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Weihnachten der Erinnerungen

© by Kathrin (Little Shakespeare) ()
 
Disclaimer: Sämtliche Rechte gehören Magnum Television.
Kommentar: Wer weiß ob sich überhaupt jemand an die Serie erinnert bzw. ob sie überhaupt jemand geschaut hat. Ich war auf jeden Fall besonders von der 1. Staffel mit Ramy Zada als Richter Nick Marshall angetan und aus diesem Grund entstand einmal vor langer, langer Zeit zur Weihnachtszeit diese kleine Story
Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Die Zeit rannte dahin, das Leben ging weiter. Für Nick war es nun schon das vierte Weihnachtsfest allein. Obwohl er wußte, daß es nicht sein konnte, hoffte er noch immer irgendwo Sarahs Stimme oder Kellys fröhliches Lachen zu hören. Die zwei fehlten ihm so sehr. Er sehnte sich nach Sarahs Zärtlichkeit und nach Kellys leuchtenden Kinderaugen, nach der Liebe und Geborgenheit seiner Familie.

Seit jenem bewußten Tag, als man ihm alles nahm, haßte er Weihnachten und all die Tage die mit Erinnerungen verbunden waren. Eigentlich mit schönen Erinnerungen, die aber immer wieder die tiefe Wunde in seinem Herz aufrissen und einen unbeschreiblichen Schmerz zurückließen.

Die ersten zwei Weihnachten nach dem Unglück hatte Nick einfach zu ignorieren versucht. Völlig ausgelastet mit Arbeit verschwendete er keinen einzigen Gedanken an das heilige Fest. Während die meisten Menschen zu Hause einen Christbaum schmückten, abends in die Kirche gingen, Lieder sangen, Geschenke auspackten und einfach nur glücklich waren, wühlte er in seinen Akten und arbeitete ungeklärte Fälle auf. Es füllte ihn zwar nicht aus, aber es half, die Gedanken zu verdrängen und nicht vor Schmerz den Verstand zu verlieren.

Erst das letzte Weihnachten gestaltete sich anders, ganz anders. Ursprünglich hatte er mit Rose, einer Freundin, in die Berge fahren wollen, aber leider brach ihre Beziehung kurz vorher auseinander. Es tat ihm sehr leid und er konnte bis heute nicht sagen, weshalb es mit ihnen nicht geklappt hatte. Sie waren wahrscheinlich einfach so grundverschieden. Aus einer Trotzreaktion heraus begleitete er stattdessen einen Kollegen zu einer Weihnachtsparty. Umgeben von Snobs kam Nick sich dort jedoch völlig fehl am Platz vor und fühlte sich bald noch einsamer als zu Hause. Irgendwie schaffte er es dann aber, diesen Abend und auch die restlichen Feiertage mehr recht als schlecht zu überstehen.

In diesem Jahr beschloß er, diese besinnliche Zeit auf sich zukommen zu lassen. Er wollte nicht feiern, nein, das lag ihm fern, aber er glaubte nun stark genug zu sein, um sich den Erinnerungen zu stellen. Umgeben von dem Schein einer einzelnen Kerze, dachte er an Heiligabend vor genau fünf Jahren zurück.

 

***
 

Im ganzen Haus der Marshalls roch es nach frischgebackenen Plätzchen. Als Nick in die Küche kam, hatte Sarah gerade Kaffee eingeschenkt und wartete nur auf ihn. Etwas traurig schaute sie ihn von der Seite an.

"Nick, mußt du wirklich noch einmal ins Gericht? Kelly hat sich so sehr auf das gemeinsame Schmücken des Baumes gefreut."

"Tut mir leid, Schatz", versöhnend legte er die Arme um seine Frau. "Es geht um eine wichtige, kurzfristige Entscheidung. Aber versprochen, in spätestens zwei Stunden bin ich wieder da und dann ist kein Christbaum mehr vor uns sicher."

Sarah grinste ihn an und erwiderte fröhlich: "Wir haben aber leider nur einen Baum, da wirst du wohl unterwegs noch ein paar füllen müssen."

"Oh, na ja einer wird dieses Jahr dann wohl genügen müssen." und mit einem Lächeln, das sie so an ihm liebte, küßte er sie leidenschaftlich.

Kelly, die in der Tür stand, beobachtete ihre Eltern aufmerksam. Sie war vor einigen Wochen erst acht Jahre alt geworden, verblüffte aber oft alle mit ihrer schon erwachsenen Art.

"Dad, mußt du noch einmal weg?"

"Ja, aber ich bleibe nicht lange." Liebevoll nahm Nick seine Tochter auf den Arm. "Außerdem muß ich dem Weihnachtsmann doch noch unsere genaue Adresse geben, sonst geht er vielleicht ins falsche Haus."

"Ach, ist ja alles Schwindel!", und impulsiv schlug sie mit ihrer kleinen Hand gegen seine Schulter. "Darauf falle ich nicht mehr herein! Es gibt nämlich gar keinen Weihnachtsmann."

