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Klebriges Zeug© by Shiun ()
"Puh!" Obi-Wan schmiss sich völlig erschöpft auf das Sofa und strich über seine schweißnasse Stirn. "Hm?" klang es gedämpft aus Richtung Tür. Obi-Wan schnappte nach Luft. Wirklich, konnte Meister Qui-Gon sich nicht einen Bademantel anziehen?! Da stand sein Meister, nackt bis auf ein Handtuch über seinem Kopf, feuchte Haare im Gesicht und Wassertropfen auf seiner Haut, die perlten und glitzerten und gerade darum bettelten, abgeleckt zu werden und ... und wenn Obi-Wan nicht schon sowieso schweißgebadet und knallrot gewesen wäre, dann, dann - nun ja. Wäre er spontan explodiert. "Padawan?" Qui-Gons Stimme war gedämpft unter dem Handtuch, mit dem er sich die Haare trocken rubbelte, und Obi-Wan betete inständig, dass sein Meister nicht seine lüsternen Gedanken aufgefangen hatte. "Ich...ich..." Qui-Gon hatte das Tuch endlich überwältigt und schmiss es in die Ecke (wo es zweifelsohne Obi-Wan später wieder aufsammeln musste) und schaute belustigt auf seinen Padawan. Belustigt und sehr, sehr nackt. Und feucht. Mit einem zerwuschelten Haarschopf. "Es ist nichts, Meister, das Training war nur...nur...", Qui-Gon lächelte geduldig, "...äh..." Haare. Haare, die über Qui-Gons Gesicht und Schultern strömten, die zerzaust waren wie nach einem Windsturm, oder wie...wie von einem Liebhaber, der sich in ihnen festgekrallt hatte auf dem Höhepunkt ihrer Leidenschaften, und- "Lasst mich, Meister!" Obi-Wan sprang auf und begann hektisch nach eine Haarbürste zu suchen um von seiner Verlegenheit abzulenken. Ah, Erfolg! Ein Glück, dass er ihre Taschen noch nicht ausgeräumt hatte. Mit der Bürste in der rechten Hand und einem, wie er hoffte, nicht gar zu steifen Schritt ging er auf seinen Meister zu, in dessen Augen Verwirrung schimmerte. "Padawan, wirklich. Ich kann mir selber die Haare kämmen." Obi-Wan blieb stehen und nickte stumm. "Und du kannst jetzt duschen." Duschen? Oh ja. Kalt. Kalte Dusche, das war jetzt wirklich angebracht. "Ja, Meister." Obi-Wan drückte seinem Meister die Haarbürste in die Hand und verschwand mit Lichtgeschwindigkeit in dem Badezimmer, das an ihr gemeinsames Schlafzimmer angrenzte. Die Türe, altmodisch, wie sie war, fiel hinter ihm ins Schloss und er riss sich seine schweißnassen Sachen vom Leibe. Die Duschkabine war genauso klein wie der Rest ihrer Zimmer hier auf Agonia 3.11, aber er zwängte sich ohne Murren hinein. Sie hatten wirklich schon schlimmeres erlebt.
