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Dämonengrippe© by Shiun ()
Die Tür zu Aziraphales Buchladen schwang auf. Kalter Wind wehte herein, und mit ihm ein kalter Dämon. "Guten Tag, Crowley." Aziraphale lächelte, und dann gefror ihm das Lächeln auf dem Mund. "Crowley?" Der Dämon starrte ihn über die Ränder seiner Sonnebrille an - seine Augen waren rot, genau wie seine Nase und er knüllte nervös ein feuchtes Papiertaschentuch in den Händen. "Äh...mein Lieber, ist..." "Ich habe Dämonengrippe." Crowley hustete, und seine Stimme war viel zu heiser. "Äh...was?" Aziraphale war sich nicht sicher, ob das einer von Crowley Scherzen war, oder ob er etwas verpasst hatte, oder - ein Niesen unterbrach seinen Gedankengang. "Ich bin mir sicher, das....hatschi....Hastur etwas damit zu tun hat." Das Taschentuch war von der Auslöschung seiner Existenz bedroht, also gab Aziraphale Crowley ohne Nachzudenken ein neues. Das war es schließlich, was Engel taten, nicht war? Anderen Lebewesen in Not helfen. Auch wenn es die Bewohner der Hölle waren. "Dämonengrippe." "Hast du ein Problem damit?" "Nein, natürlich nicht, lieber Junge...äh...Tee?" Crowley sah so aus, als wollte er Aziraphale mit Blicken durchlöchern, aber dann nickte er.
Dem Himmel sei Dank für "Heute geschlossen"-Schilder, und dass es bequeme Sofas und heißen Tee gab war sicher auch eine göttliche Fügung. Sie schwiegen in ihren Tee. "Ich werde sie nicht los, weißt du. Die Grippe. Ich kann mich anstrengen, wie ich will, aber..." Aziraphale pustete in seinen Tee, um ihn abzukühlen. "Das ist seltsam." Crowley zuckte mit den Schultern. "Wie gesagt, ich bin mir sicher, das...hatschi....Satan selber...ha-ha-hatschi! Verdammt noch mal. Äh...Entschuldigung, Engel." "Schon gut." "Ich verstehe nicht, wie Menschen so etwas aushalten können. Ha-hatschi. Mein Hals tut weh." Aziraphale stellte seine Tasse auf den Tisch. "Soll ich es einmal probieren?" Crowley starrte ihn an. Manchmal hatte Aziraphale das Gefühl, die Spielregeln dieses Spiels, das Zusammenleben auf dieser Welt verstanden zu haben, bis ins kleinste Detail. Und manchmal wusste er nicht, wer dieser Dämon vor ihm war, Crowley, den er seit tausenden von Jahren kannte. Er wusste nur, dass er sein Freund war. Crowley starrte ihn immer noch an, und blinzelte nicht. Aziraphale streckte seine Finger aus. Es war eine Weile her, dass er das getan hatte, und noch nie für einen Dämon, aber er rief die Macht, die /Gegenwart/, die immer um ihn war, das helle Licht in seinem Herzen zu sich - wie konnte Crowley nur ohne leben - und berührte mit den Fingerspitzen Crowleys Stirn. Die Haut war warm, zu warm. Ihm war wärmer. Es glühte durch ihn, warmes Honigmilchlebensblut. Crowley ließ sein Taschentuch verschwinden. Seine gelben Augen waren sehr groß, sehr leuchtend, und Aziraphale hatte das Bedürfnis zu zappeln. "Besser, mein Lieber?", fragte er anstelledessen. Crowley nickte und ließ sich zurück aufs Sofa fallen. "Du solltest vielleicht ein bisschen schlafen. Es könnte...es könnte gut für dich sein. Und ich gehe wieder nach vorne." Aziraphale stand auf und legte seine grün-rot-karierte Decke über Crowley. Crowley nickte, aber als Aziraphale an ihm vorbeigehen wollte griff er nach seinem Arm. "Engel? Danke." Aziraphale war von einer seltsamen Welle Zärtlichkeit überkommen - er liebte alles Lebendige, alle Lebewesen, aber manche liebte er mehr. Er beugte sich über Crowley und presste einen Kuss in dessen schwarzen Haare.
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