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Es gibt eine Zukunft!

© by Die wahre Gilly ()
Disclaimer: Mulder, Scully und alle anderen die ihr hier wieder erkennt, gehören CC, leider *heul* Authorïs Notes: ich widme es mal Trahnfisch, das ist meine erste ff und ich hoffe, dass es einigermaßen wird...!! Und dir Cat vielen Dank!!! Gut dass du danach noch am Leben bist! *lol* Archiviert im Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/)
 

 

Schweigend und zusammengekauert saß sie neben mir auf dem Beifahrersitz.

Ich konnte nicht ahnen, wie sie sich fühlen musste, ich wollte mir keine Vorstellung davon machen, wie es ist, ein Kind zu verlieren, ein Kind, das sie gerade erst kennen gelernt, lieben gelernt hatte!

Ich konnte es nur in ihren blauen Augen sehen, den Schmerz, den Verlust.

Wir waren auf dem Weg zum Haus ihres Bruders.

Sie wollte dieses Weihnachten bei ihm verbringen, mit ihrer Mutter, mit der Familie, die ihr noch geblieben war.

Sie hatte mich erst spät angerufen, viel zu spät von dem all dem in Kenntnis gesetzt.

Irgendwie war ich froh darüber, dieses Mädchen nicht schon vorher kennen gelernt zu haben! Das erste Mal, als ich sie sah, habe ich sie gleich zum lachen gebracht, sie war ein sehr stilles und schüchternes Mädchen gewesen, aber furchtbar entzückend. Sie kam sehr nach Scully, die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter war kaum zu leugnen. Jetzt war es vorbei, es war vorbei für dieses kleine Mädchen, aber nicht für die kleine, zierliche Person neben mir, für sie fing es erst an!

 

Nach einer langen Zeit des Schweigens öffnete ich meinen Mund.

"Wollen Sie mit ihrer Mutter zurück nach Washington fahren?"

Sie schaute mich ausdruckslos an.

"Nein", kam es leise zurück.

Wieder flog ihr Blick aus der Frontscheibe, was sie wohl jetzt dachte?

Ich parkte vor einem stattlichen, weißen, typisch amerikanischen Haus und schaute wieder zu meiner Partnerin.

Eine Weile schwieg sie.

"Können Sie meine Sachen holen? Ich...ich.."

"Schon gut, ich werde alles holen!"

"Mulder?"

"Ja?"

Sie sah zu mir.

"Sagen Sie meiner Mutter bitte, dass ich sie später anrufen werde!"

"Natürlich, mach ich!"

Langsam stieg ich aus, schloss die Fahrertür und ging auf die Haustür zu und klingelte zwei Mal.

Gleich darauf öffnete ein großer, bulliger Mann, Scullys griesgrämiger Bruder und schaute mich böse an.

"Agent Mulder."

"Ich wollte nur Danas Sachen abholen!"

Er trat etwas zurück und rief nach seiner Mutter.

Ein letztes Mal warf er mir noch einen vorwurfsvollen Blick zu und verschwand dann.

Eine kleine Frau trat an die Tür und lächelte mich an.

 

"Kommen Sie doch rein Fox, kommen Sie!"

Ich trat ein. Ich wußte, wie das Haus aussah, ich war in den letzten Tagen einige Male hier gewesen, um mit Scully zu reden.

"Wo ist Dana?"

"Sie wollte nicht rein kommen, sie wartet im Auto, ich soll ihre Sachen holen!"

Sie nickte verständnisvoll.

Scullys Mutter war eine wundervolle Frau, furchtbar nett, freundlich und hilfsbereit. Sie war natürlich lange nicht so energisch in ihrer Natur als ihre Tochter Dana, doch sie hatte einen starken, eigenen Willen, den man ihrem Gesicht ansah. Ich mochte sie sehr, sie war mir, eine Art Mutter, auch wenn ich mir das nicht erklären konnte.

 

"Ich werde alles zusammenpacken, wollen Sie solange hier warten?"

"Ja, gerne!"

Mit einem Lächeln im Gesicht verschwand sie nach oben.

Ich musste nicht lange warten, da kam eine junge blonde Frau auf mich zu, ein Bündel in ihren Armen, Scullys neugeborener Neffe Matthew.

 

"Mr. Mulder?"

"Ja?"

"Wie geht es Dana?"