Zunächst blickte Nick etwas ratlos zu seiner Frau. Sarah hob nur die Schultern und schmunzelte. Mit dieser Situation hatten beide nicht gerechnet. Seine Tochter ein Stück höher hebend, schaute Nick sie ernst an.

"Also du glaubst nicht, daß es den Weihnachtsmann gibt? Wetten doch, wer brachte dir denn sonst bisher deine Geschenke?"

Entsetzt löste Kelly sich aus den Armen ihres Dads und blieb empört vor ihm stehen. Aus der Sicht der Geschenke hatte sie es noch gar nicht betrachtet, denn in der Schule erzählten alle, es gäbe keinen Santa Claus.

"Nun ja, dann ist er sicherlich nicht echt. Aber um so etwas wetten ist ungesetzlich und vor allem um den Weihnachtsmann ist besonders gemein."

Man konnte sehen, wie Kelly mit ihrer Meinung, um die Echtheit des Weihnachtsmannes, mächtig ins Wanken geriet. Sie befand sich an der Schwelle vom Traum zur Realität, aber ihr kleines Kinderherz war noch nicht bereit, diese zu überschreiten. Ratlos blickte sie Nick mit ihren großen braunen Augen an. Zärtlich gab Nick ihr einen Kuß auf die Stirn.

"Paß auf, mein kleiner Engel, wir lassen uns heute Abend überraschen und wenn der Weihnachtsmann kommt, werden wir ihn einfach fragen, ob er echt ist oder nicht. Einverstanden?"

"Ja, Daddy so machen wir es." Beruhigt und mit einem Leuchten in den Augen verschwand die Kleine wieder zum Spielen.

Sarah, die die ganze Szene still beobachtet hatte, lachte herzlich auf. "Wie der Vater, so die Tochter. Ihr zwei seid einzigartig."

"Wie meinst du das?" und liebevoll zog Nick sie an sich.

"Obwohl sie sich nicht sicher ist, ob es ihn überhaupt gibt, verteidigt Kelly den guten Weihnachtsmann und sagt dir im gleichen Atemzug, daß Wetten ungesetzlich ist. In gewisser Weise tritt sie ja jetzt schon mit kleinen Schritten in deine Fußstapfen, Richter Marshall. Es wird nicht mehr lange dauern und da definiert sie auch das Wort Gerechtigkeit." Sich eng an Nick schmiegend, sah sie ihn an. "Ich liebe euch und ich bin furchtbar stolz auf euch zwei. Ich glaube, ich kann einer der glücklichsten Menschen auf der Welt sein."

Er küßte sie und erwiderte mit fester Stimme: "Nein, wir sind die glücklichsten Menschen auf der Welt und ich liebe euch." Dann verabschiedete er sich von Sarah und fuhr ohne Umwege ins Gericht, um bald wieder nach Hause zu können.

 

Während Nick zusammen mit seinen Vorgesetzten einige Begnadigungsgesuche durchsah, bereiteten Sarah und Kelly daheim alles für den Weihnachtsmann vor. Nur den Baum ließen sie noch ungeschmückt, denn das wollten alle drei wie jedes Jahr gemeinsam tun.

Zu Nicks Freude dauerte es im Büro nicht allzu lange und nachdem er allen ein frohes Fest gewünscht hatte, schaute er noch schnell bei Moon vorbei. Er fand den Freund natürlich in seiner Sporthalle. Wo auch sonst? Sie war Moons zweites Zuhause und für Nick meistens ein erster Anlaufpunkt, wenn er den Freund brauchte. In der Halle herrschte noch reges Treiben. Einige Jungs waren fleißig am trainieren und die anderen stellten in der Nähe des Boxringes einen Weihnachtsbaum auf.

"Hallo Moon, sag, du kannst wohl selbst am Heiligabend nicht von deiner Halle lassen?"

Über den Rand seiner Brille blinzelnd, musterte Moon Nick. "Also Richter, du solltest ja wohl ganz ruhig sein. Ich möchte wetten, du kommst auch gerade vom Gericht, denn Sarah besteht zu Hause bestimmt nicht auf Anzug und Krawatte."

Nick bekannte sich schuldig. "Ja, du hast mich ertappt. Ich bin im Büro gewesen, aber jetzt ist Feierabend und vor dem nächsten Jahr bekommt mich keiner mehr dahin."

Die Hände zusammenschlagend, warf Moon ein. "Wer's glaubt wird selig." und Nick bestätigte es mit einem "Amen".

Die zwei Männer kannten sich schon seit längerem und in der Zwischenzeit gehörte Moon fest zu Nicks Familie. Für Kelly war er eine Art Onkel und Opa zugleich. Die letzten Jahre hatten sie Weihnachten immer alle vier gemeinsam verbracht und auch dieses Jahr sollte es wieder so sein. Da Moons Familie zu weit entfernt wohnte, freute es ihn, am Heiligabend nicht allein sein zu müssen. Zwar waren da die Jungs, die er trainierte und für die er auch eine kleine Feier organisierte, aber es war doch nicht dasselbe wie in dem kleinen, gemütlichen Kreis einer Familie.

