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Tach, Post!© by Eric Marten ()
Duncan MacLeod vom Clan MacLeod stand an seinem Schreibtisch, einen Stapel Briefe vor sich. Rechnungen, Rechnungen, Rechnungen, Rechnungen ... nichts als Rechnungen und der unvermeidliche Bettelbrief des Gemeindepriesters. Duncan hatte eigentlich gedacht, daß das seit ihrem letzten Gespräch vorbei sei, aber augenscheinlich war es dem Mann egal, woher das Geld kam. Nicht, daß er nicht bereit war, seinen Teil für die Gemeinde zu leisten, er gab gerne, aber das hier nahm einfach überhand! Und ein Zentrum zur 'Bewahrung der Jungfräulichkeit', das wollte er nun wirklich nicht unterstützen. Lange hatte er sich damit herumgeärgert, tausend Variationen von 'Wie sag' ich's dem Pfarrer?' in seinem Kopf durchgespielt, um dann schließlich zu einer eher unduncan'schen Lösung zu greifen - er hatte dem Kirchenmann rundheraus erklärt, daß er einem druidischen Fruchtbarkeitskult angehöre und es daher mit seiner spirituellen Überzeugung nicht vereinbar sei, eine Institution zur Wahrung der Keuschheit zu unterstützen, aber der hatte ihn nur wirr angesehen und unverbindlich geantwortet "Das ist ja mystisch!" Scheinbar war der Kerl hart im nehmen. Er würde Methos um Rat fragen. Er schüttelte den Kopf, egal jetzt. Seine Post wartete. Er seufzte. Im Zeitalter von Fax und E-Mail schrieb einfach niemand mehr richtige Briefe, irgendwie vermißte er das. Briefe auf edlem Papier, geschwungene, ausdrucksstarke Handschriften, sachte nach dem Parfüm der Schreiberin duftend ... Lavendel zum Beispiel ... Lavendel? Wie kam er jetzt auf Lavendel? Er legte die letzte Rechnung beiseite und ganz zuunterst kam ein rosafarbener Briefumschlag zum Vorschein. Vorsichtig führte er ihn zu seiner Nase. Lavendel! Tatsächlich!! Ein infantiles Grinsen schlich sich auf sein Gesicht ... Lavendel konnte nur eines bedeuten! Ohne Rücksicht auf das edle Material riß er den Umschlag auf und die beiden mit großzügiger Handschrift überfluteten Briefbögen heraus. Tatsächlich! Er war von ihr! Auflachend ließ er sich auf die Schreibtischkante sinken und entfaltete das Papier ...
- Sie kann es einfach nicht lassen! - da Du ja nicht von selbst auf die Idee kommst, Dich bei mir zu melden, und ich schließlich nicht jünger werde, habe ich nun diese anerkannte Version des Verwandtschaftsterrorismus gewählt - Ganz die Alte! - um Dein sprichwörtliches schlechtes Gewissen zu wecken und Dich dazu zu bewegen, mich zu besuchen. Ich möchte, daß Du j.e.t.z.t. vor Dir siehst, wie ich arme, alte Frau gramgebeugt in meiner zugigen Hütte sitze und Deiner harre, Jahr um Jahr den Blick nicht von der morschen Tür wenden kann in der Hoffnung, daß meine trüben Augen vor meinem Ende ein letztes Mal auf Deiner geliebten Gestalt ruhen dürfen. - Schamlos! - Die Tickets sind bereits für Dich hinterlegt, Abflug ist am 16. dieses Monats, 7:30Uhr - ich weiß ja, daß Du ein Morgenmensch bist. - Ich faß' es nicht! - Falls Du jemanden mitbringen möchtest, Dein Herzblatt vielleicht?: Herzlich gerne! The more, the merry, wie Dein Onkel Robert immer zu sagen pflegte. Das Wetter ist großartig, die Sonne lacht und ein milder Süd/Süd/West umschmeichelt uns den lieben langen Tag, Du kannst also mit leichtem Gepäck reisen. - Ja, danke. - Agathe, Sappho und ihre Geschwister gedeihen prächtig, überzeuge Dich selbst. - ?? - Ich umarme Dich.