"Ich denke, es geht ihr ganz gut, ja. Ähm, herzlichen Glückwunsch zum Baby!"

Sie lächelte und schaute voller Stolz in das Gesicht des kleinen Jungen.

"Dankeschön!"

Sie schwieg kurz.

"Fox, bitte kümmern Sie sich um Dana! Lassen Sie sie jetzt nicht alleine, nicht jetzt! Ich weiß, Sie wissen nicht, was das für ein Gefühl ist, ein Kind zu haben, und ich weiß genauso wenig wie Sie, wie es ist, eines zu verlieren, aber ich kann mir vorstellen, dass es furchtbar sein muss, und ich will es nie erleben wollen!"

Ich nickte leicht und schaute wie schon so oft auf den Boden.

Mit einem leichten Lächeln verschwand sie wieder.

Wie Recht sie nur hatte!

Wie verdammt Recht sie nur hatte!

 

Nicht lange musste ich warten, da kam Mrs. Scully mit einer dicken Tasche, die ich als Scullys identifizierte, die Treppen herunter gelaufen.

 

"So, bitte! Hier sind all Ihre Sachen drin, die sie mitgebracht hatte!"

"Dankeschön!"

"Es tut mir so leid Fox, wieso konnte ich ihr das nicht sagen?"

"Sie haben es ihr gesagt Maggie, keine Sorge Sie haben es ihr gesagt!"

"Ja! Bitte passen Sie auf Dana auf, ich hab Angst dass sie sich etwas tut, oder dass sie nicht gut darüber hinweg kommt! Ich möchte nicht, dass das sie verändert oder gar kaputt macht!"

"Das will ich genau so wenig! Ich werde auf sie aufpassen!"

Sie drückte mir lächelnd die Tasche in die Hand.

Vorsichtig legte sie ihre Arme um mich und drückte mich leicht weinend.

"Sie wird sie anrufen, das hat sie mir gesagt!"

"Okay, okay"

Ich löste mich aus ihrer Umarmung und drehte mich um und nahm den Türgriff in die Hand.

"Fox?"

"Ja?"

"Ich möchte meine Kleine gerne wieder lachend in meinem Haus haben, und nicht ein seelisches Wrack vor mir liegen sehen!"

Wie mich dieser Satz traf, mitten ins Herz.

Ich wusste, wenn ich nichts tat, stand dieses seelische Wrack bald bei mir im Büro.

Aber an diesen Gedanken durfte, konnte ich gar nicht denken, es tat weh, es tat jetzt schon sehr sehr weh.

"Ich werde das verhindern! Keine Sorge, ich werde das verhindern!"

Mit diesen Worten öffnete ich die Tür und lief, nachdem ich sie hinter mir geschlossen hatte, wieder auf mein Auto zu, in dem ich Scully sitzen sah. Auf meiner Seite stieg ich ein und legte die Tasche auf die Rückbank.

Ich sah sie wieder an.

"Alles okay?", fragte ich sanft.

"Sicher, mir geht es gut, wie sollte es mir denn sonst gehen?"

"Vielleicht...zur Abwechslung sollten Sie mir einmal die Wahrheit sagen!", sagte ich wieder, dieses Mal in einem strengeren Ton.

Doch sie schaute einfach nur gerade aus dem Fenster und bewegte sich nicht ein bisschen.

Verdammt noch mal, wie sollte ich ihr denn helfen, wenn sie mich nicht an sich heran ließ?

Ich schaute sie eine Weile an, dann startete ich den Motor und fuhr los, einfach nur schnell zum Flughafen und nach Hause!

 

Es war bereits dunkel, als wir endlich vor Scullys Apartmenthaus ankamen.

Der Flug war beschissen lang, keiner von uns beiden hatte es gewagt, ein Wort zu sagen außer "Guten Appetit" als das Mittagessen gebracht wurde. Davon rührte Scully natürlich nichts an, was mich eigentlich nicht wunderte, auch wenn es ihr gut ginge, hätte sie diesen Fraß nie angerührt, Pommes und Hühnchen und Scully vertrugen sich nicht, war mir schon vorher klar gewesen!

Sie hatte auch nicht geschlafen, sondern einfach nur aus dem Fenster geschaut. Was nicht gerade typisch für Scully war, sie hatte auch nicht eine einzige Träne vergossen, nicht eine! Und auch das machte mir etwas, nein, sogar große Angst!

