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Ein Regentag

© by Freya ()

 

Disclaimer: Ich kenne die Jungs nicht und weiß auch nicht, wie ihr Leben verläuft, wenn sie bei Panzer,Davis und Rhysher frei haben. (Aber es macht Spaß, sich was auszudenken :-)) Die Musik von Gershwin ist wunderschön und ich kann die CD nur jedem empfehlen. (Die Texte sind die Originale, auf der CD singen sie das jeweils Gegenteilige Geschlecht an, aber das hätte die Geschichte gestört also habe ich mir die künstlerische Freiheit genommen, mich an den Texten zu orientieren :-))
Ich schreibe die Geschichte nicht, um Geld damit zu machen aber für diejenigen, die es interessiert, meine Kontonummer lautet...nein war nur ein Scherz!! In dieser Geschichte geht es um Methos und Duncan und der Dramatik wegen mußte ein bekannter Charakter aus dem Leben der Jungs sterben. Es gibt keine sexuellen Handlungen in dieser Geschichte und nur ein bißchen Gewalt. Naja, das mit dem Köpfen..viel Spaß und immer her mit dem Feedback. Ach noch was, falls Tara noch telefoniert, wird diese Geschichte nicht betagelesen, also bitte ich schonmal im voraus um Entschuldigung für eventuelle rechtschreibliche Entgleisungen.
Feedback gerne an freya5000@yahoo.de
Archiv: Fanfiction Paradies (http://www.fanficparadies.de/) in der Highlander-Sektion.

 

Es regnete schon den ganzen Tag. Trübsinnig werden konnte man, wenn man auf die grauen Dächer der Stadt sah. Methos stand am Fenster und beobachtete Regentropfen, die sich ihren Weg über die Scheibe bahnten. Ihre Wege schienen anfangs gerade nach unten zu führen, aber immer wieder trafen sie andere Tropfen an der Scheibe, manchmal prallten sie voneinander ab, was ihnen eine andere Richtung gab, manchmal vereinigten sie sich aber auch und flossen als ein größerer Tropfen gemeinsam und schneller weiter. Bis sie durch ein Staubkorn, das sich an der Scheibe festgesetzt hatte, wieder getrennt wurden, in 2 Einheiten zersprangen und wieder alleine ihren Weg fortsetzten.

Ihm fiel auf wie sehr diese Regentropfen dem Leben glichen. Seinem Leben glichen. Wenige Momente in seinem Leben waren durch einen gemeinsamen Weg mit anderen Menschen geprägt worden. Oh, nicht daß er nicht viele Menschen getroffen hatte und immer eine Veränderung daraus entstanden wäre, aber seine Seele hatten nur wenige Menschen wirklich berührt. Die Reiter waren solche Menschen gewesen. Er hatte sie geliebt seine Brüder, er hatte sie gefürchtet und später hatte er sie aus tiefster Seele gehaßt, aber sie hatte etwas verbunden, das weit über das normale Maß hinausging.

Nun waren sie tot. Alle. Auch Silas war tot, der einzigemit dem er sich auch später noch verbunden gefühlt hatte. Silas mit seiner Einfältigkeit. Mit seiner einfachen Sicht der Dinge. Silas und die Reiter waren stark und mächtig und alle anderen hatten sich zu fügen oder starben. So einfach war es für ihn. Nicht gut im herkömmlichen Sinne aber auch nicht böse aus Überzeugung. Egal, was Duncan gedacht hatte. Silas war kein durch und durch schlechter Mensch gewesen. Im Gegensatz zu Kronos und Caspian. Und jetzt war Silas tot, getötet von seinem Freund und Bruder. Methos wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln. Manchmal haßte er sich mehr als Cassandra es jemals tun könnte.

Seine Augen wandten sich wieder den Regentropfen an der Scheibe zu. Gerade vereinigten sich wieder zwei kleine zu einem großen Tropfen und rasten mit halsbrecherischer Geschwindigkeit in Richtung Rahmen. Nur um dort unbarmherzig wieder in einzelne Wassermoleküle versprengt zu werden. War das der Sinn des Lebens? War es das, warum es ging? Jeder Mensch starb, manche früher manche, wie er und die anderen Unsterblichen, später. Er fühlte sich müde, so unsagbar müde. Was hatte es für einen Sinn, sich mit anderen Menschen zu vereinen, wenn man am Ende doch wieder alleine gelassen wurde? Einer würde immer zurückbleiben. Er dachte an Alexa. Die junge, schöne, fröhliche Alexa, der nur so wenig Zeit in diesem Leben gegönnt war. Erneut füllten sich seine Augen mit Tränen.