Kaltes Wasser prasselte auf ihn und dämpfte seine Erregung, und nach ein paar Minuten drehte er das warme Wasser auf und griff nach der Plastikflasche mit dem Duschgel. Er quetschte, aber die Flasche gab nur ein paar spotzende Geräusche von sich. Das Duschbad war alle. Miiiiiist. "Meister?" schrie er. "Was?" klang es dumpf durch die Tür. "Ich..." Oh, was sollte das. Er konnte sich auch selber neues holen. Obi-Wan schlang sich ein Handtuch um die Hüften, hüpfte wieder aus der kleinen Dusche und versuchte, seinen belustigt lächelnden Meister zu ignorieren, der gerade auf einem Bein balancierte um sich die Socken anzuziehen. "Das Duschgel ist alle, und ich..." Er bückte sich zu seinem Rucksack, den er in eine Ecke geworfen hatte und begann, den Inhalt zu durchwühlen. "Die Prinzessin hat mir gestern welches geschenkt." "Aha. Du bekommst Geschenke von den Mitgliedern des Königshauses?" "Es war nur ein Duschbad, Meister! Kein Königreich! Ich dachte...ich könnte..." "Schon gut, Padawan. Folge deinem Herzen." Wenn er ein Duschbad für jeden dieser Sätze bekommen hätte, könnte er sich tagelang vergnügen. Unter der Dusche. Allein. Obi-Wan seufzte tief und versuchte das amüsierte Lachen vom anderen Ende des Zimmers nicht zu beachten. Oh, da! Eine Flasche, die so aussah wie alle Behälter für Duschgels hier, auch wenn sie mit einer gelben Flüssigkeit gefüllt war, die angenehm süß roch. Die Prinzessin OrÉn hatte sie ihm mit einem zuckrigem Lächeln übergeben, und er nahm an, dass die seltsam eckig und einfachen Zeichen darauf die Sprache eines abgelegen Landes dieses Planeten waren, deren Bewohner nur mit der Herstellung von Seife, Parfümen und anderen Kostbarkeiten beschäftigt waren. Und OrÉn wäre nicht die erste Prinzessin, die sich ihre Seife aus fremden Ländern importieren ließ, und das ganze war sicher viel zu luxuriös für einen Jedi. Egal, Hauptsache, das Gel machte sauber. Er hielt Qui-Gon mit einem triumphierenden Grinsen die Flasche hin und flüchtete sich wieder ins Bad. Es war so gut, den Überfluss echten warmen Wassers zu haben, dachte Obi-Wan, besser als Sonic-Duschen, und viel besser Wasser im kalten Bach. Heißer Dampf stieg auf, der seine Haut aufweichte und seine Wangen rot werden ließ, der die Verspannungen in seinem Nacken löste und das Interesse zwischen seinen Beinen wieder aufweckte. Obi-Wan seufzte. Warum sollte er sich nicht einmal nachgeben? Auch wenn - oder gerade weil - sein Meister im anderen Zimmer war. Sein Meister mit den großen Händen, wahre Pranken, wirklich. Hände, die so oft auf ihm waren, Hände, die seine Arme und Beine in seltsame Positionen formten, die ihn führten durch katas und Übungen und Meditation. Hände, die manchmal über seine Haare strichen, oder ganz selten nur über seine Wange. Hände, nie da, wo er sie wollte. Obi-Wan stöhnte leise und griff mit der rechten Hand - die linke war beschäftig - nach der Flasche und schnipste mit seinem Daumen den Deckel auf. Er hielt es über seine Brust und drückte. Goldenes Gel ergoss sich über seine Haut und er versuchte, es einzureiben und aufzuschäumen. Das...das war unmöglich Duschgel. Es klebte fürchterlich in seinen Haaren, auf seinen Fingern und ließ sich nicht vom Wasser wegwaschen. Was war das nur? Plötzlich überfuhr ihn ein Schauer. Was, wenn es giftig war? Wenn die Prinzessin ihn töten wollte, aus welchen Gründen auch immer? Es gab genug verrückte Menschen in der Galaxie, die Jedis hassten. Was, wenn sich das Zeug über ihn legen würde, wie Plastikfolie, um ihn ganz zu umschließen und zu ersticken? Obi-Wan holte tief Luft und versuchte, sich zu beruhigen - er war viel zu paranoid, wirklich. Schließlich hatte er die Macht, und seinen Meister nebenan, der die Wellen seiner Panik aufgefangen hatte und - oh, Mist. Die Tür öffnete sich, und durch den heißen Wasserdampf hindurch sah Obi-Wan das besorgte Gesicht seines Meisters. Qui-Gons Augen waren sehr blau, und die Haare hatte er sich hochgebunden, was eigentlich