der idyllischen Landschaft.

Ein zischender Laut durchbrach die Stille, als sich das Stargate wie von Geisterhand aktivierte. Nachdem der Prozess abgeschlossen war, trat einer nach dem anderem aus dem Gate, als wäre es das normalste der Welt so zu reisen.

Die Gruppe versammelte sich vor dem Stargate, als Jack als letzter heraustrat.

"Wow," entfuhr es ihm. "Das nenn ich doch mal eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch."

"Die Idylle trügt," warf Martouf ein. "Bakka ist nicht annähernd so friedlich, wie er sich gibt."

"Wilde Tiere?" fragte Samantha.

"Nein, es gibt auf Bakka keine Lebewesen. Einmal alle 432 eurer Erdentage gibt es auf der Sonne, um die Bakka kreist, eine gewaltige Eruption, die alles auf der Oberfläche zu Asche verbrennt, inklusive des Grases. Dieses hat sich jedoch angepaßt und sprießt bereits kurz nach diesem Inferno wieder aus dem Boden. Ansonsten jedoch lebt hier nichts, nicht einmal andere Pflanzen."

"Ein reizendes Plätzchen," sagte Jack, "also in welche Richtung?"

"Nach Osten in Richtung des Bergmassivs, dort gibt es eine Höhle, zu der wir müssen," antwortete General Carter und deutete mit dem Zeigefinger in die Richtung.

"Also los, wir haben keine Zeit zu verlieren," sagte Jack und SG-1 folgte Martouf und General Carter.

Der Weg schien endlos zu sein und um so näher sie den Bergen kamen, desto gewaltiger sahen sie aus. Sie bestanden fast nur aus senkrecht in den Himmel ragenden Felswänden, die auch für einen Profi-Bergsteiger mehr als eine Herausforderung waren, und genau auf so eine bewegten sie sich zu.

"Ich hätte da noch eine Frage zu diesen Sonneneruptionen," sagte Samantha beunruhigt. "Wann genau ist die nächste? Ich verspüre nicht unbedingt das Bedürfnis dabei zu sein."

"In über 200 Tagen, kein Grund zur Besorgnis. Es hat auch was gutes, dass hier keine Lebewesen existieren. Stell dir mal vor, hier gäbe es Schlangen in diesen gewaltigen Grasebenen," antwortete ihr Vater schmunzelnd.

"Du weißt, wie man jemanden aufbaut, Dad," lachte sie.

"Wir sind da!" unterbrach sie Martouf.

"Wir sind da?" wiederholte Daniel ungläubig. "Ich sehe nichts weiter als eine beinahe völlig glatte. mehrere hundert Meter hohe Felswand. Ich hoffe, wir müssen da nicht rauf".

Ohne zu antworten holte Martouf grinsend ein handflächengroßes rechteckiges schwarzes Gebilde aus seinem Umhang und strich mit der Hand einmal über die Oberfläche.

Plötzlich begann ein Abschnitt der Felswand zu flackern zuerst leicht, dann immer stärker, bis er sich schließlich völlig auflöste und den Blick auf einen großen Höhleneingang freigab.

"Ein Tarnfeld," bemerkte Teal'c nüchtern.

"Ja, es wäre zu riskant gewesen, die Sachen ungeschützt zu lagern. Immerhin könnte eine Patrouille sie durch Zufall mit ihren Sensoren erfassen. So, wie das Schiff, zu dem wir wollen," erklärte Martouf und ging in Richtung Höhle.

"Ihr Tok'ra erstaunt mich immer wieder," sagte Jack und folgte ihm.

Der Höhlengang war etwa 100 Meter lang und endet in einer großen Kammer, die zu leuchten begann, als Martouf sie betrat. Überall standen Kisten und Gerätschaften herum und inmitten dieses Chaos ein kleines Transportschiff, dem man ansah, dass es seine besten Tage hinter sich hatte und überall mit Staub bedeckt war.

Daniel sah Jack kurz mißtrauisch an, als dieser sagte: "Ehhm, und ihr seid sicher, dass dieses Ding auch wirklich fliegt."

"Ich denke schon," sagte Martouf. "Es ist nicht mehr ganz neu, aber wenn es das wäre, dann hätten wir es auch nicht hier gelassen."

"Warum sind hier überhaupt so viele Sachen abgestellt worden?" fragte Daniel.

"Wenn wir einen Stützpunkt aufgeben, lassen wir beinahe immer veraltetes, oder für das Stargate zu großes Material, bei dem es sich nicht mehr lohnt, es mit Schiffen zu dem neuen Stützpunkt zu transportieren, auf dem Planeten. Dass diesmal auch dieser Transporter hier eingelagert wurde, ist ein glücklicher Zufall," antwortete Martouf. Er ging auf das Schiff zu und berührte eine Schalttafel auf der Außenhülle.

Mit einem unheilvollen Quietschen glitt das Eingangsschott beiseite und wirbelte eine solche Menge Staub auf, dass sich Daniel sofort hustend daran machte, sein Allergie Spray aus der Tasche zu holen, um es zu benutzen.

Martouf wandte sich an Teal'c: "Ich habe gehört, dass Sie ein ausgezeichneter Pilot sind. Möchten Sie den Flug übernehmen?"

"Es ist mir ein Vergnügen. Ich habe diese Bauart nicht mehr gesehen, seit ich ein kleines Kind war," sagte er und ging in das Innere des Schiffes.

Jack ging näher an Daniel heran, der immer noch damit beschäftigt war, ordentlich Luft zu holen, und sagte flüsternd zu ihm: "Sehr beruhigend wie?"

"Das habe ich auch gerade gedacht," sagte er und nahm noch einen Zug des Medikamentes.

Das Schiff war klein und bot grade genug Platz für die 6 Personen. Die Luft roch abgestanden und alles war mit einer dünnen Staubschicht bedeckt. General Carter bediente ein Schaltpult und das Schott schloß sich wieder mit dem markerschütternden Quietschen.

Martouf saß neben Teal'c, der damit beschäftigt war, Staub mit seiner Handfläche von den Bedienpulten zu wischen, um dann einige Schalter zu drücken. Die Amaturen begannen aufzuleuchten und die Maschinen zu heulen, doch nur für einen kurzen Augenblick, dann erloschen die Lichter wieder und das Heulen nahm stetig ab.