5000 Jahre und er konnte die Frage, was danach kam, immer noch nicht beantworten. Gab es das Paradies? Gab es eine Hölle? Ja! Definitiv, er hatte die Hölle erlebt, eine ganz private Hölle, nur für ihn gemacht, damit das er in all den Jahren seine Seele nicht vollständig und gegen alles abgestumpft hatte, damit, daß er nicht vergessen konnte und sich selber nicht vergeben konnte. Sein Leben hatte viele Höllen für ihn bereitgehalten. Aber auch das Paradies gab es, er hätte nicht 5000 Jahre überlebt wenn es nicht auch paradiesische Zeiten gegeben hätte. Zeiten in denen er wußte, daß er geliebt wurde. Zeiten, in denen er seine Vergangenheit eine Zeitlang vergessen und sich voll dem Augenblick widmen durfte. Seine letztes Paradies war die Zeit mit Alexa gewesen, auch Duncan und Joe waren ein Teil in diesem Paradies. Sie gehörten auch zu den Menschen die seine Seele berührt hatten.

Aber dann hatte sich der Höllenschlund wieder aufgetan. Alexa war gestorben und all sein Geld, all sein in 5000 Jahren gesammeltes Wissen hatten das nicht verhindern können. Und dann waren die Reiter wieder aufgetaucht. Er hatte gewußt, daß sie, wie ein Vulkan, wie eine riesige Zeitbombe, nur in einem scheinbar harmlosen Schlaf verfallen waren, und dennoch. Kronos wieder zu sehen und sich ihm ausgeliefert zu fühlen, war eine der größeren privaten Höllen, die das Schicksal für ihn bereitgestellt hatte. Und sein Freund Duncan hatte diese Hölle nur noch heißer gemacht.

Er biß sich auf die Lippen, als er an Duncan dachte. Warum nur konnte er sich nicht einfach damit abfinden? Warum hatte er sich nicht von dem Schotten entfernt, als es noch möglich war? Er hatte in dem Moment ihrer ersten Begegnung geahnt, daß es nicht lange gutgehen würde. Aber er wollte es so sehr. Er wollte so sehr wieder Teil der *normalen* Welt sein, daß er all seine Bedenken über Bord geworfen und sich mit Mac angefreundet hatte. Das hatte so lange funktioniert, bis sich das Schicksal wieder eingemischt hatte. *Jeder ist seines Glückes Schmied.* Eine so einfache wie zutreffende Behauptung. Er wußte, daß das Schicksal beeinflußbar war. Oft genug hatte er das auf die Probe stellen können, und dennoch behielt die Lady immer das letzte Wort. Unaufhörlich steuerte sie ihre Spielfiguren auf dem Brett des Lebens in Situationen, die zwangsläufig in einem ihr genehmen Ziel endeten.