"Nicki, was hast du auf dem Herz? Hast du das Geschenk für Sarah vergessen und willst deshalb vorsichtshalber noch eine Runde im Ring trainieren oder was ist los?"

"Ich habe Kelly versprochen, dem Weihnachtsmann noch einmal ganz genau unsere Adresse zu geben."

Verständnislos blickte Moon Nick an. "Wieso? Ich weiß doch, wo ihr wohnt." Die letzten Jahre hatte Moon vor dem gemeinsamen Fest immer den Weihnachtsmann bei den Marshalls gespielt, aber noch nie kam Nick am Heiligabend deswegen extra bei ihm vorbei.

"Eigentlich wollte ich dich nur vorwarnen, denn es kann heute Abend durchaus etwas schwierig werden."

Moon wußte immer noch nicht, wovon Nick eigentlich sprach. "Wieso? Es hat doch all die anderen Jahre prima geklappt? "

"Darum geht es nicht. Irgendwie ist Kelly darauf gekommen, daß es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Naja, und ich habe ihr versprochen, daß wir herausfinden wollen, ob du echt bist oder nicht."

Nun wurde Moon einiges klar und er mußte schmunzeln. "Nick, ich glaube deine Tochter wird langsam erwachsen. Tja, damit mußt du dich wohl allmählich abfinden."

Diese Erkenntnis gefiel Nick eigentlich überhaupt nicht, denn von dieser Seite hatte er es noch gar nicht betrachtet. Dafür amüsierte Moon sich aber köstlich.

"Der arme Weihnachtsmann, da wollt ihr ihn heute Abend also ins Kreuzverhör nehmen. Na, das kann ja lustig werden. Vielleicht sollte ich lieber noch einmal die Geschichte vom Christkind lesen."

"Ja, das ist eine gute Idee. Und ehe ich es vergesse: iß nicht so viel vorher. Sarah hat wieder viel gekocht. Ich sehe mich nach den Feiertagen schon fleißig joggen gehen."

 

Nach diesem kleinen Gespräch verabschiedete sich Nick bis zum Abend von dem Freund und fuhr geradewegs nach Hause. Dort angekommen, entledigte er sich als erstes seiner Krawatte und zog sich um. Man erkannte ihn kaum wieder. Aus dem smarten Richter im Anzug war ein liebevoller Ehemann und Vater in Shirt und Jeans geworden. "Hallo, ich bin zurück."

Kaum hatte er sich bemerkbar gemacht, stürmte auch schon Kelly auf ihn zu. "Daddy, Daddy .... fein, da können wir ja gleich den Baum schmücken."

Sarah mußte ihre lebhafte Tochter ein wenig bremsen. "Laß Daddy doch erst einmal verschnaufen. Er ist ja noch gar nicht richtig da. Zunächst wird jetzt Mittag gegessen, danach kommt der Weihnachtsbaum an die Reihe und du gehst dir jetzt fix die Hände waschen." Mit diesen Worten gab Sarah ihr einen kleinen Klaps auf das Hinterteil und Kelly trottete mit hängenden Schultern ins Bad. Sie hing sehr an ihrem Dad und konnte es meist kaum erwarten, ihn für sich zu haben. Nur leider blieb, auch zu Nicks Bedauern, meist viel zu wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen.

Während Sarah den Tisch deckte, fragte sie Nick, ganz beiläufig, aber doch gezielt: "Konntet ihr alles klären oder wirst du in den nächsten Tagen noch einmal ins Gericht müssen?"

Ihrer Frage ausweichend, räumte Nick die Teller auf dem Tisch hin und her. Da es eine Überraschung werden sollte, konnte und wollte er ihr nicht antworten. Als er jedoch Sarahs trauriges Gesicht sah, mußte er an sich halten, um nichts zu verraten. Nick wußte, sie würde ihn nie zu etwas drängen und sie akzeptierte auch, ihn mit Justitia teilen zu müssen. Das war oft nicht einfach für sie, aber gerade deshalb, wegen ihres Verständnisses und ihrer Geduld, liebte er seine Frau so sehr. Ihr Vertrauen und ihre Liebe gaben Nick den Halt, den er durch die Ungerechtigkeit dieser Welt manchmal zu verlieren glaubte. Sein Schweigen war Sarah Antwort genug und sie fragte auch nicht weiter. Lieber wollte sie die bleibenden gemeinsamen Tage und Stunden nutzen, denn diese waren ohnehin schon zu gering. Nachdem alle drei gegessen hatten, schmückten sie den Christbaum und hatten viel Spaß dabei. Von Nicks Schultern aus durfte Kelly den oberen Teil des Baumes behängen. Als sie fast fertig waren, bekam der Baum Schlagseite und konnte gerade noch vor dem Kippen gerettet werden. Für Kelly konnte es nichts Schöneres geben, als mit ihren Eltern zu lachen und Spaß zu haben. Auch Sarah und Nick waren glücklich, einfach nur glücklich.