"MAI TAG," fluchte Teal'c und schlug mit der Handfläche seitlich gegen eines der Bedienelemente, plötzlich begannen die Lichter wieder zu leuchten und die Maschinen heulten erneut auf.

Mit einem lauten Lachen, das absolut nicht zu Teal'c passen wollte, drehte er sich zu den anderen um und sagte: "Das funktioniert doch immer."

"Und wieder sehr beruhigend," flüsterte Jack in seinem typisch ironischen Tonfall zu Daniel, der ihm mit einem besorgten Gesichtsausdruck nickend zustimmte.

Plötzlich begann sich das Schiff ruckelnd in die Luft zu erheben, um dann gemächlich dem Ausgang entgegen zu schweben. An einigen Stellen war es nur handbreit von der Felswand entfernt, doch ohne auch nur eine Spur von Nervosität zu zeigen, erhöhte Teal'c das Tempo sogar noch und als sie den Höhlenausgang passiert hatten, zog er das kleine Schiff steil nach oben in Richtung des zweiten Mondes.

Das Schiff gewann schnell an Höhe. Daniel schaute aus dem einem Fenster und konnte selbst jetzt nichts weiter unter ihnen ausmachen als eine endlose Graslandschaft und das Bergmassiv.

Nach wenigen Sekunden durchbrachen sie die Atmosphäre des Planeten. Jack sah in der Frontscheibe die beiden Monde. Der erste war kleiner und besaß keine Atmosphäre. Auf seiner Oberfläche waren deutlich Einschläge von Meteoriten zu erkennen und irgendwie erinnerte er ihn an den Mond der Erde. Der zweite war zirka doppelt so groß und besaß eine dünne Atmosphäre. Er war völlig sandfarben, kein Blau kein Grün, nichts was auf Leben schließen ließ, nur Sand.

"Wie lange brauchen wir bis wir dort sind?" fragte Jack.

Teal'c schaute auf einige Instrumente und sagte dann: "Zirka 10 Minuten. Wir könnten zwar schneller fliegen, aber bei dem Schiffszustand rate ich davon ab."

"10 Minuten ist völlig OK, nur keine Eile mit der alten Dame," erwiderte Daniel nervös.

 

Der zweite Mond war nun so nah, dass man bereits die Sanddünen erkennen konnte, als Jack sagte: "Wir sollten in einer gewissen Entfernung zu unseren Zielkoordinaten landen. So stellen wir sicher, dass wir unentdeckt bleiben."

"Ich werde vier Kilometer von unserem Zielpunkt entfernt landen und tief anfliegen. So sollte man uns nicht entdecken können," antwortete Teal'c und ging in den Landeanflug über.

Das Schiff wurde durchgeschüttelt und die Maschinen heulten, als würden sie jede Minute auseinanderfallen, als sie die Atmosphäre durchbrachen. Schnell sank es dem Boden entgegen und setzte schließlich unsanft auf.

Ein kollektives Ausatmen von Jack, Sam und Daniel zeigte ihre Freude darüber an, diesen Flug unbeschadet überstanden zu haben.

General Carter berührte erneut die Kontrollen an der Wand und das Schott begann sich zu öffnen, doch nur bis zur Hälfte, dort hakte es einen Augenblick, um dann sprunghaft und mit einem lauten krachenden Knall in seiner Endposition einzurasten.

Jack und Daniel schauten sich nur an und verließen dann so schnell wie möglich kopfschüttelnd das Schiff.

Die Luft war dünn und heiß und der Sand schien zu kochen, doch draußen angelangt wurde ihre Aufmerksamkeit unweigerlich nach Norden gelenkt, denn dort war es. Selbst aus dieser Entfernung war das riesige Heck des Schiffes deutlich zu erkennen. Mit einer leichten Schräglage ragte es aus den Dünen hervor und ließ nur erahnen, wie groß wohl der Rest sein würde.

"Es ist riesig," entfuhr es Sam und ließ sie mit offenem Mund erstaunt dastehen.

"Und das ist nur das Heck," erwiderte Daniel nicht minder erstaunt. "Was es wohl abstürzen ließ?"

"Wir sollten uns beeilen," warf Jack ein. "Der Weg zu der Höhle hat länger gedauert, als wir angenommen haben, und wir müssen noch, bevor Apophis hier auftaucht, wieder auf Bakka sein."

"Ja, wir haben keine Zeit zu verlieren," sagte Lantasch.

 

Diesmal gingen Jack und Sam vor und der Rest folgte ihnen. Der Weg schien endlos zu sein. Jede Düne war wie die andere und der lockere Sand sowie die unglaubliche Hitze raubte der Gruppe bei jedem Schritt die Kraft und machte so den Weg beschwerlicher als angenommen.

Nach weiteren 2 Stunden erreichten sie schließlich die letzte Düne, die ca. 250 Meter von dem Schiff entfernt lag. Jack gab allen außer Sam ein Handzeichen, das ihnen sagte, dass sie zurückbleiben sollten. Jack und Sam selbst robbten die letzten Meter zum Gipfel der Düne und legten sich dort erschöpft und schwitzend flach auf den Boden.

Jack sah durch das auf dem Scharfschützengewehr montierte Zielfernrohr und entdeckte als erstes das Aufklärungsschiff, das die Form einer Pfeilspitze hatte. Es war jedoch niemand im Umkreis auszumachen, als Sam plötzlich sagte: "Da etwa 100 Meter links vom Aufklärer." Jack peilte den Punkt an und da waren sie. Zwei Jaffa standen an der linken Seite des abgestürzten Schiffes vor einer rechteckigen ca. 3 Meter hohen Schleuse, die in das Innere des gewaltigen Schiffsbauches zu führen schien. Einer von ihnen stand vor einer Art Handabdruck, der leicht erhöht rechts neben der Tür prangte. Immer und immer wieder legte er seine Hand auf den Abdruck, drückte dagegen oder strich darüber, doch nichts geschah. Schließlich stieß der zweite Jaffa ihn unsanft beiseite und versuchte es ebenfalls, doch wie bereits bei seinem Vorgänger blieben auch seine Bemühungen erfolglos. Resigniert ließ er schließlich die Hand sinken und begann ein Gespräch mit seinem Gegenüber.