Wo würde die Sache mit Mac enden? War sie schon beendet? Wie oft hatte er sich überlegt, ihn einfach anzurufen um sich mit ihm zu unterhalten. Aber was sollte er ihm sagen? Hallo Mac, lange nicht gesehen wollen wir ein Bier trinken? Zu einfach und wahrscheinlich war der Highlander auch gar nicht in der Stimmung, ihn zu treffen. Eine kleine Stimme in seinem Kopf warf spöttisch ein. *Und das möchten wir lieber gar nicht erst von ihm hören nicht wahr?* Ein schiefes Lächeln zeigte sich auf Methos Gesicht. Richtig, er wollte nicht hören, daß Mac keine Zeit hatte und zu beschäftigt war um sich mit ihm zu treffen, oder schlimmer noch, daß er es gar nicht wollte. *Wie feige wir doch sein können, was zum Teufel kann denn schlimmstenfalls passieren? Duncan sagt, er will uns nicht sehen...aber vielleicht will er es ja doch? Vielleicht traut ER sich ja nicht? Vielleicht wartet er ja nur auf einen Anruf von seinem alten Freund Methos? Von seinem wirklich guten Freund Methos?* Warum hat er dann nicht angerufen? Er hätte doch jederzeit über Joe erfahren können, wo er mich erreichen kann. Und hatte Joe nicht sogar erzählt, daß Duncan wieder in Paris war? Schon seit 3 Wochen? Lang genug um sich bei einem alten Freund melden zu können, der nicht nur in der gleichen Stadt sondern auch noch ganz nah bei ihm wohnte. *Der seine Scheu vor Wasser überwunden hat aus sentimentalen Gründen! Der jetzt ebenfalls ein Hausboot bewohnte, das erstaunlicher Weise keine 5 Km von einer anderen Anlegestelle entfernt lag..* "Halt's Maul!" versuchte Methos die Stimme in seinem Kopf zum schweigen zu bringen. "Er ist dran mit melden, aber solange er keinen Grund hat, wird er es wohl auch nicht tun!"

Methos lächelte. Es wurde Zeit, mal wieder mit Joe zu reden, er fing schon wieder an, Selbstgespräche zu führen. Laute Selbstgespräche! Seine Stimmung hatte sich zwar nicht verbessert, aber er hatte keine Lust mehr, sich selber zu quälen und stundenlang mit sich selber zu reden, zumal diese lästige Stimme in seinem Kopf immer das letzte Wort haben wollte und ihm keine Ruhe geben würde. *Ach ja? Was glaubst Du eigentlich wer ich bin, hä? Wir sind eins, mein Freund, ich bin Du, auch wenn Du das nicht immer wahrhaben möchtest, also beschwer Dich bei Dir selber über Dich!* "Schon gut, ich habe es verstanden! Und jetzt sind wir still!" *OK*

 

Methos zog seinen Mantel an und holte sein Schwert. Er machte sich auf den Weg zu Joe. Der Regen war dichter geworden und jetzt kam noch ein Nebel dazu, der ihn frösteln ließ und sämtliche Kleidung durchdrang. Mißmutig stapfte Methos die Straße entlang, kaum darauf achtend, wo er hintrat. Sein Blick war auf den Boden gerichtet, ohne daß er ihn wahrnahm, zu sehr waren seine Gedanken mit einem Problem namens "Duncan MacLeod vom Clan MacLeod!" beschäftigt. Er stutze, das war nicht die Stimme aus seinem Kopf, das war eine andere vertraute Stimme, eine Stimme mit einem schottischen Akzent, eine Stimme, die er seit Monaten nur in seinen Träumen gehört hatte. Er schüttelte den Kopf, um sein Gehirn von den Gespinsten, die es scheinbar umfingen, zu befreien. Aber da war sie wieder. " Ich bin bereit, jederzeit, Brandon!" Und jetzt spürte er auch die Präsenz. Das war Duncan. Und er war nicht alleine.

Methos beschleunigte seine Schritte und ging auf die Stimmen zu. Durch den dichten Nebel konnte er keine 3 Meter weit sehen, aber er brauchte seine Augen auch nicht, um sich zu orientieren. Zielstrebig ging er weiter und nach wenigen Metern sah er die beiden Männer im Licht einer Straßenlaterne. Duncan stand einem großen blonden Mann mit gezücktem Schwert gegenüber. Suchend sahen sie sich nach ihm um. Der andere Mann entdeckte ihn als erster. "Die Herausforderung ist ausgesprochen, stell Dich hinten an, Du bist der Nächste!" Methos kam näher und jetzt hatte auch Duncan ihn entdeckt. "Adam!" keuchte er. "Was zur Hölle machst Du denn hier?!" Methos schenkte ihm ein kleines Lächeln. "War gerade in der Gegend und dachte, ich könnte mal wieder ein Quickening gebrauchen. Aber tut Euch keinen Zwang an, ich kann warten." Duncan war sprachlos, Methos wollte ihn fordern? War der alte Mann verrückt geworden? Sein Gegner hatte die Worte scheinbar richtig verstanden. "Wenig Vertrauen in den Schotten, wie? Naja, kein Wunder, ich bin der beste seit 2 Jahren. Bin keinem Kampf ausgewichen und habe mir die besten Köpfe geholt!" Er spuckte Duncan vor die Füße. "Nicht daß ich glaube, daß Deiner noch dazu gehört, aber einer *Legende* den Kopf zu nehmen, hat immerhin noch einen rufsteigernden Wert!" Duncan hatte seine Sprache wiedergefunden. "Du kleiner dreckiger Bastard, wollen doch mal sehen ob ich zum alten Eisen gehöre! Wie ein guter Freund von mir mal sagte: Nur weil ich nicht gerne kämpfe, heißt das nicht, daß ich es nicht mehr kann! Ich hoffe, daß Du Dein Testament gemacht hast!" "Oh, das brauche ich nicht, morgen wird Dein Nachruf geschrieben, nicht meiner!"