Lucille
* * * * *
"Gute Nachrichten?" Duncan hatte nicht gemerkt, daß Methos das Büro betreten hatte und sah den Fragesteller verwirrt an. "Was?" Methos deutete überdeutlich auf das Papier in Duncans Hand. "Der Brief, MacLeod, Du grinst wie ein Honigkuchenpferd, deshalb meine Frage 'Gute Nachrichten?' oder nur die tägliche Groupiepost?" Noch bevor der Highlander antworten konnte bückte sich der ältere Mann schon nach dem zu Boden gefallenen Briefumschlag "Laß' nur, ich setze mich selbst ins Bild, wer ..." verblüfft darüber, daß augenscheinlich noch etwas im Umschlag war, sah Methos nicht zuerst nach dem Absender, sondern schüttelte den mysteriösen Inhalt auf seine Handfläche. Eine sauber gerollte Zigarette fiel ihm entgegen. "Was zum ...?" Trotz des dominanten Lavendelgeruchs stieg dem ältesten Kiffer der Welt ein unmißverständlicher Geruch in die Nase. Gespielt vorwurfsvoll hielt er den Joint dem Schotten unter die seine. "MacLeod!!?!" Der verdrehte aber nur die Augen, schnappte sich aufstehend das Rauchwerk und ließ sich mit den Worten "Agathe und Sappho." in seinen Schreibtischsessel sinken. Sofort okkupierte Methos die freigewordene Tischkante, wild entschlossen dieses Rätsel zu lösen. "Agathe und Sappho." Duncan war das Funkeln in den Augen seines Freundes unheimlich, 'Wie ein Bluthund!' schoß es ihm durch den Kopf, und er vermied es, ihn länger anzusehen, statt dessen starrte er angelegentlich auf den Joint, den er zwischen seinen Fingern drehte. "Ja, Agathe und Sappho. Lucille gibt ihren Hanfpflanzen Namen." Methos beugte sich weiter nach vorne, begierig auf jedes Detail "Lucille." Duncan begann unruhig in seinem Sessel hin und her zu rutschen "Ja, Lucille. Meine Tante." Der älteste Inquisitor der Welt begann ungeduldig mit den Fingerspitzen auf den Tisch zu pochen "Deine T.a.n.t.e. Lucille." "Ja." "Entschuldige MacLeod, ich bin wirklich nicht gerne der Überbringer von schlechten Nachrichten, aber Du bist ein Unsterblicher, Du hast per Definition keine Blutsverwandten. Also nochmal: Wer. ist. Lucille.?" Kurz sah Duncan auf und erkannte mit dem unfehlbaren Instinkt des Weidmannes, daß er sich irgendwie in den letzen 30 Sekunden in Beute verwandelt hatte, kein Ausweg, außer dem Räuber zu geben, was er verlangte; sich einen Seufzer verkneifend erklärte er "Lucille Groenhoff, geborene Baden-Powell, Unsterbliche, Freundin und - aus Gründen, die hier keiner näheren Erläuterung bedürfen - seit exakt 90 Jahren meine Tante. Wahlverwandtschaft. Schicksal. Nenn' es wie Du willst." Nicht wirklich verwundert, es handelte sich hier immerhin um Duncan, setzte Methos sich auf und sortierte kurz die neuen Fakten, um dann die momentan wichtigste Frage zu stellen "Und Deine Tante Groenhoff züchtet Canabis?" Jetzt doch seufzend gab Duncan zu "Leidenschaftlich. Sie hegt und pflegt die Pflanzen, als seien es ihre Kinder, daher auch die Namen. Agathe und Sappho. Ihre beiden Ältesten, ihr ganzer Stolz." Methos dachte nochmal kurz darüber nach und nahm dann den Joint aus Duncans widerstandslosen Händen. Langsam und bewußt inhalierte er Agathes und Sapphos Aroma "Keine Frage, sie hat allen Grund stolz zu sein. Hast Du Feuer?" "Methos!" "Jetzt spiel' hier nicht den Moralapostel, MacLeod! Ich will nur mitrauchen, Du bist derjenige, der es sich hat schicken lassen! Kein Wunder, daß Du vorhin so gegrinst hast. Was ist jetzt, hast Du Feuer?" "Ich habe mir das nicht ..." setzte Duncan an, zuckte dann aber nur geschlagen mit den Schultern 'In for a penny, in for a pound.' "Oben." Methos sprang sofort auf. "Is' klar, Alda, dann mach los, zieh'n wir konkret krass dem oberkorrekten Lollo rein!" "Bitte?" "Kifferslang, MacLeod. Straßendialekt. Jugendsprache. Das 22. Jahrhundert." Er deutete mit dem Joint zum Fenster im Dojo. "Da draußen." Mit leicht verkniffenem Gesicht schob sich Duncan an ihm vorbei. "Danke, Methos, wenn ich Dich nicht hätte ... " Während er sich auf den Weg zum Aufzug machte, grummelte er weiter vor sich hin. "... das wahre Leben würde an mir vorbeigehen, was mir alles entginge!, Drogen, kiffen am Vormittag, Biersorten und Bierpreise, vor allem Preise!, die Entwürdigung der Sprache, Jugendslang! Hah! Daß ich nicht lache ... als ob ich nicht wüßte, was in der Welt los ist, ausgerechnet ich ...".
Milde lächelnd folgte ihm der alte Mann "Gern geschehen, Duncan MacLeod, von Herzen gern geschehen."
* * * * *
"Yooo, Mahmaaa, dem is' krass!" "Yap! Jetzt hast Du's, MacLeod!"
"Agathe ist echt nicht von schlechten Eltern, was?!" "Ahhh, meiner Meinung nach ist das Sapphos Einfluß ... ist noch 'n Zug dran?"
"Häh?" "Hmmm?" "Huhh?"
"Noch 'was drin?" "Nee, der Lollo ist tot, da kommt nix mehr, nur noch der, äh dem ..., dem Filter."
"Dann reich' mal rüber, jedem Filter schmeckt sich anderster!" "Das ist ecklig, Methos!"
"Part of my charme! Reich' rüber, Duncan." "Perverser! Da hast Du."