"Das sind die beiden. Wir sollten sie jetzt ausschalten. Ein besseres Schußfeld werden wir nicht bekommen," sagte Jack.

"Ja es ist ideal. Ich nehme den linken von den beiden," antwortete Samantha.

"Ich zähle von drei runter. Bereit?"

"Bereit," antwortete Sam und legte an.

"Drei, zwei, eins, FEUER!"

Synchron verließen die beiden todbringenden Projektile die Läufe und bahnten sich ihren Weg auf die Köpfe der beiden Jaffa zu.

Sie trafen punktgenau, noch bevor die Schallwellen der Schüsse die Ohren der beiden Jaffa erreichten. Die Wucht des Aufpralls riss ihre Körper über einen Meter nach hinten, die schließlich vereinzelt zuckend auf dem Boden liegenblieben.

"Guter Schuss Major," sagte Jack stand auf und gab den anderen ein Handzeichen.

"Danke. Ihrer aber auch," erwiderte sie. Beide zeigten keine Gefühle für die beiden Jaffa. Sie waren Soldaten und so verhielten sie sich auch.

 

Die Gruppe setzte ihren Weg fort und wenig später standen auch sie schließlich vor der rechteckigen Tür.

Teal'c und Jack schleiften die beiden toten Körper hinter die nächste Düne und Daniel betrachtete das Symbol über der Eingangstür.

"Völlig identisch," sagte er schließlich. "Es ist das selbe Zeichen wie auf dem Stargate, aber was sucht es hier?"

"Das zu erfahren sind wir hier," antwortete Selmak.

"Die beiden Jaffa versuchten irgentetwas mit dem Handabdruck. Vermutlich dachten sie, es ist der Öffnungsschalter," sagte Sam.

Nun konzentrierten sich alle auf den Abdruck.

"Fünf Finger, er sieht menschlich aus. Vielleicht sollten wir ihn einfach drücken," sagte Teal'c.

"Das haben die beiden Jaffa auch schon versucht," erwiderte Sam, "und nichts damit erreicht."

"Ich versuche es trotzdem, was sollen wir sonst machen," erwiderte Daniel.

Langsam berührte er den Abdruck und schreckte kurz wieder zurück.

"Was ist," wollte Jack wissen.

"Er ist kalt."

"Unglaublich bei dieser Hitze," sagte Sam verblüfft.

Erneut berührte Daniel den Abruck und drückte leicht dagegen. "Etwas geschieht," sagte er aufgeregt.

"Was" fragte Jack.

"Es wird wärmer und die Oberfläche fühlt sich nicht einmal mehr metallisch an, eher wie Gelatine."

Im Bruchteil einer Sekunde wurde die Hand plötzlich von der Schiffshaut umschlossen. Erschrocken versuchte Daniel sie zurückzuziehen, doch ohne Erfolg. Jack und Teal'c kamen ihm zu Hilfe und zogen ebenfalls an Daniels Arm, doch die Hand rührte sich nicht um einen Millimeter. "Gott verdammt, was geschieht hier!" schrie Jack besorgt.

"Ich spüre keinen Schmerz, nur eine angenehme Wärme," erwiderte Daniel aufgeregt und ein Augenzwinkern danach war seine Hand plötzlich wieder frei. Er zog sie zurück und betrachtete sie, doch nichts ungewöhnliches war zu sehen.

Plötzlich ertönte ein tiefes Grollen und das Schott öffnete sich langsam nach oben. Zischend wurde Luft eingesogen und mit ihr eine Wolke von Sand.

Alle gingen einige Schritte zurück und SG 1 hielt die Waffen in Feuerbereitschaft, doch als sich das Schott vollständig geöffnet hatte, war nichts weiter zu sehen als ein dunkler Korridor, auf dessen Boden sich nun überall vereinzelte Sandkörner befanden.

"Luftleer!" stellte Samantha fest. "Falls sich hier Lebewesen befanden, müssen sie erstickt sein."

"Dennoch sollten wir vorsichtig sein, wir wissen nicht, was uns da drinnen erwartet," gab General Carter zu bedenken.

"Richtig," stimmte Jack zu. "Die Waffen bleiben entsichert. Ich, Teal'c und Sam gehen vor."

Der Korridor war etwa 5 Meter breit und vor der Gruppe eröffnete sich tiefe Dunkelheit, als sie ihn betraten. Ein hallendes Knirschen machte sich breit, als SG-1 auf die am Boden verteilten Sandkörner trat.

Als alle den Korridor betreten hatten, raste das Schott in einem Sekundenbruchteil wieder zu Boden. Jack lief sofort zu dem Schott und versucht es zu öffnen, doch ohne Erfolg.

"Wir sind eingeschlossen. Na prima, jetzt ...."

"Wartet einen Moment, merkt ihr das nicht?" unterbrach Samantha.

"Was?" fragte Daniel.

"Es wird kühler."

"JA ! Sie hat recht und die Luft klarer."

In dem Augenblick begannen die Wände in einem hellen Licht zu leuchten. Der Boden und die Decke waren hellgrau, es gab keine Verzierungen oder Türen, die in andere Räume führten, nur einen etwa 100 Meter langen Gang, der in einen weiteren zu führen schien.

"Jemand scheint uns zu begrüßen," sagte General Carter.

"Ja, vielleicht will er uns ein Häppchen zu essen anbieten, dann sollten wir ihn keinesfalls enttäuschen," erwiderte Jack mit einem knurrenden Magen.

Jack, Teal'c und Sam gingen wieder mit den Waffen im Anschlag voraus und erreichten schließlich das Ende des Ganges, der in einen anderen ca. 15 Meter breiten und 10 Meter hohen führte.

"Bei der Größe muß das der Hauptkorridor sein. Wenn wir ihm folgen, müßte er uns zur Brücke des Schiffes führen," sagte Samantha.

"Vorausgesetzt es gibt hier so etwas wie eine Brücke," erwiderte Jack. "Also los."

Meter um Meter gingen sie langsam voran und erreichten schließlich nach etwa 10 Minuten eine Reihe von großen Toren, die zu beiden Seiten des Ganges abgingen.

Als sie das erste erreichten, glitt das Tor zu beiden Seiten langsam auseinander und gewährte den Blick in einen gewaltigen Raum, der voll mit Gerätschaften und metallischen Containern stand.

"Diese Größe ist beängstigend, das muß ein Laderaum sein," sagte Samantha.