Damit waren die Verhandlungen geschlossen und der Kampf begann. Methos stand nach außen gelassen aber innerlich an den Fingernägel kauend daneben und sah zu. Duncan hatte lange nicht gekämpft, das wußte er von Joe, aber das mußte ja nicht heißen, daß er auch nicht mehr trainiert hatte. Der andere war wirklich gut. Brandon, .. Brandon..Methos überlegte, woher er den Namen kannte, und dann fiel es ihm ein. Dieser Typ ließ seit knapp 2 Jahren keine Gelegenheit aus, sich einen Namen unter den Unsterblichen zu machen. Er hatte neben anderen auch 4 sehr alte und sehr gute Kämpfer besiegt und war sogar den Watchern zu gefährlich geworden. Sie hatten seinen Beobachter eines Morgens erstochen aufgefunden und seitdem die Observation eingestellt. Joe hatte ihm davon erzählt, weil er ihn warnen wollte. Der gute alte Joe, hatte er auch Duncan gewarnt? Und hatte Duncan sich davon beeindrucken lassen? Wahrscheinlich nicht.

Methos fluchte leise vor sich hin, was, wenn Duncan unterlegen war, was, wenn er seinen Kopf verlieren würde..*und wir ihm nicht gesagt hätten, was wir wollten, wie? Tja manchmal rächt es sich ein Feigling zu sein..* oh nein, die Stimme wieder. *Jaha, freu Dich doch, dann bist Du nicht alleine mit Deiner Trauer um eine weitere verlorene Gelegenheit * spöttelte es in seinen Gedanken. Methos verscheuchte die Stimme und konzentrierte sich wieder auf den Kampf. *-*Die beiden schlugen wie wild auf sich ein und momentan schien es ziemlich ausgewogen zu sein, aber da stolperte Duncan über einen Stein, verlor sein Schwert und schlug mit dem Kopf auf den Boden.

Brandon setzte sofort nach und hatte sein Schwert zum finalen Schlag erhoben, als ein Schwert seines blockierte und eine Stimme schrie " Nein!" Methos registrierte in der Sekunde, als Brandon statt auf Duncan nun auf ihn losging, daß er das gewesen sein mußte. "Zwei gegen einen? Nicht gerade die feine englische Art, wie? Nun gut, dann eben Du zuerst, danach kann ich mich immer noch mit deinem Freund beschäftigen!" Brandon war jetzt richtig wütend und schlug hart auf Methos ein. Der kämpfte wie unter Drogen, er schien neben sich zu stehen und seinen Kampf von einem neutralen Punkt, weit weg zu beobachten. Das war also das Ende, im Regen und Nebel von einem unbekannten Unsterblichen dafür getötet, daß er Duncan retten wollte. Er lächelte, als er die Ironie der Situation erkannte. Selbst wenn er jetzt überleben sollte, Duncan würde ihm wahrscheinlich nie verzeihen, daß er sich eingemischt hatte, und das würde wahrscheinlich genauso schlimm sein wie der Tod. *Oh nein, bitte nicht theatralisch werden. Jetzt setz den Scheißkerl endlich außer Gefecht, um Duncan kannst Du Dich nachher kümmern! Mensch, 5000 Jahre und jetzt willst Du kneifen, weil ein kleiner Spinner meint, er wäre unbesiegbar? Oder weil Du denkst, ohne Duncan nicht leben zu können? Verdammt, was hast Du denn die letzten 2 Jahre gemacht? Wir sind doch ganz gut ohne den Schotten ausgekommen. Sicher Du nervst manchmal aber was soll's! Jetzt hack ihm endlich seinen Scheißkopf ab!* Methos kam mit einem Ruck in seinen Körper zurück. Diese lästige Stimme in seinem Kopf...er würde sich in eine Therapie begeben, wenn das hier vorbei war. * st in Ordnung, nur dafür mußt Du das hier auch beenden, Holzkopf! Und das wirst Du nicht mit scharfen Gedanken sondern nur mit scharfem Stahl tun können!* Methos nickte und schlug härter zu. Mit einer Drehung, von der er hinterher nicht mehr sagen konnte, wie er sie ausgeführt hatte, schlug er Brandon das Schwert aus der Hand und mit einer weiteren den Kopf von den Schultern. Das Quickening war ein großes Feuerwerk. Die Laterne neben ihm sowie deren Kollegen in 100 Metern Umkreis explodierten wie von einer Bombe getroffen. Methos fühlte die Kraft seines Gegners und seiner vorherigen Opfer in sich übergehen. Es riß ihn von den Füßen und für einen Moment sah er die Gesichter und die Gedanken der Toten. Er schrie.