Derjenige von Duncans Gehirnteilen, der die meisten Moralistengene auf sich vereinigte und sich beharrlich weigerte an diesem verwerflichen Tun teilzuhaben, beobachtete mit Verwunderung und einigem Abscheu, wie sein Besitzer beim Versuch den Jointstummel an Methos weiterzureichen von der Couch fiel und zu allem Überfluß darüber auch noch in infantiles Gekicher ausbrach. In Methos' Gehirn ließen sich keine diesbezüglichen Bedenkenträger finden und der Älteste der Unsterblichen hätte mit Sicherheit mitgekichert, hätte er dafür ausreichend Sauerstoff zur Verfügung gehabt, aber unglücklicherweise hatte er sich vor dem Sofa ausgestreckt (erfahrener Konsument, der er war) und stellte nun fest, daß O² und 200 Pfund Schotte selten bis gar nicht an ein und der selben Stelle existierten. Wobei der ersten Erkenntnis beinahe zwanghaft eine zweite folgte, nämlich die, daß das Füllen der Lungen mit Sauerstoff im Allgemeinen überbewertet wurde, es gab immens wichtigere Dinge, zum Beispiel solche, um die er gerade besonders unhilfreich beide Arme geschlungen hatte. Bin schon schlimmere Tode gestorben, definitiv ... wow! Dieser ... Hintern! ... Tode gestorben ... meine Fresse! Was für eine Gewaltmischung war das denn?! ... Nicht atmen können ... Ersticken ... Ich hatte da mal einen Scheiterhaufen in Köln ... 4711 ... Parfüm ... hmmm, riecht gut, CK ... Escape! Gute Idee!! "Arggggl!!" Schließlich setzte sich sein Überlebensinstinkt doch noch gegen seine canabisgetränkte Libido durch und er zwängte seine Arme zwischen ihre Körper, um Duncan von sich herunterhebeln zu können. Zunächst erntete er dafür aber lediglich weiteres Gekicher. "Nicht kitzeln!" Huh? Duncan ist kitzelig??! Öha! Achillesverse gefunden! Computer! - speichern!! Doch dann hatte er sich genug Freiraum verschafft, um hervorpressen zu können "MOVE, Highlander! Ich ersticke!!" Selbstverständlich hatte das die gewünschte Wirkung, sofort nahmen sämtliche Boyscoutgene Haltung an und veranlassten den Bewegungsapparat dazu, die Arme des Highlanders seitlich von Methos Kopf aufzustützen und zumindest den Oberkörper anzuheben (was sehr interessante Folgen für den verbleibenden Körperkontakt hatte, aber das nur am Rande). Ein sehr betrübter Duncan MacLeod vom Clan MacLeod starrte aus kürzester Distanz in Methos' Gesicht. "Armer Methos! Ich will nicht, daß Du erstickst! Ehrlich." Erneutes Kichern, das bedrohlich in ein Schluchzen abzurutschen drohte. "Nicht ersticken! Was soll ich denn machen, wenn Du erstickst?! Dann bin ich ja ganz alleine hier! Ohne Dich! Ganz alleine! Will nicht alleine sein, will das Du bei mir bist! Ja?! Methos??!" Oh, Oh, Pout im Anmarsch! Methos versuchte beruhigend Duncans Schulter zu tätscheln. "Ist okay, Mac, jetzt geht's schon wieder. Sieh' mal, ich atme! Ein und aus, ein und aus. Ein Kinderspiel! Da habe ich doch schon schlimmeres hinter mich gebracht!" Aber anstatt den Schotten zu beruhigen schien ihn die Tatsache nur noch mehr aufzuregen, nun definitiv schluchzend vergrub er sein Gesicht in Methos Halsbeuge. Oh Ihr Götter, gebt mir Kraft!! "Es tut mir leid, Methos!! Es tut mir soooo leid! Geh' nicht weg!! Erstick' nicht, bitte nicht! Verlaß' mich nicht! Ich mache alles wieder gut! Alles!!" Der ältere Mann war bemüht, Duncans Kopf mittels dessen Haaren wieder in die Horizontale zu zerren, um eine etwaige Reaktion auf seine Worte abschätzen zu können "Ich bin ja bei Dir! Alles in Ordnung! Es ist alles okay, Duncan! Keine Angst, ich lasse Dich nicht allein. Ich bleibe bei Dir! Hey?! Duncan?" während er zu verhindern versuchte, von seinem Freund in eine beschützend erdrückende Umarmung verwickelt zu werden. Warum eigentlich? Doch noch bevor er den Gedanken zu Ende gebracht hatte, machte ihm die erneut beginnende Atemnot die Problematik wieder deutlich. Ach ja. "Immer?" Was? Oh ... "Ja, Duncan, immer." "Gotcha!!"