"Ja, sieht so aus," erwiderte Jack. "Wir sollten weiter gehen und uns die anderen Räume ansehen." Das zweite Tor glitt beiseite und das dritte und vierte und...

"Das ganze Schiff besteht nur aus diesen riesigen Laderäumen, es muß ein Frachtschiff sein," sagte Daniel.

"Aber wer um himmelswillen braucht ein Frachtschiff von dieser Größe?" sagte Jack mehr zu sich selbst als zu den anderen.

 

Sie gingen den Gang weiter hinunter. Überall an den Wänden waren dieselben Tore und hinter jedem der Tore ein Laderaum. Der Korridor schien endlos zu sein. Irgendwann ließen sie das letzte Tor hinter sich und sahen wieder nur kahle Wände, bis sie schließlich das Ende des Ganges erreichten und an dessen Ende wieder ein Schott, neben dem ein Handabdruck prangte.

"Das Schott sieht genauso aus, wie das am Eingang. Was einmal funktioniert, das klappt vielleicht auch ein zweites Mal. Ich versuche es zu öffnen," sagte Daniel und begann die Hand nach dem Öffnungsmechanismus auszustrecken.

Doch noch bevor er ihn erreichte, rasten sechs leuchtend grünwabernde Strahlen aus einer Vertiefung über dem Schott und glitten mehrere Male über die Körper aller Personen, die vor dem Eingang standen, bevor sie in Sekundenbruchteilen wieder erstarben.

"Verdammt, was war das!" schrie Jack.

Doch bevor jemand antworten konnte, setzte sich das Schott langsam nach oben öffnend in Bewegung.

 

Ein kreisrunder Raum lag hinter dem Schott, der Boden des Raumes pulsierte in den verschiedensten Blautönen und warf so immer andere Lichtmuster in den Raum und an die Wände, die ihrerseits mit unzähligen tiefblauen Schriftzeichen übersät waren.

Es gab keine Konsolen keine Sitze keine Schränke oder Vertiefungen nichts außer einer ca. 3 Meter großen quecksilberfarbenen Kugel, die exakt in der Mitte des Raumes schwebte, und auf dessen Oberfläche sich das blaue Pulsieren des Bodens reflektierte.

Daniel betrat als erster den Raum und die anderem folgten ihm. Sie verteilten sich und untersuchten die Umgebung.

"So etwas habe ich noch nie gesehen. Kein Volk, das wir kennen, benutzt etwas Ähnliches," sagte Selmak.

"Wo sind die Kontrollen, Sitze oder ähnliches für die Mannschaft, wenn das hier der Kontrollraum ist? WAS IST DAS?" rief Jack In den Raum hinein.

"

Ich bin Cyrus. Ich bin das Alfa und das Omega, der Beginn und das Ende jeglicher Geschehnisse an Bord dieses Schiffes der Agamendon,
" raunte eine tiefe Stimme so laut, dass Sie den ganzen Raum erfüllte.

Jack drehte sich mit der Waffe im Anschlag im Kreis, doch konnte nichts finden. "Wo?" rief er.

"Dort die Kugel!" entfuhr es Samantha.

Die quecksilberfarbene Kugel veränderte sich nun radikal. Sie begann zu leuchten heller und heller und veränderte auch ihre Form in ein Gesicht, das ganz aus weißem Licht bestand.

Daniel trat direkt vor das Gesicht, hielt einen Augenblick inne und sagte dann: "Wir kommen von einem Planeten namens Erde und sind in friedlicher Absicht hier."

"

Das ist mir bekannt,
" antwortete das leuchtende Gesicht.

"Woher?" fragte Daniel verdutzt.

"

Ich habe euch gescannt, als ihr vor dem Eingang standet, daher ist euer Wissen auch das meine.
"

"Darf ich fragen, wo der Rest der Mannschaft ist?" fragte Daniel.

"

Ihr habt es noch nicht begriffen, also will ich es euch versuchen verständlich zu machen. Es gab nie eine andere Mannschaft. Aus euren Scans ersehe ich, dass ich in eurer Welt in etwa das bin, was ihr einen Schiffscomputer nennt, jedoch tausend Mal mehr als das. Ich kontrolliere alles auf diesem Schiff; ich steuere es, warte es und verteidige es, wenn nötig. Ich besitze das gesamte Wissen meiner Erbauer. Ich bin Cyrus.
"

"Was geschah mit diesem Schiff? Warum ist es abgestürzt?" fragte nun Samantha.

"

Ich will euch mein Schicksal und das meiner Erbauer preisgeben, auf dass es nicht in Vergessenheit gerät.

Meine Erbauer lebten in Frieden und absoluter Harmonie. Sie waren weitaus fortschrittlicher, als es eure Kultur ist. Die Wissenschaft gedieh und mit ihr mein Volk. Doch auf dem Höhepunkt, dem Zenit ihrer Existenz geschah das Unvorstellbare: die führenden Forscher und Gelehrten meines Volkes sagten eine gewaltige und unabwendbare Naturkatastrophe voraus, die die Landmasse, auf der sie seit so langer Zeit lebten, absolut zerstören und den Planeten auf lange Zeit unbewohnbar machen würde. Es wurde ein Plan ausgearbeitet, der das Überleben meiner Erbauer sicherstellen sollte, eine totale Evakuierung. Und so begann man das gelobte Land wie man es nannte, durch die Alten Tore, die zu den Sternen führen und die Ihr Stargates nennt, zu verlassen.

Doch nicht alles konnte man durch die Tore transportieren - sie waren einfach zu klein - und so begann man mit dem Bau von 100 gewaltigen, automatisierten Transportschiffen wie der Agamendon. In jedes Schiff wurde eine künstliche Intelligenz wie ich integriert, die das Schiff selbständig auf der langen Reise zu der neuen Heimat führen sollte.

Jedes Schiff bekam eine andere Route zugewiesen, so dass eventuelle Gefährdungen so wenige Schiffe wie möglich außer Kraft setzen oder sogar zerstören könnten.

Dieses Schiff hatte etwa die halbe Reise hinter sich, als eine kleine Fehlfunktion mir für kurze Zeit eine Kursänderung unmöglich machte und das Schiff von einem Meteoritenschwarm heimgesucht wurde. Die Einschläge waren verheerend und zerstörten beinahe alle Systeme: die Kurskontrolle, die Verteidigungssyteme, die Reperatureinheiten und die Sendeeinheiten. Nur ich, der Antrieb und der Energiekern blieben intakt.