Duncan sah die Explosionen und hörte einen markerschütternden Schrei. Verwundert fragte er sich, warum er das so deutlich erleben konnte, er war doch tot. Die Sterne in seinem Kopf verflüchtigten sich zusammen mit den Lichtern der Explosion und er richtete sich auf. Methos lag regungslos neben Brandon am Boden. Sein Herz setzte für einen Moment aus, bis er erkannte, daß nicht Methos sondern Brandons Kopf abgetrennt war. Erleichtert stieß er einen Seufzer aus. Methos lebte, er lebte. Er stand auf und ging neben seinem Freund auf die Knie, der langsam wieder zu sich kam. "Methos? Alles OK?" fragte er leise und half ihm, sich aufzusetzen. Stumm nickte der alte Mann. Er legte die Arme um seine Knie und ließ den Kopf darauf sinken. "Er hat Cassandra getötet." stellte er aufrichtig bedauernd fest. " Vor zwei Tagen, sie kam nach Paris, um sich mit mir zu treffen." Duncans Stimme klang gepreßt. Methos konnte die Schuldgefühle fast körperlich spüren. Oh, nein, bitte nicht, flehte er das Schicksal an. Bitte laß ihn nicht sich selber die Schuld geben, weil wieder einer seiner Freunde sterben mußte. "Es war ein fairer Kampf. Sie hat nicht einmal ihre Stimme eingesetzt." Das war keine Vermutung, das war eine Feststellung. Duncan sah ihn erstaunt an. "Woher..?" Methos sah zu ihm auf. "Das Quickening." Duncan nickte nur.

Lange saßen sie schweigend auf der Straße, beide in Gedanken versunken. Dann stand Duncan auf. "Wir sollten von hier verschwinden. Die Polizei kommt bestimmt gleich." Methos erhob sich ebenfalls. Er sah Duncan zu, der die Schwerter aufhob und sie unter seinem Mantel verschwinden ließ. Auch das Ivanhoe hatte er an sich genommen. Fragend blickte Methos ihn an, was sollte das denn jetzt werden. Duncan schüttelte nur den Kopf und streckte die Hand nach seinem Freund aus. Methos hatte keine Lust, jetzt Fragen zu stellen, also beschloß er, Duncan die Führung in dieser Szene zu überlassen. Er reichte Duncan seine Hand und freute sich über den warmen Druck, den er spürte. "Danke!" sagte Duncan leise. "Danke, daß Du mein Leben gerettet hast, mal wieder!" Methos war erstaunt, damit hatte er nicht gerechnet, was war mit Duncan in den letzten 2 Jahren bloß passiert? *Das kannst Du später noch erkunden, alter Mann, jetzt freu Dich doch einfach! Wer weiß ob Du das jemals wieder gesagt bekommst von ihm!* Methos gab sich Recht. "Gern geschehen, wirklich gerne geschehen, mein Freund!" erwiderte er den Händedruck.