 

"Hey, wir sind jetzt da!", sagte ich vorsichtig.

Sie rührte sich nicht.

"Wir sind bei Ihnen daheim!"

Ich berührte vorsichtig ihre Hand.

"Mulder?!"

"Ja?"

"Es tut so weh, Mulder!"

"Ich weiß, ich weiß doch! Aber Sie müssen es verstehen, sonst wird es noch viel mehr wehtun!"

Sie schüttelte ihren Kopf

Und das erst mal, seit das alles passiert war, sah ich eine Träne ihre Wanger runter kullern.

Vorsichtig berührte ich ihre Schulter, strich sanft über ihren Rücken.

 

"Ich weiß nicht, wie dieses Stechen jemals weggehen soll? Ich weiß nicht, ob ich das jemals überwinden werde!"

Sie fing an fürchterlich zu schluchzen.

"Doch, Sie werden das überwinden! Gehen wir erst mal nach oben, ja?"

"Okay. Kommen Sie noch mit mir hoch?", fragte sie mir zitternder Stimme.

Sie wischte sich ihre Tränen ab und öffnete ihre Türe, das gleiche machte ich dann auch und holte anschließend Scullys Tasche von der Rückbank.

 

Dann gingen wir zusammen hoch zu Scullys Apartment, sie schloß die Türe auf und wir traten in die dunkle Wohnung ein.

 

"Willkommen zu Hause!"

"So hatte ich es mir vorgestellt, dass ich erst nächstes Jahr wieder hier her komme!"

"Jetzt können Sie ein neues Jahr anfangen Scully, es wird sicher besser als das letzte!"

Sie schaute mich an.

"Das will ich schwer hoffen!"

Leicht musste ich lächeln

"Okay, kommen Sie zurecht?"

"Ja!"

"Sicher?"

Sie schwieg und schaute auf den Boden.

"Was hab ich falsch gemacht Mulder? Wieso ich, wieso ich, wieso Emily?"

Sie brach in Tränen aus und legte sich in meine Arme, sie schmiegte sich an meine Brust.

Sanft legte ich meine Arme um sie und drückte sie an mich und strich zart über ihre Haare und über ihren zierlichen Rücken.

"Ist ja gut, schon gut! Sie haben gar nichts falsch gemacht, überhaupt nichts! Das dürfen Sie sich nicht einreden, das alles ist nicht Ihre Schuld, es ist nicht Ihre Schuld!"

Sanft schob ich sie durch das dunkle Apartment in ihr Schlafzimmer, schaltete das gedämpfte Licht an und setzte sie auf ihr Bett.

Ihr liefen die Tränen wie Wasserfälle über die Wangen.

Ich setzte mich hinter sie, drückte sie nach hinten an mich und ließ sie sich an mich schmiegen.

Sie weinte in mein Hemd rein, doch das war mir so verdammt egal!

 

Nach einiger Zeit beruhigte sie sich etwas und gluckste nur noch an meiner Brust.

"Wieso muss das dann alles passieren?"

"Ich weiß es nicht! Doch das ist anscheinend der Preis für unsere Arbeit!"

"Dann will ich das nie wieder tun, nie wieder!"

Diese Worte erschreckten mich etwas, doch ich blieb standhaft.

"Das können Sie doch nicht sagen Scully! Wollen Sie denn nicht wissen, wieso das alles noch passieren musste? Wollen Sie denn nicht aufdecken, was hinter dem allem steht? Wollen Sie nicht verhindern, dass das allen passiert?"

"Doch, aber ich will nichts mehr opfern!"

"Ich weiß, und das will ich auch nicht! Aber ich weiß auch im Moment nicht, was ich sonst machen soll!"

"Das weiß ich auch nicht! Aber ich weiß, dass ich das nicht mehr will, ich will und ich kann es einfach nicht mehr! Ich will mein Kind einfach nur wiederhaben, ich will sie einfach nur wiederhaben! Ich möchte sehen können, wie sie ihren ersten Schultag erlebt, ihren ersten Freund kennen lernen und ihre Mutter sein!"

"Ich will sie auch wiederhaben, ich will auch, dass sie hier bei uns ist, aber es ist nicht so, und es wird auch nie so sein!"

"Wieso nicht, wieso denn nicht?"

Wieder fing sie an zu weinen, wieder spürte ich, wie mein Hemd feucht und warm wurde.

