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Ein sicherer Hafen© by Beverly ()
Endlich Feierabend. Gil Grissom stieg aus dem Auto, schloss es hinter sich ab und ging zur Haustür. Mit einem Lächeln im Gesicht sah er Nicks Auto vor der Tür stehen. Er fand die Haustür unverschlossen, ging hinein und legte seinen Schlüssel auf seinen angestammten Platz in der Diele. "Nicky?" "Ich bin in der Küche." Gil lächelte. Auch wenn es keiner wusste, Nick war ein ausgezeichneter Koch und Gil war sicher, dass er mindestens zwei Kilo zugenommen hatte, seit er mit Nick zusammen war. Er zog seine Schuhe aus und schlich auf Socken in die Küche. In der Tür blieb er stehen und sein Lächeln vertiefte sich bei dem Anblick, der sich ihm bot.
Sonnenschein strömte durch ein offenes Fenster in den Raum und hüllte Nick in ein beinahe unwirkliches Licht. Er hatte eine CD aufgelegt und sanfter Jazz schwebte durch den Raum. Leise tappte Gil auf seinen Socken zu seinem Geliebten und nahm ihn von hinten in die Arme. Ohne seine Arbeit zu unterbrechen, lehnte sich Nick kurz zurück, die Nähe von Gil genießend. "Hungrig?" Gil küsste zärtlich den Hals des jüngeren Mannes. "Mhmm...aber eher auf dich, als auf dein Frühstück." Nick lachte leise, legte das Messer hin und trocknete seine Hände ab. Dann drehte er sich um, schloss den älteren Mann in seine Arme und küsste ihn hingebungsvoll. Nach ein paar Minuten trennten sie sich und Gil bemerkte ein amüsiertes Funkeln in Nicks Augen. "Was? Was ist?" "Du schmeckst nach Milchshake. Und Popcorn. Warst Du noch im Vergnügungspark?" "Oh ja." Gil drehte sich um und schnappte sich ein Stück der Orange, die Nick bereits liebevoll auf einem Teller angerichtet hatte. "Und?" Nick lächelte. Er kannte die Vorliebe seines Geliebten für frisches Obst beim Frühstück. Kurz bevor sie dann zusammen zu Bett gehen würden. Unaufgefordert stellte er eine Tasse dampfend heißen Kaffee vor ihn auf den Tisch. "Es war sehr interessant. Woody ist ein wirklicher Experte was Achterbahnen angeht. Was?" Gil bemerkte, wie Nick die Augen verdrehte. "Kein Wunder, dass du so spät bist." Erstaunt sah Gil auf die Uhr und bemerkte, dass es tatsächlich viel später war, als er gedacht hatte. Beschämt senkte er den Kopf. Da spürte er plötzlich Nicks Hand in seinem Nacken, die ihn sanft massierte und sah wieder auf. "Schon gut. Ich dachte mir schon so was. Jetzt schau nicht so betreten. Trink deinen Kaffee bevor er kalt wird." Gil griff nach der Tasse und schloss die Hände darum. Mit geschlossenen Augen atmete er tief das starke Aroma ein. Seit er mit Nick zusammen war, war die Qualität seines Kaffees rapide gestiegen. Als er seine Augen wieder öffnete, stand ein Teller mit Toast, Rührei, Speck, einer gebratenen Tomate und Würstchen vor ihm auf dem Tisch. Dazu stellte Nick noch Butter und zwei verschiedene Sorten Marmelade hin. "Du mästest mich, Nicky." Ein schneller Kuss auf die Wange unterbrach ihn. "Ich liebe es, dich zu verwöhnen, Gil." "Das tust du. Manchmal frage ich mich, was ich getan habe, um dich zu verdienen." "Tja, wenn's dich tröstet...mir geht's manchmal genauso." Gil zog fragend eine Braue hoch. "Ach?" Nick trat von hinten an Gil heran und legte seine Arme um die kompakte Form seines Geliebten. "Ich muss ein unglaublich guter Junge gewesen sein, dass ich mit dir belohnt worden bin." Gil lehnte sein Gesicht an das des jüngeren Mannes, und schloss kurz die Augen. Plötzlich fühlte er die Erschöpfung der langen, arbeitsreichen Nacht und nur mühsam unterdrückte er ein Gähnen. "Verzeihung." Nick lachte und drückte ihn ein letztes Mal, bevor er sich wieder aufrichtete und sich ihm gegenüber hinsetzte. "Iss. Dann gehen wir ins Bett. Ich bin auch müde." Das Frühstück verlief angenehm. Während Gil sein neuestes Entomologie-Magazin las, studierte Nick die Tageszeitung, wie immer von hinten nach vorne. Gil neckte ihn immer damit, dass er es nie schaffte, die Zeitung RICHTIG zu lesen. Aber Nick lächelte nur, blätterte nach vorn und las weiter.
Nach dem Essen schickte Nick den älteren Mann ins Bad, während er rasch die Küche aufräumte. Danach ging er ins Bad. Als er wieder rauskam, hatte Gil die Vorhänge zugezogen und lag schon im Bett. Seine Brille war auf die Nasenspitze gerutscht, sein Käfer- Magazin lag aufgeschlagen in seinen Händen und Gil selber schlief tief und fest. Nick lächelte zärtlich. Vorsichtig nahm er seinem Geliebten die Brille ab und legte sie zusammen mit dem Magazin auf den Nachttisch. Dann hob er die Bettdecke an und schmiegte sich dicht an Gil. Leise, etwas Unverständliches im Schlaf murmelnd, rutschte Gil tiefer und schloss seine Arme automatisch um die schlanke Form seines Geliebten. Nick kuschelte sich enger an Gil. Nach einer anstrengenden Nacht wie dieser, fühlte er sich nur hier sicher. Hier, in Gils Armen. In den letzten Monaten war Gil sein sicherer Hafen geworden. Ein Ort, an dem er sich fallen lassen konnte. Nick seufzte noch einmal tief auf, bevor er seine Augen schloss und sich von dem gleichmäßigen Schlag von Gils Herzen in den Schlaf wiegen ließ.
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