"Ich habe Bier im Kühlschrank." stellte Duncan fest. Methos nahm das als die Einladung die es war. "Dann sollten wir es nicht warten lassen."

 

Das Boot hatte sich verändert, seit er das letzte Mal hier gewesen war. Die Ausstattung war nicht mehr so karg, es sah wieder aus wie ein Ort, an dem man leben mochte, ein Ort, an dem gelebt wurde. Duncan bot Methos eine Dusche und warme trockene Klamotten an. Während er duschte, fragte er sich erneut, was Duncan nur so verändert haben könnte, aber bevor seine Stimme sich wieder einmischen konnte, schob er den Gedanken beiseite und genoß das warme Wasser.

Duncan hatte als erstes die Schwerter gesäubert. Dann hatte er Kerzen angezündet und seine momentane Lieblings CD eingelegt. *The glory of Gershwin* er stellte gerade Bier auf den Tisch und die Stimme von Lisa Stansfield erklang ...

 

the way, you wear your hat,
the way you sip your tea,
the mem'ry of all that
no, no! They can't take that from me!
The way your smile just beams,
the way you sing off key,
the way you haunt my dreams,
no, no! They can't take that away from me!...
 

..als Methos in einen kuschligen Bademantel gehüllt aus der Dusche kam. Duncan grinste ihn an und zeigte auf das Bier. "Mach's Dir bequem, ich springe auch schnell unter die Dusche." Der alte Mann sah ihm verwundert nach...was..? *Also so wie ich die Sache sehe..* Nein, nicht denken, einfach annehmen, was geboten wurde. Er nahm jetzt erst die Musik war, die den Raum mit sanften Klängen füllte. Gershwin, diesmal war es Elton John..

..there's a saying old says that love is blind,..
Methos grinste.
..still were often told, "seek and ye will find";..
Die Stimme in Methos Kopf feixte.
...so I'm going to seek a certain lad I've had in mind...
Das Grinsen von Methos wurde breiter.
..looking ev'rywhere, haven't found him yet;
he's the big affair I cannot forget.
Only man I ever think of with regret....
Die Stimme in Methos Kopf brach in hysterisches Gelächter aus.
...I'd like to add his initial to my monogram.
Tell me, where is the shepherd for this lost lamb?...

Methos lachte mit. Ein lautes fröhliches Lachen. "Duncan, Duncan...das hätte ich ja gar nicht erwartet.." lachte er und nahm genüßlich einen Schluck Bier.

Duncan kam, ebenfalls in einen Bademantel gehüllt, aus dem Bad. "Was hättest Du nicht erwartet?" Methos verschluckte sich und hustete. Fürsorglich klopfte Duncan ihm auf den Rücken und wartete, bis den Anfall vorüber war. "Die Musik...ich wußte nicht, daß Du Gershwin hörst.." murmelte Methos in einem Versuch, die Situation zu retten. Er wollte Duncan nicht vor den Kopf stoßen. "Ja das ist wunderschöne Musik und seine Texte sind so...passend." sagte Duncan leise. Methos wollte etwas erwidern, aber Duncan legte einen Finger auf seinen Mund und brachte ihn damit zum Schweigen...Kate Bush sang...
 

..when the mellow moon begins to beam,
ev'ry night I dream a little dream,
and of course prince charming is the theme,
the he for me.
 
Although I realize as well as you,
it is seldom that a dream comes true,
to me it's clear
that he'll appear
 
someday he'll come along,
the man I love;
and he'll be big and strong,
the man I love;
and when he comes my way,
I'll do my best to make him stay....
 

Methos schluckte, er hätte nie gedacht..er wußte nicht...was sollte das bloß werden? Er hatte seinen Freund vermißt. Ja. Er hatte gehofft, daß Duncan wieder zu seinem Leben dazugehören würde. Ja. Aber das? *.. ist genau das, was Du eigentlich willst, mein Lieber. Und jetzt bist Du mal still! Ich weiß ganz genau, wovon Du Nachts träumst, mich kannst Du nicht belügen! Du liebst Duncan und das nicht erst seit gestern! * Methos seufzte tief auf. Es war die Wahrheit, er hatte sich die ganze Zeit was vorgemacht. Natürlich liebte er Duncan, deshalb hatte es ihn ja auch so geschmerzt, daß er sich die ganze Zeit nicht gemeldet hatte. Deshalb hatte er auch nicht die Initiative ergriffen und Duncan angerufen, weil er einfach nicht wußte, wie er das seinem Freund beibringen sollte und wie Duncan darauf reagieren würde.