* * * * *
Und mit einem Mal konnte Methos wieder frei durchatmen, denn Duncan war elegant aufgesprungen und hatte mit einigen großen Schritten den Raum durchquert. Von der Küchenzeile aus hörte er die Stimme des Schotten "Auch ein Bier?" Was zum ...? "Ohhhh, Du Bastard! Du kleine, gemeine Kröte, Du ... hinterhältiger, mieser, dreckiger ... Schotte! Fluch auf Dein Haus!" In seiner Rage hatte Methos sich auf die Beine gekämpft und stand jetzt breitbeinig vor dem Sofa, völlig außer sich, die linke Hand drohend zur Faust geballt und mit dem Zeigefinger der rechten Hand jedes Wort wie mit einem Blitzwurf unterstreichend. "Fluch auf Deine Kinder und Kindeskinder! Fluch auf Dein Land! Möge der Schatten der Damoklesmotte über Deinem Haupte schweben, immerdar! Möge das Gras unter Deinen Füßen verdorren! Der Hades soll Dich verschlingen ..." Sein Gesicht war wutverzerrt, seine Augen sprühten Funken. "... auf das Du die ewigen Qualen der chinesischen Kerzenfolter erleidest! Möge Dein Schwertarm verfaulen! Fluch auf Dich, Elender! Möge Dir der Frieden geweihter Erde dereinst verwehrt sein und Deine Gebeine unter den Kartoffeln verrotten! Verflucht seist Du! Hört mich, Ihr Götter!" Duncan stand wie festgenagelt mit dem Rücken zum Kühlschrank. Methos bot einen atemberaubenden Anblick, nunmehr beide Arme flehend zum Himmel gereckt, den Kopf nach hinten geworfen. Jetzt noch ein Windstoß, der seine Robe und sein Haar wehen läßt und ... Hallo? Welche Robe? Wir sind in Seacouver, nicht in Stonehenge!! Das ist nur Humbug, er will mich nur erschrecken. Shit! Methos' Stimme wurde grollend tief, ging in einen Singsang über. "Hört mich, Mächte der Tiefe, Herren der Finsternis! Hört mich, Ihr Geschöpfe der Nacht! Hört mich, Diener des Dunkel!" Okay, es funktioniert! "Höre mich, Armee der Verdammten, Dein Herr und Meister ruft Dich!" Scheiße! "Hör' auf!!" "Gehorcht mir, Ihr Mächte! Beugt Euch meinem Willen! Lenkt meinen Fluch auf ..." "Nein!" "... auf ... D..." "NEIN!!" "auf Donald Duck!" Wie vom Blitz getroffen sackte Duncan gegen den Kühlschrank und rutschte langsam daran zu Boden, die beiden Bierdosen, die er in Händen gehalten hatte, rollten achtlos beiseite. Erst einige Schrecksekunden später sickerte das zuletzt gehörte in sein Gehirn Donald Duck?. "Donald Duck??!!" Im Nu war der Highlander wieder auf den Beinen, mußte sich allerdings an der Küchenzeile festhalten, um Methos, der, als könne er kein Wässerchen trüben, auf dem Sofa saß, mit einem Mindestmaß an Würde anzuknurren "D.o.n.a.l.d.D.u.c.k.!???!". Methos pflückte sich nonchalant ein Stäubchen vom Pullover "Sicher, Donald Duck." und fügte mit einem treuherzigen Augenaufschlag hinzu "Was dachtest Du denn?". Methos' Beiläufigkeit war einmal mehr zu viel für den Schotten, er explodierte schlicht "Von allen hinterhältigen, schlangenzüngigen, falschen, fiesen, miesen, gemeinen ..." Methos war wie der Blitz an der Theke, schnappte sich Duncan beim Kragen und zerrte ihn zu sich herüber, bis sie Nase an Nase waren, um nicht minder laut zu entgegnen "Bin ich der Hinterhältigste, Schlangenzüngigste, Falscheste, Fieseste, Mieseste und Gemeinste! Jawohl, MacLeod! Und merk es Dir! Merk' es Dir gut!! NEVER mess with the MASTER!!"
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Die folgende Stille war ohrenbetäubend. Erst eine Ewigkeit später, so schien es, ließ Methos von Duncans Kragen ab. Ansonsten rührte sich keiner der beiden Krieger, stumm starrten sie einander in die Augen. Für beide überraschend war es schließlich Duncan, der das Schweigen brach. "Du hast mir für einen Moment wirklich Angst gemacht, Methos." Jetzt konnte Methos den Blickkontakt nicht mehr aufrecht erhalten, Wahrheit war eine Sache, aber ihr ins Auge zu sehen, eine ganz andere. Den Blick auf seine Hände gerichtet entgegnete er leise "Du mir auch ..., Duncan. Glaub' es mir, Du mir auch.". Sacht schoben sich Duncans Hände in sein Blickfeld, legten sich über die seinen, mehr nicht, nur der Hauch eines Kontakts. "Albern, nicht wahr." Nicht die Spur von Belustigung in Duncans Stimme, nicht die leiseste Andeutung einer Frage. Zu nah! Mit einem Ruck trat Methos einen Schritt von der Thekenzeile zurück "Albern? Mitnichten, werter Herr!! Ich war zu meiner Zeit ein hochgeehrter Mann des Wissens!" Er vollführte eine neckische Geste, die eine höfische Verbeugung andeuten sollte "Beherrscher der geheimen Künste! Haus- und Hofastronom von Kaisern und Königen!" Mit jedem Wort entfernte er sich weiter vom Highlander, zu ihm nur über die Schulter sprechend "Wo ich fluchte, da wuchs kein Gras mehr! Da gab keine Kuh mehr Milch! Da verrosteten die Waffen und verstummten die bengalischen Wurfzittern! Da wurden die Mädchen aufsässig und die Männer impotent! Ernsthaft, MacLeod, ..." endlich am Fenster angekommen