 

Draußen begann es schon langsam zu dämmern und Kelly lief wie aufgezogen herum. Das kleine Mädchen konnte es kaum erwarten, ihre Geschenke zu bekommen. Während sie neugierig am Fenster auf den Weihnachtsmann wartete, gönnten ihre Eltern sich kurz eine Verschnaufpause. Auf der Couch sitzend, legte Nick seinen Arm um Sarah und zog sie sacht an sich.

"Bloß gut, daß wir nur einen Baum zu schmücken brauchten, sonst hätte ich noch Bauchschmerzen vor Lachen bekommen."

Sanft strich sie durch seine schwarzen Locken und lächelte ihn zärtlich an. "Ja, ich auch, vor allem wenn der Baum uns unter sich begraben hätte. Soviel Spaß hatte ich noch nie zu Weihnachten. Es ist einfach toll, wenn du daheim bist", und spontan küßte sie ihn leidenschaftlich.

Gespielt nach Luft ringend, schob Nick sie von sich. "Aber, aber... ich bin ein verheirateter Mann, Mrs.!"

"Ich weiß und ein verdammt attraktiver dazu, Mr. Marshall.", wieder küßte sie ihn, ohne daß er sich dieses Mal zur Wehr setzte. Erst als Kelly vor ihnen stand und ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat, kehrten beide in die Wirklichkeit zurück.

"Daddy, Mom, der Weihnachtsmann kommt."

 

***
 

Zur Tür weisend, sagte Nick ruhig zu ihr. "Na, siehst du. Er kommt also doch. Wollen wir ihn herein lassen?" Bedächtig ging die Kleine los und nahm vorsichtig die Türklinke in die Hand.

Indes meinte Sarah zu Nick. "Armer Moon, ich schätze, heute hat er eine schwere Aufgabe vor sich. Immerhin heißt es, der Tochter eines Richters zu beweisen, daß er ein richtiger Weihnachtsmann ist." Dann stand sie auf und zündete die Kerzen am Christbaum an.

In der Zwischenzeit gesellte sich Nick zu Kelly und nahm sie bei der Hand. "Was ist? Willst du nicht aufmachen?"

Traurig schüttelte sie den Kopf und blickte ihren Dad mit treuherzigen Augen an. "Ob der Weihnachtsmann böse wird, wenn ich ihn frage, ob er echt ist? Es könnte doch sein, daß ich Unrecht habe."

Sich nachdenklich am Kinn kratzend und dabei bedacht, bloß nicht zu lachen, schaute er Kelly ernst an. "Ich glaube nicht, daß er böse darüber wird. Sieh mal, wie willst du es denn sonst erfahren, wenn du ihn nicht fragst. Außerdem sind ja Mom und ich noch da.", aufmunternd zwinkerte er ihr zu.

Bevor die Kleine mutig die Tür öffnete, bat sie ihren Dad: "Ich möchte ihn aber alleine fragen, denn falls er merkt, daß du Richter bist, wird er vielleicht doch böse."

"Versprochen, ich werde nichts sagen. Es ist ganz und gar dir überlassen und nun mach auf, sonst geht er womöglich wieder."

Zunächst etwas zögernd, doch dann fest, drückte sie die Klinke herunter. hielt ihren Dad aber weiterhin an der Hand. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück, als Moon, der Weihnachtsmann direkt vor ihr stand.

"Hoh, hoh... hier wurde ich schon erwartet. Darf ich denn auch herein kommen?", dabei neigte er leicht den Kopf, so das sein weißer Bart hin und her wippte.

Nickend ging Kelly ein paar Schritte zur Seite, damit der Weihnachtsmann eintreten konnte. Im Schein der Kerzen betrachtete und studierte Kelly ihn zunächst aufmerksam. Zwar traute sie sich nicht, ihn anzufassen oder gar anzusprechen, aber sie musterte alles vom Bart bis zu den Schuhen ganz genau. Zu ihrer Beruhigung konnte sie aber nichts Ungewöhnliches oder gar Unechtes an ihm feststellen. Nun war Moon an der Reihe, sich als Weihnachtsmann zu beweisen. "Ah, wie ich sehe, hat die junge Dame keine Angst vor mir. Wirst du mir auch deinen Namen verraten?"

Ein wenig mißtrauisch, antwortete das Mädchen ihm erst nach einer ganzen Weile: "Ich heiße Kelly. Hast du dir das denn nicht gemerkt, wo du doch jedes Jahr danach fragst."

Moon zweifelte nicht im geringsten daran, daß Kelly Nicks Tochter war. Die Schlagfertigkeit und die Neugierde konnte sie nur von ihm geerbt haben. Gleichzeitig wurde ihm auch bewußt, daß seine Echtheit zu beweisen schwieriger werden würde, als er sich vorgestellt hatte.