Jetzt saß er hier mit Duncan und lauschte Liebesliedern...aber warum? Ein verstohlener Blick zu Duncan zeigte ihm, daß sein Freund ihn liebevoll ansah. "Duncan.." wieder der Finger, der sich auf seine Lippen preßte. "Methos, ich muß Dir was sagen." Fing Duncan an. Dann stockte er, unsicher ob er wirklich weitersprechen sollte. Was, wenn Methos das alles ganz anders sah? Was, wenn der alte Mann seine Gefühle nicht verstehen würde? *Ich glaub's ja nicht, kommen uns wieder die Schottengene dazwischen? Jetzt oder nie, das ist die beste Gelegenheit die wir bekommen. Sei doch nicht so stur, sag's ihm!* Duncan stöhnte auf. Diese Stimme trieb ihn irgendwann in den Wahnsinn. Aber sie hatte ja Recht. *Ich habe immer Recht!* "Ruhe!" Methos sah ihn erstaunt an. " ch habe doch gar nichts gesagt." "Entschuldige, ich habe nicht Dich gemeint...Methos..." setzte Duncan wieder an. Ein Lächeln stahl sich in Methos' Augen. "Jaa?.." Duncan nahm all seinen Mut zusammen. "Ich habe mich verliebt!"

Jetzt war es raus, unsicher wartete er auf eine Reaktion. Methos versteifte sich. Natürlich, deshalb war Duncan auch so anders. Er hätte schreien mögen, aber es kam nur ein trockenes "Und wer ist die Glückliche?" aus seinem Mund. Duncan zuckte zusammen, war es für Methos so undenkbar, daß er sich in ihn verliebt haben könnte, weil er selber nie auf den Gedanken gekommen ist ? *Jetzt hab ich aber genug von Euch beiden! Sag ihm sofort die Wahrheit! Sofort! Oder ich werde Dir nie wieder helfen!* kreischte es in seinem Kopf. Duncan ignorierte die Stimme, die immer lauter wurde. *Duncan MacLeod, jetzt tu endlich was!* Er tat etwas. Er nahm einen Schluck Bier.

Methos hatte sich von ihm entfernt. Er konnte es nicht ertragen. Sein Traum war gerade wie eine Seifenblase geplatzt. Warum hatte er auch angenommen, daß..*bla, bla, bla...laß ihn doch erst mal ausreden!* "Nicht schon wieder." schrie er verzweifelt. Die Antwort darauf war ein amüsiertes Lachen in seinem Kopf. Duncan sah ihn an. "Schon wieder? Ich verstehe nicht.." Er nahm noch einen Schluck Bier, irgendwas stimmte hier nicht. Er beschloß, es noch einmal zu versuchen, schlimmer als im Moment konnte es ja nicht werden. "Methos, ich habe mich nicht schon wieder, sondern das erste Mal oder wie soll ich es sagen, schon vor langer Zeit in Dich verliebt..." seine Stimme war immer leiser geworden und bei den letzten Worten kaum noch hörbar. Aber Methos hatte ein feines Gehör. Er setzte sich auf und sah Duncan etwas mißtrauisch an. "Würdest Du das bitte nochmal wiederholen?" Duncan sah ihm tief in die Augen. Er liebte diese Augen, er liebte den Ausdruck von kindlichem Erstaunen, der sich gerade zeigte darin, er hatte sich zwei Jahre versucht, von ihnen fernzuhalten, hatte zwei Jahre versucht zu leugnen, versucht, ohne Methos auszukommen, und war kläglich gescheitert. Nicht einmal die Nachricht, daß Cassandra gestorben war, hatte ihn so aus der Fassung gebracht wie die Erkenntnis, daß er den alten Mann liebte.