hätte lächerlich aussehen müssen - es aber nicht tat. "Padawan?" "Meister, ich..." Die Wahrheit, Kenobi. Peinlicher konnte es wohl kaum werden. "Meister, ich...OrÉn hat mir irgendetwas vergiftetes gegeben!" Nur mit Mühe unterdrückte Obi-Wan die leichte Hysterie in seiner Stimme und hielt Qui- Gon seine goldgelb-klebrig verschmierte Hand entgegen. Qui-Gons Augen verdunkelten sich und er umfasste vorsichtig Obi-Wans Handgelenk, das noch klebfrei war. Obi-Wan schluckte. Wärme verteilte sich wieder in ihm, kringelte sich zur vergessenen Erregung in seinem Bauch. Er spürte, wie sein Meister sich konzentrierte, die Stirn runzelte...und dann hellte sich seine Miene auf und er fing an zu lachen. Obi-Wan starrte seinen Meister mit offenem Mund an. "Meister, wirklich, ich weiß nicht, was daran so-" Es war viel zu selten, dass Qui-Gon lachte, aber warum ausgerechnet jetzt, da er im sterben lag? Nun ja, nicht ganz...aber bestimmt dauerte es nicht mehr lange! Qui-Gon hörte nicht auf zu lachen. "Meister!" Worte, Atem und sein Herz blieben Obi-Wan im Hals stecken, als Qui-Gon seine Hand fester umfasste und ... zu seinem Mund führte ... und ... das gelbe Zeug ... ... ableckte. Hitze, glühender als alle Sonnen aller Wüstenplaneten zusammen schoss in Obi-Wans Wangen, und zu seiner großen Scham zwischen seine Beine. "Meister...Ihr...Ihr werdet auch..." 'Auch sterben', wollte Obi-Wan sagen, aber hielt sich zurück. Sein Meister würde wohl kaum seine Hand mit gefährlichem Gift ablecken, oder? Und überhaupt, warum leckte er sie ab?! "M-meister..." brachte er erstickt hervor. Er war sicher, dass das klebrige Zeug auf seiner Haut kochte. Mit einen obszönen 'Plop' ließ Qui-Gon Obi-Wans Finger aus seinem Mund gleiten und schmunzelte Obi-Wan an. "Honig!", sagte er, als hätte die Lösung für das Welträtsel gefunden. "M-m-meister?" "Das, mit dem du dich hier unfreiwillig beschmiert hast"- eine Handbewegung seines Meisters über Obi-Wans glühenden, goldgelbüberströhmten Körper-"ist Honig, eine, ich zitiere, von Bienen aus dem Nektar von Blüten oder anderen Pflanzenextrakten beziehungsweise Instektensekreten hergestelltes Nahrungsmittel." "Iiih." "Sehr süß. Sehr lecker." "A-ah. In Ordnung." Obi-Wan schätzte, er sollte glücklich sein, sich nicht das neuste tödlich wirkende Gift über den Körper geschmiert zu haben, aber er konnte und konnte einfach nicht Qui-Gons Mund und Zunge und Lippen um seinen Finger vergessen. Qui-Gon grinste. "Ganz offensichtlich hat Prinzessin OrÉn dir Waldblumenhonig, die Spezialität ihres Hauses, geschenkt." Obi-Wan öffnete seinen Mund, doch nur ein Quietschen kam heraus. Seine Wangen glühten. "Ja, Padawan?" Qui-Gon verschränkte seine Arme über seiner Brust und schaute Obi-Wan aufmerksam an, so als wäre das nur eine andere Unterrichtsstunde, als stände er nicht in einer engen Dusche mit einem Honigüberströmten, nackten und sehr erregten Padawan, dem er gerade die rechte Hand abgeleckt hatte. Und Qui-Gon streckte wieder die Hand nach ihm aus, aber diesmal nur um mit dem Zeigefinger etwas Klebriges - Honig - von Obi-Wans Schulter zu streifen und ihm diesen Finger entgegenzuhalten. Obi-Wan blinzelte, und blinzelte noch ein bisschen, und nach einem aufmunterndem Nicken seines Meisters beugte er sich vor und umschloss mit seinen Lippen Qui-Gons Finger. Süße explodierte auf seiner Zunge, eine würzige Süße, so anders als Zucker. Er lutschte und leckte, und dann entdeckte er noch etwas anderes unter den ganzen Laken von Süße. Ein neuer Geschmack, ein bisschen salzig, und erdig - Meer und Luft und alles, was lebendig war. Der Geschmack von Qui-Gon Jinn. Obi-Wan konnte nicht anders, er stöhnte. "Padawan?" Tiefe dunkelblaue Augen, die sollte kein Mensch haben, so glitzernd und verlangend und... Das war nicht - das war nicht sein ruhiger, stoischer Meister. Das war ein sinnliches großes Wesen, zu verführerisch zum widerstehen, und wirklich, er, Obi-Wan Kenobi, war nicht mehr zurechnungsfähig.