drehte er sich wieder um "... meine Flüche taten Wirkung! Ich schätze, es ist einfach eine Gabe, man hat es oder man hat es nicht ... Nostradamus hatte es jedenfalls nicht, soviel kann ich Dir verraten ..." Methos' Stimme war mit den letzten Worten immer leiser geworden. Duncan hatte sich indes nicht von der Stelle gerührt und starrte ihn nur gedankenverloren an, nach einem langen Moment des unbehaglichen Schweigens schüttelte er seine Erstarrung jedoch ab und stieg in Methos' Monolog ein Na gut, alter Mann, spielen wir nach Deinen Regeln."Bengalische Wurfzitter? Was soll das jetzt wieder sein?" Sichtlich erleichtert, erfolgreich das Thema gewechselt zu haben, wurde Methos wieder lebendig "Oh, Du kennst die bengalische Wurfzitter nicht, MacLeod? Da hast Du etwas verpaßt! Eine bengalische Wurfzitter hat in etwa die Form einer klassischen Gitarre, nur kleiner ..." Er begann diffuse Formen in die Luft zu malen. "... und irgendwie bummerangmäßig gekrümmt, so ... am unteren Ende, man konnte die Finger der Wurfhand von unten hineinstecken, mittig, ähnlich wie bei einer Bowlingkugel, nur eben vertikal, naja, und dann waren da noch Seiten drübergespannt, aber nicht oben, sondern an der Seite, dort wo der Klangkörper das Loch hatte, um den Wind im Flug zu fangen - Wurfzitter, sagte ich ja - und dann ..." Duncan ließ ihn reden und fischte währenddessen nach einem neuen Paar Biere und und steuerte wieder das Sofa an. Nachdem er es sich gemütlich gemacht hatte, hielt er auch Methos ein Bier hin "Etwas kaltes zu trinken, Methos?" Na komm, mach es uns nicht so schwer! Nach einem kurzen Moment des Zögerns nahm Methos das Bier tatsächlich entgegen und ließ sich neben Duncan auf die Couch fallen. Er brauchte merklich weniger Platz für seinen Sprawl als sonst, was eine auffälligen räumliche Distanz zwischen ihm und dem Highlander zur Folge hatte. Duncan nahm das zur Kenntnis, stellte fest, daß es ihm nicht behagte und robbte sich näher an Methos heran. So nahe, daß er ihm direkt ins Ohr flüstern konnte "Und was tut man mit einer Wurfzitter?" Methos beschloß im Gegenzug, die Unterwanderung seiner persönlichen Grenzen in diesem Fall genauso großzügig zu ignorieren, wie den Schauder, der ihm bei Duncans Tonfall über den Rücken lief, und setzte seine Erklärungen scheinbar ungerührt fort "Man wirft sie natürlich, MacLeod! Was soll man damit tun? Es ist eine Waffe." "Eine Waffe wofür? Okapis?" wieder dieses rauhe Flüstern, wieder eine Gänsehaut den Rücken hinunter. "Sei nicht kindisch! Am Golf von Bengalen? Mit der Wurfzitter jagt man Fische, fliegende Fische! Ich war wirklich gut darin." Jetzt war Duncan doch verblüfft, wider Willen schweiften seine Gedanken ab, fasziniert von der Vorstellung an einen sonnengebräunten Methos, der nur mit einem Lendenschurz bekleidet in einem Fischerboot stand, das lange schwarze Haar im Wind wehend, die Wurfzitter erhoben in der rechten Hand, das Sonnenlicht, das zärtlich Muster auf seinem glänzenden Körper zeichnete, verwoben mit den Reflektionen des Schwarms fliegender Fische, der sich majestätisch funkelnd aus den Wogen erhob ... "... und dann macht sie diese hohen, sirrenden Töne, manchmal denke ich, daß die Seefahrer den Klang der bengalischen Wurfzitter für Sirenengesang gehalten haben. Ich bin nie dahinter gekommen, ob ein Zusammenhang besteht." Duncan war sich bewußt, daß jetzt ein Kommentar von ihm erwartet wurde, auch ohne Methos' erwartungsvollen Blick. Das Problem war nur, daß er dem Thema bengalische Wurfzitter nichts hinzuzufügen hatte, auch die Sirenen waren im mehr als egal, und irgendwie war er sich sicher, daß Methos nicht erbaut gewesen wäre über eine Diskussion den Grad seiner Nacktheit beim Gebrauch dieses Wurfgeräts betreffend. Denk' nach, MacLeod! Improvisiere! "Hat man zur Zitter gesungen?" Klasse, Highlander! Es ist eine Waffe, erinnerst Du Dich?! Methos betrachtete einen Moment forschend sein Gesicht, bevor er antwortete "Hast Du mir zugehört, MacLeod? Es handelte sich hier nicht um einen klassischen Eierschneider, sondern um eine Jagdwaffe! Hast Du je den Flug eines Pfeiles oder einer Streitaxt musikalisch begleitet?" Beschämt senkte Duncan den Kopf, was seinen Mund zauberhafterweise in die unmittelbare Nähe von Methos' Nacken brachte. Mit mehr Lippeneinsatz als unbedingt nötig hauchte er "Dumme Frage, entschuldige." Methos erstarrte unter dieser Berührung und auch als Duncan seine linke Hand in seinen Nacken stahl und begann, mit zarten, kreisenden Bewegungen seinen Haaransatz zu streicheln, rührte er sich nicht. Erst eine gefühlte Ewigkeit später legte er vorsichtig seine rechte Hand auf Duncans Oberschenkel und begann die sanften Berührungen zu erwidern; sie sagten kein Wort, die Sprache ihrer Hände und die Wärme ihrer Körper war Kommunikation genug.