Einige Tage raste das Schiff so durchs All und steuerte auf diesen Mond zu. Unfähig ihm auszuweichen, mußte ich zusehen, wie es auf ihm einschlug. Glücklicherweise wurde der Aufprall durch den Sand gemildert und nur der Antrieb zerstört.

Seit diesen Tagen liegt die Agamendon nun auf diesem Planeten, unfähig Hilfe zu rufen oder zu entkommen.

"

"Wie lange ist das alles her?" frage Daniel.

"

Tausende von Jahren,
" raunte die Stimme.

Betroffenheit machte sich breit und Daniel brauchte eine Weile, bis er die Worte wiederfand und fragte: "Wie hieß der Heimatplanet, auf dem du erbaut..."

Eine Erschütterung, die den Boden zum erbeben brachte, unterbrach ihn.

"Was war das?" fragte Jack.

"

Ein großes Schiff, das soeben in die Umlaufbahn der Mondes eingetreten ist, hat euer Schiff mit einem hochkonzentrierten Energiesrahl zerstört.
"

"APOPHIS," entfuhr es Teal'c.

"Wie ist das möglich? Sie dürften erst in einigen Stunden hier sein?" fragte Samantha.

"Sie müssen ihren Antrieb verbessert haben. Es gab Gerüchte darüber, aber wir hätten nie gedacht, dass sie bereits so weit damit sind," sagte Martouf.

"Na, großartig. Äh...Cyros," sagte Jack.

"Cyrus," verbesserte Ihn Daniel.

"OK, Cyrus, kannst du uns sagen, was das Schiff im Orbit jetzt macht?"

"

Mehrere kleine Schiffe verlassen soeben das Mutterschiff und nehmen Kurs auf die Agamendon.
"

"Truppentransporter, Sie kommen und wissen, dass wir hier sind!" sagte Teal'c.

 

* * * * *

 

Artak stand wieder in dem ovalen Raum. Diesmal war er jedoch nicht allein. Zwei Krieger flankierten ihn zu beiden Seiten und gingen zeitgleich mit ihm auf die Knie. Mit einem leisen schabenden Geräusch öffnete sich der Sarkophag und Apophis setzte sich darin auf. Geschickt verließ er ihn und stellte sich direkt vor die drei knienden Männer, die nun auch Ihre Blicke zu Boden gesenkt hatten.

"Erhebt euch," raunte er.

Artak und die beiden anderen Krieger erhoben sich in einer fließenden Bewegung.

"Nun?"

"Wir sind in die Umlaufbahn des Mondes eingetreten und haben das Zielgebiet überprüft, unser Aufklärer steht in unmittelbarer Nähe zu dem Wrack. Jedoch war es uns bisher nicht möglich Kontakt zu der Besatzung aufzunehmen. Außerdem heben wir noch ein weiteres Schiff entdecken können. Es ist ein altes kleines Transportschiff und liegt in ca. vier Kilometer Entfernung zu dem Wrack."

Ohne darauf zu antworten, drehte sich Apophis um und ging die zwei Treppenstufen zu den Fenstern hoch, um vor einem Kontrollelement in Position zu gehen. Er berührte einige Schalter und verschiedenfarbige Leuchten begannen zu pulsieren. Eine minimale kaum wahrnehmbare Erschütterung durchfuhr das Schiff und eine gewaltige Energieentladung raste auf den Mond hinab.

Ein Lächeln zeigte sich auf Apophis' Lippen, doch erlosch dieses in dem selben Moment, als er sich zu den Kriegern umdrehte und sagte: "Schick unsere Krieger auf den Mond und vernichte die Besatzung des Schiffes. Anschließend finde einen Weg in das Wrack, wenn jeder Widerstand ausgelöscht ist, informiere mich wieder, ich werde dann persönlich zu euch kommen und bevor ich es vergesse Artak ..."

"Ja Mylord?"

"Enttäusche mich nicht."

Ohne auf eine Antwort zu warten, wandte sich Apophis von den Kriegern ab und begann auf den Mond zu starren.

Mit einigen Schweißperlen auf der Stirn nickte er den beiden Jaffa unmerklich zu und verließ wenige Augenblicke später mit ihnen den Raum.

 

* * * * *

 

Daniel drehte sich wieder zu dem aus reinem Licht bestehenden Antlitz. "Cyrus, die Besatzungen dieser Schiffe wollen uns töten und anschließend werden sie sich über die Agamendon hermachen kannst Du sie aufhalten?"

"

Nein, meine Verteidigungsysteme sind beinahe vollständig vernichtet, aber das Schott wird sie eine Weile aufhalten.
"

"Wie lange?" fragte Jack.

"

Nach eurer Zeitrechnung ca. 30 Minuten.
"

"Gut, das gibt uns genug Zeit, um eine Verteidigungsstellung aufzubauen. Wir werden versuchen, sie am Eingang des Hauptkorridores aufzuhalten, da sie durch den Gang nach dem Schott müssen, können wir diese Engstelle benutzen, um uns einen strategischen Vorteil zu verschaffen. Ich, der Major und Teal'c werden es versuchen. Außerdem wäre es gut, wenn vielleicht Martouf uns auch begleiten würde!"

"Selbstverständlich," antwortete dieser.

"Ich und der General werden hierbleiben und versuchen, ob uns Cyrus nicht doch noch irgendwie helfen kann," sagte Daniel.

"Gut" erwiderte Jack "also los. Wir müssen uns beeilen."

Jack und die anderen liefen durch den langen Hauptkorridor so schnell Sie konnten. Als sie schließlich den Korridor erreichten, der zu dem Eingangsschott führte waren gute 15 Minuten verstrichen. Jack und Martouf gingen zu der linken, Sam und Teal'c zu der rechten Ecke des Korridors nahmen dort Deckung, knieten sich nieder und versuchten wieder zu Atem zu kommen.