"Ja, ich erinnere mich. Aber weißt du, ich kann mir nicht alle Namen von den Kindern merken." Prüfend sah er die Kleine an und dann folgte die eigentliche Standardfrage eines jeden Weihnachtsmannes. "Bist du denn immer artig gewesen?"

Nun verließ Kelly ganz und gar der Mut. Hilfesuchend blickte sie zu ihren Eltern. Dieses Mal ergriff Sarah das Wort. "Also lieber Weihnachtsmann, eigentlich war unsere Kelly immer lieb und ich glaube, sie hat ihre Geschenke wirklich verdient. Hm, oder was denkst du, mein kleiner Schatz?", aufmunternd schubste sie ihre Tochter an.

Etwas verlegen zupfte Kelly an ihrem Kleid. "Mom hat nicht ganz Recht. So lieb bin ich gar nicht gewesen, denn ich bin abends oft nicht schlafen gegangen, weil ich auf Daddy warten wollte. Dann bin morgens müde gewesen und kam nicht aus dem Bett."

Es glich fast einem Geständnis in Form einer Liebeserklärung und ganz besonders Nick war zutiefst gerührt.

"So, so...", meinte der Weihnachtsmann. "Du hast deinen Daddy wohl sehr lieb?"

Schon wieder etwas mutiger werdend, nickte Kelly kräftig mit dem Kopf.

"Versprichst du mir, ab sofort auf die Mom zu hören, wenn sie sagt, du sollst ins Bett gehen?" Ein leises, aber bestimmtes "Ja." kam über die Lippen der Kleinen.

"Na, da wollen wir mal nicht so sein und schauen einmal, was wir da alles Schönes für dich haben."

Allmählich gewann Kellys Neugier auf die Geschenke wieder Vorrang und sie vergaß fast völlig, den Weihnachtsmann weiter auf seine Echtheit zu prüfen. Neben einigen kleineren Päckchen holte er etwas großes Eingewickeltes herein und Kelly staunte. "Was ist das? Ist das für mich?"

"Ja, hier steht dein Name, Kelly Marshall. Das bist doch du ? Also ist es auch für dich."

Sich zur Tür wendend, wollte der Weihnachtsmann gerade gehen, als Kelly ihm nachlief. "Warte, bitte! Danke schön für die vielen Geschenke und entschuldige bitte, weil ich geglaubt habe, dich gibt es nicht wirklich."

Der Weihnachtsmann blieb einen Moment stehen und suchte nach den richtigen Worten. "Es ist immer wieder schön, zu dir und deinen Eltern zu kommen. Irgendwann einmal, wenn du groß bist und zu wissen glaubst, daß es mich nicht wirklich gibt, dann denke einfach an das heutige Weihnachten zurück. Ach ja, und öffne das große Geschenk bitte erst, wenn dein Onkel Moon dabei ist. Darüber wird er sich bestimmt freuen. Lebt wohl bis zum nächsten Mal." Mit diesen Worten schloß er hinter sich die Tür und verschwand in der Nacht.

Kelly stand noch eine ganze Weile am Fenster, in der Hoffnung, irgendwo sein Rentiergespann zu entdecken. Derweil amüsierten Nick und Sarah sich köstlich über die Ereignisse des Abends.

 

"Mom, Dad, wann kommt Onkel Moon?"

"Bestimmt bald.", meinte Nick und ging schmunzelnd auf den Christbaum zu. "Wie wäre es, wollen wir in der Zwischenzeit schon die Geschenke auspacken?"

Ebenfalls lächelnd gesellte Sarah sich zu ihm. ""Wer ist hier eigentlich neugieriger? Du oder deine Tochter?"

Es war keine Viertelstunde vergangen, als es an der Tür klingelte und Moon erschien. "Entschuldigt die Verspätung. Oh, nein... jetzt habe ich schon wieder den Weihnachtsmann verpaßt!" und mit trauriger Mine trat er ein.

Kelly lief gleich auf ihn zu. "Hallo Onkel Moon, sei nicht traurig. Wir haben mit dem Auspacken auf dich gewartet."

Sich die Hände reibend, kam Moon näher. "Worauf warten wir dann noch? Laß uns nachsehen, was es alles Schönes gibt."

Während die zwei sich an das riesige Geschenk wagten und reichlich mit Papier zu kämpfen hatten, drückte Sarah Nick einen großen Karton in die Hände. "Für dich und wehe, du freust dich nicht."

Als Nick vorsichtig den Deckel aufklappte, kam eine schicke, schwarze Motorradlederjacke zum Vorschein. Zunächst wußte er gar nicht, was er sagen sollte, dafür drängte Sarah ihn: "Na komm, zieh sie schon an!"

Das ließ er sich nicht zweimal sagen und vor dem Spiegel posierend, bewunderte er sein Geschenk. "Du bist verrückt... Die Jacke ist einfach phantastisch." und auch Kelly war der Meinung. "Daddy, du siehst spitze aus!"