* * * * *
Die Schatten im Loft wurden länger, der Tag ging vorüber, ohne daß einer der beiden es zur Kenntnis genommen hätte. Sie brauchten nichts von dieser Welt dort draußen, sie waren sich selbst genug.
Später, viel, viel später, lag Duncan entspannt in Methos' Armen, genoß dessen schläfrige Zärtlichkeiten und die Selbstverständlichkeit, mit der sie zusammen waren. Alles war so perfekt. Beinahe schon unheimlich. Nur ... er mußte es wissen ... er griff nach der linken Hand seines Lovers, die auf seiner Brust ruhte "Methos?" hob sie an seinen Mund und begann die einzelnen Finger zu küssen. "Hmmmm?" "Ich frage mich ..." "Nein." "Nein? Bist Du ..." "Ja, ich bin sicher!" "Aber?" "Kein 'Aber', Duncan. Canabis hat nicht diese Wirkung. Es verstärkt Stimmungen, manchmal Gefühle - ich gebe es zu, aber es suggeriert Dir nichts, was nicht da ist." Methos entzog ihm seine Hand und richtete sich auf, um ihm ins Gesicht sehen zu können "Wir sind nicht hier, weil wir gekifft haben, Highlander! Kannst Du damit leben? Duncan? Keine Ausreden, keine Entschuldigungen?" Duncan sah ihn nur stumm an, dann nickte er. Methos atmete tief durch, dann beugte sich ganz über ihn, nahm sein Gesicht in die Hände und blickte ihm fest in die Augen "Ich werde mich nicht wiederholen, Duncan, also hör' mir gut zu! Ich bin in Deinem Bett, weil ich es so will! Weil ich ... oh Mann! ... weil ich ... Ich kann das!! ... weil ich ... Dich ... Himmel! Du kannst mich hier jederzeit unterbrechen!" Duncan starrte ihn aber nur weiter an und schüttelte sacht den Kopf. Methos starrte einen Moment entsetzt zurück, dann ließ er Duncans Gesicht los und war im Begriff sich von ihm abzuwenden, als der Highlander nach seinen Händen griff und ihn zurückhielt, fast gegen seinen Willen sah Methos dem Highlander in die Augen Seele trifft Seele, wenn Augen sich finden und plötzlich war es ganz einfach, denn er mußte nur aussprechen, was dort sah: "Ich liebe Dich. Ich habe Dich immer geliebt. Mit Dir bin ich ein Ganzes, Du vervollständigst mich." Ohne Duncans Blick loszulassen küßte Methos ihn zart auf den Mund. "You are everything to me Duncan MacLeod" -wieder ein Kuß- "My friend" -ein Kuß auf Duncans Stirn- "My lover" -ein Kuß auf seinen Hals- "My shield-brother" -ein Kuß auf seine rechte Schulter- "My soulmate" -ein Kuß auf die Stelle über seinem Herzen-.
Duncan starrte auf ihn hinunter, schon glaubte Methos, den Fehler seines Lebens begangen zu haben, doch dann begannen die Augen des Highlanders zu strahlen, sein ganzes Sein wurde von einem überirdischen Leuchten erfüllt und Methos hätte schwören mögen, daß sich der Himmel geöffnet hatte und ein Engel herabgestiegen war. Stürmisch riß Duncan seinen Liebhaber in seine Arme, bedeckte Methos' Gesicht, Hals und Schultern mit tausend kleinen Küssen, murmelte süße Nichtigkeiten, wie sie nur für Liebende Sinn machen, nur um den Ältesten der Unsterblichen genauso plötzlich auf Armeslänge von sich wegzuhalten und mit sehr ernstem Gesicht zu erwidern "Und ich liebe Dich. Ich habe Dich immer geliebt, vom Anbeginn der Zeit. Und ich werde Dich immer lieben, 'till kingdom come. Du bist Alpha und Omega für mich, Methos, mein Herz, der Anfang und das Ende meines Seins."
Wider Erwarten entstand keine peinliche Stille, die beiden Liebenden schwebten einfach nur auf einer rosaroten Wolke der Glückseeligkeit, als sie sich an den Händen hielten und einander lächelnd in die Augen sahen. Dein, für immer!