 

* * * * *

 

Stampfend setzten die Landungsschiffe auf der Oberfläche auf und mehrere Dutzend Jaffa verließen die Schiffe, um sich in geordneten Gruppen davor zu versammeln. Artak ging vor Ihnen in Stellung und wies eine Gruppe an, die Besatzung des Aufklärers zu suchen. Den anderen befahl er, ihm zu dem Eingangsschott zu folgen. Nachdem auch Sie vergeblich versucht hatten, das Schott durch den Handabdruck zu öffnen, holten einige der Krieger etwas, das aussah als Wäre es eine gewaltige Kanone, stellten diese vor das Schott und aktivierten sie. Ein roter Energiestrahl schoss auf den Eingang zu und ließ Ihn rot erglühen.

"Wie lange wird es dauern?" fragte Artak einen seiner Gruppenführer.

"Das ist schwer zu sagen, das Material ist sehr widerstandsfähig. Es wird uns allerdings nicht sehr lange standhalten."

"Gut," sagte er, als ein Jaffa aus der Gruppe der Suchmannschaft ihn unterbrach und meldete, dass sie die Besatzungsmitglieder des Aufklärers tot hinter einer der Dünen gefunden hatten.

"Sie müssen sich in dem Schiff befinden," sagte er erbost. "Stellt den Energiestrahl auf volle Leistung und wenn wir erst einmal in dem Schiff sind, tötet jeden, dem Ihr begegnet."

 

* * * * *

 

"Sie kommen," sagte Jack, als das Schott zu glühen begann. "Das Überraschungsmoment ist auf unserer Seite. So können wir sie eine Weile aufhalten. Auf mein Kommando greifen wir an."

Das Schott glühte nun in einem gleißenden weißen Licht und ein unheilvolles hohes Quietschen erfüllte den Korridor. Einen Lidschlag später schien es förmlich zu explodieren und der rote Energiestrahl schoss durch den Korridor bis auf die gegenüberliegende Wand.

Der Strahl erlosch und augenblicklich danach strömten Jaffa durch das Loch im Schott in den Korridor. Jacks Hand sauste herab und gab damit den Befehl zum Angriff. Alle vier kamen gleichzeitig aus Ihrer Deckung heraus und begannen zu feuern. Ein wahrer Kugel- und Energiestrahl-Hagel durchflutete den Korridor und hämmerte auf die Jaffa. Die Kugeln durchsiebten die ersten Angreifer und eine von Teal'c abgefeuerte Ladung aus seiner Stabwaffe riss einem Jaffa seinen Arm vom Körper, der mit einer Mischung aus Überraschung und Entsetzen ungläubig inmitten der Hölle auf seine Wunde starrte, bis ihn eine weitere Ladung in die Brust traf und ihn mehrere Meter durch den Raum zurückschleuderte. Innerhalb weniger Sekunden stand kein Jaffa, der den Korridor betreten hatte auf den Beinen. Jack und Sam luden Ihre Waffen nach, als das Feuer erneut begann, diesmal jedoch von den Jaffa, die Ihre Stabwaffen in das Loch hielten und ziellos in den Korridor feuerten. Einer hatte Glück und traf Jack am Arm, der mit einem Schmerzensschrei in Deckung ging. Das Feuer wurde nun immer intensiver und zwang alle, sich wieder hinter die Ecken in Sicherheit zu bringen.

Sam kniete nun neben Jack und begutachtete seine Wunde, während die anderen aus der Deckung heraus versuchten, die Jaffa aufzuhalten.

"Zum Glück nur ein Streifschuss," sagte sie.

"Ja, aber er schmerzt höllisch," antwortete er schmerzverzehrt. "Und das auf leeren Magen. Wie sieht's aus Teal'c?"

"Nicht gut, sie werden immer mehr. Wir können sie nicht mehr lange aufhalten".

"Dann zurück zu diesem Kontrollraum vielleicht können wir dort mehr ausrichten, aber vorher sollten wir ihnen noch ein oder zwei Geschenke dalassen," sagte Jack und griff nach einer Handgranate.

"Gute Idee," sagte Sam und tat es ihm gleich.

Synchron verließen sie die Hände ihrer Besitzer, bevor sie alle so schnell sie konnten den Rückzug zum Kontrollraum antraten.

Die beiden todbringenden Sprengladungen landeten ca. einen Meter vor dem Loch, durch den nun ein halbes Dutzend Jaffa über Leichen steigend in den Korridor getreten waren. Die Explosion war verheerend und tränkte den Korridor in Blut und Körperteile. Wieder stand kein Angreifer mehr auf seinen Beinen und das verschaffte Jack und Co. etwas Zeit. Doch bereits kurz nach der Explosion strömten sie wieder in den Korridor und begannen ihnen nachzujagen, entschlossener denn je und voller Hass.

 

Daniel versuchte so viele Informationen wie möglich von Cyrus zu sammeln, bekam jedoch auf die Frage nach der Heimatwelt der Erbauer nie eine direkte Antwort und die über die neue Heimat wurde von Cyrus von vornherein als geheim eingestuft. Als Daniel einen neuen Versuch starten wollte, kamen Jack und die anderen in den Korridor feuernd in den Kontrollraum.

"Sie sind und auf den Fersen," sagte Jack.

"

Kommt alle in den Kontrollraum,
" raunte Cyrus.

Sie taten es. "Und was nun?" fragte Sam völlig außer Atem.

Das Schott raste nach unten und kurz danach hörte man, wie Energieladungen gegen das Metall prallten.

"Das wird sie nicht lange aufhalten," sagte Jack.

"

Lange genug,
" antwortete Cyrus und im selben Moment änderte sich das Licht im Raum der Boden und die Schriftzeichen an den Wänden leuchteten nun in einem tiefen Rot, und eine weibliche Stimme sagte in einer fremden Sprache "DISSI ETAN DISSI ETAN DONNOS."

"Was geschieht hier?" fragte Daniel.

"

Ich kann nicht zulassen, dass die Agamendon in die Hände von jemand anderem außer meinen Erbauern fällt und da ich keine Verteidigungsanlage mehr habe, bleibt mir nur noch eine Waffe, der Antrieb.
" An einer Wand öffneten sich zwei kleine Einbuchtungen, in denen sich jeweils ein Gegenstand befand.