Mit einem dicken Kuß bedankte Nick sich bei Sarah. Dabei grinste sie ihn verschmitzt an und meinte. "Ich hoffe, du findest auch Zeit, sie nicht nur vor dem Spiegel zu tragen.", wobei Moon sie mit dem Kopf nickend und herzlich lachend bei ihrer Feststellung unterstützte.

Mit gekünstelter Schmollmiene und verschränkten Armen blickte Nick die beiden an und erwiderte. "Keine Angst, ich fange am besten gleich an und ziehe sie gar nicht mehr aus. Das fällt mir auch nicht schwer, denn ich liebe diese Jacke bereits."

Endlich hatten Kelly und Moon es dann geschafft, das riesige Paket zu öffnen. Mit einem Freudenschrei erkannte die Kleine darin ihren größten Wunsch: ein Fahrrad. Vor Schreck wußte sie gar nicht, wem sie zuerst um den Hals fallen sollte. Da Moon am nächsten stand, drückte sie ihn vor lauter Begeisterung. All die anderen Geschenke waren plötzlich nebensächlich geworden und am liebsten wollte sie gleich damit fahren. "Oh, Daddy, bitte, bitte..."

"Kelly, es ist schon dunkel draußen. Morgen ist doch auch noch ein Tag und da kannst du so lange fahren, wie du möchtest."

An der Klingel des Fahrrades herumspielend, warf sie Moon einen flehenden Blick zu, der natürlich nicht widerstehen konnte. "Laßt sie doch ein paar Runden drehen. Ich bin doch dabei und passe auf."

Von der Couch aufstehend, trat Sarah zu ihrer Tochter. "Hast du es wieder geschafft, kleines Fräulein. Du fängst ja schon früh an, die Männer um den Finger zu wickeln. Also gut, fahrt ein Stückchen, aber vorher bekommt Onkel Moon erst noch sein Geschenk." Zusammen mit Nick hatte sie für ihn einen schicken Pullover mit passendem Hemd ausgesucht, worüber Moon sich sehr freute.

Nachdem die beiden mit dem neuen Rad verschwunden waren, blieb nur noch Sarah ohne Geschenk. Ganz zerstreut, begann Nick in seinen Hosentaschen zu suchen. "Wo habe ich es denn bloß? Eben war sie doch noch da." Plötzlich hielt er ihr eine winzige Schachtel vor die Nase. "Klein, aber fein."

Neugierig machte sie den Deckel auf. "Oh, Nick" und in den Händen hielt sie zwei wunderschöne goldene Ohrringe. "Nicht ich bin... sondern du bist verrückt. Sie sind einfach traumhaft schön." Mit geschicktem Griff legte sie sie gleich an und auf einmal war sie froh, mit Nick einen Augenblick allein zu sein, um ihm richtig danken zu können. Von Nicks Seite war dies jedoch noch nicht alles und geheimnisvoll reichte er ihr drei Umschläge.

"Was ist da drin?"

Ahnungslos hob er die Schultern und wartete gespannt auf ihre Reaktion.

"Drei Flugtickets nach New York... soll das etwa heißen...?" Aus allen Wolken fallend, drehte und wendete sie die Tickets.

"Ja, das heißt, ich brauche im alten Jahr nicht mehr zur Arbeit und wir fliegen zusammen zu deinen Eltern nach New York."

Sarah konnte es kaum fassen und vor lauter Freude traten ihr sogar Tränen in die Augen. "Nicholas Marshall, du bist ein Gauner. Mich einfach in dem Glauben zu lassen, daß... verdammt, ich liebe dich!"

 

Als Kelly und Moon zurück kamen, hieß es Abendbrot essen. Moon war von der halben Stunde zunächst geschaffter als das kleine Mädchen. Aber auch an Kelly war der anstrengende Tag nicht spurlos vorüber gegangen. Nach dem Essen wurde die Kleine müde, so daß sie freiwillig ins Bett gehen wollte. Sich von ihren Eltern und Moon mit einem Gute-Nacht-Kuß verabschiedend, blieb sie kurz an der Treppe stehen. "Es ist ein toller Tag gewesen, aber eins war komisch: der Weihnachtsmann trug genau dieselbe Hose wie Onkel Moon, aber das ist bestimmt ein Zufall gewesen." Nicht weiter darüber nachdenkend, drehte sie sich um und stiefelte in ihr Bettchen. Die drei Erwachsenen schauten sich an und waren wieder einmal über das kleine Mädchen verblüfft. Zu fortgeschrittener Stunde begann auch Moon müde zu werden und schlief fast im Sessel ein. Daraufhin bedankte er sich für den netten Abend, verabschiedete sich und versprach, am nächsten Tag zum Mittagessen vorbei zu kommen. In trauter Zweisamkeit genossen Nick und Sarah anschließend die restlichen Stunden dieses wunderschönen Tages und später liebten sie sich mit unendlich viel Zärtlichkeit und Leidenschaft.