Er hatte Cassandra nach Paris gebeten, weil er ihr sagen wollte, daß er sich für Methos entschieden hatte, falls der ihn denn noch wollte. Und wenn es nur als Freund, nicht als Liebender wäre, er hätte alles getan, um Methos' Freundschaft wieder zurückzugewinnen. Das hatte er Cassandra mitteilen wollen. Er hatte das Gefühl, daß er ihr das schuldete, denn er würde nie wieder ihre Partei ergreifen, wenn es um Methos ging. Er konnte es ihr nicht mehr sagen. Brandon hatte sie vorher getötet. Er war heute abend nicht hinter ihm hergewesen, er war auf den Weg zu Joe gewesen, um ihn zu fragen, wo er Methos finden könnte. Brandon war er zufällig über den Weg gelaufen. Als Methos dann dazu kam, war es wie ein Schlag vor den Kopf gewesen. Er hatte diesen Kampf so dringend wie keinen je zuvor gewinnen wollen, nicht wegen der Rache, sondern weil er Methos noch so viel sagen wollte. Als er ausgerutscht war, hatten seine Gedanken Methos gegolten und dem Bedauern, daß er ihm nicht schon viel früher seine Gefühle gestanden hatte. Als er wieder wach wurde und den alten Mann am Boden sah, hatte ihn eine Angst gepackt, die er nie wieder erleben wollte. Die Angst, nicht mehr die Gelegenheit zu haben, mit ihm zu reden.

Jetzt konnte er reden, und er würde es tun. Die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus. "Methos ich liebe Dich! Ich habe versucht, es zu ignorieren, ich habe versucht, mich selber und alle anderen zu belügen, aber es geht nicht mehr. Ich will ohne Dich nicht leben. Ich will abends als letztes Dein Gesicht sehen und ich will morgens als erstes Dein Lächeln sehen. Ich will mich über die Kronkorken hinter meinem Kühlschrank ärgern und ich will mit Dir über das Leben diskutieren, ich brauche es, daß Du mich mit deinen schlauen Sprüchen auf die Palme bringst und ich brauche es, daß Du mich einen verdammten Idioten nennst, wenn ich einer bin. Ich liebe Dich."

Methos war sprachlos. Er glaubte zu träumen. War das wirklich Duncan, der das gerade zu ihm gesagt hatte? *Sind hier sonst noch Schotten anwesend? Jetzt kommt Dein Part, alter Mann.* Methos lächelte, dann rutschte er ohne etwas zu sagen zu Duncan hinüber, nahm sein Gesicht in seine Hände und gab ihm einen langen Kuß. Im Hintergrund sang Jon Bon Jovi...
 

..I could cry salty tears;
Where have I been all these years?
Little wow, tell me now
How long has this been going on?
There where chills up my spine,
and some thrills I can´t define.
Listen sweet, I repeat;
How long has this been going on?
Oh, I feel that I could melt;
Into heaven I hurled!
I know how columbus felt,
finding another world!
Kiss me once, then once more
What a dunce I was before
What a break! For heaven´s sake!
How long has this been going on?...
 

Duncan ewiderte den Kuß hingebungsvoll und lächelte an Methos' Mund, während das Lied weiterlief...
 

... I could cry salty tears;
Where have I been all these years?
Listen to me do
How long has this been going on?
What a kick! How I buzz!
Boy, you click as no one does!
Hear me sweet, I repeat;
How long has this been going on?
Dear, when in your arms I creep,
that divine rendezvous,
don't wake me, if I'm asleep,
let me dream that it's true.
Kiss me twice, then once more
That make thrice, let';s make it four!
What a break! For heavens sake!
How long has this been going on?
 

Was für ein schöner Tag das doch geworden ist trotz des Regens, dachte er und schlang seine Arme fester um seine Liebe.
 
Fin   :-)

*He, ich habe nicht gesagt, daß es hier zu Ende ist, warum hörst Du mir eigentlich nicht zu? Hallo?..Hallo? Kann es sein, daß Du versuchst mich zu ignorieren? Ha, das wird Dir genausowenig gelingen wie den beiden!! Los Jungs, sagt's ihr! *

*genau, wenn 5000 Jahre uns nicht zum schweigen bringen können...*
*...dann schaffen das weniger schon gar nicht! *

SCHNAUZE! Es ist schon wieder halb 12 und ich muß morgen arbeiten.
*aber...*

 

 
Du bist der 1926. Leser dieser Geschichte.