"

Daniel Jakson, nimm diese beiden Gegenstände dort an dich. Der eine wird dir deine Frage nach der ehemaligen Heimat meiner Erbauer beantworten und der andere beinhaltet ein Bitte, die ich an euch habe. Es ist ein Sendekristall, auf dem alles über den Absturz und die Ereignisse jetzt gespeichert ist. Man kann ihn von hier durch die Sonneninteferenzen nicht einsetzen. Er ist zu schwach, um sie zu durchdringen doch von eurer Heimatwelt wird er funktionieren. Es ist der letzte Dienst, den ich meinen Erbauern erbringen kann. Ich werde euch von hier wegbringen, wenn ihr mir versprecht, ihn auf eurer Heimatwelt zu aktivieren. Wollt ihr das tun?
"

Daniel blickte in die Menge und bekam von Jack und Sam ein Nicken als Antwort. "Ja, wir werden es tun," sagte er und ging zu den Öffnungen. Der eine Gegenstand war eine etwa handflächengroße Scheibe und der andere ein von sechs goldenen Metallringen eingefaßter Kristall. Bei beiden gab es nur eine Taste, sonst nichts.

"

Ihr aktiviert sie, indem ihr auf den Schalter drückt. Der Kristall ist nur einmal einsetzbar. Danach ist er zerstört aktiviert sie erst auf eurer Heimat.
"

"Tetos" sagte die weibliche Stimme und das Schiff begann beunruhigend zu vibrieren.

"Was geschieht hier?" fragte Daniel erneut.

"

Ich habe den Antrieb veranlasst zu überladen. Er wird das Schiff, den Mond und alles was sich auf ihm befindet vernichten.
"

"Aber Cyrus..." sagte Daniel erregt, als er von Jack unterbrochen wurde.

"Wir werden uns an die Abmachung halten, aber wie willst du uns hier wegbringen?"

"

Das werdet ihr gleich sehen. Ich sagte doch, dass die Technologie meiner Erbauer weit mächtiger ist, als die eure. Möglicherweise werdet ihr sie eines Tages kennenlernen, vielleicht irgendwann nach der Nachricht. Ich wünsche euch Frieden.
"

Das Schott begann wieder zu glühen und das war das letzte, was sie auf der Agamendon sahen, denn im nächsten Augenblick standen sie auf der Graslandschaft von Bakka in der nähe des Stargates und sahen sich verblüfft an.

 

* * * * *

 

Artak stand mit einer Gruppe von Jaffa hinter dem Energiestrahler, der das zweite Schott nun grell aufleuchten ließ, bevor es zerbarst. Der Energiestahl erlosch und die Jaffa stürmten in den Kontrollraum.

"Es ist niemand hier," sagte einer seiner Untergebenen verwundert, als auch Artak den rot leuchtenden Raum betrat. Das Gesicht war verschwunden und seinen Platz nahm wieder die quecksilberfarbenen Kugel ein, auf der sich das rote Licht reflektierte.

"Berichte," sagte Apophis über ein Kommunikationsgerät zu Artak.

"Wir haben das Schiff besetzt. Der Widerstand ist gebrochen, wir können das Schiff nun genauer untersuchen."

"Was ist mit den Verteidigern geschehen?"

"Sie sind nicht mehr hier. Wir suchen noch nach ihnen, aber der Kontrollraum ist unser".

"Agudos," sagte die weibliche Stimme und augenblicklich begann das Schiff aufzuheulen, als würde ein Orkan mitten im Kontrollraum toben und starke Erschütterungen warfen Artak und die Männer von den Beinen.

"Was ist da los?" schrie Apohis voller Wut, bevor die Verbindung zusammenbrach.

Die Schockwellen und das Heulen nahmen nun unerträgliche Ausmaße an und die Jaffa begannen vor Schmerzen zu schreien, bis auf einmal absolute Ruhe herrschte und die Erschütterungen nur noch ein leichtes kaum wahrnehmbares Vibrieren waren.

Benommen kamen sie wieder auf die Beine und blickten sich erleichtert an. Doch nun geschah etwas Unvorstellbares. Die Wände begannen sich zu verformen, erst ganz leicht doch stetig zunehmend und auch die Jaffa wurden ganz leicht doch stetig zunehmend in die Länge und Breite gezogen. Die ersten begannen zu schreien, andere riefen in Panik: "WAS GESCHIEHT HIER MIT UNS?" bevor auch sie vor Schmerzen schrien und dann ZERRISSEN wurden.

Das ganze Schiff schien nun durch eine unvorstellbar große Kraft zusammengefaltet zu werden und auch der das Schiff umgebende Sand bewegte sich zu der Mitte des Schiffes, bis es schließlich verschwunden war und durch ein schwarzes Loch ersetzt wurde, das sich nun anmachte den Mond zu verschlingen.

 

"Was geschieht dort unten?" fauchte Apophis einen seiner Techniker an, der voller Unglauben auf die Kontrolinstrumente sah.

"My Lord, nach den Kontrollen zu urteilen, hat sich dort unten ein schwarzes Loch gebildet, das das Schiff und all unsere Krieger in sich hineingezogen hat und nun auch den Mond verschlingt."

"Wie konnte so etwas geschehen?" schrie Apophis.

"Das Schiff hat seinen Energiekern überladen. Er muß völlig anders aufgebaut sein als der unsere. Wir müssen sofort fliehen oder auch wir werden vernichtet."

"Worauf wartet Ihr dann noch. DANN TUT ES!" schrie er außer sich.

Der Techniker bediente einige Kontrollen. Ein Ruck ging durch das Schiff, doch es bewegte sich nur um wenige Zentimeter vorwärts und ließ die Maschinen aufheulen.

"Was ist los?" tobte Apophis.

"Das Loch, es ist stärker als unser Antrieb. Wir kommen nicht von ihm los"

"Der verbesserte Antrieb, setzt ihn auf volle Stufe."

"My Lord, das Schiff könnte unter der Belastung zerreißen."

"Du Narr, wenn wir es nicht schaffen von hier zu entkommen, werden wir in unsere Atome zerlegt, also befolge meinen Befehl."

Der Techniker bediente wieder einige Kontrollen und das Heulen nahm um Potenzen zu. Ein unheilvolles Knirschen erfüllte das Schiff, doch dann setzte es sich in Bewegung, erst langsam, doch dann wie von einer Schleuder davongeschossen auf Überlichtgeschwindigkeit in Richtung des Heimatplaneten von Apophis.