Verdammt sei die Jedi-Gelassenheit. Obi-Wan ließ Qui-Gons Finger aus seinem Mund gleiten, fasste ihn fest am Handgelenk und ging einen Schritt auf ihn zu. Und noch einen. "Pa-padawan?" Qui-Gon wich zurück, aber Obi-Wan ließ nicht nach und dann stand sein Meister mit dem Rücken an der Wand. Obi-Wan hob seine Arme und presste sie gegen die Wand, rahmte Qui-Gons Gesicht ein. Drückte Qui-Gon gegen die Wand, mit seinem ganzen Körper. Und bevor er sich in diese Augen, in diesem geliebten Gesicht verlieren konnte, bevor er nicht mehr Obi-Wan war... ...stellte er sich auf Zehenspitzen und küsste ihn, küsste seinen Meister, und oh, es war besser als jeder Traum, jede Fantasie. Nach einem Herzschlag öffneten sich die Lippen unter seinen, und er ließ seine Zunge über Qui-Gons gleiten, und darunter und tiefer und tiefer, als wollte er das Herz seines Meisters verschlucken. Qui-Gons Hände umfingen Obi-Wans Wangen, seinen Kopf, und sein ganzer Körper beugte sich um Obi-Wans. Eine Atempause, Obi-Wan brauchte eine Atempause. "Oh...Obi-Wan." "Meister." Sie rangen beide nach Atem. Obi-Wan war schwindelig und in seinem Bauch kribbelte es und dann sah er Qui-Gon lächeln, voller Zärtlichkeit. Sie rieben ihre Nasen aneinander und küssten sich, leicht und flüchtig. "Meister?" flüsterte er. "Hm?" Qui-Gon war damit beschäftigt, Obi-Wans Lippen entlang zu knabbern, und dann über seine Nase und Augenbrauen. Obi-Wan schlang seine Arme fest um Qui-Gons Nacken und mit einem Schwung kletterte auf den Mann, wie auf einen Felsen, seine Beine um Qui-Gons Hüften geklammert. Qui-Gon keuchte für einen Moment erschrocken auf und verschränkte seine Hände unter Obi-Wans Po. "Ich finde, Meister Jinn, Ihr solltet Euch möglichst bald überlegen, wie Ihr dieses Zeug-" "Honig, Padawan-" Eine Zunge in seinem Ohr. "Pscht. Wie Ihr den Honig..." - Lippen auf seinen Wangen- "wieder von Eurem Padawan runter bekommt. Und zwar schnell." Qui-Gon schloss seine Augen fester um Obi-Wan und atmete einmal, zweimal tief durch. Und dann küsste er einen Feuerstreif entlang Obi-Wans Hals. "Ich bin mir sicher, Padawan...hm...wir werden...eine Lösung...finden." Und das taten sie.
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