 

***
 

Die Augen aufschlagend, kam es Nick vor, als sei alles gerade eben erst geschehen. Er glaubte, noch den Duft von Plätzchen im Raum wahrzunehmen, den Schein der Kerzen zu sehen, sowie Sarahs und Kellys Anwesenheit zu spüren. Nein, das konnte er doch nicht nur geträumt haben? Doch leider blieb es ein schöner Traum. Erinnerungen, die für einen Augenblick Wirklichkeit schienen. Die Kerze auf seinem Kabelrollen-Holztisch war niedergebrannt und der fade Lichtschein einer entfernten Leuchtreklame fiel durch das Fenster. Wehmut und Einsamkeit drohten ihn wieder zu überkommen, als es plötzlich an der Tür klopfte.

Wer sollte ihn um diese Zeit schon besuchen und dazu am Heiligabend? Verwundert öffnete Nick. Im ersten Moment konnte er vor lauter Grün nichts und niemanden erkennen. Erst eine singende Stimme verriet ihm mehr. "I wish your a merry Christmas..."

Sich die Ohren zuhaltend, bat Nick: "Oh, nein... Moon, bitte, hör auf und komm herein!"

Zuerst den Tannenbaum durch die Tür schiebend, trat Moon ein. "Na, ist das nicht eine Überraschung?"

"Ja, ist es." Nicks Begeisterung war nicht zu überhören. Eigentlich freute es ihn meist, wenn Moon und die anderen kamen, aber nicht unbedingt an diesem Tag.

"Weißt du, Nicki, ich dachte, schaust einfach mal vorbei, so wie in alten Zeiten. Naja, ehe du hier allein herum sitzt und Trübsal bläst."

"Danke, das ist nett von dir."

Natürlich hatte Moon bemerkt, daß Nick über seine Anwesenheit nicht sonderlich erfreut war, aber davon ließ er sich nicht stören. Den Christbaum in eine Ecke plazierend, wollte Nick sich gerade wieder setzen, als es erneut klopfte. Ein wenig mißmutig, fragte er Moon: "Sag bloß, Gibs und Maria erscheinen auch?" denn das fehlte ihm gerade noch.

Ahnungslos hob Moon die Schultern. "Ich habe keine Ahnung. Mir sagt doch keiner etwas."

Dieses Mal stand Maria vor der Tür und war ganz erstaunt, als sie Moon erblickte. "Hallo Nick, ich dachte, du wärst allein."

"Ja, das dachte ich bis eben auch, aber komm doch bitte herein."

Nachdem Maria abgelegt hatte, bewunderte sie als erstes Moons mitgebrachten Christbaum. "Hier in Amerika schmückt man die Bäume wohl nicht? Oder ist dieser passend zu deiner Wohnung gedacht? Komplett mit Wurzel würde er noch viel besser wirken." Gerade als Moon Protest gegen diese Bemerkung einlegen wollte, fiel Nick ihm ins Wort. "Die Idee ist wirklich lieb gemeint, aber mit Wurzel wäre er nicht über meine Schwelle gekommen. Außerdem ist er ein Geschenk von Moon, denn ich hätte ganz bestimmt keinen Christbaum aufgestellt. Zumal ich auch nichts zum Schmücken besitze."

"Och, schade." und träumerisch, in Gedanken die Zweige festlich behängend, schlich Maria um den Baum.

Indes überlegte Nick krampfhaft, wie er seine ungebetenen Gäste so schnell wie möglich loswerden konnte. "Übrigens, ich bin überhaupt nicht auf Besuch eingestellt gewesen und kann euch daher auch nicht viel anbieten."

Sich gemütlich auf einen Stuhl setzend, erwiderte Moon: "Ist nicht weiter schlimm, eine Tasse Kaffee reicht fürs erste vollkommen."

'Fürs erste', Nick glaubte, sich verhört zu haben. Anscheinend gedachten die beiden länger zu bleiben. So hatte er sich seinen Weihnachtsabend eigentlich nicht vorgestellt. Um seine Gäste nicht allzu stiefmütterlich zu behandeln, setzte Nick etwas widerwillig trotzdem für jeden eine Tasse Kaffee auf und als ob er es ahnte, gleich eine Tasse mehr. Der Kaffee war kaum durchgelaufen, da klopfte es schon wieder an die Tür.

"Gibs, die Tür ist offen." Es rührte sich jedoch nichts, es erschien kein Gibs.

Während Nick nachsehen ging, rückte Maria das Geschirr zurecht und lachend meinte sie: "Paß auf, vielleicht ist es der Weihnachtsmann."

"Ach, Quatsch!" und abrupt machte Nick die Tür auf. "Tara?" Verwundert starrte er seine junge Mitarbeiterin an. Mit allen, nur mit ihr hatte er nicht gerechnet.