Dieser Stand wieder vor den Fenstern durch die man nun wieder die typischen langgestreckten Lichtstreifen sah und ballte die Hand zu einer Faust. "Dafür wird jemand büßen, dafür wird jemand büßen," sagte er zu sich selbst.

 

* * * * *

 

Auf Bakka war es inzwischen Nacht und Sam und die anderen starrten auf den Mond, auf dem sie vor wenigen Augenblicken noch um Ihr Überleben gekämpft hatten und in dessen Mitte nun überdeutlich eine tiefe Schwärze zu erkennen war, die den Mond langsam in sich aufsog.

"Ein schwarzes Loch," sagte sie es nicht glauben wollend, "ein künstliches schwarzes Loch. Wir müssen sofort von hier verschwinden oder auch wir sind verloren."

"Dann nichts wie weg hier," sagte General Carter.

Sie liefen alle zu dem Stargate. Daniel gab die Koordinaten der Erde ein und Jack übermittelte den Sicherheitscode für die Iris. Als es aktivierte, hatte der leichte Wind zugenommen und der Mond war verschwunden nur eine sternenlose Schwärze war dort zu sehen, wo vor wenigen Momenten noch der Mond mit der Agamendon war. Plötzlich ging eine heftige Erschütterung durch den Planeten und im nächsten Augenblick war es wieder beinahe windstill und das schwarze Loch nicht mehr da.

"Es ist kollabiert," sagte Sam. "Was muß das für eine Technologie sein, die selbst die tödlichste Kraft im Universums beherrschen kann. Unfaßbar."

"Wir sollten jetzt trotzdem gehen," sagte Martouf. "Es gibt nun nichts mehr für uns hier zu tun."

"Er hat recht," bestätigte Jack. "Auf zu Mutter Erde."

Die Gruppe setzte sich in Bewegung und einer nach dem anderen durchschritt das Sternentor. Daniel war der letzte und blickte noch ein letztes Mal über die endlose Graslandschaft und an die Stelle, an der eben noch der Mond gestanden hatte. In seinen Händen fühlte er die beiden Geräte, dann drehte er sich um und durchschritt das Tor zu den Sternen.

 

Auf der Erde angekommen gingen sie sofort in den Besprechungsraum in dem General Hammond bereits auf sie wartete. Die Besprechung dauerte über eine Stunde und an deren Ende blieben nur noch zwei Dinge zu tun.

"Die Geräte," sagte Daniel, "wir sollten sie nun benutzen."

"Einverstanden," antwortete General Hammond, "aber seien sie vorsichtig. Ich würde vorschlagen, erst das zu aktivieren, was ihre Frage nach der Herkunft des Schiffes beantworten soll."

"Ja," sagte Daniel und nahm das runde Gerät in die Hand. Mit seinem Daumen fuhr er über die Kante, bis er eine kleine Vertiefung fand, und drückte den dahinter liegenden Knopf.

Ein sich drehendes Hologramm entstand - das Hologramm eines blauen Planeten.

"Er sieht aus wie die Erde," sagte Daniel.

"Nein, da wo unser Atlantischer Ozean ist, ist in ihm ein Kontinent, seht dort" widersprach Sam und berührte die entsprechende Landmasse auf dem Hologamm.

Diese Berührung veränderte plötzlich das Hologramm. Der Kontinent zoomte heran und es lief so etwas wie ein Film ab. Wie eine Kamera, die rasend schnell über Wälder, durch tiefe Schluchten, über Seen und hohe Berge glitt, bis sie schließlich in eine gewaltige und wundervolle Stadt kam, in der hohe Bauwerke inmitten von traumhafter Natur standen. Die Kamera glitt durch Straßen an Gebäuden entlang, über Parks hinweg und schließlich auf die Mitte der Stadt zu, in der sich ein goldenes großes Gebäude befand.

Die Kamera wurde langsamer, glitt durch das Eingangsportal, durch eine von schwarzem und weißem Marmor dominierte Eingangshalle und auf zwei große goldene Flügeltüren zu. Diese öffneten sich wie auf Kommando und gaben den Blick in eine große Halle frei, in der Hunderte von Sitzen wie in einer Arena aufgereiht waren, die alle auf eine Seite zeigten auf der ein steinerner mit Schriftzeichen verzierter Tisch stand.

Die Sitze waren alle durch Menschen in festlichen Kleidern besetzt. An dem Tisch saßen sieben Personen drei Frauen und vier Männer, die ebenfalls festliche Gewänder trugen. Die Frau, die in der Mitte des Tisches saß, erhob sich und zeigte mit der Hand feierlich auf ein großes Wappen, in dessen Mitte ein Wort in merkwürdigen Schriftzeichen stand, die sich nun jedoch neu zu formen begannen und nun auch für Daniel und die anderen deutlich lesbar waren. Und das Wort auf dem Wappen lautete ATLANTIS.

Die Frau blickte nun aus tiefen blauen und friedlichen Augen in die Kamera, nickte und lächelte bevor das Hologramm wieder verschwand.

Eine Weile herrschte absolute Stille im Raum. Niemand sagte etwas, erst Martouf unterbrach die Stille.

"Was bedeutet dieses Atlantis?" fragte er.

Daniel antwortete "Es gibt eine Legende, eine uralte Legende, dass vor fünfzig- bis sechzigtausend Jahren eine Hochkultur auf unserem Planeten lebte. Eine Kultur, die auf einer Landmasse lebte, die auch der achte Kontinent genannt wurde. Diese Landmasse, so die Legende, ging unter und die Hochkultur mit ihr und der Name dieses Kontinents war Atlantis."

Niemand sagte etwas. Daniel nahm den Kristall von dem Tisch und hielt ihn hoch. Dann sah er jeden nacheinander an, zum Schluß General Hammond. Alle nickten und Daniel aktivierte ihn. Gleißend hell leuchtete er für einen Moment auf, dann war alles vorbei.

"Wie sagte dieser Cyrus doch gleich, vielleicht werdet ihr sie eines Tages kennenlernen, vielleicht irgendwann nach der Nachricht," sagte Jack.

"Ja vielleicht. Deswegen reagierten die Eingangsschots auch nur auf uns, weil wir von der Erde kommen, weil wir im Grunde verwand sind," sagte Daniel und aktivierte das Hologramm noch einmal.

 
Ende

 
Du bist der 1943. Leser dieser Geschichte.