* * * * *
Doch die Göttin des Schicksals hatte andere Pläne, prüfend ließ sie ihren Blick durch die Loft schweifen und als der am Telefon hängen blieb lächelte sie, nicht boshaft (sie war niemals boshaft, das war üble Nachrede!), nur ein kleines bißchen ... sagen wir mal: anzüglich. Das Telefon klingelte. Es dauerte eine Weile, bis den beiden Männern auf dem Bett dämmerte, daß dieses Geräusch nicht aus himmlischen Sphären kam, sondern schlicht eine Einmischung der schnöden Welt bedeutete. Duncan war jedoch gewillt, es zu ignorieren, er machte keinerlei Anstalten, das Bett zu verlassen. Methos konnte es aber nicht ignorieren, schließlich konnte es ja auch Joe sein, mit einer wichtigen Nachricht über einen großen, bösen Headhunter sein, der hinter seinem Lover Lover!! her war und er konnte nicht riskieren, daß jetzt noch etwas schief ging. Also raffte er sich auf und nahm den Hörer ab. "Hallo?" "Hallo, mein Süßer! Ich habe Dich doch nicht bei etwas wichtigem gestört?" zwitscherte es Methos entgegen. "Äh, .." "Haaaach! Wie gut!! Schätzchen, ich rufe nur an, um mich zu vergewissern, daß Du auch morgen früh im Flieger sitzt, hupsie!, jetzt weiß ich ja gar nicht, ob mein Brief auch schon angekommen ist, ich denke aber doch, ich habe ihn ja frühzeitig abgeschickt, extra Express, damit Agathe und Sappho nicht leiden, Ahhh! Lucille!! Du weißt ja, er müßte also nach menschlichem Ermessen allerspätestens heute bei Dir angekommen sein, deshalb dachte ich einfach, ich rufe nochmal an, ich weiß ja, wie ... Duncan? Ich, ... Samiramis!! ... Moment, mein Junge!!" Methos hörte, wie der Telefonhörer unsanft auf einen Untergrund aufschlug und dann nur ein klein wenig gedämpfter Lucilles Stimme: "Samiramis!! Nein, ich will nicht, daß Du auf sie schießt!! Leg' SOFORT das Gewehr weg!! Nein! Auf meinem Grund und Boden wird nicht getötet!! Ich weiß das, aber das ist kein Grund! Nein! Wenn es sein muß, dann nimm die Elektroschocker! Das weiß ich auch, aber mit Elektroschockern geht es auch! Keine Diskussion!!" Methos machte ein so merkwürdiges Gesicht, daß Duncan sich doch noch aus dem Bett quälte, um den Lautsprecher des Telefons einzuschalten. "Schlechte Nachrichten?" flüsterte er seinem Liebsten zu, als er ihn von hinten umarmte. "Nicht wirklich, glaube ich ..." gab Methos zur Antwort, konnte aber nichts hinzufügen, weil in diesem Moment Lucille das Telefonat wieder aufnahm. "Spätzelchen? Bist Du noch da? Ich kann Dir sagen!! Hier ist der Teufel los! Samiramis ist völlig außer sich! Die Paviane sind wieder bei uns eingefallen und haben versucht, meine Babys aufzufressen!! Süchtige kleine Monster, die!! Neien!! Der Garten ist völlig verwüstet und das Haus ist ein Schlachtfeld! Es sieht aus, als hätten wir die Meisterschaft im Kampfdekorieren hinter uns! Naja, Du weißt ja, was ich von Feng Shui halte, aber laß' uns nicht wieder diese Diskussion anfangen! Nein, Duncan, besser nicht. Duncan?" Duncan verkniff sich sein Lachen, indem er sich der Einfachheit halber in Methos' Nacken verbiß, der war jedoch Lucilles Ausführungen hilflos ausgeliefert. "Äh, nein, aber ich bin nicht ..." Das Lebenszeichen reichte Lucille schon aus und sie fuhr fort: "Dann ist ja gut, mein Hase. Hach, wie ich mich auf Deinen Besuch freue! Mach' Dir keine Gedanken! Bis morgen Abend haben wir das alles wieder im Griff! Wir haben ja schließlich Übung." Perlendes Lachen drang an Methos' Ohr. "Nicht zu vergleichen mit den Mühen, eine Gruppe halbwüchsiger, hormongesteuerter Knaben zu hüten, was?" Wieder dieses perlende Lachen. "Das waren Zeiten, mein Schatz! Wenn Du hier bist, werden wir alte Bilder betrachten, ja?! Ich habe sogar einen ganzen Stapel wiedergefunden, aus der Zeit, als ich noch Robert war! Mein Gott!! Zum totlachen! Und was für ulkige Kleidung wir getragen haben, nein-nein-nein, diese ersten Uniformen!" Methos schaltete Lucilles weiteres Geplapper in den Hintergrund, wie gewöhnlich schossen diverse Fakten durch seinen Verstand wie Elektronen und wenn die richtigen aneinanderstießen, dann wurde es Licht. Lucille Groenhoff, geborene Baden-Powell? Robert? Robert Baden-Powell! Irgendetwas mit Pfadfindern? Ja! Glasgow, 1908, die erste Pfadfindergruppe! Duncan MacLeod und Pfadfinder! Ja, da hätte ich auch von selbst drauf kommen können. Lucille? Lucille!! Zeit als Robert?! Robert!! Lucille!! So wie jetzt. Der Gründer der Pfadfinder ist eine unsterbliche Transe?!!