"Hoffentlich störe ich nicht. Ich habe Plätzchen gebacken und wollte Ihnen einfach ein paar vorbeibringen. Oh, wie ich sehe, sind Sie nicht allein. Da gehe ich lieber gleich wieder."

Schon wollte sie auf dem Absatz kehrt machen, da hielt Nick sie ruckartig zurück. "Halt, nicht so schnell. Ihre Plätzchen kommen wie gerufen. Meine Freunde und ich wollten gerade Kaffee trinken und ich kann leider nichts dazu anbieten. Vielleicht möchten sie eine Tasse mittrinken?" "Gern.", und ehe er sie hereinbitten konnte, stand Tara schon im Raum.

 

Nun fehlte nur noch Gibs und die Runde wäre vollzählig gewesen. Aber der Junge ließ auf sich warten. Mittlerweile hatte Nick an seiner kleinen ungeplanten Weihnachtsrunde Gefallen gefunden. Im Stillen war er sogar ein bißchen enttäuscht, daß Gibs nicht erschien. Alle vier verstanden sich prächtig. Die Frauen hatten gerade beschlossen, mit den übriggebliebenen Plätzchen und mit anderen Hilfsmitteln, den Christbaum freundlicher zu gestalten, als plötzlich ein singender Weihnachtsmann auftauchte. Danach zu urteilen, wie falsch das Lied "Jingle bells" klang, konnte es nur Gibs sein.

Hinter einem leicht schiefsitzenden, weißen Bart verbarg sich sein braunes Gesicht und der Rest von Gibs steckte in einem langen, roten Mantel mit Kapuze. Freudestrahlend drückte er jedem eine kleine bunte Tüte in die Hand und bei Tara blieb er besonders lange stehen.

"Schaut nicht so. Ich komme gerade von einer Kinderweihnachtsfeier und das ist übriggeblieben. Es sind nur Süßigkeiten."

Für Gibs schien Tara eine Art Sondergeschenk darzustellen, denn er wich nicht von ihrer Seite. Flink entledigte er sich seines Umhanges und plazierte sich ohne langes überlegen neben Nicks attraktiver Mitarbeiterin.

Derweil drehte Nick die kleine Tüte hilflos in der Hand und blickte beschämt zu Boden. Seine Freunde meinten es gut und er hatte nur daran gedacht, sie für den heutigen Abend schnell wieder loszuwerden. Jetzt war er froh, daß sie gekommen waren und vor allem blieben. Jetzt hatte die Einsamkeit keine Macht mehr über ihn. Ganz in Gedanken versunken, bemerkte er gar nicht, wie Moon neben ihn trat.

"Du solltest endlich Ruhe finden und versuchen zu akzeptieren. Ich weiß, daß der Schmerz in diesen Tagen wieder auflebt und glaube nicht, ich würde es nicht auch spüren."

"Ach Moon, du verstehst nicht..."

"Was verstehe ich nicht? Wie du dich fühlst... nein, das kann ich nicht. Aber ich weiß, wie ich mich fühle, denn die zwei fehlen mir auch. Falls du es vergessen haben solltest: ich feierte mit euch Weihnachten, ihr seid meine Familie gewesen und ich liebte Sarah und Kelly ebenfalls."

Mit Tränen in den Augen sah Nick den Freund an. "Ich habe es nicht vergessen. Gerade weil ich sie nicht vergessen kann, ist der Schmerz so stark. Erst vorhin liefen die Erinnerungen wie in einem Film vor mir ab und es schien so wirklich und nah. Doch dann zerplatzte alles wie eine Seifenblase und sie waren wieder fort."

Selbst Moon konnte seine Tränen nicht verbergen. "Ja, ich erinnere mich auch. Als ich damals zu Kelly sagte, sie solle sich an dieses Weihnachtsfest erinnern, ahnte ich nicht, daß wir es sein würden die diese Erinnerungen zum Leben brauchen."

Still dachten die beiden Männer einen Moment lang zurück. Im Geiste wünschten sie zwei lieben Menschen ein frohes Fest und Frieden.

Währenddessen zauberten Gibs, Tara und Maria aus dem kargen Tannenbaum einen fröhlich bunten Christbaum und keiner der drei bemerkte die kurze Andacht der beiden.

Stolz präsentierte Gibs das Meisterwerk. "Hier sehen Sie die einzigartige Christbaumkreation für Richter Nick Marshall. Uhm... für einen Mann, der ja eigentlich ganz nett ist, aber dieses Kunstwerk sicherlich nicht richtig zu schätzen weiß."

Lächelnd ging Nick auf den Baum zu und pflückte sich ein Plätzchen ab. "Doch, ich weiß es und was ich vor allem noch weiß..., daß ich mir gar keine besseren Freunde außer euch auf der Welt vorstellen und wünschen kann. Danke."

Keiner sagte ein Wort. Alle vier schienen das gleiche zu denken, zu glauben und zu fühlen. Sie waren einfach glücklich und fast wie eine Familie, seine Familie.

 
Ende

 
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