"Ist ja gut! Es wird sicher alles wieder gut!"

"Nein!", schrie sie energisch.

"Ich kann es aber nicht mehr! Was ist, wenn es noch mehr Babys, Kinder von mir gibt? Was ist, wenn diese Kinder alle so enden werden wie Emily? Was ist, wenn sie ihr Leben lang leiden müssen? Mulder, können Sie mir versichern, dass es diese Kinder nicht gibt?"

Ich schwieg kurz.

Als ich nach unten schaute sah ich in Scullys blaue, verweinte Augen.

"Nein", sagte ich leise.

Sie nickte enttäuscht, doch so als hätte sie es gewusst! Natürlich hatte sie es gewusst, sie hatte es gewusst.

"Mulder? Ich will jetzt wissen, was Sie darüber wissen! Ich will jetzt wissen, was es da noch gibt! Es geht hier um mich! Verdammt noch mal, was haben Sie gemacht? Wieso ist das passiert? Was haben Sie mit meiner Tochter gemacht?"

Sie sah mich auf einmal böse an, verständlich.

Doch ich wusste, so etwas hätte sie nie gesagt, egal was passierte, sie war einfach noch unter Schock, total fertig von den Geschehnissen.

Sie fing an sich aus meiner Umarmung zu lösen, wurde wilder und schlug schließlich auf meine Brust.

"Sie haben meine Tochter umgebracht, Sie haben meine Tochter und meine Schwester umgebracht! Sie verdammtes Arschloch, Sie verdammtes Dreckschwein!"

"Ist ja gut, Scully, Sie müssen sich beruhigen! Beruhigen Sie sich! Sie stehen unter Schock Scully, Sie sind total fertig und haben seid so langer Zeit nicht mehr geschlafen!"

"Das ist Ihnen doch völlig egal! Und das kann Ihnen auch völlig egal sein! Verschwinden Sie, verschwinden Sie aus meiner Wohnung!"

"Ist ja gut, jetzt beruhigen Sie sich doch!"

"Sie sind eine verdammte Plage! Verschwinden Sie aus meinem Leben! Weg!"

Sie sank weinend zu Boden.

Es brach mir das Herz, sie so sehen zu müssen.

Wie sehr sie das alles mitnahm, es war nicht nur diese Sache mit Emily, die aus ihr herauskam, es war alles, was in den letzten Monaten, Jahren passiert war, sie hatte es die ganze Zeit unterdrückt, vor sich hergeschoben, nicht mal ihrer Mutter alles anvertraut, doch jetzt...

 

Die ersten Sonnenstrahlen kamen so langsam durch ihr Fenster.

Es war Morgen, nicht gerade früh am Morgen, aber es war endlich ruhig, endlich war sie ruhig!

Die halbe Nacht hatte sie nur geweint, geflucht und ist dann schließlich weinend in meinen Armen, in den Armen des Mannes, den sie gestern Nacht hasste und zum Teufel jagen wollte, eingeschlafen.

Jetzt lag ich neben ihr, sie sah wieder friedlich aus, sah wieder zufrieden aus, und das ließ mein Herz sich ein wenig erwärmen!

Sanft strich ich ihr eine rotgoldene Strähne aus dem Gesicht und ich sah wie sie langsam ihre Augen öffnete.

Als sie mich deutlich sah, zierte ein zartes Lächeln ihr wunderschönes Gesicht.

"Guten Morgen!"

"Morgen", sagte sie schüchtern.

"Alles okay?"

Sie nickte.

"Danke, danke dass du die ganze Nacht da warst und dir das angehört hast!"

Ich lachte sie leicht an.

"Soll ich meine kleine Partnerin mitten in der Nacht weinend zurück lassen, nein, ich glaube, ich hoffe, ich hab dir helfen können!"

"Du hast mir mehr als nur geholfen! Du hast mir etwas gegeben!"

"Ach ja?"

"Ja! Die Hoffnung das alles besser wird!"

"Es wird alles besser, wir beide können verhindern dass es wieder so wird, dass DIE gewinnen!"

"Ich glaube, wir beide haben schon gewonnen!"

Ich lächelte sie leicht an.

Langsam bewegte ich mich dann auf sie zu und gab ihr einen sanften Kuss auf ihre Lippen und ließ meinen Kopf auf ihrem ruhen.

 
Ende

 
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