* * * * *
Methos schaffte es gerade noch, sich in Duncans Armen umzudrehen, seinen Liebhaber anszusehen, die Worte "Robert Baden-Powell" zu formulieren und brach dann tränenlachend zusammen. Duncan kapierte sofort, daß Methos jetzt wußte, wer Lucille war, und mußte wider Willen mitlachen; er war so glücklich, daß ihm nicht einmal der Ausblick darauf, daß Methos ihn damit gnadenlos bis ans Ende aller Zeiten aufziehen würde, auch nur im Entferntesten beunruhigte. Der Schotte wand den Telefonhörer aus Methos' verkrampften Fingern und meldete sich bei Lucille. "Hallo meine Liebe! Wie schön, mal wieder Deine Stimme zu hören!" Eine verblüffte Pause entstand am anderen Ende der Leitung. Eine sehr kurze Pause. "Duncan? Duncan, bist Du es? Bist Du es jetzt erst? Himmel! Mit wem habe ich denn die ganze Zeit gesprochen??! Schätzchen, alles okay?" Duncan nahm das Telefon mit hinüber zum Sofa, er konnte nicht mit ansehen, wie Methos, sich auf dem Boden krümmend, in Gefahr war, sich einzunässen oder vor Lachen zu ersticken, das war ein bißchen viel verlangt, wenn er ein ernsthaftes Telefonat mit Lucille führen wollte (so ernsthaft, wie es mit Lucille eben ging). "Ja, es ist alles in Ordnung, Lucille. Du hast gerade mit Adam gesprochen. Meinem ... Adam ist mein Lover, er war gerade am Telefon. Alles in allerbester Ordnung." Jetzt kam Duncan in den Genuß von Lucilles Perllachen. "Ohhh, ich hoffe, ich habe den armen Kerl nicht zu sehr erschreckt! Heißt das, Ihr kommt beide zu Besuch? Wie schön!! Ich freue mich darauf, Deinen Liebsten kennenzulernen! Der Art nach zu urteilen, wie Du seinen Namen Aussprichst, hat es Dich ja ganz schön erwischt, mein Lieber. Wie lange seit ihr denn schon zusammen? Erzähl' mir alles, Duncan! Jedes prickelnde Detail! Ich muß alles wissen, ich ... Ohhh Nein!! Warte!! OH MEIN GOTT!!" Wieder schlug der Telefonhörer hart auf einem Untergrund am anderen Ende der Verbindung auf. "Joacim!! Wie konnte DAS passieren?? Ist sie schwer verletzt? Mein Gott!! Wie tief ist die Wunde?? Samiramis! Das muß sofort versorgt werden! Laß' mich ..." Duncan war sofort in Hab-Acht-Stellung. "Lucille?? Lucille! Was ist passiert??!" Aber es kam keine Antwort, er mußte sich noch ein paar Minuten gedulden, bis Lucille wieder am Apparat war, völlig außer Atem, aber gefaßt. "Duncan? Entschuldige, heute herrscht wirklich das Chaos, gerade hat Joacim mit der Sense, die er zum Rasenmähen verwendet, Tamara verwundet! Sie steht das erste Mal in Blüte und ist gerade so extra sensibel! Meine Güte! Aber es ist schlimmer, als es aussieht, keine Sorge, das war der erste Schreck! Sie wird es schaffen!! Und weißt Du was, der schreckliche Kerl, der sich Gärtner schimpft, dazu sagt? Na?" Duncan schüttelte nur den Kopf. "Er sagt: Mit einem Schaf wäre das nicht passiert, Missie! Bestimmt hat er das jetzt mit Absicht gemacht, weil ich sein Ansinnen, ein paar Schafe als Rasenmäherbrigade anzuschaffen, seit Monaten ablehne!! Mistkerl! Oh, Himmel! Wo bleiben meine Manieren?! Verzeih' mir Duncan, daß war jetzt nicht wirklich damenhaft. Joacim ist kein schlechter Mensch, er würde so etwas niemals vorsätzlich tun. Ich glaube, ich muß mich jetzt ein wenig ausruhen! Das war zuviel! Erst die Affen, dann der Unfall - ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste, weißt Du. Also wie ist es, mein Hübscher, kommt Ihr zwei morgen?" Erneut perlte Gelächter durch die Leitung. "Ich meine, kommt Ihr, Adam und Du, zu mir zu Besuch? Morgen." Duncans fragender Blick wanderte zu seinem Liebhaber, der es mittlerweile geschafft hatte, sich in eine aufrechte Sitzposition zu kämpfen. Anstatt zu antworten, winkte Methos ihm nur, daß er das Telefon haben wolle. "Einen Moment, Lucille. Adam möchte Dich nochmal sprechen." Duncan brachte es ihm. Nachdem er tief durchgeatmet hatte meldete Methos sich. "Hallo Mrs. Groenhoff, hier spricht Adam. Adam Pierson. Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen." Lucille zwitscherte erfreut zurück "Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Mr. Pierson! Ich hoffe, ich habe sie vorhin nicht zu sehr erschreckt, ich habe sie tatsächlich für Duncan gehalten! Haben Sie Lust, mich zu besuchen, damit ich den ersten Eindruck revidieren kann?" Methos mußte sich wieder sein Lachen verbeißen. "Sehr gerne, Mrs. Groenhoff. Ich habe viel über Ihre Stimme nachgedacht, während Sie mit Duncan sprachen, und ich kann nur sagen: Ich bin sehr gespannt darauf, die Person hinter diesem engelhaften Lachen kennenzulernen." Und wie zu erwarten war, wurde Methos erneut mit eben diesem belohnt. Duncan verdrehte nur die Augen gen Himmel. Lucille hingegen war sehr angetan. "Oh, Sie Charmeur! Dann ist es also abgemacht? Morgen?" Methos lächelte Duncan zu. "Abgemacht. Bis morgen, Mrs. Groenhoff." Damit reichte er den Hörer an Duncan zurück. "Lucille? Lucille?!" Der schüttelte nur den Kopf. "Sie hat aufgelegt." Das Telefon ebenfalls beiseite legend, streckte Duncan seine Arme nach Methos aus. "Komm' her, Du Charmeur!" Grinsend kam Methos der Aufforderung nach und kuschelte sich auf dem Sofa in Duncans Umarmung.
"Sie ist schon 'ne Nummer, was?" "Das kannst Du laut sagen, MacLeod!"
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